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Full text of "Lexikon deutscher Dichter und Prosaisten"

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2 t t x t 0 n 

/ 

I 

herausgegeben 
» o n 

$arf #eiitri0. Sorben*, 



©rittet 33 a n fc, 

ß < i P J t 9 

in btt SBcibmannifd>en 58ud)&atiblun8 

i 8 o 8» 



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I 



* ■ 



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23 o t t c ö t. 



ad) einem, freiließ nur ungefähr gemachten, Ueberfc^fagc 
meiner tnaterialienfammlang $u tem £ejriEon deatfdjer £>icb# 
ter mid profaitfen, glaubte id) diejenigen 6eftriftfleHer , weN 
dje id) t>or ber £anb |u bearbeiten backte, in drei binden ju* 
famraeufaflen $tt Wnnen. Slüein bei ber wirflidjen 2Iu*arbei« 
tung für ben £>rucf mürbe id) fefton am Snbe be* jt»eiten23an# 
des geroa&r, ba§ id) faura mit biefer borläufig befiimrateu 
Shuafjl ton SSdnben au*reicfcen würbe. 3* entfcftlog mieft 
alfo fd)on baraal*, juraal bei bem fowo&l iJffentlid) al* in 
*Pnt>at6riefen ge$en mid) geäußerten 2öunfd)e, bog id) bod) fo 
manchen anbern , ebenfaß* merf würbigen ©tfcriftfletter, wenn 
er aud) ni$t |u ben Sternen erfler ©rdfie ju rechnen fepn foff* 
te f uicftt *erraiflen (äffen rarfdjte, (ieber uod) einen vierten 
&and frinjujufügen *). 3n biefen Sanb fcoffe id), wenig- 
em* bi* jefcf, bie noeft übrigen vorj&gliefrften ©djriftftefler 
infararaenbrangen ju f rfnnen. Da id) übrigen* ben Plan unb 
bie 31bftd>t meine* SBerf* in ber Vorrede be* erflen Landes 
$infäng(id> au*einanber gefefct |u fraben glaubte , fo lieg id) 
den zweiten Sand bei Sejrifon* an* 8id>t treten, o&ne benfei* 
btn mit einer netten Vorrede au*|uf!atten, unb fo würbe aud) 
ber )e$ige dritte 2>and ofcne fold)e erfeftienen fepn, wenn nid)t 
andere Uraftünbe mid) anber* bewogen Ratten. 

a 2 Sine 

♦3 <W fotntnt baw, ba§ mdbrent» ber Aufarbeitung bc^ erden unb sroei* 
ten «anbei (rca* fcb nfcbt »orberfeben tonnte) fo mambe e^rifren 
erfebienen, bie nun ebenfaO* noeb aufgefübrt, ber 3nbaU angegeben, 
SBcurtbcüungen nacb «riefen »erben mußten u. f. ». 2)e$gl. neue 
ausgaben flterer ©Triften. *ftan erinnere .fi<& |. «B. nur an bie 
neuen Ausgaben t>on tfiigele , derbere u. a. Herfen. 



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iv 58 o c r e b u 

€ine in ber ^Uifdben 2ltfgem. SLit. Seit« erfd)tencne Äe* 
ortbeitmig meinet ffierfö ift t>on ber 8rt gewefcn, bag ich, ba 
meine literarifche Chre mir nicht weniger am $erjen liegt, al$ 
meine bürgerliche, unmöglich ba$u fc^metgen fann, inbem ich 
mir e£ ooflfommen bewugt bin , bei allen bon mir felbft $uge« 
ffanbenen jefcigen Mängeln unb Unbollforamenheitcn meinet 
Suche* , eine folche J&erabwürbigung nicht berbient $u haben* 
8Kan hat mich auf ben Sampfpfafc gebogen; benn ich habemei* 
ne* SBiffen* nieraanb bie geringffe Urfach gegeben, mir einen 
fo hohen ©rab bon bulbenbem £amme6ffnne $ugutrauen, bag 
ich bei fo ungerechten Urzeiten, fo hämifchen SSerldumbungen, 
fo fallen SBefchulbigungen, unter ber £anb M ©chererä ben 
Sttunb nicht aufthun mürbe. 2fd> ftnbe feineu ©efaCfen an 
gelehrten Äämpfen, fonbern liebe ben grieben. ^atte man 
auf geteefrte SEBeife mein 95udj gefabelt, felbft wenn e$ mit al- 
ler Strenge gefchehen wäre (obwohl ich au$ ©rünben , bie ich 
in ber Vorrede )um erflen 2>anöe be£ 2ej:ifon$ auäcinanber 
gefeet %aU, auf billige ©djonung ^ n fprucf> machen $u burfen 
glaube) ich würbe biefen Xabel aufgenommen $aben, wie ihn 
jeber ©chriftffeHer aufnehmen muß, bem e$ um 2>crt>oflfomra* 
nung feiner felbft unb feiner Arbeit ju thun iff unb bem Ke* 
cenfenten meinen £)anf nicht nur im #er$en, fonbern mitSSer* 
gndgen auch öffentlich Neigt haben, fo wie idj hiermit aßen 
ben wirbigen SKännern auf* wdrmfle unb herjlichfie banfe, bie 
mir Viityt au$ eigenem freien Antriebe ihre (Erinnerungen, 
Saf&Qe, »eriebttgangeti u. f. w. mitjutheilen bie ©öfe gehabt 
haben, unbfle angelegentliche erfuc^e, mich ferner ihrer 35e* 
lehrung unb Seitung ju wirbigen. 

SBie gefagt, ich bie Sluhe unb ben golbenen grie* 
ben. Such weig ich überhaupt meine Seit beflTer anjuwenben, 
aW mich, tu gewöhnlich nnr fehr geringer (Erbauung, wo 
nicht gar offenbarem Serbruffe be$<pubfifum$, mit einem fd)a< 
benfrohen Siecenfenten bor aOer SBclt herumjubueßiren. 
©ringt man mich ja einmal au* meiner gewohnten ©leichmü» 
thigfeit — ei nun, fo mache ich benn wohl einmal, nur fo 
{um ©pag, einen Keinen Btreifeug mit blog um ju 
feigen, bag ich aKenfad^ auch noch ein foldje* Ding ju 

machen 



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$8 o r r e b t. 



▼ 



machen t>erfie$e *) 25a* if! benn baft in ftenigen Seifen ab* 
getban , unb alle ge&b' fcat ein €nbe. 86er ernftlic&er raug 
e$ nicftt fomtnen. Sa$ eigentliche $}t\m* ttnb tyanjeranlegen 
M für mid) ju »enig 35e&aglicf>e$ unb Steijenbeä, all bag i$ 
mir nur fel6ff bobei gefatfeu tätrntt. Snbeflen ift tt mir bieg« 
mal |tt na&e gefegt worben. 3fcb mug mid) fcbon in bie 9?ot&« 
feenbigfeit fügen; unb gegen ba$ Sombarbement bctf £rn. @e* 
neral N. N. ven ÄeÜerrotnNI mein @efd)ü$ fo (reffenb , af* 
rodgli* , ju richten fudjen. Um aber meinen Seiner nid)f, 
ganj »iber beffen 93ermut&en> unb gfeid)fara in ber 9?ebertap* > 
j>e — denn öas jiemc ficb nimmer f mürbe ber äffe Horner fa* 
gen — |u überfallen/ lieg id) unter bem 14. töo&ember 1807 
nie raeine* SRa&men* fdrmlicfcer Unferfc&rift folgenbe Äriegs* 
erHatung öffentlich befannt machen. 

Bnfünbigung einer äpotbeofe ber/ in ber <&a(Iifd?eti 
2tUcjem. fi.it. Seit b. 3. Sluim 2 3 2. ©♦ 609 — 6 13. 
unb SJlum. 233. <5. 617 — 633. erfc&ienenen, &e- 
cenfion meinet £epfone deutfcfoec liebtet tm& 
Profatften. 06 1.2. ietpsig, in öer tPei ömann. 
23ud?banM. igo6. 1307. (eigentl. 1805* igoö.) 
met). 8» 

2)a$ Stablifum bat mein SBerf einer freunblicben Stufnobme gewür* 
biöt. 8u<& finb oOe biö&crfgc bffcntlic&c Nnjeigcn unb S&eurtbeilungen bef^ 
felben für mieb febr ermunternb geroefen — bi* auf 3*>ei. 3* fcatte nem* 
lieft 1. e. joj. be* Jertfon« (n einer flnmerfung, unb 23t> 3. 
65» f. beiläufig in bem artifet Cpr. tft». von Rleift, ben verdorbenen 
blamier gegen bie mutwilligen Verunglimpfungen $rn. ^air« unb $w. 
Äiree'e wt&eibigt, bem (entern oueb feine Unbanf borfeit gegen £rn. 
«BibUotbcfar Biefter in «erlin / unb feine ©robbeit gegen $rn. v. <Bht 
Rngr »erwiefen. 3<b mu§ e* boeb re#t gut bomit getroffen haUn, ba 
man fufr bcl&alb fo »iel fRflbe giebt. gucrft trat $r. tfalf wiber mi* 
auf. 3n feinem eiyfium nnb Sarrarue wollte er bie Unjuuerid&igfelt 
meine* $u#* überhaupt sefgen / unb mac&te ju bem €nbe in grotc*fem 
6t*l einige Streifeöge mir 3^r6en». ©n mir Unbefannter antwortete 
^rn. ^aif, »ertbeiblgte bie 3uverid§(öWt meiner Urtbelle, unb jeigte, 
bat ^r. i«ir (!!) ber einft aU Siebter einige Hoffnung erwerft babe f 
it^t niebt einmal meb* im ©tanbe fei, gufammenbdnöcnb in tprofa ffcfr 

au< ,uM*a. <* m m m ^ m m»*#m. 

*) 2Do$u, unter un^ gefagt, oerbammt wenig gebbrt» 



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y» 9ß o r r e t> e\ 

in einem bfrentllc&en statte einen etreif3ng mit S*i* W mae&en : swar 
nur einen einzigen, ber «6er $rn. Salt, wie e* febeint, niebt nacb mtfr 
teren begierig gemalt bat, womit icb fonfl ju bienen niefrt ermangelt W 
ben würbe. 3e*t ift $r. Äorte im 3nteUigeit3bl. ber ^alüfd)cn 2lUg. 
£it. 3eit. «um. 70. mit ttott3en unb »eridjttgungen gegen mieb auf' 
«etreren, unb (at ba, wie i&m ju fogen beliebt, etwa« befeitigen unb 
beriebttgen wollen; wa* ober ieiber! felbft wleber befeitigt unb beri*# 
rigt »erben mu§. O Wtte <r boeb Itott belTen für feine eigene £aut gc* 
forgt, unb iwr atten ©tagen erfr ba* befeitigt unb berichtigt, wa* £r. 
ipofr. Vo$ in ber neuli<b erfebienenen «einen ©ebrift : lieber Gleim* 
23rieffammlung unb legten Willen, «in Wort von 3o&. ^einr. 
Vof. 3lngefr4ngt ein «rief von tfrieor. «einr. 3acobi. ^cibeU 
*erg 1807. g. gegen u)n in fe&arfer Rüge berannt gemalt bat. ,/öa 
»ebt er/ ber $r. Wilhelm Sorte!" fagt $r. X>ofj am Snbe feiner €r* 
|aT>lung. Unb äße Wer fe|en frtaiu • 30 , ba liebt er, ber &crr!id>e 
Äorte — in feiner «ansen ©ebembe unb $l6§e. Um biefetbegett erfebien 
in ben föon angezeigten Hummern ber 31. 1. 3. ein* Xecenfion meine* 
fcueb*, in wel*er baffelbe auf bie ungereebtetfe ©eife bcurtbeilt, unb 
fein «Sertb auf ben ©ertfr etwa eine* göucbbdnblcrfatalogen berabgefe&t 
wirb. £affr (i* inbeffen niemanb bie§ Urtbetl anfeebten. 3<b werbe in 
ber Vorrebe |u bem, nunraebr balb »ollenbeten, britten &anoe meine* 
&erifon0 ben ©ertb jener SRecenjton unb ibre* ©erfaffer* febr beutliefr 
*or Bugen legen. JDer SCeeenfent nennt mieb unter anbern einen geifllo* 
fen Äompilator. Sftun, wir werben ja fe&en, wie geiftreid) er felbft, 
mit fammt feiner SReeenfion, II». 3Kb werbe |ur uoBfommcnften Ucberjeu* 
gung eine« jebenbartbun, ba§ fie gani unb gar niebt*, al* ein Oewcbc 
fcer boofeafteften t>er(4umbung, unverfdjdmteften Äugen , unb ab* 
gefdjmaeftejteniöe&auptungen entbaU 9infprucb$lo* unb mit aller ©c< 
febeibenbeit babe i$ mein $uc& bem ^ubllfum übergeben. !Da* yublif um 
fei 9ti#tee jwifeben mir unb bem «Xecenfenten. 3luc& werben biejenigen 
cifentli^en55eurtteilerbe«8ej:ieon<, weU&emir ibren «eifaO gefebenft 
baben, obne be*&alb blo§e fobpreifer au fepn, unb fi(b bur<b biefe Stocen* 
fion rompromfrtirt fü&len müfFen, ba* mir erteilte (ob all niebt unge* 
grünbet |u reebrfertigen wiffen, unb iö> bitte, gelegentlicb biefe« gu tbun; 
fo wie icb jeben kompetenten Uiterator biermit erfu<&e, wo e« fcbicflicbcr 
tßeife gefebeben fann/ ju erttdren, ob er bie Äecenflon meine* <Bucbe* 
In ber ^aUifcfreit X 3. i* witt ni<bt fagen für billig (wicwobl icb 
wegen ber @*wierigfeiten unb be* Umfang* meine* ffiert* atterbing* auf 
billige ©efronung «nfprueb maeben au bürfen glaube) fonbem nur für ge* 
reefjt balten I6nne. SBabrbaftig! folebe SCceenjlonen müffen ja wobl bie 
beutfcje Äritif im 3nn* unb 8u*lanbe »erdebtlicb ma$en, unb ^nflttute 
entehren, bie fonfl i^ren guten Wu|en baben unb atte **tung »erbienen. 

©ieg bit »w'egöerHSnMej ; nun jut 5el0f*l«*t. 



3* 



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& o r c e b e. vu 

3* fe&e mi* geneigt, $ier Jttbftberft einige« au« ber 
Vtrteoe Jura erffen &anD< betf Jejifon* |u »ieber&oltttf um 
feie Sefer babur* in ben ©tanb ju fegen , fiter bie , oon beut 
Stecenfenten mir be»iefene, (Berecbtfgfcfc ober ttngerccbei^rir, 
felbft ein Urt^iC fiffen $u Wnnen. 3* &ab* auSbrflcfli* 
mein 85»* ffir ni*t* weiter a« einen Vetfwb ausgegeben, 
gfeubfara nur ffir eine Probe, Don »el*er id) übrigen* glaub* 
te , ff e Wnne bem tfinftigen SSerfaffer eine* fof*en itfit on$ ge* 
»ifferinagen (ur (BrunMage bienen , inbem i* bo* »enigflen* 
ja einer ni*t unbetr4*tli*en 9(nja$l bon »rtifeln eine «Renge 
«Ott ittaterialien gefaramelt fcabe, »obur* i* einem bereit 
fugen ^Bearbeiter allerbingä in mancher SKucfftcfyt bie 9D?iI&e $n 
erleichtern hoffen burfee. 3* fafo gefagt, ba§ i* bei meinen 
»ielfdltigen ämt$gef*iften ni*t iraßtanbe fei , t>or jefct et- 
»a* me&r |n t&un, all bloß meine gefhmmefte Materialien 
notdürftig }ufamraen|uorbuen ; &abe gebeten, mit bem, »aä 
id) fcor ber £anb nur liefern Wnne , aufrieben §n feptv; fcabe 
gedußert, baß, »enn biefer erfte ffierfu* in feiner 5lrt nidjt 
burd> bie beffere Arbeit eine* Olnbern unnfi& gemacht »erbe, 
fonbern etwa in 3u!unft eine |»eite Auflage beffelben erforberli* 
fepn foflte, i* aläbenn au* bem 33ud)e eine beffere, ooOfomm« 
nere ©efklt ju geben berafi&t fepn »firbej ^abegefagt, baß 
id> 3aftt$e unb Äericbtigangen ni*t nur ffir mft&ig falte, fon* 
tern fte an* *u liefern oerft>re*e. 3* »« f° bö * 
Anfefcen gegeben, alä glaubte i* ffir ben eigentlichen Ätteratoc 
et»a* SReue* unb 3nterejfantc$ $u liefern , baß i* tuetmc&r 
autfbrfitfli* erfldre, i* fei ni*t SBiUcn*, mi* biefen In- 
nern an bie ©eite |u fleCetu 3* frabe gefagt, baß man bei 
tiefem bloßen Serfu*e mit mir ni*t fiber bie Aufnahm ober 
3*i*taufna&me einzelner 6d)rift(Mcr ju genau re*ten bfirfe, 
bog j»ar im Allgemeinen (ein ®*rift(tcllcr oom ertfen SXange 
ermißt »erben fotte, baß i* aber in Anfclung ber übrigen 
mannen UrajMnben nachgeben mfiffe. 3* &abe gef«9^ 
»enn mein 2Bert »eifaff finbe, i* bie bi* jejt fe^lenben 
e*riftffeller, wel*e man et»a no* »önf*en »erbe, in 
Supplementen na*(o(en »olle; ^abe in SSficffid)t lebender 

e*riftf?eOer erfUrt , ba§ i* fol*e nur *tm (CWl mitju- 

nehmen 



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viii 98 o r r e b t ♦ 

nehmen gebenfe *). 3d) habe gefagt, bag bie Ecbengumfuinbe 
nad> ben torhanbenen , ergiebigem ober burftigern , aueffm 
mehr ober rainber ausführlich gearbeitet worben, bei gdnjlt* ' 
chcm 9ftan<jel berfelben aber natürlich auch oon jnir nicht* gc# 
fagt werben Wune; ba§ bie ttrtbeile über bie ©thriftffeller ge< 
meinigUcb t>on unfern beffett Äritifern entlehnt finb ; ba§ ich 
ba$, wa* ich t>on anbern entlegne, mit ihren eigenen QGBortett 
vortrage, auger n>enn mid) ©rinbe bewegen , hier ober ba 
eine Slenberung t>or junebmen. 3<h fcobe gefaxt , baß ich bei 
ten einjelnen echriftfleHern nicht gcrabc Söiflen* bin, alle 
©Triften berfelben ohne Unterfchteb anzeigen , fonbern nur 
diejenigen, welche eigentlich in ein itfiton, wie ba$ meinige, 
geboren , ba§ ich öbrigenl ba unb bort au£ anbern bewegen« 
ben ©runben 9Iu$na&raen upn ber Siegel gemacht u. f. tu. 
£>aä ade* habe ich gefagt, e* fo flar, fo faßlich unb für \u 
bermann begreiflich gefagt/ baß id) (joffen burfte, wer mich 
nur fcerftehen wolle, werbe mich auch fc&r wohl ©crfte&cn. 

5luf biefe meine, hitr nur nochmals wieberholten, 5lcuf# 
ferungen hohen biibtt auch alle einftchttfooOe, ©erechtigfeit 
unb fBiHigfeitliebenbe, S&eurtheiler be* kfitont hinlängliche 
Stucf ficht genommen. 6ie haben, in Betracht ber 6d>wie» 
rigfeiten unb Sflübfcligfeitcn beä 3Berf$, mich nicht burch un» 
hittigen, gefchweige burch ungered)ten Xabel $urucf jufchrcef en, 
fonbern vielmehr burch ihren freunblichec Seifall *u erraun» 
tern gefucht. €iner berfelben, bem man übrigen* gewig nicht 
benSorwurf machen wirb, er fei in bemUrtheil fibtt mein 
Such ju gelinbe Verfahren **), brüeft ft<h> nachbem er man» 
d)e$ gefabelt, folgenbermafilen au* j /,2>oeh, rechten wir jefct 

nicht 

*) Slocb lcbcnt>e ©ehrt ftficllcr in einem foleben 8er* aufeufftbren , bat 
feine befonbem, (efebt clnjufcbcnben , &a)roier{afeiten. <Binb e« gu< 
mal jüngere, wie (eicht aefebtebt fbnen bureb da Urtbeil Aber ibrt 
bebende @cbriftcn, beren Schier unb SKdngcl fie vielleicht halb, nach* 
bem ba« Urtbeil gefdttt »orben , bureb flrbdcrc ©ofltommenbeiten bc« 
(5W unb ber IDarUcKunfl vergüten, ein Unrecbt? 

**) £e bat (Ich mit bem 9nfang«bucbliaten feine« «Rahmen« untcricteb' 
net / unb man errdth leicht einen unferer a<btung«n>ertbc(len ©elchr* 
ten unb «erstellen tftcratoren. (Sern unb mit JDanf nehme ich 

von ' 



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93 o r r c b e. ix 

akfit After ba*, Wa$ feijn ttnnte* 2)er SSerfaflfer geffefit t>ie 
Langel feiner Arbeit felbfr in ber Vorrede mit lobentfwertfier 
35efcfieibenfieit ju, unb Witt batf ©anje für niefitä weiter atä 
txn erfien Vecfucb unb bie (Brandlage eineä 2Bd"rferbucfi$ bie» 
fer 8rt gehalten »ifferu 3&it bem, waä frier n>irfficf> gegeben 
unb gefatnmelt würbe, fiat man faft überall boOfomraen Ur* 
fad) (ufrieben ju fe*;n." €6 werben barauf einige Slrtifef nafi* 
rnentlicfi angefüfirt, unb fiintugefe$t : frerrfefit in biefen 
^rtifefn eine muflerfiafte 3lu$wa&l bei einer 2>ottffjnbigfeit# 
bit nur wenig ju wänden äbrig laße." Sei ©elegen&eit be* 
$rtifel$ 3. X Ifcoomer, wirb am €nbe nod) hinzugefügt: 
„9lu§er bem jenigen, waä ber Serfaffer bon Snbern entfernt, 
Micft überall eigene^ Urtfieil mit (((Mieter Mäßigung unb 2lcfi* 
tnng gegen bie bon ber Station geehrten 6cfiriftftefler fierüor." 
encltd) beißt e$: „Sa$ SBerf oerbient niefit allein empfo&len 
ju werben, fonbern e$ fann auefi in ber golge etwa* reefit 
&raucfi6ared barauf erbauet werben*" (Ein anberer Seurtfiei* 
fer nennt baß SSerf „fcfidfcbare ©eitrige jur ©efefiiefite unferer 
fefirfneu Literatur." SRocfi ein anberer fagt: „Sie bi* jefct 
gelieferten Slrtifel geben eine fefir unterfraltenbe unb (efirreiefie 
Seftdre, unb berftörfen benSEBunfcfi, baäSöerf brfflig auäge« 
füfirt }u fefien. SBenn auefi bei ber großen 31n(frengung , bit 
ber SSerfafier bereit* 6ewiefen fiat, niefit gleicfi anfangt auf 
Voapanbtflfett ju reefinen i(t, wie er felbfl wofil einfielt , unb 

im 

von bemfelben aOe mir gemaebte Erinnerungen an; nur fei mir »er* 
gönnt, frier gegen ein paar berfclbcn etwa* wenige* ju meiner £nt' 
föuttfgung *u fagen. ©enn mir ber Vorwurf gemaebt wirb, ba§ 
i& M treflieben <5c. Sorjtere aueb ntebt mit einer ©olbe erahnt, 
fo bat ber »Artige ÜKann roobl tlocrfeben, ba§ ber Slabmc biefei 
e<brtftMer* fieb aüerblng* unter ben erften ber, in ber Vorrcbc 
angefübrten, fünftig noefr nacfoubolenben 6(briftfreller befinber. 
5Denn e* ferner bei§t: „Ungern baben wir in ber^orrebe bie «nfüb* 
rang be* *5«nobucfie »om $rn. SR. V>etterlcin uermtft" fo rdbrt 
tiefe 9ll<frtanfüfrrung b(o§ baber, »eil icb in ftrSürje nur einiger 
weniger ©efrriften gebenfen wollte, bie fub ÄberDicfirer unb pro* 
faiften *ugtei<b erfcetfen, $rn. t>«rt«rleine tgantbucfi au*fcblie§* 
lieb aber nur Didier »um ©cgenffanbe bat. 3n bem fcrifon felbff 
iftba*^n*bud> jcbctmal, wo ti bie Gelegenheit mit ficb braute, 
gebi^renb angeföjrt »orben. 



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X 



95 o r r c b e . 



im Wotan* auf Supplemente hoffen täßt, fo iff boch bie Xtt* 
(age$u einem literarifchen SBerfe gemacht , ba* wegen feine* 
umfaffenben tylant bon t>ic(em 9ßu£en fepn muß." (Ein oier* 
fer: ,,©ie großen ©djwierigfeitcn eine* folgen Sßerf* tat ber 
SBerfaffcr raeiften* glicflich gu fiberwinben gewußt, fo wert 
ncralich bie Ärifte eine* (Einzelnen ihnen gewachfett fepn Ma- 
nen." Sin fünfter : „ ©ie befonnene 95elefenheit , ber unge- 
mein mühfame gleiß, bie unerraAbete ©orgfaft be* SSerfaflfer* 
iß nid)t ju berfennen. Oft ba* SBerf gleich mehr für Hiebt 
habet, ttl*fdr eigentliche Jütetaeoren benimmt ift, fo wer- 
ben boch auch bie (enteren ntc^t wenig intereffante 9?otijen unb 
Berichtigungen finben." 3ch Wnnte noch einige, biefen im 
©anjen ähnliche, Urtheite anführen , wenn ich nicht glau&te, 
frag bie 6i*herigen fchon bottfommen hinreichten, ju feigen, 
baß boch fo manche anbre ©efefcrte mein 35uch ihre* SScifaH* 
Dicht fo ganj unwerth gefunben. Sfch hoffe inbeß auch bon 
meiner ©eite gegeigt ju hahen, baß ich ifae gute Meinung §u 
fehlen gewußt, unb bemuht gewefen hin, ba* mir erteilte 
Job immer mehr |u berbienen, unb burch meinen frerboppelten 
gleiß a(* nicht ungegrinbet gu rechtfertigen. £)aß e* mir 
auch bamit einigermaßen gelungen, barf ich toohf W* n um 
fre*wiflen h°ffen, ba mir wenigften* einer ber erften unferer 2i« 
leratoren, ein Wann, gleich gefehlt wegen feine* Seifte* 
unbJperjen*, im »ergangenen Sommer fchrieb: „3<h h<*k 
gwar ihr Such noch nicht genau burchfehen Wunen , aber boch 
fommt e* mir bor, af* ob ber yweiu Äanfr ben erflen noch 
an Genauigkeit unb SSotfftinbigfeit I6crtrife." 

Unb wa* urtheilt benn nun ber *5alltfcfre Xecenfent fron 
meinem Suche? wa* fagt er, ber geiftreiche Wann, fron bem- 
fHhen? — Wan ho're, unb ftaune! ©ieß fagt er: £r. 3. 
ift gar nicht ber Wann, ber ein fofehe* Sejtifon $u fchreiben im 
©taube ift (©. 609.) *) ©eine 3tu*wahl ber ©chriftftcHet 

ift 

♦) 3* üBertaffe e* flern bem Srtmficn free f efer, 0* fle na* bem , n>a« 
feb mefterfrin bemerfen werte, ben SRecenfcnten für ben SÄann iaU 
ten ttnnen, ber fm ©tanbe fei, Me tteifter *u prüffit. Kbce ge* 
fest auefrr e* tetfre uminflcfördatt an meinem $5u#« M äße* gu 



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SS o t r c b c. xi 

iff f#4t C©. 610.) *) Sine f>ttr&d)tlid)t Slnjo&r raeifl bet 
toid&ttgflen fc&U (611«) 4 *) 2)icfe Unöoßftinbigfeit bc* 3«» 
$a!t$ ber beiben crftcn 35dnbe be$ Seyifonö (d£t auf eine weit 
$r*gerc in bera folsenbcn fd^Itegctt (e. 612.) ***) Sic bio- 

fjra* 

rabern, mt ber £Rcc. / natb betn Stoaadc feiner 53crffanbc^f cdfte , an 
bemfeiben au6sufe$en finbet, barf er mir barum fo gerabcfjin unb un* 
bebtngt bie S^tflfcit abfpreeben, tunftigbtn etwa ö 23 efierco unbX>oß* 
Fcmtnneree ju liefern ? 2ög$ roaren benn oftmals bie erjten X>er* 
fudje ber gro§ten SDtfnner unterer Lotion? lleberbtei bobe icb mieb 
ja gar niebt baju aufgeroorfen, roeber ic$t, noeb in gufunft ein opus 

perfeclacn omnibusque ablolutum nuxneris }u liefern* $ch begnii* 

äc nwb, einen in feiner Brt ni$t ganj unnü$en unb unbrauebbare« 
X>trfudj gemacht ju böben. 

*) Unb warum? — ®e« feb manebcScbriftircller aufgenommen babc, 
bie , nacb be* «Ree. ©leinung , mit belferen bitten »ertaufebt werben 
foOen. 9bcr, ma* babe i<b benn be6ba!b in meiner X>orrefcc erin* 
nert? €ie ift boeb beutfeb, unb, rote ict) benfe, fa§Kcb genug ge# 
febrieben , ba§ ein fo geiffreieber SRann btefclbc roobt oDenfalft noeb 
b4rtc verfielen fbnncn. 

•*) £dttc ber SKee. boeb mentpfieni nur ntebt bie UnHugbeit begangen, 
auf ber unmittelbar »orbergebenben ©eite bal X>er$eiebnig ber, itt 
ben beiben ertten S&dnben be* 2er. von mir gelieferten , Sebriftjtcl* 
ler ben fefern &inaufe$cn, roobureb er fogleieb beim erfren 3lnb.ict fieb 
felbcr £üaen flraft. #ier finbet man unter anbern bie Siabmen: 
3bbc, Gelang , 3o&. Kgricola, Jgrafm. ttlberue , v. 2Urmo 
ger, t>al. 3nt>reA, v. 2lrcbenbo.3, v. ^Blankenburg, 2Mum, 
2Mumauer, <£bPb* Äoöe, &obmer, 3ontr, feranbee, Beb» 
23rant, &refringcr, ^Brocfee, Äronner, 23&rfee, Borger, Cam# 
pe, v. CantQ, tttartb* Clauoiuo, 3. 21. (tränier, 9. Creus, 
v. CronegF, Qtm. &ad>, Ceitie, JDurer, &ufcr), t£berb<srt>, 
«»bert, £ngd, jifebart, ,$lemming, jl&gei, julba, (BÄrtncr, 
<5arve, Heilert/ v. (Bemmingeti/ v. (Petiten b er g , (Bc^ner^ 
(5Icim, (B^fingf/ (36tt)(/ Äoß/ (Potrer/ <Bortfd)e& unb feine 
Qattimt/ (BrypbV v. ^ageborit, Kaller, ^eröer, ^ippe( r 
^o^ItT/ 3ÄCobi # ^erufalem, ^finget/ 3ffl«nb/ Ä4(lncr, Äaw 
febtn/ v. Blei(l. ©fnb benn ba* bie untvicbugflett/ ober gerabe 
bie wirbt igfleit unferer ©cbrifttletter ? SDtan traut feinen äugen 
faum/ wenn man ba6 Heff, wa< ber Ree, fo gan* ot)ne atten ®er* 
ftanb babiniufcbreiben bie @tim bot. 

***) C be< Icibigcn UngWeficropbeten ! 2iffo aueb ben jeWgen briri 
ccii &«nb roifl er f*on im wrau* uerbammen/ or)ne it)n nur einmal 
gefeben ju baben. 



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xn 93 o r r c b t . 

grapftiföm Stadjtidjtm ftnb auf eine unfeiblic&e SBeife un* 
öleicftformig auffallen (<Ebenbaf.) *) Spv. X i(! ein geiftlo» 
fer Äorapilatoc. (6. 621.) *•) €r ift ein <piagiariu$, bcr 
«i cot fetten fein Plagiat aufbit poffierlicftfle QBeife ju berfteefen 
fccmü&t gewefen ift (©. 617.) ***) ©eine C^arafteriffifen 
bcr e^riftfletter ftnb $rdgfent&eifö nietyt* anber* , ate fabe 

£ira* 

») Ungleichförmig finb fie, unb mölTcn e£ roo&l fcon, in fo fern Wc 
Quellen fclbcr c5 finb. Ob unleiMidj? Darüber naebber noeb ein 
paar SBortc. 

**) Crin t'ttcrotunvcrf / qU bat meinige, fann , feiner S&atur naeb, 
arbStcntbeile nicht? anber* ald Kompilation fcon, unb c* ilt f4)dnb* 
Heb/ einem ©ebrif Weiler , bem jedermann &lci§, SÖcfonnenbcit unb 
©enauigfeit nadn-abmt, barau* einen 33orrourf ju macben. 9m tue* 
nigften aber mu§ ein fo burebau* geifteoarmer Sritifcr, nuc ber 
SKcc. iff, cd ficb bcrauönebmen rooQcn , von OfeifrlofigFeit Bnbcrcr 
Su fpreeben. Unb gcfe&t, er r&nntc beweifen (roa$ er inbe§ noch gar 
niebt betriefen bot) e* fdnbcn ficb bie unb ba ©teilen in meinem ®is* 
che, roo leb obne genaue Prüfung Sintern &lo§ naebgefebrieben (ivor* 
über man fieb gar nlebt rounbern bürftc, benn — operi longo f«s cß 
obrepere fomnum) f) mu§ er barum ba$ ganje Sflueb mit bem SRab* 
men einer gei (Hofen Kompilation branbmarfen? Sin folcbe$93er* 
fabren jeig t von einer bestraften , verldumbcrifcbcn (Beere. 

t) ift boeb roarlicb, naeb aller ©ernönfttgen ginftebt, gan$ etroa* 
• anberce, nur etwa einen, $wti ober Drei ©ebriftife Her, unb ftc 
Su bunberten, befonbertf naeb einem fo weirlAufrigen plane, 
rolc ber mclnige ift, su bearbeiten. 3$ babe biö je$t febon 187 
©cbrifWcller geliefert, unb mit bem folgenben SBanbc roirb bie $n* 
gabl berfelben rocit über oritrebalbbunoert betragen. %it benn 
bas eine folebe jtfcinfgteft, baß ein bdmifeber SRcccnfent, roenn et 
ja bier unb bort einen gebier *u entbeefen glaubte, ben 3Äunb, roer 
»cl§ roie weit, barüber aufreißen bärftc? 

***) 2Bai ift ein plagiariuo? — (Dtan bcjcicbnct mit biefem 9iab* 
men einen gelehrten Oieb f ber anbere ©cbriftjtellcr audfebreibt, 
obne feine Duellen su nennen, in bcr 9tb(icbt, toa* er von Slnbcrn 
enttebnt , für ba5 ©einige ausgeben. 3i un urtbeile man , ob icb 
einen fc leben entebrenben 9iabmcn aueb nur im geringen verbtene, 
ber icb mit einer, n>ie icb roobl fagen mag , f?eutiae& £aged immer 
feltcncr roerbenben ©eroi ([cnbaftiaf ei t |lct& fccfllffen geroefen bin , am 
<£nbc icbcö WetittU unter ben ©ebriften, roclebc Urtbeile Aber ben 
©cbrifWcller ober V?ad>ricr)ten von feinen ücbcnSumffdnbcn u. f. tu. 
entbalten , hauptfaeblicb biejenigen an ju geben, bie icb felbcr benu$t, 
unb babe» oftmals um bloter Älcirrlgfcitcn »Wen fo dngjtlicb verfaß 

ren 



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85 o t r e b e. xnt 

Siraben au$ — roa$ man faum dfau6en wirb — Äftttners 
€t)arafterett beutfdjer £>i#fer unb «Profaiflen (€6cnbaf.) *). 
©a* Cinjige, »aä uon Kcffonneraent in bem ganzen Sud)* 

bau 

ren bin, ba§ man mir fcfcon ben Vorwurf gemacbt, icb fru'ttc bat, 
wa* ich fcibü bclfer gcfagt, erfr nocb in fcbfccbtercn SAtfcrn nacbge* 
wiefcn t). ©laubt bcnn ber SRcccnfcnt, |$ ivörbc, um einen an 
Äütnier begangenen Staub $u ocrlrcefen, fo unHug gebanbeit unb, 
wie bic§ gcw6bnlieb gefebiebt, Die C&araftere bcffelben foglcfcb bent 
fefer »erangeffettt baben, bamit tiefer ^ aumal bei einem fo bekannten 
sguebe , ben «Kaub augenbiieflicb bdtte entbeefen f6nncn ? Slfo aueb 
tiefe «nfebuibigung bet Plagiate Iii niebt* alt nfebrige, boiHftt 
QSerldumbung. 3ubem babc icb ein für allemal crfldrt, ba§ bid 
CbararcenfltPen ber @cbrffttlcBer gcmcfnigltcj> uon 9lnbcrn entlebnfc 
jinb, bat icb mieb ber eigenen ©orte biefer 2inbcm bebiene, aber 
auch nacb ©utbefinben an benfelbcn dnbere; unb et itf fcbdnbHcb, 
wenn btc§ ledere gegeben tö, au fagen, et fei gcfc&e&cn, um rmf* 
nen Kaub babureb auf poffierlidje Weife au »erfreefen. 8ueb tjt gc* 
rabe bat , wat ber 9Cec. uon gednberten Äurmerfdjen ilrtbcilen un« 
Mit, niebt einmal alle* uon mir fclbff , fonbern febon uon Sinbem 
aednbert roorben. jpdtcc ber SRec. mebr £enntni§ unb göclcfenbcit, 
fo würbe er bat balb gefunben unb, tnbem er mieb entebren unb Id* 
e&eciub macben will, fieb niebt fclbft auft duircrjte entebrt unb Idcber* 
lieb gemaebt baben. 

f) 3<b fanb auweilcn bfer unb ba fn einem Q5ucbe eine «Bcmcrfuna, 
einen ©ebanten , ben icb im öanjen niebt uerioren geben (äffen 
woQtc, unb leicht weiter au 6b üben tonnte, t)it\t mieb aber ucp 
pfliebtet, bat se> u eh fcibft, in wekbem icb ben ©ebanfen gefunben, 
ober aueb wobl b(e ©orte bciTelben, mit au oerseiebnen. <it m6cb> 
ten überhaupt wobl in meinem leriton nur wenige feilen angetrof* 
fen werben, wo icb etwa* uon anbern entlebnt unb bie aueüe nicht 
angejeigt bdtte. (Sollte et gcicbcbeii fepn, fo ift et bureb Molen 
3ufatt gefebeben, unb wirb ficberlicb nur Äleinigfeiten ober außer* 
wefcntlicbe öinge betreffen. 

SSÄan oerjeibe mir, wenn icb bei meinen ©cgcnbcmonfrrationcn 
iu mcitlduftig febeinen unb ben ©ebanfen oeranlaffcn fönte, ein 
foleber SRcecnfcnt ocr&iene et ja gar niebt/ ba§ man nur erft feinet* 
wegen fleb fo uiel bemübc. €t febmerat jebet ebrlicbcnbe ©emntft, 
bat ftcb feiner Gcbulb bewuit tfr, ficb bureb foiebe boobafre 
fteruncjen gerrdnf t au feben. 

♦5 3fa mobil man wirb et faum gfauben, ba§ bie Sftttnerfebnt 
dbaraftere «rrojitentfeeilo niebtt anbert, alt fa6e Ciraöen ftnb. 
£a§übrigcnt ber See. gar niebt eigen tUd? wei§, wat man unter tat>cu 
Giraten ucrjtcbt, wirb balb aut bem ftaebfolgenben erbeOen/. wo er 
felb# bie faDejte aUer tiraöen uorgebraebt bat, efmc aueb nur bie 
minbeUc tSbnung bauon au baben, ba§ fie et fei. 



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XiV 



93 o r ( e 6 e 



bem 23erfaficr felbft $ugc^>irt, Ufätintt f?d) lebiglicfc auf ein 
paar ^ntuftwen gegen bie Jjerren SM unb Äcfoe (3. 621.) *) 
€in 2e;ifon, mie S}t. X liefert fann man fcfcreiben, o^ne 
einen einzigen 6d)rift|tetter nur gelefen ju^aben (©•620.)**) 
J£r. 3. iß nid)t einmal im ©tanbe, etroaä Alugeä ab|ufcf)ret* 
&en (gbenbaf.) ***) €r &ätte, um etwa* SRti&ttcfoe* für bie 
Junge 8efe»elt $u liefern, ba$ ©cjjarffinnigjfeunb Oe^alftofffte, 
tta* bie neuere Äunftfritie geleitfet hat, au* bera J?eere unferec 
iiteraturjeitungen, recenfirenber S&ibliot&ef*« unb 3ournale, 
bie alle burdj$u(efen, fafl nur nod) baä ©efdjaft eineä Stera* 
tor* öon ^rofefflon fepn tarnt, fammefa, unb mit (leterSln* 
gäbe ber fiuefle getreu referiren foflen ****). 2)aburd> würbe 
er niefct nur ben Sang ber beutfc&en Äritie friftorifd) bejeicfjnrt 

fcaben, 

■ 

♦) & tbut mir leib, ba§ ber «Ree. gu wenig Äenntniffe unb SBelefen* 
bett bcfiat, um bie eigenen SWfonnemen«, bfc bocbBnbere überall in 
meinem SBucbe erblicft *u baben glauben , beraudjlnben unb *on ben 
fremben unterfebeiben au f bnnen. €r |ttl$t ftcb barauf, ba§ icb felbfl 
in metner X>orret>e nur ber Urteile Bnbcrer erwdbnt unb ber meinigen 
gar niebt gebaebt babe. <2in onberer «Beurteiler M Ur. inbelfen 
fagt, e* fei bfe§ au* SBcicbeibenbelt »on mir gegeben. gXeine®orte 
fclbfl finb folgenbe: „Öie Urtbeile, welcbe — oefdnt werben, finb 
gemctniglid) bie SKcfultate beffen u. f. w." $ier bdtte ber SC«, ba* 
«eine «JBörtcbcn getnciniglid) niebt uberfeben, unb im blfnben (gifer 
fo plump fieb auSbrücfcn foCcn : ,,«uf alle* eigene UrtbeU tbut ber 
g^erfaffer in feinem »Berte ©ergebt" Gemeiniglich beift niebt fo 
viel, al* immer. — SBcgen ber 3*ve?tivtn merbe icb weiter unten 
ba* OWbigc erinnern. 

**) 9iun, icb felbfr will bem 9Cee. ju biefer SBebauptung al* einer febr 
geißreteben , gratuliren, wenn nur noeb ein «Dienfcb von gefunbetn 
©erftanbe (icb ffnbet, ber btefe SBcbauptung mit' ibm tbeilen roiH. 
3$ fönte boeb meinen (wenn aueb weiter ntebt* in Slnfcblag *u brin* 
gen wdre) man t6nne unmoglicb, wie icb e* tbue, befhfnbig von<5ei* 
te §u ©eite cittren, obne bie SBücber felbfr aufgefcblagea unb gelefen 
*u baben. 

***) X>a baben wir^. <Zt feblt weiter niebt*, aU bat ber See. noeb 
behauptet: *r.3. i(? niebt im ©tanbe, etwa« £(uge* au* nur — 
SU tefen. 

****) 2ibcr, mein Gimmel! ber SRee. traute mfr ja furj vorber niebt 
einmal iu, baf icb nur etwad Älußcö abfcbreiben tbnne. Unb wenn 



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93 o c r e b e. 



XV 



fyabtu', fonbern oucfy bie SufammcnftcKung öfeicfr aeiftreidjer, 
«6er nttfa feiten ftcfj biametral mtberfprec^enber Urteile, bie 
barautf ^eroorgegangen »dre, frdtte »ieber bie fc&dnfte ©ele* 
Sensit |ts einer 93eurl^et(utt9 biefer Urteile (obgleich ade Po« 
Irmtd sänjlid) au§er ber ©pfjäre eines Jlejrifograpbett liegt) 
ober |tt einer vermittelnden Äririf bargeboten, woburd) bie* 
fe* Sejifon ju einem »a&r&aft &ay lefeben Ä>erfe für unfere 
taeerUnbifcbe £cteraettr Wtte »erben Mnnen (©*62o. 621.) *) 
£r. 7* iittt fiefc burc^ fcterar&iftorife&e Unterfaefjunflen unb 

frtttfe^e 

icb niebt einmal etwas äfuge* abjtifcbrctbfn werftc^e / fo werte icb 
|a mxb weniger im @tanbe fepn/ bad Stufte (@<barfftonige wn b ©c* 
baltvoHc) au$ allen ben neuern Äunftfrttffen berouSaufinbcn, gumat 
ba , wie l(b nifr von gefreuten Beuten babe faden (äffen , in mannen 
biefer neueren £un(ftrttifen (nomin» funt odiofr) rofrflfcb Unf lu* 
gen fo viel mit unterlaufen fott , bat man ba$ Äluge nur faum mit 
vieler ütfübc entbcefen fann. JDer Äec. fiebt ja wobt/ wie e* mir lej* 
ber! mit feiner eigenen Runfitririe Aber mein £ertfon gebt/ in ber 
iQbüi Äluge fuebc unb fuebeunb— nirgend (inben fann.— Unb wie 
fann er benn forbern, ba§ (<b/ obnebln geplagter onb mit vielen 
fttüben belabene?/ dcbnlmann, berieb/ meiner profeflton nacb, 
niebt* weniger all ein üiteraror bin (wenn i<b gleicb bisweilen jum 
3rir»errreh> ein wenig in* $anbwerf ber Siteratoren au<b meine #4nbe 
mlföi) bai bewerf ftefllgen fott, wao", wie er felbft fagt, faura nut 
ooeb bie £treracoren von profeffton bewerf Lütgen fbnnen. 

*) deinetwegen bitniefe bier, wer ba tuiO, mit ben Bugen/ aW ob 
<bm §preu in biefeiben geflogen. 3cb rufe mit <£aUem au«: 

$ier ffarret@fun unb 3Bi$/ ber ©eit verliert fieb gang! 
9*ein! icb wu§ c$ gegeben, eine fo gWnjenbe prachtvolle ttrafce iff 
mir fobalb ni<bt vorgekommen/ unb wer weiß, ob icb* iemaW erlebe, 
etwa* fo unenblfcb ©etffretcbc* wieber gu bbren. äBabrbaftfg! bdttc 
ber 9Cce. mir niebt auf bie ©prünge gebolfen / tcb wdrt in meinem 
gangen febea ntebt barauf verfallen/ bai icb/ um für bie junge £cfe* 
weit etwa* reebt 9M$ltcbc< |u liefern/ in meinem T>erfudje eines 
£crtfone alle bie gehaltvollen unb fcbarfßnnigen , btametral ftcb wi* 
berfpreebenben/ ttrtbeile in ben Jiteraturjeitungcn ic./ unb afle bie 
ebenfatt* biametral fieb wiberffcreebenben geijtrcicpcn ©eurtbcilungcn 
aller biefer llrtbeüe bdtte gufammcnffcHeu foflen, wobureb aWbann in 
»einem $ucbe bie fcbbnfte — &om& ftie in ber Btmtoie bervorge« 
gangen nxfre! Ad ▼oc«m ^aylemag mir boeb ber SXecenfent, a(5 
mein geneigter ©inner/ nuretwad wenige^ ju fagen erlauben, wa* 
mir gerabe auf bem Jpecjcn liegt, & ift nur fo efneäleinigfeit. ©er 

Stec. 



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xvi 88 o r r e t> e. 

i 

ttitifät gorfd)tmgen, j. 33» in htm 2Irtifel £u>ald (ü) &er, 
fcient machen follen (6. 621.) *) Um feinem SBerfe eine grd- 

§ere 

• SKcc. bat vermutblieb boeb ^en peter Sayle, ben er mir fo angere« 
gentliäfr aur ftaebabmung cmpficblt, gelefen, unb rvobl aueb - (In* 
fcirt. 9cun trift el fieb gcrabe, ba§ auebtd) erwdbntcn Peter £ayle 
gelefen unb ftutort baben iviU (freilfeb ivobl niebt fo tief, al* ber 
SRcc., bo icb einmal ben geiftreieben ©etft fceffclbcn nfcfrt beftyc; ober 
icb babc fbn benn boeb ftut>irc — iva* man fo unter Acuten meine* 
öleieben ctrva tfubiren nennt; unb ba W mir** immer vorgefommen, 
al* wenn ber peter 23ayle (Dcffcn SBcrfe icb übrigen* gar niebt mu 
len* bin, im geringen feinen SOcrrb abaufpreeben, obicbon mir nle$t 
unbefannt itf, ba* betreibe, iva* cd für un* ifi, cigcntlicb erft mit 
ber Seit unb bureb 2lnberc geroorben, unb ba§ fcaplc feine Brenge 
Ccnforen j. an Tieimmann, 3oly u. a. gefunben) c* ift mir vor* 
gefommen, fage icb/ aM wenn ber peter #«yle 3. in ber *ue* 
wafcl ber ed?rifr»leUer (auf bic bo$ ber SXec. gar febr viel Mit, 
unb mieb belegen febarf in Äorreftion genommen bat) gar niebt tU 
gentlicb cmpfeblcn*mertb fei t). Scrncr id ber SÄcc. ein crfldrtcr geinb 
von aßen \ion;cn univiebtiger Äleinigfcitcn bei einer tLtbtntbt* 
fdjrcibuug, bie roeber auf bic SBilbung, noeb auf bic Öenfort bc* 
Cannes ginj!u& batten, unb will fie burebau* in meinem «Bucbe 
ni(bt leiben (roenn er übrigen* fagt, meine «iograpbicn rodren mit 
foieben 9iott$en überladen, fo iß ba« roo^I nur ein Superlativ/ 
ben er bei bem vielen SKccenfircn fieb angetv&bnt bot, unb icfr bin 
gar niebt ©illcn*, ibm benfelben erft boeb anaurcebnen, fonbern roer* 
be mkb bemüben, alle ioUbc unnü^e 2lu*tvüebfe bei einer bereinigen 
neuen »Auflage be* Ux., wenn fie nbtbig fcon follte, glatt tvcgjufcbaf' 
fen; unb ba ift e* mir abermal* vorgefommen, al* wenn von berglei* 
eben noti3en in bem Jöaylefdjen Werfe niebt roenig ju fürten n>d* 
ren. 9er SKcc. tvttb ba* trobl bei ber fünftigen arceiten ober t rit- 
ten Auflage feiner Keeenfion no# |u befeitigen unb au berichtigen 
fueben. 

t) Um nur din «öeifpiel au geben, fo baben einige ber vonüglic&ffen 
gned)ifd)cn Siebter: Bnftopfyaneo, t^efio^ue, Horner, pin; 
bar, Bep^oflee, Z(>eoFrit u. a tu. fo ivie einige urofce Hattv 
nev: *jor»r,, jurenul , niarttal, >Zufan, Piautuo, ^erenj, 
Cibuli u. a. m. feine eigene 'ilrtifel, unb i^agegen finb mieber ah« 
bere viel unbebeutenberc ^abmen formlicb aufgehellt. 33on ben 
SlufgeüeUten ijt aber ebenfaß* lange niebt alle*, tva* au$ 2>ayie 
k!)cu fagen fonntc, unb fagen folite, gefagt. 

28a* ben flrtifel tittoalb anbetrifft, ba mu§ icb ben «Kec. febon bit* 
ten , fieb lieber an feinen ffreunb Ä^rte au rvenben. öiefer bat au 
folcften literarbiflortfcben unterfuebungen unb fritifebm Sorfcbungcn 
ein befonber*glüd liebe* Salcnti unb befeitigen unb berichtigen fann 
er, baj e* eine 3lrt bat. 



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■ 

93 o r r e b t. 



-XVII 



gere SoHfommett&eit ju ge6ett, mißte er all* bcwfcfce fciebtee 
©&ne ttnterfcbieo barin aufgenommen Men (©. 625.) •) 

9lun / toaä benfen benn wo&l bie £efer |u tiefen ingeni j* 
fen Staritäten, mit melden jebe Seife angefdllt ifl? SBa^r» 
fcbeinlicfc ge&t e* i&nen , wie e$ mir gegangen iff . 3# fonnte 
raicf) garniert überzeugen, unb fann e$ nod> big jegt nic^t, 
bag b«$ ein SRenfd) foDte &aben nieberfebreiben unb bruefen 
lafftn frfnnen, ber noefc bei gefunbem Serflanbe fei. (Ein @e< 
toaf<$ iß ja immer toller, wie ba£ anbere, Jjat benn jegt bie 
Ärtxtfrioti ber i&üifAHn Pilgern. Äit. 3>dt« fo gar großen SRan* 
gel an vernünftigen Mitarbeitern in biefem gad>e, bag fie, um 
nur SXtcenffonen |ubefommen, ftd) geneigt fre&t, fogar ju 
Jpalbwrräcften iftre 3uflud)t ju nehmen? ©a besage unb 
bebaure id> fit roirflicfy bon ganzem J?er$en i unb nod) me&r 
äffe ed)rif*(lefler, bie, wie id>, batf Ungldcf (jaben, einem 
folgen ffanbibaten be$ 3rr&aufe$ in bie£<fnbe *u fallen. 3<fc 
t>abe in meinem Seben nid)t oon aratämegen recenffrf, unb mir* 
bf mid> aud) je£t nod> ferner lief) bafu entfliegen ftfnnen, ein 
foteftel 2fmt gu übernehmen; aber, baämeig icfy, folcfte Sollsei- 
ten tourbe id> mir boefo nun unb nimmermehr ju ©Bulben lern« 
men laffen. <5d>amrot$ würbe idj bor mir felbjl erfcfyeinen. 
SHber ein foldjer Stecenfent? — ja, ba* fö&mt fleij nicfyr, 
Ht gr imt ft<$ ni*t ! ' - 

2>i< Sefer »erben glauben, bag nunmehr ber „abge. 
feftraaefte Äritifer, Mgner unb botf&afte Söerläumber" »off* 
foramen m 9tid)tigfeit gebracht fei. 9lcfy ! nit^t bo$. £)a$ 
95ef!e (ober fott icfr fagen: ba* ®d)linimtfe?) fommt noeft. 
SBir M>c« jefct nur erjt bie Ä*cenfton im 2lllg«metnen fennen 
gelernt. <Ei ifi nun nod> ba$ liebliche detail berfelben ju be- 
leuchten. 

/.©er 

*) 3a; unb well boeb bfe Profaiflen nun aud> efnmal (n mein $811$ 
Spören , obne Jweifel |ugkf<& «Be t>enrfd?« profaifleit obneUn* 
terfd>tcb no<b baitt. Unb nun biefe Siebter unb profaifren nacb 
ollen ben KubriFen bearbeitet/ bie gero&bnlkb jeber Slrtifel in met* 
nem Up- credit (ba< etnjige an b<m %>ui)t, wogegen ber SXec. 
Hiebe« b«0 »i« *M ©ebotf Solianten würben ba ttngefdbr rooH nb< 



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I 



xviu $8 ö t x t t> e» 

„ Der fad unfiberfehfcare Umfang , fagt ber Stec gleich 
|u Sftifange feiner SXccenfion, |u meiern unfere fdtfnc Ötera« 
tur gegenwärtig angewachfcn ift, raacftt ein leytfograp&ifrf>e^ 
SBerf Aber biefelbe, worin bie f4wtli(^en flttfpfdjen Tutoren 
bicfe* gachc* , mit ben raerf würbigft en Sßotijen au* ihrem Se- 
hen, t>oH(tdnbigen Angaben ihrer Schriften unb gebrängten 
SluMgen ber bebcutenbffcn Ärttifen barüber, in alphabetifcber 
ßrbnung oerjeichnct »erben müßten, hrfcbtf toänfeben^mert^.' 1 
SDiefer Anfang fleht aber in gerabem SBiberfpruche mit bem 
Cnbe ber Sftecenfion. Jjier oertangt ber SXec Elafftfcbe atuto* 
ren, bort alle Oeatfcbe fetättr o(me UmerfcfrieO. Unb e* ift 
jehn gegen eine* )u wetten, tag, »er etf Unternehmer in 
einem folgen SBdrterbuche (auter Waflfifcbe Motoren anjufünbi* 
gen , ftc^ in nicht* al* Streitigkeiten über bie ÄlaflicüJt ober 
tZtcbteiafTTcitit ein|e(ner ©djrift jreßer oerwicf elf fchen würbe, 
fobalb er pch nicht auf eine nur fchr geringe SJnjahl oon 2luto* 
ren einfetteten »oOte. »nbere würben mit blo§ flaffifdjcn 
Tutoren gar nicht gufrieben fcpn, fonbern auch 9tad)rid>tea 
t>on folgen ©chriftfleffern oerlangen, bie wenigflen* ju ihrer 
Seit «Uuffe^en gemalt, €infto§ auf ihr 3eitalter gehabt u. f. 
W. &ofcenf?em, <äofmatm6n>atoa» u. a. Der SXecenfent 
fagt ja felbft am €nb< ber Svecenfton, wo er äffe Dieter ohne 
Unterfchieb in einem folgen lejrifon aufgehellt wiffen will, man 
tfnne btt gülle nicht beregnen, in welchen jemanb ein folcfte* 
Slepertorium |um SRachfchlagen brauchen woffe, unb e* ben 
»efaer verbriefe, oergeblich 3ltt*funft barin geflicht |u haben. 

Stach biefer Einleitung Umtat ber Ree. auf ben Citel meU 
ne* Such** Such biefer fleht ihm nicht an. ©o h&** er 
nur fogleich ben befleren angeben follen, anftatt oom fehlerhaf- 
ten ffiegenfafce ber Siebter unb profaiffen, bon bem Olu*brucfe 
fdrfne xr>i(r<mfcbaften u. f. w. |u fprechen. S}&lt er benn ba* 
für fo tief oerborgene 3Bei*heit (unb e* (iefe (ich über« 
haupt wohl gar manche* f&r unb witev fagen) ba§ fit 
•mir gänjlich unbefannt gewefen? 3ch wüh'te meinen tut» 
Jen unb ganj anfprucfcolofen Cftel au* guten ©rünben *). 

Cr 

*) «er, bünft ml*, »arte ber SR«. $et>cnW<Wcft megen be* Siufc 

t>rurt$ 



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i 



S8 o r r c b e, 



XIX 



Cr staubt ferner einen Wtberfprucb ju entbecfen, wenn 
icf) anfand in meiner X>otreöe fa$e: „Ser £ifel meine* 
25ud>* berechtige niemanben $u gan$ beffimmtcn SInforberun» 
gen" unb in bergolge: „3ch bcforge nicht, bag jemanbben 
£itel meine* 35uch* $u onbeffimmt finben unb j. 9. bie grade 
aufroerfcn m&hte, t»a* für Profafffen benn eigentlich gemeint 
fmb?"- 3(1 e* benn fo fchtoer $u begreifen y ba§ ich erfte* 
mal Don 6chnftfieCfertt überhaupt (Siebtem unb profatf?en 
$ufammengenommen) unb ba$ iweitemal 6lo§ bon Ptofaifttn 
rebe? 5Ran foUte faura benfen, bag man nrfthig hahentoürbe, 
jetnanben, ber fleh (um öffentlichen €enfor auftoirft, über fob 
che SWifj&erfidnbnilfe $ured>ttoeifen |tt niüffen. 

€* folgt B.öio. baä ^tr*eicbniß ber/ in ben betben er* 
den SMnben be* Sejr. borforamenben , öcbriftffeller. £iec 
bürbet ber 9tec. mir einen 3ofc Arnold Obigel auf (einen 
©d)riftftell<r, ben ich gw nicht einmal fenne) begleichen ei* 
ntn (Biefefe (ber ©cbciftflelfer , welchen ich in bem 2ejr. aufge* 
fat>vt habe, fchreibt ftch (Btfcfe) ferner h<*t er bie oon mir, $ar 
nicht ohne Urfach beffeenten 2lrttfe! ohne bieg Seichen ange< 
führt. €* fann mir ba* fo wenig gleichgültig fepn, al* toentt 
er bem $ub(ifum borfpiegett, id) h<Stt* meinem fejr. einen 
3ob. 2Un. igngel aufgeführt t ben niemanb fennt, unb man 
fich »unberu raug, wie ich *och i u tinm fo gan* frem* 
ben unb unbefannten ©chriftff eller gekommen fepn mächte: 
2>on einem SRec, ber ftd) au* eigener Vollmacht über un* 
arme ©chriftffeHer ba* jus vitae ac necis anmagt, forbert 
man mit Stecht öarcbgSngige ©enauigfeit. 

6n. folgt ein lange*, lange* SKegiffer bon Schrift* 
Seffern , bie ber SXec. in bem ttfit on bermigt. „€inige babon, 
fagt er, ftnb bem Serfaffer boch felbff eingefallen, unb er 
«ennt tfe in feiner SSorrebe *) ; barait ift aber ba* SKegijler ber 

b 2 geh- 

broett ^eutfcf>e ^Dichter baben äußern f Innen? 6fnb bat geberne 
£)cutf(bc ober bie In beutfe^cr ©pracbe gefebrieben/ ober beibe* juglet$? 

*) £er 9Uc. fc$t nun ibre 9iabmen bin, ld§t aber babef £ubw. v. 
&ac$c, 3>afebon>, 23üfd>, gginbarO weg. (Sr liebt e$ einmal, 
anbre £eutc au faflrtren, mit man ba$ bftcr* au« feiner SRccenfioft 
pebt. f äffen mir tym boeb feinen ndrrifcbcnöefctwiacn 



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Sß o t r e t) e. 



ge&lenben nod> (an^e nid>t erfdjipft." »er &abe 9t benn 
aße nennen wollen? unb fie&t benn ber SÄec. nicfa, baf id> bei 
bcn ©djriftfteflern, bie id> au$ ben Sucftfaben 21 — S 8** 
nannte jebeSmal }um Seidjen, bag \d) felbft n>o^l »iffbr bie 
SKa&menrei&e fei barait nocft nid>t sefd>lofien, ba* n. f. w. 
fcmjuaefiiat ^abe? €r glaubt nun mein SUaijter (Dermutfc* 
licfj boefj jur S&ele&runs ber Jefer ober meiner felbft) *ertx>lfc 
flSnofgen ju m&ffen , unb — ifl nicftt nur »eit unt>oBtf<Snbi» 
ger, att icfc felbft, fonbern fein Serjeicftnig ift aucfc fo fon- 
berbar gerat&en, bag »o&lfaum ein anberer, al* er, boffel* 
fre aufgetifcfct fraben »flrbe. SRidj nrnnberf* nur, bag er 
nid)t nod} au$ übergrogem Qrifer ben 3uben toavto Ätmdri 
mit &ingefe&t &at- Moütt er aber einmal raein »egifter Der- 
©oHftinbigen, fo mugte er e$ burdjau* erfcWpfen; benn »em 
nufct er fonft mit feiner unoollflanbigen 2}eroolfftdnbigung? 
Cr fefcte inbeflen fcin, fo oielunb fo gut er e* gerabe ©erraodjte, 

unb backte fcermut&lid), ultra pofle nemo obligatur *). Unb 

tt>ie? »enn id> i&m gar 6d>ulb gibe, er fcabe fein armfeligc* 

SXegi* 

*) «Keine «ugabe berfeblenben ©<&rlftfefferatt* ben$u<Wfaben<5— Ä 
bot ber 9tec. gar ntcbt erfl abwarten wollen/ fonbern fommt mir 
$ier au* flammenber Regierte, micb »u meifreru, lieber §«vor. — 
5Bcnn e* inbeffen bier an* W$ü)Un geben fett, fo werbe i* feboa 
bei 6er £anb fepn. 2Bir wollen gtct<b eine «eine probe ma<ben. 
• tDer «Ree. nennt 3lmtbor, ». Kretin, Sfpct, fcaggefen, «ecf, ©cn* 
foroi$, ©raf $5emet'@ternau, Q&crnbarbi, 3at. ©6bme, ©oje, 
gßouterwed, «örcener, SBrücfner, SÖrun*, SBurl, €o«n, Com, 
Corte*, (EornoM, Crome, <£uno, gerb, öelorücf , €. €br. 2>ebe# 
tinb, Z)oeen, Sreöer, fcbeKng, gefbof, £i»ert, 3o&. £«nr. Sa* 
ber, 9Bart&olb geinb, ©ottl. «Hatban. gff<ber, ©oflif*, ©erte, (Sei* 
l(u*, ». ©oue, ©rdter, ©rejlinget, ©ruber, grbr. grb. ». ©flnbe* 
robe, Wein, ». Sagen, $abn/ ». $alem, v. ^orbenberg, ^ar* 
tl<i, $artmann, ^ofe^fa, Dtto»on ^augm^, ^cbel, $etae, S&* 
benrei*, ÖJiattb. ^ol|»art/ ijotberlto, Ä. S Rommel, 2B.».^um* 
bolbt, Utr. w. Hutten, grbr. £cinr. 3acobf, »enifefc, Äamer, Äinb, 
Äinblinger, gram. v. «leid, ^einr. ». «rlft. ^«er folgen gletcb, 
obnegro^e* «cfinnen, noeb weit über swtimal fo wel; unb barun* 
ter, wie mir ber «Ree. wirb jugefteben müflen, gewi^ manebe betrdebt* 
liebere, aW bie jum £bei( uon ibm genannten: Äafp. 5fbel, 9ltc^fn# 
ger, afffprung, ^einr. «Iber«, 3ob. grbr. «rnft «fbrc*t, »m* 
3tm^nbe, »mmon, €. «. «mbt, 3<>t>. *mbt, »rnot^ 

Siußuli, 



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93 o r r e b e. 



XXI 



ftegiffer ttocft o6enbrefii erft au£ feuertet«» tSanbbucbe unb 
ben Äegiflern ber mattbi'ffbnfcfcen ambologte Jitfümmengeftop* 
peCt? — SBte? wenn iet) tr)n nun be$f>af6 einen geißlofen 
Äompiiaeoc, mtb, ba er »eber VttutUin nod> ttfetJtfffön 

de* 

Sluguf , $erjog ju fcraunfcjtp. 2Bolfcnb., 3af. Sforcr, ©. ©. 9C. 
9Bccfer, 3faf<b- gaffcnf. SBebr, Q5eU , q&enjfer, fcraug. 95enf. $er/ 
HCT/ $krgf, $ernritter/ w. $5eu(nri$, v. $eufl/ v. SBiclefelb, o. 
Sfcilbcrbtcf, Sßtnbemann, 3ob. ©e. S&ocf, SB6cff> , ^fcblfer/ $8&tH* 
ger, y. SBoguälantffp, Bug. 95obfe, S5onfn, ». Toffel/ SBramigf, 
v. 5jrritenbauc&, ». SBretfctneibcr ^ SBrortermann, 9Bu#ta, SBürtti, 
SSurenfcfcbn, Cartbeufcr, ©. Cfaubfu*, CtuMu*, (Tonrta*/ £. ©. 
£ramer, (Trans, (Trauer, u. Crengin, £urfo, JDaäborf, öegen, v. 
öcrfc&au, 3ob. ©am, 2)tetricb, v. :Die*/ ÖÄof. Öobrutfa ((gcbfcn* 
ftlb) gr&. v. Örai*, 2)ura<b, 91. ©. gber&arb, 3o&. Sah (^bert/ 
3ob. ©e. geearb/ u. gef ai^baufen , £geno!f, (Sbfcr*/ ^icbbotir 
^ivt^om, v. fctaficbel, ©efraef jperm. gwatb, (Suebar. €ocrtng, 
3uft. Srtr. grfcm. gabrieta*, Jet. gaulfifcb/ geber, gernoro, Siebte, 
£br. «ug. Sudne./ 3. £. €. giföer, £.3u(. griebrt<&, greubent&eil/ 
gribtng, gü§li, g.-C&r. gutba, ©elfter/ Otto ». ©emmlngen, v. 
©aififo», ©iefefe/ 3o&. ©fr. ©60/ 3lnbr. ©raber« ©ramberg, 
©riflo/ ©rob/ ©rot/ ©rübel/ ©unbling, Üub». tpbifipp unb grbr. 
$afcn, Kaltau*, 3oJ. ©e. Hamann/ gr. £raug. Jpafe/ $aug/' 
beeren, $egeroffc&, »ug. v. Renntag*, #erbegen, gering, i^erftot^/ 
ÜXarf.$en, Pubio. v» £e§, £eona$, ipeune, ©otttieb $tflcr, v.$ol* 
fcerg/ 2B. $. ». $o&enberg/ granj. $orn, #otrtnger/ Jpufetanb/ 
v. 3)**/ SMfamer, 3ulfu$, £erjog *u SBraunfc&ro. 28olfenb. Ca* 
tenberg, 3ufH, v. Samberg, Äant/ £ar( ber ©rote, Äempe/ Sin* 
tcrlmg, ättnger/ Äün«*t, Ä«nggut w. f.w.. JDcr Äec. nennt few 
■ «er: Stab. 9grteo!a, 3o$. Ingeln« t)/ 3af. «albe r Conr. (Ztittt, 
grtf<t)lin. jplcr fuib notf : Sgrippa ». ^ettefibeim , $af. ». SfSart^/ ' 
$einr. IbtUl, ^errmann von bem $uf$e, dammvivii, (Surie/ 
Corbu^ (Jobano«^effu</ £>efib. Srafhtu^ ©olböd/ ber?K6ncb©öR* 
^<T/ 3o&. €bPb. ^eret/be«gl. v. ©ar^ $rfebri<& s. Ä6nig u. ^reuf^ 
fen / «Wart, ©erbert n. f. w. €r nennt folgenbe 6<{>rtft(?cncrinncn: 
eopbie »lbre$t/ ©abriefe «Baumberg, ©rdftnn u. ©aubiffin/ ©o» 
Pbie SBernfrarbf/ Buffe 55racjmann/ ©opbtc Brentano/ Marianne 
«brtnann, grdnt. ». ©flnberobe, €miUe Marine« f grau ». ipofffcr, 
SCmaffe 9. $efoig. *ier pnb no<b: »etnltta 3uÖana/ ©rdftnn 3u 
e^rcarjburg^ubotlfabt, ©ufanne ». ^öanberoer, SBitbelmineS&e^ 

ren^/ 

t) 2t Wtte btefen ©cbrfftffcHcr, ba c* mebrere Wefei ^obmen« giebt, 
noeb ndber bu«b Angelus Silefius bcjcicbncn foücn. 9iucb ge* 
b6rt er, ba er efgentficfr Sdje^er bti§t/ gar nl#t unmittelbar in 
ben $u4>ftabcn %. 



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XXII 



53 o r r c b u 



genannt bat, einen piagiariua nennen wollte, ber, um fein 
Plagiat auf pofßerlicfre SBeife $u oerftafen, noch, wiewofrt 
ganj ungefedert, einige anbre gar ntc^e frergebo'rige ©ebrift* 
(etiler mit eirtgeflicft habe? 2Baö würbe er benn wohl fagen 

fdnnen? €r belfere fleh, unb finbige ^infort ttid^C 

mefrr! 

€€ freigt weiter : „£)ie ö«utfcben KttterMcbter will #r. 
3. im Sucbftoben OT. unter bem 3lrtifel minnefmget jiu 
faramenffellen, wogegen w\t nichts baben (fehr oornebme 
Sprache!) nur wunfeben wir/ ba§ fle ber Serfaffer üollflin* 
biger jufammenfteflen m^ge, alä e$ nach ben wenigen, bie er 
in ber bisherigen Sucbflabenfolgc, auf jenen Slrtifel »erwei* 
fenb , aufgeführt f)at , ber gatt ju »erben febeint. 2>iefe jtnb 
blofh 2Hbrecbt oon J&alberftabt, Conrab Don SBirjburg, unb 
S&olfram ton <Efc^i(bacf>. <E$ gefroren aber auch in bie SXei&e 
öon 2 — & noch Weißer 21 (cjranber, Dietmar oom 91(1, #art* 
mann t>on ber 9lue, Otto oon $ottenIaub, SXeinmann oon 
SSrennenbcrg , SÄeifier £abfoub , €onrab ton Äirfcbberg (ei* 
nen Sttinnefinger von Äirfebbeeg giebt e$ gar ntc^t; e$ fod 
ttmutWd) ber ©raf von &ttd?berg fepn) unb biete anbere 
mehr." 

Maj/r/ xcMMf w ironrore fiot ro upijyvov eirw 
Aiet rot rx xxx' i*i <p/Xa typevi fiAVT6V6<r&af 

j&ier iß er mm, ber SJrtifel tffimieftnger, ein wahrhafter Un« 
glucK* unb ©djmerjentffo&n , bem ber SÄec. fefren, ehe er 
necb einmal jut 28eft geboren würbe, eine fo traurige Siatiou 
tit fttütu €r enthält übrigens bie Stachrichten oon boeb we* 
nigßen* Drei an» brelflig SRinneflngern. ©er SUc* $&ttt fleh 

aber 

ren*, Hmaffo $erg, (StotUia v. $erUpf$, fclife Bürger, JJofwcna 
, JDütfw (verebL 95üfctyng) (Ebarl. €lcon. SBilb. v. ©criborf # Äarof. 
£irife ». Älcnfe u. f. ». £r nennt fofgen&e Ucberfejfcr: v. gtnftebcl, 
• <9rie<, 3acoW. ^fer flnb noeb : SBicftcr (Änac&arji* Steife) $au*»alb 
(Jaffo befreitet 3erufafcm) ©raf u. gtnfenüein (Ärctbufa) u. f. w. 

*) 3$ »ei§ nlc&t, ob ber 9tce.<Brie<bif<b wrtfebr. (BoBte e* n(cbt fepn, 
fo wirb er »WWc&t einen Steftor in berttdbe haben, ber fo gefdflig 
i(f , ibm Nefe ^omerifeben ©erfe ju ßberfeßen. 



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58 o r r e b e. 



XXIII 



aber borum , mil er bürldufig ben 2lI6red>f bon £af6erftabf, 
<£onrab *on ®ir§burg ttnb SBolfram b©n€fd)ilbacf) angeführt 
fa$, unb biefe gerabe Xitftrticbter ftnb , nocft gar ntc^t fetten 
berfcttai fafien, {u fagen, t$ »ottc unter bem Xitel tttttrae* 
finger bie Oeotfcben Xteterdicbter jufaramenjietten *). £>af; 
td> bie f4ramtli«en genannten OTinneflngee in meinem 8qpU 
fon ttnme*gli4 auffuhren tonnte, bemerft jeber, ber nur einU 
germagen t»ei6, wie biele bereu ftnb. €tf war borau$|ufe* 
fcen , bag kfp el bei einigen, im 9>er$4ftni§ ber ganjen Stnja^fr 
nur wenigen uiArbe bemenben (äffen mdflen. Um nun Kaum 
ju erfparen, tarn id> auf ben ©ebanfcn, etwa bie mertoär* 
bigfeen 2)i*ter au* ber fogenannten mimteftngetperiobe ((ei" 
neäroege* aber Mo§ Xittttbidbttt) in einem befonbern Srtifel 
ittfammen jufaffem SC ie bieC uub mefo&e bieg todrben fepn Wn# 
ntn f wmodjte ie$ni*t gfeüfr anfand ju bejtimmen, inbem 
\d)aud) frier ben Umflänben nachgeben juraifTen, nic^t o&ne 
lirfad) beforgte. Dod> rubridrte Ufr borläufia, einige/ um ba* 
burd> meniglten* für bie golge ben 91rtWel*ntiwiejlng#t troar» 
fen in laflfen. 3Ba$ nun bie^nigen tnitweflnger betriff , bie 
ber 9Uc atö ge&fenbe anfährt: SReifter aiejanber, JDietmar 
ton Otto bon SSottenlaub, «einraann bon Srennenberg, 
Qfttifttr J&abloub j tta* fritte itl> benn bon biefen Bietern, au« 
ger brm gta&men unb einigen ©tropfen, tpo&l fonberlicfr an- 
führen , n>a$ anber* fagen rennen, a(* ba§ man bon i&nen 
oi*ttf tuffe? Siettei^t &at inbeffen ber 9Cec. ood> befonbre 
geheime üla«$rid)ten bon ifrnen« 3*un, fb t&ut er am beften, 
biefe ju 9lu$ unb frommen ber (Ämmtlicfren Sieb&aber unferec 
föchten Literatur bafoigft befannt ju machen**). — OerSlec. 
fe$t am €nbe ju feine» Cowaö von »irffcberg noefr frinju: 

») *ucb Wtte er »enfoflen* Wnwfaaen follen, Me beutfeben SKütertf** 
*er au» bem ^woTfte», breisebnten, »ier3ebnten3abrbunt>eree; 
benn fonü »arten ja *. Wcolay/ aijriitgeriu. We ebenfall* 
fcentfebe 2Utterbi*eer {tob, au* no* Weber aeb&ren. 

**) dx ttnnte Wer eine leu*tenbe probe »on cfgnen Kterarbiffortf4en 
UntcrfucbunciCtt anb fritiKfren gorfebungen geben, wenn er un* feine 
xneifter ^lejranöer, feine Äivfdjberge u. f.iüw »cju icb ü>m noc^ 
für tit Solfie ben Stephan 6ioU befon^crö empfeWc bearbeiten 

»i/tttc. 

> 



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95 o r r e b e. 



„tinö viele an&ere mefa." SD?an füllte benfen, e$ würbe tt>e> 
itt^flen^ nod) ein $albe£ ©djocf folc^er fReifhr*&ai>loub8 u.a. 
fehlest. SSecnnbeffen mit ben tXlinneftnqecn beflfcr betannt tjty 
ttnrb e* reicht gctt>a^r # baß e£ frdtte &ei|Nttfoaen: „and einige 
andre mefcr." 

0» 612. fagt ber Stecenfent : „©er biogtapbifcfre (CWl 
be$ Serifonä i(l auf 'eine unleiölicbe2Beife ungleichförmig au$* 
gefallen." fXßccjett ber ttngleicfcfcfcmigteie meiner biograpfoi* 
fdjen g^a^ri^tcn fcabe i$ föon oben batf 9Mt&ige ermnert. 
2öa$ bie ttnletolicbeeit berfelben betrifft, fo \>at e* bocf? 9ln* 
bern anberö bebunfen roollen, all biefem Stec. ton fo überfein 
nem, etteu ©efdjmacfe. €r fti^rt nafruenrlid) bie SBiogra* 
p^te ber Äarfefrin att wegen ifrrer Sänge if)m unleiölicb an. 
SSie roag e$ aber botfy tommen, ba§ gerabe alle biejenigen ©e* 
(ehrten, mit benen id) auf 2>eraulaffung be$ gerifon* f orre- 
fponbire, mir einer toie ber anbete in i$ren Briefen eben biefe 
SSiograp^ie all eine genannt ftabea, bie i&nen t>or$üglid) ge- 
fallen? €ben fo rieten mir manche berfelben balb anfangt 
fcei ben tBiograpfrien mid) nid>t |u dngftlicO bloß auf folc&eUm« 
ffinbe emjufcfjrdnftn', meiere auf bie SBilbnng bei ©djriftflet« 

lerä 

, wollte. €r forbert von mir (iterarbtllorifcbe Unrerfuäungen unb Uit 
tifebe $orf$ungen In ben Slrtifefn &*ner unb jifebart; (ier, bicr, 
b4$te icb t bei betn Slrtifet fllmnefinger, würbe er fle mit mtbrerent 

- SKecbte baben verlangen f&nnen, wenn bergleicbcn stnfprücbe Über* 
boupt an einen Hofen lerifograpben unmittelbar gemalt werben 
bürften. 

.. SRocb mu§ i<b wegen M Hrr. minnefinger erinnern, ba£ leb bie 
Unannebmllcbfeit gebabt, mit bem SDtfpte, gerabeaWfcb baffclbe sunt 
£)ruef na<b fteipsig abfenben wollte , fo burebau* au vcrungtäcfen, 
ba§ icb gar reinen ferneren ©ebraueb bavon macben konnte , fonbern 
in ber ©efebwinbigfeit ben »rttrel jum {weitenmal blo§ na$ meiner 
Iftaterialienfammlung wieber bcrjuffellen fueben raupte. <£i fft faü 
ntebt anbert ju vermuten, aW baji unter tiefen Umfldnbcn uieDefcbt 
Äleintgfeiten vergeben, ober eina* unb anbre* ntebt beftimmt unb ge* 
nau genug aulgebrueft feon mbebte. $ei nurganj oberHJcbHcber 9in* 
flebt ber «uSbdngebogen werbe ieb eben gewabr, ba£ ö. mebr* 
mal* Süngetyr and. lUingoobr gebrueft worben ijt, weUbe* bie 
£efer aber leiebt nacb bem ©orbergebenben , wo ber 9?abme riebtig su 
pnben ilt, von felbjt »erbeffem werben. 



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aj o r v e b e. 



XXV 



ler* unmittelbar Cinffug gc&abt, fonbern auch fcbeite S&araf* 
trr|ügc unb anbre mcrfwürbige ^erfonalien mitjunehmen , unb» 
überhaupt au£ ben größeren gebenlbcfcbreibungen aUcö ba^ je- 
nige ausheben, wo*on ich glauben fdnntc, baß c£ für mei*i 
ne 8efer Sntcreffe genug haben würbe, bamit man fünftig ber 
3fcüf>c überhoben fei, jene wcitlduftigcrn Biographien ftd> an*: 
jufcfcaffen unb burchiulefen. 3toch meinen ausing auf* 3ff- r 
lands tbeacralifeber £aufbabn fvnbet ber SÄec. unletoltcb; id) 
bin inbeffen gewiß, baß er manchem Ülnbcrn bagegen fe&r will-f 
fommen feon wirb. 

heißt weiter: „5Bo bekannte »tograpbten be«< 
nu|en fonnte (unb nun wirb abermafä raein halbe* Snhalttf« 
fter^etebniß abgefd)rieben) ba ift er über atteä 9D?aaß unb %\tl 
wettiauftig (gan| unb gar nicht, wenigßcnä gar nicht bei aüen> 
toie ber Slugcnfcbein bera jeigen wirb, ber bie be!annten #io*. 
gcapbien, welche Ufr benufct habe, vergleicht. 2luch itf e* un* 
richtig, baß icf> bei ben, uon bera SXcc. angeführten, ölrtifeln* 
bloß brannte 25xograpbte» benugt haben foö. gilt aud) 
frier, wa$ id) fchon ein paarmal habe fageu müffen: SBemt 
ber See. mehr Äenntniß ber @ach«tt hittc, t>on, benen er fpre*: 
djenwitt, fo würbe er folefre falfche Behauptungen gar niefct 
nicbcrgefcfyriebcn haben) bagegen i(t er , wo ihm biefe Quellet* 
(bie berannten JMcgrapbien) fehlen, wieber in eben bem ©rabe 
dürftig unb fragmentari (H> , wie bei Slbelung, t>. ärcfrcnhelj, 
t>. Slpren^ofr , grieberife Brun (wo ber SÄec. wofrl baß 5eag#: 
mematifdbe, wad grrabe in bie klugen faßt, nicht aberibatf 
tlnrfcbrige, waä ^ter )u berichtigen ift, bemerft frat) (Sarape, 
Claudius, Cberharb, Cwalb, d. (Serflenberg, d. ©rffingf, 
t>. ©rft^e, Jjeinfe, unb andern mefct (welchen andern benn 
mebt i £> ber 9tec. würbe wohl nicht unterlaffen haben, aud>; 
noefr bie andern mefcr an$ufüf>ten, wenn er nur noch andre 
ittebt mit aller (Bewalt htrbci juyeheu gewußt hätte) über beren 
'Sehen man ^ter nur drei bi* nbn Zeilen finbet, bie nicht* 
mehr, aW wa< in «Teufels @elef>rtcm ©eutfchlanbe fleht, ent« 
Ralfen.' 1 <£$ ift ift Sterbet mancherlei ju erinnern. €rf?(id), 
in ben meinen ber genannten 2frtifel finbet man allerdings bei 
mir mefct (wenn e* au<^ nur JWeinigfcitcn finb) al* bei OTeu* 

fei; 



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t 



xx yi 53 o r r e b t. 

fei; ferner flnb Sei bem einen unb anbern, aufler bem ttTeafeU 
feben tterte, aud) noefc anbre 8uffa$e gebraust worben, j. 
35. bei v. Btcbenbob (nur bei bera einigen ^etnfe fyittt id> 
uod) WinUlmanns SBriefe unb (Bleims $rieffamm(ung benuj» 
Jen foflen; bie erfferen waren mir aber gerabe nitftt $ur £anb, 
unb bie lefctere nur eben erföienen, fo bag id) nid)t Jeit me&t 
übrig be&ielt, fle genauer buräjufe&en, unb mir in ben fünf* 
tigert 3ufaQen unb 2J>ecidnigangen nod) tTacbtrage ju liefern 
*orna&m) ; enblid> ift e* abermal* eine faubere Böge M Ree, 
toic wir beren fd>on mehrere gefe&en Gaben , wenn er fagt : 
„SRdn flnbet Gier über bat* «eben ber Genannten nur beet bis 
jefrn Seilen." <D?an fefte nur nad>, unb e$ wirb fufc finben, 
bag feine einige Sftacbridjt Don nur brei Seilen ba ifl, unb ba§ 
fle ferner ftd) niefct M auf jefrn, fonbern ein anb funfjig eng* 
gebrurfte geilen belaufen. 

3m golgenben Witt berSXec. mir einen guten Katfr ertei- 
len r wie id) ber fc>6rffigteit meiner »iograpWen bitte abhelfen 
Wnnen. €r fommt mir babei wie ber leib&aftige £arf>gebec 
In #rn. (Hefe ttttbr&en vom 2MftQbart t>or. ©a &ab id> in 
l>er 2öelt na$ feben^befc^reibungen umfrerföreiben foOen! 
SÄan fie&t ti , er frat bon bergigen ©ingen gar feine Cr* 
fa&rung. 3a , bon jüngeren, ange&enben Siebtem unb pro* 
fat'ffen , benen e* gefc&raeicfcelt &itte, fldj in bem jejrifon neben 
einem (Wtfre, GHblüet, »ielaiib u. f. w. aufgefleHt ju fe^en, 
würbe id> fle fd>on er&alten Gabt» ; ben übrigen ftült t* um' 
ein gute* £&eil fc^werer. Unb er|4U man fle, fo flnb einem 
bie £inbe gebunben, wenn man offen&erjig über einen folgen 
©d&riftffeHer fein Urt&eil fagen fott. ©a* geringfle , wa* an 
Säbel grenft, wirb aWbann oft für »eleibigung angefe&en, 
itnb man mug fld) wo&l gar am Cnbe Unbanfbarfeit oorwerfen 
laffen. 3Bo ei fügticl^ geföeften tonnte, ba fcabe id> mtd> 
eud) um Prfoatnacbrid>tfn bemüht. Unfere ©tieften flnb aber 
t|eil* mit ©efäüfeen überlaben, t$ei» lieben fle bie Su&e unb 
»equemlic&f eit, uube*&dle, wenngleich nic&t bei allen, boefc 
bei bieten fcfyon ferner, fle ju Briefen unb 9lad>ricf>ten ju ber* 
mrfgen, bie tynen nichts einbringen. 9Rand>er trdgt auefr 
wor)l Sebenfen, einem Serfaffer, ben er nicf)t genauer fennf, 

unb 



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93 o v x 1 1> e. 



xxvn 



unb »etg, n>a* etwa t?en bera 2Berfe beffcfben |u erwarten fepn 
mochte, am €nbe gar $u einet Mögen ©ubelei bebäfflic<> ja 
werben. 2)a$ 'afleä weiß ber Xecenfent nid)t , ober »iß e$ 
nid)t tciffetir fonft toftrbe er mit feinem guten Statte )u $aufe 
geblieben fepn. 

SBeiterbin wiß ber SRec. feine , febon erwd&nte, 9tafd>uf- 
bigung M Plagiats mit einigen Steffen auä&&ttnets dbarab 
tcren befegen. 3Ba$ im Allgemeinen be$t)afb $u fagen iff, 
babc id> fdjon im SSorbtrgtbtnben erinnert. J^ier bewerfe id> 
nur noeb, baß er in feiner Unt>erfcb<tratbeit fo toeit gebt/ eilt 
paar grammatifcb* ©ebnifcer , bie er fe(b(! begebt , auf meine 
9Urf>nung ju fefcen (fo toie er bagegen einen im ierifon fcorfom* 
menben offenbaren ©rucffef>lcr gern in feiner JXecenfion juro 
$treiteum«l abbruefen laßt) ferner, baß er bafb au* Ä&unets 
Cbataitettn, halb au* bem, waä icb in bem Äer. gefaßt ba» 
be f wegläflt, wie e$ ibm nur ju feiner Slbficbt gut bdnft. 
3n bem , mal über v. (Lttm gefagt wirb, glaubt er abermals 
einen tPtöerfprucb entbeeft ju baben, wenn e$ anfangt beißt; 
„3n &< tt Arabern beffelben wirb ber £efer — oon Ä>abrbeiten 
|u XCabtbtiun gefügt" unb in ber gofge nad> einem 3»ifcben- 
faee: „boeb feblt e$ ibnen bin unb wieber an XDabtbeit. 3(1 
e* benn aud) bitr bem Stec. fcbfed)terbing$ unbegreiflich baß 
|um erffrnmal baä 2öort toabebaten flberbaupt nur fo oief 
all Öätje bebeuret, bie jeraanb oon anbern für n>abr gebalten 
»iffen miß, juni jweitenmafe aber oon ber SXitbtigfeit ber <$e* 
bauten (wie gfeieb baneben (Übt) ober ber fogenannten logifeben 
TOabtbät bie SKebe if!? 

620. wirb be$ J&rn. SSeftor etterleins erwähnt, bef* 
fen im Sorbcrge&enbcnfcbon einmal oon bem Svec gebaut wor* 
ben ift. 3<*> afferbing* Jjrn. Vettttltins •äanftbad» U» 
nu$t, fo mie er fcfbj! bei Anfertigung be$ Sucfyä feine 23or* 
ganger benagt bat (toa* er aueb felbff gefielt unb ße jebeämal 
nabmentlicb anfährt), ift bieß inbeffenoon mir niebt me&c 
ttnb niebt weniger geftbeben , alt id> jeben anbern , für mieft 
brauchbaren, ©ebriftftefler benufcte. £aß biefe $emerfung 
$ier übrigen* ntebt baju bienen foß , bem ganj unbefirittenen 
Stubmt M würbigen , berbienfiooßen 3)?annt* f ben icb im* 

mer 



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XXVIII 



03 o x r e b t. 



mer i>or$Ü9lid) ttföfät fabt, ba£ mmbefre $u entjteljen, t>er* 
fte&t fld> bon felb(i £r. SÄ. Vetterten mirb meine Arbeit fe&r 
gut |u »urbigen »tfien (weit beffer, M mein , ftd) fo gele&rt 
bänfenber, Steenfent) aber aud) mir eä jugeffc()en, bag id> 
bte feinige ju fragen im ©tanbe bin. 

fRod) ttt»a$ »eiteren fagt ber Stecenfent : #,9Ba<j foO 
man ba{U jagen, bag Jjr. 7. felbfl 46er (Bcfcbe nid>t$ fBeffta* 
}is fagen weif , al* toa<J ein Äfctener (o menn ber SRec. bed> 
nur ein&ftttncr tt>4re!) gefaxt t>at f bem er fid> benn nieftt 
ent&Wbet, anter anbetn aucfy das nädtoufcfjwafcen, ba§ (B<5« 
efre fM> in feinen SBerfen 6bt tfpannten fcrtipfinotingeii , 6ber» 
triebener SLasxnt ttnö efUt «Bpcacfefererei überiaffen &abe-" 
Samoftf! u>a6 fott man baju fagen, baß ber bosbafteih aßet 
Xecenfenten, mit ganj anverfcb&rmet £recbfreit ftcfj nid>t ent» 
fefoöet, ben tefern eine fo ungeheuere , fcbftnMkfee Äuge bor» 
jufd>wa$en??? $ier ift, wa$ in meinem JUfiton, 25* 2. 0. 
165 f.fiber (BcStfcefle&t: 

„<Bot\)t gebart unllreittg ju ben auäßcjcfc&netflen <5<briftffe&ern un* 
ferer Horton , auf bie mir mit «Xecbt frofo fepn Wnnen. $r warb ber 
ecb&pfer raebrerer neuen poetifcben gormen / unb »oflcnbete fle mit einer 
©enfalitdt unb DrtgttwKtdt, bie tym bie SBemunberung feiner ^cltgcnoffen 
in bobem ©rabe erwarb. Sücbt leiebt bat ein (gebriftfreaer/ fo wie er, 
bureb ein ober jioei 2Berfe in einem gamenjacbe ber Literatur tincSWoU 
M, unb in bem ganaen literarifeben ginne bittet «Bette* feftff, eine fol* 
<be 9ta>olution bervorgebraebt. €5o gor unfere fonfr oft übermütbfgcn unb 
gar iu efcln «Rabbani/ £r<tn3ofen unb «naMnötr/ (fegen ipm ©ercefc* 
tiqfcit roteberfabreti/ menn fie feine 2Berfc gteieb nur naefc bem ©ebatten*" 
btlbe ber Ueberfegungcn fennen lernen/ unb bureb ba* gefdrbte ®lat ber 
SSorfiebe für ibre SBolMfitten unb ibren 9iationalgef<bmaef beurtbeifen 
fonnten. €tn befonber* onjicbcnber SKeij lag vottenb* notürlieb füt btnU 
febe in ber gan» eigentbümlicben tlrt , mit »elcber er in feinem <H^rj von 
23erlid:tngen unb ben Ztibtn beo jungen Wertbero luerft auftrat. 
2)ie frdftifle, berbe^ vieQeicbt in Äidnigfeiten in genau nacbgcbilbete, 
©olf^fpracbe gab allen feinen $i(bern unb ©efinnungen eine fo forcebenbe 
SOabrbcit unb ein fo tbätige* feben^ aW man bf* babin uon anbern 
Gcbriftflcflcm menig ober gar niebt gewobnt war. ©eine ©ebriften war» 
ben/ bi* auf ben Protog 3U Bab^to neueren Offenbarungen/ bie 
garce (Bitter/ «Seiften unl> XOielant, nnb ba* 3abrmarftefe(l 3a 
piunbereweilcrn allgemein begierig gelefen/ bemunbert, »on JtunRricb* 
tern gelobt/ unb enblicb fo übertrieben ftnbifcb naebgeabmt/ ba§ maneber 
f#on iwlbntf / ibw gleicb 8u fenn, wenn er nur ein wnrmt/ ober ir« 

genb 



- 

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I 



■ 

(8 o r r e b e* xxix 

arob ein Kraftwort be« SJolf« unb »öftre ©robbett be£ 3>66el« anjubrin* 
gen raufte, (ß&tfrefelbfi überfiel fiefr frier unb Da einer überfpannten €m* 
pftnbung, übertriebener £aunc unb efeler ©pracbifererel. 2)ocb bilbetc er 
in bar Jolge feine ©praefre unb feinen ©efömatf immer regelmdfüger unb 
feiner, runbete manefre« ju jpervorßeebenbc ob/ unb milberte ba« £arte> 
mit feine neueren ©cbrtften, unb bie 2lu «gaben ber dltern beioeffen. £ur|, 
feine poeften ftnb fiefr i»ar nfcfrt äße an (grjinbung , Haltung unb !Dar# 
jtcHung glcicfr ; aber wenige £)fcfrtrr gebieten fo fiefrer Aber ben ©cfra$ un* 
ferer ©praefre, unb roffFen ibr in ber ©arftefluug fo viel 3nbiuibualitdt/ 
SDUnnigfaltigfeft, Beben, SSbroecb«lung unb ©cbattfrung ju geben, oXi 
<B£cbe. ©eine Prcfe jeiefrnet eine feltene Älarbeit, IXcfnbett, .fforreft* 
freit au* , unb biefe erbeben feine ©erfe, auefr felbfl manefre ber Heineren/ 
|o flaff»f<frcn." ( 

Uno frier iß, nxtf in Äattnets <£fmraftfren 65. 513— 51& 

/,9iicbt gar oft fft e« ©<brtftftellern gelungen/ bie geboten gefrier M 
Vortrag« burtfr fo üfrenvtcgcnbe ©<fr&nbeiten «u tieYgüten; niefrt (eiefrt frat 
einer fe fcfrnefl unb allgemein bie Qtaounberung feiner Wation auf fiefr gc 
lentt, al« (B6rfre, biefer aulerorbentlicfre Äopf, in bem alle ©aben bei 
2öiee« unb ber jflbantafte , mit einer unbearoingtiefren Neigung gum ©on# 
berbarenunb «Reuen, oereinigt fefreinen. ©ein SBerbienft, al« ©cfrrtft* 
Mcr, id&t fid> aOein au« ben £ei*en Wmfrero. einem rüfrrenben Slo# 
man , nnb bem ©c&aufplele , <B$s von &erlicfriiigen, freßimmen ; benn 
aOc bie Heineren (Geburten feine« ©elfte«, bie ^uppenfpiefe, Prologen unb 
Epilogen in $an« ©aebfen« SDlanltr, unb feine fpdteren jfreaterftüefe, 
vol äberfpannter (gmpjinbungen , übertriebener Saune unb efler ©praefrif 
giererei , f»nb feine« ©enie« untoürbig. 2lber in jenen frefben SBerfen fin* 
ben tfiep ©efrbnfreiten beifammen, bic fein mitttlmdfigcr Äopf frervorju« 
bringen vermag: frier bie votttbnenbe , raube SMann«fpracbe, alter beut* 
fefrer ©tnn unb einfdltige ©Ute, unb bei aller mbglufren Unregelmdiigfeit 
nnb wrfd$licfren Vergebungen gegen Äunft unb Wattir/ boefr ein gebrdng* 
ter unb marfiger Dialog. (torfe (Efrarafteriffif, grote ©ebanfen unb gm* 
pfinbungen, unb »u«brücfe unb SKebeitfarten von debtem beutf<ben ©efrrot 
unb Äorne: — im Wertfrer »ieber gülle fre« ©efüfrl«, feine biebterifebe 
S&efranblung, fefrauberooHe Äataffropben, ©etfr, (eben unb SBdrme. to\t 
Ifrrdnen, reebt vom Serien erpreit, begleiten wir ben ungiücf lieben 
3üng(tng, ©efrrirtoor ©ebritt, bureb alle bie traurigen Auftritte feiner 
leeren läge; »fr lieben unb leiben raitffrm. ©eine reljbarc €mpfinb' 
famfeit, fein tvarme«, liebeeranfe« £e« , fein natürUcber Irübfinn, ber 
guleetin ©cfrtvermuifr übergebt; alle« maebt feinen gbarattcr unb feine 
ecbi<ffale für unfre Serien roiefrtig unb anjiefrenb! — 3n ber Jbat, ein 
reüenbe* ^uefr l — Einige blbbficbtige geloten fraben e« für eine offenbare 

Ä 9lpolo# 

*) Uebrigen« M Äurrner/ 10a« er über <B*tfre fagt, im 3abr wo. 
bruefen, 



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XXX 



93 o r r e t> e. 



Spolegic bei (SelbfrmorbcS au$gefcbrien, anbre von eben fo (rümpfen Gin* 
nen feaben ben Cbarafter bc6 Sendling* burebau* Abertrieben gefanbea; 
aber ba* gange (efenbe beurfebe ^ubfifutn bat für ben SXubm feine* 93er* 
faffer5 entfrbfeben , unb <B^tt>e , ber (Beelen tnaler, ift ein Sieblingdautor 
unfer* Deeennium6 »orten ! — SDl&cbte er unfre 6praebc rocnUjer »er* 
(lümmelt unb naefc SBilfAbr gemobelt, moc&te er fdner $feantafte, ober 
feinem »unberlicben ©efimaefe , weniger gefront, unb niefct fo viele 
«Racbabmerfbpfe fcbwinbeln gemaebt baben!" 

SBo ifl $ier nun, frage id>, auger jenen , bora Stee. an« 
geführten , paar 2Borren , in meinem ÄeriTon au* nur Sine 
3tife, bte id) Rättnern nacr)a,efd>tt>a$t bitte? Unb »ao* bätte 
toobl £r. 9* (Bitte felbft bon mir benfen müffen, wenn idp et* 
»a ba$ Uncjlücf gehabt, t>ag tr)m nur bie £aßifd)e Ülecenfioit 
meinet SJuc&e*/ nieftt aber raein 8uc$ felbfl |u ©eftebt fjefora* 
wen toire? £itte erratet niebt für einen SRenftfcen t)alteu 
muffen, ber cjan$ tjon äffen ©innen fei? 3ene &&ttnerfcbeii 
Worte n>aren mir au6 früherer Seftüre tm@eb4d)tniffe Wn^ea 
geblieben, unb id) $fau6te aHerbinej*, unb glaube e* nocj>, 
baß ba* bon Ä&ttnei: SBeraerfte, niebt, ttie ber $ec. mid> fa- 
gen läßt, in (Botbe's XDtrfen, fonbern nur Wer unö ba (wie 
auäbriicf lieb in meinem Serjfon (lebt) in ben etilen Ausgaben 
ber älteren (Bätbefcben XDnU (wie jebermann, ber Stufen {um 
©eben bat, in meinem $udje tfnben wirb) anjutreffen fei •). 

SEur| naebber fprtc^t ber Stec. auf btrabwürbigenbeSBeife 
ton ber Ötaljetfcfcen Ärteif , bon ben platten 9to$fprüd)en ei« 
»er äeftyetif, bie bor Dreißig Sauren (ba$ SSBort breiig ifl 

mit 

*) OJocb erinnere fet) bei biefer Qelegenbeit, bafl in bem Jter. 23b 
3. 0. 164. 3. 1. v. u. Weilar Hart Regeneburg gelefcn »erben 
tnu§ (rote btc§ aueb Won von mir in bem Slrttfel 3erufalem Q. 5"» 
bemerk »orben ffr). — ©er vormalige Äurfeeffifcfee ©cfanbte, $r. 
von JUonbarbi, bfltte im versoffenen 3abre bie (9 Are, mir unter 
anberniu febretben: „3m Safere 1799 befanb leb mieb in golffefn. 
d$ »ar eben ein Äauffabrer an* Dflinbien nafee bei ©lAtfftabt ange* 
t ommen , unb icb gleng , biefe* ©ebiff von vorjAglfcbcr ©r6§e |u be# 
feben. 3n beß tfapirdn* lajüte fanb (cb meferere d>ineftfd?e ©c* 
tndlbe, Wert bete Reiben vorftellcnb. (gi verbiente bfe§ »obl in 
Sbrem £ertfon b. 3Di<bt. u. Prof, bewerft |u »erben, ba £r. ». 
<ßitbe »obl ber einjigt J)eutfcr)e i|i, bem eine fotdbc €brc »icbcw 
fubr." 8fnber»eitige 3uf49e unb 23encbrigungen |u bem Ölrtifel 
bat ber $r. v. $&be felbft vUMtyt noeb bie Gute, mir mltjutbciletu 



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© o c r t b e. 



XXXI 



mit größeren Settern gebrucft, um ben Seitraum einer , nad) 
feeä 9iec. Gemünd , für un* je$t ganj untauglieben unb un* 
brauchbaren , Xritif recbt genau |u be|eicf>nen) SRobe gemefen. 
£) »oflte ber $imme(! ba§ wir bocb nur jefct nocb recbt Diele 
©alw, Aefimge u. f. ». ftatt aller ber SRaufaffcn bitten# bie, 
ebne Ȋrbig |u fepn , Jenen berbienten (Rennern aucb nur bie 
edmbriemen aufliefen, in ibrera aber»i$igen ©inW (leb, 
»er »ei§ wie mit, Aber btefefben erbaben glauben/ unb ftcr) 
nicbt entbläöen, bieebrroürbige 2ifd)e berfc(6en nocb taiSrabc 
|u fdtfnben, fo Ȋrben wir j e 6t nid>t mit fo Dielen 2lftergebur* 
ten bt* ©ebicn*, »erfcbrobenbeit, SBinbraiiblengef lapper, 
faubermelfcben glotfreln, faben Xiraben, unb befonber* feinen 
SSebiamäfritifen btimgcfucbt »erben, »orait (leb biefe, „aß* 
roifiR'nben Sänglinge" bläbcn unb ein floljt* Snfebn |u geben 
fucben f »a$ ibnen aber b<W)ften$ nur bei ibre$ Steigen unb 
Unlieben Unberffdnbigen |u Zfyil »erben fann« 

ffleiterbin »itt ber Stec. raid) mit einem Äif?netfc6en 
^pi^ramm befebenfen : <D fprScfce dod? tot Sammler $al# 
9iu5 ic 51 ber, baebte er benn gar nidjt baran, bajj icr) 35uj* 
lenbe foleber Epigrammen auf SÄecenfenten, »ie er einer ift, in 
$ereitfcbaft,baben »ilrbe, um ibn gegenfeitig, nacb 83crbienff, 
bamit |u betptrtben? £ier oon Dielen nurSiitf, ebenfalls 
ein &af?ne tfdbts : 

Ctaj bäcf t nacb ©cblarame ffd>, bamit er mi<b befprüfte : 
3* geb' ibm einen ©to§, ba liegt er in ber $füfce! 
3hm, mein guter $err ©tajr! »ie gefiBt ba$©prücbiein? unb 
»erben ©ie mebr Epigramme citiren? — 

Ä 63i. totrb Don 3n**Wüin gefproeben, bie icb gtgen 
bie Herren SM unb *irte Dorgebradjt b<*bcn fott, unb bin« 
{ugefügt , meine Polemtf fei in einem onnrttbfgen Cone abge* 
fa§t. 9üfo mar ba* »ob! (in febr w&rolg«r Con, in meinem 
bie J&erren $aIP unb &£rte (leb Aber ben beworbenen Xamte 
anljuIafTen , nicr>t entbWbeten? SBa* foO bocb am €nbe bar* 
auä »erben , »enn Scanner , bie man bei ibren Sebjeiten (unb 
niebt mit UnrecbO ben ©tofj ibrer Station nannte , befürchten 
muffen, baß längere, bie nocb fong* niebt an ibre ©riffle rei* 
eben, ober »ob( gar in ibrem teben ntc^t reichen »erben, nacb 



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XXXII 



93 o r t e b e. 



bem Xobeberfel6en allen WutfymUtn mit i&nen trtibtn, ttnb ffc 
ef)tit &dftn unb @cfyam nod) im ©rabe )u 6efcbimpfen, i&nen 
reittitflrWieÄaripo^eru.bdt anju^dngcn fud)en*)? J&dttebec 
SXec, anflatt mir einen unw&t&igen (Eon torjumerfen (gegen foU 
d)c Jpcrabmärbigung fo(cf}er3Rjmter, wieXamlet, ift überhaupt 
fein Son umsätblg gu nennen) gejeigt, bafi ba$, wa* id) ge» 
,gen bie erwd&nten Jjerren erinnert , auf gar feinen richtigen 
©rünben beru&e, unb eä fd)arf, feflr fcfcarf gerügt , icfc würbe 
mid), im ©efifrf eineä begangenen Unrecfytl , gefcftämt fcaben, 
ttnb gewiß mit feinem SKort weiter laut geworben fepn. Slbec 
icf> frabe ben Herren $aie unb Ä&te gar ttic^t^ weiter gefagt, 
<iM wa$ fit aoßforamen an XamUt wrbient. £r. Saie *e* 
gann barauf juerjl in Ö:lp Pom an& Cartara« feine Btreifj&ge 
mit Ordens, unb Nordens — frergaft if>m **). £r. $alt 
ftywieg je|t; unb i* — t&at ein ©leic&e*. 3c& &abe naeffte? 

nocfc 

*) ©o war e6 ebemal* nfcbt! (Einer ber ebrroürbigen Veteranen unter 
unfern k$t febenben Öicbtern febrieb mir vor einiger Seit, naebbem 
er ber freunbfebafttteben ftebtung unb fiebc errodbnt, bie ftcb ebematt 
beutf&e Siebter unb Literaten unter einanber felbfr ertotefen : 
roar einmal eine $tit (unb in fie liefen meine erffen jügenolicbcn@ebrtft* 
ffcQerjabre) roo felbft 2iu*ldnber und tief ebrenvoßc geugntf gaben, 
unb uns fogar barum bc neibeten. (?rofg©cbabe, baßuuöeutfeber^lA^ 
bakngeifl anbiefem fc&bnen SBanbe febon fo lange gerätteft bot!" 

♦*) Ueberbaupt fam mir bie ganje@acbe §u poffenbaft vor, baS$r. 
Salt in feiner 3eirfcf>rtfr ben beuten bie ©lieber fo wibernatüriieb 
verrenfte, unb f;e mit bem einen gu§ na<b «lyfium, unb mit bem 
anbern in Zattavnt (ieOte. <gi ift ba$ eine ganj vermünfebte <5tel* 
fong, unb unertrdglicber 3uffanb, rote i* an mir felber (etber! babe 
erfabren muffen, ba e* mir £r. $aH» eben fo gemalt bot. <£r fam 
mir bobtt gerabe wie ein anberer profrufle« vor, ber, wie befannt, 
* ben Heuten bie ©Heber auf dbnlicbe SBeffe verrenfte, inbem er un* 
febutbige SXeifenbe, bie (litt ibren SBeg vor ftcb bingtengen unb nia>t* 
arge* vermutbeten/ wenn fie bei ibm vorüber iamen, cinfteng, unb 
In einen SBleef ober £rog fpannte. gaUtcn ftc mit ibrem Äbrper 
ben £rog nitfrt aui, fo jerrte unb rceftc er fie fo lange, bi* 
fte bat SOiaai biciten. SBcnn fie bagegen ba« $Waa§ öberfebriiten, 
bieb er ibnen von ben ©einen fo viel ab, alt aber ben QHorf binau^ 
bieng. ܻan Wtt billig ^rn. ialF feibir einmal fo einspannen foQen 
— nur auf ein 2?icrtetfünb<bcn etwa , meine icb , niebt auf ben gatu 
sen Zw, ober wobl öar auf immer; unb bie «eine abbauen— nein! 

ba* 



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35 o r r e D e. 



XXX1U 



irocf) ein paarmal ©eregcnheit gehabt, feinet 93ucf)c$ i« meinem 
Sejrifon ju erwähnen, «6er ihm nicht imminbeften etwa* Unan- 
genehme* gu fagen gefacht, wie ich boch leicht hätte thun Wn» 
nen, unb wenn c* auch nur burd) £inweifung auf bte ehema- 
lige anmetfung gefdjehen wäre. £r. Äorte hätte ebenfair* 
am heften gethan , $u fchweigen, anftott mit tZotijen unb 
ricbtigmigen wiber mich aufzutreten , unb e* wärbe mir nicht 
im geringen in ben ©inn gefommen fet>n ^ ihm noch einmal 
auf irgenb eine SBeife unangenehm ju werben *). 2lber auch 
ber «ecenfent ^rte jefct ton tJnteftwen fchweigen , unb am 
wenigen ber ©ache einen CinfTuf auf bie SKecenfion meinet 
fcrifon* oerflatten foHen. €r ftehf je$t; ba§ er baburefy gar 
nicht* Sittel bewirft l>af. 

9?aeh fo mannigfaltigen e>cbm£lmngen wiff mich ben» 
boch ber 3tec. ju guter 8e£t noch gar loben ; aber auch felbft 
fca* &ob wirb in feinem SRunbe jur Äbmähung. <E* ift, 
al*? ob er gar nicht anber* fdnnte, in convicia fert am'mus. 
3ch ; meine* £heü*f hätte nun gern auf fein 8ob SBerjicht 
*hun wollen; ich hebarf beffe(6en nid)t bon ibm, unb holte e* 
einmal für allemal mit bem a laudatis laudari. <?* ifl ba* 
fi&rigen* fe|t bie gewöhnliche 2lrt hämifcher SXeeenfeiiten , bie 
fein gute* ©ewiffen hohen, ©ie wollen burch ein foldje* 8ob 
ba*8«Jfe, wa*fiegefagt faUn, wieber bergäten, um boch 
am (Enbe fagen |u «nnen, f!e hatten jwar al* toHfoinmene 
J&anbhaber ber ©erechtigfeit baöÄofe fagen miiffen, aber boch 
auch ba* ©ufe gar nicht berfchwiegen. €ine fchdne SBethobe! 

Diach* 

bog bitte 'man auch nicht machen barfen; bie brauchte £r. S*M ba* 
mal* notbrocnbfg jum £in* unb Jpcrfpajicrcn au* bem Cartani» 
nach cEIyfium, unb won ba roieber In feinen Z&rtatvte lurtlcf. 3c$t 
bat er biefe rarrarifchen ©pasiergänge einteilen bit auf: beffere 
3ettcn eingeßettt. 

*) <£l ftnb in bem , mal f<h in meinem fer. 3irt aietfl gegen *tn. 
Bärre gefagt, einige unangenehme prudf fehler »orgcfaUcn, fo ba§ 
e$ f<b»er ift, nur ben eigentlichen ©tan berau^ufinben. 3<b tuoITtc 
anfangt biefe SDrutffcbler öffentlich anäcigen, unterließ c$ afrer au* 
95cforgni§, babureb »teflefebt bie «lufmcrffamfcc't bcj'onbcr* auf tat, 
mt Kb gegen £w. »*rw gefaßt, ju erregen. • . - 



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I 

xxxiv "fBornfc.t 

SRadjbem ber 9te. fthon einmal im 9>orh*rgehenben e£ lob«w# 
wertb genannt, baß ich auf alleä eigene Urtbeü Serjicbt ge* 
$ban (gleichwohl aber will er mich be$ Plagt«» fremder ttr« 
tbeile heutigen) fagt er je$t; „9Ran muß e$ bem 2>erfaf* 
fer [äffen, baß er burchgangig mit §lei§ unb ©enauigfeit bic 
SBerfe ber ©chriftfleller mit ihren boflftinbigen Xiteln, Slnjet* 
$en ber Sabenpreife u. f. w. bezeichnet ^at. ^nbeffen wac 
ihm auch ^ier burch bie btbiiogtapbifcben Werte eine* *öe* 
long ic. außcrorbentlich borgearbeitet." <E$ folgt nun aber« 
malä ein tangeä SKegi(?er - tiefer bibliograpbtfcben XDttte* 
QBottte er inbeffen einmal/ jur Setehrung ber 8efcr, ©cbrifc* 
tfeüecober ecbriften anführen, fo raugte er e$ *oUfföndi3 
*hun. gewinnt fonfl batf SJnfehen, aW ob er, wie ba£ 
gemeine ©pridjwort fagt, wohl etwa einmal hätte lauten, aber 
nicht anklagen h<fren. ©ein VerjeiAmfl iß auch ^ier nid>t£ 
»eniger , alß vollftanbfg. SRanche fe&r wichtige ©chriftet* 
fehlen (fogar ba$ Panjerfcbe XOetl i(l ihm unbefannt geblie- 
ben) bagegen hat er einige genannt, bie id) gar nicht benufct 
(abe, unb auch, biß je$t wenigfieng, gar nicht ju benu&ctt 
nrftbig hatte. Äur$, e£ offenbart ftch überall, wenn er bon 
folgen Singen ffericht, bag er ein erb&rmlicbec ötämper in 
benfelben ifh (Er mag mir ba$ nicht übelnehmen; ich bin ein« 
mal gewohnt ju fpredjen, wie mir'* gerabe um'* Jjerj if!. 
©afur (äffe auch ich mir wieber gern ohne alle Urafcftweife fa« 
gen, toaü man mir $u fagen h«t, wenn e$ nur gebogen 
<Brunö hat- 2Benn e$ übrigen* \)t\%t, tß fep mir burch bic 
genannten bibliographifdjen 2Berfe auflerotbemlicb borgearbei« 
tet worben, fo ift ba$ wieber ein ä^nlic^er Öupedatto, al$ 
wir beren fdjon mehrmals in ber SRecenfion bemerft babtn. 
Sfian fleht tß, tß fehlt bem See burchauä an gehöriger Äennt« 
hig, um mein 2ejrifon richtig prüfen unb würbigen ju ftfanen. 
(Eben ber £iterator, beffen SJemerfung über ben weiten Äanö 
meinet 2ej:ifon$ ich borhin fchon erwähnt, fchrieb mir bei &t* 
legenheit be$ erflen $anbe£ : „(iß if! mir angenehm gewefen, 
in 3hrem Suche bie diligentem indufiriaui anjutreffen, bic 
man jefct tfftertf in ben ©Triften fo mancher, felbflnahmhafter, 
Siteratoren »bertoifit.'f — 9Ba$ unb wie biet ich »WM* in 

meinem 



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> 

23 o r r * b e. xxxv 

meutern 25ud>e beti<bti$t, aerbeflect u. f. w. baDoti hat freiließ 
(in fo(d>er DCccmfent feine Ahnung. 

€r fagt ferner: „3n ber tforrebe nenne Jjr. % nur ei- 
nige tiefer <£&lfsmitte(. 2Jor allen aber hatte er t>ocf> b*£ 
terbienflfcotlen Xcpeztotmms oon £nu $rof. öfcfcb ermähne« 
follcn, baä {hm gewiß, juraal bei ben SRachweifungen ber 
cenfionen, fchr wefentliche Sienffe leiftete." J&iec ifl wieber 
Unwahrheit auf Unwahrheit gehäuft. 3d> höhe in gebauter 
VorreOc meine tS&lfsmitte! gar nicht genannt, unb auch nid)* 
nennen trollen. Saß id)36<beva f Adelungs, Äocbs, iTCea* 
fels erwähnte, gefchah au* gan) anberer 2lbffd)t. £Ba$ aber 
£rn. $rof. £rfcb Kepettorinm anbetrifft Cbem ich übrigen* 
gern a0en SBcrth (äffe) fo muß ich bem SRec. fagen, baß e0 
mir gar feine ©ienffe ge(ei|let — au$ bem fehr natürlichen 
@runbe , weil ich e£ gar nicht gebraucht labe. 3d> befffee 
ba$ Xepertorium nicht fclbfl, unb bat ben £rn. ©r. von 2ln* 
ton in (Borkum ben erfien (Ebeil beffefben, fanb aber balb 
fbaieft einmal gewohnt bin, nicht fo (eicht etwa* blinbling* 
t>en anbern anzunehmen, fonbern, fo t>iel mir radglich , lieber 
felbji nachsufehen) baß manche Angaben faffch waren (»errauth* 
lieh Ztxud fehler, bie in einem folgen $ffierfeunbermeiblid> flnb). 
2>a mir nun bie jebeämattge genaue ttnterfuchung jo viel Sei* 
weggenommen hatte , gab ich &a$ Such fturücf , unb fuchte 
mich t>or ber Jjanb bloß mit raeinen eigenen tferjefebniflen ju 
beheCfen- 

„Sei manchen Slrtifeto faUn wir boch auch bie öcbrff* 
tetwmetcbmffe in iHeufels Seyifon ber t>erflorbenen beutfehen 
<5chriftfteffer voüflanötger gefunben, wie $. 95. bei 2lbbt it." 
2!ber ^dtte ich oenn etwa $.95. bei 2fbbt feine lateinifchen Dis- 
putationen, bei Kaller, &af?ner wohl gar alle ihre meDicin» 
(eben unb matbematifeben Sänften anführen fotten ? 

Sine folgenbe 95emerfung bc$ SKcc. wegen ber v. Älan« 
fenbargiftben Öcbrifcen i|t gar nicht Werth/ erfl noch berührt 
|u werben. 

Cublich nennt ber Stec, um bie ttm>oflf?anötglfeit meine* 
SLejntons barjuthun f noch eineSRenge bon Schriften , bie ich 
hatte anführen foUen, »eiche aber thei« nicht in mein 2ey. ge* 



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xxxvi $8 o r t e & e* 

i)&ttn , t&eifc erft wibtenb ober nad) ttoffenftttng be$ erflen 
unt> jroeiten »anOes beffelben erfchienen flnb. €r f>at (ich 
fchon be*h<rih bon ber XDeiömanmfcben 25od>banMang muffen 
jurecht werfen faffen, unb icf> habe alfo nicht nifthig, erfi noch 
ein ©ort bariber ju verlieren. 

Firns coronat opus, ^eißt e$. 3um efcbfufl ber Xtcetu 
(ionforomtnod>bief*dne3umut^un9r bog i<h alle deatfebe 
Siebter ofrne Unterfcbie* in mein Äcrtfon hätte aufnehmen 
fbttem ©er SKec. hat fic^, wie wir gefehen fyabtn, mehrmals, 
ungebeten, bie S&uh* gegeben, mir guten 2Catb ju erteilen, 
»un, fo will auch ich ja guter Äerjt ihm ben meimgen nidf)t 
vorenthalten — er (a(fe fld> bei Seiten ben fcrepan (Äopfboh* 
rer) appliciren , ehe ber Jtranf heitäjujtanb feinetf ©eifW noch 
irger wirb ! 

34) hreche hier ob, um ben Sefern nicht tu liff ig }u wer* 
ben, obwohl noch raand&e* wiber bie SXecenfton, im Mgemet* 
neu fo wohl M 0pectetTen , ju erinnern märe, unb uberlaffe 
e$ nunmehr ganjlich ih^ra ffrmeffen, ob fle bie <*5aüifcbe £e# 
urtbeilung meinet JleriPonö für gcreebt unb gr&nöUeb erflctren 
tinnen. 3iur mug ich noch, «W |um ©onjen ber Streit* 
fache gehörig , erwähnen , bog ich nach ©rfcheinung ber Äe* 
cenfton meine 2(nf6nöigong einer 2(potbeofe berfefben ber 
fcaWo» bec *5allifebe» 21. £♦ 5. jum 3fnferiren in ben 3nteüi' 
genjWJttern burch bie XPeiömannifcbc ÄacbbanöUtng jugefen* 
bet habe, ©ie Keöaftion verweigerte inbeg ben Slbbrucf *), 
unb fchrteb fo(genbe$; 

Sir baben bie fogenannte tfnFiinbigung einer Ifpotbeofc ber Ree. 

fece ÄeviFone :c. von $rn. 3$v&m* bem SRcctnfentcn communkirt, 

unb biefer bat nacb ben ©efeßen Der X iL. 3. , ba fie feine motiuirtc 9ln> 

tifrttifift, fonbern nur ©robbeiten unb Slflotria entbdlt, gegen bie $n* 

fertion proteßtrr. 3ucb mürben mit obne biefe SJroteffation biei'cn $u?7a$ 

au* angeführten ©rünben ntebt aufnebnten f6nnen. öer SKeeenfent bot 

alle*, n>a$ er anfübrt, mit SBcrocifen belegt; bat unaeaebtet bc(fen, wa* 

er 

■ 

*) &ie ^anbfchrifr meiner HnFönfcigung bat fie lieber gar fturücf be* 
baltcn; lc& forbere fte aber bierroit al* mein recbtmÄjhgee , unbc> 
tfmmuö Äigenrbum jurüef. 



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5B o r r t b t. xxxvu 

er gerügt bat, bem SBerrc feine sBraucbbarfctt m'cr)t obgefproeben. .Sann 
uafe will $r, 3£rt>en« cfne «ntifritif , bie biefen 9tabmen verbient, ein* 
fenten , fo wirb ffcf> ber Sleeenfent Darauf einlaffen. Uebrigen* blent gur 
SRaebridbt, ba§ £r. ?i£rte, meiern S?t. 3. für ben SReeenfenten gu bol* 
cen febeinr, gar niebt «Dtirarbcitcr an ber 3f. 5. ff. tSalle, &en 39. 
SDee. «07. 

S>ie ac&aetion ber £. 5. 

3m geregten Untoiflen über bitfe IBcrttjeiflerunej ber jfo* 
fertjoo meiner äitt'&n&igajsa; :c, fc&ricb i$ folejenbeä |ur f&nU 
»ort: 

iUttban, 3. #br. im. 

4- 

©ie baben meiner flnrunbigung einer 3fp*t&eofe :c. ben «bbruet 
in ben 3iitcUigen$W4trern 3b«r fogenannten magern. Äir. 3eir. vcr# 
n>dgert, unb begfeben (ld> be^bolb auf (Fefetje. 

Auf rca* für reebtlieben Grünten boeb wobt blefe ^efe^e beruben 
mfcgcn? fcie gwar bem einen erlauben, einen cbrJicben IDiann bffenttfcb 
£Ub §u febelten, bein andern aber niebt ver B 6nnen wollen, ibm in« 3n* 
«cn*t|u fagen: JDaMügft bu nie ein ©eburre! 8ucb boben ©ie biefe 
©ck6< wo&t nur entworfen/ fieb tt>rer bebürfenben Satt"* gegen Slnbre gu 
reMenen, niebt aber fie fertd gu erfüllen. JDenn, i<b müfre mieb febr if . 
reu, ober ©ie baben niebt Einmal, fonbern bfrer*, wenn fie fieb von 2lu* 
toren bcieiblgt gegfoubt, fc&r bittere Stepliren efnrücfcngu iafTcn, für gar 
oiebt Sbren ©efe$en guwiberiaufenb gcbalten. 2>ocb, laffen n>ir ba$ vor 
Im. 2Ba< baben ©ie nun bureb 3bre Verweigerung gewonnen ? — $n 
aller «Bett gar niebt*. ©eine flnfunbigung id — gwar niebt in 3brcn 
©Uttan (woran übrigen* niebt bai mlnbcltc weiter Hegt) aber boeb an* 
bcrwelrri gebrueft; unb c* wdre ja Äleinlgreft gewefen, fle, wenn i<b nur 
ncUtc, obne alle ibre fceibülfc, in febr furger Seit bem gangen beurfefen 
&ubUtam in bie $dnbe gu liefern, «ber ©ie boben (leb babureb guglcicb 
ber ^artbeiiiebteitwerbdebtiggemaebt/ unb ein bbfcd ©ewiffen werratben. 
©areneie wirtli* übergeugt, ba^ reine 6<bulb auf bem SKcccnfenten 
baftc, fo tonnten 6ie beüo rubiger meiner ÄnPfinöigung ben SIbbrucf 
»at&nnen, unb ti bem Urtbeii bc* JJublifumd überlaffen, waö von ber* 
felben gu balten fei. Slucb burfte icb ibnen ntebt webten , fan$ ©ie etwa« 
DiccbtUcbe* bagegen gu fagen wu§ten/ e$ fogleicb in einem Appendix mit 
beifügen, «ber, wie gefagt, ©ie boben ein bbfeö ©ewifTen. 

3for an bie \Dei^m«nnifd)c23ud)b«nt>Iung abgelaffene« Billet doux 
entbot Inbeffen nwb ein* unb anbre«, worüber icb niebt umbin tann, mit 
3fcn«n gu fpreeben. ©ic fagen guvbrberjt , ber »ecenfent bot nacb ben 
©<fe^en ber ^. ä.. 3. gegen bie Ttnrunbigung /,ba fie feine motivirre 
-Htmfririf ift, fonbern nur Grob&eiwn unbQiacrria entjxiit" protcjhrr. 
Siber bebenfen ©ie boeb wenigßen*, wenn ©ie gern etwaö fagen wollen, 
ob ei aueb Binn boben mtebte. ÄAnn benn wobt eine blof e »»rünök 

0««3 



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xxxvin 93 o x v t b i. 

<tung eine motirirte ttttttfritiF fc^ti? — ferner, wenn ©ic mir fo ge* 
rabebin obne alle Umfhfnbe (Brobbeitcn unb KUorria vorwerfen, fo b«be 
leb bic (rftre, 3bncn rcteberum eben fo gerabebin unb ebne ade Umfä)n>cif< 
$u fagen , bat ia) ba$ uon 3b*cr (Seite gegen m(d) fefcr grob ffntc. <§ic 
wollen Bnbrc ber ©robbeiten $cibcn, unb machen fla) fclbfl ibrer febulbfg. 
5Btr ({eben ient (Btirn gegen Stirn. (Sic fmb SÄdnner, bic , roic id) gern 
glaube/ ibre 5Jcrb ienfre (»oben. 8lbcr aua) ia) benfe in ber 2Bclt n ia) t ganj 
unnü$ gelebt ju baben. Ucbrfgcno* bin ia), glcia) 3bncn, fein Äinb mebr, 
tveber ben $abrcn naa) (ia) t>abc ein balbeö ^abrbunbert ber SDlcnfcben 
treiben unbfTOefcn gefeben) noa) am ©erfranbe (roenigffen* bof iä) fr 
gut rote jeber anbere grbenfofyn notbbürftig unterfa)eiben au ffcnncn/ n>a* 
gut, roaä b6fe , mi rea)t ifr , ober roa$ niebt n« f. ».). 6ie baben Obrer 
SBefcbulbigung feine ©runoe beigefügt, .vier ftnb bagegen bie mein igen. 
Grobheiten foß ia) vorgebraebt baben ? <§o cnthJtt benn wobl gar, 3b' 
rer Meinung nad), bic Hecenfion in ber 21. t. Reinheiten gegen mia)? 
9iun, ba$ itf roabr, meine Herren/ 6ic mögen (ia) trcjlia) auf Reinheiten 
verlieben! 21 He !03c(t tvci§/ falfa)e ebrenrübrige Q3efa)ulbigungen obne 
5Rabmen$unterfa)rift bei Serfaffere* nennt man nia)t Reinheiten, fontern 
— paoquille/ ju Öcutfa) @ä>a»ofd)riften. Unb, nebmen (Bic rair*$ 
t)id)t übel, wenn ia) 3bncn fagC/ gegen pnequille — maa)t man fta) fei? 
ner Grobheiten fa)ulbig. 2öo pnb benn aber bie ttflotria ? 3d) roü&tc 
nla)t, iuaä Sic irgenb babtn reebnen wollten/ a» vicllcicbt, bap ia) £rn. 
JRorrc nur cr|l ba* su befeitigen unb au behäbigen ermahne , was in 
4>rn. £ofr. X>off @a)rift gegen ihn vorgebracht worben. Slber »er blc$ 
tonn £rn. Xorre fo voreilig unb unberufener 2Bcifc mir mit feinen Uo* 
ti?>cn unb Berichtigungen querfclbcin kommen/ cbe ia) fclbjl mein effle* 
»ei Q5ua) vcrfproa)cncrma&cn berichtigt, unb wa$ barin au befeitigen iff, 
iefeitiget babc ? «r bat ^Uotria getrieben, nia)t ich. i£v verbeut fei* 
nen fefern noti$cn unb 23ciichtiguiigen )u meinem 95uO)e. Unb wa$ 
J>aben bie fefer wtrflia) erbalten?«— greilia) Uori3en unb 23erid)tigim* 
gen, mit benen er befler tu ^aufc geHieben märe; unb fobann — Hüo> 
tria. €r »ia mia) über IeriFograpbifd)e Jorm bclebrcn, er roifl mieb 
In bic ©renjen bcö Äerifograp|)cn surüeffübren , er roiD — o n>a$ rotll 
^r. Äorre nia)t? er wia fogar über bic X>oHjUttöigreit cinjcrner^rtifel 
in meinem $ua)e urtbeiien, unb — giebt auf* neue Sölo&en *). SBcbcn* 
len Sie u nur rca)t, meine jperren! er bat toirHia) alle mog(ia)e Urfaa)/ 
baö vom jprn. ^ofr. t)og ©efagte e*er|u befeitigen unb au berichtigen, 
flltf mein ÄeriPom 

# )^r. Tsortc fagt in feinen nötigen unb 25erief)tigungen unter an* 
bern: ,,3d) fann übrigen* niebt umbin, bie SSoflftdnbfgTcit in bcn^lr^ 
tifein: ®Ieim, B«rfd>itt, Äleifl unb tlw*U> |u rubmen." dt 
totrb fia) boa) roobl rounbern / wenn er bei meinen eigenen fünftfaen 
Ho^en unb Berichtigungen gcroabr wirb , ba§ biefe ^rtifel noa) 
gar niebt fo voU(l4nbig finb, aU er meint. fcblt ja j. bei 
ber »arfd)in fogar bic >Hu*gabc in mcb. 8. auf bofldnbifcbem Rapier mit 
«Dignctten unb bem «ßf lbni§ ber öiebterinn. dl, ei ! ba* bat ber gele^r* 
tc ^r. Bdrteboa) ftberfeben ! Slua) ber »rt. Gleim leibet noc&3uf49e. 



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58 o r r e b e. xxxix 

©ie fogen ferner: „2)er SRecenfent hat äffe*, watf er anführt/ mit 
Unreifen belegt; bot ungeachtet beffen, roal tt rügt, betn 2Berre feine 
brauch bar Feit nicht abgefprochen." SEBie? borf ich meinen ftugen trauen? 
er hätte — mit 23exvetfei» belegt? 9Barlicb, man ftebt e$, Sie verfemen 
fkb ouf Äeweife gerabe fo gut/ rote auf — Reinheiten. $lun benn* fo 
Inlett ©ic von mir lernen . wai broeifen helft. 3<h »erbe nächffen* in 
meinem Sßucbe beweifen ba§ 3h* f. h. ül pl. protejhrenber £r. SKeccn' 
fent mit fammt feinen 25ewttftn nicht* weiter, al* ein 9?erldumber/ cfn 
fägner, ein (£r§ignorant iü. £en?etfe tcb c* nicht, „role c* ju Recht be* 
fanfcig fcon mag unb foQ," fo falle auf mich bie ganje ©cbulb unb 
gefcanbe. S&i6 babfn, bitte ich, mbgen Sie ftcb gcbulben. 

Stabetreffenb bie „bcm2Bcrtc iba*, roohl ju raerfen! berSKecenfentffle 
eine gttftlofe Kompilation, fo rote mich felblf fflr einen piagtariue er* 
Ktfrt bat) ntcfjt abgesprochene S&rauebba rf eit" fo verpflichtet mieb bie, 
vom fteceftfenten mir babureb erroiefene #6flicbfcit atterbingo* au härtbarer 
€rroicberung. 3$ oerftebere alfo hiermit, ba§, obfehonbie Rccenfion ein 
blofe* ©croebe von «Berldurabung, fügen unb Hbgcfehmaftbciten enthält, 
ibr beifen ungeachtet eine refpefrive 2>raud?l>arFeit niebt abiufpreeben 
tt« 3cb fann übrigen* tiefe 5}crftcbcrung befto juvcrftchtlfcbcr geben / ba 
W> memgften* eine gcroiffe fpectelle &raud)barrett berfefben burch felbff* 
gemachte Erfahrung febon hinlänglich erprobt babe. 

Bit fagen noch roefter: „lann unb »ID £r. 3. eine 3ntiFritirV 
bie Die Ten nahmen verbient, einfenben, fo roirb ftct> ber SKcccnfent 
barauf einlaffcn." ©o, fo? ein Sjorfcblag jur ©ute! — 2lbcr, mit €r* 
laubnifc, meine Herren! ba§ ich <£te frage: 5Ber fett benn nunbaröber 
urtbafen , ob meine ttntitrittf biefen Gahmen verbient? boeb vermutlich 
ber Reccnfent ober bie Äebaftion ber %. £. 3. — ein fefyr geredeter SKich* 
terffuht! — Bieget' unb Jwdjter in (giner SjJcrfon! — SRcin, meine 
jperren! meine UntitvitiV roirb febon, fo gut roie e* mit ber 2JnFünbi* 
gung berfefben gegeben ift, anberrod>t* gebrueft roerben/ unb ich |>abc 
eben nicht Puff / fie gerabe 3hnen auf* theuerffc ju bejahten. 

•Sie fagen enbUch : „Ucbrigcn* bient jur 9tachricht, ba§ $r. 
rodeben ^r. 3. für ben SCecenfenten ju hatten fd>eint f gar nicht sDlitar* 
better an ber H. i. iV 3fcb habe weiter gar nicht ernfHich baran ge* 
HQt, wer etwa ©erfaffer ber SKecenfion feon mbchte. 5Kcine greunbc 
riethen auf j£>m. Sorte; anbere wollten mir mit Orilnben beroeifen/ ba§ 
ei jpr. jalF feon möffe. 34 that/ aW ob ich nicht* horte, nnb— fchroleg. 

Cnblich nannte mir einer ^errn SRein! rief ich; ba« roare abfeheu^ 

lieb, beinahe fo abfcheulfch; aW wenn ber ©ater feinen eigenen @obn f 
von bem er immer auf* finblfcMe geliebt unb verehrt warb, hetmtücfifcher 
SBeije um atte Sichtung unb Deputation bringen wollte. 

tt. Ö. i&aben ®ie fond vielleicht noch etwa* an mich su bcfleUcn, 
fo bärfen ©le mir tt nur burch bie tPeibmanmfcfye Äud)i?anb(ung in 
Äcipjig ju kommen lafTen* ober e« auch birefte an mich felbft fenben. «Dleine 
Sntroort wirb 3hnen nicht entgehen. «Rur verflchere ich, Unrecht werbe 

ich 



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I 

xi* 03 o r t i b c 

t4> mir nie tbun tafTtti ^ fonbern m(<& vertbelbfeeft, fo lange feb'nnr re<fct* 
liebe ©rünbe ju meiner 5Jcrt(>cit>igun0 gu bafcen ßfaube — ober bat Vic&t 
meine* üeben$ mü§te uerI5fctcti v Unb felbft aMbann ift wobl noeb ein 21 n* 
berer ba, ber an metner ©tatt bte geber ergreifen wirb. 2)cr ton Hebtet 
ftcb bei mir gero&bnlieb na<& bem meine* Äerrefponbenten. O t(& bin ber 
artigffe, b&f!icb(Je SOlann uon ber3Be(t, wenn ($ e* mit Seilten au tbutt 
bafce, bte ttrtigfeit unb i$£flkb?eit wrbienen, nnb von roelcben leb felbfc 
nu&tauf bie entgeaenaefe$te2öeife be&anbelt werbe. 

2>ie Sel&fc&lacfet i|! beenbigt ; e$ wirb }um2lbmarf# ge- 
blafen. 



211$ id) bie gegenwartige Vocreöe ungefähr btö jur J&alf.» 
te fceßcn&et ^af te f brachte man mir baä ittorgenblate f&r ge* 
bildete €>tänbe 1807, 3alitts» fcTum. 179. tt>o ber unferjeidj* 
uete jjr.Ä. fcocen fdjon früher al$ ber *5allifcbe&eccnfent eine 
»cuttbeilung meine* Äcrirons &at cinrüefen (oflfen. ßiefe 
frühere Beurteilung gleist nun ber fpaferen £a0ifd)en aufä 
t>oflfommenf?e, wie nur ein (Ei bem anbern gleichen fann, fo 
baß icr) Jjrn. £>ocen aud) fit ben SBerfaffer ber JjaHiftrjen Sie* 
cenfton galten würbe , wenn id> nid)t $Bebenfen tröge , anju* 
nehmen , baß er in fein eigene* 3Rad>werf (ba$ er f)inter&ec 
wo&l felbft fcf)on für etbJrmlicb erfannt r)a6en wirb) fo (ferb* 
lief) aerfiebt gewefen, um e£ noef) einmal, mit nur einigen Sa« 
riationen unb 3ufa(sen, a&brucfen, unb fief) bafur, al$ fär 
eine wabre Karität, geboppelt bellen {u laflen. 3(1 nutt 
ber ^aüifcbe Kecenfent nid)t mit £rn. £>ocen eine unb tbuu 
biefelbe $erfon , fo erfdjeint ja offenbar ber erftere f)ier al$ ber 
irgftc geiftlofe Äorapifator unb <piagiariu$, woju er bo$r)af* 
ter Söeife anbre e&rlidje ?cute machen will. Den J&rtt. fcocen 
nun (welcher aucr) in bem Äcgifter beä ^Uifdbtn Äec. oon bett 
ariebtigen 6d)riftftellem, bie ic$ bod) billiger SBetfe in meinem 
Serifon r)itte auffuhren fotten, mit aufgeji&lt wirb) nennt (Ii* 

djerlid) gtnug!) ba$ Allgeui. Verciniguiigsblatt der kriti- 
schen Literatur (flfitai 1807. tToim 67.) einen tfompetcnteri 
Siebter. SRun benn, id) fage e$ frei fterauä, wenn wir feine 
fcejfere, fompetentere 9vid)ter baben, fo ift bie beutfe^e Jtritif 
ba$ fcfyanblidtfe, bcillofefte Sing t?on ber SBelt, unb nid)t 
wert^ bag ein gefd)euter efcrlidjer SOfann f!c& nur im gering« 

tten 



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93 o r r c fr e. xu 

(fett um fw befüramert *). Vit 6rigen$ erfuc&e id) £rn. 25. tooi 
cm , um ber aujföllenbcn ©Icid^eit unb brilberli d>en 2U$n* 
Itc^fcct feiner SSeurt&eifung willen mit ber M Jjaßifd>en 9U* 
cenfenten f flcf> cjleicfj frier 6u6 meiner gcgenrodrtigefr^potbeof* 
be£ erahnten Oifjabömmu&u* aud) feinen cjebüfrrenben £&eil 
gefadigfr bafrinjune&mcn , inbem ief) bor jefct feine Seit *n et* 
»a$ niedrerem r)abe, morait id) fonjl auftttttarten nicfyt unter* 
laffen würbe» 

3<& nneber&ofe e$ nodjmalä: id) u6er(a(fe jegt ganittcf) 
bie ffntfc&eibttncj btt bisherigen Streite bem ^ubtifura. £>oc$ 
wünföte id), bei Jetten ju erfahren, ob man bie ^attif*e 2Ce» 

ccnfion 

*) £ter ntir in aller Äürjc ein paar gang Heine proben »on ter ricbrer* 
ttd>e« £ompeten3 M #rn. Ooeen. €r fegt: £rn. 3. biograpbi' 
f<bc «Racbricbten von Klcift ftnb nicbte" anbcr*, a(* ba* SrcültK&e £b' 
rcngcbdebtnt§ , welcbc* in allen Begaben von ÄIci(le «Serien, bie 
ber Äortcföcn vorausgingen, fub bcfinbct." £ine flarc unb rnare 
Unwabrbeit. 2)tc Bugen bcffer aufgctban, £r. *>ocen ! gr will fer* 
ner «cm wiffcn , wclcbc 2Kdnncr bei mir roofrl aß Fl*f(»fcbe ©d>rifw 
fUUer gelten m&cbten, ba icb bocb in meinem ferirtm ;Jrbr. *5einr. 
0*<obi, (Bt. ^orflcr, %ant, v. «Sarbenberg, 3. &. Hamann 
mit @tiflfa)»eigen übergangen, gur Antwort bient: 9}e<& rebenbe 
GcbriftffcHer b«be icb überhaupt nur 311m Zl)cil au liefern verfpro* 
eben; wegen 3Unt wollte icb noeb einige f#on angeffinbigte ©ebrff* 
ttn, ). $5. bie gortfe$ung Der au öeipaig 1804. erfcbienenen$iograp[>fc 
bcffclbcn, abwarten; über A'orfter batte man mir noeb tntereffante 
3$ri»atoad)ricbten uerfproeben. 9Öetbc Srttfel* Dörfler unb B«nr, 
fönten in bem eupplemenrbanoc nachgeliefert werben. Hamann 
ift imv ein origineller , aber belegen niebt f lafftfdjer ScbrfftfteU 
ler. ©frb £r. £>ocen nunmebr wiffen , wa$ er au wiffen begebrt? 
unb wirb er mid) geborig verftanben b«bcn ? — €r giebt enblieb Den 
guren Xatb (0 #mmxU minn boeb biefe gutberjige SÄenfcben ibren 
SKatb , ben jte »iefleiebt rcobt felbjf notbmenbtg braueben , lieber für 
fieb bebauen woaten) icb b<ttte »or ber $crau«gabe M fer. um bc* 
gurrauend bti ^ubli^umo' su meinen Urtbetlen »erfiebert au feon/ 
mieb aW Äritifer bffcntlieb bewdbren foßen. €i nun f rooö »orber 
niebt gefa)eben i|t, !ann ja noeb binterber gefebeben. eobaib *r, 
jOoeen etma^ treiben wirb, wad in bie gdeber, benen icb mieb ge< 
»ibraetbabc^ einfcbWgt. barf er mir baffelbe nur, obne aOe weiter« 
Komplimente / gur £cnmr überfebiefen , unb icb werbe ja feben, 

quid valeant humeu , quid ferre reeufenu 



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xlii 33 o r r c & e. 

cenfion f&t $md>$ falttn fann unb n>irb # ober nidjt. ©ollfe 
ba$ erflerc fq>n f fo bebarf ba$ *publif um be$ vierten Äanöes 
tueittfg Serif on$ nicfct, unb nod> weniger ber &erfd)iebentnd> 
Don mir geforberten, Supplemente. 3d> bin nidjt 2BiHen$, 
fcemfelben mit faurer Sfnflrengung etwaä $u (iefern , wa$ eine 
foldje J&erabwärbigung aerbienf. 3d) bin nur SBitfentf, et- 
wa* ;u treiben , wa$ für nüglicft unb brauchbar erfannt 
werben fann. 

Nullam enim virtut aliam mercedem laborum periculorumque 
defiderat, praeter illam laudit et gloriae. Qua cjuidem detra - 
cu, judices*), quid eil, quod in boc tarn exiguo vitae curricu- * 
lo, et tarn brevi, tantis nos in laboribus exerceamus? 

Cic. pro Arch. 

34 &a&e tt fdjon erwi&nt, ba§ einige fe&r wiltbigc 
Dinner , beren e&renbofle Suneigung idj mir burd) baö £ejr. 
SU erwerben ba* ©täcf gehabt, mir au* gan* eigenem 2lntrie» 
Be Saffoe unb Äertcbttgungen ju bemfelben mitgeteilt &aben. 
SSorjugfid) finb mir biefelben bon bem grf>. v. TO. ttnö Yt>« f 
einem trefftd>en Siterotor , beffen biä auf* Heinjle ©etail fiefy 
erfheefenbe Äenntniffe bewunbere unb bere$re, fdtföbac 
ttnb wiMommen gewefen, unb ic& ne&me mir bie gtei&eit, jefct 
nidjt nur um bie gütigfl besprochenen ferneren Belehrungen 
ju iltttn 9 fonbern wunfcfyte aud) 9iad)rid>t t>on bem gegen* 
wdrtigen Aufenthaltsorte beffelben , fo wie bie (Erlaubnis }u 
(inigen Anfragen |u erhalten. 

*) 2He Herren S*lf, **rte, ©ocen, unb ber i5«Uifd>e *i«tet ffob 
nic^t gemeint» 



» 

• • • 



53 er* 



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95 e x | e i <$ n i fi 

bec in btefem S5anbe enthaltenen ©idjter unl) 

9>rofaifien. 



Ä. 

Älopflocf , grbr. ©lieb. # * * ©-3—55 

». König, 3ot). Ulr. * s 55 — 60 

v. RoQebue, 2Cu$. grbr.gerb. . / * 60 — 105 

X mfcb man n , Jtarl grbr. 5 s 106— 117 

&ruger , 3ob. @r)rfht. s * 117 — 124 

Beuger , 3ot). ©lob. * * 124 — 129 

Äufc/ (5p&r. fKof. * # 139—139 

Ästige, ©am» ®^oIb / * 140—149 

lUucenberg, 3ob* 3Bil*). * • 149—154 

Parater / 3of>. <Rafp« * * 155 — 231 

Jlctfetoitj, 3or). 2Cnton 3 5 231 — 234 

JLtfiin$, ©r)olb <5pr)i\, ' * 234—328 

^effing, Jtarl ©l;elf * * 328 —334 

£>idbtcnbcr$ , ©e. G(>pi)» * * 334 — 3§4 

.Jücbnrer, SRagn. ©fr. * s 365 — 39a 

Äiscov , Gtyrfln. Subw. a * 392 — 416 

£on?en , 3ob. gtbr. * s 416 — 430 

v. Äogaa, gtbr. grt). 9 / 430— 443 

£©t>enf?ein, 2)an. Äafp. e * 443—456 

ttr. 

tttaftaltet, Statt 2 # 9 457—459 

tnattbiffon, grbr. ? s 459 _ 475 

iTCeiflnec, ttug. ©lieb, # » 473—504 

ttTei Verfinget: * s ^04 — 515 

(XofenpUit, £anO * ' 5x1 

tnclifftts, $aul e r , 515 — 517 

(OTenames) * • , 5 ,« 7 

menöeUfobn, SBof. * t 517 — 556 



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xliv 3 n j a 1 t. 

tfticbzetis, Sofj. SBcnj. * $ 557 — 575 

*HiÜer , 3o&. SÖtort s » 575 — 584 

Jtninnefingcr s s 534 — ö^o 

fllbredn uon £al&erffabt * * 6ri — 613 

». Eue, jpartmann t * 613 — 615 

Conrab uon SBArjburfl * * 615 — 611 

ICncnFl, 3o&. s e 621 — 624 

v. *Zfd)tnbad), SBolfr. * * 614—627 

Cfrauenlob, £etar.) * # 617 

( v YreiDanF) t i 62g 

(Bottfrieb uon @tro§burg . * 9 628 — 629 

». t^ornecf, Dttofar $ t 629 — 630 

(«5ugo uon Jromberfl) * * 6jo 

Blmgeofrr, 9Wo(. # * 630 — 63» 

meißner, ber <Ht. * * 632 — 63} 

meißner, ber jung. * # 633 

v. (Dfterbingen , falnt. $ $ 633 — 635 

Reinbot uon Dören * * 635 
Reinmar ber keltere > 

Hetnmar ber ©forte* > * $ 635 — 637 
Äetnmar uon 3roetcn 

Äubolpb, u. £ofcenem$ $ $ 637 — 639 

3uioolpb, ölcnfrm. *u üflontf. * # 639—641 

v. ©abenfcoven , Ulr. * # 641—642 

Stricrer, ber # 0* 643—644 

fcan&nfcr, ber * * 644 

^homafin uon Serrara • # * 645—646 

v. Turheim, Ulr. * t 646 — 649 

v. T>elbed? , £einr. $ * . 649—653 

X>ogeh»eibe , SBartfcer uon bef $ t 653 — 65« 

UnbePannte X>erf. fofe. @ebt*te : 

Ä&n(ß Krtu» u. bie runbe iCafe! * — 

£)a* 55. uon ^foreu unb 2Manfd?iflur 656—658 

£>a$ ^clbenbucf) * # 659—66* 

©er *rieg 3« Wartburg r * 663 — 666 
Sinti Cyrol von ©Rotten nnb Sriebe* ) 

branr , fein ©ofrn * $ > 667—669 

. Der Winebefe u. bie TOinobef in ' ) 

ttTofet, Sufl. * * 669-689 

motbof, ©an. ©e. / * 689 — 695 

tttofdbetofd) , %of). Wtid). * 695 — 701 

r. tHosbeim , 3öty. ßorenj ? * 702 — 709 

v.Xtthlletf 3of). 0 ; 709 — 721 

Jtnuüet, 3o() @ottn>. c * 721—730 

tHunter, Söaltfaf. 5 » 731 — 738 

OTurner, Zfyom, 0 r 738 — 75g 

mufaiis , 3o&. Jtarf 2Cug. * * 759—770 

myliitd, GI;rtfUob e , 770—776 



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3n ber ^Cßelbmannif^cn $ucfif)anbrurig in ?eipjig f?nb <wd) 

na#(tc&enbc &»« (5efc&icf)tc k. fretrejfenbe Setlagä&üc&ec 

f;erau$gefommen. 

Kcjranber*, ©üb./ ©efebtefrte tetf roeibUc&en 0ef#f«&t* wn bem 
frieden Slitertbum an Ü6 auf gegenwärtige Seiten. Hui bem ffng* 
lnd>en. ir unb 2r <8b. gr. 8. 1780 gl, 2 t&lr. 

21 mb ri# ©. Slrc&iu l)er ©dc&fncjjen ©efetic^te. ir bi* 3? 9Bb. *r. 8. 

1784- 85. 8*. | tplr. 18 fr. 

«cd**, ff. 2)., Slnfeitung |ur Ä-mnrnfg ber aüg. ©dt» unb ©Mferge* 
föicfcte für 6tubicrenbe. irbi*4r<8b. 1787-1806. gr. 8. 7tyl. i*gr. 
( jt u. 4r »$onb aueb unter bem ittec : ) 
$5ccf'$ £anbbuct> ber mittlem unb neuern allgemeinen ©elt* unb 
^6lferficf<fctd)te. ir u. 2v Söb. flr. 8. 1802. u. 6. 4 tblr. 20 gr^ 
Neffen furjaefa§tc Slnlettung jur £enntni§ ber altyemcinen 2Belt* unb 
»Sclfergeicbfcbte. vrin fcuäjug au$ bem grbfcern äöerfe gum&ebraucb 
ber derlei ungen. ir£beil gr. 8. 1789. 21 gr. 

«StMiotber ber ©efc&tcbre ber «Üicnf^dt ; tcrau^fgeben von ff. ff. 
£irfebfe(b. 8 ®be. 8. 1780— 4 tblr. 20 gr. 

[ex Theodolianus cum perpetuis commemariis Iacobi Gotbotrcdi; 

?raemittun 1 i Cbronologia accuraüor, Cbrooicon hiftoricum et 
'rolegomena. Subjiciuntur noiitia dignitatum , Profopographia» 
Topograpbia, Index rerum et Gloflarium nominiim. Opus polt* 
humum diu in Foro ei I'chola detideratum, recognitum et ordinatunt 
ad ufum Codicis Iuftutianai, opera et ftudio Am. Marvillii. Editio 
no»a in VI. Toroos digclta, collaia cum Codd. MSS. antiquillinio 
W irceburgenli , Gotbauo et libris editis , herum recognita, emert« 
data, variorurnque obfervationibus aueta, rjuibus adiecit luaa 
Ioann. Dan. Ritter, iol. 1736. 21 thlr. 16 gr. 

Codex epiftolaria Rudolfi 1. Rom. Reeis, epiftolas CCXXX aneedotas 
continem. Ex Cod Mfpto membranaceo bibliothecae publ Tre- 
virenü» eruit, •- correctis infuper, et Tupplernrnto auctts, a Ger- 
bert o ediüs, aliis XV. — Auctario duplici epiliolar. et cbartarum 
ad res ßohemiae fub Primislaso Ottocaro R.ll geftas et ad elertio- 
Bes regum Germ. Saec X1U et XIV. pertinentium , ex tabulario 
fanetiori Mogunt. et Colon, anitruxit, luci publicae. commodisqtio 
vteotium confignavit Dr. Franciscus lofejrb Dodmann, 8 
I8C6. 1 tblr. 18 gr. 

— — Idcm Über, chana feript. gall. 3 thlr. 

ffroir, iprn. be la, ©erfafiung ber vornc&mfJcn europdffc&en unb ber 
vereinigten amcrifantfc(>en (Staaten. Hui bem gramCf. mit ^bertebtt* 
«ungen M Ucberfe^cr*. ir— 6r $b. mit einem »ofljhlnbigen SKegiflee 
über alle 6 q&dnbc. gr. 8. 1792 — 1803. 6 t&lr. s gr, 

IDa^na**, £. ff./ ©cfc&tcbte ber bürgert. Kriege von Sranfret*. Hui 
bem 3tal. überfein unb mit einer öefebiebte ber föntgl. «Wacbt unb ber 
Gtaartverdnb. in granfreiefc bttf jur Hgue .»e. $$be gr. 8. 1792 — 95. 

7tb(r 22 gr. 

3a* riet SÄ. 3f. 8. , allgemeine £if!onc ber ©ck^rfamfeit. 3 2bcilc. 

8. 1751. 5 thlr. 

SabriUu*, $. ©efWc M #o<M{fti rttti*. gr. 8. 1793. 

20 gr. 

?crgu fon^, 5f., öefe&icbte bti Sortgang^ unb Untergang« ber SXc* 
mifeben SXepublif. %ui bem (fngl. frep überfeßtunb mttfnmerf. be# 
gleitet von ff. 2). SBeef. ir bid 3r «ßb. 2* 2tbtbeü. gr. 8. 1714 — 8*. 

4 thlr. 22 gr. 

©af*, 3fo^n / ©efci}i*te von ®rieö>cnlanb , feit Wcjranbcr* M üJtaee* 

boniai 



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bonler* attronbcffcfgung bi* auf enblitfen Unterjocbung burcb Mc 

mcr. 2lu* bem «ngl. übcrfe$t. gr. 8. 1798. a t^r. 8gr. 

©cbbarbra, t ©cfebubtc bc$9teieb$ Ungarn unb ber bamitwerbuw 

bcnen ©taaten. 4$be. mit SKcgtflcc 1778 — 82. gr. 8. 6 tblr. uflf. 
tBcfcbiebtc, allgemeine, ber vereinigten Webcrlanbe , uon Den alterten bt$ 

auf gegenrodrtige Seiten , au* bem £olldnb. abcrfe|t. 8 £ble. gr. 4. 

1766. 1* t&lr. 8 gr. 

©efebiebte ber JDcutfcbcn von jperrn ©ut&rtc unb ©rap; au* bem 

gnglifepen überfest mit Anmerkungen/ guf^cn unb ©crocffcrungcn 

von £. 9i. Saufen, gr.8. 1767. r „ *W*: ao i r# 

©efebiebte ber Äreuijüge, ober (Staat* * unb SriegSfrcgcbenbetten ber Un# 
ternebmungen ber (tbriften roiber bic ©tabomebaner fm 11.12. u.i3ti 

fabrbunbert, aur Söicbcrcrobcrung bc* bciligen Danbe* ; au* bem 
ran*6f. aberf. 2 SBdnbc gr. 8. 178». jß^t ßr ' 

©illie*, 3obn, ©efebiebte von «Itgrfecncnlanb unb von beffen flinans* 
tfdbtcn unb Eroberungen ; von ben frübefren Siaebricbtcn an , bi* ju 
ber £beilung bc* 2)iacebonifcbcn SKcieb* in Elften, sfltit Snbcgrif bce 
©efebiebte ber gricebifeben Literatur, «PbUofopbic unb fernen Sumte, 
au* bem engl, überfe^t. 4 96bc. gr. 8. 1787— »797. 6 £blr. 4 «r. 
©olbfinitfr'*, Dliuer, ©efebiebte ber 9C6mer; au* bemenglncbcn über* 
feßt unb mit einer ©efebiebte be* Dfrr&mtfa)cn Äaifcrtbuui* erganjt 
von 8. Xbeobul So feg arten, ir u. 2t SÖanb. Sttcuc vcrtefT. 
aufläge, gr. 8. 1805. 2 Xblr. 12 ©r. 

SMclbc «ueb auf franjof. ©e&rcibpapicr 3 tblr. 6 gr. 

— — 3r u. 4r fcanb. gr. 8. 1795- U 02 - 2 W r - 20 gr * 

©tefefben auf Schreibpapier 3 W r - 18 AJ- 

Neffen ©cfcbie&te von gnglanb. ir unb 2t Sganb. gr. 8. ^4—7». 

Sammerb 6rfer'*, ©efebiebte ber lutberlfcben Reformation unb 

bc* beurfeben Kriege*. m$ ben erften £tuetten frcpmftt^id bearbeitet. 

gr 8. 1793 1 4 flr. 

jöcinrieb*, f. ©., beutfebe SKeieb*gcfebicbte. irbi* 9f®b. fteb|t einem 

SKcgijter über alle 9 £bcfle. gr. 8. 1787 — «805. »7 JWr. 

IDcffen Sanbbucb bcrteutfcbcn9tacb*gcfcblebtc. gr.8. 1800. atblr.i6gr. 
f>cin 8 cn*/ £>. «Bai. 3iug., biplomatifcbe ©efebiebte bc* Ödnifa)en $b* 

nig* ffiolbemar III. , (£briftopb* II. (Sobne*. gr. 8. »781. H 
3 a gemannt/ (£. ©efebiebte ber freoen fünfte unb 2Bifienfcbaften 

in Stalten, m bi* 3n $b*. 3r£petf 8. »777— «1. , ^t^M« 

ÄbCVenbüUer'3, granj (Tbriltopb, Annales Ferdinande!, inXlilbct* 

len mit mebr benn 300 ^ortraiten unb so gro§cn biftorifa)en Aupf. 
80L 1721 — 26. ..48 Jblr, 

Äofegartenö, e. tbtob., ©efebiebte bc^ Djfrömifcben Äanertbum^. 
ir u. 2t «Sanb. gr. 8. 1795. 1802. 2 tblr. aogr. OMueb unter bem 
2itcl: 5)r. ©olbfmitbö ©efebiebte ber Börner k. 3r u. 4r.$b.) 

Martini, ©. ba^lglcicbfam ivtcbcr auffebenbe 5Jompet); ober 
«Bcrfucb einer ©efebiebte biefer ©tabt, ivorinnen ibr Urfprung/ ibre 
^egebenbeiten, ibr ungcn>6bnltebcr Untergang, blc imcberboltcri 
^aebfuebungen unb bic rofrflicb ba ausgegrabenen Sunltiocrfe uno 
Öenfmdler befebrieben roerben. gr. 8. 1779» 1 tblr. 8 ar. 

Meufelii, I. G., Bibliotheca hillorica. Inftructa a b. Bure. Gotth. 

Struvio, aueta a b. C. G. Budero. Vol. I — XI. in 21 part. 

8maj. 178a— I803. 21 thlr. S pr. 

Ejus dem Vol. XI. p. ada, Indicem auetorum et rerum corapreben- 

dens. 8 maj. 1804. 2 thlr. 16 gr. 

Sttftforb'*, ©efebiebte ©riccbenlanbö. €ine frepe tiebcrfc^ung 
aui bem SngHfcben von §. % V. <£ia)(Wbt. xr W ßr^anb gr.8. 
i8oa i8oj # lo^lr.j^gr. 



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dinier*, 3obfltm uon, ber \Hcfcfctc5tcn eßrocttcrtVcfar g ibgeneffen* 
fcbaft ic «r unb $r $&eif. »Heue vcrbcfT. unb ucrmebrtc tMufTagc, 
mit beö ©erfaffer* Portrait, gr. t 8. 1806, auf iDrucfpapier. 

7 Jl?fr» 

Öerfelben *r £&cii , gr. 8. 180$. s $&Ir. 8 gr. 

Öaffrlbc ^ucb , ir bi* 4r £&etl auf @cbretDpaptcr 12 £blr. 

Öaffelbe «tiefe, ir btt 4r £beil auf Velinpapier 18 tylt. 

(festere werben niebt getrennt.) 

SJufcum förbie ©dcbfifcbe ©efebiebre, Literatur unb <»taa«funbe. 5?cr< 
ausgeben uon 2). £. €. 2Bef§e. irbie* 3* »r. 8. 1794— 
1796. 4 Jfrlr. ta gr- 

b'D&ffonS, M £m. u. Qlurabgea, affaemefoe ©c&ilfeerungen be* 
Dthomannifcben 9teicb$. 2lu* bem granäbf. mit einigen flbfürjun* 
gen überfest unb mit 2lnmcrf., Sufdßcn, einem ©l partum unt> 
Stegitter oerfefcen uon <£. £. 55 eef. ir u. «r $b. mit Äupf. gr.8. 
1788. 9\. 4 £fclr. 16 gr. 

9lcU IT* * $8./ «efebtebte ber f&ntgl. Üftadjt unb ber ©taatöverdnberun' 
gen in Sranfreicb, vom bem Untergange ber ?igue bit aur (Strich* 
tung ber SXepublif. ir unb ar 95b. gr 8. 1796. 1797. 

3 £blr. u gr. 

SUtter'S, S>. 3. £)., Ätcdc fffttifruTcfte Okfebicbrc MJ auf ^einrieb bett 
(Eriaucbten ; au« ber Sanbfcbrrft beo* ÜJcrfafTer* herausgegeben von 
£0T. (Scbr&cfb. gr. 8. 1780. 1 £blr. 

Äebertfon**, 3). ©üb., ©eebtebte uon «Hmerifa. 9fud bem gngf. 
überfe^t ucn 3. S. (Schüler. 3 $be. mit 4 Äartcn unb 1 £up* 
fert. gr. 8. 1781. 5 £blr. 3 gr.. 

Neffen ©efehtebte uon Wtgricchenlanb, nach itoepten gngl. flulgabe 
überfe$t. gr. 8. »779. 2 iblr* 

6 6 r & ef h'* , 3op. SKfltb. / allgemeine SBcftacfcbichtc für .«inber. 31 U c 
unb teuere ©efebiebre. ir bü 4n Xt)tM }t Wcbnitt. <Hcuc 
uerbeiTerte unb uermeprte Auflage; mit uielen Tupfern, gr. 8. 

8 Sfclr. 4 gr. 

fbenbiefelbe , ir bi$ 4n XUiU $r Sibfchnitt. SReuc uerbeff. unb ucr* 
mcbrtc tCtifiafle , ohne Tupfer. 8. 3 £hlr. 6 gr. 

Ei u stiem Act! facrorum faecuJariura Acadcmiae Vitebergenfis Anno 
1803. 4 maj. 1803. 1 thlr. 12 gr. 

33o§' <£.£>. biiicriüte ©emdlbe ; Buch unter bem Zittl: £ einriß 
VIII., £onig uon <£nglanb unb feine Samilte. ir u. ar 9Bb 8. 
«792. 3 £hlr. 13 gr. (gbuarb Vi., £&nig uon (Engl, unb feine 
5>ormünber. 8. 1793. 1 £hlr. 16 gr. SDtarta, €nglanb$ ®ionac# 
(hin. 8. 1793. 1 2Wr. 30 gr. 

öeffen ©efehiebte ber ©tuarte auf hem engten £h«ne. i— 4ü 
<35b. 8. 1794 — 1797. 7 thlr. 1 6 ö*« 

Sagner*, 2). ©cfcfcic&te uon JJohlcn. 3 55be. gr. 8. 1795 — 1797. 

5 £b(r. 8 er. 

5>cffen ©efebfebte M europdifeben Horben«. 9 Jhtile. «Kit einem 

$auptrcgtfter über aDe 9 £heilc. gr.8. "778-89. i8tMr. 12 gr. 
SBalcfc'*, (£hr. SBilp. granj, (gntiuurf einer uoUßdnbigcn ^ilfurie ber 

rbmifeben »JJdbfte. gr. 8. 1758. 16 gr. 

Neffen Entwurf einer uottftdnbtgen ßiftorfe ber .«eßercoen, ©paltun« 

gen unb3lcliatong$ilrcitigfeiten, bii auf bie Reiten ber «Reformation. 

ir bi* nr 2heit. gr. 8. 1763 — 1785. 16 tplr. 8 gr # 

2><ffen Entwurf einer uoü^dntigen ^ifiorie ber Äircfcenuerfammiungcn. 

tr. 8. 1759. 1 Mt. 8 gr. 

©ebb i«en*5 / SR. g., hiftoHfch • geograpbifch ' ftatijftfcbe ?ßefchrei# 

bnng btt ©raffefcaft SXauenöberg in ©cfrpbalen. beglaubtcn Ur^ 

tunben, Äammerregiitraturen unh anbern tfccil* gebrückten , tbeit* 

unge* 



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« 



tingcbrueften Staebrtcbtcn entworfen. 2 Sgdnbe. mit Äupfern unb 
1 Äarte. gr. 8. 1790. * tblr. 18 gr. 

Sßcltocfcbtvbtc, allgemeine, von ber @cb&Pfung an bt$ auf gegenwärtige 
gett/ rcelebe alle Mannte SKcicbe unb ©taaren, ibre ©erdnberun* 
gen, ©taatfverfaffungen , ©efc$C/ 9Ccltdior.cn / ©Uten unb ©c* 
brduebe ic. in ftcb begreift; ausgefertigt von Sföllb. ©utbric, 
3opann ©rat) unb andern in btefen 933ifTcnfd)aftcn berübmtcn ©e* 
lebrten. flu* bem €nglifcben überfeßt; au$ ben Original # ^ebrift* 
jtcllcrn beriebtißt unb verbeffert, mir einer fortlaufenben Jcitrecfc* 
nung, Sui'd^en unb Snmcrfunßcn burebgebenbö verfeben von £. ©. 
£eonc, mit einer SÖorrcbc von D. 3. % (grncjti k ir btt 
4r *8b. 3Utc ©efebiebte von £cpne. gr. 8.1765 — 1768. 

9 tblr- 8 gr. 

5tcn£beitf x — 4r 95b. ©efebiebte bei orlcntol. .rCaifcr« 
tbum*tc. von SUtter unb SCeitemeicr. gr. 8. 1768 — 1783. 

6 tblr. 16 gr. 

6tcn2beH*iru. ar95b. ©efebiebte ber 3fraber»unb 91 ff c 
von £cone. gr. 8. 1768. 1769. 3 tblr. 12 gr. 

7tcn£beil* itcu.3te$lbtb. £ürfif<bc © e f4> ic^ tc, von öepne. 
gr. 8. 1773. 2 tblr. 8gr. 

8ter £beil, ©efebiebte von Stallen von ©ebrbefb. gr. 8. 
1770. 2 tblr. 4 gr. 

9tenIbciBi— 9r^b. Ocutfc&e 9Uicfce*gcfc&tcjjtc, von^cin* 
r f ct>. gr. 8. 1787 — 1805. 17 tblr. 

loten Xbeil« ir u. ar. sßb. ©efebiebte von Sranfrcicb/ von 
©ebroefb. gr. 8. 177'. 3 tblr. 16 gr. 

ntcr Sbcil/ (»efebiebte ber vereinigten sttiebcrlanbe, 
von ©cbr6cfb. gr. 8.1773. - tblr. 

i2ter Xbctl, ©efebiebte von Spanien unb Portugal, uon 
IDicic. gr. 8- 1774. » tblr. 4 ßr. 

X3ten2:beil6 iteu. atc 3lbtb. ©efebiebte von (Snglanb, von 
©cbrbtf p. gr. 8. 1774. 1775. 3 tblr. ao gr. 

i4ten£bcil* iteatcu. 3tc$btb. ©efebiebte von JJoblcn, von 
SBaßncr 177s — «777. e tblr. 8 gr. 

iStcnXbciW 1 — 4teflbtb. Öefebicbte von gungarn, v. ©cb* 
barbi. gr. 8. 1778 — 1782. 6 tblr. 12 gr. 

i6ten £bcil* 1— 9te Sibtb- ©efebiebte bei europdlfcbcn 
Horben«/ vonSBagncr. gr. 8. 1778 — 1789. 18 tblr. 12 gr. 
i7ten Xbeilö 1 — 4ter Xbcil/ öefebicbte ber ©ebroeijer, von 
3 ob. von «Kaller. gr.8. isoy. 1806. 9 XiU. 8 gr. 



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« 



Sektion 

btutfdftt 



©ic^tec u n & <$> tefa i $ t n 



»rittet SB a n b. 



■ 



£f Fiten &, ©. u. $r. ?. J8an&. 



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Snefcrid) ©ottlieö Äfopftocf 

ttmrbe bcn 2. SulmS 1724. jii (BueMinbarg in ber tfbtei gleicbcä 
SRabmenS geboren, fßon jebn Kinbern feiner dlttm, fünf ©ob* 
nen unb fünf $6cbtern / rvax er ber dlteffe. £er SBatet, anfangt 
&ueblinburgifcbcr KommifftonSratb / pachtete in ber golge ba3 
Zrnt ^cieöebur^ im 33ranbenburgifcben tfntbeile ber ©raffebaft 
SHanöfelo. (Sin febr origineller 9ttann/ in bobem ©rabe bieber 
unb gut/ boffeblen Strohes unb unerfd>utterlicben SDtotbeS. 3u 
feinen (Sigenbeitcn gebörte »orjuglicb/ baß er mit aller ÜRad>t auf 
Xbnbungen fytlt, bie er oftmals ju baben öorgab/ unb an bie Urs 
verliebe (Gegenwart be$£eufel§ glaubte/ mit bem er ftd) be$ s JJacbt$ 
wcifclid) b^funifcblug. Ungcadjtet biefer Sfunbfprunge be$ odterlis 
eben ©eiftcS mar boeb bie (Srjiebung be$ jungen Älopffocf , beffen @ba- 
raftcr eben fo merfmurbije 3uge/ aB ber feinet SBaterS/ nur oon 
einer anbern ©eite ; t>crnetb> foroobl t?on Ungebunbenbeit , als pe* 
bantifebem 3mange gleid) weit entfernt/ unb entwicfelte baber niebt 
nur feine !6rperlicben / fonbern aueb feine geizigen Kräfte auf ba$ 
üortbcilbaftefle. (£r verlebte ju jriedeburcr. in einer angenebmen 
(gaalgcgenb / im ©cboofje ber 9ktur ein gtücf ItcbeS Knabenalter/ er? 
lernte unter ber Leitung eines «£>au§lcbrer$ bie 2(nfang$grünbe ber 
SBtffenfcbaften unb alten ©pracben/ unb fiarfte nebenber feinen 
Körper bureb b^ifebe 3ugent>fpiele. 3m oreijctmten 3abre fei* 
neS ElterS febrte er mit feinem SSater mieber nad) (üueölinbuca; 
guruef/ unb befuebte ba$ bortige ©pmnafium; übte aber bie brei 
3abre ^infcurd? / welcbe er jefct bafelbfl jubradjte / mebr bie Kräfte 
feines K6rper§ als ©eiffeS. s Jlur erfl in bem legten Sab** , alö er 
auf bie bamatä fo berubmte ©dd)ftfcbe Bcbulpfotte gebraut wer* 
ben follte / »urbe fein ernjllicbereS ©tubium bcr latcinifd)cn unb 
griedbtfcbcn ©prad>e bureb ben ebrgeijigcn SBunfcb rege gemaebt/ 
auf ber neuen ©cbule gleid) in eine Rohere Klaffe gefegt ju werben. 
Klopftod? blieb auf bcr Pforte oon 1739 bis 1745. ©eine#aupk 
bcfcbdftigung mar bier bie Erlernung ber alten ©pracben/ benen er 
ftd)/ oorjuglicb unter bem Konreftor Bt&bel unb bem Oieftor 
Sveyta$, jweien grünblicben unb tbdtigen ©cbulmdnnern*)/ mit 

IL 2 allem 

*) Öem erffen war er uorjiiglfcb mit Siebe gufletfran. @. &d)iid)tts 
*groU* Xlefrolpgbe« ncun3ebnten 3abrbttnöerte,,8&. i, S. 4$. so. 



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« 



4 grDr. ©Heb Äloppocf. 

öllem Stfer unb gleiße rotbmete; aber bie .ßauptbefcba'frtgung be§ 
SinglingS machte niebt feine einjige auS. ©ein reiner äBabrfSetrSs 
finn / ber tyn balb belehrte / 4 baß bie Äenntniß ber ©pracben ber 
SBeg jur ©elebrfamf eit/ niebt bie ©elebrfamf eit fcCbfl fei , ließ i&tt 
über ben 2fabau beS ©ebdcbtniffeS niebt ben ber ^i^eren ©eifteSfabig* 
feiten/ be§ ©efebmacfS unb S3erftanbe$, perabfdumen , unb bie 
Neigung jur fcidbtfunf?/ bie ftcb fo leicht in flojlerltcber (Sinfams 
fett unb romantifeben Umgebungen nährt , äußerte fid) bereite in 
©ebafergeotebten unb (Doen, bie alle poettfebe SBerfucbe feiner 
Sttitfcbüler ubertrafen , unb in f ubneren Cfcnttodrfen , beren 2£uS* 
fubrung für bie äufunft berechnet war. 3u biefen legten geborten 
unter anbern auch mehrere $(ane $u einem größeren ^elDenge* 
Siebte, ausweisen 2Uopf?ocf enblicb/ naebbem er Ptelfacb ge* 
rcablt unb t>tclfad> perroorfin fyatte, ben jum tTCcfliaa aufgriff unb 
feftbtelt. Q$ ift niebt befannt, rote in ber (Seele be§ 2)icbter$ ftcfy 
bie 3bee ju bem 2Berfe , baS feinen 9cabmen unb bie &pxaty , irt 
ber er e$ febrieb / unterblieb gemaebt bat, entroicfclte/ aber gerpiß 
ifreö unb retneStpegeS gleicbgültig ju triffen* baß er ben Cntrourf $u 
fetner Gpopie/ ber #auptfacbe nad), auf ber 6>cbulp forte unb por 
ber £efung be§ Verlornen pavaöiefts Pon tTCilton faßte. 7Li$ 
ibm iTTiltons ©ebiebt in ber golge / ebenfalls noeb »abrenb bet 
^cbuljabre, in bie #anbe fiel/ füf)(te er ftcb t>on bem beben © etile 
beS CrngldnbcrS fo mächtig angehebt unb gehoben/ baß er t<on 
(55tunb' an baSSBerf bcffclben ju feinem eifrigfien ©tubium maebte. 
3m *g>crbf!e beS 3öbre§ 1745 »erließ er bie Pforte mit einer offents 
lieben lateinifeben 2lbfcbicb§rebe von oem boben ftntrwe&e öee 
poefif/ unb begab ftcb auf bie Unfoerfttät nad) 3ena. £ icr rptbmetc er i 
ftcb ber Ebcologic / (tubirte aber gr&ßtentbeilS für ftcb felbft. 23ott 
einem inneren unwiberfleblicben Crange getrieben/ gaberjefct aucbberi 
SBorfafc/ niebt por bem breißigflen 3öb« <*n bie Ausarbeitung feinet 
epifeben ©ebicbtS ju beuten , auf/ unb axbtittU in aller (Stille nad> 
feinem bereits gemalten Crnrrourfe bie erffen brei ©efdnge beS tTCcf * 
ftas auS. <£r bebiente ftcb inbeffen jur #u$fubrung bamalS ber 
Profa / inbem er ben einfirmigen 2Cfexanbriner / fo roie ben fcblep* 
penben troebatfeben SSerS, unb ben im £eutfcbcn niebt rein ftu erbals 
tenben jebnfplbigen 3ambuS für feine (Jmpfmbung ju eng unb $u 
unbequem fanb; fttblte eS aber ntct)t feiten/ roenn er in ben ©eftk 
ben ber ©aale lufrwanbelte / tief unb fcbmerjlieb / baß er in Stucf? 
ffebt auf SBoblflang unb gorm fo weit binter dornet unb Virgil 
jurücfbleiben follte. Unter jsoerifeben 2flf)nbungen/ gorfebungen 
unb SBerfucben ber Art perftrieb in 3cna ber SBinter/ unb ba ber 
finnige Süngling t)icr »eber bie 5öebürfniffe feines ^erjenS bureb 
jufagenben Umgang beliebigen / noeb ftcb mit bem roben Seben ber 
bortigen ÜÄufenfibne pertragen fonnte/ fo pertaufebte er im griu> 
(mge 1746 feinen bisherigen SBobnort gegen JLtipyia, unb bejog 
mit feinem Senpanbten/ bem auS fangen f^lje gebürtigen 2Tcba/ 

tsos 



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Srt>r. (Stieb Stlopflod. 



tiits Ätiöwig 3tarl Bdwttöt*), ber in Äeipjia; bte &ecr)fe er* 
lernen woOte , ein gemeinfameS 3immer. 2Cn ben Ufern ber ?)feige 
fanb jefct Älopfrocf, ber Siebter unb ber tXTcnfdb , ohne 3ftüf)e 
unb unerwartet/ waS beibe an ber ©aale fo- eifrig gefacht unb nicht 
gefunben bitten. £er Siebter, immer noch über bte gorm feiner 
Grpopfte mit fteh im Kampfe / überlegte an einem glücflichen @onts 
memadjmittage/ ob ber $vie<bif<be gramerer nicht auch für 
bie £eiuTcben ber epifebe SSerS werben Unm, wagte/ unb wagte 
mit Erfolg; unb ber tHenfcb gewann um für) einen Fleinen 3irfel 
aufgewallter für bieSBtffenfcbaften empfänglicher greunbe**)/ be* 
nen er unbefangen feine ©ebanfen unb <5mpfmbungen mitteilte/ 
©hne ihnen jeboch fein großes poelifcheS ©eheimnif gu öerrathen; 
benn ber meflTas [oHte erjl bann ber SBelt befannt werben/ Wenn 
er twüenbet fet>n würbe/ unb bis bar)m niemanb &on bem 5Borha= 
ben erwa§ wiffen/ als ©ebmtöt. 2)iefjmal forgte jeboer) baS Uns 
gcfdbr für ben £Ruf>m beS ©angerS unb baS ©ebet'ben feiner Arbeit 
befTer/ als er felbjl. 3n bemfelben #aufe/ in welcbem &topf?ocr! 
unb G>cbmiöt wohnten/ wohnte auch Cramer. @ie lernten eins 
tnber tarnen, famen balb auf bie Bremifcben Äeitr^gc $u reben 
unb jerietbf n über bie Sßorjüge ber <§nglänber t>or ben Deutzen 
unb über ©enic unb Jtritif unb beiber dinflfuf* auf bie 9>ocfte in ei* 
nen fo lebhaften SBortweehfel/ baß ber feurige BcbmiOo um Cra* 
mem aus bem gelbe ju fd)lagen/ ben XlXeffias auS einem Äajlen 
mit SBdfche/ in bem er verborgen lag/ heroorjog unb/ fo fehr ftd> 
auch ber SSerfaffer wiberjefcte / gu lefen anfteng. Cramcc empfanb 
fogleieb ben ganjen ÜEBerth beS ©ebichtS / erbat unb erhielt bie <5rs 
laubnifj / eS feinen poetifeben greunben mitjutheilen / unb würbe/ 
wie man leicht errath/ mit ihnen allen beS Richters warmer f&u 
wunberer unb SSerehrer. Älopffocf nahm bie ^inlabung/ in ihre 
©efcllfdjaft ju treten/ an, unb bie fcret erf?en (Befange »om 
tnefiias würben im 3ahre 1748 im vierten ÄanOe ber Jbtcmv 
fdben ^eitrige unb auch eimein $u ^alle in ^emmetöe's IBers 
läge gebrueft. SBerfe / in benen ein ©eniuS waltet , ber fein 3eit* 
alter uberfliegt/ funbigen fid> fcr)on/ alSfolche/ burch bie (Sigen* 
tbümlicr/reit beS StnbrucfS an, ben fte hervorbringen, ©leid) einem 
eleftrifcben ©chlage/ bahnen fie fteh mit ©ewalt ihren SBeg, unb 
laffen überaß / inbem jte f)kv anjünben unb bort betäuben / bie uns 

aus? 



*) IDero trüber ber bura) SlopftocT »cremfgren $anny, efcenbemfcl* 
ben , bcr in TOingotf (Drittel Sieb) unb in ber Dbe an Ulbert gc* 
nennt wirb. €r mar geboren gu 3ena 172? unb darb aW ©e&ctmcr* 
ratb unb äanjter ber SKegterung gu Weimar 1784. 3n>ei (Beöicbte 
von i&m bat ^r. maerbiffon In feine Lynfche Anthologie , Zb- h 
e. aj9 — s6<. aufgenommen i be*gl. Cb. 19. Q. 224— 227. ©Mir 
largefang. 

Unter anbern Vitt, »ubnert unb Kotbe, bereu SRabmcn in 
Wingolf ebritte« Neb) »ortommen. 



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6 Srbr. ©Itefc Älopjlotf, 

au§l&fd)licbcn SSfterFmalc einer ungewöhnlichen nie empfunbenen 
&xaft juritcf. <3o Älopftocfö tTTefftaa. ®anj £)eutfcblanb fuhr 
ubcrrafcht empor unb ffanb serwunbernb &or einet (Srfcheinung füll, 
an ber alles befrembete. OTtc I>attc weber in älterer / noch in neue* 
rer Seit, ftd) ein dichter eine Aufgabe gewählt/ bie/ fo ganj außer 
ben ©ranjen be$ ©innlichen liegenb , bie (5inbilbung*fraft mehr ju 
befdjränfen brobte, unb weniger befchranfte. 9tie burfte ein 2>euts 
febev ftch rühmen / eblcre ©effalten gefchaffen unb erhabnere ©efau 
mmgen unb heiligere (Smpfmbungcn auSgefprocben $u haben/ alt* 
man !>ter anbaute unb wahrnahm. OTte enblicb / feit bie #errlicr>. 
feit föomS unb feine t6ncnbe ©prachc untergiengen / war ber ffolje 
herametrifebe SRbttfbntuS in einer neuen wrfuebt worben unb erflun* 
gen, wie nun in ber £>eurfcbcn. ^ein 2Bunber, bag ber mcfiüas, 
t?on feiner erflen (5rfd)cinung an/ bie ©etfler verwirrte/ bag er eben 
fo aufrichtig gelobt, al§ bamifcb getabelt/ eben fo tief gefugt als 
faltffnnig t>erad)tet, eben fo eifrig nachgeahmt alä burch Wale $a* 
robien »erfpottet unb herabgewürbigt würbe *). — Um eben tiefet* 
be äeit fieng Älopffocf auch an, neben ber epifeben pocfie, ber 
bobern tyrifeben JDtdrtfunff ffch ju wibmen/ unb wir haben au* 
biefenSabren fchon einige oortrefliebe (Döcn *>on ihm. £)a bie meu 
ftn berfelben inbeß anfänglich auf einzelne SBogen, ober in 3cit* 
febriften gebrueft, unb nicht er)er aß im 3ahre 1771 &on bem2)ich* 
ter in einen IBanb weinigt würben / fo haben fte freiließ bei ihrer 
erflen (Srfcheinung feinen fo lebhaften Jfcieg veranlagt/ wie ber 
OTeflTaa , aber barum boch eben fo triftig gewirft unb ba$ ©ebiet 
ber tyrifehen 9>oefte nicht weniger erweitert/ wie btefer ba$ epifd>e« 
— £>er Aufenthalt ju Äeipjig t>erlor aber für Älopftocf en ba* 
Angenehme/ al§ einer nach bem anbern &on feinen Vertrauten bic 
Unwerfttat »erlief. 9»it ber warmffen 3arttichfeit hieng er an bem 
fcb&nen Äunbe (t>ergl. ben Art. (Birtner im 2. 25ant>c biefeS £ery 
e. 3 f.) unb noch im fpitefien Alter war ihm baö Surucfbenfen 
an bie bkhterifchen greunbe/ mit benen er hier bereinigt gewefen* 
eine ber angenehmen (Smpfinbungen. 3m Söhre 1748 »erlief* er 
bal;er felbft Äeipjtg unb begab ftch nach &an$enfaUa , wo er in 
bem £aufe eines Stowanbten, Gahmen« TVt\$, bie Aufftcht über 

beffen 

• 

♦) Älopftoefe «tefdae erregre ein fluffeben In 3Deutfd>fanb/ rolc 
auflcr Äutber» «ßibelitterfeßung unb etwa Gelierte ©ebrtfren vicU 
Idcbt noa> nie ein 2)eutfax* QBcrf erregt hat greunbc unb Leiber, 
»emunberer unb 2abler, traten von allen ©eften <n SÄcngc auf, 
afle SlugMdttcr unb tritlfche Scitfcbriften fpracben fad immer nur für 
ober roiber ben IHcffTae. ©te Äanwlbercbfamfeit ber bamalißcn mo# 
bemen SKebner giena. (n «Derfe unb foftbaren 2ö5rterprun( über, man 
wanbelte bie ^rofa in eine #albpoefie um , welche nur bie Obren füll* 
te, ©erftanb unb Äcrj aber (ecr lie§, unb mobl gar In ganjen ^cra* 
metetn ^eilige Sieben beftamirte. !Die§ waren «JÄipbrducbe, an 

»rieben btt ©iebter unfcbulbtg war. ©. Klopftock und leinVerdienl't, 
, von Job} Friedrich Sachte, 6. 14. 37. 

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Sr&r. ©ficfr ÄJopflocf. 7 

beffen Jtinber Jbernöbm. $ier Bezauberte ibn @>cbrm'öts ©cfjmcr 
#cr, bie bur6 feine £)ben nacbber fo berühmt geworbene ^annp, 
ein fcboneS Sftabcben von vielem §Berfranbe> mit ber er fd>on Dörfer 
in Äriefwechfel gefranben ^atte. ÜRebrere feiner (Ddtn unb £le* 
gien ooll fd>mel$enber 3artlicbfeit unb reiner (Seelenliebe jeigen bic 
eble l*eibenfcbaft , mit ber er biefem 9flabd)en anbteng, bie inbcffcn 
oon feiner Siebe fid> mebr gcfd?meid)clt füllte / al$ bog fte ernfllicb 
biffelbe ju crwiebern Neigung gehabt bitte. Der <Sd)merj, ftcb 
fron biefem angebeteten Sföäbdjen ni*t lieber geliebt ju fefjen, tieU 
leicbt aud) ber na chthciliae (Einfluß / ben fein ununterbrochener gleig 
unb bie angefhengte 33efcbaftigung mit ben ©egenjHnben feinet 
erifcben ©ebicbtS auf feine ©efunbbeit ^atte / jKirjten ibn in eine 
lang anbaltenbe ^cbwermutb/ bie erjt nad> mehreren 3abren bureb 
Herfen/ erweiterten Umgang/ bureb eine neue Siebe/ unb bie f;obere 
Spannung feines ®etfteö / bie eine natürliche golge 6ffentltcber (5b* 
re unb feine* junebmenben 3?ubm3 war/ Doüig wieber ^erfreut 
würbe. ÄlopftotfstTCefTta&e batte unter anbern in ber Bcb»et* 
febr ftarfen Ginbrucf auf ibre Sefcr gemaebt / unb bei uielen ber bor* 
tigen ftteraturfreunbe ben SBunfcb rege gemalt/ ben SJerfaffer ber* 
felbcn perfJnlicb Fennen ju lernen. Tbobmet labete ibn baber in 
feinem unb feiner greunbe SRabmen ju einem SBefucbe bei ibnen ein. 
Älopfiocf nabm biefe Ginlabung an, unb reifte im ©ommer be3 
Sabre* 1750 in (Sefellfcbaft beS 'ttytfofopbcn Quljet nacb Hhtid), 
wo man ibn mit offenen Ermen empfang unb fieb beeiferte/ ibm 
/feinen Eufentbalt fo angenebm als moglicb ju macben. Gr wobnte 
bei 2*>obmttn, mit bem erfebon fcorber in 33riefn>ecbfel geftanben 
batte , unb biefer fab jefet feinen ®a|i mit ntyt »iel anbern Eugen 
an / als ein ©laubiger einen beiligen Siebter ober 9)ropbeten M aU 
len 35unbeS/ wenn er wieber Firne / anfeben würbe *). Gl festen 
ibm baber aueb beinabe eine Gntwet'bung feine* billigen SBerufeö ju 
fei?n, wenn ber ©anger bee tftcfltas fttb in bie muntere ©efelk 
fcfcaft jüngerer greunbe jieben ließ. JDrei »ierteljabre »erlebte 
Älopffoc* in ber &<bwei) , unb verewigte feinen biebern #au$* 
wnrtb Äoömer, fo wie bie berubmte ^afcrt auf öem Zütidbct 
©er bureb ein paar ber berrlicbflen £)ben. Gr febranfte aber feinen 
$3efucb niebt blof} auf Sfcticb ein/ fonbern unternabm noeb eine 
Sufhretfe in bie benaebbarten Kantone. ©0 fcjt er übrigen* an fei* 
nem SSaterlanbe bieng / fo barten ibn boeb beinabe bie Fubnen/ gan& 
für feine Gmpfanglicbreit gef^affenenftaturfebinbeiten ber reijenben 

©cbweij/ 

*) £in ftbattbaftcr ©cflner freHre baber, um Eobment gu »crbfcbnen, 
einen cntjüeften 3urd?er in ber ?D?unfferrfrc&e ftebenb mit oufoebak* 
nen j&anben, wie ben alten Simeon im £empel *u ^cmfalem, uor, 
unb (ie§ ibn freubig aufrufen: „£crr nun IdfTetf bu betnen ©iener 
in trieben fahren ; benn meine außen baben ben UTeffia* gefeben, 
welcbcn Älop(lo<f bereitet bat, ju erleucbten bie <Zd)wtwv, unb 
ium Urcifc bc^ «Dolfc* iu3urid)!" 



fr Stbr. ©tiefr Ätopflorf. 

GdfiMt, bie $reunbfd>aft fc^r gebilbeter ^enf*en/vwI4c er t)hx 
genoß / unb ba$ geben unter einem biebern S3otfc t>on patriorc^alU 
fd)en <Sirtcn bemfelben untreu gemacht, jumal ba man i&n fo 
gern bei fiefy ju behalten wunfetyte/ tt>n bureb reiche #errat&en pi 
feffeln fudjte unb ibm Hoffnung $ur Erhaltung be$ @dm>eijerif<ben 
23ürgerrecbt$ maebte. Doch fein <5d?ic?fal nabm jefet plifelid) eine 
gan* anbere unerwartete SBenbung. Grben war er SQBiüenS, m 
fein Saterlanbjururfaufc^ren/ unb, ba er fein Vermögen befaßr 
in biefelbe Saufbabn ju treten , in weldje »erfebiebene anbere feiner 
greunbe unb Äefannten/ ffcbert, (Battnev, Sacbact«, fidjbege* 
ben bötten, eine ©teile am Äraunfcbrueigifcben Karolinam an* 
gunebmen, wojuibm ber 21bt >rufalem bebülflieb fetjn wollte* 
UnterbefJ batte ber große £anifcbe Ü^iniflcr / ©raf Johann ^atu 
x»ig (Ernff von Jöcrnfrorf , alö bamaliger ©efanbter bc$ Ü6nig§ 
»on fcanemace* in parte, bureb Älfcpfel, ben JtabinetSprebiger be$ 
#er jogS oon (Botb« , Älopffodfs tncfilaa fennen gelernt <£r 
abnbete fogleicb au« bem erflen Anfange be§ ©ebid)t§ bie . gan&e 
@r&ße be$ ©ei|re§ / auS bem eS bert>orgegangen war , unb ließ e$/ 
bei ber SRucffebr nad? Äopenbagen, feine erfle ©orge fän, ben 
SSerfaffer moltfen , bem £>berfcofmarfd)aU ^rteöricbs öes $&nf> 
ten , unb burc^ biefen bem Könige felbft $u empfeblen. £er £icfc 
ter erhielt eine (Sinlabung naef) Äopcnbagen mit einem iabrlicben 
©ebalte oon xfierbunOect Äetdmbaler , um unabbangig ftctx 
felbft unb ben9Jtofen ju leben unb feinen tneffias wllenbcn 511 tbn* 
nen. &lopf?oc£ »erließ nunmebr bie Schweix unb reifte im 3afc 
re 175 1 nacb JDincmarlf ab. @r nabm feinen 2Beg über &a<bfen 
unb (UueMmbutg; , wo er feine gamilie faf), uber£ta.unfcbtt>exg/ 
wo er einige feiner afabcmifdjen greunbe, unb über Hamburg, wo 
erben^errn von ^ageöorn befugte/ unb bie bcrübmte CiöU 
(nacb i&rem eigenflicben SRabmen iTIargaretb« [in nieberfacbfifcr)er 
Zbfuqwtg meta] iTToller) bie geifheiebe Softer eines £amburs 
gifeben Kaufmanns , unb entfoiftafrif *c »ewunberinn be$ &lop> 
ftoäfdbcn tneffias, fennen lernte. £iefe SBefanntfcbaft t>erwan* 
belteftcb »on beiben ©eiten balb in bie jartlicbfte Siebe, t>on ter 
wir unter ben t)ben be$ 2)id>terS noaj fo mancbeS öortreflicbe 2>en? * 
ntalbeftfcem SnÄopenbagen würbe Älopffocf üonÄecnf?orf mit 
wahrer SJreunbfcbaft aufgenommen. <5r lebte aber bamalö fe^r (lill 
unb in ftd> »erfcbloffen. 9cie brängte er ftd> an ben £of / fonbern 



Pötings unb Ktcbaröfona ©Triften genabrt ju baben. <Sr jlanb 
mit bem erfteren fogar in £riefu>ed>fel*), unb bie an ifcn geri^ 

tete 



*) Cfocn ^ßrlef uon 3S?ouitg an lUopftod? jfnbct man in fftotfbau» 
fette Sammlung »evmtfcbrer »riefe (£<ip|ia 1782.) Ct>. 3. e. 
4H f. 



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3rtn\ (Stieb ßlopftod. tj 

tttt <D*>e $«igt, wie fe^r er *n liebte unb f*äfete. »er »riefwe*. 
fei, ben er t>on Kopenhagen au* mit feiner geliebten iHeta un* 
terbielt , befeftigte ba$ 23anb ber 3irtli*feit immer mebr unter t> 
nrn. TCber bau*li*e Umjfanbe binberten no* ir>rc/ fo fe^nltd) ge* 
ȟnf*te, Xtobinbung. Kiopfforf blieb ben SQBinter binbur* in 
Kopenhagen; im (Sommer begleitete er ben 4&of aufS ßanb na* 
bem tomgli*en 8uftfd>li-re ^ricoensburg. ©ein greunb OToitfe 
fubrteibn oft bei bem ü6nige ein, wel*er£lopf?orfenfebrf*a$te, 
unb t'bm jcbeömal, wenn er *nfabe/ bieun$weibeutigflen$öeweifefeis 
ner äuneigung gab. 3m 3abre 1753 (larb bie Äomginn JLuife, 
tmb Klopfiorf betrauerte in einer trefli*en £)be mit ftmpler 2Beb* 
mutb ibren $ob. 2116 ber ,f 6nig ben ©ommer barauf eine Steife 
na* ^oltfein unternabm, benufete Klopffocf bie ©elegenbeit, 
iu feiner geliebten meta nach ^ambaeg ^uruef jufebren , wo er 
ft* ben ganwn Pommer aufyitlt, unb biefe glücfli*e 3eit ben 9Ru* 
fen unb ber Siebe heiligte. £>tefe 5>eriobe fann man als bie blübenbs 
#e unb fru*tbarffe für ben (Seift be$ £>t*ter§ annebmen. 3br 
banfen wir ni*t nur feine f*onfien l»rif*en ©tücfe / fonbern au* 
twrne^mlicb bie entjücfcnben ©efange an Ciöli. 2(ud? jefct no* 
würbe feine »erbinbung mit ibr aufgef*oben. Gr febrte mit bem 
Äcntgena* Kopenhagen juruef, unb blieb bad ganje folgenbe 
3aJ>r 1753, oon *r getrennt, in £>anematc\ 3m ©ommer be$ 
3abre$ 1754 aber reifte er wieber na* tS*mburg, wo enbli* VCiv 
t« feine ©attinn würbe. SRur turje Seit inbeg genofi er mit *r bie 
©lücffeligfctt ber ebeli*en Siebe, ©*on 1758 entriß ftc ibm ber 
£ob. 3bt Hnbenfen war bem Siebter bis in fein bJ*fk$ Wter 
beilig unb mwergefjli*. Qx begrub fte in bem 2)orfe (Dttenfen 
bei 2Ütona, waüfabrtete oft ju ibrem ©rabe, unb bejh'mmte 
f*on bei ibrem $obc ben JOrt, wo er cinft neben ibr ruben wollte. 
®iS &um Saljjre 1771 batte Klopftocr* feinen gewobnlt*en Eufent* 
balt in Kopenhagen; al6 aber fein großer 33ef*üfeer unb greunb, 
ber trefliebe Äernftorf, au$ bem £)Anif*en ©taatSminiflerium 
entlaffen worben war, gieng er na* Hamburg unb lebte bafclbft 
mit fetner fcamfeben pentfon unb bem ßbaraftcr Konig* 
iid> JDanifcben Äegationöratbs, welken er 1763 erbalten bötte. 
Um ba$ 3abr 1775 labete ibn ber oortrefli*e 9ftarfgraf , na*beri* 
ge Gburfürfl ton 23äben, $tieovi<h, ju ft* na* Karlsruhe 
ein. (Sr blieb bier ungefabr ein 3abr lang, unb febrte fobann mit 
bem £ttel eine* tnarJrgrJfitcb J&aoenfcben ^ofratb« unb einer 
2>aoenfcben penfion na* feinem geliebten Hamburg ^urürf. 
9Io* in feinem b^beren 2üter f*log er 179 1 mit fetner öieljabrtgen 
greunbinn# Johanne von XOintbem, geborenen 2>impfeb ein 
jweite* ßbebunbnif. 3m bem legten Sabr&ebenb feineö ffiüen ©c* 
lebrtenlcbenö erregte ber warme Tintbeil / ben er an ber feanj^fa 
feben 0taat5umi»al5ung nabm / feine geringe Äufmerffamfeit 
©ein GioiSmuS fang ber neuen greibeit ^>pmnen/ unb bie He«# 

fc«n» 



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io Srfcr. ©Ue6 Äfop|iocf # 

frÄitfeti fcben'ten bem (Sanier ba$ 2$ut$etvcd}t. Hucbi ba$ 
fcanjofifcbe Uationalinpimt nahm ihn ju feinem «Dtftgliebe auf. 
£tyne Sroeifel hatte feine, für alleä Ungewöhnliche unb©ro£e fo fef>r 
empfängliche, ©ecle ben metflen 2Cntf>etl an biefer 83egeijlerung. 
Der äampf Don Millionen für bürgerliche ©ereebrfame war ibra 
fein alltaglid?e§ <5cbaufpiel. aber mit gerechtem SBibcrwillen bem 
tollen 3afobini$mu8 feinb, entwanb ftcb fc-i'b fein £trj bem politu 
fchen Uebermuthe. Audrsigs öes Bccfoctmten unfcbulbigeS 
#aupt fanf unter bem Sföorbbeil ber ©uiüotine — unb Äloptfocf 
r)6rte auf franjiftfeher ©ürger $u fepn. Die leferen Gräfte feine* 
Sebent »erwenbete er yax SBeforgung einer neuen Ausgabe feiner 
f&mmtUcben XEerfe, »on ber er jeboch nur ben 2fbbrucf ber (Döen 
unb be$ meffi&s noch felbft erlebte. Er flarb ben uMar^ igop 
in einem 2Cttcr von adn unö fteb*g 3«t>^n , acht ÜRonaten, 
jmolf tragen. Die gebilbeten 3irFel mehrerer ©tabte be$ beurfchen 
*Baterlanbe3 haben feinem ©emuS feierliche Coötenopfcc gebracht 
Sßorjüglich aber wetteiferten bie beiben ©tdbte, Hamburg unb ZU 
tona, bem ebrwürbigen lobten eine Äegtäbniflfeict $u bereiten, 
wie fte noch feinem (gelehrten in Deutfcblanb ju «heil geworben 
war, Hamburg, welche* ber Dichter über breißig Sabre mit oft 
erfldrter Vorliebe für bie freie glüefliche SBerfaffung bcffelben be* 
wohnt hatte , weichet t>on SJeifenben aller 2lrt t»orjug$weife auch 
bewegen befucht würbe , um Klopf?odf f ennen ju lernen , unb 
Altona, beffen S3urger er gewefen war, unb in beffen ©eboof} fei* 
ne ©ebeine wfenft werben foHrcn. SRit ihnen uerbanben fich unauf* 
geforbert bie ©tefltoertreter beutfeher unb frember Stationen, bie 
in Hamburg wohnenben ©efanbten unb ©efchdftStrager Äclgiens, 
^Snemarfd, lEnglands , ^canlfreicbs , (Defhreicba, Preußens 
unb Äufllanös, um im Gahmen ihrer <5taattn bem großen £ob* 
ten bie lefcte (5hre mit erweifen ju helfen. war ber 22. 9Rir$, 
ber erfle Sag beö eingetretenen grüblingä , al$ bie geier t>or fich 
gieng. ©leichfam als ob ber Gimmel fclbfi ben Dichter ber Äufs 
erftehung wr herrlichen wollte, war biefer Sag ganj ungcwJhnlicr) 
heiter , fein SBBolf chen trübte ben Suftfrciö. grüb um &ebn Uhr 
»erfammelte fich in fcd>3 unb ftebjig Äutfchen w>r bem ©terbehaufe 
ein lange« ebrwürbtgeS $rauergefolgc. DaS am iRieberfäcbftfcben 
Greife rejtbirenbe biplomatifchc JtorpS , Sftitglieber be$ Hamburger 
(Senats unb Veralten, bie ©eiff liebfeit, baö $erfonale ber beiben 
großen öffentlichen ßehranftalten , ©elchrte , Jtünjller , Äaufleute 
unb ,anbre angefehene ^Bürger ber Scepublif Hamburg machten 
baffelbe au§. 2Cuf S3efer>l be$ (Senats erfchien eine Ehrenwache 
t>on hunbert SDcann $u gufj unb &u $ferbe ; mtlitarifebe @hwnbe= 
jeigungen waren ber 8eiche »or ben acht SBacben M ©tabtgebieteS 
worbnet, benen ber 3ug wrübergieng. Er begann unter bem 
toütonenben grogen ©elaute ber fech« |)auptthürme ^ambnegs» 
3(uf einem mit vier $ferben befpannten unb wn Dter gührern ge= 

leiteten 



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grbr. ©Ue& iUopjlotf. n 

fetteten Staruerwagen fftmb ber gan& einfache Sarg. £eS 3ujrri* 
men$ vieler SEaufenbe auf ben Straßen unb Surften unb an bem Sttjo* 
re ungeachtet / waren ^oliceioorfebnmgen unnitfcig. £er feierlis 
che (Smtrucf vertrat tf»re ©teile ; er gebot bem gabflofen £aufe n 
Stabe unb ebrfarchtS volle Stille. JDer3ug erhob ftd> (an qfam feier- 
lich burdj einige «^auprfhafien über ben feinen freien 3ungfenu 
fteig jum Sfti ßerntbore binau$ naef) Altona , wo er um jwilf Ubr 
vor bem Zfyoxt anlangte, pitx, an ber <£amburgtfcben unb 3D$= 
nifeben ©ren^e , gefdbar) bie feierliche Ucberaabe ber Seiche. £a$ 
fcb&ne $amburgifdj>e ©ragonerforpö unb bie begleitenbe 3nfanteric 
machten bem geehrten lobten vor tyrem Abtritte nodj einmal bie , 
£onneur$ / unb an ibre Stelle trat nunmehr eine £anifd?e (Sfjrens 
wache, ©er S&ttffy GtatSratb &awat$ trat an ben £raucrwas 
gen ber SSerwanbten/ um ibnen anzeigen, baß feine Mitbürger 
verfammelt waren / um ftd) bem etyrwürbigen 3uge an&ufd)ließen. 
jDief gefcfcal) in folgenber £>rbnung. <5ine (Sffortc $ufaren eriffs 
nete ben 3ug; bann folgten jwei tWarfchallc inSöagen unb ein©e* 
leite von noeb aetyt unb vierzig ^utfeben mit ben erfren ^Perfonen 
ber JWntgltcben unb Stabtregicnmg / ©elebrten/ £fftcieren/ frenu 
ben (Generalen/ unb meieren ber angefefjenfien Söürger. SBier 
dbwnbeglerter ttaUn mit entblößtem Raupte an ben Seitenwagen/ 
ben Sarg mit baran befefhgten glorgebinben IniUenb. fleht SSJtars 
fchalle mit tfcren weißen Stäben/ ncbjt bret 3ungfrauen in weißen 
©ewdnben unb Schleiern , welche mit SRofen s unb SJtyrtenfranjen 
unb IBtumen gefüllte Jtorbdben trugen/ giengen unmittelbar t>or 
bemfetben. fcangfam bewegte ftd? ber 3ug eureb bie 4>auptfrraßen 
2ütona's. 2(1$ er ftd) ber «fjauptwadje näherte / trat biefelbe fos 
gleicb tn§ ©ewefjr/ unb eine Ärauermufif von gebampften J&Jrnern 
ertonte , bis er vorüber war. 'ä Üc ©locfen ber Stabt lauteten, 
fcrauerflaggen weiten von ben Schiffen im ^afen. 83iele grauen* 
jrmmer ber gebilbeten «Klaffe unter ben jablreidjen Sufcbauern wa« 
ren in Trauer gefleibet. Ueberau* f>errfcbte/ ber ungebeuern SRengt 
M ^erjugefrrimten 85olf ed ungeachtet , bie orbnungvolijte 9?ube. 
So gieng ber 3ug nacf> bem/ jur Stabt getyirigen unb unmittelbar 
an biefelbe grenjenben/ £orfe (Dttenfeii/ wo ftcf) Älopflocf felbfl 
auf bem ©otteSaefer unter einer fcinbe ein ©rab neben feiner ver* 
fiorbenen erffen ©attin fyatte bereiten lafTen. SBei ber flnfunft be$ 
3uge$ ertönte abermals eine $rauermuftf von gebimpften SBlaSin« 
ftntmenten. 2)a8 ©efolge betrat juerjl bie JUrdje / bann fdjwebte 
ber SaTg / getragen von ben Jr>amburgifd)en 9£atb$bienern unb be* 
gleitet t>on ben ^arfd)äHen/ dStyrerjbtenern unb Jungfrauen/ f)*wn> 
unb würbe vor bem 2tttare niebergefefct £>er Storniere theytz 
legte je^t ba6 bem Sarge vorangetragpne SJceifterwerf be§ 3)ic^s 
ttri, bie tTTeffiafce , aufgefd)lagen auf ben £ecfel bed Sarge*/ ein 
3üngling bebeefre ba*aufgefd?lagenelBucbmitjufammengefIoc!)tenen 
Sorbeerjwcigen/ bie Jungfrauen hefteten il>re ^ranje an ben Sarg. 

Sefct 



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12 grbr. ©lieb jHoppocf, 

Sefet untetbtacb btc feierliche Stille t»om C&bor betab eine nodj feiet* 
liefere £rauermufif / ju ber ftdb mebr al§ bunbert SEonfünfller/ £u 
kttanten unb weißgefleibete Sängerinnen vereinigt Rotten/ welche 
mit ber brirten unb üierten Strophe be$ , tum Öcbroenfe f ompo« 
nirten / Älopf?ocf feben Vatczunfcvs begann. 2Cu$ feinem ^ei# 
lig , au$ feinen geifHicben Ätcocrn/ auS tHojarts (Eooten* 
meffe mürben mehrere Strophen unb (5f)6re mit unbefcr)reib(tcr)ec 
Snnigfeit gcfptelt unb gefunden. (Sngelcbire febienen ftd> mit ben 
9J?enfcbenflimmen bereinigt ju baben / um bie Enbacbt ber 3ub6ret 
gu beflügeln. 9)l6&lid) »erfhimmten bie $öne. ©er bomben; 
Weyer trat an ben Sarg , fpraeb einige rübrenbe Söorte $ur 6in* 
lettung, unb la§ au$ bem zwölften (Befange ber ittefftaöc bie 
Sdjilbetuna, be$ £obe$ ber &attlicben ittarta / ilajarus Scbmes 
fler , eine Stelle / momit ber Crntfcblafene fleb felbfl noef) in feinem 
legten Kampfe geflirft batte. 2)ann erbob bie SSftuftf mieber feiet* 
liebe JUagetone / unb unter bem berubigenben ©cfange : Hufex* 
flebn, ja auferffebn unrf? 2Du, mein Ötattb, nacb tarier 
Äub *c. mürbe ber Sarg aufgeboben unb jur ©rabflatte unter bie 
Sinbe getragen. 9locb legte einer ber Crbtenbegleiter ein 8ieb, ba$ 
tlnjer feinem &lop (fod: fang , auf ben Sarg , unb tbeilte cS bar« 
auf unter ber £raueroerfammlung au$. 2tt§ enblicb ber Sarg bin* 
abgefenft mürbe , überzutreten 3ungfrauen unb Sunglinje tyn, 
nacb 2>anicn$ feboner Sitte / mit ben (IrfllingSblumen be§ grub* 
lingS. 2)ie mütterlicbe (Srbe bebeefte nun ben SfaftbeS (£blen/ ber 
fo flatb/ mie er lebte , eine Sterbe feiner Station, feine* 3eitalter$ 
unb beö 9flcnfd>engefd)lccr;t$. 

So tiefer Chrnfl fler; über Älopffocrs fammtlicbe Schriften r>cr* 
breitet/ fo munter unbaufgeweeftmar fein gefeUfcbafrlicber Umgang; 
ein unaufb&rlid) fanftflromenber artifc^er Scber$ mar bie SBurje 
beffelben. feiten trübte SDfcfümutb unb üble Saune bie $ti* 

tetfett feine§ ©eifleS. // Älopf?ocE ifl muntet in jebet ©cfellfcbaft/ 
febrieb fein weljabriger greunb/ bet genialiflbe &tuty, &on ibm 
im 3abre 1777 / er fließt übet t>on treffenbem Scberje/ bilbet oft 
einen fleinen ©ebanfen mit allem 9veicfytbum feiner Sicbtergaben 
au§/ fpottet nie bitter, flreitet befebeiben / unb bettrigt aueb 2BU 
berfprueb gern; aber ein #ofmann ifl er barum nity. Seine ©es 
rabbelt bilt tbn fcielmebr t>on bet äSefanntfcbaft mit SSornebmern 
jurücf; nicbtbag er ©eburt unb SBürben niebt fc^ä^te / aber et 
febafet ben ©enfeben noeb mebt. (St forfebt tiefet nacb innetem 
©cbalte, fobalb ibn (Srjiebung unb ©lanj blenben t&nntm, unb et 
furchtet, alö eine SBcfcbimpfung, bie falte/ befebüfeenbe «j&erabs 
laffung ber ©rofjen. Saturn mufj nacb Söerbältniji beS langes im- 
mer ein SSotnebmetet einige Stritte metyt tbun/ wenn t'bm um Klops 
ff oef 9 Achtung $utbun ifl. Selten ftnbet man ibn in bet fogenannten 
guten ©efellfcbaft bet feinen abgefcbliffnenEeute obne alle* ©eptage. 

2)afüt 



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grbr. ©lieb tfloptfoct 



£cfur $iebt er lieber mit ganzen gamilien feiner greunbe aufSSanb. 
©eiber unb Dinner / «ftinber unb Liener , olle folgen unb freuen 
fub mit. Smmer ijt er mit Sugenb umringt. SBenn er fo mit ei* 
ner 9ieif>e Änaben baberjog/ b^b' icb if>n oft ben tTCann von ^Ja* 
mein genannt — Älopf?o<fö £eben ifl ein beftanbiger ©emtfü. 

überlast fieb allen ©cfüblen / unb fcbmelgt beim Wickle ber SRci: 
rur. 3n ber Malerei liebt er nur ba$ , ma$ £eben / tiefen ©inn 
unb fpreebenben EuSfcrurf bat; in ber Stupf 9 roaö baö »6er§ be* 
»egt, ftc mug aber bie ©ingflimme niebt betauben. — £k freu« 
bigffe 3a^r$^eit für Älopfrocf mar bie 3eit ber P>cfcrittfcbube. 
Eislauf prebigt er mit ber Salbung eines #cibcnbefebrerä. Buf 
bic £>cracbtcr bor Cnsbabn ficht er mit hohem ©tolje berab/ unb 
eine fSRonbnadjt auf bem Crife tftibm eine JejrnacbtberSitrer. Docb 
fam «r einmal in ttebenSgcfabr, auS ber ibn nur mit *Ü?übe fein 
greunb Äeinöorf rettete. 3113 Jrreunb i(r Klopf?ocE //(Siebe/ bie 
bem £>rfane fiebt. " ©egenmärtig/ ferne oon ibnen/ ober im tau/ 
fchenben Debatten / er Benennt feine greunbe nie. $at er einmal 
geprüft unb geliebt , fo mäbrt'S ewig , laß auf fein Urteil 2Bab*' 
fchcmüdjfeiten unbfünftlicb erlogene Ztyttfatyn jKtrmen." Wit 
Skbmutb unb gerübrter 3tyeilnabme fab er in ber golge feines £es 
bc n e einen nach bem anbern &on ben Vertrauten / bie ebemalS $u 
Xexpjia, ba6 SBanb ber innigften greunbfebaft mit ibm terfnüpft 
harte / vor ibm irrö ©rab ftnfen / unb $ulefet flanb er au§ jenem 
febonen Greife nur noeb allein ba. €>o gteng feine ernffe SBeifja* 
gung in ber rü^renben iSlegie an &bert in eine munberbar genaue 
Erfüllung : 

£bcrt! fmb ftc nun alle babirt/ beeft unfere greunbe 

2lfle bie fettige ©ruft; 
Unb finb mir, jmeen ©infame / — bann &on allen noeb übrig! 

(Ebm! »erjrummft £)u mein bter? 
Qtixbt bann aueb einer oon un$/ unb bkibt nur ©iner noeb übrig; 

S3in ber Sine bann icb; 
•J>at mieb bann aueb bie febon geliebt/ bie fünftig mieb liebet/ 

- Stobt aueb fic in ber ©ruft ; 
S5tn bann icb ber ©infame/ bin alltin auf ber <5rbe — 

Klopftocks Werke (Leipz. 1798.) Bd 1. S. 33 ff. 
(Ein langwieriges Sieber hatte in ber legten Jtvanf heit feinem au$2 
getroefneten JtÄrpcr febon aüe Jtraft auögefogen. 2)ocb blieb fein 
äkroußrfepn fiarf unb ungefdwaebt bi5 auf wenige Sage vor feU 
nein Zote. £>k lefcte Stimme feine? CBleims: // JLlopflocf / icb 
jterbc ! " r)atte man ibm au$ ©ebonung »erborgen. #bcr bie fieb 
lefenbe (Seele bot oft leifere SBerübrungen. Älopfrocr* oerlicj* bie 
CrrDe , mit ber öollen Ueberjeugung / ba|j (Bleim ibm »orangegan* 
gen fei. 

Älopf?ocf i(l ber erjle S5ilbner be3 b&beren* f&bneren poetts 
fdjen TLutbtud ö unferer Sprache, ber tf;r ^uerfi einen iKeid)thum 

febfe 



i4 gebr. ©lieb Älopjlocf. 



fd)5ner Äompofttionen anfäuf , unb fte ben freieren ©ebwuna ber 
äßortfolge lehrte , ber Urheber unb SBoüenber beS epifcfecn 4>era* 
meter* im Seutfdjen *) , ber cjtücflicbjk SRaebbilber ber fortfebett 
©plbenmafje ber ©rieben , ber fte mit einer üftencje t>on ibm felbjt 
erfunbener Pom er&abenfhn unb fcb&njhn 9typtbmu$ bermebrte, 
unb ber bod? nie ben JfreiS ber »ilbfamfeit, nie bie Siegel ber Söe* 
tt>e<mnej, roelcbe Analogie unb Älarbeit ibt porjeiebneten , ubertrat 
3ugletd) ifl er ein Dieter pon aebtbeutfebem ©epraeje unb ^barak 
ter. MirgenbS finbet ftd) in feinen SBerfen bie ©pur eine« auSlan* 
bifeben ©nfluffeS. ©elbfl in ben poetifeben fötofebinerien nabm 
er au$ Vorliebe für feine Nation lieber ju ben ©itterfagen be$ SRot* 
bcn$/ ju (Dötn unb XVaibaüa, feine 3uflucfct/ atö ju ben jartert 
©ebilben beS mptbifeben ©cifteS ber ©rieben. 3mmer wirb Älop/ 
tfoefs mefliaOe eins ber erfien unb gr6fjten biebterifeben 2)enhnale 
ber beutfeben Nation bleiben. Jfcübnbeit unb ©rifje in 3eicbnuna 
ber übaraftere unb ©cenen, ein cjanj origineller bicfrtertfc&er ©tpl, 
ber ttrperlid>en SBefen ein dtbcrifcbeS ©eroanb umwirft/ unb ejeifhge 
SBefen »erfirpert; bier*u, bep allem biefen bo&en 9leije beSpoetü 
fd>en Kolorits unb Euöbrucfö / ein flangreicfcer fyxamtttt, beffen 
Snbalt ftd) felbjl in feinem $onma(je lefcnbia mablt unb auöbrucft, 
erleben biefeö ©ebiebt ju einem SKeiflerftucfe in feiner ©attung. 
(SS bejkbt aus jroamig (Befangen unb enthält bie burefc bentnep 
fi«s in fetner OTenfdb^cit pollenbete ©rtöfung ber fünbigen «Kens 
fd>en / »om Anfange feiner geioen bis jur £immelfabrt. fceutfcb* 
lanö »erbanft biefem SBerfe ben 9tobm, in ber Oberen epifeben 
2>i(fctuncjSart »enigjhnS feiner anbern neueren Nation nacbfleben 
ju burfen , unb Por ben meijien einen grofen Sarjug ju behaupten» 

X>it 

*) X>fe 8rage, ob ÄlopfroeT ben tgerameter erfunben bobe, ift fefcon 
oft aufgeworfen toorben (vergl. Ueber t>ae ^(tert^um öce brut; 
fd>en «Sejrametero unb ^ifd)art» beutfdje Uebcr ei^unq beo Habe« 
laiefd)en (Barganrua, von 3©b. $rbr. *<eynai3 im <5otb«ifd)cit 
2ttaga3tn 6er Hunfte unb tt>iffcn|cb«fceii, 23b i. Btcf 3. Suum 
cuique. 3(1 $vieDt\ CBottltcb Rlopftocf bev erfte £*eurfd>e, wtU 
C>eutfd)c gramerer nad) ben mufrern ber »Iren m«d)te ; von 
J. (Beorge Sd)iUingin bem Leipz. allgora. iiterar. Anzeiger igoo. 
tum. 2)er früberen «Berfucbe eine* ^ifebart, ^eöncr, ßifem 
becT/ Turfleb unb t5erAuo niebt gu gebenfen (ocrgl. ben Hrt. iif<^# 
art im i. 25anbe bfef. fej:. Ö. 533.) fo t(f befannt, bo§ <5otrfd)e6 
In feiner SMduFunft vom 3fabrc 174a. Q. ?9J. bod Vateranrer, 
unb S. 196. ben feebften pfalm in ^rrameter, unb |»ar in febr 
leiebte unb roobl abgemclTene Aberfc^t, U$in bem nebmlicben 3abr« 
feine (Dbe auf ben jrubling in ben 2>ctuftigungen einflerüeft unb 
<B»fefe in ben »remifdjen »eitrigen vom $abre 1746 ebenfaH* 
ben ^erameeer in einigen aui bem tgoraj »erbeutfd)ten (Dbcn nod?5 
aubüben uerfuebt bat. Sibcr barum fann Biopflocf bie 35cr*art ben« 
noeb unabbdnglg von biefen ^orgdngern , itie von bem ße gleUbui' 
tig aniocnbenben Bleifl, erfunben bafren. 3fn jebem $&tl bleibt ibm 
bao eob, bo§ fte i&m Stnfelxn, «Ogemeinbeit unb bo^rc 2JoBfom* 
menb«it »erbantt. 



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gebr. ©Heb Älopjlocf. 15 

j&'e !Religton$epopJe würbe burdf) baffclbe ju einer noef) bo- 
bern SBoflfommenbeit/ alö buref) ttTüton, gebracht. 2Ba§ ber 
Stoff felbjt unb beffen terjablung in ber ^eiligen ©efdn'cbte bem be* 
geijlerten jDicr/ter fdjon retdjlid) barbot/ ift burd) feine Änorbnung 
fo wobl / al$ burd) feine t>on frommer spfantafte geleitete fd)6pferu 
febe 2>id)tung noeb fefjr aeroben werben / unb interefftrt burd) bie 
Ebwccbfelung »on (Irjafjliing , ©djilberung/ ^Dialog / unb Iprü 
fefoen <3Jefang eben fo febr / al$ bureb ben weife benufeten SRtifytburp 
an 35 1 Iber 11 unb ©leidmiffen , unb burd) bie wUenbete ©djon hc;r 
be$ 2Cu$brucfc unb SBeröbauS. Woä) fein 2>eutfd)er 2)id)ter fatte 
bor Klopfrocf bem $erameter in unferer ©pradje fo Diel sieben? 
beit, Ebwerbfelung, gülle unb SBobl? lang ju geben gewußt/ aß 
er, ber fo oft, fo lange unb fo reiflich Darüber naebbaebte. <£ben 
biefe äSorjüge, bie man in Klopffocfa tTCefftaöe beifammen ans 
trifft / fmbet man aud) einzeln in feinen (Döen / worunter nur we* 
ntge ftnb , bie ntd>t an giftion / an ftcidubum unb Scbonbeit poe« 
ttfeber Silber , unb an SBobllaut beS ©tjlbenmaßeS ba$ ®eprage 
ber boebften fyrifd?en SSoüenbung an fieb tragen. Älopfrocf s (Eies 
$ien, bie rftrilS feinen (Döen beigefügt ftnb/ tbeilS in feinem JtTef* 
ftas wrfommen , ftnb in ibrer 2lrt eben fo meifterbaft unb reiefy an 
poetifefcen <2d)6nf)eiten. (Seine geiftlicben Jtieöet atbmcn alle 
ben ®etfi be$ für Stauben unb Siebe eifernben ßbrtffentbumS, ber 
feurigen Xnbacbt/ unb beö tbätigen SBoblwoflenS. Sie #erau§ge= 
btt neuerer ®efangbücr)er ^lavbtm inbeffen / ibr glug fei für ben 
gemeinen ßfyrtfien j U ^ D d), unb ibre ©pradje ju fd) wer; ba ber fic 
benn md)t unterließen/ baran &u feilen unb ju anbern , etye fic bie- 
fclben in fyre Sammlungen aufnahmen. 2Cucr) fec^$ dramattfebe 
(Beötcbte baben wir oon Älopffocf ; brei bcrfelben geboren jur 
heiligen ober biblifeben , unb eben fo otele jur vatcrlanötfcben 
ober beutfeben £)icbtfuujl. £>bfd)on fic fammtlid) fid) mehr jur 
fceftüre , al$ \ ur £arff eUung auf ber 23ül;ne eignen » fo er f ennt 
man bod) balb aud) in ihnen 2U opffods eigne große Lanier, (5in= 
faebbett , 2ßurbe unb ©nbrang ber Söorfieüungen fo wobl/ al§ ber 
€5pracbe. ^bantafie unb &erßanb unb ^cr^ ftnben aud) bicr man- 
nigfaltige S'labrung. %w\ fein erjleS fürjereö 3:raucrfpiel in ^ros 
fa: lOct <Toö 2toam8/ weld)cö (Bleim fel)r glüeflieb tterjtfictrte, 
folgten jiemlid) lange nad)l;cr bie beiben in S^mbcn gcfcbricbcnen 
SErauerfpiele : Balomo unb &zvid. ©obann bie brei jufammens 
fe^orenben^röiete für bie «Scbaubü(;ne ; ^etmanns Öd?lacbt 
(im ^Teutoburger Sßalbe); -^ermann und öie ^üuffen; -^ett . 
mannö CoO. Siefe fogenannten I&arötete/ ober bratnatifd>e ©c- 
biebte in bem @eiß unb ^ofhimber altbeutfcben Farben/ flciXcn bie 
Großtaten unb ©cbicffale beö berühmten (5bcruö!erfürficn Tivmis 
Tuus ober Hermanns bar / bem wir e$ 311 oerbanfen baben, baß 
imfer Skterlanb bamalS oon ben SWmern nid)t unterjocht worben/ 
baß wir eine felbfrflanbige Station geblieben ftnb/ unb unfre eigne/ 

uralte 



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i6 Srbr, ©lieb tflopflocf. 

uralte ©pracbe bellten baben , ba bie SWmer a,ewobnt waren / in 
ben t>on ibnen eroberten fcanbern bie lateinifcbeöpracbe einzuführen 
unb bie <£pracben ber beftegten 8>5lfer allmdblia ju oerbrängeru 
Hermann wtberftanb ber Sapferfeit unb JtriegSrunjt ber ütbmtx. 
(Sein Enbenfen warb »on ben Deutzen lange aeebrt/ unb noeb 
Sabrbunberte nacb feinem £obe fangen fte fein Bob. 2Cbcr biefe 
alten unb wahren SSarbenlieber ftnb verloren gegangen , unb wir 
fennen ben großen Wann nur noeb auS ben furjen töadjric&ten ber 
Horner/ mSbefonbere beS (Eaciras. Um beflomebr haben wir und 
ju freuen / baß 3Uopf?od? jene alten Söarbiete ju £ermann$ <£t>xt, 
fo gut eS fid> bei bem geringen ättorratbe btfarifeber Scricbte unb 
SBinfe tbun ließ , bat erfe&en wollen. Der ©egenflanb beS ertfen 
biefer darbiete ober ber ^ctmannsfdbUdyt , ifi bie Sfaeberlage 
beS r6mifcben gelbberrn Vavna mit brei Legionen bureb bie Deut* 
feben im Seutoburgtfcben Söalbe ober in ber beutigen ©raffebaft 
fiippe. Der ©toff beS jweiten i(l bie &agerjcblacirt/ ober ber 
&erfucb ber Deurfcben, baö gager ber Horner unter bem itomraaru 
bobeS (Latin* , wiber Hermanns SGBillen/ ju flürmen/ welcbeS 
fct>r übel ablief (t>ergl. Cacitus 2lnnal. Jb. i. 3U 59. 63—68.). 
Der tragifebe ©egenffanb beS Dritten ifl bie (Ecmorimng; beS ebs 
len ßberudferfürflen bureb feine fallen greunbe unb SSerwanbte. 
«RirgenbS ifi ber feurige , \taxh, menfcblicbe unb bewifebe ®eifi 
unferer SSorfabren mit fo Diel «Rraft / Sülle unb SBa^beit gefebit 
bertworben/ als in tiefen Äatöieten. Diefe ©ermanen (inb eu 
ne grSßere unb eblere SWenfcbcnart, als bie (Briecben beS ^omec 
unb bie Helten beS (Dfllan ; fie finb eben fo gutartig unb menfeb- 
licb als biefe/ eben fo feurigen/ tbitigen/ »ielumfajfenben ©eifieS 
alö jene / unb eben fo tapfer unb beroifcb M beibe. Klopftocfs 
23act>tetc ftnb reieb an originellen Diebtungen/ an mannigfaltigen, 
mit reifer SWenfcbenfenntniß gegebneren abarafteren, an lebrrei* 
eben SBemcrftmgen unb SEBinfen über ben ©ang ber Neigungen 
unb fcetbenfebaften. 3br Dialog ifl in ptofa, aber baufig mit 
(Befangen burebwebt, bie t>on Farben unb anbern mitfpielenbeit 
§)erfoncn bep febief lieben ©elegenbeiten gefungen werben / unb aueb 
an fieb alS originelle Iprifcbe ©tucPc großen 2Bertb b«ben / ooü bar« 
bifeben geuerS unb erbabner ©ebanfen / einfacb unb flarf/ in t> 
rem SBaue neu/ fübn unb fyaxmonifö, jum tytil wm großer 
feiebtigfeit unb Enmutb. Älopfrocfs Epigramme ftnb niebt 
$ablreicb/ manebeS !6nnte eber eine feine/ fmnreieb gefagte ©entenj, 
als eigentlicbeS ©inngebiebt b«ß<n. 2Benn aueb niebt ju groß für 
folebe poetifebe Äleinigfeiten/ fo war Klopffodf boeb für bte<5piele 
beS S&ifeeS ju ernfi/ unb für ben ©tacbel beS Epigramms ju fanfr; 
— 2(ucbalS(Brammat!eect)erbienter/ wenn gleicb niebt immer 
unb unbebingt / unfre 2(cbtung. 9Rit anbaltenber Unoerbroffenbeit 
laS er alles SlerFwurbige über bie Deutfcbe ©pracbe/ fo bürr unb 
troefen eS war; berglic^ unb benote eS, 3Benn wir feine neue 

Äedn* 



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5rbr* ©lieb Älopftocf. . 17 

Xed>tfcbtetbttng , unb wenige anbere Eigenheiten aufnehmen/ fo 
faben wir manche wichtige unb gehaltreiche ©emerfungen fo wohl 
in ben einzelnen Hüffen übet XDobMang unb Bf Ibenmaß/ 
olS tmber (BelebttenrepttbUc'/ in ben Fragmenten &ber ^pra* 
die und jfcicbttunf?, unb in ben (Brammatifcben (Befpracben. 
£tnen befonberen 2Berth geben biefem festeren SÖBerfe überbieß bie 
jabbreieben Stellen au$ griechifeben unb romifeben Dichtern , welche 
er in beutfeben Ueberfefcungen eingefchaltet hat — jundchfl in ber 
patriotifeben Hbftcbt/ unfere SDhttterfpracbe ju ehren/ inbem er burefc 
biefe IDroben beweifen wollte/ baß fte meüeicbt unter allen neueren 
curopaifeben Sprachen bie einjige fei , bie eS wagen bürfe , firf> mit 
ber griechifeben unb rimifeben in einen SSBettjrrett eituulajfen , unb 
gleiche £üne , gleite <3tdrfe / gleiten tfbel beS tfuöbrucfS unb 
gleite ©etyonbett ber rhpthmifchen ©ewegung/ wie jene, erreichen 
forme. — 3n feiner profe ifl Älopfrodf faft eben fo originell/ aß 
in feiner 9>oefte ; furj/ prdciS/ gebrdngt, uofl ©ebanfen unb t>otf 
achter beutfeber Äemauäbrücfe. 9tur wirb ihm mit $ed)t oorge* 
worfen, baß feine 9>rofe juweilen |tt gebrechfeit/ unb JfterS fogar 
yrttioS fei. «Riebt feiten iff er bunfel; er wirft einen großen ®e* 
banten tyn , ber bem Sefer jwar <5rflaunen , aber nicht Ueberjeu« 
gung abn&t^fcjet. 9flan finbet meijlenS &efultate einer großen 
ettle, ohne bie 9>rdmiffen/ ©eblüffe ohne bie SBorberfd^e. lieber* 
$aupt will ba3/ waS Älopf?ocf fchrieb, e$ fei nun in profa, ober 
in Herfen , mit <5Utitfeit unb ©ebarffmn burchbacht fein , wenn 
eS gehörig gefaßt unb serftanben werben fo«. 

• 

5floch gU Älopfrocts Cebjeiten würbe ber Anfang einer neuen 
Ausgabe feiner teerte gemacht/ bie aber bi$ jefet nicht ganj »oll* 
enbet tfL Der gefcbmactooUe SBuchbdnblcr unb 25uchbrucfer in 
&eip*iflt, £err (Bofcben, übernahm bie SSeforgung unb lieferte 
mit ftd? auSjeidmenbcr typograpbifeber (Sleganj : 1 . eine ptadbu 
ausgäbe in groff (Buart auf geglättetem Velinpapier mit Hup* 
fern t>on>bn (S3b 1 — 6. 46 %t)lx. 16 ©r.) 2. einen TCbbruc! 
in groff G>hav auf geglättetem Velinpapier mit ben nachgcjio* 
djenen Äupfern ber &uartau$gabc (33b. 1 — 8- 3 t S$lr. 16 ©r.) 
3. einen ttbbrucf in groff <5)h&v auf Bcbreibpapter rS3b 1 — 8- 
9 £blr. 8 Gfr.) 4- einen flbbruef in grotf (DPtav auf fcrucr 4 pa* 
pier (fl3b 1 —8- 7 $f? lr - 16 ®r.) unter folgenben Titeln: * 

I. Klopfiocks Werke. Erfter, zweiter Band. Oden, 
erfter, zweiter Band. Leipzig 1798. gr. 4. (SBelinpap. mit 

jroet Jtupfern t?on 3obn nach &dmott 20 Ztyx.) gr. 8» (SSelin? 
pap. mit benfelben Tupfern io^hlr. <3chreibpap. 2 Xtyx. 12 ®r. 
£rucfpap. 2 Zfylx. Die beiben Jtupfer befonberS 1 3:i)lr.) 

Die in beiben ©dnben enthaltenen (Döen u. * Plegien erfchie« 
nen anfangs $um SZtyii auf ein3elnen flattern/ aW : 3wo Äben. 
ecFtr*« &. ©. «. 9>«. 3. SB«n*. ö 5icicb 



■ 



i8 dtbv. ©Iie& iUopflocf 

Xhvid) 1749« 4. (En SBobmer; £er 3uwr;erfee) (Dde an (Bott. 
(Xoffotf) 175 1. 8- (SSergl. Kritifcbe SZatbricbten aus Ocm 
Äetcbe der (Belebrfamreir auf Das jjafcr 1751. 402 f.) 
Hamburg 1751. 4. (beibemal ofcne SBiffcn beS feerfaffer*). aufs" 
neue unb nötiget/ Hamburg 1752, 4» (&ergl. Hacbricbten 
von dem 3>u (lande der fcDiflVnfcbaften in tebnematt , Äd 2. 

53 Hamburg* gel. &er. 1752. €>. 73. Sn bem Zieuf 
fien aus der anmutbigen (BelebrfamFeit 175?. 387 — 39*» 
findet man eine abgefebmaefte Parodie barauf: (Dde an dentHen* 
(eben, von ittieb. Keinefen. Kratbufd? 1753.) (Dde an 
den Kernig (al$ Zueignung be6 tneflfiaa) Hamburg 1752. 4» 
(ftanb Dörfer in ben (Dldenburgifcben ivb* eben tli eben 2lnjeigen 
Itnb in ben -^amburgifeben gelehrten Jberidnen 1751« &. 
441— 444. £)an>iber erfdjien ein ©cbirf)t: Sbfcbied vom pars 
naß. £>iefe$ würbe in einer ©cfyrift: Kritifcbe (Bedangen &bec 
die reimfreien Verfe, auf Anleitung des in die gelehrten 
Leitungen eingerückten 2lbfcbiedefl vom parnafl, verfaßt 
von Krinning &ey varingfen / wiberlegt , bawiber in bie ges 
lehrten Leitungen jwei ^elftngc>rifcbe &rtefe gefefct würben. 
Bergt Hacbricbten von dem 3uf?. der XJOiflenfcb. in &ane* 
matt, Äd 1. &• 592.) (Dde an den Konig (in ber neuen 
ilcipjiger Ausgabe t>on Klopßocfs Herfen: &ie Koniginn 
Ättife) Kopenhagen 1752. 4. r-erbeffert Hamburg 1752. 4» 
(Skrgl. tTacbricbten von dem 3uf?. der t£>ifi*enfcb. in &4ne* 
marr*, Äd !♦ 591 f. SBiber biefe £)be fam furj nacfyfyer eine 
3D&nifcbe Parodie berau$, mit ber 2Cuffd>rtft : (Dde an den Jbi* 
febof. (&$ercjl. (Eramers Kloptfocf, l£r und &ber ihn, Ch* 3* 
^* 357 f 0 ® ,e erhielt audj balb jroei Nachahmungen , eine 
(Dde an den Bräutigam , unb eine Htx den (Ddenmeifier von 
<C. ttT. priebf?. (£ine (Bereimte Umfcbreibung der reimfreien 
Klopf?o<f ifeben (Dde an den Konig. Kopenhagen den 26. 
3an* 1752. fief?t in bem £?euef?en aus der anmutbigen (Be* 
lebrfamfeit 1752. @. 776 — 782.) Pfalm. Kopenhagen 
I 753* 4* Hamburg 175?« 4« (SBergl. ZZacbticbtcn von dem 
3uff. der ItDiffenfcb. in j&anemarE, 2>d 1. ^. 97 f.) Xotbs 
f cbilds (Bräber (auf ben £ob bes Jf6nig$ »on £anemarf / £ric 
dtiebs des Ränften) ^ranffurt und &eip$ig 1766. 8. (SSergL 
Kloq deutfehe i3ibltotbel der febonen XOiffenfdoaften , 23d 
1. Btdf. 2. ©. 162 — 164.) (Cod. (ber beutfer/en Äaiferinn 
tTCariä (Ebercfta) Altona 1780. 4. (SBcrgl. eiligem, deutfebe 
£ibliotb* Äd 51. <3. 309 f.) flnbere ftnb/ mit unb o^ne Klop« 
ffoefs SRa&men , in »eriobifdjen ©Triften erfetyienen, naf>mentli<$ 
in ben Jbvemifchtn beitragen jum Vergnügen des Verf?an* 
des und YDirjes/ in ber Bammlting vermifchter Schriften 
von den Verfaflcrn der £>remifcben 23ei'trige r in bem tfor« 
difeben^uffeber (Ueberbie2digccjenwart©otte§/ i.ÖtcF. 44. 



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§rbr. ©lieb tflopflocf. 



£a$ tfnfcfyaucn ©otte$, Bö 3. ^t(f 78. Ueber bie ernfffaffen 
Vergnügungen be$ £anbleben§, Ötcf 94. Sanflieb für bie ©e= 
nefung J£6nig$ t*on ben Stottern, 2>ö 3. ©tdf 125. 2Cuf 
ba$ Subelfeff ber ©oimeränttat in 3}dnemart\ e*tc£ 1777.) in 
bem SDtutfcbcn iTCufeum , in ber (Borrin^ifcben poenfeben 
2>Lamcnlefe 1774. in bem ^amburgifeben HXimcnaimanad), 
in ber Jberlinifcben OTonatöfdmft / in bem lOevitfäen Itters 
für 1789- in ber Xttinetv* be£ $txm von SlrcbenboU, üt bei» 
2lrcbit> oct Seit unö ifcres (Befcbmaefa 1795. 1796. in bem 
(Beniu& öev 'Seit, in V(le\%neV& 2lpoüo, in 5ßcobi's ^cis oö. 
£,jfcbcnbucfce ffct 1795. 1796. in (Ebenöcfl; ttejberfluffigen 
Cafcbenbucbe ffcr 1800. in ber ^ambuegifeben neuen Leitung; 

(Hffammelterfojienen Älopffoef s (Döcn unter folgenben Atteln: 

a. (Döcn unö Plegien. fcacmfraöt 1771. 8- Sit wüte 
feige gonbgrafmn Carolina von ^efTenöarmftaöt (geft. 1774.) 
ücfj tiefe Sammlung »eranflalten / aber nur vict unö öreitftjj 
€remplare für eben fo tnele greunbe abbruefen , fo baß bieg SBtanu* 
ffrqpt furgreunbe §u ben fettenenSBüajern ber neueßen 3eit gebort. 
Sie Sammlung entbdlt eine jiemlia> 2Cnjaf)t t>on alteren &lop> 
poeffeben (Döen, aber alle naa; ben erfkn i l e$arten, nur gar ju 
oft aus fehlerhaften Ebfajriften , unb barunter ein paar , bie ber 

• Dieter ganjlid) verworfen botte , auef; t>erfd>iebene undebte $. $8. 
2ln meta; (Bermanicus unö Cbutfnclöe. (&ergl. 2Umanacb 
öec öeutfeben tTCufen 177a. Ö. 107 — 110.) 

b. jcteörtcb (Bortlteb Älopffodfs .kleine poettfefre unö 
profaifebe XJDecPe. ^tranlfftict unö Äeiptfg 1771. 8- 0 £bfr») 
Herausgeber btefer / obne KlopffocFs SBiffen, »eranjlaltetert 
Sammlung war ber befannte ©cbrodbifdje Dichter unb 5Eonf ünfHer, 
Cbriftt an ^rieöricb ^Daniel ^ebubart. SD?an trifft unter ben 
bier abgebrueften ein unö x>ict$i$ (Beötcbten unb jtoei unö 
rahmig profaifeben Hvtff&r$en audi folcfye ®cbtcr)te an/ bie nad> 
Älopfrodfs eigener drrfldrung (in ber Hamburg, neuen Seit* 
1771. Hum. 57.) nidtf t»on tfnn ftnb (al$ 9hmt. 4. <5. 18. 9ßum. 
6. ©. 28» Sßum. 10. <5. 45. 9fum. 13. 6« 58» 9lum. 15. ©. 63. 
SRum. 16. ©. 66. Sftum. 19. <5. 77. üftum. 20. S, 83» ^um. 22. 
€>. 10c. 9him. 26. <S. 113. 9hun. 27, <3. 115. 9tum. 28. @. 
118- 9tum. 39. (3. 119.) Die übrigen jwet unö $voan$i$ (Be» 
Siebte finbet man alle naa) ben dlteflen > t?on bem 5)ia;ter felbjl 
naa>lK r forgfaltig uerbefferten ober ganj unterbrücf ten / gegarten. 
Sie Sammlung ifi alfo l)od){lenS nur für fola)e ßefer brauchbar, 
bie fie in rritifdfer 2Cbficr;t benu^cn rooüen (roiewobl e$ aua) ni^t 
an irurffeblcrn mangelt), benm wie ^cfTtng mit SJecbt fagt, SUcrs 
dnberungen unb Skrbcfjerungen / bie ein IDiikcr/ rote Klopflod?, 
in feinen Skrfen madjt, »erbienen nicht aütin angemerft/ fonbern 
mit Jleip frubirt ju »erben. SDfan ftubirt in i^nen bie feinflen 3?ei 

25 2 gel« 



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ao grör, ,©Ueb Älopftocf. 

oeln ber StrmfL 2>enn was bie «Keifrer ber Jtunft ju beobatyen 
für gutfinben, bae ftnb Regeln. (SBergl. 2ümanad> öer öeut* 
feben mufen auf oas tJafcr 1772. 73 f. 2(ügem. öemfebe 
2>ibltorf>. £t> 16. 0. 267fr. <Bottin$. gel- an*. 177"* Ä 
956 f. Äiel. gel. Seit. 177'. 246 ff.) 

c. <Döen. Hamburg, bei 3ot>ann ^oaebim <£r;rif?opt> 
35oöe 1771. H. 4. (1 «dir. 4 ®r.) JXtfe, von bem Stüter fclbfl 
veranjtoltete , Sammlung entbdlt in orei SSüdjern oret unö 
(Tebjig (Doen unb Drei «legten / bie vorder einjeln fcrauSge* 
fommen waren/ ober in periooifcbcn Qcbriften geftonben botten, 
l>ter aber fammtli* tfarfe IPerbefletungen fo wol>l in Xnfe&ung 
be$ 3nbalt$ , als bes Ausbruch unb bes ©ptbc nmaf e§ erhalten &a* 
ben. (33ergl. Blmanaeb öer oeutfeben tttu fen 1772. 103 — 
107. attgem.oeutfcbeÄibliotbef, £0 i9.ötcf. i.ö. 109 — 
123. öebiraebs ttla^n Ott öetttfeben Kcttif , 2>ö I. Ct>. 
I# e.154 — iTpO SBicber^ott würbe biefe Ausgabe $u Äeipjig 
J787- 8- (8 fc) 

d. (Einige <Döen von Älopf?ocr\ XPerjlar 1779-8- (4® r -) 
JDtefe (Sammlung veranjlaltete ber |)efTenbarmflabtifd?e ^egierungS^ 
ratfc &. <B. von fangen, Sie tft als eine tfacblefe ju ber 
Hamburger Originalausgabe anjufefjen, unb entbilt bie in ber 
£>armf?4öter ausgäbe beftnblidjen ©ebicfcte/ welche Kloppocf 
in bie von ibm felbjl veranftaltete (Sammlung nicfyt aufgenommen 
batte. & ftnb an ber 3af>l vierjebn mit folgenden tteberfcbrtf» 
ten: Tin ©ort; %l* ber$id)ter ben^effiaS ju fingen unternahm; 
igtabat $toter; Plegie; $etrarc& unb ßaura; En gamro; £>be 
auf bie ®. unb £. »erbinbung : Sie Söerwanblung ; SSerbangniffe ; 
©ermanihiS unb £b"f?nelbe ; £enocr;, ein gragment; äriegelieb; 
SErinflieb jur Sfladja&mung be$ JtriegeltebeS ; Siebeslieb jur Strä« 
afmtung be$ £rinf liebed. 2)iefe alteren / von bem £i#ter juruef * 
gelegten / ©tuefe r)at auefc £err Gramer in bem erffen unb jrvei* 
een Zbeüe feines Älopffocf , ffcr unö aber ifcn aufbewahrt» 

3n ber neuen &etpjiger Ausgabe von Älopffocfs Vierten 
$at ber Dieter felbft nodjmaß bie überarbeitenbe £anb an feine 
Oben gelegt 3n ben föon ehemals gebrueften fanb ff* jwar nur 
ut fparfamen X)erbefferungen ©clegen^eit, aber biefe wenigen 
ftnb $ur »oUenbung ber ©teüen / wo fte fic^ finben t be jlo wttk 
fommner. 5)ie ©ebic^te ftnb $ier nad? ber Zeitfolge (boefc nid?t 
ganj genau) georbnet, unb ber er(?c Äano enthalt bie vom Safrrc 
1747 — 1772. fo wie ber jtDeite Äanö bie *>om 3abre 1773 — 
1797. verfertigten. 3n beiben 5Bdnben jufammen ftnb etn^un- 
öertfanf unö neamig iy rifebe Ötacf e befmblid), unb unter biefen 
au^ fold>e / bie r-or^er noeb nie gebrueft waren. Einige altere von 
1747 un*> ben folgenben Sauren, bie Äloptfocf in ber erffen 

eamnv 



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grbr. ®üeb Sttopflod. st 

(Sammlung *om %at)tt 1771 «itfltefj ( (Salem/ ?)cfrarfa unb 
Saura [jwet legten ]; Der 2fbfd)icb; Die ©tunbe ber SBei&e; 
Xn ©Ott; Die Söraut ßDcr ttcrwanöelte tft nur eine neuetie* 
berfebeift flattber: Zn€Mih Da* Scofenbanb; Der Selige; 
rooju nod> au$ Älopf? oef s 2Cbbanblung über beutfdje @pra$e unb 
£icbtfunft, öec Äamtti, fommt) bat er, tt>ie auf gurbitte feiner 
3ugenbfreunbe , »ieber aufgenommen. Uebrtgen* i(l tiefe 2CuSg<fr 
be f orreft gebrueft unb ftc^tbar nad) einer febr richtigen #anbs 
fd?rift gemalt. 9tor bei ber einzigen £>be:' fcelpbi (*öb 2. @. 
80 — 87.) miebte man einen 3n>eifel liegen/ inbem man feinen 
3ufammenbang ftnbet unb £ran§poftrionen unb Bafunen öermu* 
tben muß. (Sin paar ntd>t unerbeblidfre Drucffebler finb Äo 2. Ä 
158. &'n(? fr ißins. £ö 2. 113. oer reinen ff. Oes rein 
nett. Em £nbe jebeS SknbeS bepnben ftd) furje Tinmettun» 
gern (SSergL Allgem. Lit. Zeit. 1799. £0 4. tlum. 336. 0. 
185 — 191. 1801. £0 1. *7um. 91. 721 — 726.) 

tteberfetjungen. 9cur einige tum Älopfrocfa (Doen fmb 
bteber, unb jwar in$ ^canjofifcbe uberfefct worben f nemliä) üt 
fcen Oeuvres philofophiques et literaires de Mr. Meillian (II 
VoIL Hambourg 1795. 8*)« 2Der Ürroberungsfrieg/ fret/nebfl 
einem J&rtefe an Klopft od* ; unb in bem Spectatear da Nord 
(Hambourg 1797. 8-) : fcieÖonne und fcie ürcöe; &te)u>eite 
njobe. Der leerere Uebcrfc^cr lieferte eine öretfaefoe Uebertragung/ 
nemlid> eine n>6rtlicbe unb eine freiere in 9>rofe, unb eine poetifebe, 
bie aber me hv eine freie 9cad)abmung Reißen fann. — Selim et Sc 

lima, poeme imite de Y Allemand par Mr. Dorat. $?JgL 2llm<U 

nach ö. öeutfeben *T?ufen 1770. e. 130—134. 

Erläuterungen fmbet man in folgenben SBerfen: 
1. in <E. 5» Cramets Älopfrocf, i&t unö übet ihn hu 
finben ftcf> rin 'und vierzig (Doen t>on Älopf foefr mit 21nmcr* 
fangen unb ben «Itcren &efeatten/ nemlid) Cb. !• GJ. 164 
— 168« Der fcebrling ber ©ried)en (SBen beS ©eniu§ 33li<f/ 
als er geboren n>arb ic.) 169 — 220. Söingolf. €S. 221 — 
244. Weitere fcefearten &u SBingolf. 245 — 251. f SBerbang* 
niffe (^6nigen gab ber £)tympier ©tölj 2c.) Da3 ©tuef befmbet 
ftd> nicht in ben Originalausgaben von Älopfrocfa Oben/ fon* 
bem nur in ber 5)armf?^öter @bitton. 25a — 271. Die • 
fünftige ©eliebte (Dir nur/ liebenbeS $erj, « uc (?' meme wrtraiu 
liebten Spanen tc.) mit ben älteren fcefearten ju biefer Plegie/ 
»wrauf nod) Ö. 272 — 277. &n>et naebabmungen : j>ie fünf/ 
tige (Beliebte »on ^ob. tHartin tttiüet, unb 2Jn Öelma uon 
>b. Meineid? t>o^ folgen. 277 — 282. *Än ©ifefe (®e^! 
ia? reife mta> loö / obgleicb bie mÄnnlid)e SJugenb tc.) mit ben alte« 
ren gefearten. &t>. 2. 0. 9 — 15. 2Cn Gbert (<5bert/ mic^ 

fd)eucbt 



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gcDr, (SUeb £lop(lotf. 



fcbeudjt ein trüber ©ebanfe Mm blinfenben SBeine 2c.) mit ben aU 
teren gefearten. B. 280 — 285. ^efrarfe unb Saura (Ttnbern 
feterblicben fcbSn, »011 mir faum angcfd)iut 2c.) B. 385 — 291. 
(Selrnar unb ©elma (ÜReine ©elma , wenn aber ber $ob un§ fites 
benfce trennte 2c.) B. 291 — 294. Dic<3tunben ber SBeibe (<5uct) 
Etunbcn grüß tdb / bie mir ber ibenbfiern 2c.) B. 294 — 299. 
Salem (Gfincn fejllicben tfbenb (lieg/ bell, mit bem ©ebimmer bc$ 
SftonbcS 2c.) B. 300 — ;o6. Skrbale (©inen freigeben Eenj 
warb ify, unb flog umber 2c.) mit ben alteren fcefearten. B. 307 
— *«2. 2fn ganm? v^nn icb einjt tobt bin, wenn mein ©ebetn 
ju (Staub ifi etngefunfen ic.) mit ben alteren Scfearten. B. 3H — 
313. 2Cn gannp (2ßenn bu/ entfcblafenb , über bir fer)n wirft ben 
ffttien (Singang ju ben Unterblieben ic.) beflnbet fieb niebt in ben 
Originalausgaben. B. 324 — 334- En ©Ott (Cin fliller <3ct>aucr 
betner TlUgegenwart erfebüttert, ©ort, miö) 2c.) nacb bem. t»on 
Rlopffocf felbfl beforgten.unb mit einem fletnen §Borberict)te t?er= 
[ebenen 2tbbrucfe Hamburg 1752. @. 359—366. Crlegie (Der 
bu jum Siefjtnn unb (Srnft erbabner ©efange gewotynt bift 2c) feblt 
In ben Originalausgaben. B. 367 — 369. 2Cuf bie ©. unb 
fBerbtnbung (Unberufen jum^cberj, welker im Siebe lact)t 2c.) 
feblt in ben Originalausgaben. B. 370 — 372. fymxid) ber 33og* 
ler (Der getnb ijt ba ! bie <5d)laebt beginnt 2c. ) mit ben älteren 
Sefearten. B. 373 — 375. StcbcSlieb, jur flladjabmung beS 
^riegSliebeS (9toct) rvafyct ber ©cbmauS ! nod> fließt ber Söein 2c.) 
B. 376 — 378- &rin?lieb, jur 9^acbar)mung be§ ^riegSliebeS 
(Der ©djmauS gebt an! ber SBein ijl ba 2c) B. 378 — 382. 
Die Söerwanblung (EB id) unter ben ülttenfcben nodj war, t)a war 
icb ein 3üngling 2c.) feblt in ben - Originalausgaben. B. 406 — 
408. TLn «obmer (Der bie ©ebiefungen lenft, beißet ben fromnu 
ften SGBunfcb 2c.) mit ben Siteren Sefearten. B. 409— 416. Der 
3urcberfee (©ebin ijt, SRutter SRatur, beincr Grrftnbung $racbt 2c.) 
B. 417 — 424. Sriebricr) ber Junfte (SBelcben Jt&nig^ ber ©ort 
fiber bie Jt6nige mit einweibenbem SBlicf 2c.) mit ben alteren Se* 
fearten. Cb. 3. B. 14— - 18. griebrieb ber gunfte, an Söernftorf 
unb 9ttoltfe (Cnngebüllet in 9tacbt, jefct, ba bie beeiften ©ebtrge 2c.) 
B. y~ 8 — 319. Dem (Srlifer (Der @erapb jfammeltS , unb bic 
ttnenblidjfeit bebtS buret) ben UmfreiS ibrer ©eftlbe nacb 1*0 wtt 
ben «Ureren Sefearten. B. 320 — 32*5. Die tobte itlariffa (23lur 
me, bu flebfl wrpflanjct, wo bü blubef! 2c.) ©. ?2ö— 331. 2Cn 
üibli (Cang in ^rauren vertieft, lernt' icb bie Siebe 2c.) 0. 3^2 
^ 337, griebenöburg (@elb(l ber @nge( entfebwebt SBonnegefils 
ten, laßt 2c.) B. 348 - 358- Die Äöniginn Surfe (Da fte, i^r 
SHabmc wirb im Gimmel nur genennet ! ibr fanfteö 2lug J im £obe 
fd;loß k.) mit ben alteren £cfeartcn. B. 3^9— 362. ^ermann 
Itnb' 8$u&tt(ba (»?)a! bort (6mmt er mit Scbwcifj, mit Horner« 
blute, mit bem ©taube ber ©djlacbt bebeeft 2c) mit ben alteren 

Sefcr 



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Srt>r. ©Heb Älopflocf. 23 

Sefearfen. B. 36? — 368. fragen (SBeracbt ibn / Seier / roelcber 
ben ©eniuS in ffd> oerfennet zc.) mit ben alteren fcefearten/ au$ 
ber Darmftabtfcben ©ammlung. B. 36g — 379. Sic beiben 
9Jhifcn (3$ fab/ 0 fagt mit, faf) icb/ n>a$ jefct gcfrf>icl>t k.) mit 
ben alteren ßefearten. B. 380— 382. 2Cn ?joung (Stirb/ pro* 
pbctifd>er ©reis / fttrb ! benn bein ^Palmenjroeig ic.) mit ben altes 
ren Befearten. B. 383 — 389. 2Cn (5ibli (Unerforftyter/ als fonft 
etroaS ben gorfeber taufrfjt/ i(l ein «öerj 2c.) B. 390 f. Tin 4tbli 
(3eit, Serfunbigerinn ber beffen greuben ?c.) B. 392f. Tin 
üiMi (Sie fcfelaft. Ö gtef i&f / ©Plummer/ geflügeltes balfas 
mtfcb geben über ifjr fanfteö $er$ tc) B. 394 — 404. Tin ©leim 
(Der terfennet ben @d?erj/ bat t>on ben ©rajien feine SDftene bes 
laufet rc) mit ben Älteren fcefearten. B. 405. Tin Gibß (ÖbS» 
bu weinef!/ unb id> fcblummre ftct)cr 2c.) »erat B.455 f* B. 426 

— 433. Der 3?be»nnjein (£) biw ber Traube ©obn r ber im©ols 
be blinift 2c.) B. 434 — 442. gür ben JtJnig (|>falter / finge ben 
$crrn! geufj SilbertSne / laute Subel b*rab tc) mit ben alteren 
fcefearten. €>. 443 — 447. Tin ßibli ;(Der Siebe ©cbmerjen/ 
r.id>t ber erroarrenben 2c.) B. 448. ßibli (3m gruljlingSfcbatteit 
fanb icb fie/ ba banb tcf> fte mit Siofenbanbern ic.) B. 449 — 453» 
Die ©enefung (©enefung/ Siebter ber ©d)6pfung aucbic) — 
3n (Tcamecs Briefen von Ccllon? an l£lifa befmben ft<b/ außer 
mehreren von ben twrbergebenben ©ebbten* etroa noeb jwolf an* 
bete/ ebenfalls mit 2Cnmcrhina;en. 

2. in ber Pralrtifcbcn Anleitung, (Beif? rntö -^erj öurcfc 
Die Äcfrttrc öec Siebter *u bilöen, (Eb. 2. B. 110 — 112. 
Die gruben gefeier; Die SBelten; Der Eislauf. B. 131 — 139» 
griefcrid? ber fünfte. B. 139—- 143. Tin *8obmer. B. 143 — 
151. Der 3ürcbcrfee. 

3. in Vcttccleins <£b«f?omatbte öetttfebec (Beötdne> 
2. B. 368 — 484» SBirtgolf. #0 3. 0» 5 — 16. Tin 

©ifefe. B. 17 — 37. Än S5obmer. B. 28 — 49. ® er 3ur- 
(berfee. B. 50 — 61. griebrieb ber günfte (2Beld)en JfcÄnia ber 
©ott über bie Einige ic.) B. 62 — 73. griebrieb ber günfte 
C^ingebüüet in 9la$t, jefet ba bie beet(!en k.) B. 74 — S4* 
gragen. B. 85 — 97. £ie SSerroanblung. B. 98 — 106« 
£ie ^onne unb bie <5rbe. B. 141 — 148. 2)a£ große ^allcluja. 
B. 148 — 157. ©cblacbtlieb. B. 252 — 263. ©elmar unb (Se(ma, 

4. in p6im ptahifdbem -^anöbudbe jwc Hehhzc Der 
deucrebm ÄlafiYfec, Cb. 1. B. 284—287. Walm (Um <Sr* 
ben roanbeln !D?onbe k.) B. 287 — 291. iDer Crfifev (3)er@e= 
rapb ftammeltd 2c.) Cb. 2. B. 136 — 142. 3Die grüblingSfeier 
(^id>t in ben £)ccan ber SMten alle 2c.) Cb. 3. B. 171 — 176. 
Zn ©ott (@in friller Ocbauer beiner 2(ügegen»art 2c. ) B. 176 

— igr. Dem ^^gegenwärtigen (Da bu mit bem 3^obe gerungen/ 
mitbem 3^obe b^ftiger Du gebetet l>attcfl 2c.) B. 222 — 224. 
Da$ große $al/elu)a (Gbre fei bem #ocberbabnen 2c.) 

^. in 



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24 



3rbr> ©lieb Älopjlocf, 



5. in ben JLyvifcben (Bebidbten mit ertlJrenöen Unmeu 
hingen berausgegeben von jetroinanD Ibelbthd , nebfl ev 
ner ttnterfucbung &ber öas Bcbäne unb einet Sbbanölung 
übet bie (Btunbfine bet iErHirung unb bee Vortrags ly* 
rifcbcr (Bebidbte , £b 1. B. 233 — 234. Die (Srinnerung. 
337 — 252. Die Srüblinööfcicr. B. 253 — 266. öarbale. 

267 — 275. DieSBelten. B. 276 — 284. $cone. e. 285 — 
310. Der #ugel unb #ain. e. 31 1 —321. SDtein SBiffen. 
3Uopf?ocfa (Döen finb ^ier t&eitS mit SBejeidjnuna ber richtigen 
jDettßmation , tf)eil§ mit Anmerkungen jur <£rf larung begleitet 
Horben. Diefe 2fnmerf?ungen ftnb furj/ benimmt, aweJmdgig. 
Seber £)be tfi eine (Einleitung öorgefefct, bie ba$ poetifebe 58er« 
bienjr beS 9>lan3 unb beö 5öerömaße6 entnritfelt. SBergl. Allgem. 
Lit. Zeit. 1801. £>d 1. Hum. 92. 0. 729 — 731. 

6. in ber Ärittfcben Äibliotbelf bet fcboneniaDiftcnfcbaf* 
ten (Mbfytn 1795.) 1. Btrf 6. B. 4*4 — 471. DieQrpo* 
fen (Denfjeiten) ; DaS Denfmal; Da« lötmbniß; ©bli (3m 
SruftlmgSföatten fanb ict) fte, ba banb t$ fte mit ftofenbanbern) 
t)on Vettcrletn. 2. Gtd? 6» 0. 448 — 455. «£emiö unb 
Selon , ebenfalls öon Vetterlein. 

7» in (E^lecß ^eitrigen jur Äritif de» Bcbalunter* 
riebt«, Bttf 3. 6. 70— 105. 3n©ifefe; SBingolf, fechte* 
£ieb, 

8- in 21. ®. mctffnerö 3eitfa)tift : 2fpol(o , som 2fabte 
1794. Bttf 6. 0. 128 — 137. Die Denfyeiten. 

9. in ben (Döen öer fceutfeben, Bamml. 1. 0.,'if. 2lrt 
Gtbli (ßibli bu weinejt, unb id> fdjlummre fidler 2c.) 0. 3—7. 
©tintenburg. 0. 7— 10. Unfre Surften, 0. 11 — 17. Jtai? 
fer £einrid>. 0. 18—38- SBingolf. Die Anmerrangen ftnb 
nur unbebeutenb. 

10. in (Stiebtidb &\xbwi$ EDaltbcrs, 9>rof. ju ©ießen) 
fceutfeber Älumenlcfc f&r 0cbulen (£of 1784O 0. 114 — 
118. Hnöobmer. 6. 118 —127. Der SBacb. @. 127 — 
131. 2(n ©ifefe. 0. 145— 153. Die beiben SRufcn, mit «in/ 
leitungen/ Anmerkungen unb ben älteren Äefearten jm; nüfelt* 
d)en SSerglcicbung mit ben neueren. 

11. in Cbriffian XDilbelm 0neüs ©ä>ift: Ueber fthbt 
»ilöung bes <Bef<bmac£* f&r Altern, Bäntttebrer unb ^of* • 
meifier (©ießen 1782.) 0. 190—194. 2Cn SBobmer, mit €r= 
flarungen für obere ©djulflaffen. 

12. in Äamlers Ißinlettimg in öie febonen tDtffenfcbaf/ 
ten nacb Dem 5ranj<5fifcben i)eö ^erm Äatteur (Seidig 
j'74.) 3. 87 — 9'- Semerfungen über einige 
£>ben, ^. IB. ber 3ürd?erfe / Die beiben Stufen tu f. ro. 

Die Q>be mit ber Ueberförift ; ibic öeutfebe ÄibeW im 
tTcuen Oeutfcben ttTercur 1790. Januar. 0. 106 f. 

Die 



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Srbr, ©Iteb Älopfrocf. 25 



Die (Döe: ttnfere Bpradbe (in Älopffodk tDerlfen J£>$ 
2. B. 104 f. £>ie öeutfcbe Bpracbe) im fceutfcben ttTufeum 
1785. 2. fcecember. B. 546—553. (!J. 5» Äoroe» tts 
flart auf eine fomifc^e SGBctfc bie fil>e fo, aß »dre ifcr 3»eä\ bi« 
Surtöprubenj ju verunglimpfen). 

proben 3Uopf?ocr'fd?er (Doen befmben ftc$ : 

1. in (Efcbenburgs Jöeifpielfammlang jur (Efceorie unO 
Literatur der febönen tDifi*enfcb«ften , 23ö 4. B. 62 — 64. 
Die (Elegie : Weimar an <5elma (t>ergl. PStocf mann« TlUgemeine 
(Beanöfarje der febänen tDtflenfcbÄften nad> öem ^ranjäfi* 
feben Oes ^errn JDomaiton, Ct>. 2. B. 116 f.) B. 215 — 
219. Der ^pmnuS : Die gfrü^lingSfeier. B. 315 — 319. Die 
beiben £>ben : üRein JBaterlanb / unb {»ermann unb £bu§nelba. 

2. in Äamlcrs Lyrifcher Bluhmenlefe, &. g. tTum. i6* 
Sa* beurfebe fjftdbcbcn (33ci JHopfiod : VaterUnöslieo , jum 
Bingen für ^ofcanne iEUfabetfr von XDintfam) mit 2Jbl?ar' 
jungen unb Änderungen. 

3. in iT^rtbiflons Lyrifcher Anthologie, tEfr. 3. B. 
185 — 256. SSBingolf ; Tin (Ibert; 2Cn gannr;; Söarbale; Der 
3ürd?erfee; DaS Sfofenbanb; Der ^einwein; Die grüblirfg^ 
feier ; Der Jüngling; Die frühen ©raber ; Die Sommernacht; 
Der2(bler; 9>falm; Die ßebrfiunbe; baSSÖünbniß; Dergrobftnn; 
Die (Erinnerung. ir>. 19. B. 187 — 233. Die fünftige ©elieb? 
te; Die tobte Jtlariffa; «& ermann unb $bu$nelba; Die beiben 
9Kufen; En ©leim; SEBir unb @ie; WUm SBaterlanb ; SSaterlanbS* 
lieb für beurfäje SRabdjjen; SWein 2Biffen; Der ^acfyrubm; Die 
SSerroanbetten. 

4. in (C&te^ Friedrich Gotdieb Klopflock ff. B. 136 — 
144. 2Cn gann»; 2Cn ßibli (Unerforfcfyter / als fonjt etroaS ben 
?orfd>er taufet k.); Da§ S33ieberfe^n ; Zn (Sbert (mit furjen 9tös 
ti^en ron ben r)ier t?orfommenben f)erfoncn ober greunben JUopftocB/ 
ifcren SSürben unb ©terbejabren) naefy ber ßeip^iger neuen 2Cu$gabc 

5. in bem Pantheon der deutlichen Dichter mit biogra- 
phifchen und iiterarifchen Notizen (Halle 1806.) (Et). I.B. 

144—196. SBingolf; Zn Cbert; Der *bler; to gann»; Die 
^ommernaebt; 23arbale; Der 3ürcberfee; Die früben ©raber ; 
Die grüblingefeier; ?)falm; Da$ ©unbnifj; Der 9?r>€!nn>etn 5 
Die fcebrjhmbe ; Hermann unb $bu$nelba ; Die fünftige ©eliebrej 
Der (Erbarmer; wotbfcbilbS ©rdber ; ©elmar unb <5elma. 

ttiufiMifdje Bearbeitungen Ätopfroeffcber (Döen: 
(Döen ron Klopffod: mit tTJeloöien von <£brif?ian (Bottüeb 
tteefe. 5len$bürg unö &eip*ig 1776. Streite Auflage ifcbetv 
öaf. 1779. (üuerfol. (1 %t)tv.) tTeutmeo 1786. (DuerfoL, 
(i 3^(r. 14 ©r.) ~ 2>ie ilebrfittnöc von Älopfrocf , in tTTtt* 
fif gefetjt von HAumann. £>reaöen 1785. (Huerfol. (12 ®r.) 

»ergl. 



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26 gr.br. ©lieb 5tlop|tocf. 



SScrgl. Allgem. Lit. Zeit. 1785. Bö 4. tlum. 287. 243 f. 
— Ibas Vaterunfcr, ein pfalm von Klopfrod?, in tTCuftf 
gefetu vom tnufiiröirer'tor €5cf>t»enr'e in tjamburg. Klavier/ 
ausuig. Äeipjig 1799. (Btterfol. (i2©r.) — 2Die Rablings» 
feiet, (Döe von KlopffodT 3>ur IbetUmation mit tTTuftf 
von tJ- 2t» 3>umfFeeg. Ktar*ieraud$ug. &eip$ig (16 ©r.) 
Siergl. ^reimatb. 1805. Hunt. 23. 89. — £>ie fruben 
(Braber, (Döe von Klopf?o<f unö Heitmann, für (Bcfang 
unö Klavier. £cipjig 1800. (Ducrfoi. — £>ie toötcKlarifia, 
(DOc von Klopftocf , mit Begleitung öes pianofortC/ von 
3- 5- 2Ccicbaröt. Penig 1804. (Ducrfoi. — Belmar unö 
Pelina, Plegie von* Klopfrodf, im Klavierau6?uge von 
Homberg. £eip$ig 1805. £ol. — (Befinge beim Klavier von 
% Ä. 3umt?eeg. Harn. 1. $icrin: 2Bic crfcboli ber ©ang be$ 
Sauten $eer8 2c. 3ett, £$errunbigerinn ber beffcn greuben 2c. — 
2f. X- p. ^ctoulj ilicöcr im X>ol£atone bei Ocm Klaviere 
$u fingen, Cb. 2. G>. 7. ^einrieb ber Sogler. @. 12. SBater« 
lanbSlieb. — 2leicba töta (Ööen unö £icöcr von Klopffocf, 
ötolbcrg, Clauoius unö ^Solty / mit ÜTcloöicn beim Ria« 
vteye ju fingen. B. 1. ©elmar unb <5clma (SBeinc bu nid)t, 
0 bie id) innig liebe 2c.) £>. 9. £>ie früben ©raber (©iüfommert, 
0 filScrncr Sttonb 20 £5. 44. 2fa Gib"' (3eit, Söcrfunbigerinn 
ber bcflen greuben 2c.) — flueb ftnb t>on Badb unb ©luct* einige 
(Döen t>on Klopffocf fompomrt roorbeiu 

2. KlopAocks Werke. Dritter, vierter, fünfter, fechßer 
Band. DerMeflias, erßer, zweiter, dritter, vierter Band. 
Leipzig 1800. gr. 4. (SBelinpap. mit vier Jtupfern wm Softit 
nad) guger 2Ö£bk- 16 ©r.) gr.8. («eünpap. mit tenfclben Äup* 
fern 1 5 3$Ir. ^ebretbpap. 4 £blr. 8@r. £rucf pap. 3&blr. 16 ©r. 
©ie »ier Tupfer befonberä 2 16 ©r.) 

£>ie örei erffen (Bcfange be$ meffia» erfc^ienen junt etftcn* 
male in ben Heuen Beiträgen xum Vergnügen öcs Verftan* 
Oes unö tOiQca (1748- $Bb 4. @tcf 4. 5.) aber febon im folgen* 
ben Sabre 1749 $u ^alle als SNaebbrucf , ben jeboct) ber &erfaf[et 
ebrlieb maebte, inbem er ftet) mit bem SBucbbanbler *5emmeröe 
über ben SSerlag, aueb ber gortfefeung, »erglicb. 5)tefe fam unter 
bemÄitel: 2>cr ttteffias. 16rf?er Äanö. ^atte 1751. gr, 
8. al$ eine fer>r t>crbeflertc unb mit jroei (Befangen, bie für bic 
23cfi^er ber brei erflen auet) befonberä abgebrueft mürben/ r-ermebrs 
tc Ausgabe mit Kupfern beraub woju ber Siebter felbft ben 
Entwurf geraaebt 1)atU , bie aber fd>le4>t auffielen / unb beim brit= 
* ten unb vierten SSanbe ganj weggelaftcn würben*). Waö) ^öottcru 

bung 

*) <fine <£tPIaning ber Tupfer ju ^cn 3Cbn crftrtt (Befangen ^C9l^ef^ 
ftaefinbet man in Cramere »lopftotf, tfr unb ober ibn, Tb. 5. 3. 
jf? — 3to. 



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gr&tv ©lie& Älopftotf. 27 

&img ber tfbn erffcn ©efange »eronftoftete Älopffod? ju 3topen; 
fragen auf Sofien be$ iloniaS t>on Dänemarf / ^riedriebs des ' 
fünften, 1755 eine neae verbefferte Ausgabe be& erffen 
Landes mit einem (Rtelfapfer in groß Quarrt 3n tiefer ©es 
flalt erlebten gugleicb ber ;rveite 2>and , n?e(d>em 1768 ber &rtrte 
folgte f wöbet) e$ aber Wieb/ fo bafj biefc Eingabe mc^t oollenbet 
roorben ijt 2>er Verleger ber -^«Utfcben 3u«gabe tfcat nun aueb 
1756 ben netten Äand bin$u, begnügte ftcb aber/ ben erffen 
neu afcbrucfen ju laffen, obne oon ben X>erbefferungen ber Kopen/ 
bagener Ausgabe ©ebraueb ju machen. 2)ocb würbe oon bem 
erften JBanbe 1760 eine neue Auflage gemalt ®er dritte 
ÄanO/ ober ber 11 — 15. ©efang, tarn 1769/ unb ber vierte 
ÄÄnO, ober ber 16 — so. ©cfang/ 1773 ^erau^. £er bölljtans 
bige Settel biefer EuSgabe ifl folgenber : &er XtXefpas. £rf?er 
23and. Streite verbeflerfc Auflage.- i^afle im tnagdebur* 
etifeben 1760. Streiter 25and. &bendaf. 1756. dritter 
Band. iSbendaf. 1769. Vierter £and. CSbcndaf. 1773. 
gr. 8. (mit Tupfern 3 $bk. 2 ©r. o&ne Jtupfcr 3 14 ©r.) 
£em erffen Bande ifl bie 3>ueignung5ode an ben «ftonig bon 
£anemarf unb SRorroegen/ ßtiebrieb den Sbnftcn, (SBeltfjen 
Jtonig ber ©Ott über bie MbniQt k.) nebfl einem ^orberiebte ju 
biefer £>be/ unb Blopfrocfs abbanblung von der heiligen Poe* 
fit (welche ffcb aud> oor bem erffen Bande ber Äopenbagener 
Ausgebe beS tneffias, unb in £ramers 3Uopf?odf, £r und 
über ihn, Zfy. 4. 20— 59. mit Cramers 2tnmertungen 
fcefmbet) ; bem weiten Bande bie 2(bbanblung von der tTadv 
abmung des grieebifeben 0p Ibenmajled im &eutfcben (»eld;e 
fid) and) oor bem ;tveiten Bande ber 3t*penbagener Ausgabe 
bc3 ttteflias/ unb in (Itamets Klopf?oc£, (Er und aber ij>n, 
(Ct>. 4. 6p — 106. mit (Tramers •2fnmtrfungen befmbet); 
bem dritten Bande eine Ebbanblung vom deutfd?en i$erame* 
ter (fcoUflanbiger unb grunblicfjer in ben Fragmenten aber*5pra* 
cbe und £>icbtrunf?); bem vierten Bande eine Ebbanblung 
vom gleichen TPerfe (bemjenigen , ber au3 feffgefefcten/ unabaiv 
berlicben ©plbenfugen befreit) borangefif|t. £)en Befcblufl mad>t 
bie £be: 2Jn den £rlofer (34) boffr' eä bir! unb icb fyabt 
gefangen ?c) Sebent ©efange ijr übrigenö fein tJnbalt »orgefefct. 
k>on vier tZAcbdraefen beS tttefßa*/ unter melden ber be§ 
(rblen von (Trattner in XPien febr berffümmelt unb verfdlfc^t ifl/ 
batte Öcbmieder in Karlörube ben legten febon jum jtveiten* 
male veranflaltet/ afö Älopffodf 1779 eine Ausgabe der legten 
^and nad) bet gen?6bnlicben unb feiner neuen 2iecbtf<breibttng 
anfünbtgte / welcbe barauf auc& im 3«bte 1780 ju Altona in 
ycvei Bänden in EL 4. unb gr. 8* and Siebt trat. £ie tterbef« 
ferungen der leßten ^Jand (wofür fie Älopflocf bamalö tytlt) 
betreffen gr5fjtentbctß nur einzelne ©teilen / in )veld)en er von 

neuem 



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28 



gtbr. ©lieft jffopjlotf. 



nmm auf ^Berichtigung unb SScreblung be$ 2fa$brucf$/ 58cflim# 
numgbeS <S\)ibmma$&, IBeforberung be§ 2Boblflang§ n. f. tt>. 
lobtidje Sorgfalt gewenbet &at. 2)cr 3nbalt felbft i|i (jum Seib» 
roefen ber tyeteroboren Geologen ) um>eranbert geblieben. 3fn ber 
nadjfyerigcrt /leipziger Ausgabe ber atferletuen *£an& befam 
fcaS £elbenflcbic&t be§ beutfeben ©angerS jum erftenmale ein lateis 
niftbes ?fnfeben. 2facf> fcier f>at 2Uopf?od? nochmals bie wrbefs 
fernbe geile angelegt/ unb im vierten JbanDc fogar neue 2)icfctiuu 
gen unb Sufafce angebracht. 

Äetirtbetlttngen be$ Älopf?ocFfd)en iTCefltas liefern unter 
anbern: Äibliotbet 5 öcr febonen XCiftcnfdyaften , fcö 1. Ötcf 
a. e. 397— 33i- (Äö 2. etat 3. 0. 240. 246. 250 f.) 
vergl. Briefe Die neaeffe Jltteratur betreffend, Cb. 1. Är. 
18- Ä 107— 1C9. 2>t. 19. J17 — 128. (Äecenf. be$ 
jweitenÄanfceß, ^alle 1756. 2>er Dritte unb vierte Äanö 
tvurbe mit ©tiüfc^roeigen ubergangen) — c£. IE. Höflings 
Öammtlicbe Öcbriften, 23. S>. 367 ff. — tfüonacr gel. 
2ln*. 1757- B. 233 — 237. 244—248. — tlacbricbten von 
öem ^of?anöc öec tDifletifcbaften in X>Jnemat:lf/ 2>D 3. <3. 
205 — 243. — Journal etranger. 1760. Beptember. <D?tOs 
ber. 1761. (Dhobcr. tTovember. — 2JKgem. öetttfebe Jbu 
bliotbeP, £0 i8. £>. 311 — 329. (Anfang einer fortlaufenben 
^Iritif beS Dritten 23anöes/ ^alle 1769.) — Älot; Scutfdie 
Bibliotbec" Der fd?onen ttPiffenfcbaften , 2$t> 3. Ötcf 13. ^5. 
577—613* (9?ccen[. be$ Dritten ÄanDes ber ^atttfeben Uns* 
gäbe) — &(bitadbs ttta$asin Der öeutfeben Ärtttf , ÄD a, 
£b. 2. 179—229. (Stecenf. be$ vierten Zankes) — JDeuf 
fd>er ZTTercur 1773. ©ecember 0. 246 — 350. — $Ugem. 
Dcatfcbe Äibliotb. 2lnb. 3. *u &D 37 — 52. 0. 1500 — 1503. 
(ftecenf. ber 2tttonaer 2ltt3gabc) — Allgera. Lit. Zeit. 1801. 
23D 1. Warn. 94. 745 — 752. tTum. 95. 0. 753 — 760. 
Xttxtn. 96. e. 761 — 764. (Sfocenf. be$ erffen, »weiten , tot* 
ten, vierten Äanöes ber £eip$iger Ausgabe/ unb fBmxttyu 
lung ber baju gelingen Äupfer) — Jleipjiger 3abrbud> 
Oer neueren Literatur 1800. £ö 1. 0. 00 f. ÄD 3. 
183 f. 

tteberfetjungen. £>ie erjle franjojtfcbe tteberfefcung be8 
meHias von 2fntelmjr, innrer unb einem Ungenannten: L© 
Meffie, Poeme tradait de l'Alleraand de Mr. Klopftock. IV. 

Voll, a Paris 1769— 1772. 13. na&m fty, n>ien>of>l fle ftc& mit 
profa begnügte , f*on »tele gret^eiten (t>ergl. 2lKgem. Dcutfcbe 
Äibliotbef , 2lnb. 3. *u 13— 34. e. 1137. tteue 2>t 5 
bliotb. öer febinen XPiffenfcbaften, 2>ö 9. ©td? 1. 0. 133 
— 140.) aber eine jweite: LeMeffie, poeme. Traduction *de 
r Original Allemand de Klopftoch Par feu Mr.Froderic Louis 



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grfcr. ©lieb j?lop|locf. 



Petit- Pierre, Pafieur a Neufchatel (publil par C/ienron). 

Keafchatcl 1795. 8« t»er!or ftcfy fo weit Don bem £)riginal/ bafi 

ft t:c Klopfroct* fcbe Klage eines Gedichts (f. Klopftocks 
Werke, Bd 2. S. 248.) veranlagte/ worin ftd> bie itteffiaDe be* 
Ragt, baß fte ber Jranjofe ntd)t uberfetjt/ fonbern übet ben Jie* 
tbe gefftjt fcabe. darauf erfcr; ien : La Mefliade de Klopfiock, 
poeme en XX chants, traduit par Mad. de Kourzerock, 
de l'Academie des Arcades fous le nom d'lübanie. III Voll, a 
Paris 1801. 8» (bie SBaroneffe von Äurjroc? , ^anonifftnn beä 
6rift$ $6rtb in SScflpbalen/ jlarb 1805.) — 9Nt einer engli* 
fd>en Ueberfefeung in profe t>on tfofepb Cotfoer: Tbe Mef- 
fiab. Attempted from the German of Mr. Klopftock. 4 Voll. 

London. 1765 — 1771. 8. öieng e$ nidtf ml beffer (t*rgl. 2M* 
bliotbeff der fcbonen XDiflcnfcbaften, X>o 11. Btcf 1. €>. 196 
— 199. Briefe &ie ncuef?e Literatur betreffend / (Cr). 17. 
Äc. 267. 6>. 17 — 60.). ttuef) über fte befeuerte ftd> ber &id)s 
ter in ber erfren ^ortfetjuna; feiner $v*$mcnte 6ber Bpracbe 
und Dieb tFunf r , alö über einen wunberlieb mißlungenen SSerfud)/ 
u)n fagen ju laffen / woran er mit feinem ©ebanfen gebaebt fyabe. 
Dri Sebicfyt in 9>rofa aufjulifen , baran Jr)atte ber Ueberfefcer nicfyt 
genug / er tb^t aud? noefc »on bem Seinigen r)inju. — (Sine ita* 
Uenifcbe tteberfefcung in Herfen »on (Biacomo Storno: 11 Mef- 
fifl del Sgr. Klopfiock trasportato dal Tedesco in verfi Ita- 
Ü.-ini etc. per Giacomo Zigno. 2 Voll. In Vicenza 1776. 8* 
vetbeflert 1782. 8. fdjeirft/ in 2(r>ftd>t ber £reue unb Sleganj/ 
einen torjüglicben 2Bert() rjaben / ba ber Uebcrfefeer/ fte bem Ur* 
tfreile be$beutfcif>en£>iebter$ unterworfen 51t b^ben in ber Einleitung 
mftdjert. Sie enthalt aber nur bie erfreu ;ebn (Befände (ttergl. tTeoe 
SibUotbef öer fcbonen XEiflcnfcbaften, 23ö 28. ötd? 2. B. 
345.) Jiano war &lopf?od*8 greunb, ber aud) eine feiner <D$en 
an $n richtete (f. Klopftocks Werke, Bd 2. S. 102. 150.) — 
6ine bollanöifcbe Ueberfefeung in <£erametern erfcr)ien unter bem 

2ite(: De Meflias, in twentig Zangen , van Fr. GottL 
Klopft och. Uit het Hoogduitfch vertaald door C. Groeneveld. 
I. a. Deel. Te Amßerdam 1784* 1 785- 4. (5&f)lr.) De Meflias 
in XX Zangen door den beroemden Dichter Klopfiock in 't 
Ned. vertaald door C. Groeneveld. V Deelen, Atnfterdain 
1791. 4. eine neue unb febr faubere 2Cu$gabe ber fronen (Bernes 
»elöfcben . lieber fer; unet be§ tTCefltas, Sie ift nach ber neuen 
SuSgabe be$ Originals umgearbeitet/ aud) fünft an vielen Stellen 
fcrbefiert (SSergL aügem. öeutfebe Ätbüotfr. 67. Btcf 1. 
Ö. 115 — 119. wo man aud) $ur probe tiefer &$erbeutfd)ung ben 
Anfang be$ vierten (Befanges mitgetbeilt ftnbet. t7eueJbtblio^ 
tbe! öer feb^nen XDtlTenfcbaften / 44. ötef 1. e. 107 f.) 
Siefa poetifefcen Ucberfe^ung be§ XYicftizs oon (Bronerclö ijl 
noa) eine in profe »on J. meermann, Tlmftctoam 1798 ff. 

Befolgt. 



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S?t>r. ©lieb SUopjtotf. 



gefolgt. — 2fad) bie Bcbroeöen fyaUn ben XiopfrocrTcben 
iTCeffias ftd> )U eigen gemacht: Meflias af Klopftock, profaifk 
Oefverfatning af Chriftopher Olofsfon Humble. i — 4 To- 
men. Stockholm 1790. »792. 8» (t>€Tgl. Allgem. Lit. Zeit. 
1791. £ö 4. STum. 306. B. 334 — 336. Jluocfe's alldem. 
Bcbn?cötfd?c5 (Belcbtfamreitsarcbiü/ Jbö 7. B. 193 ) *2>er 
SSerfaffer btefer profaifeben Ueberfe$ang ift Gefror ber (St. Jtas 
tbarittenfcbule in Btocfboltn. <5r bot ba$ Original gut wftan* 
ben unb metyrentfyetlö genau auSgebrucft. — .2Me £>änen , welchen 
bod? ber 2)eutfd?e angebort/ f)abcn feine Ueberfe^img be§ tTJcfftas 
m t^rer ©praebe üerfuebt; aber fte baben t>on ben SDeutfcben freiließ 
aueb beren ©praebe erlernt/ unb felbfl bie £auptffabt bat fiel) nacr) 
ber 3>r<n>in$ gebilbet. — dine lateinifcbeUeberfcfuing be£ tTTef« 
(las begann um ba$ Sabr 1751 (Bottbolö Ißpbraim Äefting in 
©efellfcbaft feineS 33ruber§ Hobstin (Bottlieb Äcffing/ naebmas 
ligen .Konreftore in ßbemnife. (Sie bitten febon einen guten 7Li\s 
fang gemaebt unb bie erflen einhundert anö adbtVezfc überfefct/ 
weldje <B. Äefltng; in feinen Vcrmifebten Bebriften 1753 
(£T. 21. Berlin 1785. ober(B.£.£eft7ng8BammtlicbeBcbrif/ 
ten, «Ib. 4. B. 64 — 73.) abbruefen lieg/ als fte erfubren/ bafl 
ber Jtabineroprebiger beö ^imfeben ©efanbten ju ÜRabrit bereits 
eine lateinifebe Ueberfefcung beS ©ebtcbtS verfertigt ba&e. 2)ief bes 
wog fie/ bie ibrige liegen ju lajfen. 2(ber \>on ber angeblicben 2fr* 
beit jenes Batten i(t nicbtS weiter befannt geworben. £>en neun/ 
ten vBefang ber tnefftaöe überfefcte ber ?)ater Äaotoig X~e iu 
mann ju X£ien unter bem £itel: Mors Cbrifti, feu Meflias, ex 
illuftri poemate Klopftockiano Cantus IX. Viennae 1770. 

ömaj. jiemlicb fd>Ied>t (»ergl. Mgern. öeutfebe Jbibliotb. £d 
17. Btcf 1. B. 232 f.) Sine 9>robe einer gelungenem Hebers 
febung in lateinifcben -»Serametern gab von 2(1 ringet in feinen 
Bamimlicben (Berichten (Jtlagenfurt unb Eapbacb 1788- 8«) 
üb. 2. B. 420 f. unter ber 2Cuffd)rift: Initium libri quarti 
Meffiados, welche auch in ben Eclogis recentiorum carminuni 
latinpr. edit. a C. G > Mit f eher lieh (Hanov. 1793.) öbgebrurft iff. 
Einige Ärucb fr uef c auö bem jroet ten, vierten/ zwölften, feebs 
3ebmen (Befange ber tnefliaöe inlateinifcben-^erametern flnbct 
man in oem OTefeumfur öie grieebifebe und rämifebeilitetaä 
cur herausgegeben von Karl Philipp dorn, foiaton tts $uVai' 
hingen an Der £ßnj im tDurtembergifcben (3ürict) 1794.) 
Btcf 1. B. 164 — 18». 9^od> einen anbem 83erfucb/ 2Uop* 
ftod? s tnefttas in lateinifebe Hexameter $u überfefeen/ maebte 
im 3abrc 1801. ein/ ju Jena ftdi aufbaltenber, fra 115 oft f eher $mu 
grant/ ber ebebem eine Sebrflelle bei einem Kollegium in Xranfreict) 
beflcibete/ unter bem &ittl: Mefliae Klopfiochii Cantus XV. 
(obne ^Benennung beö BruclortS) befannt (oergl. £7eue «llgem. 
Oeutfcb« Äibliotbe^ 64. B. 34a 3n Prof« t)at Älop/ 

ftod 



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Srbr. ©lieb Älopflocf. 



fioä felbjl ben Skrfud) einer iatemif<ben tteberfetjung in ben 
Fragmenten aber &ptacbe unö 2Dicbtfrtnft/ erffo ^ortfet* 
jung, ^ragm. ic. S 43 — g6. gemocht. Seine 1lb~i<$t tvax, 
Xuäianber baburd) in ben ©tanb $u fefcen / über bie 3reue unb 
Untreue ber Ueberfefcungen ibrer eigenen JJanbfleurc bejlo beffer ur* 
tbetlen a u ttnnenr unb niebt nad) tiefen ba$ SBerf felbft $u beur* 
tbetlen. dtne probe biefer Klopffocf feben lateinifd)en Ucbertra» 
gung ftnbet man in Friedrich Gottlieb Klopftock ff. tcon (Ebtefi 
€5. S2 — 56. augletä) mit bem beutföen (Drigmal unb ben tta* 
rtanten ber neueren 2tuögabe; beägl. in 3ob. JDan. <3cbai?e'8 
^Occnmagajin far Äcbtcr in oberen Klaffen Oer (Bfmnafien 
uno Ärceen ju jnjed'ma^igen fcbriftlicben Arbeiten für ibre 
Bcbuler (2öcigenfelS 1804.) 0. 262 — 276. wo ftugleio; bieie* 
nigen Stellen , meiere oeutfcbslateinifcb ju fepn fa)einen , bura> 
3turfh> ausgezeichnet ftnb. — £er ebemalige Ücmrcftor am fRatlj&s 
(peeum gu Stettin # 3ob. 5rieörtcb Aeroejoto (fl. igoi.) mad?s 
te ben jßerfua)/ 3Uopftocfs tTTeflias in grieebifebe ^crametee 
ju ubertragen/ unb gab ben erf?en (Befangbe$@ebicr;t$ unter foU 
genbem £ttel berauS: Specialen vtrdonis graeco -nietricae no- 
tiCfum et nobililfinii carminis, quod germanica inferibitur: 
Der Meßlas, Stetini 1756. 4. 

Erläuterungen fTnbet man in folgenben SBerfen : 

1. in C. 3» Gramer* 3Uopf?oc£ , Er uno ober tf>n, (Efr. 
2. Q>. 16 — 100. 2>er SKeffiaö/ erffer ©efang. 101—202. 
^weiter ©cfang. 203—270. brtttcr ©efang. Cb. 3. 26 
— 178. 2>er SRefjia*, merter ©efang. 179 — 307. fünfter 
(Mang. Cb. 4. 107—190. 25er Sttcfftaö, fedjfler ©efang. 
<5. 191 — 33a. ftebenrer ©efang. B. 333 — 418- «Ata ©^ 
fang. <Cb. 5. 05. 3 — 103. £er SDtefftaS , neunter ©efang. 
104 — 206. geinter ©efang. — 3n Gramcrs Briefen von 
(Lellow anftltfa, Cb. 2. £er !D?efpaö / awanjigfter ©efang. 

2. in politj prartifebem ^anobuebe $ur tlehute Oer 
öeutfeben 3Uaflit!er , Eb. 2. Q. 55 — 64. Der ©djrour be$ 
SKefna* / gragment au$ bem erffen (Befange be$ meflta« (ßeipj. 
SuSg. i8ca <3. 6 ff.) 

3. in ber tfeuen öeutfeben Gpeacblebre, befonoers *um 
(Bebraaebe in&cbulcn eingeriebtet t)on Ebeoooc ^etnftus jc. 
(/Berlin 1801.) £t>. 2. B. 324 — 328. eine ©teile au3 
bem örei?ebnten (Befange ber mejfiaoe, ober bie 2(uferfie()ung 
ßbtifri. 

4. £>ie «eine meflTaöe, eine beroifebe CO <Cbtef?oma* 
tbie aua Klopffodfe tTTefliaB gebogen, unO mit Den notbig' 
fren 21 nmer Jungen jum CBebrapcb in Bcbulcn verfeben. 
3ar attgemeinen Bcbulenc^lopäöte geb^cig« Äraunfcbroetg 
»795- 0^- 8. (9 9*0 ««^ «nta bem Sitct: Ifcncjtf lopäöie Oer 

Oeuu 



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3* grbr. ®Ue6 Älopflocf. 

Seutfcben tttotferfcfmftcn *um (Bebraudb in ^ebulen, er/ 
tferEbeil. £>et Herausgeber / f>r. Benjamin tOeistt, £on* 
reftor ber ^cbulpforte bei Naumburg (lebt jefct als 2Cu$gebienter 
im ftubeflanbe ju meinen) febieft in einer Einleitung eine htrje 
(Srfldrung wm bem emfrbaftcn ^elöengeoidne/ nebjl ber 3«r* 
glieberungunb ttnmenbung berfclben auf ba$ Älopfrocffcbe SBerf, 
toran. ©obann folgen ein ttnö üierrig aufgehobene/ balb Idn* 
gere/ balb fürjere Stellen, unter ber Ueberfcbrif t : tfctffe, zweite, 
dritte tc. ^bapfooie. Seber t>on biefen 9J(?apfobien ifl eine furje 
3nbaltaan*eige »orgefefct/ unb am £nbe beftnben ftcb bie 3tv 
merfungeti/ in benen tbeiß bie ©adjen erläutert/ tbetlS bie ber* 
»orflecbenben <3cb6nbeiten bejeiebnet werben / fo wie eine gebrdngte 
(Srjdblung be$ weiteren SnbaltS beS ©ebiebtö bis jur nachfolgen* 
ben JHbapfobie. #in unb triebet moebte man noeb eine (Srfldrung 
mebr wünfeben j. S5. jum Anfange ber fünften 9tb<*Pfobie. Uebru 
gen« ifl bie altonaer Ausgabe ber tHeflmoe, unb jwarbie mit ber 
gewöhnlichen &ecbtfd>reibung jum ©runbe gelegt; aber jur Uebung 
ber fritifeben 33eurtbeilung$fraft bie ältere Äefeaet bin unb wie* 
ber mit ber neuen verglichen worben. Skrgl. Heue Äeipj. gel. 
2tnjeigen 1795. 527 f. tTeue attgem. öetttfebe Äiblio* 
tber\ Äo 26. 341 f. (Botb- gel. Seit. 1796. etcf 28. 

e. 246 f. etef. 100. e>. 893— 895. 

5. Ucber Älopf?orfs tUcffias, £rf?er Zbeii. ^tenoa! 
180s. 8- 06 ©r.) tiefer erfre Cbeil enthalt einen kommen« 
tar über bie beiden erffen (Befange beS OTeftias , böuptf4cblid> 
„für Anfänger unb Ungelebrte." Angehängt ftnb Drei (unbebetu 
tenbe) (Beliebte, ju welken £lopf?od?s Coö bie SBeranlaf* 
fung gegeben. SBergl. Neue Leipz. Lit. Zeit. 1806. et* 9. 
e. 140 f. . 

Varianten in bem mcfllas hat Job. fc>an. Öcbulje in fei* 
ixern ^öeenmagajin für ilefrrer in oberen Klaffen oer (By nv 
nafien unö Äycecn ic. 340 — 261. gefammelt/ unb eine 
fur$e Anleitung $u ihrer Beurteilung gegeben. 

proben auf Älopfrocfs tTTefltaoe böben unter anbern mit« 
gctbeilt: «£>r. $ofr. £fcbenburg in ber ^eifpielfammlung jac 
Ubeovie uno Literatur Der febonen XOiffenfcbaften, 5, 
e». 326—339. (SttefftaS/ ©ef. 4. 8*. 1064 ff.) be$gl. ^obl 
in bem Äurjen Unterrichte in Oen fd>6nen XDiffenfcbaften 
fftr $vauemimmev , Zt>. 1. 262 —304. £>eögl. ber unge* 
nannte Herausgeber be& Pantheon der deutlichen Dichter mit 
biograpnifeben und literarischen Notizen (Halle i8c6.) tEb. 

1. G>. 197 — 204. £>er SRefftaS/ ©ef. 3. 2J. 534 — 69s. — ®! 
204- 23^?. ©ef-4- SS. 1 — S52. — @.233f. ©ef. 13. ».673 — 
694*— ^acb (Eramers Klopfrocf, ISranö&ber ibn, (Cb. 3. 
179. göb ber Dieter felbfl bem f&nften (Befange tot allen anbern 
ben Sborjug. 

. «Ott 



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grt>r, ©Heb Äfopflocf. 



QlofL man mit öer juc^rnö in öen &dbulen Heber öie 
jfliaöc oöer öie tTCefTiaöe lefen? ein 2Cuffafe t>on einem ttnge/ 
nannten in ber Äiterarifcben Beilage *u öen ScblefTfcben 
Pcopinjialblattem auf Das 3at>r 1793. &t& 6. ö. 167 — 
180. 2)er 2$erfaffer will jroar ben Horner nid)t au* ben ©cfyu* 
len uerbrangt unjfen, empfiehlt aber ba gegen and), mie billig, ba3 
Sefen beS t>orjüglid)jten beutfdjen »f>elbengebid)rS/ ber tTTeffiaöe. 

(Einige ©tiefe beS Klopflocffcben tTTefius fud)te 25ob* 
met/ unter bem SSorroanbe, bafj fte bei Kloptfocf ju fd>mer n>d« 
ren/ in eine faßlichere Sprache überzutragen: £>as Äegr&bnifl 
onö öie 2htferf?et>ung Oed iTCefTias. ^^^n^ente mit Vorbe* 
riebt anö 2lnmert*ungen Oes Herausgebers, ^rantffurt und 
Jleipjicj (Bübingen) 1775. 8. ^bbaöonna's Klagen, in 
Eoömers 2Jpoütnarien, herausgegeben von (BottfcolO S*ie* 
otidb Btauölin 7 - 30. * 

2luf Die tnefitaöe (ein fernes ©ebietyt) in <Tt>rif?ian ßtie* 
fcricfo &aniel Bcfrubarts €>&mmtltd?en (Berichten von ibm 
felbfr berausgegeben (§ranffurtam 9Ram 1 787.) 2. 141 f. 

Kcnnerurtbeit über Die iTCefftaDe, in Karl £rieörid> 
Kretfd?manns legten Binngedicbten (Sittau unb Eeipjig 
1805.) 160.*) 

XTecb felgefang öer UTirfam unb ^Debora aus oem 
zehnten (Befange Der Klopffocffcben OTeffiaöc/ in tTCu* 
fi gefegt üon 5- Knecfrt. £eip*ig .... (QuerfoL (10 ©r.) 

eebrif- 

*) Sie ©erfcbfeben&eiten ber ©rünbe" monier Urteile über ben Werte) 
bet mefftaoe ju jeigen, fc^eint ber ^rucef folgenbet Epigramme tu 
fcpn : 

<Be\pv&d) eine« Könige mit feinem tTtinifter. 

Vtt. Der unt ben gering fallen lebrte, 
53crbtente roarUcb unfern öanf, 
Unb baj* man feinen Sfta&men ebrte, 
«Biel mehr, aU cer , ber unt tie ^effiobe fang: 
«Kon mu§ «Derbienft nacb feinem SRugcn meffen. 

K. Cr roirb roo&l gerne gering effen. 

«I. ©er unt bfe (Dleftfabe fang, 

23crbienet roarlfcb unfern Öanf 

Söcit mehr , alt ber 2Wtagttfer|tan&, 

2)er UMbie ober Ubr erfanb; 

SDie&r iß er alt ein irbifcb SBefen. 
K. €r rotrb »obl gerne ©erfc lefen. 
Obne bat *Serbienlt lebtgltcb nacb bejfen WMtcbcm 9tu$en nteflen ju 
»ollen, febemt et becto, man t6nne mit SKecbt behaupten , baft 
einer ein 9Äann won fcb6nn>ifFenfcbaftlicbcn SenntnifTen unb dftbetU 
febem OöcfüM fcon fann, ohne biefe ober jene poetifebe Darfrcllung 
über alle anbere (frjeugnilfe bet menfcblicbcn ^Derßanbet unb 2BißeS 
binauf^ufeeen. ^cner aninifrer verbiente bie tonigltcbe Abfertigung, 
»eil er feinen irbifeben, unb tiefer, »eil er feinen abertrbifeben 
6inn ju darf, unb anbere* aJcrCicnjt b^njfirbigenb, äußerte. 



34 9 3rt>r. ©lieb Älopjtocf. 

^cbriften, welche burch brc Äloptfocffcbe OTefltaöe wroiu 
laßt worben. 6e gehören ba^tn: 

1. SSerfd>tctenc 2luffSt$e t>on 3. 3. Äofcmer }. 83. in bert 
tTeaen fcritifcben Äriefen (3urich 1749.) Är. 1. €>. 3 — 17. 
(Äoömer fuchte ^ier baö 9>ublifum auf bcn jungen dichter bct 
tnefitaöe, als ein noch nie gefeheneS Meteor am beutfehen^ich* 
terhimmel, aufmerffam ju machen. Uebrigen§ ift bie (£r$ctylun$ 
t>on Älopffotfs poetifdjer EuSbilbung nicht hiftorifch, fonbern nur 
muthmapeh. SBieber abgebrueft finbet man biefen tfuffafc in <Tra* 
Itters Äloptfocf, f£r anO &ber ibn , £b. I« B. 40— 54. 
besgl. in ÖcbiibartstOorreöe ju&lopffocFs Meinen poetifeben 
ttnö profaifeben Werfen B. 11—32.) 2>r. 55. <3. 388. in 
bemCrito, einer 9RonatSfd)rift (äurich 1751.) et<f 1. 3- (wo 
unter, anbern eine anzeige be$ erfan 2>anöes ber meflTaöe bor* 
fommt) in bem Srcbi» Der fcbweiKrifcben Äriril? (3ürid> 
1768.) 2>*> 1. ©. 17. tr« ÄoOmer war einer ber erften, ber 
Älopffotfs hohen glug begreifenb, bie tttefilaOe mit wahrer 25e^ 
geijterung aufnahm , unb fich burch bie f>er§licfce 2f nerfennung be$ 
SScrbtcnftcö einen mwerwetf liehen ßorbeer erwarb. Ungeachtet biefer 
Äunfhichter auf ber ©ahn feinet SebenS , um mit i(mt felbfr ju 
reben, ,,£en$unft bcr9Bittag§hih< bereit befchritten Ijattt» (er 
f!anb in feinem funfttgfien Sahre, atö bie erfleh ©efinge be§ tTTef? 
ftas befannt würben) wo ber ©inn ftd> bem (Schonen weniger Sff* 
net/ unb ba£ 9ceue fchwercr Eingang finbet, fo fprach i^nbietlTep 
jiaOe bennod) fo mächtig an, baß er nicht nur ben ^rofefforitTetec 
in -<Satte aufforberte, ben SBcrt^ be$ ©ebichtS in einer fritifefcen 
2tf>hanblung ju erirtew, unb ben Serner Cfcbarner $u einer 
Ueberfefeung inS Sran$6ftfche ermunterte / fonbern auch ben $lan 
|ti einem biblifchen $elbengebichte, Hoab, ben er, burch tTCiU 
tons Verlornes pataöies veranlaßt/ üor mehreren S^ren ent= 
worfen hatte, mit aller gebhaftigfeit be$ Sunglings »on neuem 
aufnahm unb auszuführen fuchte. 

2. (Bcorg ,$rtcOricb Weiers , öffentlichen Aebrcrs öec 
XOcUweiöbcn 511 -«Satte, Äcurtbcilung Des -tSclOengcOicbts, 
Der CTcfYias. (ittfles &th& ) fettes Btü<f. ^alle 1749. 
1752. 8- (5 ®r.) £iefe itritif ift freilich weber fefjr fein, noch 

Shr grunblich; aber e$ war febon SSerbienjr, für ba§ @d)6ne neuer 
rt, bae in einem äeitalter be$ serborbenen ©cfchmacfS in ber 
Üunfi erfchien , fogleich <5inn jn haben , eu bereitwillig an&uer* 
Fenncn unb anjupreifen. Unb ttTeier hatte eo faum verbient, baß 
Aefiing in bem Fragmente: Ueber Oie Regeln Oer tPifferu 
febaften jum Vergnügen , befonOers Oer poeftc wnc» Con« 
fünf? (f. (Botibolc» l^pbraim Äc(lfmgs Vcrmifcbte Öcbriften, 
Ib. 128.) ftch fo auöbrücfte: 
,/ (Sein fritifch Bimpchen bat bie Senne felbfl erhellet , 
f,Unb Älopf?odf, berfchon flanb> t?on neuem aufgebettet." 

OTcier 



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$tbv. felieS tffopjloce. * 5 

ItTeier nnirbe, al$ er ba§ erffc Pitiid feiner 25eurtbeitang &er* 
abgegeben batte, t>on bcnCBottfcbeöfanern in ber ^allifcben 3ew 
tang angegriffen, darauf ersten : (Beorg ^rieDricb meierst, 
TDertnei&tgiing feiner Äeurtbcilung Oes -^cloengeOicbts, 
3bcc mefTtöß/ toiöer das 7«;. BtcF Oer ^allifcbcn Set* 
rangen, ^alle 1749. 8. 0 ©r.) 33ergl. Vernünftige (Bei 
fcanren über öic Anrufung öer tttufen und anderer beiönis 
feben (Botter in öer beatigen £)idnfttnf?; Oen iliebbabertf 
fcerfelben, infonöerbeit 6er bocbloblicben unb roeltberabm* 
ten deatfeben (Befellfcbaft in «Cetpjig, mitgeteilt ron 3; 
tn (tcbaelts). Srantfart unö HcipM^ 1746. 8. 

3. Sufalltge (Bcößncen über öaa gelben gediebt: Jtet 
tneffi ob. 3artdb 1749- 8- »ort 3. (B. ^efl , ?)rcbtgcr ju ?Ut* 
(retten betSartcb. fein'äuffafy ber eigentUd) tTTefers Äeurtbei/ 
lang roieber beurteilt, ben man aber mit SBergnügen Htft, wet! 
er, ebne alle ^rätenfion, fo ganj bie ©mpfinbungen etneS 
gTeube überjfromenben »f)erjen6 in ber nafoen* bura) Feinen 
fd)tnacf gebildeten ^pradje ber $latur, au§brucft Stnige Briefe 
wn eben biefem ^e# findet man unter ben oon ötSuöltn ^crauäge* 
gebenen Briefen berühmter unb eölen Jbcutfdhen an 23ob/ 
mer 101 ff. in welchen ebenfalls ßfterö oon ÄlopffocrstTTef* 
ftss bte9?ebe ifi 2luf bie Erinnerungen biefeS namen unb berjlicbett 
itrittferS fc^etnt &lopf?od? aueb in mef)r al$ einem ©tuefe 9Jücf* 
ftebt genommen ju faben. ^0 wunfdjte ^Je# S5. bafj &lopf?od? 
ben erflen J&anb be$ tneffias mit einem tforberiebte begleitet 
unb ftdb barin über jwei fünfte erflart tyaben m5d)te, über feine 
gute Wtdjt, bie Religion ju serberrlicben , unb über bie SJortbeile 
feiner SBerSart, weld>e§ ber Dichter naebber t?or ber Äopenfcage* 
ner 3fu5gabe feinc6 tißeffias aud> wirflid) tl;at. 

4. (Bebanten aber öie^rage: Xt>ie a?eit ÖEröicbtungen* 
in<Epop£en, n?eld?c Äegebenbeiten Oer Religion $um (Be* 
genflande b«ben , jugeUffcn tweröen fonnen? eine Tlbbanb* 
«mg, worin bie 3ulafftgfeit ber Erbicbtungen in ebrifttieben Crpo* 
poen erwiefen wirb , in ber Sammlung r-ermifebter 3>cbriftctt 
von den Verfaffern Der Ärcmifcbcn neuen ÄettrSge jum 
Vergn&gen bes iPcrfanOeB unö XOit^cs, ^. 23 - 25« 

5. Uebcr öas ^elöcngeöidn: £>cr tneffias, fed)§ Äric^ 
fe in (Bottbolö lepbraim ÄefTings Vermifcbten ^ebriften, 
Zh* 4. 25 — 73- ^ie befebafeigen ftc^ mit ben erf?en feebs* 
jetm Herfen be§ UTefllas unb enthalten faj! fo oiele ^rtttfcn# 
afe bie öerfc ©orte f)abcn. Eigcntlid) finb fie ein <5piel beS 
SBifceS; aber wenn man ibnen aueb ntdEjt uberall beitreten !ann f 
fo ftebt man boeb uberall ben febarfftnnigen Äopf / unb in maneber 
anmerfung ben feinen f!cptifd?cn Genfer, ber auf 8td)t mef)r giebt/ 
•B auf SBarme/ unb ben ^b^n beS ^enfenS I)6ber fefet / als ben 
ber empfmbimg. eine äfcrtbcibigtmg Äloppo^* gegen biefe 

a 2 jlc(* 



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j6 $r*t. ©lieb Äloptfocf. 

&eflmgifcben Äriticen ftnbet man in ben Homburg, gel. 
eichten 1754. B. 785 ff. i« *>™ (Botting. gel. 2n*eigen 1758* 
0 1096. unb in Friedrich Gottlieb Kiopftock ff. t>on Ebiefr 

B. 67—82, £aß ÄlopffocE geartmbeten Säbel wo&l erwog, 
bas jeigen bie Verbcfferungen &ur (genüge/ bie er in ieber, au* 
no* in ber allerletzten Ttuögabe feines ©ebiebr* angebracht bat. 
9hf)mentlid) ifl ber »on Äcfftng getabelte Anfang in ben fcibm 
Unteren 2lu§gaben geanbert werben. — 3n fceflmgs Zehen, (Cb* 
3. e. 181 f . befmbert ft* ein paatgramm«tifd>>r*ttifcbe2lnmer# 
fangen ju ben er f?en Herfen beö erfienCBefangesbermefTiaöe. 

6. ^errn Prof. 3ob. Cbritfopb (Bottfcbeos befcbeiOe/ 
nes (Butaebten , roas von öen bisherigen cbrifHicben i£po/ 
p6en öer fceutfeben ju balten feit in bem tTeuefren aus Oer 
anmutbigen (Belebrfameeit 175a. 0.62 — 74., *f»"er juerft 
äußerte ber befebeiöene (Bottfcbeo / n\d)t au$ freiem Antriebe/ 
fonbern, wie er felbji fagt/ „weil fiele feine Weinung t>on ber neiu 
mobilen 2Crt epifäer ©cbid?te ju Riffen »erlangt " erfHicb / bag 
er ben ©djwung ber unbilbfamen ©cbanfen Rlopflods unb bie 
Sföaanber feiner EuSbrtitfe fd)lecr;terbingS mißbiUtge / zweitens, 
baß er ftd> t)bd)lid) wunbere / wie bie ©otteSgelebrten fo rufctg 
ftfcen unb bem Unwefen jufcfjen f innren, ofcne ju bcbcnfen^welcfc 
einen umjermeibltcfyen (Stäben bie neuen geifUicben Segenben in eis 
ner jur greigeifleret unb 3ffetigion3fp6tterei geneigten Bett normen* 
big anrieten mußten / unb enblicf) Drittens, baß ber neue ^era* 
meter, in meinem eine unb bie nemltdje ©v>lbe balb furj balb 
lang gebraucht werbe/ für tyn fein ^erameter fei/ unb eS ir)m 
melmefyr tyerjucfy leib tljue/ bttrd? feine in ber Ärttifcben fciebt* 
tuntf of>nlängfr gegebenen groben unb beren maßigen 2öol)lflang, 
benünjiig, ben man nun mit bem I;eroifd)en Ebenmaße in ber 
(Spopoe treibe , veranlaßt ju ^aben. — ^errn 3ob. Cbriffopb 
(Bottfcbeös (Butaebten von Oer beroifeben Versa« unferee 
neuen biblifeben Epopöen/ £bendaf. B. 205 — 220, — # 
2ius*ug einiger Briefe gelebrter mSnner aus XOien unö' 
2tug8burg ; Die neuen Oeutfcben (Epopöen in ungereimten 
-£erametern betreffend/ £benöaf. B. 155— *58. — Xus? 
jugeines Bebreibens eines gclcbrtentnannesunö tltitglicOes 
zweier &<5niglieben öcutfeben CBcfcüfcbaftcn in Raffel* Oen 
tttefftas betreffeno, (£benc*af. B. 386— 390. — (Bcreimte Unv 
febreibung Oer reimfreien Älopflocffcben (Döe an öcn Konig 
k (Äopcnljagen 1752.) ö£benOaf. B. 776 — 782. — Bebreiben 
eines gelebnen tttannes aus Äreslan an öie Vcrfalfer öes 
tTeucffen aus öer anmutbigen (Belebrfamreit, £benöaf. 
1753. @. 271 —277. — Verfucb eines Äobgcöicbtes auf 
Oie ungereimten epifeben Siebter unö 2lnbänger Oes &dbvocv 
jer parnafles/ lEbenöaf, 1754.0.122—128. — Äcmer/ 
Jfungen «iniger Urfacben, warum &a* -^elOengcOicbt, tHep 

^. |las/ 



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$tbt. (Blieb Äfopftocf. 37 

fias, tiicbt allgemeinen Äeifall erhalten bat? fn ber 
Bammlung einiger ausgefuebten &thd e Oer vBefellfebaft ber 
freien &fcnf?e *u £eip*ig, Cb. 2. 0. 434—451. 

7. (Beoancen fcber ben ittefltas iti 2lbficbt auf Die &e> 
ligion. Äotfocf unb »iemar 1754. 8* 0«^ unter bem Sttel: 
Hudnng ^Jcieöcicb -^nbemanns, JDoEtors beiber fechte/ 
(Bebanten von oenen der SEbte (Bottes unb bem ^eiie ber 
OTenfchen nachteiligen XE>irtungen/ bie aus einem (Bebichte 
rntfpringen, bas wiber bic(Brunbfat$e des göttlichen tDotv 
res cbrifrlicbe ^eligionsgcbeimniffe bebanoelt (VetgL £Teue# 
f?es aus Oer anmtubigen (Belebrfamreit 1754. 638 — 
640.) CS wirb bewiefen , ber tneffias fei fcfcdblid) in #bftd)t auf 
imfere beilige ©laubenSlebre öuö breien $auptgrünben : erfHidv 
weil er ba$ aerbienfttiebe Reiben unferS bocbgelobten <5rl6fer$/ unb 
baSuberbie wmifyn gebüßten Sunben ber9Renfcben ergangene gitfc» 
liebe ®eri<bt, &u einem leichten ©piele ber auöfcbweifenben tytym* 
tafie tnaebt/ unb baburä) ber <51>re beö #6cbftenunb feine« Sobne« 
in ben «jperjen beter, bie e$ lefen/ 2Cbbrud> t$ut; zweitens / weil 
er ber menfebiteben Statur , obgleid) fie wegen ber ©unbe burd) unb 
bureb terberbt unb jerrüttet ift, an febr »ielen £>rten gefcfcmeid)e(t, 
fie übermäßig ergebt/ ja ibr bin unb wieber abg6ttifd?e ^^rc erweis 



In 




11 


Hl 



»ig ^riebrieb ^ubemanns Beantwortung einiger <*inwen* 
dangen, re>elcbe eine unbekannte perfon unter ben 2lnf an gs* 
buebfiaben 3. 4- im 9. &thde Oer ttaebriebten von bem 
Zuftanbe oer tfciflenfcbaften unb&fcnfte in den Äonigl.fca* 
nifeben Heidben unb JLanbevn , unb beffen 14. 2lbfcbnitte, 
feiner «einen nnöcr ben mefilas bea ^ettn Älopffoc* ge< 
richteten öebrift entgegengefetjt , in bem tleueffen aus bet 
cnmutbigcnvBelebrfamEeit, 17J7. 33»— 3S3-) — 3u 
biefer tbeotogifeben ©djmabfcbrift fugte ^ubemann no$ ein ^eU 
bengeöicbt binju : fcer meflias , elfter (Befang. potsbam 
(1763) 4. — SBiberbie tSuöemannifcbe öebrift, unb wiber 
bie Angriffe/ bie auf Kloptfotf in ben Ödrteswig * ^oltfeini* 
feben 2lnjeigen gef^a&en Oergl. Friedrich Gottlieb Klopftock 
ff. von fcbiefl, 0. 201 f.) famen b«™«$: ^olfteinifcbe 
ötreitfebriften wegen Oer epifeben Siebter, bie von beili* 
gen fingen gefungen baben. Hamburg 1755* 8- ^uefr 
fanb ber ITTefiTas einen bumortftifdjcn Stfertyeibiger an bem 4>y*o* 
cbonDriften, einer ^olf?einifcbcn tOocbenfcbrift ©on -<&errn 
Sacbarias 3emftrupp , becausgegeben vom ^ettn von (Bet* 
fienberg (». TL »wlin 1784O ^l>- 2. ^tef aa. @. 520 
— 547. 

8. &et Wurmfarnen, ein tSelöengebicbt/ erf?cr (Be* 
fsng , roelcbem balb noeb 39 anbere folgen follen. #acb 

Oer 



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38 



Srbr. ©liefe Äfopfiorf. 



der atlerncttflcn malerifcben , febopferifefcen, betoifcben.tmd 
männlichen £>icbti;unft , obne Äegcln regelmäßig eingerieb* 
cet. (Sranrfurt und &eip*ig) 17Si.gr. 8- (»ergl. XTeueftea 
aus Oer anmutbigen (Belehr fameeit , 1751* 767 — 769.) 
wnCriüer. — Stociter (Befang, CBrundrpß t>on 332 Sepien 
ju einem (Bedachte , genannt: Apollo auf Dem (Blctfcber, 
©Oer : SDer (Brymfclbergpfcbe pbobus , welches oon einem 
Berapbyfcben Kopfe yn 12 oder mebrCBefangc ausgeöebnet, 
und yn 4to mpt &ateynfcben Äucbtfaben gedruckt »erden 
fann. ^yn und »yder mit 50 crytyfcben tToten bereits 
verfeben. XXadb Oer neueffen Alppnyfcbcn Xecbtfcbreybc 
fünf?. *7acb dem ^ranffurtcr Original. 175** 3*- 8- — 
heitrer (Befang, oder Älopff oef und die Älopffocf ifebe Berte, 
befunden von £>. ^rantfurt 1752. gr. 8» — 3ur Stab&tmung 
bc§ XDurmfamens erfd)ien: derXJOurmdor'tor, oder glaubens* 
reurdige Äebensbefcbreibung des ^erm IPcrfaflers vom 
XDurmfamen. ^rantfurt und Jietpjig 175t. 8. 2faf tiefet 
folgte : Unpartbciifcbe Unterfucbung, was von Oer Bcbrift : 
2Der ttUirmöoFtor oder glaubwürdige üebcnsbefcbreibttng 
Oes Herrn Verfaflers vom tDurmfamen ut halten fei. 
£ran?furt und J£eip*ig 1752. 8» Serner : 2>te ganjc Aeffbe* 
tif in einer tTuß oOcr tTeologifcbes XOottctbudj f als ein 
fteberer &unf?griff , in sicr und *n?an$ig Branden ein geiff* 
voller ^Dichter ttnö XeOncr *u werden, und ftcb aber aüe 
febaale und birnlofe Weimer *u febroingen. Alles aus öen 
Accenten Oer beil. ttT&nner und Warden Oes jetzigen Ubers 
reichlich begeiferten Jahrhunderts ?ufammengetragen und 
den größten XDortfcbopfern unter denfelben ans dun Her 
^ernc gebeiliget von einigen Demut bigen Verehrern Oerfcbr 
afftfeben fcicbttunf?. 1754« 8» (fcergl. £Teuef?es aus Oer am 
mutbtgen (Belebrfamteit, 1754» B* 911— 916.) tum bem 
gretyerrn von Bcbonaicb. £aituber erfdtfen: Ragout ä la 
müde, oder des neologifeben ttPorterbucbs erfte Zugabe 
von mirBelbf?. 1755. 8» Antundigung einer JDunciade für 
die fceutfeben (t?on ttPieland). Frankfurt und Jleipjig 
1755. 8* Stuf biefe wieber atö Antworten: Erläuterungen ubec 
die gan$e Aeffbetir' in einer £7uß, in einigen Briefen den 
Jliebbabern der neuen affbetifeben Bebreib/ und jbiebtungs? 
art mitgetbeilct. 3reiftngen 1755. 8- tt*rfucb einer gefab» 
lenden Batire, oder CCtwas jumÄobeder2tef?betifer. 1755. 
genter : £>ie game 2lef?betilf in einer XZufi in ein Ha^cben 
gebracht, oder tTacblefe der tleologte (^atauc^ ben Sitel: 
3Die Hu^ oder (Bniflel [Refftng], ein Heldengedicht, mit 
des ^erfaflers eigenen ^efearten von ibm felber ffei^i^ # 
tjcrmebrt. Siebente Auflage* £>em großen Äedab [$aU 
ler] zugeeignet) 1755. 8t ^)er©iegdesmifchmafches, ein 



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3rbr* ©liefr Äfopfiocf. 39 

epifdyes (Beötcbt/ von dem Verfaffer des (Bniftela. €eos* 
**rg f 7S5. 8* 2lrjneien. Berlin 1759. ,2 « (**rgl. Heue* 
(res aus der anmutbigen (Belebtfamfett 1761. 0. 459 — 
469« 25riefu>e(bfel Weener (Belehrten hb#t den tt>cttb der 
fftefliAde , in Um CTetsefien aas der anmutbigen (Belcbrf am*- 
feit 176;. Ö. 13 — 37.*) 

9. 3. VI. (Ketcbbelms) ^ritilf aber Den tDofclclang 
des^jrlbenmafles indem tttefltas. CbemniQ (-^alle) 1749. 8* 

10. «/bA. Henr. Stufs Prolufio de novo genere poe* 
feos teatonicae rbythmis dellitutae etc. (Gotbae) 1751. 4* 
(t>ergL £Teuef?es aus der anmutbigen (BelebrfamEett 1752* 

55 ff.) — Ejusd. Comroentatio de Epopoeia ebriftiana 
etc. Gotbae 1753. 4. (t>ergL £>aa tZeuefre aus der anmatbi' 
gen (Belebrfamfeit 1752. €5. 519 — 534.) — Ejiud. Com- 
mentatio continaata de Epopoeia chrißiana etc. Gothao 

1753. 4. (üergL 3>as tleuefre aus der anmutbigen (Belebe 

famfett 1753. 28 — 45») 

11. Prolufio de Chriiteidos Klopftockianae praeeipua 

Venere, a. Dommerich. Wolfenb. 175a» 4* (fhtyt-*flucb 
deutfeb in 23tdermanns Altern und fcTeuem von Bcbulfa- 
eben sc) 83crgl. das CTeuefie aus der anmutbigen (Belebe 
famtet 1753* G>. 274 ff. (Botting. gel. 2lnj. 1752. €5. 971. 
^amb. gel. 03er. 1753. £5. 561 ff. CDaS tTeologifcbe XPor* 
terbueb braute/ t»fcfer gobfebrift wegen/ bie Wolfen battelfcbe 
Öcbale/ t>on n>elä>et ber Gefror £>ommeri<b einige Safcre naä> 
ber, als $n>fejTor ber ytylofoptye/ nad) ^elmftadt berufen n>ur* 
be, fogar in Übeln 9tof/ weswegen Hommerich Vindidae Scho- 
lae Wolfenbuttelenfis. Ibid. 1755. 4. fdpieb). 

1 2. Von den deutfeben ^erametern , in ben neuen (Er* 
Weiterungen der tgrienntniß and des Vergnügens (granff* 

unb&ipjig 1754.) Äd 3* &td 16. B. 314 — 3*8* 

13. 6end> 

*) £Ro<b ff fofßcnbcS Epigramm von 23otmer ju Bemerken : 

Friller. 

2Ba* fafltn 6ie, mein ©6nncr, jum tUeffta? 

(Bortfdjeb. 

— — 3cfu Cföoria! 

Friller. 

Uno, ßroper Sflann, ma* faßen6te tum ttoab? 

©ottfd)eb. 

C t>a! 

Friller. 

<3o toct)tM<b au<b; ©ott t&u mir Me§ unfc bai! — 
Sßebütc ©ott un* die «Sermanmae, 
Die ed)n?ar3ia», unb die Cbcieflaa! 

<5ottfd>eD. 
IDcn prin3ent«ub, unb ben tvurmfamen! 

23cibc. 

- - 3a, Sltncn! 



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40 Srbr. ©lieb jUopjlotf. 

13. £>enÖfcbreiben an einen ^reunö aber öas ^eloen* 
fleoiebt; fcer ttTeOtÄB, in ^toefbaufena eammlung t>er* 
mifdner Äricfe/ €b. 1 ©. 3 — 30» 

14. 2Jn einen ^renno aber Älopfrocfs tHeffias, 
mich. fcenia, in ben /Uterarifcben iHonaten (2Bien i777-> 
Februar. in ber Nachlefe zu Sineds Liedern, gefam- 
welt und herausgegeben von Jofeph von Hetzer. (Wien 

1784.) ^. ico ff. &ergt. 2lU3em*öeutfd?eÄibliotbef,;2rnt>. 
5. jti 25 — 36. ^. 2957. 

15. Briefe n»eier Äanöpfarrer aber öie ittefiia&e, 
t>om ®iafonu$ XDafev (bem Ueberfefeer be§ ^uoibras) in bem 
*7etten Scbtreijerifcben tnufeum (3ürtd> 1794.) jfafcrs* 2. 
e. 906 — 917* 

16. Ueber öie mcfluöe, in ber Äibliotfrec* öer pt>ilo* 
fopbie uno Literatur (granffurt an ber £ber 1774). *• 
BtcE !• 2. 

17. (BefprScb jroifcben einem 2C«bbt un& einem (Ebrts 
f?en aber Älopfrocts iTieffias, Don -^eröer, in ben S**& 
meinen aber öie neuere jbenrfcbe Ä-iteratur (9?iga 1767.) 
6amml 2. €>. 243 — 2^7. 277 f« unb in 2M>ann (Bottfriefc 
von Herders P>Smmtlicbcn IT er Ifen uir febonen Literatur 
uno Äunf? (Bübingen 1805.) 2. 45 — 56. 0. 71 f. 
Bevtft. Friedrich Gottlieb Klopliock ff. üon Efciefi, e>. 
106 ff. 

18* 3efrt>etifcbe2$enrtt>eilung oes Älopfrod? tfeben tTTefV 
ftas, von 3obann <£ bti fr i an 2luguf? (Brokmann, bebtet der 
pbilofopbie 5» Wittenberg. C&ine von Oer 2fmf?eroammer 
2ff?ademie oer £>icbrr;imfr anö febonen XDiffcnfcbaften ge/ 
Fronte preisfebrift. Äeipjig 1796. gr. 8. (i£y*lr.) — Der 
MeAlas von Klopüock, äiibetifch beurt heilt und verglichen 
mit der Iliade , der Aeneide und dem verlorenen Paradiefe. 
"Von C. F. Benkowitz (Privatgelehrten zu Breslau). Eine Preis- 
fchrift, die von der Amlterdammer Gefellfchaft zur Beförde- 
rung der fchönen Künde und Wiflenfehaften eine doppelte 
Medaille erhalten hat. Breslau 1797. gr. 8» 08 8*0 ^3etbe 

©ebriften cntfpredjen ifyrem 3n?ecfe nur wenig. &ie erfle ifl in fok 
genbe 2lbfcbnitte eingeteilt: Ueber ben 9Ref[ta$ B. I. lieber ben 
9Jfeffta§, gortfefeung 105. Ueber 2)id>tung unb ©pradje be§ 
Stefßat nad) ber Offenbarung ö. 148- Ueber ß&araftere unb 
6(>arafterfd)tlberung 0. 197. Ueber Äompofttion einjefner £>icf)s 
tungen unb be$ ganzen ©ebidjtS B. 2s 3. 3ufifce in ^Briefen 0. 
299» 3n ber jroepten ©cfyrift y*errfd)t burcbgdngtg bie gr&bfie Set* 
wedtfelung ber Materie unb ber gorm. SSergl. Allg. Lit. Zeit. 
1797. £>o 4. £7um. 351. B. 305—312. 

3. Klopfiocks Werke. Siebenter Band. Oden, geift- 
liche Lieder, Epigramme. Leipzig 1804. gr. 8» (Sßelinpap. 

3 Xl)lx. 



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grbr. ©Heb tflopflotf. 



S 3tyr. 8 <8r. ®d)Tt\bpap. i Stfr. 6 @r. »rutfpap. i SSblr.) 
Sarai. Neue Leipr. Lit. Zeit. 1806. &t& 5- 65— 74* $™' 
mutb. 1804- tlum. 261 . 521 f. 

2)ie (Döen entölten nod> einen tTacbtrag au§ ben Sauren 
1796— 1 801. laffen aber ben Sltern £)ben ben «orjug. (Beiffc 
liebe *ieöet batte Ätopftocf , noeb e&e er feinen meffias jur 
£alfte wllenbet, febon einzeln gebietet unb balb naebber gefam* 
mdt: *5rfter Ebetl. Kopenbagcn 1758. 8. Suricb 1758. 8; 
(entbalt fanf unö öreiflig neue unb nenn unö *a>an*ig jtorf 
mbefterte alte Äircbenlieber / unter benen ftcfc aud) triere t>on £u/ 
tber befinben, nemlicb: ^evt (Bon, oid> loben wir«. Sc- 
halt ans, *§err, bei oeinem TDottK. &er (Tag, öcr if? fo 
freaöenreicb ic. 3eftt5 (Tbriftua, nnfer ^eilanö 2c.) 3t»et« 
tec (Ebetl. Äopenbagen 1769. 8* (entölt jcoei anö oreiflig 
neue Bieber), XTeue Auflage. C5rf?er, weiter Ebeil. &o> 
penbagen 1786. 8- (1 SWr.) £>t'e X>orreöe entölt eine w>r* 
trefitebe 3^b«orie be$ Äircbengefangs, (Sin X>er*eitbni£ berjenu 
gen Bieber t>on Älopflod?, roelcbe mit VeranDerungcn in bie 
neueren öffentlichen unb 9>ri*atgefangbucber aufgenommen worben 
ftnb # "liefert fjeertvagen in ber iliteraturgefcbicbte oet euange* 
lifcben Äircbenlie&er, <Eb. «. 202 f. (SSergl. Bügem. 
öenrfcbe Äibüotb- £ö 15. ÖtcB 1. 134 — Älot $ 
öeatfcbeÄibliotbelf öec fcbc^nenWiflenfcbaften, 3. e>t£ 
i3. B. 661—678. 2lUon. gel. anzeigen 1757. e. 658— 662* 
£ortgefet;te Hacbricbten von oem 5uffanöe oet XDiffenfcbaf* 
ten anö &unf?e in &anemar? , 2>b r« 100—107, Krafta 
neae tfceologifcbe fcibliotbetf, 0t<£ 126. 0. 539» *Tie* 
meyevs Äibiiotber" f&r prcöiger, tt. 3. Cb. 2. B. 466 fO *) 

einige txm Äloppocfs geifHicben JLieöern finbet man uns 
ter ben (Beiftlicben (Doen in ttleloöien gefegt von einigen 
ConfanfHern in Äeclin (SBerlin I7S8- 

2Me einngeöicbte befielen gr6gtentf>cil§ in SSemerfungen 
unb Crimen/ bie &um Xtytt originell gefagt ftnb. Enberweitige 
^Epigramme t>on Älopf?ocf, alö bie in biefemSöanbe enthaltenen/ 
finbet man in ber fceutfeben ©eUbrtenrcpttbUr' , Cb. ?• ®» 
202 — 209. 

3n Vetterleins (Ebreffomatbte öeutfebec (Beliebte 25ö 3. 
609—615. »erben folgenbc Klopf?ocffcbe Öinngeöicbte tu 
läutert: ©itt' unb SBetfe ber Beuern; 83om regten ©ebraueb ber 
Seile (beibe au$ ber (BelebrtenrepubliB B. 203. 2C4.); 3Reifter 
unb ©efell (auS bem VoflTfcben OTufenalmanacb 177 3* 

Ö. 200. 

•) eefiltta febrieb an<5leim: /; ©aö faflen ©fe |u »lopflocf« geiffc 
lieben üifdrrn > SBcnn ©ie fcblccbt bavon urteilen , »erbe f<p an 
SbrcmCbnflentfjum jrocifcln; unb urt&eilen ©ic gut bawon, an 
Sbrcm (Pefcbmadfe." 6. <P. £. Äeffmge »riefwecbfel mit OJUiin 
(fccrlm 1794) Ö- =1. 



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4a grbr. ©Heb Äloppocf. 

Sf. 2co,) Unfre ©ptoc&c (ebenfalls au£ bem ofitfeben Itta/ 
fenalmanacbe). 

proben Ulopffod: feber &inngebtd>te in ^oroens Bla- 
menlefe deutfeher Sinngedichte 63» 406— -408. (au$ bet 
(BelefrrtenrepabÜE u. f. w.) 

4. Klopflocks Werke. Achter Band. Der Tod Adams. 
Hermanns Schlacht. Leipzig 1804. gr. g. (Selinpap. 3 Sfyll. 
8 ©r. <Sä>xtibpap. 1 3$lr. 6 ®r. Srucfpop. 1 %t)lv. &er (Eob 
lidams einzeln auf Srucfyap. 6 ®r. Hermanns Bcblaebt ein* 
jcln auf Srucfpap. 30 ®r.) SSergt. £reim&tb. 1804. CTum. 
261. Ä 521 f. 

£a§ Srauerfpiel: fcer Co5 2Coams, in brei 2foen (bte 
Erwartung be$ £obe$ t?on bem erffen Sttcnfdjen/ bet t>on bem £0* 
be no$ feinen SBegriff bat / unb ber ©nbruef auf ferne gamilie) er* 
festen jaerf? Xopenbagen anb Äeipjtg 1757. 8- aßbann S£ben/ 
öaf. 1758.8- £bcnbaf. 1773. 8- (4 ©*•) Ätbliorbef 
öerfebonen VDtflenfcbaften, £b 3. Btcf 1. Gf. 312—225. 
Allerem, oetttfebe Äibliotber* , £0 10. Ötcf 2. B. 238 f. — 
£>a$ fleinc SBerf fanb ungewöhnlichen SSeifafl bei unfern Nachbarn, 
inSbefonbere bei ben ^ranjofen/ welche c$ ber ^ol^en natürlichen 
Einfalt wegen/ bie fein $ert>orffec$enber 6fcarafter ift, ungemein 
fcocfyfdjifetcn (SSergL Journal etranger 1761. September.) & 
erfd)ien unter bem $itel: La mort d'Adam, Tragedie traduite 
de fAllemand de Mr. Klopftock, avec des reflexions prelimi- 
naires für cette piece. a Paris 1762. 8» bon Poinfmet in Vers 
fen (t>erg(. Ätbliotber* öer fdxJnen Wiflenfcbaften , Jbb 8- 
Ötdf 2. 394.) unb£benö. 1762. 8» t>on Äomani .in Pro/ 
fa. (Sine jtubere Ueberfefcung war aufcantfcj 1758. 8- i)crau$* 
gekommen. tTacbgebilOet würbe bet Cob Äöams unter bem 
Sütel La mort d'Adam , Tragedie en 3 Actes et en vers , imi- 
tee de FAllemand de Mr. Klopflock par Mr. *** 1770. 8. 
(bergl. Heue Ätbltotbel? öer fd)6ncn tfDiflenfd)«ften , £0 
10. &td 2. 3». 351 f. 2lllcfem. öcutfebe 25tbliotf>cr\ JfeO 
14. 204 — 207.) — J)ie £ngl«n&er uberfefcten ba$ ©tuef 
unter bem 5£ttel : The Death of Adam, a Tragedy, in three 
Acts, from the German of Mr. Klopfloch London 1763* 
8. (wrgl. Äibliotbet' ber fcWncn ttPiflenfcbaften, 25ö II* 
ötcf 1. £>. 192 — 194.) in Herfen. — Sie Italiener ubers 
festen e§ in bem Journal: II mondo morale, Converfazioni 
della Congrega de Pellegrini. P. 11. Venezia 1760. 97 ff* 
Unb einzeln unter bem Xitel : La Morte d'Adamo , Tragedia 
del Signor Klopfiock. Tradotta in Italiano. Venezia 1761- 

8. (Don bem ©rafen Carlo (Bo&i, in Herfen/ aber au$ ber 
franko fifdben Ueberfequng) TLn gelangt ift; eine Eb^anblung* 
»orin ZUopfrocfs ©tpl mit bem be$ fEurtpibes, in Bnfe&ung 



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3r&r..-®Ue* Äiopffotf. 



45 



ber öimpltcttät berglicfcen wirb (S3crgt. Jbibliotbet bet febonen 
Xüiffenfdbaftcn , 2>b g. Ördf 2. 333 — 325. 10. 
Btcf 2. Ä 37*. Btfgem. deutfcbe EubUotbet", 2>ö 10. 
Brxf 2. G>. 240 f.) — Die fcänen erhielten 1758 eine Ue* 
berfefeung &on Äoööe. — SJei ben fceutfeben würbe ber (EoO 
2TöÄfns t)on (Bleim wrftftcirt : fcer Coö 2Cöams, ein Crauer* 
fpiel von ^erm Älopffod?/ in tferfe gefegt von bem X>tz* 
faffer bet preußffeberi ÄriegBlieÖer. Berlin 1766. 8« (6®r.) 
£e$gl. in <Bleimö Qammtlicben Bcbriften (Seidig 1802.) 
2>öi. B. 245 — 304. 5Bergl. illlgem. fceutfebe BibUotbe*, 
Bö ic. Gtcf. 2. 0. 238 — 241. SSoran (lebt ein tritifebe« 
eebreiben son ^eferDig an ©leim / worin bie Urteile, bie in ber 
Bibtiotbeeöcr febonen Wiflenfebaften , in ben »riefen bie 
ncaeffc Literatur betreffend (beiläufig Cb. 16. 45 fO h 
bem Critical review unb in bem Journal Oranger über bieß 

Eranerfpiel gefallt n>orben/ mit einanber t>er9ltcr>en werben, ©ei* 
be$ , baS Original unb «Bleims tZacbbiUmng ftnbet man au$ 
tnCramersÄloptfocf, (Er unö über itm, (Eb. 5. 34 f — 434» 
mitCramefcsSlnmertttngen, meliere. 502 ff. autf) bie S3eurtbei* 
Umg be6©tücf§ auS berBibliotbe! oer febonen tJOiffenfebaften 
mit feiner (Begentritte* , unb B. 530 ff. Äefetöigens 33rief 
an (Bleim / unb am (Snbe einige Bemerkungen hinzugefügt &at. 

Hermanns Öeblacbt, ein Bardtet für öte Bcbaubübne 
(biftorifcfceS ©cfraufpicl mit Gboren, ein majejlatifcfjeS ©em&be 
wm ben SEbaten unferer 83orfaf>ren/ mit bortref liefen Dichtungen/ 
unb ber jhengflen . SSeobacfctung bei Äoflume) erfd^ien juerftV 
^ambur^ unb Bremen 1769. El. 4. iEbendaf. 1784. 8- 
(20 ©r.) nadjgebrucft unter bem ^itel : töie -^ermanne Öebladn 
von ÄlopffocE. Mit attectxkbfr s gnaöigf? Äaiferltcbem 
prtinUgto. KarUrube 1776. 8- w würbe öon ^obann 
<5ortfrieö£>pt' für bie Büfcne eingerichtet: Hermanns Bcblaebt. 
£in beroifebes Öebaufpiel in örei 2lhen. £>as berübmte 
Bardtet Oes. Vetren klopft od für bie Büime eingeriebtet. 
Äeiptfg 1784- 8. (S ®r.) SSergl. 2lllgem. öeutfebe Biblio* 
tbet f Bö 12. &t& 2. 24—32. Bö 65. @tc£ 1. 1 19. 
Klog öeutfebe BibliotM *>er febonen EOiffenfebaften, Bö 
4. ^tef 15. &. 399 — 443- (eine metjler^afte ^Beurteilung 
t>on <£hti ftian -^einrieb Öcbmiö) 2llmanacb öer öeutfeben 
tnnfen auf öas 3«br 1770. 70—72. JDeatfcberttterlruc 
1773. ttTat 160— 163. 

Ueberfegt nmrbe bie ^ermannöfdylacbt Ü18 5ranj<5(ifcbe 
twnÄaavin f tleufcbatel 1773. 8- unb t>on Äar! ^rieöricb 
Gramer: La Bataille d'Herman, Bardiet de Klopfiock, trad. 
de r Allem and. a Paris 1799. gr. ,8. SBergt. ÄUgcm. ^cittinj 

1800. tnirj. Uttm. 86» Äragnr r Bö 7. (Bra$a unö -6er# 
moöe, Bö 2.) 3. 28of^ 

3ur 



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44 grbr. ©lieb Äfopflotf 

3ur probe teilte «£>°fr* <6fcbenburg in feiner »etfpiek 
fammlung $uc Ebcotie und Literatur der fcbonen XJOiflcn* 
fcbaften, #ö 7. B. 621 — 626. bic treflid>c ©cene mit, worin 
Hermanns <5d>mer& über ben £ob Siegmars, feinet Sater*, 
ntetfler^aft bargefiellt wirb. 

5. Klopfiocks Werke. Neunter Band. Salome Hermann 
und die Furßen. Leipzig 1806. gr. 8. CDrucfpap. I £blr.) 

Ulopfrocra Galomo (fein Bbfatt, ber bier burä) 3weifel 
be§ 2SerflanbeS bewirft wirb; in Jamben) eiferten suetf? unter 
bemaltet: Balomo, ein Trauer fpiel. tTCactöeburg 1764- 
(mit neuem Xitel: £benöaf. 1771.) 8- (8 ©r.) 8ergl. aUgem. 
Deutfcbe ÄibtiotbeE , £0 3. Btd? 1. B. 57 — 66. 23tblio* 
tbe! Oer febonen tDifTenfcbaften / £0 12. Btcr* 2. B. 267 

— 284. 2Uton. gel. tHecfuc 1764. B. 223 f. Friedrich Gott- 
lieb Klopftock ff. t>on Ctnc# , G. 147 f. 

£)a§ SBarbiet: Seemann unO Oie^ucfien, erfaßten juerf?, 
•Hamburg 1784. gr- 8- (8 — X Kun^n (Er^rc und 
(Befinde $u ÄlopfrocFs ^ermann unö öie ^utfren. &eip3i<$ 
bei Äteittopf (4 S&lr.) 

®ie übrigen , bi* jefet in ber Äetpriget Ausgabe oon 
Klopfrocfa Xüctfen nod) nia)t enthaltenen, öiebterifeben pro/ 
Dufte Blopfiodrs ftnb: 

1. 2>auiö, ein (Eraucrfpiel. Hamburg 1772. CL 4. (ia®r.) 
€5 fingt hinter ber unglücf Itcben SSolfssdbumg mit ber (Srwartwtfr 
bcS Urtfjeiß an. SBergt. öligem, oeutfebe fcibliotfcetf , 20. 
&t& 1. <3. 3—13. 2limanacb Oer ©eutfeben mufen auf 
t>aa ^Jafcr 1773. 8. 55 f. 

2. Seemanns fcoö. (Ein Äaroiet f&r öte BcbAub&t>/ 
ne. Hamborg 1787. 8- (»o ®r.) 8ergl. (5ott>. gel. Seit. 

1787. OME 71« Ä 578 — 580. Allgem. Litt. Zeit. 1791. 
4. tTum. 288. B. 185— iS9- (^ermifebte Bcbriften von 
t>cm Vcrfafler Oes beimlicben (Bcricbta, C(>* a. B. 75 

— 89) 

Älopfrocra tTacbbiloung be$ berühmten Stabat mater fuu 
bet man in Gfrriffian ^tintieb Bcbmiöa 2tntfcologie der 
jbeutfeben, (Et>. 2. B. 293 — 296. beegl. in Rlopflocfs flei/ 
nen poetifeben uno profatfeben «Derlen (berauSgegeben üon 
©ebubart) Ö. 191 — 196. — tfobann Äaptif? petgolejt 
Stabat mater, ooec paflionat 1 antäte , mit öer deutfeben pa« 
rooie öea ^erm &lopf?o<f , im einem &laöieraua$ttge (pon 
«iÜec). Äeipjig 1774- 4- C16 ®r.) »ergL öligem. Oeutfebe 
ÄibliotM/ 33. Btcf 1. B. 162 — 165. fcea ^errn 
tfofepb ijayön paflTonsmufiU oea Stabat mater, mit einer 
Deutfeben Parodie (bon filier) in einem Ulamermäfltgen 
^uajuge^ ^ccauageseben von ^fofrann ilOam •Rillet* Äeip* 

5i0 



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grbr, ©Heb «fop|lo<f. 45 



*4 178*. SoL SBergl. 2fllgem. deutfcbe XibUotbet, Äö 56. 
Btcf. 1. B. 130 — 132. (2Cnt>erti>€tti'de tTacbbilöungen bcö 
alten latetnifcben ÄirdKngcfängcs bcpnben ficfy in ^öfann 
Äafpac Äat>aters Vcrmifcbten gereimten (Beliebten (Linters 
fbut 1785O B. 68 — 71. in ber ^fademie fcer (Bra jien , einer 
XCocbenfdmft $ur Unterhaltung öes febonen (Befdjlecbts, 
(Tb. 3. B.401 —408. in bemjkeutfcbenmerUur 1781. Februar 
B. 97 — 106.) 

3u Älopftocfs profaifeben Bcbriften geboren: 

1. JDrei (Bebete , eines 5ecigeif?es, eines Gbriften unö 
guten &6ni$3. Hamburg 1753. 4. audj in (Tramers Älop* 
??o<f, f£t und über ibn , <Et>. 3. B. 406—425. mit Zn* 
merf ungen. ÄlopffocE fdjrieb tiefe (Bebete für ben £6nig üon 
£)anemarf, $rieöricb öen Ränften, weil man tfcn bämaß wirf« 
lid? m ©efafcr glaubte, auf 2lbn>ege be$ 3n>eifelö ju geraten. 
®lei* barauf Famen fcrei (Bebete eines 2lntirlopffod:ianers, 
eines Älopf?oc*ianers unö eines guten Äriticus jum 
SBorfc^ein. 

2. £>ie öeutfd?e(Beler;rtenrepublic\ 3fcre £inrid?tung. 
3bre (Befetse. <Bef<bid)te Öes legten Äanötags. 2luf Äe* 
febl Oer 3UdertnSnner fcureb Balogaft unö tPlemar. ^er> 
ausgegeben von Klopfrocr*. £rf?er Cbeil. Hamburg 1774. 
8. (»6 ©r.) Unter bem oon einem greifiaate tntkfyntzn Söitbe fteüt 
Älopflocr* in biefem SBcrfe bie SJefultate feiner literarifeben S3e= 
traebtungen unb gorfebungen/ feine Urteile unb SBünfdje über bie 
Literatur überhaupt , unb über bie beutfd)e inSbefonbere/ auf. 
<S3 enthalt aÜerbingS einen <5d?afc mancher treflic&en Söemerfungen 
über fajl alle Zweige ber freien ©elel;rfamfeit , befonberä über fcb&f 
ne Äünfle unb <5prad?e , fefct aber ju Diel genaue SSorfenntniffe 
unfern damaligen £iterarge[d)id)te t>orau§, alö baß e§ ber gefamm* 
ten gelehrten Seit $atU nüfelufj unb fdjafebar fepn tonnen. SSergl. 
ÄUjem. fceutfebe 23|bliotbet, £ö 28. Btd? 1 B. 102— 119. 
Bcbiracbs ttTagajin der beutfehen Kritit / £>b 3. (Efr. ö. B. 
113—123. (Botb. gel. Seit. 1774. Btcf 79. B. 625— 628. 
£>entfcber ttterffar 1774. Beptember. B. 346 — 349. Xio* 
x? cm ber. B. 177 f. Friedrieb Gottlieb Klopitock t)CU Zbieft, 
B. 157 — 166. Vetterleins ^andbud) öer poetifd?en ilite* 
ratar öer &eutfcben B. 358 ff. Äuöigers tTeuefrec 3u* 
roaebsöer öeutfeben, fremden und allgemeinen BpracbEunde, 
Btcf 4. B. 178. ((Bedangen eines JbucbbSndlers über 
tSerm 3Mopf?oc£s Slncundtgung einer (Belebwtnrepublid:. 

(£eip*ig) 1773. 80 

3. lieber die öeutfebe Äecbtfcbretbung von 3Uopf?od:. 
Äeipjig 1778. 8. (a ©r.) Älopffodfs ^aupfgrunbfa^ ijl : 2)a§ 
©eborte ber guten 2lu$fpracbe nad) ber Siegel ber @parfamfeit 
fcbreü>en , ober/ baö wa^ bie ^ute beutle Zuttyraty l)&xtn läpt, 

obne 



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46 $rt>r. ©lie* Älopjiotf* 

o&ne* jtteibeutfge unb o&ne ubcrflufftge 3eicben ober IBu^ftobefc 
*or baS Auge ;u bringen* Älopflod? war inbeffen nicbt ber erfle; 
wetzet tiefen ©runbfafe äußerte. <Sd)on (Dlearius gab in fei* 
ner fceutfeben BpracbEunft (£alle 1630.) bie Siegel: Wie ge* 
redet »ied, mufl man febreiben. $Bor&er ftonb tiefer ffetne 
Auffafc in Campen« fgr?iebangsfd>rifteri r Ch» a. Söergt. 
Aügem. deutfcbeÄtbliotbee*, Äd 39. Btcf. 1. @. 253—258. 
X&digers tTeueßer 3un>acbs der deutfeben , fremden und 
allgemeinen Öpracbf unde, Ötcf 4. 0. 7a. — 5Die aüerneue- 
f?e deutfebe (Drthogtaphie des achtzehnten Jahrhunderts 
erfanden t>on Älopftocf , nachgeahmt x>on dem toeffauifdyen 
Otoiebungsinfritute, ausgejifebt von der gelehrten Ä>elr, 
und abergegangen tn die Vergeben hei t. ^ranfftirt un& 
&eip*ig 1779- 8- («n elenbeS 9)cacbwerf öon bem berüchtigte« 
2Undleben) SBergl. Augem. deutfebe Bibliothe*, 25b 39. 
etcf 1. Ö. 258 f. — An Älopf?ocE aber feine Abhandlung 
von der deutfeben Äecbtfcbccibung . . . 1779. 8» ©nige 
<5in»enbungen im ernftyaften £on , aber aud) nur gegen manebe 
fünfte mit »iUigung be$ Beuerns übtxfyaiupt, für* unb um>olb 
fWnbig. 

4. tteber Sprache und jDicbtfunf?. Fragmente fort 
Älopffocf. «Hamburg 1779. H. 8. (*rf?e ^ortfet^ung. (Eben/ 
daf. 1779» W. 8* Zweite ^ortfetmng. Sbendaf. 1780. 5L 
8. (1 Stylr. 8 ®r.) 3)er Jnbalt tiefer Fragmente ift: 1. öom 
beuffeben ^ejrameter. 2. Ueber bie beutfdje Äecbtfcbreibung. 
3. &on ber jbartfellung. 4. *$on ber »ortfolge. 5. SSort 
abwedjfelnben &erbinbungen / unb bem SBorte vergehen. 6. 3ut 
(Befcbicbte unferer <5prad>e. 7. iReue &ylbenmaj;e. 8. 3Bon 
ber ^Schreibung be6 Ungebortcn. 9. 5Bom edlen AusdrucP e 
jo. $$on einer lateinifeben Ueberfet$ung bc$ tftefttas. 11. 
9lad)lefe über bie deutfebe Äecbtfcbteibung. SBergl. AUgem. 
deutfebe Äibliothef , 25b 41. Öftd? 2. €>. 338 — 365. 25b 
42. Stcf i. €5. 217 — 224. (Johann ^einrieb Höffens Vev* 
hir aber die beiden Ausrufer Sit und SUt t die in ber Allge* 
meinen deutfeben &ibliotbe? Äloptfocfs Fragmente aber 
Sprache und £>icbtff?anf? beurtheilt haben. CTebff einer 
Äeilagc, eine Anmerkung des (Theologen Öf. 25b 43. Ötcf 1. 
B. 91. betreffend/ im deutfeben rnufeum 1781. Jbb 1. 
IHar* B. 198—^22. April e. 327 — 3430 Friedrich Gott- 
lieb Klopßock wm (Ebiefl, 0. 167— 172. AUgem. Veneicb' 
nt£ neuer Äucber mit htrjen Anmerkungen (Seipjig 1779.J 
Jahrg. 4. ©tc£ 9. 0. 695 — 6q7. 

5. (Brammatifcbe (Befpcacbe von Älopf?oef. Altona 
1794. tl 8- ( 1 3l^lr.) 2tlopfro£ batte überhaupt elf gramma* 
tifebe (Beft>raci?e entworfen/ wot>on tiefer Söanb ungefetr^r bie 
^alfte begreift. Stodj einige anbere ^at er na^r in einigen 

3eit, 



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gc&r. ©lieb tflopjlotf. 47 

3tttfd>rtften (Ärcbii> öer Seit unfc tbree (BefcbmacFd 1795. 
6tcf. 5. 6. Die ©eteutfamfeit. 1796. Btcf 9— 11. Der 
$»eite SBettflreit [jene* ©efprad) wiber&atus (Schreibart, btefe* 
wfcerCBotbe; t>ergl. A%em. Lit. Zeit. 1797. I. ZTum. 
I . B. 526.] (Bcnitis öcc Seit 1795. etcE 8. Der ©elbfKaut 
Ä; Die 9twarolabe ; Die $a"'ffotie; AarmoftS; Die öercinung; 
3wifd)engefpracb) berannt gemacht. Diefe (Bcfpracbc enthalten 
bie «Refultate feiner ©praebforfdjungen , unb finb an bie ©teUe bet 
&cutfd?en(Btammatie getreten, bieer bormalö bem$ublt?um Der* 
fprocfwt f>atte. Die unterrebenben $erfonen finb aber (>ier— nidtf 
9?enfd>cn, ni*t etwa gelehrte ©rammatifer, fonbern Zbfoafta 
tu* grammatifd>e 22Bcfen, welche bie Didjtfraft mit ?)erf4nli*feit 
begabt I?at, aß bie »udtfaben, ber ©pradjgebraud? / ber 2Bobl= 
flang, ba$ Urteil, bie <5inbiibungSfraft, bie (Srnpfmbung, ^eUa* 
ntf, ©aüicttc / Sngleß, Seutone (bie gricd?ifc^e, franj8fifd;e, 
englifae, beutle ©pradje) unb tiefe neugefd>affene SBefen fpre* 
$en ^ier allenthalben nad) bem 6b<trafter, ber ihnen gemä£ ober 
ben wirtlichen ^erfonen eigen iff , beren (Sache fte führen. SBergl. 
Jenairche Allgem. Liu Zeit. 1804. 2>Ö 1. Hum. 34. B. 185 — 
19a. (üon^b. ^einrieb X>off, eingetroffen ein Urteil übcr2löc- 
iungs m6ttetbud)ttt\m. 25. B. 193—200. ttum. 26. B. 201 
— 208. Hum. 39. B. 305— 312. tZum. 40. B. 313 — 
31c. £7um. 41. B. 321 — 3*8. t7um. 42. B. 329 — 336. 
£7am. 43. B. 337—3430 Friedrich Gottlieb Klopßock um 
Cbiefl, B. 172—174. tTeucaügcm. öeutfebe Ätbliotber*, 
15. B. 487 — 5°o. — filmet: unö XPertbing, ein 2Dia* 
Cog, veranlagt öttreb Ätopfrocfs grammatifebe (BefptÄcbr, 
th €0115 tHufcum fuc die gricd?ifcbe und romifcbe£itcttuut, 
Brcf 1. B. 144 — 163. 

■ 

3u Ä!opf?ocfö Heineren profaifeben Bd>tiften, welche 
jerfheut in 3ettfcbriften 2c. fich befinben, gehören: 

1. (5ine in ber Bebulpforte ben 21. September 1745 *>on 
iftm gehaltene lateinifebe 2lbfcbicö8t:c£>c t>on bem boben £nt= 
yootdc der poefle. £r. dtramer hat btefelbe in feinem 2Uop* 
frocrT , (Er unö 6ber ibn, Ib. f. B. 99— 132. mit beutfehen 
Wertem abbruefen (äffen unb B. 54 — 98. eine öeutfebe Uebec* 
fcgtms (boeb nicht mit lateinifcbei: <3d;rift) »on mi^cn 2fnmer* 
fönten begleitet/ wrangefc&k 

2. Sn bem Hordifcben Buffeber, berattsgecteben »on 
3obann 21nöceas (Cramer/ befinben ftd& folgenbe Äuffafee: 

1. Btrf 17. 55etrad)tungen über Sulian ben Abtrünnigen. Btdf 
35. »on ber beßen Art über ©ott §u benfen. BtcB 26. $Bon 
ber ©prac^c ber ^)oejie (aua) in ^cinjmanns Äiteracifd?«: 
Cbronif, Jbö 2. tTum r 3. Älopporf fyanbelt barin ton ber 
9flid)t be$ Dicbterf/ feinen @t^l über ben profaifeben ju ergeben/ 
«nb t?on ben SKittcln / bief $u bc wer ffleli igen; ^tef 28. -hmi 



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48 3rt»r. ©lieb ÄIopfHcf. 

ber Sefdheibenheft. e>t£ 42. fßcn bem gehler, anbete na$ 
jtd) ju beurteilen. e>t<£ 43* SBon bem Stonge ber feinen SLiitu 
jle unb ber (ebenen SBtffenfc^aften , eine 2CÜegorte (auch in ^einy 
manttA iUterarifcber dhconil:, 230 2* XTum. 4.) Btcf 49. 

JBon bem publicum. — 23ö 2. 0tcf. 95. 98» Von ber greunb* 
fdjaft. BtcE 105. ©ebanfen wn ber 9catur ber $Poefte (auch in 
toeinjmanns Jütccarifcber CbroniE, #0 2. £7am. *5tdJ 
115. l£in ©cfpracU von ber wahren Roheit ber Seele; be§gl. TLnt* 
xooxt auf einen ©rief/ worin bic Errichtung einer £>anifd)en ©es 
fellfcbaft jur S3ef5rberung ber feinen 2Biffenfd>aftcn in ber £)<U 
nifdjcn Sprache unb ü)t Vorhaben befannt gemacht wirb« ^ref 
123. 2Cu3jua au§^ bem 9)rotofoll ber Unjtcbtbaren. — J5o 3. 
Ötcf 129. ©efprdch, ob ein ©cbriftfreller ungegrünbeten, obs 
gleich fd)e inbaren, Jtritifen antworten muffe? (t>on Klopffocf 
unb <£ramer gemetnfd)aftltch. £ie grage wirb l>tcr verneint, 
unb man (Tobt barauS/ baß ba§ gelaffene ©Zweigen/ wcld>c3 
Älopfrorf? bei allem öffentlichen Säbel beobachtete / nicht gaune* 
fonbern ©runbfafc war) ÖtcF 130. 141. 142. ©efpracb *>on ber 
©lücffeligfeit. €St<£ 147» SRacbridn »on einem £anifä)en, in 
bem 2lcf erbau febr erfahrnen/ Eanbmanne. ÖtcE 15a S3cur^ 
Teilung ber XEinHelmannifcben ©ebanfen über bie SRachabmung 
ber grieebifchen SüBerfe in ben feinen fünften {and) in ^cin^ 
manns £iterarifcber (Chronik:, 2. t7um. 20.) @td? 157. 
lieber bie Vergnügungen be$ fcanblebenS. Btct' 173. 174. Ut= 
tbeile über bie poetifebe Jtompofttion einiger ©emalbe. Bt<£ 186. 
^Beurteilung einiger ©emalbe aus ber heiligen ©efduebte. (£ie 
meiflen üon biefen Xufjdfeen befinden ftd? aud) in jrieorieb CBotu 
lieb Klopffoefs Elcincn poetifeben und ptofaifeben XDetu 
*en (herausgegeben t?on Cfcriftian ^ricöricb fcaniel Bcbubart) 
^ranüfurt unO £eip$ta; 1771. 80 

3. 3n ben 0>on bem 4>errn von (Berftenberg h**au$gegebes 
nen) Abriefen übet tttevtwhtbi$teiten Oer Literatur, Sotu 
fet$ung ötcf 1 . 0. 1 — 52. gragmente auS ben ©efprdchen 00« 
(Stjlbcnmaße. 

4. 3m &ctxtfdyen tHufcum 1777. £ö %. OTai Ä385 — 
398. Von ber beutfehen unb gricchifchcn Quantität ftbenftaf» 
1778^0 i — 8- ®on ber Beobachtung ber £luantitit 
im beutfeben «£>erameter. 

5. jfn öen beitragen *ur ^amburgifeben neuen 3et/ 
tung 1787- 10. Ctpmologie unb TCuSfprache. 

p 6. 3n ber Äerlintfeben monawfcbrift 1788. ttlai 
514 — 517. Antwort an bic Societe exegetique et philambro- 

pique ju Stocfbolm. f^benaaf. 1796. e 2)aö nicht 

gurüefgefchiefte Diplom. 

7. 3n beS £errn von Ärcbenbolj minerx?a 1793. Januar 
Ö Schreiben an ben franj6fifchen. SRinifier «olanö 



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3rbr* 0tte& äfopffacf» 49 

wm 19* Slowmber 1793. (fran^fiftfcf^ in JBrijfotS Sournäl: Pa- 
triot© franoois 1792.) 

&• 3n ber 3eitfd?rtft: Hattos 1800. £>tcf 5» 8. 435 f. unb, 
mit bell übrigen ÄftenfKufert / in bem Leipz. allgem. lirerar. An- 
zeiger igoc. 8.969 — 976. JBrief an ben £emt Sfeftor (Mi 
2Ucl XX>t(Mm ffirnf? *£efmbacb) in BAalpfotta bom 2a 
SHarj 1800. 

9. Sn bem Intelligenzblatte der Allgem« Lit. Zelt ißo». 
8. 1308- beSgl in bem Leipz. neuen Intelligenzblatte für Li- 
teratur und Kunß 180a. Öttober Ä 229 f. auS be$ £erra 

von 2lcd>enbol* tttinetva, (Di? tober. B ©djret* 

ben an ben £*rrn $rdftbenten beö franj&ftfcben Kationaliru 
fhtwi*. 

10. 3n ben Ärtefen bcrufcmtet rxno eolet fceatfcben an 
25oömer , freransgegeben von (Bottbolo ^cieöricb 0tSuölin 
(©tuttgarb 1794.) »ier »riefe. 8. 171—188. 

^eraitdgegeben tjat Ätopftod?: tttatgaretba 3tfopf?o<f 
binterlaffene ^cbrtften (nebji tr)rem Beben)« Hamburg 1759. 8* 
(10 ©r.) ^nbalt : 1. ©riefe von Werft orbenen an gebenbige i — 
34. — a. Älopfrocfa »riefe an feine wrjiorbene tttet* 8. 35 
— 46. — 3. Der $ob 2lbels, ein $rauet!>iel 47— 70. — 
4. 3n>ei cteifHict)e ©efdnge (£a§ »ergangene 3at>r; £>ie Siebe 
®otte$) 71— 78. — 5* gragmentc eine* ©efprad&S (übet 
ben 9?aet)rur)m) 8. 79 — 84. Söcrgl. Journal etranger 176a 
£ort£efea,te tTacbricbten von dem Suffanoe Oer XDiflenfcbaf/ 
ten un& Äunffe in oen fcAmfcben Äinoern, 2>o 3. e. 
489 — 49*- fcrefäo'a Äleine X>crfucbe im Senten nn& 
<£mpfinöen 53* 

üctbeile über »lopftoc* afö Ä>t*tet? trab profaicet finbet 

t. in (Äatrnetr«) Cbatatteten öeatfcber Siebter an& 
profaiflen e« 374 — 378. 

2« m J&fcbenbtsrgs &eifpielfammlang ?uc (Cbeocie und 
Literatur Oer febonen XPiffenfcbaften, J&ö 4« & 62* 8« 
915« 8. 315. £o 5. 8. 325» »o 7. €f. 621 f. 

3. in pälitj pratttfebem -^anobuebe jar Äehure 
fcemfeber Älafitlee, Ct>. 1* 8« 284» *87« *• ®- 5S f* 

s*. 3. es. 28 f. 

4. in Äeonaro iTCeifreta ÄeitrSgen *ut (Befcbicbte oer 
öeotfeben Öpcacbe anö CTarionattitecamt (^eibelberg 1780.) 
Cb. 2. 9. 56 ff. 

5. in X&ilbelm peterfens preiafdmft: Welcbcs find 
die tferanoeruncjen uno tgpoeben oec Oeutfcben -^aupu 
fpracbe flrit Äacl otm (Breden *c. f. Ödjciften öer Äurfitrf?« 
iidbrn Oeatfdben (Befettfcbafr in ttTannMw Ä. j. ©#217 ff. 



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■ 



,50 gebr. ©Uefr Älcpjlorf. 

6. in Stfeubarts Vorreden ju £ticdrtcb (Botttteb 3Uop* 
flodta Kleinen poetifcben anO profaifeben XDerfen (granffurt 
tinbgtip&ig 1771O 

7. in Scbubarta Kurzgefaßtem &ebrbucbe der febo*« 
nen XDiflenfcbaften (5Rünflcr 1781.) S. 55 f. S. nof, 

8« in <<&otttngera Verfudb einer Vetgleicbung Oer deut« 
feben Siebter mit den (Briecben und Römern *c. f. Scbrif> 
ten der Kurfarfflicben deutfdben (BefeUfcbaft in tftannbeinv 
25d 5. 0. 10—19. S. 157 — 163. . 

9. in (Barre'a Sammlung einiger 2lbbanolungen aus 
der tTeuen Äibliotbef der febänen XTiffenfcbaften (9L3C. 
£eü)$t8 189a.) Cb. 3. S. i6f. 

10» in Kants &eobacbtungen ober das (Befubl des 
Sebonen und U£rbabenen# f. Ctcftronrs Sammlung von 
Kants »ermifdjten Scbriften (£alle • 799-) £d 3. 9. 365* 

11. in £ran$ ^orns (Befcbicbte und Kritik der deuts 
feben Poefie und £>eredfamreit, S. 194—200. 

13. in G. N. Fifcheri Florilegium latinum anni aerae 
chriftianae 1786. p. 69 — 84« 

13. in ben Sammtlicben Werfen des XPandsbecfer So? 
tfren, C(>. 1. 2. S. 100—108. Cb. 3. S. 56— 59« 

14. in bem JDeutfcben tftertfur 1773. ttlat S. 160 flf^ 
feecember 0. 346 ff. 1774« Hoüember S. 177 ff. 

15. in tTCeufcls Hiftorifch - literarifdi - bibliographifcheia 
Magazin, Stc* !. S. 96 — 99. ttrtbeil eines 2tualanders 
(be$ 2Cbbate 2). (Biovanm Andres / SRitglUbcft ber afabemi* 511 
Sftantua, in feinem SBerl delT origine, de' progrefli e dello 
ßato attuale d'ogni letteratura T. IV. in Veneria 1785. 8.) 
über Älopffodfa meftiftde. 

16. in tfteufeU ttTufeum fiir ÄtmfHer/ Stcf 6. 

s. 44. 

17. in ber Ätterartfcben Äeife Cmrcb &etxtf<btin*. 
(«eipjig 1786.) «eft4- S. 58-66- 

18- in Herders Fragmenten aber die neuere deutfebe 
Literatur (Sftga 1767O Samml. 3. S. 201 4- 203. tJobann 
(Hottfried von Herders Sammtlicbe XX>er£c $ur febonen JLit 
Utatut und Kunff, (Cb. 2. S. 301 — 303. 

19. in ber Mgem. deutfeben Äibliotber", Äd 12. Steg 
a. S. 24—32. 23d 76. S. 4>8f. Änb. 5. *u Äd 53 — 86, 
e. 2533. KI013 deutfebe Äibliotbe! der f*£nen XDiffen* 
febaften, »d 4. St* 15. S. 399 —443- 

20. in Uiemeyers Briefen an cbrifllicbe Xeltgioiwlefc 
rer 2C. $a\lt 1803.) <Eb. 2. S. . ♦ ♦ 

tfaebriebten bon KlopfJocf* &ebendu)nf}*ndett unb 
©ebriften pnbet man; 

i. tn 



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grbr. QHicS. Jlfopjiotf. 51 



1. in Älopffocf , in ^ra^menten aas Briefen ton ZtU 
low an itiifa (herausgegeben oon Karl ^trieöcicb Gramer)* 
£r(?er, zweiter (Cbetl. Hamburg , 1778. 1780. $r. 8« (3 
2Mr.) Dotier £benöaf. 1777. 1778. 83ergl. Hävern, detttfcbe 
Äiblioe&ec", *nt>. 6. jttibd 25 — 32. B.336o>~ 3366 (Botfr* 
gel. 3Teit. 1777. Btrf 89. ö. 729 — 732» jfceatfcbec MlerEit* 
1778. Januar 70 f. — .Beilagen *u Cellows J&riefen an 
£lifa, oon Ötucj im SDeutfcben tftafeum 1777. £ö 2. fcTo* 
oember ö. 459 — 465. beägl. in ^clfcich Petet ^Scul-j 
Schriften (9t X fceipjig 1786. ) öamml. i.B. 322 — 337* 

2. in 2Uopf?ocF, (Cr an& &bec ibn, von & (arl) $ (rie* 
bricb) Cramer. CfcrfJer (Cbetl 1724 — 1747. Hamburg 1780* 
Streitet Cbeil 1748 — 175c. SDeftau 1781. dritter Cbeil 
1751—1754. £>efTaa 1782. (umgebrueft unb oermebrt/ l£rf?er/ 
weiter Ebexl. Jletpjig anO Altona 1782. ^Dritter ZbeiU 
£t>enöaf. 1783. Zweiter (Cbetl. &eip*ig onö Altona 1790.) 
Vierter (Ct>eil 1755. Äeipjig unö 2CUona 1790. Saftet 
Ebeil 1755* (ßbenöaf. 1792. Betlage ant> ttacblefe tum 
fünften Cbetle. £benOaf. 1793. & (5 &bfr- '2 @r.) £>iefe$ 
Seif, ba$, gleich allen Cramerfcben ©djriften, mit bem ©tem* 
beigefügter ©onberbarf eit geprägt ift, enthalt tfyeilä Klopfrocfs 
Brat nach ber 3eitfolge ihrer erflen (Srfcbeinung (alfo balb eine 
Okt balb einen ©efang ber SDlefjtabe/ balb eine ibbanblung, 
fcdß> ein J)rama 2c.) tbeil$ biograpbifebe 9laebrichten oon bem 2)id>* 
tcr, tbeite 2(nmer?ungen $u ©ebbten beffelben, in welken ein« 
jelnc ©teilen etflart ober bewunbert werben; ferner Eneffcoten unb 
Briefe oon &lopf?ocfa greunben; «fritifen unb ©cgenfritifen über 
feine ©Triften ; begleichen SBrucbjtücf e au§ s Prebigten ; auch afa* 
tanifebe Jttorlefungen, fo wie frembe ©ebiebte; nid>t weniger Kbs 
f<b*wifungen über bie fran^ftfebe Sfceoolution unb bUnbert anbere 
Singe/ bie wohl febwerlicb jemanb bi** fueben wirb, unb bie oft 
bei mehr als (5t n cm ftaxdjcn herbeigezogen ftnb : alleS in ber biuu 
teilen Unorbnung, fo bafj babureb in bem ©emütbe be$ £efer$ 
ttwrlicb eine richtige Sotalibee oon Älopf?ocfs ©eifle, ober fei* 
■fr Krt unb JSunfi erweeft werben bürfte. £a$ 33raucbbarfie in 
liefet »Sammlung ftnb bie 9cacbricbten oon bem 8eben beß £)icbter$, 
rob oon mancherlei ^atfadjen unb Umflanben , auf welcbe ftcr> 
tUt unter feinen ©ebiebten beziehen, unb worauf fte fciebt erhalten. 
£o<b ftnb auch biefc Nachrichten unb 'Äneftoten nicht immer ooll* 
kommen juoerlafjig. SBaö bie Sefctjaffenbeit ber gegebenen <SrH<b 
wngen betrifft / fo befiedert fte nicht in einem fortlaufenden Üonu 
mrntare/ fonbern in beilduftgen Hnmerhmgen, bie nid)t immer ba3 
Schtocrfle erläutern; fte bringen feiten tief in ben ©eij! eine§ 2öers 
fc*i ober in ben feinen pfocbölogifcben 3ufammenbang feiner Sbetle 

$ew&bnlich geben fte bamtt um/ auf bie @d)6nf)eiten ein^eU 
m Stellen hin$uweifen, wiewohl bieg feiten burch ßnrwicfelung 

Sa bet 



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S» 3 tb ^ ® ttf & ÄCopflotf. 

btr ©rünbe gefd?iel)t/ warum {te fd^6n ftnb. Uebrigenfc tfibteß 
tpettfd>td)ttde 2Bcrf# ba§ nodj lange nidjt bcettbtßt ifl / unbfibwer* 
Ud) jemals gang beenbigt werben »erb/ au* ber »or&m erwähnten 
Cramerfcben ©*rift fafl gleiten Snfcalt* , ober ben Briefen 
von (Cellorv an iftlifa / entpattben/ wooon e* gleicftfam nur eine 
neue, nad) einem »eitlauftigeren 9)fon angelegte, BuSgabe ifl. 
2)od> entbatttn Briefe mandjeS, roaS in bem größeren SZBcrfe 
bi* jefct no* niefct enthalten ift. &ergt. öligem. Deutfcbe Ätbliotber , 
2lnb. 3. *a —5a. ^. 1725— >73 f - 107. Ä417 — 
433, tteueaügem. ÖeutfcbeBibliotbef, 6.B. 583— 586. 
fceutfcberOTercut 1780. 2lugttf* 161 f. Slllgem. Vermeid?* 
ni# ^euer &6cber mit t*ur$cn 2lnmetl:ttngcn (tfeipjig 1784.) 
Bö 8. Btcf 3. GL 139 f. (Hnjeige be* 3nbalt§ ber erflen frrei 
Cbeile) ttette ÄibliotbeE Oer febönen »iflenfebaften , 
46. Btc* 1. 1*3 f. (feigen be* vierten Zbtiis). &t> 50. 
etdf 3. G>. 39 1 . (Än jeige be$ fünften (EbeiU). UebrigenS ifl nod> jti 
bemerfen, bafj £r. $rof. Kordes irrt/ wenn er in bem Lexikoa 
der jemlebenden Schleswig - HoUleinifchen und Eutinifchea 
SchriftAeller S.-66. glaubt, ber ftebente Cbeil fei föon, viel* 
letcfjt mit SBorbeilafiung be$ feebften, erföienen, unb maefc baS 
neunte 6t6ct von Cramers menfcblicbem &eb*n au*. £Me* 
f<§ fubrt jwar, aufjer bem befonberen Sitel: &er (Eo&, aud> noeb 
bie gedoppelte Zutrift : &lopfrod?, (Er unö fcbet ibn, (te# 
bentes ©t&ct: , unb: Kommentat öestricfuza, viertes Btucf; 
allein biefeS ftebente, ober vierte ©t&cf, ober btefeS tHenfcblts 
eben Gebens neuntes Btäuf, ifl nur ein oerrurjeer $ad>bru<f 
be$ f&nften (CbciU t>on Cramcrd älopßocf. (5r entölt <£r<u 
mers ftoten ofcne &lopf?o<£s $err. 

3. m Äeonarö ifaeiffers Cbarafteriffir' deatfeber Jbidjf 
ter,^>ö 3. 313—338^ $auptfäd>lid> na$ Cramers @d>rif= 
ten über 2Üopfrocf. 

4« in Vertragen s Äiteratargefcbicbte free evangelifcben 
Äircbenlieber, (Cb. i» aco — 203. unbebeutenb unb niebt 
einmal uberall richtig; mieber&olr in Xicbters öligem, biogra» 
pbifeben Aerifon alter und neuer geifllicber ilieberdiebter 
0. 170 f. mit ein paar Sufatjen *). 

5. in bem pantbeon ber&bmter öeutfeber dichter mit 
einem *)er*etcbn:ff ibrer XPerlfe (Jtoburg 1798.) €5. 374—300. 

6» in Vertcrleins tganöbacbe der poctifeben Literatur 
öer JDeutfcben 333 — 366. 2)ie 9la^ridS>t wn »lopffocfs 
Bcbriften ijl ^orjüglid) fd^afeban 

7. in 

♦) 3. (5. au« 6cbmi5M (Beengen für Cbnfle»: 
3no ©naben bat unö ©ott erjeiflt, 
2)ic ff(ncö «Wcnfcbcn Öana crrcfc&t: 
2)ie eine, bat er un* ben ©fg |utt Gimmel rofet; 
2)ie anbre, ba§ er tytt ¥0« »lopflptf fingen «tf. 



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5rt>r. <BlUf> tffopjlocr. 51 

7. in KJopfiock und fein Verdienft Eine Vorlefung 
rar Feier feines Andenkens in feiner Vaterfiadt von Joh. 
Friedrich Sachfe. Hamburg i8o3." gr. 8. (6 ®r.) eigentlich 

Sr (grdffnung einer JRebeübung auf bem (BueoUnburgifcben 
mnafinm gefcfcrteben. 6$ »erben 3Uopfrocr*6 oornebmfte &e* 
bensumf t£n De erzählt unb einige ©runb$uge feines literarifcben 
X>eroienf?es entworfen* »era,l. Allgero. Lit. Zeit. 1805. X>* 2. 
XZum. 112. 231 f. 

8. in Klopflock, Er über ibn. Ein Hauch bleibt 
doch, dein hober Geiß der Liebe, der ewig lebt und 
ewig auferfteht. Hamburg i8o3. 8. (6 ®r.) £)a$ «eben bei 

XÄdflzrt im Umriß mit 3ügen aud beffen eigenen SBerfen geftyfc 
bert, m'cfct etwa als 9ta*a&m«n$ feiner £icf)terfprad>e, fonberrt 
cur* Sufammenjlellung foldjer ©teilen au§ Klopffotfs »oetifc&en 
SSerfen , bie fto> aua) bort auf bie ©egenjtänbe in feinem Stben unb 
ben 4>au»tinf>alt fetner ©efinge bejogen. 

9. in Älopfrodf, bon «perrn von %tdyet\hoU, in beffen 
minetva 1803. »peil <3. 97 — 133« 9ti*t fowor>l bon 3Uop* 
ftod, bem liebtet / *l$ ©ielmebr bon Älopporf, bem patrios 
ten, bern tTTenfcben, tfl tyer bie &ebe. |>r. von 2lrcbenbol* 
geno§ riete 3a&re fynburdj Älopfrod's freunbfd>aftliä>en Umgang 
bi$ an beffelben $ob , unb würbe baburä) in ben Stanb gefefct, etrl 
wa£re$ SBort über ihn ju fagen. 

10. in etem. Äaurs (Batterie fctfrorifcber (BcmSloe au« 
oem achtzehnten ^abrbanöerte / ttb. 1. 4 «9 — 4^4« 
(EbenoeflT. (Batterie oer berubtmepenfcicbter öea aebgefmtert 
Jabrbunoerts 0. 38* — 4 "6. 

11. in Friedrich Gottlieb Klopftock, wie er feit einem 
halben Jahrhunderte als Dichter auf die Nation und als 
ScbriftXteller auf die Literatur gewirkt hat, von D. Johann 
Otto Thiefs. Altona i8o5. gr. 8. (1 $blr.) SRtcfrt biefe gro* 
ge enrfdjeibenb &u beantworten / nur ffe für ben fünfttgen $5io* 
graphen Älopffocf 3 ftarfer anjubeutem unb baS ©efcfyaft ber JUS 
tif butä> einen ^Beitrag $ur Literatur Älopflodfö &u erleichtern/ 
nur ta$ tfl e6 , womit ber SSerfaffer biefeS 2Cuffa^eö umgebt. (Sr 
nennt biefen Buffafe felbflein ItterarifdjeS £luoblibet. //ÜRübfam/ 
fagter, fjabe iä) gefammelt , was mir mein Sücfyerwrratlj »on 
unb übet/ für unb wiber Älopfrodf barbot f unb nur &wifä)en* 
burd) meine SKeinung (wa* aber nia)t feiten jiemliä) fpifefunbig 
gegeben ifl) gefagt. Il 

12. in ber Ucberftcbt Oer (Befcbtcbte Oer oetttfeben Poe« 
(ie feit Jöoömcre uno Äreitingera Eritifcben Bemühungen, 
Stoeiter 2Jbfcbnitt: Von Oer (fcrfcbcinuna; oer erf?en (Be^ 
fange ocs tHeflias biß jur (Brun? ung oer Ätteraturbriefe, 
ein twrtreflic^er Äuffafe »on bem ^errn ^)rof. tHanfo, in ben Cb«/ 
rafterwi Oer pornefcmften Siebter aller tTationen (Wacbtra^ 

Ben 



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54 Srbr. ©Heb Äfopjiotf« 

gen *tt Buber« £(>eorte oer fcboneti &onf?e) £5 8« öfect i. 
0. 109—135. 

I?. in bem Pantheon, der deutfchen Dichter mit bio. 
graphifchen und literarifchen Notizen (Halle ibo6.) (Ch. I» 

e. 135—143- 

14. m bem ngannoverfcben tftagatin 1768. 0tct\ 36» 

e>. 413. Bk* 27. e. 1419— 433. etcf 28. b. 433 — 

440. 

15. in tTTeafeld Gelehrtem Demfchlande (2tusg, 5.) 
£0 4. 0. 143—145. £0 10. 0. 98—100. J&O Ii. 
«• 437 f- 

16. in *E>ad>lers Handboche der allgemeinen; Ge- 
fchichte der literarifchen Kultur, Äo 3. 0. 68a. 6S4. 
698 f. 

17. in Stirtvidba von ÄtanUenbarg literarifchen 
^ufat^en ja Job» (Beorge Bttljer allgemeiner (Theorie oer 
fcbonen *unf?e, £0 3. 0. 80 f. 0. 448. 

18« in Roche Kompendium der deutfchen Literaturge- 
Tchichte, (Ch. I. B. 113. 302* 388* »89. 310. £b.3. 0-37- 
133. 151« 161. 

19. in €frrsf?tan Heinrich Bcbmtda 2rnwetfim$ ja« 
Äruntnitf oer vornebmfien Äucbcr in allen Cbeilen öcr 
fetditfanft 0. 89. 148. 433. 4*3. 623. unb £benöeff. <Cheo# 
»te ocr poefte nach oen neueren (BrnnDfaQen 0. 30. 35. 
iit. 334. 384. 300. 329. 436. 496. Saftige, 6amml. 1. 
B. 31. eamml. 3. Ö. 51. 

30. in bem ^Journal von ano far fceatfcblanö 1792. 
^ahtg. 9. Btcf 9. B. 765 — 775. Ue&er bie wfc&iebcnen 
beutfa)en ©ebtc&te / weldje fty auf bie ©eföidjte t?on Hermann 
*b*r Arminias grimben. 

31. in bem Leipz. flllgem. literar. Anzeiger igoo. CTum. 
38- 0. 369 — 376. Suum cuique. 3ft ^rieortcb (Bottlteb 
j&lopffod? oer erfte 2Detufcbe, welcher öetttfehe ^erametec 
nach öen ITTufrern oer Gilten madbui »on 3ob. (Be. BcbiU 
ling, Sieftor ber 3Lbm$l Somfcfcule ju Serben. Warn. 89* 
878 — 880. Jöemertungen aber jfob. CBe. Bcbtflmga 2faf* 
fatj im ÄKctem. Uterar. 2(n*etger» Harn. 133. 0. 1304. 
tfirElarung fcber Den 2U(cjem. Uterar. Änjetger von &<biU 
Uns. 

Klopftocks GedachtnifsfeSer von F. I. L. Meyer, Dr. Ham- 
burg i8o3. gr. 4. mit Älopffocfs Vortrat (öelinpap. 1 Stylr. 
1 3 ©r.) gr. 8. (Drucfyap. 30 ®r.) &era,t. Neue Leipz. Ut, 
Zeit. 1804. Btcf 150. B. 3398 — ^400. 

Älopffocf » Bilönifl «jor bem 3. Jbanoc ber Ätbliotbec 1 
oer fehetnen XDiflenfcbaften bon »ernigerotb 0757-) *° r bem 

%>oflu 



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5rbr. ©Heb Älopflocf. 55 

Vofltfcben mttfenalmanacbe öuf das 3ab* I77& bor ber 
i>eötfation50öe ber *Tiemeperfcben (Beöidrte (1778O »ot 
bem 2üiabunöe flacbtigec poefien, 2>0 ( 17780 w>r ben 
beitragen jutÄcforöetung ein«: nat$licben HeHhtc, fcb. 1. 
(1781.) © »f* ö & ci: au * Wonber« öon ^aiö, t?on Preise* 
(1782) *on CBeyfec (1785) »on Klinget (1789) wa 
(1708) u. a. unb *wd) ÄlopffocEs Sobe »on Ärutfner na* et« 
ner 3eidmuna »on ttTaria «Ufabett? geb. fceboot »or Älop* 
f?ocfß (Bcöacbtnitffeict *on meyer (1803) f*le*t foptrt ww 
£ndncr in Äeipjig bor 0am. Äaacs (BaUerie öec berübm/ 
teilen Siebter öes acbtjebnten tJabcbnnöcrw. 

Äobreöe auf Älopffoc*. (Debatten am ^abreatage feine* 
2>c4tabmtTcs öen 32. mar* 1805. im tfattonatinftitwt öet 
XknfU rnifr XDifienfdjaften ?u paria von fcacter, beffan* 
Oigem eeftetSc- 2lua Dem ^tranjoftfeben. ^ambutg 1805. 
8. (8 ®t.) £ie mefiiaöe ift ber Dorjuglkitfe ©egenjianb ber Sc* 
iraebtung in biefer ©cfcrift, unb ÄlopflocE wirb frier befonber* 
mit milton wglic&en. _ 

3n Cbritfian £at>inua 5ncöricb Sanöeta (Batgantu* 
unb P an tagruel, umgearbeitet na cb Äabelais unö Sifcbart 
x>on fcc- OtdQein, Äo 2. enthalt ba* fe cbffe Kapitel beS et/ 
ßcn Äucbs (©.72 — 76.) mit ber Ueberförift : BPie P*nta* 
trrael einem Hamburger begegnete, Oer ^ocböeutfd? fpcadj 
unö ein febonet (Beiß n>ac, eine Satire auf Älopffodfc bfoi* 
be ttacbaf>mer, welche 2Uopf?od?s ©etji fton erreicbt *u feben 
glaubten, wenn fte nur flafterlange SBorte wm joUlange ® ebanfen 
(^mieteten. SReijterbaft wirb frier bie %xt unb SBeife biefer ffla* 
tifd>en SRacfrbcter parobirt ' 

3n bem fceutfeben ttTufeum 1776. 3* September 

<3. 855 - 857- beftnbet ff* ein %u*M «* ««« SfjS.S 
Älopflorf, worin ifrra ein neuer Sfcfrapfobifl, ber bie mefliaOe 
in (Schwaben unb granfen, für Dier unb &wanjig äreujer par 
tete, beflamirtunb agirt bat/ bie ertfaunenbe SBirfung feiner 
SSorlefungen berietet. SBergl. tleae »ibliotbe* öec febonen 
»tflenfebaften, 23. 0tc£ 1. 0. 68—70. 

Älopftodfa öieg aber einen feifeben gering, Ol ben äo» 
mifdjen unO bamoripifeben SDicbtungen (33erltn 1802.) 0. 

331 — 383- 

■ 

« 

3ofjann Wncf) t>on Äbnid 

»urbe ben 8. Sftober 1688 m ber freien &eid)3|tabt «Clingen 
am tTecfar in ©cbwaben geboren, ©ein SSater roat ■ 
minifferii bafelbjl/ unb ließ e§, aB ein «Wann, ber fclbft grunb/ 
\kbt ÄenntnifTe unb 2Biffcnf*aftcn befa^ an m<&t* fehlen , um 
' feinem 



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5ö 3o^ Ulr. t>. Ä6nig. 

feinem ©obn bie be#e (grjiebung tmb Btlbung ju geben, ©tefet 
$atte aber ba$ Unglücf , febr frübjeitig , fcbon im elften Sabre fei* 
neä.2llter§, beibe (Altern innerhalb jwei SEagen ju verlieren. Qt 
würbe barauf in baS ©tmtnafium &u Stuttgart gebraebt; unb 
bejog in ber golge bie Unfoerfttat tr&bmgen, wo er fldr> ber tcbeo* 
logie wibmete , gieng Don ba na* ^ei&elbetg , um bie t'bm an* 
getragene #ofmei|terj!eUe bei einem jungen ©rafen ju ubemebmen/ 
»erabfebiebete jefct ba$ tbeologifebe e>tuc>ium/ unb wibmete ftcb 
ber Äecbwgelebtfamreit, begleitete ben »arer feines Untergeber 
nen al$ ©ectetit nad> Jbrabatu, roobnte ber ^Belagerung doix 
fcouap bei/ unb begab ftcb, naebbem er nod> bie öornebmfle» 
glanbrtfeben ©tabte f ernten gelernt batte t nad? Hamburg. #ter 
erwarb er f?cb balb bureb manebe empfebtenbe (Sigenfcbaften , unb 
befonberö bureb feine biebterifeben Talente r bie iöefanntfcbaft mit 
J&zo&es, Xidbey , bem SBurgemeifter rem Äofrel u. a. 9ht 
ben beiben erflen ftiftete er bie öeatfcb&benöe (Befellfcbaft/ gab 
ben üon 2$to&es au8 bem 3taliantfcben be$ marino uberfefcten 
23etblebemmfcben ÄtnOecmorö , &ugleicb mit einer Jlcbensbe/ 
febreibung be$ ^Dtdbterft unb änmetfttngen ^crau^/ unb t>erfer* 
rigre für bie Hamburger öebaububne mebtere (Dpetn, wclcbe 
niebt ebne ©eifall aufgeführt würben. Sachtem er ftcb beinahe 
jcr>n Sabre in Hamburg aufgebalten fyattt, gieng ernaeb Äcip*i$, 
wo er ebenfalls mit üerfebiebenen ber bortigen ©elebrten in freunb* 
fcbaftltcbe Söerbinbung fam / lebte naebb« einige 3eit am t&eißen* 
felfifcben *$ofe, unb begab ftcb barauf nacb Itztsben, wo er 
ba$ ©tubium ber [ebenen 2Biffcnfcf>aftcn fortfefetc , unb ftcb bureb 
berfebtebene ©ebiebte befannt unb beliebt machte. <5cbon t»on als 
ten 3eiten ber waren biet bei ^ofe gewiffe ^er fönen angefteHt/ bit 
bei ben ctffentlkben ©cbiefjfeften unb anbern Sufibarfeiten auf bie 
bebe «&errfcbaft fowobl/ alö bie babet befinbltcben £ofleute au§ bem 
©tcgcrctfc SÖerfe machen ,, unb bie ©efellfcbaft belußigen mußten. 
c5te würben ibrer Jftleibung wegen pritfebmeiffer*) genennt 
9cacb bem $obe be$ bi$bcrigen 9>ritfcr>meifler6 ließ ber jt&nig t>on 
9)olen unb Gburfurjt $u ©aebfen, $vie*vid> 2lugaf?, bem £icb* 
ter Äonig , welcber ftcb ibm fcbon bureb ein Jlobgedicbt empfob* 
len hatte, biefeS 2lmt antragen. &6nig featte aber wenig Neigung, 
baffelbe in ber alten Art unb mit bem biSberigen 9tobmen eine« 
Pritfcbmeifrers )u übernehmen, fonbern feblug mclmcbr ben Dieb* 
ter (Buntbec au$ ecblefieti/ welcben ber £ofratb ttlenle bamalS 

bon 

*) Pritf*mei(ler bel§t efgcntlicb Me lujHge 9>crfon ttt e*fl$enöcfeff# 
fcoaft, bie bm getroffenen Ort in ber ©ebeibe jetgt, unb mit ber 
pntfdje, ober einem flappernben 55rete, in ber ^anb bie 3ufd?aucr 
jum f oeben bewegt. 2Bet( ftcb bergfeieben luftige ^erfonen lutoetlen 
aueb mit SJcrfcmacbcn abgaben, fo tourbc nacbmali eine »rt lußißer 
^octnßer, bie bei &ffentlicbcn Sufaflflen, ©ogelfcbicien u. f. ». aui 
bem Ötcgcrclfe reimten, pritfd?mei(ter genennt. 



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3o§. Ulr. ¥. Äonig. 57 
wn JLeiwigani nach fcresoen empfohlen hatte/ ba$u oor. (Bum 



jum erfknmafe betrunfen »or bcmfclben erfcbien. 2uf bcn in bet 
golge wieberbolten Antrag nahm Äonig enbltcb bajfelbe an, jeboch 
m gang »eranberter ©ejialt. £er t>erbagte Kahme eine* pritfeb* 
meifiers fiel weg/ bie üorige äletbung bejfelben würbe in bie orbentlid)* 
JJetbung eine* alten r<§mtf<ben ^erolos »erwanbelt, ihm berßba* 
raftet eineS ÄöSitgüdxn (Bebeimen e&erretScs wnö ^ofpoeten 
beigelegt , unb jugleicb ba§ , mit tiefet ©teile oerbunbene / ©c^alt 
anfebnlicb wrmebrt. Xonig lieg e3 jefet an nichts mangeln/ feu 
nem TLmtt alle m6gli<be <5bre ju machen. BIS in ber golge ber 
bisherige ßeremonienmeifter be$ üoniglid) 9)reuf$ifcben ^)ofeS , ber 
f>r. von Keffer/ in ÄetUn öerabfebiebet unb mm bem Röntge 
fron VßoUn nach fcresöen an ben »6of gejogen würbe/ mußte ftd) 
König wm bemfelben in ber ßeremonielwijfenfcbaft unterrichten lafs 
fen, um fünftig einmal biefeS Umt übernehmen ju fonnen. Äcflec 
ftarb 1729/ unb Ä^nig würbe , mit bem @harafter eines *&ofta* 
tbts / an feiner ©teile jum Cetemonienmeiftet ernannt. ©d?on 
einige 3eit fcorber war er in bie Äomgücb preußifebe öoeietat 
Der rDitfcnfchaftcn aufgenommen werben. Sefet erbob ibn ber 
•tonig t>on f)olen als &cicb$mf ariu§ f nach «Kaifer ÄatrU öes 
@td?f?en Sobe/ in ben 2Cbelf!anb. Grr fiarb ben 14 5D?arj 1744/ 
im fed?s an*> fttnfjigffen 3«b*e feineö 2(lter3. 

SBeber bie (Dpero/ fagt $r. Kuttner fefcr richtig/ bie &<5nicj 
raeift wdbrenb feine$ Aufenthalts in Hamburg febrieb/ nod) fein 
^elöenlob 5*ie ötieb 2lugufte / noch fein 2lugufr im &ager, 
ein febwac^er epifeber SSerfudj / noeb feine übrigen fletnen poefien/ 
rerfebaffen ihm einen $tafe in ber Kcibc unferer gearteten oaterlmu 
bifdjen Siebter. SGBortretib unb jterlicb genug ftnb alle ©eburten 
feinet @eifte$ ; er reimt mit f alter 2fn jhengung / unb fueb t feinen 
grißten föubm in weit hergeholten ^Begleichungen unb houfeber 
Artigfett. 2Ba$ er in jwei triftige Beilen jufammenbrdngen fonn* 
te / fötewt er burth ganje (Strophen fort. Aucb fein ©tpl ijl un* 
gleich; balo fieif, au8 ingjllicher ®enauigfctt , unb balb wieber 
t*rna<blifjigt/ au$ rußiger @ile. Ueberau jeigt er ftd) at§ einen 
dichter beS #ofe§, ber febr oft t>on 9fK$t unb (Stifetre getrieben/ 
aber feiten ton feinem eigenen «^erjen bingerijfen warb ^ob unb 
©efange. ®a* mei|!e aierbienft erwarb er fub burch bie ^erau6* 
gäbe uon Cani^ens ©cotebten / welche er mit einer Aebenax 
befcbretbttng ibreS SJerfaffert / mit AnmetEungen / unb einer 
Unter fuebung von dem guten (Befcbmacfe in öer ^idn = uno 
Äeöelfnnf? begleitete / bie befonberS für bie bamaligen Seiten fe^r 
iefen^wurbig unb nüfelich war* 

Äinigd eigene <B*otcbtc finb in folgenben ÖÄmmtongen 
enthalten : 

1. >> 



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53 3ofj. Ufr. j?6ntg. 

%. tfabann Ulrich Königs Ebcartalifcfee (Beoicbte. 
Hamburg uno £cipjig 171?. 8- @ie befielen au§ folgenben, 
gan$ im ©efcbmacfe ber bamaligen 3e(t gefcfcriebenen , (Dpern, bie 
vorher einzeln erfd)ienen waren: Die £)e|?reic&ifct>e ©rogmutlj ober 
Karl der f&nfte , &ur äronungöfeier Karls des Öecbfren auf 
bem grogen 4>amburgifd)en Styeater DorgefieHt; 5>ic entbeefte SSer? 
flellung ober bie gebeime Siebe ber Ibiana, ein muftfalifcbeS @cbar 
ferfptcl; Die wieberbergejlelite SRube ober bie gefronte £apferfeit 
be§ ^eraflius, auf ba$ ,£r6nung$fefr Karls Oes £*cebften jum 
einige t>on Ungarn; Die gefronte SBürbigf eit, an ben ©rafea 
von Bcbonbotn , eine ^erenate u. f. w. 

Ttufjerbem ftnb noeb folgenbe (Ebeaterftudfe t»on t&m einzeln 
gebrueft worben: Die bureb SJeracbtung erlangte ©egenliebe/ ober 
3oroaf?cr/ auf bem ßeipjiger <5cbauplafce r-orgejteüt 17 17. Styea 
<5t)loia. Hamburg 1720. Die Derfr&rte 2Belt, ein Sufrfpiel in 
ungebunbener Siebe. Hamburg 1725. 9*. 2C. 1746. grebegun* 
ba. Hamburg 1727. 

3. tfobann Ulrich Königs (Beöicbte auf das bobe Ko* 
nigl. eiciltanifcbe Vermablungsfeff. totesten 1738. 3ol. 
be§gl. #efd>rcibung aller Bolennitaten bei Ocm boben K<$s 
nigl. @icilianifcben VermJblungsfefte* fcresoen 1 739. SoU 

3. £cs -<5errnt>oti Königs (BcöicbtC/ aus feinen von 
ihm feibft rerberterten iHanuffripten gefammelt tinö ber* 
ausgegeben. JDresöen 1745. 8 (i $#r. 8 ©r.) Der ^erauS* 
geber war 3ob. £eonbarö #of? , beffen SBo&ltbater König ges 
wefen. Die Bammlung enthalt unter anbern: ^elöenlob $cte# 
Orieb Sluguffs (in Weranbrinern) ©. 1—38. <Döe auf öie 
giuef liebe (Beburt einer Cburfaebfifcben prtnjeffinn <3. 90 
— 109. (Konig tragt bier im Anfange be§ ©ebicfctS bie Regeln 
einer (Doc beffer unb richtiger por, alö er ffe in ber golge felbjl 

beobachtet. SSergL Kocfcs Kompendium der deutfehen Litert- 
turgefchichte, 2bO 2. 160 f.) 2luguf? im Jlager, ^cldeiu 
geöicbt, erffer (Befang , benannt: £>ie l£inbolung (in 2Cle* 
ranbrinern) @. 188 -243. (ffiei biefem erfreu (Befange, xoeU 
d)er »orber einzeln [DreSben 1735.] gebrueft worben/ xft ei geblie* 
ben. eigentlich follte ba$ ©ebiebt aus wenigftenS fectyS ©efdngen 
befielen/ unb ber jweite: JDtc iT?uf?ctung, ber brirte: 3Dte 
Kriegsubungen, ber t>ierte: 2>ic Kriegsbanölungen, ber 
fünfte: *Die ilutfb arbeiten ^ ber fecbjle: 5Dtc &dbeibunQ, über« 
fc^rteben werben. Die 2lu$fu&rung biefe^ fogenannten ^elöengcs 
oidns t welches bie S3efd)reibung eine§ Königlichen Äuf Hägers 
bei Ä^oeroi^/ woju ber iWmg üon ?)reugen eingeholt würbe/ 
enthalten follte / ifl burd)ge^enbö aüjuprofaifd) , ^(lorifcf) unb rrofs 
fen. eingeflößten ijl/ al§ iEpifoDc, eine lange @d)ilberung ber 
itinttzdn unb ^ruieteaebt/ bie an ftcr> jwar nzcr;t gan$ übel ge= 
ratzen tjl/ aber tycr jum ©anjen wenig papt. Äteitingct: jerr 

gfies 



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3ofr. Ulr. v. Äonig. 59 

gfofccrtc biefe* ©ebicfrt fe&r genau in fetner Äririfcben fetchrtunfr, 
£1% i. -ö. 348—376. in einem befonberen 2(bfdmitte mit ber 
Ucbcrfd>rtft : (Db Die öcbrtft: Sugttff im Äager, ein (BeDidjt 
fci-T imb geigte mit ffierfön>enbung feiner fritifdjen ©nftc&ten ba$ 
$el)ierf)afte beffelben) <rbarar*ter einer geladenen unD groflmfo 
rbigen <ocele, be-Sgl. (DDe ©. 388 — 393. (J»ei ber beffen ©e* 
biegte in ber ganzen ©ammlung) J>ie Dritte (DDe aus Dem 
jtreiten 2>ud>c Oed ^ocaj': Aequam memento rebus in ar- 
<tais etc. in &nittelverfen nachgeahmt ©. 358 f. Regulas 
ein (Cratserfpiel , aus dem £ran?6fifcben Oes praDon ins 
&etttfcbe &berfet$t ©. 36g— 448« angelangt ftnb: (Einige 
dem «4m. -*5ofrath &6nig *u £bren verfertigte (BeDicbte, 
beSa4- Einige »riefe, welche von (Belehrten an Denfelben 
gefebrieben worDen (unter benen ftd^ aud) brei »riefe bon 
(BottfcbeD beftnben). 

herausgegeben tvurbe bon j&onig: 

1. -^errn »artholD Henrich »roefcs I. U. L. !0er* 
Detnfcbtcr »etblehemitifcber ÄinDermorD Des Hitteta 
Marino , nebfr etlichen von Des tjerrn Ueberfegers eige* 
nen (Berichten / mit Deffcn (Bcnehmhaltung ans ilicbt ge* 
fteüt, famt einer VorreDe, SLcbtn Des Marino unD einigen 
2InmerEungen von Konig. <£oln itnD Hamburg 1715. gr. 
g. ©."Den Srt. »roefes im 1. »anDe bief. 2ep. ».317. 

3. £>es jreiherrn von Canit; (Beoicbte, mefrr entfrei 1* 
aas feinen eigenbanDjgen «Schriften verbeffert unD vermehrt, 
mit Äitpfcrn anD Anmerkungen, nebf? Deffen &eben, unö 
einer Unterfucbung von Dem guten (Befchmacfe in Der&icbt* 
unD ÄcDefunf? ausgefertiget von Johann Ulrich Äonig. 
»erlin 1737. gr. 8- @- ten W. €ani^ im 1. »anDe bief. 
Sex. 398. 

3. £>cs^errn von Keffer Schriften, beides in gebun» 
Dener unD ungebunöener ÄcDe. £rf?er unD jrveiter (Cheil, 
nebff Deflen &eben unD einer ttntcrfucbung von Der »e* 
fehaffenbeit Der einfylbigtert tPortee in Der Dcutfchen 2>icbt* 
fünft von Johann Ulrich Äonig. Jteipjig 1732. gr. 8» 
ben 2Crt. »effer im 1. »anDe bief 8er. ö. 81 f. 
©ne X>orreDe fcfcrieb Äonig ju Chriffopfr £rnf? S>tein* 
hachs Deutfcbem EDorterbucbc je. Breslau 1734. 8* ©te 
entölt einige SRac&ridjt von folgen ©elefcrten / bie , etye noefc eine 
©prac^gefelifc^aft in ®eutföfonb errietet »orben, fc&on mele$ 
$ut Sufna^me unb (Srflarung unferer Spraye beigetragen 
haben. -{Bergt »eitrige *ur rrit{fd>en -^ifrorie Der Deut* 
feben Sprache/ Poefie unD »ereDfamteir, »D 4. e>tcE 14. 
6. 193 ff. 

Wach* 



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6o Ttug. SrDr. gerb* d. Sto$tbut. 

Xlad)V\d)U\\ \>on Sjnitt &ebenBumffän&en un> @d>riß 
ten, be§gleid;en Urtheilc über bte (enteren ftnbet man: 

i. m ber ttorrefce ju ben, nad) Königs $obe bewuSgegebe* 
nert/ (Beliebten beffelben (2)re$ben 174s.) 

3. in Lochers Slügemetnem (Belebrtenlejrrton , (Ct>. 3.B. 
2138* fummarifcb nacb ber eben erwähnten Vorreöc. 

3. in 3. 3. Äoömers (Beliebten in gereimten Herfen 
mit 5. <B. Bcbulöbetflen 2Cnmet*angen (3üricb 1754O 

40 f. wieberbolt in Vetterleins ^anöbnebe free poetifeben JLu 
tcratnr Oer fceatfeben e. 345 f. unb anmerfitngen ba§u 

303 ff. 

4. in (Ä&ttners) €b*t&Hezen fcetttfebet fcidrtec ttnö 
Profaiflen 199—301. 

5. in &eonb* ttTeiflers ^anptepoeben öer deittfcben 
Öpracbc feit Oem achten ^afcrbunöerte , f. Öcbrtften öe* 
&urf&rf?licbcn öeutfeben (Bcfcüfcbaft tntnannbeim, 3. 

33 1 f. „Königs ©prac^e if! rein / aber obne 9tochbrucf , re= 
gelmafjig, aber obne ©d>n>ung. ©elten jeigt er anber* al* ge* 
bungener Siebter be$ £ofe$. " 

6. in bem ^anncWrfcben magern 1768. £tö 7* 
101— 103. 

HcralMfcber Seblet tfob. Ulr. Königs f. TPermtfcbte 
©ebriften von Hbvafam dJottfcelf KS f?net, fib* 2. e>. 538 f. 



9(ugujl griebne^ gerbtnanb t>ott Äo|cbue 

würbe ben 3. STOai 1761 ju XDeimar in bem gur|ientbume gleiches 
ScabmenS geboren. @r war ber einjige ©obn be$ #er$ogIicb ©ad?* 
fen c SBeimarfeben 8egation8ratb$ von Kotjebue. ©ebon in frus 
!;er Sugenb zeichnete er ftch bureb bie Äebbaftigfeit feines ©eiffeS, 
bureb einen betten 85er(!anb unb gute SSeurtbeilungSfraft üor feinen 
©efpielcn auf baö t>ortbeilbaftefle au§. (§r liebte bie SRafur unb 
ibre ©d)6nbeiten / unb feine ftetS rege , lebenbige (SinbilbungSfraft 
balf ibm niebt wenig/ ben ©cnufj berfelben ju erhoben unb ange« 
nebmer $u machen. 9cocb al§ ibabe lernte er ba§ Bcbaufpiel 
fennen / unb füllte fich mit unwiberfteblichet ffiewaU i>on bemfelben 
angejogen. ßrbenufcte jebe ©clegenbeit, bie fleh nur barbot/ um 
feine Neigung für baffetbe ju befriebigen, bie attmdblig bei ibm jur 
flarfen ßeibenfebaft würbe. #ber auch febon bamalS beberrfebte 
ibn ein unbegrenzter ßbwij* »oju ftcb noch ber #ang, feine TOei« 
nung breijl unb unverhohlen herauszujagen , gefeilte. $icbt§ in 
ber SBelt febjen ibm emporenber unb wiberlicber/ al§ ©c^malerung 
unb Unterbrucfung natürlicher 9?ecbte unb greibeiten. Anfang« 
würbe er in bem elterlichen £aufe burch Hauslehrer unterrichtete 
fobann befugte er bie Älaffen be^ XPeimarfcben etaötgfmna/ 

fiwms. 



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Tfug. Srfcr. fittb. v. Äo|e6ue* 61 



firnnrf. ttntet feinen bamaligen Sehern batte ber ?hrofeffor ttttt/ 
fias ben »OTjüöiidyflen Sintbert an feiner wijfenfcbaftlicben fowofcl/ 
oi« moralifcben löilbung. 3n feinem fecb*ebnten 2Jabre bejog er 
bic Unit>etfität &u Jena, um ftd> ber Äecbtagelebrfamceit 
wibmen / fo wie er nad^er aud) eine 3eitlang auf ber Unmerfitat 
lu Duisburg lebte. äwar b^txitb er wd^renb feiner afabemiftyen 
fcaufbabn bie ernfteren <5tubien , t»on benen er in ber golge feinet 
Hebend Tfait unb Unterhalt erwartete/ mit drnjl unb (Sifer, aber 
aUe feine 9iebenjhmben waren ben fcb<5nen »iflenfebaften, unb 
bauptfaeblicb ber ecbaufpieltanf* gewibmet. 3m Sabre 1781 
berief ifcn ein alter greunb feines 8*ater§ / ©raf ^erötnanö »ort 
(Bor* / bamaliger JWnigl. 9>reußifcber ©efcbiftSträger am itaifers 
lieb ^uffveben £ofe, nacb Petersburg. #ier würbe er wrldtiftg 
«IS Sefretar be§ ®eneraltngenieur$ von £an?r angcfleUt, welcbem 
bie Jfcaiferinn Katbarina ftugleicb bte$)ire?tion be$ bamaligen «ßof* 
tbeater* übertragen batre» Äot?ebae gerietb alfo bicr febr aufällig 
in fein eigentlich* ßletnent, inbem er nad) ben mancherlei fo be* 
fcbwerlidjen als wid)tigen jtrongefcbdften / worin er bem ©eneral 
von Jbamt afftfKrte / boeb immer noeb Seit genug übrig bereit/ 
feiner fcieblmgSneigung ju leben/ unb feine Jtenntniffe um fo mebr 
aud? w>n biefer ©ette.ju erweitern unb auSjubilben/ ba ber ©ene* 
ral m&jX nur febr gern feine (Sinftcbten unb Talente \ u biefem fo* 
fcblüpfrigen ©efdjafte bemerfte unb benufcte/ fonbem ibm audj fpa* 
terbin wabrenb einer febr langwierigen Jtranfbeit bie 2)treftion in 
ben 3äb**n »782 unb 1783 ganj allein uberlieg. Die greube bie* 
fer SnterimS&erwaltung bauerte inbeften niebt lange / inbem ©ene« 
ral 23an>r noeb im 3«bre 1783 ftarb. 3)ocb b^tte er in feinem 
STeftamente ben $rn. von Kogebtte bem Cajufee ber Jtaifermn 
empfohlen , unb fo würbe biefer burety eine eigenbanbig unter$eicb* 
nete Ufafe berfelben jum Cttularratb ernannt unb ber SBefe&l ge* 
geben/ baß er in ber neu errichteten Rcvalfdyen Ötartb alter» 
febaft angefteHt werben follte. K^ebue gieng batyer noeb in 
bemfelben Sabre 1783 nacb Xevai, al$ 2fffeftbr be§ bortigen 
(DberappeUationdtribunaU , ab. 316 barauf im Safere 1785 
bie ©teile eines pr&fioenten be$ (Bonvernemenumagifhrars ber 
9>roMn} i£ffblanD erlebigt worben war/ uerwenbete fiel ber ©ene- 
ralgouoerneur/ ©raf Jövoxvne, für tyn t fo baf? ber Petersburger 
(Senat ibn nunmebr aud) in biefer Qualität mit bem 9fange eine? 
d>bcif?lieutcnants anfefcte. 9lacb einer )cbn\*bti$cn 2Cmt§fu^ 
rang fab« CT fiü) burt^ feine febr gefebwaebte ©efunb()eit/ ju beren 
SBieberberftellung er febon wieberbolentlidj^ Pyrmont, unb> nacb 
bem 3!obe feiner erften Jrau, auc^ Paria befudbt ^tte, genötigt/ 
um feinen 2Cbfd)ieb hittm , welken tym aueb ber Senat mit Qu 
bobung be^ Äange« ertbeilte. Rogebue jog fic^ je^t 1795 auf 
ba$ ^anb gurücf/ wo er ffc^/ aetyt unb tjierjig 2Ber)ie ober ac^t 
Weilen von ßftrn ben Keinen 8anbfi'ö Svirtenftfil erbaute unb 

bafelbjt 



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3fug. 5rbr. gerb. v. J?o$ebue. 



bofclbjl jum#«rb|te 1797 Mof ft<h/ feiner gamilie unb ben 
9flufen lebte. 3c%t trug ihm bie JSaiferlich £>efierreichifche Söice* 
$oftheaterbireftion ju XPien , unter fehr annehmlichen ©ebingmu 
gen^ bie burchben&ob be§#rn. von iljrtngec erlebigte ©teile eu 
nc§ ^oftbeatccöidners an. £>ie Rumäne Zxt biefeS 2lntraqe3* 
ber ehrenvolle Wuf , unb ber befonnte biebere unb ebelmüthige <&tyu 
rafter beö SBicebireftorS / Jre^erm von &taun , bie Hoffnung 
enblich/ m XOien in einem fehr angenehmen , in feinem SieblingS* 
wirfungSrrcife nüfelich »erben ju tonnen y machte/ baß er ftch jut 
Annahme beS SRufeS bereitwillig finben lief, dr wenbete ftch bar* 
auf an feinen Monarchen/ ben JSaifer Paul öen ittften, unb bat 
um bie (Einwilligung beffelben/ welche er auch erhielt* <5r trat 
nunmehr bie Scetfe nach XOien an/ boeh ohne feinen Sanbftfc in 
£f?bUnd $u Derauf ern/ wohin er einjtenS jurücfjufehren hoffte» 
Mehrere Umfldnbe »erbitterten ihm aber feine ©efchdfte in XDicn, 
fo baf er nach jwei 3ah^en um feinen Abfchieb anfügte. Der Äau 
fer bewilligte ihm jwar benfelbcn / behielt ihn aber boch als <6of* 
tbeatevoidbtet in feinen 2)ienften mit einer lebendlänglichen ^en* 
fion üon taufenö (Bälden unb ber Grrlaubnif / biefe &u »erjeh*en, 
wo er wolle. 83on XOien begab ftch Kotjebue nach XVeimat, 
feiner 85ater(labt/ woerauS finblicher Eiebe $u einer fafl fiebjig? 
jährigen «Rutter für einige 3eit feinen Aufenthalt wählte/ unb ftd> 
in ber ÜHacbbarfchaft £au§ unb ©arten taufte. Sfeettl um bic 
©chnfucht feiner jefcigeh (Sattimw einer gebornen Sieflanberinn / 
befriebigen/ tfjeilS um nach einer langen Trennung jwei <56fme 
wieber gu fchen/ bie in bem abeligen fcanbtabettenbaufe in peters* 
bürg exogen würben/ entf$(ojj er ftch ju einer Steife nach Kufl* 
lanö. ©eine Pflicht al§ M. £oftheaterbiehter wrbanb ihn, in 
XOien um Urlaub nachsuchen / welker ihm auch jugeflanbcn 
würbe. Qx bat nunmehr auch tat Äaifcr bon Äufllanö um einen 
$a§ / unb erhielt benfelben. 3efct reifte er mit feiner gamilie ab, 
würbe aber fogleich auf ber ©renje angehalten/ unb/ nachbem man 
ihm feine Rapiere abgenommen/ aß 2(rreflant nach tHitau ge* 
bracht. #ier txennte man ihn t>on feiner gamilie / unter bem Sor* 
wanbe, baf er nach Petersburg; gefebieft werben fofle. £klb aber 
erfuhr er ; baß man ihn gerabe nach Cobolslf in (Sibirien fchleppte. 
9cach incr jammervollen SRonaten feiner Serweifung erhielt er bie 
gret'heit wieber. Jtaifer paul, bem er al$ ©cbriftfleller Derbdcfc 
tig gewefen rvax, ber ftch aber nachher t>on feiner ©chulbloftgfett 
überzeugt hatte/ febenfte ihm jur (Sntfcbabigung bad in /üeflanö 
gelegene fch&ne Jtrongut tüorrof ull. 3ugleicb erhielt er bie 23c= 
jtallung aB IbiteUot ber deutfefren tjoffcbaufpielertcuppe in 
Petersburg/ mit bem €harafter eineS -^ofeatb»; jährlichen ein« 
taufenb unb jwephunbert Rubeln ©ehalt/ eintaufenb unb ach tb mir 
bert Rubeln für (Equipage / unb/ auf er £ol % s unb Üicbt / einer febr 




nähme 



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2(ufl. gr&r, gerk £o$ebue, 63 

mbmt pon jeber ^weiten SBorflellung aller fetner neuen ©tucfc $uge= 
/tonten. Der unfd>ulbige 3nbalt ber Rapiere/ meiere man bem 
im. t>on Koncbuc fogleicb bei feiner Tlrretirung abgenommen 
liatte/ war wrmutblicb ber erfte ©runb ju ben üeranberten ©eftn* 
nunaen bei Monarchen, über c5 fam nod) ein anbercr qlucthcbcr 
Umftanb bi'n^u. Das" f leine Drama beä £>rn. von Äoscbue, 
fcer alte £eibf? utfeber Peters des dritten, ba§ er au§" reiner 
Sreube über eine ebelmütbige #anblung beS ÄaiferS verfertigt fyaU 
te, mar je$t von einem waefern jungen ^anne , 9?a(jmcn6 Kras/ 
nopolöü/ tn$ 3tufttfcbe überfefet unb bem Jtaifer gugefdjicft wor= 
ben. Der Jfaifer la§ t&, würbe gerübrt/ unb erflarte/ Koge* 
bue'n babe er Unrecht getban unb fei ibm ©enugtbuung ftyulbig. 
töa<b Jtaifer Pauls oes l£rf?en $obe wunfebte Äo^ebue in fein 
fiaterlanb juruefaufebren. 6r bat um feinen Ebfcbieb/ unb erhielt 
benfelben/ juglei^ mit 33eibebaltung feinee ©ebalts unb ber Qx; 
aenitung jum Äaiferlicb Äuflifcben &ollegienratl>e. Seit 
1781 pxmtifittt er wieber $u XDeimac, unb feit 1802 $u Jöer* 
lin, au$ welker JUmgli4 9>reußifcben 9leftben$flabt ibn 1806 bie 
MunftHapoleons, beS ftegreidjen Jtatferd ber.granjofen/ naä) 
Xicu terfcheuefate. 

£ie befte ttaebriebt t>on feiner literarifcben Stiftung unb 
2Iatorfcfoaft erteilt Jqx. ». Äo^ebue fclbfl in bem fünften 
£andd>en feines* SBerfö: fcte j&ngffen Äinöer meiner £aune, 
unter anbern mit folgenben 2Borten: „Meine gute Mutter entfaatC/ 
als eine nod) fe&r junge SBitroe/ manebem Sfeij unb manebem ©es 
trag btS SebenS , um fi$ ganj für bie ©ilbung ibrer JUnber auf* 
Wfern. ©te befaß ©efdmiacf, &elefenbeit, garte* ©efübl / unb 
einen reiben ©cbafe t>on bulbenbcr Mutterliebe. Mit biefen (Sigen* 
Maßen fonnte fte ibren 3wecf niebt ganj oerfeblen. ©ie bat mir 
yoti ober brei £ofmeijler gebalten / Äanbibaten ber beiligen Zx)co= 
b#e, bie* wa$renb fte mit ©ebnfucfyt fyaxxttn, baß ein g5ttlid>er 
Äuf ibnen eine f leine £eerbe anvertraue, mieb i^re #irtenjtabe 
toeiMicb füblen liefen/ unb feine Mube fparten/ ein ©d>af auS mir 
ju macben. Der eine war ein pbpfwgnomifcber — ber anbre ein 
fcrliebter Geologe; ber eine fritifirte meine SRafe, ber anbre 
brauste mieb jum Poftillon d'amour. 2(ber wa$ jene rerbarbeu/ 
»Ufte meine Mutter immer wieber gut ju macben. 1£in 2lbenb in 
ibrtm 3immer / eine SÖorlefung oon ibr auö einem guten ©uebe/ 
twr mebr wertb/ alS bie gange fJlatferei mit AMx^cns Colloquüs 
uni> ilutbcrs großem unb fleinem Jtatecbiämuö. Jene ließen ben 
?q>agoi fcbwa&en/ fte lebrte ben Knaben füblen. ©ie flößte mir 
Gkfdmtacf am gefen fafl mit ber Muttermilcb ein. Scb jabltc 
tiellei<bt faum fünf ober feebd Sab« t M febon oft ein Söucb mieb 
ten meinem ©cbautfelpferbe locfte. Dad erfle / beffen icb mid) leb? 
Nt entftnnc/ unb beffen jablreid^e IBdjtbe id; , auf eine S3a;if ge? 

lauert, 



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64 *ug. Srbr. $ttt>. *. Äofce&ne. 

Fauert, gclcfcn unb trieb er gelefen fyabtf waren bie bamalS beliebe- 
ten 2(benöf?un&en, eine Sammlung Heiner (£v\ci blungen au$ üer* 
fd)t ebenen ©prägen / auf bereu rc l blatte ein fcfrlafenber «£) tmb $u 
flauen ift / mit ber Umfcfrrift : Non omnibus dormio. 3dj weiß 
mc^t / worauf ber ©Plummer biefe§ #unbe§ ftcfr be§og, aber ba$ 
ig icb , baß ich nod) jc£t an feinem fcblafenben ^unbe üorüber* 
gebe, ofrnc an bie 2lbendf?unden gu benfen. Diejenige SrjÄfc 
lung in jener (Sammlung/ rocld)e ben er (ten großen ©nbruef auf 
mtei) machte, mir bie erflcn Kranen ber Wübnmg foflctc , war bie 
©efefriefrte wm Äomeo unb jfalte/ au* n>e(d>er t&eiße naebber 
ben Stoff ju feinem £rauerfpiele nahm. Sie erfebütterte mich fo 
tief/ baß DieHeicfrt bamalö fefron ber erfle ©runb ju meiner Vorliebe 
für rfcfrtende ifcrjäbiungen in mir gelegt würbe. DaS jweite 
miefr anjiebenbe öuefr mar ^om (öuirote, ber freilttfr lange naefc 
frer um #errn &crtueb febr mel bejfer uberfefet worben ift, mir 
aber nie wieber fo öiele J?reube gemalt bat. (£in Ainb bringt }U 
feiner ßeftüre, wie ju feinen Spielen/ mein* (Smpfinglicfrfeit/ met>t 
ffiei^barfeit mit; bajjer glaubt e$ in beiben ben 3auber ju fefcen/ 
ben/ wenn iefr raiefr fo auöbrücfen barf / nur bie ^tifcbfce it fein« 
@mpfmbungen ibnen leibt. (Sern jog icfr mit fcom tßuijrote 
unb Bancbo panfa m ben SBirt^iufem umfrer* bi$ 2tobtnfon 
Crufoe mir aufftfeß/ biefer SGBunbermamt/ ber miefr/ wie jeben 
Knaben , mit unwiberjteblicfrer ©ewalt an ftcfr riß. Die ©locfe 
$um &efperbrobt tSnte; icfr I>6rte fte ntd>t! bie ©onne gieng unter 5 
icfr la$ mir in ber Dämmerung bie Hugcn trübe. © ! wie fefjnlicb 
wünfefrte icfr bamaB/ baß mir boefr eintfenS baS ©lücf belieben 
fet>n m&cfrte/ auf eine wüfle Snfel »crfcfrlagen ju werben! wie 
frerrlicfr fcfrmecften mir im ®eij! bie JBrobtfucfren / bie Äobtnfon in 
ber erbe buef, unb ba$ 3iegenfleifcfr , ba$ er in felbfi verfertigten 





§ 




i! 





Xobtnfons ju maefren/ welcfre bie 9<acfraf>mung$fucfrt tn meinem 
lieben Staterlanbe benwrbracfrte ; aber wo war einer , ber bem Dri* 
ginal antraft/ SKatur unb 3ntere(fe gleicfr fam? — Die >fel 
Sclfenbucg galt freilicfr viel bei mir; bie (Srfcfreinung be$ ©eiffc*/ 
ber ftcfr in ©efialt einer SBolfe über ba$ SBaffer waljt/ erregte mir 
einen angenehmen Scfrauber. Äucfr 2Cobert pierrot erzwang ftcb 
meinen Beifall/ befonberä ba/ wo er au$ ber ^ifrle mit $obten* 
fopfen fanonirt wirb. Zbcv cö war boefr aüe§ ntcfrtd gegen ben 
ebrlicfren Äobinfon €tufoe f ben icfr bewunberte/ unb feinen 
Freitag, ben icfr frerjlicfr lieb fratte/ unb ber mir burefr fein Snt* 
^üefen beim SBiebcrfinben feineö gebunbenen 83ater$ füße ^brinen 
cntlocfte. 3nfel, unb befonberd wüfle 3nfei , mar bamalS ein 
3aubcrwort für miefr/ an welches ffcfr eine $eibe lieblicfrer S5ilb« 
fnüpfte. SBBenn bie 9>erleninfel / unb bie Snfel gelfenburg/ bie 
fcfrwimmenbe unb bie fliegenbe 3nfel meine 9>b<»ntaf[e $u überfparu 
nen broljten/ fo wußte meine 3Rutter in ben Jftenboorlefungen 

meinem 



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'Hut. Srfcr* S«rt>. *• Äofe&ue, 65 



> 



meinem treiben ©ebirn milbere ©nbrucfe gu geben. Den 2fefop 
JaS td> gern; mit Heilerts fabeln unb Äicöecn mürbe icb balb 
befreunbet, biele berfelben wußte id> auSwenbig. ^allec unb Bot)* 
mec waren mir &u t)od), aber (Bleim, ttjunb ^ageOotn gefielen 
mir , benn icb t>erftanb fte. Sebr frub fteng icb an , biefen San* 
gern nad)$u$witfd)ern. 3cb erinnere micb nocb ganj gut meinet er* 
ficn poetifcben öerfucbe*. 3* mochte »ielieicbt faum fed>ö 3abre 
alt fepn. (SS fällte ein IdnblicbeS ©emilbe werben , myu icb bie 
SStlfcer auS allen mir befannten Difbtern aufammen geflogen batte. 
golgenbe jwei Seilen famen twciti oor: 

& finget bie fteigenbe fcercbe, 
6S b u Pf c ^/bie Sdjafcben am Serge — 
eie gefielen mir außerorbentlicb / weil fte fo luftig babirt ^upftem 
3* wußte ni<bt/ baß eS&alftpien waren, unb jwar bie einzigen 
im ganzen ©ebicbte. TOebrere Sage lang jerbracb icb mir ben 
Sopf , um bie folgenben Seilen eben fo artig mit tanjen ju laffen; 
aber t*eraebenS! 2lüe bie übrigen waren unb blieben fcbwerfduige 
Bponöacn, unb icb begriff 9« nicbt, wie e$ jugieng, baß man 
bie öerfe finnc nacb ©efallen ju guße geben , ober galoppiren lafs 
fen. SSalb nadlet wagte icb aucb meinen erflen öramattfcbeti 
»erfu*. Die gabel oom 3Hilcbmibcben unb ben bepben Sagern 
war mir, icb weiß nicbt wo, in bie £anbe gefallen; bie beliebte 
Fleine £)per eriffirte nocb niä)t, ober wenigfienS mir unbefannt. 
3cb machte ein Sußfpiel, welcbeS gerabe eine Äftatfeite lang war. 
freilich fühlte icb wohl/ baß eS weit langer fepn mußte, um einem 
fcujlfptele abnlicb ju fepn; aber wer lebrte mieb bie Jtunft, ben %a* 
ben fein lang \ u fpimten ? 3nbefTen hatte bie Dicbtfunfi aucb bei 
mir ihre gewobn lieben SBirfungen geäußert, baS beißt/ fte hatte 
mein fleineS «f)erj für bie Jüebe empfanglicb gemaebr. 3cb bieng 
mich mit ganzer Seele an ein jungeS, lieben SwürbigeS , aber ü8llig 
erwacbfeneS SDtdbcben / welcbeS naebber meine £ante würbe. 
3. 9Rai 1768/ an meinem ftebenten ©eburtStage, Kbricb icb in *"* 
äeiebenbueb, auf bie leere 9?ücffcttc einer Seicbnung / einen entbuftas 
fttfehen Liebesbrief/ welcber nicbt ubel in ber Ufimfcben Jbanife 
figurirt baben würbe. 3cb maebte ibr barin jartlicbc Vorwürfe (benn fie 
warfoblinb/ ben &tyim bem Neffen Dorjujiebn; unb bat fie julefct um 
bie einige ©unf!, //ihre f leine weiße $anb nod) einmal füffen &u 
burfen." ÜÄeine Butter würbe biefen SSrief gewabr ; fie fanb, 
baß bie ü uSbr uefe unb SBenbungen beffelben bie gewobnlicben gal;icj= 
leiten meines Alters ubertrafen, Sie erg6fcte ft'd) baran, unb 
fonnte ber flehten müttcr Itcben Gitelfeit nicbt wiberfieben, bei 33e? 
fueben in unferm $aufe baS 3eid)cnbucb beroorjuboien/ unb ben 
23rief m meiner ©egenwart ben ©af!en t>oqu(efen, bie benn natür* 
u6 immer herlief) barüber lachten. 3cb fpielte babei eine hodift 
verlegene Wolle, unb ed ift bie erße, tiefmarternbe (impft'nbung 
meiner Seele, beren icb nu'cb |u erinnern weiß. Sie ließ einen 
tmton 1. X). n. 9>t. 3. »«1^. tt bleis 



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66 Hu$. grbr. gerb. ». tfogebue, 

Meibenben ßinbrucf bei mir juritc?. Sc ifterer bie SSorlefung Wie* 
berbolt würbe , je l>5^cr (lieg meine Erbitterung. 3d> weinte fcetße 
5CbrÄnenber ©d>am unb beS gefrinften drbrgeiseS, na&m enb* 
tid) baS toerbafjte 3eicbenbucb> warf e$ ins geuer, unb »erlor 
feitbem baS SBertrauen ju meiner Butter in 4>erjen§angelegenbet* 
ten auf lange 3eit. eitern unb ßrjieber mSgen au$ biefem S3et=s 
fpiele lernen , wie üorfiebtig fte mit jarten Jtinbern bei foleben ©e* 
legenbetttn umgeben muffen/ unb wie gefdbrueb jebe iffentlidjc 
©eföamung ift, wäre fte aueb nur im ©djerj gegeben. £>ie 
SLitbt unb ber $ang ju Äcligionsf<*i»£cmccei finb, wie man 
weiß , fefjr naf)e^ mit einanber uerwanbt. tKucr) biefer (entere er* 
griff mi<b einft in meinen Jtinberjafjrcn. 3cb war über aüe Magert 
fromm. Jtaum batte td) be§ Borgens mein Säger uerlaffen / fd 
oieng icb aueb febon/ um ganj ungefrort ju beten, an einen beim* 
Utben £rt, ben bie <5(n*barfett ju nennen verbietet. 3>ort febloß 
id) mieb forgfaltig ein , fniete nieber unb betete, feine auSwenbig 
gelernte , fonbern auö ber £i£fe beS «^erjenö bertwrgepreßte , unb 
mit Spänen gefalbte ©toßfeufjer. 3cb weiß nod)/ welche SRube 
icb mir gab , Variationen in meinen frommen ©eufjern anjubrin* 
gen , bomit ®ott ntebt glauben miebte , icb wolle ifjm alle £age 
baS ^emlicbe auftifeben. 2fa§ biefer Urfacb waren mir aueb &en* 
tamin Scbmolrens morgen * uno 2tt>enoanö«dnen , trofe ü> 
rer leisten Berftfifatfon , febr juwiber. 34 mußte fte oft in bem 
3immer meiner Butter aorlefen , unb baebte immer babei , ©ebetc 
au$ einem gebrueften SBucbe tonnten ©orte niä)t woblgefaliig fe^n# 
weil er boeb febon alles wüßte, wa§ barin fte(>r. SRit geifilicbem 
©tol&e fab id) jurücf auf meine ffletjlunbcn, in welcben ©Ott, nacb 
meiner Meinung , immer etwas 9teue$ erfuhr, liefen £ang jut 
grommigfeit erjlicfte in mir — ba$ Äiccbengeben. 'än jebem 
©onntage , SSormittag unb 9cad)mittag , txitbm bie f>ofmeijier in 
XVeimat ibre 36glinge oor ftcb ber in bie Jtircbe. »ort burften 
wir niebt plaubcrn , niebt bie Stbpfz bin unb ber brefjen, niebt mit 
ben gemalten Ingeln am 9>latfbnb liebäugeln , fonbern mußten fein 
fülle ftfcen, emftg juboren , unb wem'gftenS bie Proportionen unb 
bie dintfjeilung einer fcbalen 9>rebtgt auftreiben ober im Jfcopfe 
bebalten. 3m SBinter gefebab ba$ Huffebreiben mit gefrummten 
gingern, unb im ©ommer, wenn bie ©trabten ber ©onne fo lieb« 
lieb bureb bie itirebenfenffer febimmerten, feinten wir un$ ^inab in3 
greie. 3n ber ©ebloßfirebe ju XVeimat babe icb t>iele unb große 
Langeweile erlitten. Sct> fiel enblicb auf ein Littel, mir biefeSrub* 
fal etwad ju erleicbtem. . ©obalb icb nemlicb t>on ber 9)rebigt ba§* 
Jenige weggefebnappt batte, waö icr) ju ^aufe wieber erjdblen muß* 
te, fo feine icb mi 4> in einen SSinfel unb las bie (Befcfctcbte Oer 
Äelagctung ycvuf&Ums , welcbe in einem 2Cnbange beö ©efangs 
buebeö erjablt würbe, unb meiner (5inbilbung$fraft reiebe SRabrung 
gab. 34 biefe ©efebiebte fo oft , biö icb fle fafl ganj auöwens 



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Sr&r* 5<*&* »• Äo|ebue. 67 

t'A »ugtc. 3Bemc ercmplarifcbe grommigfeit mar ober nid)t aOeüt 
N#&unten; icb fieng fogar an , ein 3weifler gu Werben. %d) 
mo*rc ungefaßt neun bltf ^cr>n Uafjrc alt fepn / al£ mein finbtfd>cr 
^crfrant an bem begriffe ber Sümadn Rottes fcbetterte. 34 
fragte nemlicb einjt meinen £ofmci(!er/ obSottaud) einen anbem 
©ett beworbringen tbnm, bergriger unb mächtiger fei/ alder felbjr? 
unb als bie Jragc verneint würbe / $og feb barauS ben ©djlug/ 
Scrt fei nicht allmächtig. Da£ festen mir fo flar, baß id) nicf>t 
begreifen tonnte, warum bie STOenfct)en m'd>t früher auf tiefe eins 
leua)tenbe Sabrbeit gefallen/ unb mir nebenher nicfjt wenig auf 
meinen cdiarfnnn ju gute tbat. <£§ flarb bamalS in xrvimar ein 
blubenbe* ÜRdbcben von funjjebn ober fecbjebn Sagten / bie id> 
rennen gelernt batte. 3b* frühzeitiger $ob gieng mir febr nafy, 
unb begeifterte mtet) einer Plegie/ bie mir beffer geriet^/ al$ 
alle meine bi6r)erigen 9>robuftc. Suean fpracb baöon, fte bruefen ju 
löffert £er bloge©ebanfe baran braute mict) vor ßnUucfen auger 
mir, onbbdtte e$ in meiner ÜRadfct gejlanben/ ba8 SJcabcben in$ 
Seben §uriicf ju rufen/ icb weiß nict)t/ ob icb c$ auf Sofien meiner 
#tmgeburt getban baben würbe. So übte jum erftenmale bie all/ 
gewaltige ©cbriftflellereitelfeit ir>re £t>rannei über mict) au$. Die 
Plegie blieb inbeffen/ id? weig i nict>t/ au$ welchen Urfacben/ unge* 
brueff. Diejenige ©egebenbeit meinet i l eben§ / bie buret) ibre gols 
gen ben grogten Gnnflug auf meine SBtlbung gebabt, unb mi* oon 
meiner jartejlen JUnb&eit an unwiberruflieb $um öcamatifeben 
6dmft(rellet bejtimmt bat/ war fotyenbe. Der »erflorbene 
&baufpieler 2lbbt fam mit einer berum$iebenben ©efellfcbaft naefr 
XDeimar. Seit icb benfen fonnte / war fein @cr)aufpie( in XOeu 
margewefen/ unb folglicb meine Neugier obne ©renken. Sföit 
einem beiligen Schauer betrat icb ba$ ©djaufpiclbauS. Die Dielen 
Siebter, bie wrfammelte Üttenge, bie <5d)ilbwacben / bie gebeinu 
nitwlle ©arbine/ alle$ ba$ fpannte meine Erwartung aufS b^cbfie. 
SRan gab ben ZoO 2föam* oon ÄlopRod:. Der 8$orbang rollte 
auf; id? war <jan$ 2luge / ganj £)br / mir entgieng fein 2öort, 
feine Bewegung. 3* fam wie beraubt nacb £aufe. ÜRan fragte 
mieb, wie e$ mir gefallen? — 2W> ©ott! gefallen war nier)t ba$ 
retye ffiort. 3* foüre erjagen / unb f onnte weber Anfang / noer) 
feite nnben. 3er) wünfct)te mir auf ber SÖBelt nid)t3 me|r / al$ 
fca$®lücf, tdglicr) einem folgen ©cbaufpiele beijuwobnen. Unbe* 
greiflieb mar e§ mir/ wie bie geute fo rubig batjon fpreeben, unb 
ibre ©efebafte nact) wie oor ganj orbentlicb betreiben Tonnten. Uns 
befcbreiblicb toar meine Sreube/ als balb naebber bie ^>crjoginn 
änalia eine (lebeute S3ür)ne crrid;tetc / unb unfheitig bie befto/ 
fcelebe bamalS in ganj Dcutfcblanb gu pnben war. Die gamilien 
Öeiler, ÄranDe^/ 3boed, unb ber unterbliebe (Ed'bof famen 
nad) tTeimar. Steine Seibenfcbaft für bie ^3 ubne witcbS mit je* 
bem Sage / unb ficr)er(ici) war id) jcbcemal unter allen 3uf^uern/ 

6 2 grof 



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68 



2Ug, grftr. ftttb. ü. tfo|ebtu. 



groß unb flein, ber aufmerffamfk. fLcffm$* (Emtlia (Batortt 
wußte ich Don einem Gnbe bi$ jum anbern äuSwenbig » ob .1 c ba$ 
SBucb jematö in $änben gehabt ju haben. TTucb (Cngels ö-antba/ 
rec Bo bn prägte ft cb, ohne SBorfafc/ meinem C^5cbdd>tniffe wortüd) ein/ 
bloß burch bie Äraft feiner inneren 8$ortreflichfett. 3ch brachte 
meine ©cfptctcn balb babin / biefe beiben ©tücf e auf einer £3 ü bne 
ton 23ettfcbirrrten mit mir aufzuführen / unb übernahm bann mea> 
felöweife alle Stollen. 3o> flecfte alleS mit meiner SEheaterwutb aiC 
®er ©efebmaef an biefem ©pielwerfe pflanzte jtcb unter ben -SBeu 
marfdjen Jtnaben fo fort/ baß in Jturjem jeber fein FleineS Sfyefe 
ter befaß/ unb t>on mir ben ©ebraud) ber Sfaftytnerien lernte, drin 
unglücf lieber JBranb legte ba$ Xpeimarfcbe Öcblofl/ unb mit 
ihm ben ©chauplafc meiner ?creuben in bic 7(fa>e. £>ie ©efellfcbaft 
würbe wrabfebiebet unb gieng nach (Botba. 3th »ibmete ihrer 
Ebreife mandje Z^rant. ttebrigenS wbanfe ich jener (Spoche ben 
grißten Ztyil ber Sötlbung meine* 83erjftmbe$ unb ^erjenä. 3** 
be eble empfmbung würbe in mir geweef t / unb burch itäbofs 
ft&ttliche* ©piel meine Vernunft unb <Ph<mtafie mit 3been unb&ife 
bern bereichert/ welche mir ohne biefeS BehiM nie fo anfdjaulid> 
geworben waren. 3ch n?ar nun fchon feit einiger Seit ein ©chüler 
be$ (Byrnnafiurrw ju XOeimat, eine* SnjntutS, ba$ bamaß 
noch großer jöerbefferungen beburfte. 3$ fteng biefe meine <5d)ü* 
lerlaufbahn in (Ccctia an, wo wir unter anbern unnüfeen fingen 
auch gezwungen würben/ ^ebrai feb *u lernen. 2Ba3 SBunber, baß 
ich oft / anjlatt bie ©chul|hmben $u befugen / mich heimlich ju eis 
mm meiner SRitfchuler faßlich/ unb mit ihm $lane jur Aufführung 
*on Äomibien machte ? SEBir fetten ben (BcfcbSftigen tlttflig* 
öSnger gewählt/ unb ich erinnere mich/ baß wir triele Sage mit 
TCbfchreiben ber Sollen jubraebten / ohne }ii ahnen / baß wir fc&ott 
burch bie SBahl beö Ctöcfc eine <5atire auf unS machten. 3n <3e* 



manchen 3eitoerberb ju ©chulben fommen/ wohin ich unter anbern 
bie @tunbe rechne / in welcher wirv wir mochten wollen unb f biu • 
mn, ober auch nicht/ lateinifche SBerfe fchmiefcen mußten. 2)cr gute 
ttTuf&us unterrichtete / fehr wiber feinen 2ßtllen / in biefer Äunft 
dagegen aber lernten wir auch bort manche^® ute/ unb j war ba$5ftei* 
ftt tjon eben bem t>ortreflkh«n SRanne / bejjen Kähmen ich fo * btn 
nannte, ©ei ihm übten wir un$ im ©rieffchreiben/ unb man 
weif / baß tttuftua ^Briefe ju fchretben oerjtanb. gerner harten 
wir in jeber SEBoche eine poerifche ©tunbe/ um berentwilien mir ber 
©onnabenb ein lieber SEag würbe. iTCu(3u8 hielt e$ bamit folgen* 
ber ©eflalt. ©obalb er in bie klaffe trat/ erfunbigte er ftch/ ob 
etwa einer ber@a)üler felbfl einen poetifchen2Cuffa^ verfertigt habe? 
^enn gezwungen würbe/ wie billig/ niemanb ba^u. ©cwobnlich 
fanben fich einige/ welche aufflanben / unb mit niebergefchlagenen 
23iafcn anzeigten/ baf ihr $egafu3 gefältelt fei t ©ogleich räumte 




ihnen 



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Bug. grbr. 3er&. v. SCo$ebue. 69 

1 

tifltn tnuf&Os ben ßafheber ein, fte traten auf, unb burften bo» 
tw Geber bt§ jum $fop rebcn, mbcffen triußus, bie «J&anbe auf 
tatSvucfen gefcblagen, fcbweigenb auf unb nieber gieng. £atte 
brr Dieter gcenbigt, fo würbe feine Arbeit, boch nie abfehreefenb, 
fririjtrt. 2Öenn feiner mehr ba war , ber baS ©chutyubltfum mit 
eigenen ©ebbten $u unterhalten ftdr> erbot, fo ttattn biejenigen 
auf, bie frentbe ©ebichte auSwenbig gelernt hatten , unb ftc herfag* 
toi, um fth in ber £>eflamation $u üben. 2(ud[> r>icr war aller 
3wang»erbannt, unb e$ tfanb einem jeben frei/ jum öefjufbie* 
fer Uebung $u wählen / wa$ ihm gut bünfte , ober auch fich gar 
nicht bamit abzugeben. mufSus billigte ober tabelte bie beflamir* 
ten ©riefe, unb gab feinen ©chülern ©rünbe für beibe§. 3ch 
geborte JU ber «einen ©chaar berjeniaen , bie ihr cigened Unfraut 
auf fcem Parnaß auSfaeren , unb feine frembe »lumen brauten. 
& giengcn bamaß bie J&aHaöcn frarf im ©chwange. Die ZU 
manage wimmelten oon Wauerlicben Kitter = unb ©etUergefd)icI?ten, 
in fetft* gereimte unb eine ungereimte 3eile gebraut, g$ fonnte nicht 
feto/ bog ftc meinen SBeifaH erhielten unb meinen 9lachahmung&: 
trieb nwf tcn. 3$ reimte alfo auch eine Äallftöc, ganj im ®e* 
fdjmacf jener 3eit. g§ würbe barin gefchmaujf, gemorbet, burch 
ein Seftxnji Buge geprebiat, unb ber eerftoefte ©ünber enblich 
wra Stufet geholt. Tim nad)j!en ©onnabenb fonnte ich ben 
genftief faum entarten , um mit biefem SReijierffücfe , ba$ ubru 
gen$ nnrflich letd>t t>erfificirt war, bie &cbnerbut)ne ju betreten. 
3d? beflamirte mein SRad^werf mit jirternber ©timme. - Eber wie 
funfelten meine Äugen , wie r)ob ftc$ meine SJrufl , al$ SDhifäuS, 
naebkm ich geeribigt batte, folgenbe ©orte fpracb: ,,©ut, recht 
gut; au£ welkem Älmanach reiben ©ie ba3 genommen?" SDtan 
benfe ftcb — nein, man fann fleh baS nicht benfen! — mit welchem 
freubigen Äi^el ich antwortete: 3<h habe e$ felbjl gemalt."' 
»ffiübrboftig!" fagte ttTufäus , „ei! ei! braöo! fabren©ie fo 
fort." — 3d> roar außer mir! ^3<h hatte biefen Äugenblicf für fein 
^onigreid; oerfauft. %flit glubenben SEBangen gieng ich wieber 
na$ meinem ©tfce , unbbfrich fat)e, baß bie Äugen aller meiner 
Ädmler auf mich gerietet waren, fo verbarg ich mein ©eftcht 
mit jbljer 33efc$eibenheit in ben blauen SRantet, ben alle ©chüler 
camatö trugen. S5on nun an fytlt icfr mich für einen Dieter» 
fltofaus hatte braoo! gefagt, Xttufbus fonnte glauben, bie 
2>;üaöe fei auS einem 'Mlmanacbe genommen, $)robufte, für 
**tye ich bamafc alle <£f)xf ux<i)t trug. 3<h r)dttc nun fortfahren/ 
uab jeben ©onnabenb ein'neueS Sftufenfinb liefern follen; aber 
f^fam mir t>or, al§ fei meine S5aHabe unerreichbar, unb al§ finnte 
$ bocJr> nickte bem 7Cehnliche6 wieber h«worbtingen. 3db ruhte 
^ler auf meinen gorbeern au5 , unb begnügte mich t bie SSallabe 
mmer in ber $afcbe ju tragen , um fie gelegentlich einem jeben 
Riefen, ber ßujl hatte, fie %w h^ren. (Sin ©lucf ffts mich/ 

baß 



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70 Bug. Srbr. 5*rb. Äofce&u*. 

fcaß tttufatts eben fo wor)l aerftanb / Uebermutfc gu bampfen, ätt 
latente aufzumuntern. Einige Monate nadfober ruefte ba$ feierlu 
dje ßramen beran/ wo Jiebrer unb ©cb&ler ibr SBejte* traten/ um 
tjor einem jablreicben tfubttorium au glÄnjen. XttufSus wollte 
benn aud> / §ur $efreation ber gefirengen #erren (Iraminätoren, 
einige ©ebiebte beflamiren (äffen / unb forberte befonber* biejenigen 
baju auf, bie eigene TLxbtitcn ,u liefern im ©tanbe waren. Xl* 
bte $eil?e an mieb fam, unb idj gefragt würben womit icb aufju« 
treten gebaute , war icb flugS mit ber Antwort fertig : ,/SDtft meu 
ner ÄaKaöe." — ,/2Belcr)e ÄallaDe:?" — //©/ bienemlicbe, 
bie ber $crr ^hrofeflbr t>or einigen Monaten fo fcf>r lobten." 3$ 
fprad>ba* mit einer 3ut>crftcr)t unb ©clbjtgenügfamfeit/ bie tXTu* 
fSas burd>au* niebt leiben fonnte. 2C<1> waS! bleibe er mir mit 
feiner bummen 25alköc t>om 4&alfe! id) fy&bt ba* alberne 2>ing 
fd)on lange tjergeffen. Sftadje Sr wa* 9kucS, wa$ Skrnunfrü 
ge* ! " 3* ftanb rote t>erfleinert. ®a* ©eb Jube meiner (Sitclfcit 
fanf in Krümmern ; bie <3d)am weinte über ben Ruinen. 2Ba* war 
ju tbun? 3* mußte aufjleben oon meinen weifen gorbeeren/ auf 
benen id) fo fanft gefcblummert l)atti, unb mir einen frifdjen Jtranj 
au »erbienen fueben. 63 gelang mir audj. 3* wallte au* ITCiU 
lers moralifeben Bcbilöcrungcn bie ©efd)ia)te be* unnatürlt* 
crjenSobncS/ ber feinen Söater eingefperrt bilt. ©nfr al* 5abl* 
reiebe ©afie auf bem ©djloffe beS 33ofcwid)t$ ein greubenfefl sers 
berrlidjcn, wirb einer berfelben, au§ Langel an ^lafc, in ein ent* 
legene* äimmer auf einem einfamen ©ange gebettet. Um Sffirterr 
naebt ftebt er ein langbartige* ©cfpenji tyxtinxwmttvit mit .Stetten 
bclabert/ welcbcS ftd; bem Stamme nabert/ bie übrigen äoMen uu 
fammenfebarrt/ unb feine jirternben £<Jnbe barüber wärmt. £>zx 
©afi erfennt feinen alten greunb / ben Öater be* SBirtö* / ben feu 
ne SBaa^ter, bei bem allgemeinen Taumel im ©d)lojfe/ nid)t forg* 
faltig genug gebutet batten. 3)iefe fd?rc<fltct>c / aber letber! war;* 
re ©efebiebte / braute icb in &erfe / unb erwarb mir abermals 
ben »eifall meine* Cebrer*. 2Cußer ben ©djuljtunbcn genoß td> 
feinen Unterricht n od) in mannen anbern 2)ingen, unb biefe f)ru 
©atfhmben fjatten einen großen SSorjuguor jenen; benn bort war 
eS nur auf ©eifieäbilbung abgefeiert/ biet lernte icr; fein gute* £er$ 
fennen, feine belieben Äugcnben lieben, fein uortre Riebe* 3Jhi= 
per rtaebabmen. Saglidj wud>§ meine |irtlid)e 2fcbtung für tr)n, 
ob er glcid? juweilen fcr)r frrenge gegen mic^ war. 3* wagte jefet 
abermals einen ötamatifeben Sierfucb/ unb a^ar wablte ia) ju 
meinem ©toffc bte Verfchtuocurtg öee Äa.ttlina. 3d) f^uf bar* 
auS ein (Et^ucrf^ m fünf Hüffen. Um bejlen aber gclan, 
gen mir immer f leine (Beliebte, in welken (tmpfinöun^ 
berrföte. Übrigen* war aüe* / wä* icb bamal* fdjuf, gemeinig= 
lieb nur !Racbabmung metner lefettn geftüre. 5)ie Bcanöcsfcben 
Bd?aufpiele gefielen um biefe 3eit^ ia) fa^rieb alfo tin «ultfpiel: 



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2(ug. 3rbr. 3*rb. S(o§tbue. 71 



CnDegut, stfca gut/ wclcr)e§ Drei 2Ccr)n lidtfeit mit bem ©rafcrt 
(Dl&bfid? batte. (Botbe befriste bamatö oft unfcr $au$; er r)5rte 
t»on meinem Jluf?fpiele , tmb bat e$ ftcr) $um 2)urd)lefen au$. @r 
unterhielt ftcr) ifterS freunblidr) mit mir imb munterte mici) $um 
gleite auf. 3*be$ feiner SBorre mar mir r)6ct)ft merfmürbig/ unb 
nwebte einen tieferen ©nbruef auf micr) , als bie fcbulgeredtfen 6r# 
mabnungen meine* JtonrefrorS. dt fytttt bamalS fein fleineS 
€turf: JOie <Befdn»tf?er , gefebrieben. d$ mürbe auf bem 9>ri* 
wttr)eater ju Weimar aufgeführt. @r felbft fpielte ben tüiibeim, 
meine ©ct)mefter bie iTCariane , unb mir — mir würbe bie toid)tis 
aeftoaebeS potfiöton §u $beil! 5TOan benfe frer) meine ftolje 
Irtube/ al§ e$ mir $um erffenmal erlaubt mar, i>or einem großen 
^ublifum bie S3i^ne 5U betreten. 3er) fragte aüc 3)?enfcr>en, ob 
t* meine Kolle gut gefpielt r)<Jtte?— £)ie Unbanf baren! fte er* 
tnnerten ftcr) be* >J)ofIiüion$ faum. S5arb naebber la$ ict) $um er* 
ftenmale ben XJOertber. 3* r)abe feinen Huäbrucf für baö tobenbe 
©efufjl, melcrjeö biefer Vornan rn mir erregte. Gz& würbe baburcr) 
in meinem #erjen eine fo fcbmarmerifcr)e Siebe für ben &erfaf[er er* 
|<ugt / baß er mrer) t)drte inS geuer fenben fönnen, um einen »er* 
Urnen ©Friemen r)eraußjur)olen. 9iod) ein anberer 2>icr)ter »oü 
eturm unb ©rang gieng bei und öfterö aue unb ein : baä war 
Älinger, ber mit einer fronen / männlichen ©efralt ein gemiffeä 
rafcr)e$ biebereä SBefen »erbanb , baS mid) ju tym jog. <5& f onru 
tt wor>l nifyt fehlen, baß in bem frir)en Umgange mit folgen 
Bannern, alö ittufatts, (Botbe, Klinget/ meine geringeri Sa* 
lettre ben ®rab t>on EuSbrlbung erretten mußten/ befferi fic feu 
big roaren. Set) war nunmer)r au<$ in bem ©tjmnafium nadr) 
prima r)tnaufgerücft/ wo ber würbige <£ein*e mir $um erjlen* 
male <&fcr)macf an ber latemifeben ©pracfje einflößte/ bie in bat 
unteren klaffen bloß M ©ebäcbtnißwerf unb fo r^nbwerfämaßig 
betrieben würbe/ baß «3 unmSgltd) voav, fte mit £uft 51t ftubts 
wn. -«Seinje aber la8 in sprwatfhmben ben (Ceccnj mit un3, 
«mt> la$ ibn fo, baß ber Jtern nict)t verloren gieng. (Eetenjbat 
nwb&tcl greube gemacht; ba§ mar e$ aber aud) alle6, benn bie 
erbarmlicr)e £ogtf, bie man nact) einem alten £>d)ola|rifer lebrte^ 
bie rroefene Unimfalr)tft<>rie t>on 3?cpf , unb ma§ bergleid)cn meb* 
»«/ ermeefte in mir foldjen dUU baß icr) in ben ©ct)uljhmben 
faß nichts tr>at , al5 baß ict) unter bem Kanter Romane laö. ©0 
nar)ete nun cnblicb bie Bett heran , mo \<fy bie b che oefcu 1c 
3ena Rieben follte. 3* mar noer) nic^t ü6(lig fccr>$elm 3ar>r 
alt, als icr) fie mirrticr; bc jog. grcilict) blieb ict) anfangt aud) bort 
«w^ ein r>alber @d)üler, unb befuebte bie eigentlichen S3robtfolle^ 
Siaruxi) nic^t, fonbem Uebung in tobten unb lebenben (Sprachen 
mein ^auptjmecf im erjlen 3«r)te. ©eit icr) ben Cercn* fanns 
batteidjeine fer)r r)obe 3bce oon ber latetniftben Sprache 
S^§t> in >na mürbe fie noer) »ergrißert Der bamalige Ttbr 



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72 3ug. Srbr. $erb* *. £o|efctte. 

junftuS »Oieöebtttdt/ jcfet ?>rofeffot in ^erniftabt/ M fiter ben 
-60 ta*. <5r brangmit philofophifchem ©efchmacf in ben ©eifl be3 
SDicbtcrS/ unb wufite eben fo gut bie (Schönheit ber ©pracbe/ al$ 
bie ber ©ebanfenfülle aufeinander &u fefcen. £>a$ ^tramofifebe 
hatte ich jwar febon t>on Äinbheit an getrieben / aber in tfcna rour* 
be ich 511m erjienmale vertraut damit. Jboulet war fein gemeiner 
©praebmeifter. S5elefen in ben heften ©d^riftfteHern feines Sah** 
hunbertS , auß welchen er bie fcbonjlen Steden ausgezeichnet ^attez 
wufjte er feinen Unterricht mit SBife und- l l aune Mi wür&en/ unb 
fein gtücflicheS ©ebacbtnifj mar unerfcbopflicb. 3hm t>erbanfe tc$ 
bie Vorliebe &u ber franjofifchen Sprache unb ben $Probuften ber 
gran^ofen. 2hid) bie ttalienifcbe ©pracbe erlernte id>/ unb 
machte meine erjle £Befanntfd)aft mit bem 2lriof?. 2fud> in 3*' 
na blieb meine Siebe für bie eble Bcbaufpielftinf? nicht ohne 
SRahnmg. £)enn als ich bort anfant/ fanb ich bereits ein Sieb* 
ha berrhe-ater ppn Studenten errietet/ unb eS mar natürlich mein 
erfleh 33efheben/ als Sttitglieb beffelben aufgenommen $u »erben» 
Nebenherfuhr ich fort/ $efme ju fehmieben. Schatte unter andern e$ 
gewagt/ XPManöen nachzuahmen. &enn/ weil feine 83crfe [ich 
fo leicht lefett ließen / fo dachte ich / fle müßten auch leicht )U ma* 
eben fepn. 3ch reimte daher in jwei £agen ein tDintetm Jbrcben 
gufammen/ fehrieb cS am dritten £age fauber ab/ unb fanbte eS 
am vierten mit der gerade an VDiclanö. 34) febrieb ihm ba* 
bei einen jiolj « bcfchcidcnen S5ricf , unb machte für mein SJWhrchen 
mit meler 3ut>erftcht Tlnfpruch auf einen $lai im 2Deutfebentt7ec 
Hur. (£3 wrgieng ein SERonat, ein £tertel«> ein halbem 2at)x, 
unb ich erhielt med er Antwort/ noch erfchien mein ©cd ich t imtftec* 
l'ur. 5ch mar albern genug/ mir einzubilden/ XOi cU no wolle 
mein.auffeimenbeS $alent unterbrächen. 3wei 3«h r e nachher/ al$ 
ith etmaS vernünftiger geworben war/ fanbte ich <*&ermal§ ein 
©ebicht/ Äalpb und (Buiö©/ t>on einem befcheibenen / anonpmert 
©riefe begleitet/ unb hatte baS Vergnügen/ e$ im nachjhn ÜÄo* 
natSflücfe aufgenommen ju fehen. Um biefelbe 3eit ertranf e« 
©tubent in ber (Saale. 3* »erfertigte ein ©ebicht auf feinen $ob, 
welches oon einem gefchmacfpoöen $onfünfller fomponirt, unb auf 
frembc Seranffaltung gebrueft würbe. 3$ f*h »"ich jefet jum er* 
ftenmalc gebrudt/ unb empfanb ein unaussprechliche* SBergnügen 
barüber. Snoeffen wheiratbetc fiejh meine ©chwefter nach £>uis# 
barg am Äbein. 2luS fctebe gu ifyc, unb bamit fte nicht auf ein* 
mal t>on allen ihren SSerwanbten unb ©efannten wrlaffen fepn 
m6chte / begleitete ich fte bahin / unb entfchlofi mich / ein 3ahr auf 
biefer Duobejunwerfitit aufbringen. 2fuf ber Steife nach 2>öi«» 
bürg würbe meine (SmbilbungSfraft mit unjdhligen neuen ©ilbern 
bereid>crt ; benn ich f«& Äaflcl mit aUen feinen «ftunflmerf m, Stands 
furt am tnain, unb enblich bie herrlichen Waturfcenen amübein, 
ba wir unS auf einer Sacht einfehifften , unb in t leinen Streifen 



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Äug. $rbr. gerb. r>. Jfo&ebuc, 73 

bü Ä<Hn faxten. 3n fcuiBburg gieng eine meiner erfteit ©or* 
gen babtn / ein fciebbabertbeater &u errieten. 3* braute au* mit 
Ui*ter ^ül>e einen Raufen junger geute jufammen/ bie fimmk 
Ii* guft bitten, Hauptrollen ju fielen* 2(ber weit f*werer bielt 
e$, einen f*tcf ticfeen 9>lafc ju ftnben/ um ein Sweater auftuf*lagem 
tnbli* balfen unS bie ebrwürbigen 9>atreS be$ «Kinoritenflofter* 
au$ aller SBerlegenbeit, inbem fte un$ *ren langen unb ftiemli* brei* 
ten Äreu&gang einräumten, »a* erfte ©tücf / wel*e$, im Jtreujr 
gange t*3 Duisburger ttTinorttenHopers alfo/ gegeben würbe/ 
waren — fcic tlcbenbublcr. S«od) immer war fein gunfe Pon 
JDriginalitat in meiner ©eele. ©n Vornan/ ben i* in&uiöburg 
anfteng, gli* auf ein £aareopbiena Keifen von Wentel nadj 
eacbfeti. 3* fam bamit nur bis auf ben werten Sogen. (Sin 
paar anfcere ^robuf te hingegen Pollenbete i* wirf Ii*/ bo*leiber! 
nur, um ein paar £emütl;tgungen gu erfahren. $a$ erfte war: 
Der Xtng, oOer, (Bei* ift eine flDurjel «Üea ttebels, ein 
£,uf?fpiel in drei Stften, #u* tytx lag ein abgenufcter ©toff 
*um ® runbe, (Sin 3ftdb*en / ba$ man für tobt bält / wirb / auf 
»erlangen be$ iöri utigamS , mit einem f oftbaren Otinge am gins 
pt, einem ©ef*enfe pon ifytn, begraben. 3n ber 9la*t fommt ber 
geizige Sater / bie ßeiebe ^u befielen/ unb fte erwa*t. 3* tyatte 
bie Äreifttgf eit/ ba£ ©tuef an ben ©*aufpielbireftor ©cbrööer 
gu f*tcfen / ber e$ mir — mit einem b6fli*en Sßriefe juruef f*icfte. 
3* würbe unwillig auf Bcbroftern/ ber/ meiner Sßeinung na*/ 
feinen eigenen SSortbeil ni*t Perftanb/ iberwarf mid) au* ein we* 
mg mit ber unbanfbaren bramatif*en üSufe/ ließ fte im ©ti*C/ 
unb f*rteb einen (Roman / ber/ abermals na* meiner Meinung/ 
in nt*t§ tem XEmber na*|lanb. 3a/ bie @ef*t*te War no* * 
weit f*auerlt*er ; benn ber #elb ftür^te ft* oon einem faben »er« 
gc* unb würbe $erf*mettert. 3* fanbte mein SRanuffript na* 
letpjtg an ben äöud^dnbler XPeyganö, unb — erbielt auf eine 
#fü*e SBeifc jur Antwort/ er fei f*on für einige ÜRcffcn mit 5Ber# 
IagSarttfeln binlangli* oerfeben. 3m 3abre 1779 febrte i* na* 
3ena juritcf / unb legte mi* mit aiemli*em ©fer auf bie 3uri$* 
proben^ 3n ben Sttbenjhmben lebte i* mit #er$ unb ©inn für 
taS &ebbabert&eater, 3* f*rieb ein #rauerfptel: Cbarlotte 
Äranf . (Sine fo elenbe 9k*abmung e$ au* oon Hcf\in$a Vtmu 
lie (Balotti war /f fo gelang e6 mir bo*./ meine ÜRitbrüber }u über« 
reben/ e* aufzuführen/ unb ber perftorbene Äapellmeifter XJOolf - 
war fo gefallig/ ein Xbagio baju *u fomponiren/ wel*c5 gefpielt 
würbe / ol^ ber ^)elb be§ ©tuef § > ber feinen Surften erf*o(fen 
batte/ im ©efangniffe betete/ unb natürli* ba^ äSeffc oon ber 

«en SBorfteüung war. Salb na*fcr wagte i* mi* an ein 
pfel: lOie tPeiber nad> der ttToOe. 68 gelang beffer/ unb 
Iwtte einige wirfli* fomif*e 3üge. ^»in unb wieber waren Per* 
f*dierte @taWanefbit*cn eingewebt/ einUmftonb/ ber bem ©riefe 



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74 3(«8- $tt>v. Secb. t>. Ro$tbut. 

xti^x SBetfatl t*rfd>affte / aU cS wrbiente. <Dtefer »eifall fifeette 
t n mi^ wtUigenSüngling/ unb eräugte mtUtfytin ibm jenen unr 
feiigen £ang jur Satire/ bem er jwar fetten/ unfc n>arlid) nie 
äu$ ^Ämifcfecn 2Cbfid>t€n / ben 3ugel fließen lajfen/ ber ihm aber 
boeb aß 9Jtonne eine ffieifje w>n Sauren »erbittert tpt. 9lod> (h'ftete 
icr; in 'Jena mit einigen Sreunben einen poerifeben JUub/ ber un*/ 
außer einer angenebmen Unterbaltung , aueb wirflieben Slufccn ge* 
wabrte. 2Bir famen einige 2tbenbe in ber 2Öod>e jufammen, um 
tinanber fteine / felbft verfertigte ^)robufte t>or$ulcfcn , bic nad>b*r 
jebem sJÄitgliefce ^ugefebieft würben /• um feine S$emerfimgen bar« 
über macben , mel^e fobann in ber ndebfren ©ifcung bebattirt 
würben. 9?act> einiger 3eit erbielt bieg Snfhtut ben betraf 
eben SSortbeil/ baß |>r. #ofratb &<bhn ftd> uberreben lieg, ben 
Ä$orfr£ babei anzunehmen. SBton fann leicht benfen / wie febr bie 
1 ©egenwart eines fo einfiebt$t>oUen JtritiferS unfern ©fer rerbop* 
pclte. 3n meinem achtzehnten tfabre würbe i$ ein micgliefc 
öcr öetttfeben (Bcfeüfcbaft *u 'Jena. Einige frob »erlebte <5om* 
mermonate auf bem &lipf?dnifcbcn (Barten gaben einer fleine* 
Sammlung fcem ©ebiebten ir>r &afepn / wetd>e burcr; ScrmitteUmg 
meines grcunbeS mufius in Ißtfenacb gebrueft würben, waS mir 
bamalS eine unau$fprccblixr;e ftreube t>erurfacr;te , woju ici> tat 
©runbe wenig Urfacb hatte. 3cb befebloß jc^t / um ju jeigertr 
baß icb meine 3eit niebt bfoß mit ben febonen ©iffenfdjaften t»er* 
tanbelt hatte , meine afabermfebe Laufbahn mit ber 9ioUe eineS (Dp* 
ponenten bei einer £oftorpromotion / gieng barauf ^uruc? nacb 
tDeimar, ftubirte fleißig bie panierten, würbe ton ber JRegic^ 
rung cramnurt unb jum2tbwrWen freirtv SBahrenb irii auf JUien* 
ten wartete r fubr iö) felbfi fort/ ein eifriger Klient ber üRufen ju 
fepn. Sine paro&te be* Ä&rgerfcben tiiebeS: &te tJOeiber 
von tt>einsberg/ bie icb für eins meiner wifcigffen $robu?te hat- 
te/ faUte eine Batice auf einige \T>cimacf<be tarnen feiert/ unb 
jog mir ben geredeten «£>aß berfelben m. 6$ würbe eine Koman» 
*eauf mich gemacht, in weteber mirüieffigie jämmerlich mitgcfpiclt 
würbe. 3<b Qctioß jefct ganj bie vertraute greunbfebaft beS reblu 
eben ttTuf&u*. £aglicr> famen wir in feinem (Sorten jufammen. 
2ötr fcbriftfietferten an einem $(fdje / auS einem 2)intenfaffe. %m 
2benbe las er mir gewo^nlid) vor , wa$ er ben £ag über gefebrie? 
ben; juwcilen auch erjr am (5nbc ber 5Z3ocbe. 5Ba6 SBunbco baß 
tcb iebt/ nacl)bcm icb fd)on VCtrlanö unb ran Oes , (Botbc unb 
Kermes nac^geabmt hatte, auch auf ben (Unfall geriet^ Wufauöju 
topiren. 2)er öucbhanblcr VDitrrh'no in <£ifcnadi hatte gerabe 
feamaß ben SSorfafe gefaßt/ ein banberciebeä 25erf heranzugehen, 
eine <^amwlimg oon (^r^ahluncjen, ®ebicbten u. f. w. für welche 
er/ icb »>dß «ridjt mebr waS für emen afltaglicben 3Iitel befrimmti'. 
Cr lub mieb ein/ ba§ Cfyrenamt eines Mitarbeiters ju ftbernebweii/ 
«nb i$ wfprad^ es unter ber SJebingung / ba| mir bie 3B<tt)l eines 



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Äug. grbr, gerb* ty. Äogcbue. 75 

antetfenbcn XiteU überlöffen werbe. 3d> taufte ba$ Äinb: (Batiy/ 
me& f&c öie &efen?elt, fct>ricb bie ttotreOe jum erften Bainde, 
utfo arbeitete : 3cb, eine <Befdrid>u in Fragmenten, worin 
icb tnufaus eigene Sprache unb originelle 2Benbungen &u errei= 
eben fuchte. Detter ijabc icb feinen $I>eil an biefem 2Berfe. 2)a3 
jrrcite 9)robuft bicfeS ©ommerS waren bie 3» Äeipjig 1781 b** s 
auSgefommenen (mittelmäßigen) ÜErjSblungen, bie mit vieler 
6legan$ gebrueft, nad>^er aber wn bem Serleger , wiber aüe§ 
mein SBiffen, febr anfebnlicb mit fremöen Arbeiten t>ermebrt, 
unter meinem Gahmen 5 um $t»ettentnale berauSgegeben würben. 
2>a§ britte/ wa§ icb in tTTufSas ©artcnbiuScben fdjrieb, war ein 
Bujifpiel in brei äfften: &«s öretfaebe (Belfcb&e. Anlage unb ein? 
jelne ©cenen waren nidjt übel. & follte auf einem sprwattbeater 
nacb ber 9Jieberfunft ber -^erjoginn von XVeimat gefpielt wer« 
fcen. Ungtucflicber SBeife aber war e§ bloß auf ben Sali falf ul:rt, 
baß bte Jrau #er$oginn unS einen ^rinjen fd)enfen würbe. 3>a 
fle aber biegmal tbre liebenSwürbigen (£tgenfcbaftcn einer £od)ter 
mitjutbeilen beliebte/ fo unterblieb bie $uffüf)rung, unb im £)xtii 
in e$ auch) nie erfebienen. ?lußer biefen ^robuften babe icb bamaW 
auf ©erlangen eines" würbigen ÜRanneS, ber mieb mit feiner greunb* 
fchaft beehrte/ einige 2Cecen|t<mcn in eine gelehrte Leitung gears 
bettet. 3m #erbft 1781 gieng icb n°<b Petersburg. #ier war 
cer einft berühmte &en$, ber Siebter beö bleuen tT?eno?a, mein 
Vorgänger im 'Amte gewefen, unD harte Unjufriebenbeit erregt 
»eil er zuweilen, jlatt eine notbwenbige ttrbeit ju oollenben, ein 
Hiebt notbwenbiged ©ebiebt tjollenbete. ©eine §ußtapfen warnten 
tmd?. 3<b n<*b*n mir w>r, ber JDicbtfunft gan§ ju entfagen. ߧ 
fcergteng wobl ein balbeS Sab*' wibrenb id? mir felbji SBort fyelt, 
nnb meine Sttorgefefcten wußten nid)t einmal/ baß ein £>id)terfunfe 
in rfttr glimme / ober fraß fogar mein 9labme febon im He i pjiget 
tHefllatatog erftyienen fef. Tiber jufdlliger SBetfc fyattt ber ©es 
neralingenieur JSaxvt auf einer Steife nacb 2tiga in einem bortigen 
53udjlaben meine £r?£blungen gefeben , unb braute biefelben mit 
nacb Petersburg. Sein SBeifall maebte meine ©telfeit auf$ neue 
rege. 9kcb unb nacb fteng icb wieber an, meine SRebcnfhmben ben 
Wufen ju wtomen. 6$ befanb ftcb ein biebft mittelmaßiges beut? 
fdjeS Reiter in Petersburg. Äaroc erhielt bie 2)ireftton, unb 
icb lebte t»n nun an wieber in meinem Glemente. 3cb febrieb ein 
SErauerfpiel in fünf flften : Sbcmemua, Saar von iTTofcau, unb 
balb naebber ein Sujlfpiel: fcie tlonnc nnb das Äammermato 
eben, «eibe würben nacb meinem SRanufftfote mit ©eifali aufs 
gefübrt / ^en fte aber nur bur(^ ^fällige Um jwnbe erbielten. ®e/ 
brueft worben finb fte niebt. 3)a oon bem großen ScbwaU beutfeber 
Sournale nur wenige ftcb bis nacb Petersburg wirrten/ unb 
flueb biefe wenigen niebt gelefen würben, weil fte, einzeln genommen/ 
wenig ße^bareö entgelten , fo »eranftaltcte icb ^wertmäßige 2tudafc 

8« 



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76 2(ug. Srbr. $etb. t>. £o|e&ue. 

ge au§ allen beutfcben SDtonatSfchriften/ unb gab unter bem XM: 
»ibtiotbef öer Journale/ monatlich einen ftarfen #eft ^erauS. 
3m Sabre 1782 entwarfen einige meiner greunbe, bie ©nflufj bei 
$ofe batten / ben 9>lan / mir einen gewijfen Sofien ju wfchaffen, 
unb glaubten , ich würbe ihnen ihr »emuben fehr erleichtern / wenn 
ich ein S5anbd>en fabeln tmö tEnablangen für junge Surften 
fdmebe / unb foldjeS bem jungen ©roßfürften wibmete. 3* batte 

{war nie&eruf unb Neigung für biefe £>icbtung$art gefühlt/ ba 
ie aber ein Littel &u meiner fünftigen Scf&rberung werben foHte/ 
fo befeblog i* , ben Berfucb &u wagen. Wein «erleger war 2Bil- 
Ur& , ba$ 2Ber! mit aller tppograpbifchen bracht bruefen $u laffcm 
unb f onnte ?aum bie 3eit erwarten / bis id) if?m ben erffen Sogen 
lieferte. 3n ber großen ©efebwinbigfeit würben auf biefe SBeife 
Dier Sogen »ollenbet. 2Cber wie erfebraf icb , al$ ich meine ga* 
bcln nun wieber burebgieng , unb mir felbfl gefleben mußte , baß 
auc^ nicht eine einige barunter fei / welche mebr als mittelmäßig 
genannt ju werben t?erbiente. 3cb fab nun wohl ein , baß ich für 
tiefe ©attung w>n ©ebidjten nur bc$halb feinen $rieb gefpurt hatte/ 
weil mir ba$ Sgatcnt baju mangelte/ unb befchloß baber fur& unb 
gut / bem Verleger bie Soften ju erfe&en / unb bie oier 25ogen in 
ewige Sergeffenbeit ju begraben. 3h* $ütffauf Fofiete mich einige 
bunbert SRubel. ©ie waren auf ba$ fdjonjie SSclinpapicr gebruefi/ 
unb jebe noeb fo fleine $abel batte einen JCupferjticb &ur tBenie= 
tung erlitten. 3» Äeual »erlebte ich ben erften ©ommer großr 
tentbeilS in ben lieblichen ©chattengAngen be§ SuftfcbloffeS 2Urbci/ 
nentbal/ unb la§ mehr als icb fchrieb. 3m »jperbfi befuebte idj> 
$um erfhnmale bie i)a ßlid>e SBalb - unb 9ftora jtreiebe ©egenb üort 
Wiefel/ bie burd) ben 3aubcrjtab ber greunbfehaft/ burch bie milbe 
ffidrme ber $enen$güte/ $ura 9)arabiefe umgefchaffen würbe. 
Sie erfkn beiben ©cbaufpielc/ benen icb fclbft einigen SBertb bei/ 
lege : 2Det Ifctemit auf $ozmemcva, unb 2tt>elbeid von XDaU 
fingen/ würben hier gefchrieben. 2>en Eremiten fpielten wir fo« 
gafbafelbfi/ unb biefe 9)rwatt>orjlellung maebte meinen #ang ffa 
bie SBübne aufd neue rege. 3hm oerbanft Äeuat ein »ortreflichcS 
<Befcllfcbaftstbeater. & würbe mit einem fcuftfptete »oh mir 
eröffnet: 3ec*ec tTarr t>at feine Äappe. 9toch immer franfte 
leb an ber SftacbahmungSfucht; ba$ ©tücf glich bem (Bernsen Oes 
mottete, wie eine 3ucferpuppe einer £>redbner S3tfcutt ;@tatüe, 
unb ich &rtf & tofa unfer meinen papieren »ergraben. 2>urch 
üntn äufall fam ich auf bie 3bee/ eine (Befcbtcbte ^einrtebs 
t>c$ Hoxvcn, -*£er?og8 von ^raunfebmeig/ ju fehretben > eme$ 
gelben/ bejfen mannigfaltige/ &um X|ei( romantifche ©chicffale 
mich intereffirten. Äuf einer 9Jeife/ bie ich 178s einen Sbeil 
von 2>etttfcbland machte t nugte ich )u biefem 3wecfe bie Siblio? 
tbefen oon lODolfenbuttel unb Hannover/ wühlte mehrere SBochen 
lang in alten GbrcniFcn, fchrieb ab/ unb ließ abfehreiben/ fo baß 

ich 



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3ug. grbr- gerb. p. £o|cbue* 77 

itfr rcobl Behaupten barf , über ^einrieb den £on>cn bfe fcotffran* 
ti'afrcn Materialien |U befifcen. 2Cud> batte ich wirflicfc fd>on man« 
cfceS gragment feiner ©cfd>id>tc bearbeiret; als aber na^er, fafl 
in jebem 3abre> balb ein tyifiorifcfcft 2Berf, balb ein ^albroman 
erfdjten/ in welc&em #er$og -^einrieb als $aupts ober Sieben« 
perfon aufrrat/ fo t>erlor id) ^uft unb üftuty, mein SBerf ju uolien* 
ben. Woä) einmal feblog id) mieb an baö $cer ber 3ournalifren/ 
intern id> eine SRonatdfd^rtft für ßfty= unb tfieflanb unter bem XU 
M: j&r (Betft und i§er$, Verausgab. Sie bauerte ein Safjo 
fanb aber $u wenig Unterftufeuna. Hin anbereS Unternebmen 
fpannte bamale meine gan$e 2(ufmerrfamfeit. 3d> wollte ein SBud) 
färeiben übet itbte unö öcbanöe, Äubm unö tlacbcupm 
aller ttälfer, aller ^abrbunöerte. 3d> rechne e$ mir gum 
ßeibienjl an/ aud) nur bie 3bee eines folgen 2Berf$ gefaßt $u ba* 
ben, obgleich bie TfaSfübrung meine Ärafte überfiieg. 2)ennod) iji 
ba$ Unternebmen mir in anbercr &ucfftd>t febr nfifttity geworben ; 
beim ia> $abe meine Gräfte baran geübt / mehrere fcunbert p^tlofos 
pbifa)e unb tyftorifcfte 2Berfc ju biefem SBebufe gelefen, meiere 
%WbiU ton JtoUeftaneen gefammelt. ,äeine$wege$ bereue id) 
benetfernengleijj/ mit welkem id) über tiefer 3bee brütete, bie 
mjfytigen ©tunben , bie id) barauf t>erwenbete. $>a& einjige, 
»at mir &eue aufregt, iftbaS S3ruci)fiüc! biefeSSBcrfö übet öen 
2(öel / bo6 tc^ lange naebber, aber nidjt in feiner urfprünglidjen 
©efralt brutfen ließ. 3m ^>erbfle 1787 uberfiel midj eine JCranf= 
fcit, bie mieb mehrere Sabre lang jwifdjen $ob, unb bem, wn$ 
*ieüeid)t fcblimmer ijl / als ber Sob , awifeben büffrrcr Melancholie 
Wwebcnb erhielt, 3uf ber $64fien ©taffei biefer Jfcranfljeit febrieb 
i(b tHenfcbenb«ff unö Xeue/ unb gleicb nacf)ber bie jjnötanec 
in $ngl«nö. 33eibe ©tücf e waren ba$ SBerf eineS 3eitraumS fcon 
oebt bis neun SBodjen. SRU, weber w, noeb nadlet, ijt mir 
wieber eine folebe gülle t>on ©ebanfen unb Silbern jugefrromt. 
Smja^re 1789 febrieb icfc bie &onnenjungfrau/ baS 3Unö öec 
Hiebt, unb j&ruöer iTCoritj/ öen Sonderling > fo wie ben 
fleinen Vornan : JOie gefabrlicbe XVcttc , ber unter ben ©ebur= 
ten einer muntern Saune feine ber fdjlectjteflen iji. Ucbcr tHcn* 
fAenbafl unö Kcue würbe bamaß ttiel gefebwafct unb gcfcfyrieben. 
Unter anbern warf man mir Mangel an poetifeber ©eredjtrgf eit wt, 
inbem i(b bie 2$erbred>erinn burd) unbebingte SÖerjei^ung wieber in 
ben ®enufj jeber EebenSfreube gefegt b^be. £)b jene 5&erjeibung 
ifobl wirf licr) bie ffrafenben Solgen i^rer3:iMtg«nj aufgehoben 'i ob ein 
Beib/ wie (Eulalia, mit einem fo regen ©ewiffen, je wieber 
Slücf lieb fepn forme ? an biefe fragen baebte niemanb , au§genom? 
'men ^err Sieglet* ber aber bie ©adje ganj febief nabni/ unb 
bura> bie unerlaubte greibeit/ (^ulaliens ^jerfu^rer »on ben $ob* 
ten ju erroeefenf ben ®efid;töpunft oollig wttU&U. 3d) fcfcrieb ba. 
^er: S^ie eöle Jluge, in welcher/ obgleid; abermals ein gefallenes 

Mab, 



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78 3u9* Stör, ftttt). Äofcc&ue. 



Sftabdjen borin Dorfommt/ gen>ifj bie reifte SRorat ^errfc^t / bte \u 
maü t>on ber Jtanjel ober Don ber 33übne ^erab geprebigt morben 
ifl 9tod) einem Aufenthalte in Pyrmont im Sahre 1790 taufte 
id) meine geber in frembe ©alle, unb fdjrtcb einige/ nur gu bcrücb= 
tiqre / äöooicn , über m lebe ich mich in einem fliege nben SBIattc bin; 
langlid) erflart habe. 34) fcerlor je&t meine ©attin. Der £um* 
mer über ihren Xob trieb mich in bje rceitc SBcIt. 3d> floh nach 
Paris . unb ohne einen SBin? unferS ©efanbten , mürbe ich mid) 
ein ^albcS 3al;r lang in bie Sellen tiefer $auptflabt qctaud)t ba= 
ben. 3d) oerwechfelte bad von Krämpfen erfdjütterte Paris mit 
fcem bamals fo runden unb freunblieben tttain*. £ter brachte id> 
baö Xagcbudb jener (Reife unb meines fummer&ollen bebend in £)rb* 
nung. & erfd)icn unter bem Xitel: £>ic £lud>t nach Paris. 
<§in anbere* 9>robuft/ melcbeS id) ju in a inj aufarbeitete/ war: 
£>er meiblidbe 3a£obtner!lub/ ein <2d)cr*, nid)t obne ©aty. 
gerner bearbeitete icb tTTain^ baä pbüofopbifcbe (Bemalöe 
£udttngs Oes *>icr*ebnten nach einem franjofifeben ttTas 
nafrriptc, unb febrieb ben papagoi , Bultan XDampum, unb 
ben espicgelcutcr. 2)a$ übrige / wa$ ich feitbem getrieben/ be* 
(lebt in folgenbem: (Braf Senjospstt ; Xoüa's Eod; &>iej&ng* 
f?en Äinöcr meiner ilaune; itrmutb unö £öelftnn; £>et: 
ITTann »on vierzig tJabren; fcie tTegerfflaren; fcer VDild^ 
fang; iOet (Braf uon Äurgunö ; jZDie tteeläumöer; ^alfcbe 
Bcbam; SLa pevroufe. titele meiner ©chaufpiele baben baS 
©lue! gehabt, ins" £ran; jftfebe * £nglifcbe, *6ollSn&ifcbe# 
fcanifcbc/ polnifebe/ Kuflüfcbe, unb fogar in$ 2Jtaltenifcbe 
iberfefet ju »erben. " 

4>r.'von Äo^ebue ifl ein ©djriftfleUer / in beffen SBerFea 
man eine 9Renge einzelner groger 0d>onbeitcn , gepaart mit eben 
fo Dielen unb großen ^cblern antrifft. Unfheitig beftfet er ein 
ausgezeichnetes Xalent / eine lebbafte unb fruchtbare Gnnbilbung$= 
fraft / bie tSabe ber treffenbflen £>arflellung / er fennt ben iebten 
2lusbrucf ber Eeibenfehaft / er meig un§ tief im Snnerflen &u rüb= 
ren / er roeig unfer lauteS Sachen ju erregen / ibm fliegt eine reiche 
Tiber oon 2Bife unb Saune / er befifet Ücnntnig be§ Xbeatcrä unb 
beffen , was auf ber Söühne tvittt, leicht unb gemanbt ij! feine 5öer= 
ftftfation, rafcb fein Dialog/ alles lebt unb bewegt ftd> in munte- 
rem ©ange. 2lber er macht Don feinem fernen Xalente nicht im= 
mer ben beflen ©ebrauc^/ tt>ie er fonnte/ um ganj voUcn&cc* 
meiffer(?ucfc ju liefern, dt ifl &u forglo§ unb leichtftnnig , um 
überall in feinen ©ebaufpielen unb Komanen ein mobl Überbaus 
te'S unb in ben Steilen n>obl jufammengefugtef ©anje jubilben. • 
6r hat ©efebmaef / aber tiefer jeigt fid> nicht immer gebilbet genug, 
©aber fafl überall bie groben Verlegungen ber Einheit M Xonö/ 
ber ziemlich oft ber Xon ber fcble^ten ©effüfehaft ifl; baher bie 

unleib^ 



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Ättj- $rbr«-5erk ». Äofcebue. 79 

mltMity SSermffcfyung bc$ Äomifcfren mit bem Gmfljafitcri/ ber 
Surt ? mit bem (Verneinen unb fiebrigen ; baber bie fd)n eifcenben 
Jtontrafie ber S&araf tere fo tro^l, al§ ber Situationen. <£r bc= 
fet t>ic ©abe / gu rubren / aber erleid; tt>o$ i|t auch ^ter oft mer)r 
©eftynKtfc, als innige dmpftnbung. ®er SRait^ctät unb ÜReubeit 
mancher feiner Situationen unb 33 t Iber / ben cbelflcn 3ugcn befc 
ßfarafterS , ben trefflidjjten ©emilben beS $er$en$, bem gemalte* 
ficn 2fuetrucfc flehen nicht feiten Mtagliebfeiten unb tylatttyittn, 
SJmmoralitaten unb 3nforreFtr)eiten gegen über. SBei feiner ^cuebw 
barfeit fcat er ftcb nid)t genugfam t>or Uebereüung/ unb bei fei* 
ncr ieigembumlicbPeit fcor *HrcentricitSt ju bewahren gefuebt. 
Ungeachtet alter gebier inbeffen fcaben mehrere feiner ©djaufpiele ftcr) 
bureb i&re anberweirigen nict>t ju t>erfennenben SBorjuge ben 33eifatf 
ni$t nur be$ gefammten fcetttfcblanoö / fonbern auefc ber meijten 
übrigen europ*ifcben iUnfcer bi$ in bie entfernteren ©egenbert 

©eine, bi* jefet herausgegebenen, fcbriftffellerifcbenairbeu 
ten finb folgenbe : 

L 3cb. iEine (Beliebte in Fragmenten, 3*1 *Ttu$ tmfr 
Swmmen öer mannbaren 3ugcnö. i*ifenad> 1781. 8* 
(4 0r.) jhmb wr&er in bem erflen ÄanOe t>on (Bany meö für 
We *efen>elt. 

2. 0*r unö Gie. Vier romantifebe (Beöidrte. (gifenaeb 
1781. 8» (4 ©*•) @ie enthalten: ein epifcr)e3 ©ebicr)t, (Efreo* 
bßlö unö ilmelinöc> in neun (Befangen (fcie ©efd)icr;te r(t au$ 
tarn fünften Sa&rfyunberte , unb ber #elb be$ ©tücfä ein @o&rt 
^ierricbö von 2>ern) beSgleidjen brei 33allat>en: (Braf (Btxftav 
von Stemberg unö £>auraj &arl unD 5anny; Volmac onö 
£ln?in«. 

• 

3. £r$4t>lungen von 2tuguft »cm Äoncbae. ileipjia 
«78». 8. (18 ©r.) »ergL BUgem. öeutfebe Sibliotfre?, 2>0 
SS» Btcf 2. 405 f. 

4. 25iblxotr>ct öer Journale. ÖSrfter, $t»eiter Äanfc. 
fifc Petersburg 1783. 8- ©fe folgenben 33anfce> unter bem 
Eitel: Oft. petersburgifebe Jbibliotbcir Oer Journale, ftnfc 
nity unmittelbar ron ir)m , fonbern t>on einer ©efeüfcr)aft oon ©es 
tyrten beforgt »orben. 

5. jfcie &eioen öet (Drtenbergifcben $amiiie, erjafrlt 
wn TL von ÄoRebue. iSrffer Ebcth ©t. Petersburg 1785. 
8. £rf?er, jroetter Cbeil. ileipjig 1787. 1788. 8- U, 21; 
£benöaf. 1792. 8- (1 ia ®r.) proben panben t>orf)er 

^er Äibliotbef Oer ^Journale/ unb in ben Kleinen gefam; 
weiten 6cbriften, 2. Wum. 3. 5)ie leibenbe aiugenb , bei 

allen 



Digi 



8o Srbr. §«rb. £o$ebue« 

äßen Stampfen unb SBerfolgungen bocty burcb ba$ SBenmgtfe^n 
ft)rer felbjt glücflufc, ifi ba£n§aapttf>cma. Da8©anje ift in jroei 
unD örcifiig Kapitel geseilt. 3« Anfange jebeS ÄaptrelS flehen 
Vetfe, bie bie ÜRoral enthalten / meldte bie Gegebenheiten be$ Jta* 
pitelS lehren fottetu Stogl. 2lügem. Oeutfcfre &ibliott>e?/ Ät> 
67. £>td? 3. Allgem. Liu Zeit. 1788* &0 I. XXtxrvu 25. Ä. 
361 f. — 3Die JLeiben Oer (Drtenbergifcben Emilie, ein 
Crauerftuel in vier Aufragen von ۥ jf. XP. JbamidfeL 3Uf' 
fei 1803. 8* (6 @r.) fa)lect>te3 SWac&merf, 

6. 5&r (Beift unO ijcr*. ffcine monatöfebrife f&r Ote 
ttorOifcbcn (Begenöem 3to$lf Gthde. Äeval 1786. 8- 

7. Kleine gefammelte Öebriften Des -^ecen von Koru* 
btte> Präsidenten Oes (BouvemementBmagiftratö in Oer pro« 
vin* ÜrfiblanD. iErf?er, jtveiter , dritter, vierter &anO, 
(SDKtJtupfern 2Ceual unö&eipjig 1787. t ?88- 1789« 1791» 8« 
(5 $#r. 16 (Ar.) nacbgeoeudft ju Karlsruhe. Heue Auflage 
be$ erffcn unb weiten 2>anöes , ££bent>af. 1791. 8* (Sintge 
Zuffdfce panben bor&er in ber SRonatSf^nft: £&r (Beiff unö 
ijerj. 

(£rf?er ÄanO. t. Saide ober bic (Entthronung inuha* 
tneös Oes Vierten , hijtorifche 9to&eUe (florier einzeln, &eip*ig 
1786. 80 2. Die fdxSne Unbekannte, eine bramatifirte £rga> 
fang. 3. (Bräuel des Fanatismus ju Cborn im 3a&re 1724« 
4. tHaria jrancifla Wtoria Öalmon, ober/ Der Sriumpft 
ber Unfdjulb. 5. fcer Gebein betragt/ ein alteS @prtcbn?ort 
bureh ein neues Seifpiel bejtattgt. 6. Mes (5la£ iff Cau* 
febung/ reebeOem, Oer fic uns raubt; bramatifirte TCnetbote. 
7» Spaziergang Oes 2lrabifcben pbilofopfcen 21U ^afcbiC>. 

Detter £anO. 1. ^flöegerte, Känigtnn von ^tortve* 
gen , r>tfrortfd>c SRot^eOe (einzeln , Äeval und £eip$ig 1788. 
8» (21 ®r.) mit jroei Kupfern t>on ttteebau unb (Beyfet. Xt.%* 
lEbenOaf. 1792. 8. SSergl. Krittfcbe Ucberftcbt Oer neueren 
febonen JUteratur Oer JDeutfcben, ÄO 2. &t& 2. 6. 154 — 
163 [ausführlicher 2Cu3jug unb für je SGBürbigung] Allgem. Lit* 
Zeit. 1789. ÄO 2. Hum. 182. 9. 647 f.) 2. J>er (Eremit 
auf ^ormentera / ein Scbaafpiel mit (Befang in jtvei 2luf/ 
5&gen (vorher ein jeln, Äeval 1784- 8. £T. 21. Leipzig 1788. 
8. fcritte Auflage/ ffcbenöaf. 1^05» 8. [8 ®r.] mit einem 
Kupfer. Bergl. ^titifdbe tteberftebt Oer neueren fcb4nen &ite* 
ratur Oer 2>eu tfdbtn, 23ö 1. Btd: 2.6.70 - 72. Allgem. Ut. 
Zeit. 1789. 23ö i. tTum. 23. 0. 183 f. Kn^alt unb SBurbi^ 
gung] in tttnfö mürbe bieg Heine nieb(td?e &dk>aufykl t>on bem 
JtapeUmctflcr EDolf in XOeimat gefefet) 3. nieolaus (Drtens 
berg/ S3ruo))lu* auö bem jroeiten (Ereile ber beiden Oer <Dt/ 

ten» 



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Tlug. Srbr, gerb* t>. Äogefcue. gi 

tenbetgififren 5«mi lie . 4. Ütacfrrtyr fcon einem tBeßtrAf tfd?en 
>ffittue au Äcuttl / mek^cd ber SBelt bcfannt $u werben per* 
bient 5« 2)09 £iebbabertncater vor oem Parlament/ ein 
9^4>ft>iel mit (Sefanq, aufgeführt auf bem Sieb&aberf&eater §u 
Äeval am ©ttftungäfefh bcffelben. 6. 2>ieXX>eiber der >Dia* 
ncr an bcn Ufern be$ (Dronofo. 7. Fragment au$ bem Cage* 
bodje eine« fefcr aerbienten ÄuflTfcben feiert. 8- BnefDoten. 
9. etwaö au$ ber (Befcbicbte ber marrycec. 

dritter £ano. i. ^löegerte, Ä<$nt£inn von Vtotvoe^ 
jen, Worif^e ^oMe. gortfefcung. 3. fcie (Befcbicbte mei# 
nes Xtaters , oDer n?te es jagieng / Dafl id> geboren nmrde J 
ein Stoman in jmilf JCaptteln (wr&er einzeln, Äeval unö iLetp^ 
*ig 1788. 8. [10 ©r.] £r. v. Äotjebue fpradjj, einjf mit einem 
Srninbe über Boutrim& , mit beren Aufgabe fle ftcb juweilen ju 
Mite pflegten , unb geriet^ enblio> auf ben ginfatt, bieg epiel 
be$ Sifeeö weiter ale auf einige Seiren aufyube&nen. <5r bat feinen 
Srcuttb, tbm *n>6lf Worte/ bie erflen/ weld* ibm einfallen wir* 
bei, in bie geber $u bütiren, unb machte ftcb an^etfe^ig / au3 bie* 
ta jmilf Sorten einen flemen Äoman jufammenjufefeen. 2Me 
©orte, bie ifcm aufgegeben würben/ waren folgenbe: ^euerfpeiew 
ottÄerg, prieffer, Äifer, etratt# r (Btwitttt, Jbtzp 
«*rf, (Deean, XVoif, Älei, Sei&mitftit, «olle/ »efto 
ebung. Darau* entjlanb biefer Meine Äoman/ in welkem bef 
Skrfaffer bie 3been gut an einanber gefnupft/ unb/ ofcne bit 
BaWfyinlicfcfeit in c-crlefecn, Dinge jufammengefefet bat/ bie auf 
ben erften 2CnbI:cf n\d)t$ mit einanber gemein ju baben feinen. — 
3bie (Befcbicbte meines Detters. Bei tenf rud' ju 21. von &o* 
ßcbue's CBc fchidjtc meines Katers. £eip$ig 1806. 8-) 3» 
*arje (Befcbicbte Der ^iibupier, erjagt nad) Äapnal (2Me 
©tfAicfcte ber 5libaf?ier »on 3. X0. von 2lrcbeni>ol$. föergt. 
ben3rt r. Treben beb im i.&anoe bief. fcer.B. 65.) 4. 2toel* 
beiö ron Wülfingen , ein £enrmal Der Äarbaret öes Drei* 
jebnten jfcbrfranoerts (3rauerfpiet in trier Ttufjugen) t>orbct 
einzeln, Äesal ttnD &eip?ig 1788. 8» Jtoeite Auflage, &eip* 
»31791. 8. Dritte Auflage, ISbenDaf. 1793. 8- 0^ 
mit einem Citetfapfer »on Keffer. S$ergL Allgem. Lit. Zeit. 
i?89- ÄD 3» »am. 203. e. 66 — 69. (3n^aU unb SBürbU 

Vierter ÄanD. j. SReine ^lacbt nad? Paris im SBinter* 
monat 1790. (einzeln unter bem $itel: tTTeine 5ludn nacb 
Pftris im \T> tnter 1790. f&r bekannte unD anbefannte 
freunde gefebrieben von 3tsgaf? von 3loQebae* Ä-cipjig 
«791. 8- [30 ©r.] /,Der »erlup einer @attinn, fagt ber SSer* 
faffer in feiner Vorrede, bie id^ unauöfpredjüci) liebte/ trieb mieb 
fort in bie Sklt. 3* ftob ben £>rt/ wo ieb meines fcebens 9Jube 
beiUr." ßt erjdblt un$ barauf feinen »ufentbolt in Paris. 

itfta b. JD, a. *x. 3. g 3»ar 



8a 7(ug. 3rbr* gerb, *. Xogebue* 

Swar fa^e er t>on biefer großen @tabt wenig me&r/ al$ bie Sffenfe 
liefen ^cbaufpiele, aber Ijier war er aud) in feinem (Slemente. 
SJht 6inftd)t urteilt er über bie ©djaufpieler, bie aufgeführten 
©tutfe, ba$ ©picl überhaupt/ lobt unb tabeltauS ©rimfcen, giebt 
yiad)tid)ttn unb EuSjuge oon einigen treffen fleinen <5tüda\, 
ffreut #e unb ba untertjaltenbe tfnefboten ein u. f. w. SSergl. 
Allgem. Litt. Zeit. 1792. £d i. CTum. 20. 223 — 224.) 
2» 2>er öpiegelrtttee , eine <Dpe* in bret Suftügen. 3» ©nige 
3>&ge au$ bem ileben bcS guten iTCufaus, tum b'er #anb fetneS 
©cfyülerS entworfen (flanb oorfcer in bem Wetten deutfeben OTer* 
für 1790. jbecember 0. 366 — 381» unb befmbet fty aud> in 
ben Hacbgclaflcnen @cbriften des verdorbenen profeffot: 
Ztlufiua, herausgegeben von feinem Egling 2lu$uft von 
Äogebue [ßeipjig 1791J 1 — 24.) 

«ergl. Allgem. Lit. Zeit. 1788. Äd 2. JTum. 84. 4* 
-48. 

8* 3&te vaterltcbe fcroarwng. 8cbaafpiel mit (Befang 
in Einern 2(of$uge. Äeual 1788. 8. 

9. fcte gefabrlidbe XDette. <£\n kleiner Äoman in 
&>6lf Äaptteln von J. von Äotjcbuc. Äeipjig 1790. 8- 
(8®r.) 

10. Hacbgelaflene Scbriften des terfforbenen profeffot 
tftuf&as, berausgegeben oon feinem Högling 3uctuf? von 
Äopebuc. tttit Kupfern. Äeiptfg 1791. 8» (*o ©r.) (Sr 
förieb eine Heine Vorrede baju unb fegte Einige Sage aus dem 
ileben des guten tttufiue t von der -t£and feines Öcb&lcrs 
entworfen , nebjt Herders 2tede.?um ^ndenfen Oes Prof. 
ttTufSus ooram. 

11. pbilofopfctfcbes (Bemalde der Regierung &ud* 
n>igs oes IPter^ebnten / oder Äuöcoig Oer Vterjebnte vot 
dem ^Cicbterffuble der ttadwelt. Hacb dem ^ran5<5(ifd?en 
»on Susuf? üon Äogebue. @traßbaeg 1791. 8» (16 ©r.) 
SBergl. Allgem. Lit. Zeit. 1792. Äd 1. tfum. 29. 227 f. 

12. Vom Adel. Bruch ß Tick eines größeren hiftorifch- 
philofophifchen Werks über Ehre und Schande, Ruhm und 
Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte, vom Präfidenten 
von Kouebue. Leipzig 179a. gr. 8. (Sfc&reibp. I Xtyt. 4©r. 

SMnpap. 2 £&lr.) mit J£>iöot{d?cn SLtttttn gebrutft. »ergr. 
(Botfr. gel. Seit. 1794. BtcT 40. e>. 361 — 364- 

>3« £elt?ens 2$ild. Tins dem Xufttfcben des <£ertn 
(Bavotilo Xomanonutfcb von jbttfebawin wberferjt von 21. 
von Rogebue. 3ta>al 1792» 4» (5 @r.) 

14. «c* 



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14. <Be&id>tc des ^erm Btaatsratfcs von &erfd?öi»in. 
3fnfl dem ?di fllfcben hbetfety von 2L von Rogcbue. £eip* 
*S 1793- 8- BagL AlJgem. Lit. Zeit. 1793. £ö 4. Uum. 
346. 0. 549 f* 

15. £>ie jfcngtfen Äinöer meiner Äaune ronSC. ».Äotje* 
bue. Srffes, fettes, drittes, viertes, fünftes, feebfles 
Äfinötben. Äcip5ig 1793. 1794. 1795. 1796* 1797. 8* 

(6 tHr.) 

£rf?es BSnöcben (mit einer 1Litelvi$nctte: JRuinen be3 
£ri$ittenf?lof?ers bei SRwai) t. fcer untertrötfebe <Ban$, 
eine ^lanbiföe Solfcfage aus" G&ronifen unb munblicfcen £ra* 
fcitionen gefammelt. Suerff in plattbeutfcfcer Sprache ans* Eic^t 
qetleüt im 3afyr 1603. burety ttlattin iUebetraat/ Buffer an ber 
St£lai* JUrctye &u 2fcei>al, nun aber treulief) in§ ^)od)beutf(^e 
übertragen Don Öimon Bcblantopf , 9tot()§fopiften ju XJDefen« 
berg (ein fleiner Vornan , $u welchem (S&roniFen unb SBolBfagen 
ben Stoff lieferten , in fed>§ Kapiteln mit Ucberfdjriften) B. 1 — 
154. — 2. 2Die (Befdncbte unferer ttnunflenbeit, in ©riefen 
«neine^ame (fte fyaben ben 3n>ecf, m'ele ^tnge / bie fonj! nur 
©eleljrte iriffen unb (efen / audj bem fd>6nen ©efcfylecfjte genießbar 
$u matten) B. 155 — 234. — 3. JDcr lange ^Jans ober bie 
Sfodife be3 üftenfdjen, ein greif)eit§roman; erfleS 35ud) (gegen 
to* 9fa>olution£unn>efen, in fecbjebn Kapiteln mit Ucberfcbrif; 

Stoeites 22>£ndcben (mit einer (Ettelvtgnette/ enthalt grog* 
tentfciß eigene (Einfalle, juroeilen bcaxbtiUU 3been anberer Sdjrift* 
Wer) j. fcie gebeilte Bcbroarmerinn B. i. — 2. 2fa6btucf> 
ta)0erfl»ciflung B. 49. — 3. (Sin paar alte Scitungsnaefr* 
richten B. 62. — 4. Tim 1. (September 1793. B. 68. — 5.2ßel* 
fy$aVbemuß man fyabm, um liebenSroürbig $u fepn? B. 72. 
— 6. Scanöreöe am ®rabe einer Fledermaus B. 76. — 7» 
&r Coö beS gurflen p. B. 79. — 8. 2Me ^artndrfige ttOette 
8. 81. — 9. irief eines" (Etnfieölers an feinen greunb B. 
84- — 10. £>er (Barrocb unb berJbettlcr B. 99. — 11. TOci* 
btxrwii} B. 102. — 13. XPifcbiwafdn B. 109. — 13. 
^id^te einer Btlamnn oet Religion B. 114. — 14. Ärie» 
fe Jtwier Äiebenöen B. 120. — 15. 2Ba$ ifl grob? unb wa$ 
flWflicb' B. 155. — 16. 8?on einer Sammlung ber dlteften 
SAaafpiele B. 161. — 17. Sin ^Beitrag ju Änigge's S3ud> 
iber ben Umgang mit tTTenfcben B. 169. — ' 18. Sie fleinfle 
tft gefabrlid? B. 188. — 19* @me genealogifebe 2(uf* 
9«^ Q. 215. — 20. 2)er (EoO B. 228. — tl« 25a« 3o^an/ 
nisaurmeben B. 23^. — 22. Die CSbrltcbfeit B. 243» — 
33. $etm inblicl eineö reijenb gelegenen £ufffd>loffe$ B. 245. — 
2 4« Tfo»a* im SBolfapeljc B. 245. — 25. 2>er Äramine B. 

S 2 245, 



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TJug. grbr. S*r*. *. Äofcefcüf. 

34$. — 26- 2mer ort tymen «. 351. — 37. ©er Unter/ 
fdbitb unb bie Vereinigung ber Btänöe 6». 252. — 38. ©tc 
Höflinge B. 254. — 29. ©ie maus B. 357. — 30. tTTet* 
1>en Bcbein, eine (Srjablung B. 359. — 31. ©erwn 3abn* 
fd?mer& geplagte &<§n>e B. 399. — 32. ©er Bcbmettecling 
unb bie (Turteltaube B. 304- — 33- ©«* ^l«c B. 305. — 



34. xoet Wttt öas geglaubt 

8. 335. 

fctittes Ä Jnöcben (mit einer tCitclingnette). 1. ©ie 
Caube, eine <Srjaf)lung B. ?♦ — 2. 3Die NagenOen £bem£n* 
«er , ein rubrenbeS ©rama B. 51. — 3. jfcas tfolje Äenmflt* 
fern , eine $erftfa)e Crjablung B. 88- — 4- ©n* tfugenöge* 
febiebte beö SSerfafferS 0. 140. — 5. Eingeworfene ©ebanfen/ 
mlty burdj ba$ t>om £crrn ©rafen von Boöen ^rojeftirtc beut* 
f4>e pantbeon unb bie in (Birtanners Sournal barüber entölte? 
ne Suffafce entjtanben jtnb B. 143* — 6. ©aS Bcbaf unb ber 
»ullenbeiffer 0. 163» — 7. Bo liebt fein mann! eine wafc 
re ©efcbic&te B. 165. — 8. tlinons Äe^eceien in Oer iliebe 
6. 226. — 9. ©a$ tDaflcrbecf en unb bie (Duette B. 378. — 
10. ©er febone minnefinger, eine roabre ©eftyidjte B. 379- 
— ikW wm einem SKann gefpro^en würbe , ber gern unb oft 
in ben Bpiegel fab B. 391. — 12. ©ie neue 2ftalanta, eine 
»egebenfceit , bie fia) 1757 bei fcinan in Bretagne $utrug B* 
592. — 13. fccc Saubcrrcij der Bittfamfeit, ein gried?tf#e 
Gablung B. 299. — ©er Bcblaflel jum (Befceimnif? ber 
Hugen XOtlt B. 307- — »5- Suguf?, £brif?el unb 21mor> 
ein ©ialog am ©eburt§tage meinet lieben SBeibe* B. 313- — 
16. gragmente über bie Jrceibett free Willens, triettetyt in 
bppeebonbrifeben <5tunben gefdjrieben B. 316. — 17. ©ebet um 
fcummbeit B. ^37. — 18. TM ein ©iojter ein JUnDbaua 
bauten unb mit fetner ®attm ber Arbeit jufab B. 344* 

Viertes ÄÄndcben (mit einer Citelüignctte). f. (Be* 
pt&fte Äiebe, crjler $beil (in vice un*> jroanjig Äaptteln 
mit tteberfebriften) B. 7— 374. — 3. fciOcrots ©efpräcfc 
mit SRabame 2D . . / wm t'bm felbft erjiblt B. 375 — 303. — 
3. 2fbelatö unb ^eloife B. 304 — 332. 

$&nftes 2*>anöcben (mit einer (Eitelxugnette). 1. ©ic 
Stecht B. 7 — 122. — 3. tTTein litetarifebet Lebenslauf 
B. 123 — 343. — 3. ©ie Witwe unb ba$ Äeitpferö (eine 
bramatiföe äleinigfeit, welche ibren Urfprung einer Änefbote t>er= 
banft, bie im 9. Äanöe ber 2(nnalen beö ^rn. vi 2lrdbenbol> 
B» 425. entölten iji. ©ie erfc^ien einzeln/ Äeipjig 1796. 8 ) 
6. 244— 293. 

Becbftes ÄSnöd?en (mit einer (Eitelütgnette). 2Dic $t* 
prüfte Hiebt , jweiter Äbeil (in ütev unO 5W>«n>ig Kapiteln 
mit tteberfebriften.) B. 1—390. 

SSergl. 



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8t*r. dttb. *. #o|eviie. 



Bergl. ©ort). gel. Seit. 1795. &td 19. 162 f. AUgeiu. 
lit. ZeiL 1796. #ö 4. t?um. 331. 6. 185 — J 9P- J 798- 
1. Horn. 45. 0. 360. 

16. ttnpartfreiifcbe ttntcrfucbung aber feie folgen oer 
fcan^Hfcben Revolution auf &aB übrige Europa/ von 2f. 
*. K. Cfrorn 1794. 8- SBcrgt. AUgem. lit. Zeit. 1797» 

3. tfam. aoi. Ä 785 f* 

17. Qföaafpieie von Äuguff von Äonebuc. i£rf?er, 
weiter/ dritter , vierter; fünfter £>anö. &eip?ig 1797. 
8- (6$f)lr.) mit einem Eitelc'upfet vonCBepfer. ^Dic fcrei ©tuefe: 
3&elbeiö von Wülfingen; het f&temit auf formen tera; 
^ie tEimve und Das Reitpferd / fmb in tiefe Sammlung ntcf>t 
mit aufgenommen »orben , tetil fic wm bem Sierfaflfer nie eigen t» 
1$ furi Sfteater beftimmt raaren, unb ftcf> bte beiben erjleren U* 
tttt$ in beffen kleinen gefammcltcn Qchtiftm , unb le^tereö üt 
frjfen 3&ngf?en Ätnöcrn meiner &aune befmben. 

Keffer ÄanO. x. tncnfdnnbafi unö Reue* öebaafpiel 
in fünf Aufjagen (erfebien juerfl ein jeln, Berlin 1789. 8* 
TL SbenDaf. 1790. 8- [8 ®r,] mit einer (fdjUcfoten) Citelvit 
flnme bon tTTalvieur nad) JLowc. 2>e$gl. Äeipjig 1791. 8. 
Xt.X febenöaf. 1797. 8. [8 ©*•] mit einem Kupfer von XD. 
Cbobomedi. &it 9?eubeit be$ (SegenffanbeS, ( bte Menbigfefr 
ber ö^araftere , bte ru^renben Situationen unb 3uge, bie e* ent- 
Mit, matten eS, trofr mancher geiler , auf eine lange Seit jum 
KcMityßfKufe jebe* beutfeben ^ublifumS/ ba$ @e(egen^ett batte, 
f& t>or einer f&u\)\xt 311 üerfammeln. 3rt Äonöon unb Paris 
»wirte e$ mit eben fo grogem ©eifaU aufgenommen/ unb veranlagte 
eudj bte Uebcrfefeung nod) anberer Ko^ebuefcben ©tuefe. Tivub 
m hlaöriO erfetyenen jivei Ueberfe^ungen t>on tTTenfcbenbafl 
unö Heue na4> bem $ranjofif<ben. (Sine in Herfen: Mifan- 

ttopia y arrepenümiento, drama en tres actos; traducido 
del fmnees , pu efto en verfo , y arreglado a nurftro teatro 
por el Sr. Dioniüo Solis. !Kit einem Äuvfer bei Caftillo (4 
Stolen), ftne JWeite in Profa : La Mifantropia y el arrepen- 
önüento, drama en dneo actos, en profa, del teatro ale- 
Äta de Kot-büe; refandido y arreglado a la efeena por la 
öttdadaaa Mole actriz del teatro frances, y traducido fiel. 
n«nte en profa caüellana por D. A. G. A. gbmbaf. (4 0teu 
ta) ©ne nengriecbifcbe tteberferjung erföien unter bem $u 

f *to» wro Awy. af» Kordtßw. En roy y§pn&vi%ov /tsr«$f 
*fcy. tX>ien 1801. 8- »craL Allgenj. Lit. Zeit. 1790. 
3. ttttm. 190. ^. 6a f. tTeue Ätbliotber* fecr fcb5nen tDif/ 
fenfehaf tett ^ 44. ^tdf a. «49 f. ttterrete Äriefe an 
ÄtÄuen jimmer , über Oie tvi*ti5(?im proOuCte pet f<b&* 

nen 



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86 Aug» S*t>t. $etb. v. 5?o$ebue« 



nen Attcratut, ijeft 12. @. 769 ff. [£piffel an meinen 
freund OL infc. abet das Äogebuefcbe Bcbauftriel tUen/ 
fcbenbafl und Äeue , und einige ÄecUnifchc Bd>aufpieler. 
Berlin 1789* 8. ein falber »ogen, ift Der 9Ruf>e beS gefen* 
nid>t wertl)]. Veranlagt würben burc& tHcnfcbcnbaß und 
•Keue: Eulalia itteinau oder die 5olgen Oer Wiedener/ 
einigung, ein bacgeiiicbes Ctraucrfpiel in riet Aufragen 
von>8- tDilbclm Sieglet. 5tanEfurt und Aeipjig 1791. 8» 
[4©r.] — ItTenfdjenbafl und ftndltd?e Äette, Bcbaufpiel 
in fuiif 2luf*iigen nacb 21. v. Äotjebue für Bcbultbeatec 
(bon Btepbant / fjerauSgegeben toon 3ob. Cbciffian (Bie* 
feefe). t7. 21. tHagdebucg 1799* 8- [9 ®r.] Die erffe 
2faflgabe crfdjien ISbcndaf. 17^3. 8» — ISitclIrctt, Dein £7afc 
metffpoct! oder das trareftirtc iTCenfcbcnbaß und Äcue, 
eine poffc 511c Verdauung in drei 2luftagen von J5itter* 
mann, jjn fcbltcbten *eoanglofen Herfen. tTCit dem iÜumi* 
nieten Äupfec Oes Verfaffers. tDinterfee (Hamburg) in 
Berlage des ^errn 2(djunctus Peter &ittermann 1806. $. 
[16 ©r] ein erbarmlicfeeS 9Jtocf)n>er?0 — 3. &ie edle &uge> 
Bcbauffciei in i&inem 3uf;uge. ^ortfeQung von iTTenfcben* 
baß und Xeue f er fd>tcn juerjt einzeln, Jleipitig 1792. 8* [4 
©r t ] ttTeinau btdjtet ftd^ felbjt einen gefylfritt an, um bte SScue 
feiner $rau über ben irrigen ju tilgen, ©einen Urfprung fcerbanft 
bief ©titcf ber gortfefcung be$ ÄoQebucfcben ©d>aufpiel£ burefy 
«£errn Regler. &$cr<jl. Allgem. Lit. Zeit. 1793. Jbo 3. £Ium. 
105. B. 102. and) m ben Vermifdnen Schriften von Dem 
Verfafler des heimlichen (Berichts [iL. iSuber] (Eb. 2. B. 
59 — 64.) — 3 3Die ^nDtaner in England/ Xlufffpiel in 
drei Aufragen t ntm erfrenmale aufgeführt auf Dem ilieb* 
babertbeater $tt Äesal 1789» (einzeln/ £ranEfcitt und 
Äeipjig [ÜRannljetm] 1790. 8* aebte und »ollffandige 2lus* 
gäbe, &eip$ig 1790. 8- jroeite Schee und ttoüffanoige 
<tabe, (Ebendaf. 1791. 8- [8 ®r.] ®ie OTaiottit in ©urli's 
G^araftcr ifl überall bemunbert roorben. &ergl. 2Die Äeife nacb 
23r aunfebreeig , ein tomifeber Vornan von 2ldolpb 5rei* 
berrn t>on Änigge [auSfü^lid^e Äritif ber Indianer in ^ng? 
fand] Allgem. Lit. Zeit. 1790, Äd 4. ttum. 390. 832* 
*— Les Indiens en Angleterre , Comedie trad. de TAllemand 
de Kotzebue. Berlin 1791. gr. 8. 12 ©r.) — 4. Sultan 

XPampum odet die XDunfcbe, ein ortentalifcbes &<bw 
fptel mitffiefangin deet 2luf^ägen (bor^)er etnjdn, ßvanh 
fupt und Äetpjig 1794« 8. [7 ®r.] SSergl. Allgem. Lit. Zeit 
1795. #0 1. *Tum. 51. e. 405 — 408» Snfcait unb SBurbu 
fiung). 

Tfvdeitet JBand» 1. 3Dte Bonnen jtmgfrau, ein Bebau* 
fpiel in f6nf ^uft&gen, jum erflcnmale aufgefab« auf dem 



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Äug. Srbr. 3ert>. *♦ o$e6ue. 87 

Ziebbabertbcater ja 2Cet> al 1789. (einzeln, £eip*tg 1791. 
S [ 1 3 ®r.] mit einet Citelvignette t>on (Bepfer. SSergl. AUgem. 
Lit. Zeit. 1793. £d 3. tTitrn. 234. Ö. 497 — 501.) — 3. 
jfcas Bind der £iebe, ein &d>avtf\>iel in f&nf 2tften, $am 
erf renmale aufgeführt auf dem £iebbabertt>eater *u 3?et>al 
1790. (einzeln, achte Hna$abe, JUspftg 1791. 8. [12 ®r.] 
mit einet (Eiteluignette. SBergl. Allgem. Lit. Zeit. 1793. 25d 
3. tTum. 334. B. 497 — 501.) 

dritter Sand. 1. 23tuöec tTToriQ, der Sonderling/ 
oder' die Äolonie für die PeletD/ ^nfeln/ £uf?fptel in drei 
2faftagen (einzeln, Äeipjig 1791. 8» [ia ®r.] mit einet Zu 
teiv tgnette »on (Helfet. SBergl. Allgem. Lit. Zeit. 1795. 
3. rfum. 104. 73.) — 2. (Braf Äcnjotuafy oder die 
Verfdjtrorung auf Äamtfcbatfa, ein Scbaufpiel in fünf 
21uf*6gen (cinjeln/ Äeipjig 1795. 8- [12 ®fj mit' «ner Zu 
teivirnettc. SKetgl. Allgem. Lit. Zeit. 1795. £d 3. Wum. 

319. 31 5 f. (Bodb. gel. Seit. 1796. @tcf 41. 361. 
tTeue Äibliotbef Oer fcWnen ÜDifTenfcbaften, 05d 71. &tä 
3. 354— 359. — Wabre CBcfcbicbte Oes (Brafen »eiv 
iotostf , aus deflen eigenen tTacbricbten herausgezogen fht 
die Sufcbauer und Xefcr Des vom ^errn von Äo^cbue {>er# 
ausgegebenen Scbaufpicls : 2Die IPerfcbuxSrung auf &amt* 
f<battfi, nebff einet Blfijje diefes t>ortreflicben &th&8. 
^Dritte Auflage, Hamburg 1796. 8- [4 ®r] tTToritj 2Tu/ 
guf? (Braf von X>en\oxosly , ungarifäer unb pointfc&er Wla%nat, 
geb. 1741 ju Verbotsa in Ungarn, ©ein S3ater mar ©enetal 
tn J*aiferli<r)cn Dienften. <Sr felbet trat auef) in Äaiferlicbc Kriegs* 
tienflc/ nabmaber 1758 feine <5ntlaf[ung, batte in bet golge sie* 
len 2Cntf>eil an bem innem Jtriege in polen/ unb mürbe 1767 
aß ©enetal ber ,£onfSberirten in einer 2£ttafe bon ben Muffen ge* 
fangen unb nac^ Äamtfcbatra, [einer #albinfel an bem 9corbojU 
liefen Gnbewm TCftcn / bic burebeine ßanbenge mit (Sibirien, jus 
fammenbangt] gebracht. 9cad) tiefen 2Cbentbeuern unb gewagten 
Söerfucfcen entfam et enblicf) ber ©efangenfdjaft, unb reifte nad> 
^ranfreteb. #iet erhielt er ein Snfantetieregiment, unb nmrs 
be benimmt , N auf ber Snfel 8Tadagaftat*ein (Stabliffement anju* 
legen. ^)offabalen »on ©eiten granfreicr)§ machten , ba^ er Was 
dagafrar roieber verließ. Qtx gieng in Jiaifcrlidjc 2)ien(le> »erlieg 
ffe aber auefy lieber nach ^roct Sauren , um in igngland Unter? 
ftu^ung feinem Unternehmen auf tHaoagasrar ju fueben. 211$ 
et tiefe erhalten hatte / begab et ftch 1784 rotebor babtn > mürbe 
aber mit ben granjofen in geinbfeligfeiten t>e wtcfeit / unb in einem 
©efeetyte i786etfdJof[en. ©eineTCbent^euer/ bie er in franjofifeber 
Sprache beühricb / mürben 1790 ju ilondon in jwei IBanben 
ärnglifd? ejetr uc?t , unb breimal in$ ^Deutfcbe uberfegt/ am (be- 
#en ton (Sbeiing [^amburg 1791. 8- 5»ei SSanbe]. 2)a0 Sud) 



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88 dx*t- ffttb. ». Äcf c&ue. 



$ für b« febfunbe ni^t unmutig. BergL Allgem. Ut. Zeit. 
1790. tlum. 33off. Ö4m. JÖauts ^ntereftante JLebene$e* 
mÄlde der dentoardigfien perfonen des ccbr^btitcn tfctnss 
tmnöerts, »d l« 0. 348—365. 3Umnerfation*lerif on mit 
xjormglicber Äucf ftdn auf die gegenwärtigen leiten , Cb . 
I. 0. 144—146.) — 3. *Der Wann ©on nier*ig ^abrcn # 
ein Äafffpiel in iEinem 21ufuig;e, nach dem Sv&ntofifdicn 
des 5^fan bearbeitet (einzeln, Äctpjtg 1795. 8* [4 ®*] ein 
mtereffanteS <£tü<f. SSergL Aügem. Liu Zeit, 1796- Ä> su 
Warn. 189. 0. 679 f.) 

Vierter &and. 1. 2lcmatb und CEöelfmn, ein &nf?# 
fptel in drei 21uf$ucjcn (einzeln/ £eip*ig 1795. 8* l 13 
mit einer CiteUugnette fton (Beyfer natf) Bcbubart. Skrgl. 
&titsfd?e »ibliotfreE der fronen XDiflenfcbaftcn [Dothen 
I79S ] 25d 2. €5. 359 — 364. Allgem. Lit. Zeit. 1796. Äd % 
3. Hum. 281. 0* 629 f.) — 3. JDer papagoy, ein Bebau* 
fpiel in drei 2fhen (einzeln, Äeiptfg 1792» 8» [8®*.] XSergL 
Allgem. Ut. Zeit, 1793« Äd 2. Hum. 105. tot f. audj 
in ben Vermifebten Bcbriften von dem Verfafler des bei m* 
beben (Bertcbts [£. & ^nber] Hb. 2- 0. 55 — 58O — 3» 
2>ie Spanier in Peru, oder XoUa'6 Cod, ein ro m an tifche s 
Craaerfpiel in fünf bitten (einzeln, Äeipjig 1796» 8* £1* 
©r.] mit einer Citehngnettc, naebgedrueft in ber §u Jbrunn 
l>er aufgenommenen Sammlung deutfeber Bcbanfpiete 1796» 
£d 1. 2)a$ ©tief ift eine £ortfeQung M <Sd>aufpiel3 : feie 
0onnenjungfraa. «£ r * (Scbaufpiefbireftor Bcbroder in <£atn* 
borget tfceilS einiget baran geanbert, tyeilS bem IBerfaffer gtt 
nod) anbern Anbetungen geraten. &krgl.&ritifcbe Jbibliotbef 
der febonen XOiftenfdbaftcn [Äit&en 1795.] Äd 2. 0„ 394 
— 398. 2nnalen deB (Cbeater* [S3aün 1795.] -^eft 15. B. 
46 ff. (Dberdeatfcbe öligem. £it. Zeit. 1795. 25d 2. <3t<£ 
137. 0. 995 — 997* Allgem. Lit. Zeit. 1796. J6d 4. Hum. 
351. 0. 345— 347. — Unter allen in$ Cngltfd* uberfefcteit 
©tiefen be$ $errn non Äotjeboe tfl fein$, ba§ fo febt ben 5Bet# 
faU bc§ Äondner $ubtifum§ erhalten f>at , oft ba$ £rauerfpiel : 
Äolla's (Tod/ imb jn>ar in ber nerbefietten ©eftalt, bie ibm ber 
berühmte $atlament$rebner unb Euffe&cr be$ jtyeater* 2)rurn* 
8ane/ Sberidan, gegeben $at; benn jmei anbete wörtliche Ueber* 
fe^ungen ftnb nirgenbö aufgeführt worben. öberidans Arbeit 

«rfd)ten unter bem XM : Pizarro, a tragedy, in five acts; es 
perfoTmed at tbeatre royal in Drary-Lane: taken from ihe 
German drama of Kotzebue , and adapred to the Englifli 
Stage by Bich, Britidley S/ieridan. London 1799. 8. [Bergl. 
Allgem. Lit. Zeit. 1799. 3- ^ ttf "- 3^o. 0. 7 & — 74**1 
fceutfcb: pimto, ein (Crauerfpiel nad> dem deutfebenfera^ 
ma de» ^erm von ÄoQebne: fcerCodron ÄoUa 



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3ug. $rbr. gerb, *. #oge&ue. 89 

Zct] oder die Spanier in Pens, für die ß^nglifcbe @cbau* 
bubne einejendnet von Ä. Öfceriöan. &us dem CEnglis 
f&rn [f$lcd>t] uberfegt von Äonffantm (Bciaweiiev. *eip/ 
Ufif igOO* 0t. 8* [2*crgl. Allgem. Lit: Zeit. igoo. 3. 

tf am. 043. 0. 457—460.] 9£od) eine anbere Ueberfefcung bie* 
feS ©tucfS wm 3. C £>. erfc^ten ebenfalls ju iletpji^ 180a. 
8. — Bfrertdans Umarbeitung des &d>aafpieU: ^CouVa 
Coö f von ^ern von Rotgebae, ein Sfuffafc in ber Heuen 
Äerlinifcben ittonatafebrift 1800. Beptember tTum. 7. 
(Wtober tTum. 3. — Peruanifcbes VoUfslied nnd tTTarfcb 
90 XouVe Cod, vom 2lbt Vogler, im 3Uat>ieraus$u$e in 
dem ^reimutb- 1804. ttum. 177. B. 187 ) 

^änfter »and. 1. feie tTegerfflaven , ein bifforifcb' 
dramatifcbeB (BenwUdein drei Bhen (einzeln, Äeipjig 1796, 
8- [10 ®r.] mit einer Citelvifjnette, nacbgedruer*t in ber ju 
»rfcnn fcerauSgefommenen Bammlnntf deatfeber Bcbäufpiele, 

2. — 3n bem T>orb er iebte faßt <px. von RoQebue: „;Der 
SSerfaffer erfuefct feine £efer , biefl &tüi ni*t bloß al$ ©djaufpiel 
ju betrauten, ft ift befhmmt, alle bie für^terli^en ©raufanu 



einzigen ©ruppe barjuffellen. 2)er jDid^ter bat bloß einkleidet, 
aber ntebt erfunden. Äajrnals Hißoire philofopbique, eeüVs 
©efcbtcbtebed^egem^anbel«/ Sprengel Dom 9tegern&anbel, 3ferts 
nacb (Buinea, ber famife Code noir, unb einige m perio- 
<Scf>rtften jerffreute Suffafee fcaben ibm ben ©töff geliefert. 
m fommt in bem ©tiefe feine einige Sfcatfacbe »or, bie nidfrt 
bnd)flibli(b »a$r »dre. ©elbji bie Jiataflropbe fcat ftdr> augetra* 
gen , tmb 3da'B lefcte (Sr&dblung ift au$ Xajpnal entlehnt» $a* 
®ebet ber ©flauen am ©rabe ibteS »f>errn tjl eine rutyrcnbe 2Cnef« 
böte/ melcbe t>on bem großen unb guten 2Übuqucrcjuc erjagt 
»irb. Skrgl. Allgcm. Lit. Zeit. 1796. »d I« tTum* 28* ^. 
917. (Dberdeutfcbc aügem. JLit. Jett. 1796. »d 1. Btcf 
37. 58 fJ — a. feie Verleumder, ein Qtyaafpiel in 
f&nfÄften (einzeln, Äeipjig 1796. 8» [i* ©r.] mit einer Ci/ 
telri gnette üon (Beyfer naef) ^tosmasler. Sergu Allgera. Lit. 
Zeit. 1796. »d 4. tTum. 351. G>. 345—- 347») — 3» feer 
weibliche tJafobinerflub , ein politifcbes Xuf?fpiel in CSu 
nem Sufntge (Dörfer einzeln , ^rantfurt und &eip*ig 1791* 
8* ^.eip^ig 1792. 8. [5 öergL Allgem, Lit. Zeit. 1793. 
£d f. ttum.%7. &. 655 f. aud? in fcen Vermifcbten Bcbrifs 
ten von dem Verfafler des \>tm\\d>m (Bericbts [£♦ 5» ^tt# 
ber] Cb. «♦ Ä 5 1 — 54 ) 

18. Heue Stfraufpiele t>on ^oguf? von ÄoQebue. tet* 
fltt »and — dreijefcnter »and. Äeipjig 1798 — 1806. 8- 
(»3 a&lr.) »ie in biefer ©ammlunj bepnbli^en ©tutfe ftnb 

au6 



go flug. $vbv. 5?oge6ue* . 

aucfy einzeln ju baben. /, 3d> tt>eifl e$ , fagt <6r. t>. Xotjebac 
in feinem orberiebte, bafj icb feine SRetflerflutfe föreibe, unb 
bag mir als <s£d)aufpielbid)ter nur ein untergeorbneter &ang gebührt. 
SDic 2Birhmg meiner ©tücfe iji Ijauptfa^lic^ für bie Söüfme bereefr* 
net ; biefen 3mecf erreid;en fte , unb au$ biefem ©eftc^tSpunfte foOte 
man fte beurteilen. " 

(Erf?er 2>an2> (mit* bem Äilöniffe be$ ^rn. wn Äoge* 
buc ttonÄolt.) i. £>er (Braf t?on Äurgunö, ein @cbau* 
fpiel in fänf 2C?ten. — 2. S*Wn Öd>am, ein Ödjaufpiel 
in vier Elften. — 3. üa peyroufc , ein Öckaufpiel in wet 
Stten. — 4. &cr XDilöfang, ein &uf?fpiel fht die Vet> 
Oatuing in Drei 2lhen. 

Zweiter Äanö (mit einem CitclEupfer t>on (Bcy fer &u 
bem ©d>aufpiele : fcie *>crfobnun£ (5. i 79 .) I# £>{ c ^ etä 
fobnunet, ein Öd?aufpiel in f&nf Sitten. — 3. fcie Vev* 
ruanöfebaften, ein Äufffpiel in fünf 2Jt*ten. *- 3. £>er(Dpfer* 
toö, ein Gcbaufpicl in örei Elften (neugrieebifeb uberfefct 
unter bem £itel: f H ixovaiog 3w<a, ipxpx rpeic Tpxfae 
viro Avy. xiroKor^eßov. Ex rov ygpfixvtxov. XCien 1801. 8«) 

— 4. *Die ttngl&cf Heben , ein &utffpiel in (Einem 2l£t. 

^Dritter Äanö (mit einem Citclrupfcr &on <&cy fer $u bem 
(Ecfyaufpicfe : £>ie ftlberne -«Jocbjeit ©.131.) 1. i>ie fiibcr* 
ne ^odbyeit, ein £5cbaufpiel in f&nf 2flften. — 3. 2>ie &or# 
fen, ein 6djaufpicl in vice Sitten (neucjriedrifdb uberfefet 
unter bem $itel : 0/ Kopaxt , ipxpx «/? rstraxpxe irpx£ttQ cvv- 
T6&8V vto rov yrepityiffiLOV xojuwSoTroicv Ayy. rov Kor^gßov* xxt 
fiBTx(Ppxi^sv sie xpyw rav <P^oAöywi/. tOien 1801. 8« — 
3. £>er alte /Leibtfutfcber peter Oes dritten, eine trabte 
2(nelföote (ßuflfpiel in brei iuftügen. Äuffifcb &on Krasno* 
poUft) — 4. Ucble Äaune/ ein €>cbaufpiel in vier bitten. 

— 5. JDao hotf im (Bcb&rge, ein öebaufpiel mit (Befang 
in jwei 2tftcn (juerjl TOOien 1798. 8- [8 ®r.] BergL Allgem. 
Lit. Zeit. 1798. 2>ö 4. *7um. 368. 591 f.) 

Vierter- Jöanö (mit einem (Eitelcupfer t>on (Bcyfet: }U 
banna von tTCcmtfaucon @. 173.) I* 2fot>anna ron tTTont« 
faueon, ein tomantifebes (Bemalte aus Dem vierzehnten 
3af>ubunDecte in f&nf ÄBten. — 2. &aa @d?teibeptilt oöec 
öie (Befahren der tJugenö, ein ödjaufpiel in vier 2(£ten. 

— 3. )bec (Befangene/ ein £uf?fpiel in (Einem 71H. 

Sanfter Äanö (mit einem CitelFttpfer t)on (Beffec ju bem 
Sußfpiel: 5Das (Epigramm) I. neue ^Jabrbunöcrt, eine 
po(fe in (Einem ilft (ob ba§ neunzehnte 3abrb»nöert mit beut 
erfien Sönuar 1800/ ober mit bem crflen Sönuar 1801 anfange. 
Sttebrerc ©d;riften barüber pnbet man in bem Leipz. allgem. lite- 

rar. Anzeiger 1801. tTum. 1. ttcrjeidjnet. — Le nouveau Siecle 
de Holzel uc , trad. de TAllemand. a Halberüadt' 1801. 8.) 



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2(ug. Srfcr. gerb« a. Äo|e6ue/ 91 

— 3. i>as (Spigramm, ein &uf?fpiet in oter'gtten (jfcie 
poftflrripte oder das epigrammatifebe (Baftmabi des ^§errn 
von 2fcot$cbue. Vtin (Beoicbt in $tx>ei (Befangen. Penig 
1803. 80 — &obn der XX>aM>eit/ ein efcbaufpiel in fünf 
2tften. 

€5ecbf?er 23anO (mit einem Citettupfer bon (Bepfer ju 
bem gujtfpicl: £>ie beiden Älingsberge €5. 377.) 1. JDie 
rluge ^rau im TOalbe oder Iber jlummc bittet/ ein Zauber« 
fptel in f&nf HUen. — 2. JDie beiden Klings berge, ein 
itnfffpiet in vier Elften, — JDer bpperboreifebe £fel oder 
Sbie heutige 2b\[ou\\$, ein dratfifebes JDrama und ptnlofo* 
pbifdbes iluftfpiel für Jünglinge in einem 2(Ct (&ie Steran* 
toffung biefer Satire war folgenbe, SRan fyatte mehrere SKaris 
men unb ©runbfafce Der Äonebuefcben Styeaterperfonagen in 
lern 2Uben aum ber betben SBröber 2higuf r IVÜbrlm unb ^cie/ 
drid? Bcblegel eben nidjt auf ba§ borget tyaftejk jerftöcft unb $er* 
gltebert. $r. v. Kor^ebue glaubte , bieft berbiene billige Qmxu 
berung, um fo metyr, ba jene 33ruber in ber literarifäjen SBelt 
ntebt unbefannt waren. Gr jteflte alfo gleichfalls bie &or$üglids>ft 
auffallenben / in zweien SÖerfcn feiner (Segnet/ ber Ancttidc unb 
ben Fragmenten / enthaltenen rcligiJfen / ftttlid)en unb poltttfc^ctt 
©enteren auf/ unb liefj ju feiner Öenugtfmung audj üjnen gegen* 
fertige ®efälJigfeit baburd) nneberfaljrcn f baß er fte , freiließ auger 
bem 3ufammenf)ange, in ein ©anjes braute/ unb ladjerlio? machte. 
SSon ber anbern (Seite erfolgte barauf: £t>renpforte und 
Triumphbogen far den (Ebeatcrptafidenten von Kot^ebue 
pnbalt: S$orberid)t be$ Herausgeber* ; (Sonette; Epigramme; 
Caulogue raifonnee uon Korjebuc'B (Sdjaufpielen; Äotjcbuc'a 
Rettung ober ber tugenbljafte Verbannte, ein empfünbfam s romantu 
fcbeS <Sd>aufpiel in jn>ei Äufjügen ; geflacfang beutfd?er<Sd>aufpiele* 
rinnen bei &or$ebuc'5 Sliidttty, mit Sflufif ; £be/ mit SKufif ; $0* 
manse; Kogebue'B 9feifebefd>reibung ; tfbföieb] Skrgl. merfels 
Äciefc an ein 5*auenjimmcr fcber- die »icbtigften produfte 
der fdyinen Literatur, ^eft 6* 23r. 23. B. 379 f. Allgera. 
Lit. Zeit- 1799. 2bo 4. Uum. 415. 8** — 824)- 

Siebenter Äand (mit einem Hitetfupfer üon (Beyfet ju 
bem ©djaufpicle : (Buftav Xüafa) 1. (DÜtaiua, ein Erauer* 
fpiel in fünf arten (in f&nffaßigcn Jamben. £>en (Stoff $u 
biefem Srauerfpiele hat borjüglicl) piutarcb in bem fieben beö 2ltu 
tomo5 geliefert. 2(ußerbem finb Dio lib. XLVIIL ad ann. 714. 
unb lib. XLIX. fub fm. (Eicero in ber feiten ?)l)i^Wif*«» 
SSebe, piinius S3. 14. o. & Äayle's Dictionuaire criüque, 
unb einige anbere, altere unb neuere , <Sd)riftftetfer benufet worbem 
^er 2$erfaffer t>at nur wenig t>on feiner erflnbung h»njugetl>an. 
©ergl. OTerfels Briefe an ein ^rauenjimmer 6ber die n>id>> 
tigffen Produkte der feb^nen Äiteratuc, ^eft 12. Är-. 49- 

B. 769 



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9» &tg« $rbr. gerb, t>. Äofcebue. 

0. 769— 78t. *5eft 13. »r. 55. G. 4a— 63. <5eft 15. Är. 
59» 0. 129 — 151.) — 2. (Bttfia* tPafa, ein Öcbaafptei 
in f&nf 2luf*&gen (in fänffufltgen "Jamben) — 3« fctf 
zh&tunft Oes VatetB , ein Votfpitl (in fecfceffrßigen gereim. 
fen Jamben). 

Hebtet Tbanb (mit einem Citelrtipfet t>on ffief fer ju bem 
©d)aufpfele: -Saparo) 1. JbayatO, ein &d?aufptel in ffrnf 
Elften (in Vecfen. 2>a$©tücf ift menget ein Drama, al* ei* 
nc S^cif?c bta(ogffttter 7Cne!boten au5 ÄaparOs geben, bie tf>eil5 
btftorifcb , tfceite t>on bem Dichter erfunben ftnb. 6$ ift feine ein. 
|eit/ m\lcid)t überhaupt feine «£anblung in bem ©tiefe, aber ein 
großer Sfoic&rbum an etngreifenben Situationen/ unb menn au$ 
niö)t burd?au§ tt>a$re, bod) fc^r mtercjfante (^araftere. — pietu 
tc öu Cecrail fce Äajparb , ein berühmter franj6fifd>cr ÄriegS* 
be(b unb ebler 5ftann, genannt Der Ritter ohne £arcbt tmd 
CaDel r (lammte auS einer alten abeligen gamilie in &aupbtne', 
tyat 1495 feine erften JtriecjSbienfle unter Äarl öem bebten ixt 
Italien, bann unter £uötr> ig dem 3n?olften, trug 1499 *iel 
jur (Sroberuna uon tTCailanö bei/ unb jeidwete ftd> bei Dielen an/ 
bern ©elegenpeiten eben fo febr bureb $apferfett als 9*ecbtfd)affcn# 
$eit unb ®ro#mut& au$. 3m Sa&re 1501 wehrte er ftcb allein 
auf einer Sfrütfe $u tleapel gegen &meif>unbcrt fernbliebe Acuter, 
imb nacfcfcer bewerfjteaigte er fixbn bie einnähme ber tÄujjenmerfe 
ton paöaa gegen baS beftigffe geuer. 31$ bie Äaiferlicfcn 1521 
2fte$ieres, toolbayatO als -Stommanbant lag, belagerten, t*r* 
tbeibigte er biefen twbrlofen 9>lafc/ in welkem ntd^t eintaufenb 
SBann lagen , fecfcS SBoefcen lang gegen ein #eer t>on breitaufenb 
SJtonn. @<blecbte gejlung§»erfe bewegten ibn nie jum Äapitulis 
rem ber 2(bmtral Jbonnivevt in Italien fommanbirte, gieng 
Bayarö 1523 $u tym, unb al* biefer in ber ®d>lacbt bei *Co* 
magnano 1524 W«** aernmnbet mirbe, ubernabm Äayacö ba$ 
Äommanuo. iffr pieu ote emonngenoen §emoe mit auperoroentu* 

vertDunbet/ unb ^arb noeb auf bem ©cblacbtfelbe, bebauert t>on 
greunben unb geinben. £)it ©genfebaften eine« großen unb wrefc 
rungSroertben itrieger« fanb man bei SBBenigen fo gut vereinigt/ 
als bei ibm. ©eine au0erorbentlicfrc ^ferfett war oon JHugbeit 
«nb ®rof mut^ gekugelt, ©elbjl bei ernftyaften ®elegen^eiten war 
ten feine &eben oft fd^afte einfalle. 3)ad eituige , ma8 ibm 
feblte, war eine aufgefldrte (ärfenntnif; er wftanb ni^t t>iel 
me^r al« fcefen unb eebreiben. ©. Hißoire du Chevalier Ba- 

yard cot. Grenoble 1651. 8» Unb ifter. ÄAfacö (t>0n 5r. 

Äucbholj) J6ecltn i£o 1. 8- aud) bie i&ifrocifcben (BemaU 
de in Kt^blungen merftpatbiger J5egebenbeiten aus Ocm 
Äeben bet&bmtec onö berüchtigter tTTenfcben , betausgege? 
ben von eine* (Befcüfdpaft von Szennben Ott <Bef<bi<bte, 



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Hug. Srfcr. 3*rb. 9. #o$e&ue. $3 

}5c> 8» ttTerrt»6r&icje Gegebenheiten, €bataUev$h$t 
ano 2lne?i>6ten aus dem Äeben 2c. 5* enthalten unter am 
Um, bie (Befcbicbte öes ber&bnuen Xittevs Jbayato.) — 3» 
jt>er 2efacb ofcer bie Buebt ja glJnjen , ein JLuftfpiel in 
vitt ZHcn (SSergl. ttTerfels Äriefe an ein £raaen*immet 
ober öie retebtigfren prooetfte der fdb6nen Literatur , «4eft 
18. Äc. 74. 37* — 38o.) — 3. fces Ceafela *af?fcblofr 
eine natürliche Sauberoper in brei Elften. 

neunter Äano (mit einem Citelrupfer t?on (Brünier )u 
bem ©chaufpiele : £>ie Ärenjfabrer 0. 92.) 1. £>ie Ärcaj- 
fabrer, ein ©cbaufpiel in f6nf ZHtn (Äaiouin von titi* 
Aenborft fommtlau* einer langen ©efangenfehaft in« gager bet 
ÄreajfAbrer jururf / unb wirb mit greube empfangen, gaff jiu 
gleich mit it)m wirb Satime , bie Tochter eine« öeiofcbttcfifcben 
£mirs / al* ©efangene in« Säger gebraut. 3h* ßater fommt, 
ftejulifen; fein Sitten/ fein gießen erweist &ot>eimm& von 
Öcbmarjenetf nicht/ ber $ur ©ebfngung ber 2fo$l6fung benUeber* 
tritt be$ »ater* &um G&rijlentfcume fefct. ©fort be* ffebjigjä^rigeit 
Greifet übernimmt fcalöuin ben 3wcifampf mit »obemtsnö; 
jtntt wirb berwunbet / aber tiefer fallt, urtb ber©ieger giebt bem 
Bater nicht nur feine Xotytv juruef , fonbern rettet fle auch au* 
benfidnbenCuno'a von £>6ben/ ber, al* ber Anführer be$ flehe* 
ren®eleit$, ben »ater ermorben Witt. 3M>efl iji Ämma von 
Salfenfrctn / bie ©cliebte beS für tobt gehaltenen Äaioutns , aß 
$i(gerinn, junt Jtlofler ber ijofpitaliterinnen gefommen/ unb 
tat in ihrem trofllofen <3ct)merje bei ber Tltbtitfinn [ber ehemaligen 
bcrlaffenen ©eliebten ifjreS IBaterS] um Aufnahme in ben £)rben 
angebölten- Sie fBebtiffmn gewährt ihren SBunfcr)/ unb nimmt 
ifcr jtchenbeS gufic$ [gleich auf bem Styeater] ba$ ©elübbe ab, baS 
fte nachher nur uor bem Zltaxt beflitigen foU. Um feinen berwun* 
beten rechten Htm heilen ju laffen / rommt Äalouin in baffelbe 
Jclofler. Sie TCebtifftnn fenbet ihm bie neue Wonne > ben fi3ak 
fem auf feine SBunbe ju legen. Ser ©chmerj zwingt ihn # ben 
Aebn abzunehmen — bie ßiebenben erfennen einanber. SRit $\iU 
Her $fSrtnerinn, ber Sungfer Bßlome, fliehen fie burch ben 
unterirbifchen ®ang ; aber fle entfliehen nicht Sie Tfebtiffinn mit 
allen Tonnen fiürjen ihnen nach; man bringt bie ßntflohene ju= 
tief, eingemauert ju »erben/ ifl bie ihr bestimmte ©träfe. Ä«U 
cminijj in SJer^weiflung ; er fleht |u aUtn Nationen be* Jtreuj/ 
heer^ / baS ^lofler ju flurmen/ unb feine ©eliebte ju befreien, 
Ueberau aber fchauert man babor jurücf. Sben al$ er ohnmächtig 
binünft / aB bie SRonnen fchon ben (^horaefang anftimmen, al£ bie 
Capelle fchon ge&ffnet ifl/ wo bie Unglücf liehe bermauert werben 
Uj erfcheint ber rettenbe ©ort — ber (Emir/ ber/ um feine 
£anfbarf ett jti bezeigen , alle (ShriflenfT(at>en in feinem ©ebiete bem 
»albain barbringt» 6r btmimrat / baf ein cjrftftw jöewei« bei 

Sam 



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94 A"8* 3ert>. p- Äofcebue. 

®anfe§ tri feiner 2Jtad)t ffefet; er flurmt mit feinen Geldfcfootfen 
baö ^toflcr / rettet <lmma auSber Capelle/ unb tt>irft fie i&rem 
©eltebten in bie Enne. 3um Ärofte ber @briflenf)eit erfdjeint nun 
nod> Tlbbcmat, JSifcbofpon puy, Äalöuind greunb, ber bte 
voreilige Wonne tfJreS ©elübbeS entbinbet / unb ibr ifcrer SSerbirt* 
bung ben Segen ber Äircfye erteilt.) — 2. £ie 2Deutfd?en 
Äleinffaötctr, ein Äuftfpiel in üiec litten (bie Sbee baju &at 
picacö's Petite Ville gegeben) — 3. £>ie feanjäfifefren Kleina 
fraOtec, ein £uf?fpiel in vier Elften (t?on picaeö/ au& bem 
fcanjofifcben frei überfefet) — 4. £>er XDirroan; oDec öec 
tTTutbtoiüige/ eine poffe in fünf 2iften. 

Sebntec Eanö (mit einem (Eitellfupfct ton 5cofcb &u bem 
Sdjaufpiel: *Die -^ufliten t>oc £Taumbtirg) 1. fcie -<5afiTten 
vot fcTaumburg im jfafrte 143 3, ein uatcclSnöifd?e3 ScbatM 
fpiel mit (Lboven in f&nf 2l£ten (in Jamben, unb $war grofc 
tentl;etu? gereimten. y\\>a\t: 3wet Gbirc S^nitter unbSctjnit* 
terinnen jiefcen am ÜRorgen fr6l>lid> aufS gelb jur ßrnbte über ben 
9)lafc t>or bem SRat^aufe. £>er $ta( ifl wieber leer, unb berSöier* 
teWmcijler XOolf , ein jot>ialifd?er/ fraftiger Wann, tritt auf unb 
unterhält ba$ ©emütf) mit ben SBilbern ber Otobe unb grtylidjfeit. 
3fof einmal wirb biefeS ©Iü(f unterbrochen. SBott (Sntfefeen fe&reti 
bie gefd>eud)ten Knitter mit ber SRaö)x\6)t jurücf , ein unabfe&ba* 
re$ #eer nähere fieb ber Statt, UeS gerate in 2tufruf)r / bte 
Sturmglocfe tont, ber alte SBürgermetfter erföeint, bie gur$t 
wirb jur ©ewijfteit (Sin «ßtrotb au§ bem ßager ber ^uffiten 
fünbigt ber Statt im 91afcmen tyreS gelb&errn unb gürjfen pcoco* 
pttts imbebingt ben Untergang/ unb allen (Sinwofjnern / ©reifen/ 
SMannern, SBcibem unb Jtmbern nodj t>or6inbru$ be§ 2lbenb$ ben 
£ob an , weil ber SRaumburger SBifdjof auf bem Äojlni^cr Jtoncu 
lium jur SSerbammung ^uflens mit gewirft fcabe. £er Bürger* 
tncijicr will in$ £ager, um ©egent>orf!e Hungen ju machen/ ba tritt 
XDoif beroor, unb bewirft eS, baß man i\)m erlaubt/ ben #erolb 
ju begleiten / obgleich biefer if?n »erjtc^ert , baß e§ fein lefeter ©ang 
fei [tSrffet 2tet.] Der SKagiftrat wfammclt ftd> / um auf 9tetr 
tung berStabt ju ffnncn. XDolf ifl ol;ne allen STrofl iurücfgefc^rt 
Sftur für feine ?)erfon ifl er üon bem gelbl)enn / bem fein 2Be(m ge* 
fiel / gndbig aufgenommen worben. 2Ctö bie 5Bater ber Stabt enbs 
lid) obne S^atl; finb , unb au$ bie tom jungften Senator t>orge* 
fc()lagene Bewaffnung ber ©ürger verworfen worben ifl/ Ü)ut 
EOolf ben S3orf^)lag / aUe äinber in Seic^en^emben inä gager ju 
fenben / unb fie um ©nabe flehen ju laffen. Einige Stat^^emtif 
ob fie gleid) wo&l wiffen/ baß ffe anö \\>tc Ätnöec am 2(benbe 
nid)t me&r finb / woJUen i^re iunber nid^t aufopfern. XT>olf aber # 
ber feine ac^t Sobne herbeiruft/ unb fie helbenmüt&ig ber Katers 
ftabt juerf! jum ©pfer barbringt/ ftegt mit feinem Söorfc^lage/ unb 
er wirb $um äBcfc^luffe erhoben [3toeitei: 2tCt.] XPolf ffimmt )u 



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3fufl. 0* t>r. <$ert>. t>. Äofceöue. 95 

feinem <£>aufe / ba$ am 3?atb$bau§plabe liegt, jurfi* ♦ ©ein SBeib 
ffamttibm entgegen; er tbeilt ifjr ben iöef^lug mit <5>ie iji 
aujjer fi<b. „2>er fei ntc^t SSater/ meint fte/ ber tiefen ^at^ ge* 
geben babe." 6r eröffnet t'br/ er fei e$ felbft gewefen. *©te wirb 
cn $m irre/ unb e$ entfielt ber große Jtampf jwifeben tylanniify 
feit unb SBeiblidjfeit. (Jnblicb tt>unfd>t fte tüenfgjienS einS ibrer 
imter ju retten. Gr giebt na et) / er fcbligt ihr einö nad) bem an? 
fcern t>or / roetcbeS fte bingeben f onnte 5 ■ fte jhdubt fid> gegen ben 
öerluft eines jeben. Sefct ift fte übewunben , ba erfebeint bie »ers 
bangn iprollc Trommel/ bie bie Jtinber mit ibren SDHtttern gerbet* 
ruft, ©ie fommen/ mebr aß acbty'g/ in weißen Mitteln mit grü= 
nen @<bleifen. XX>otf erbietet ft'cb, fte anjuf übren , unb unter eu 
nem ^erfebutternben Cbore jieben fte paarroeife jur <5tabt bin* 
au$ Jfcritter 2IPt.J DaS gager ber ^ufitten erfebeint. Einige 
Xnfubrer geben in tbrem ©efpracb / fo wie bic ©olbaten in ibrem 
G&or, groben fannibalifeber ©eftnnungen. Die (Srfcbeinung ber 
Äinber wirb angefünbigt , aUeS geratb in ^Bewegung; in einer ßu 
nie bringen fte an, bie JCrieger empfangen fte mit sorgebaltenen 
Speeren, bei jebem (Schritte »ollen fte pflogen, unb weisen t»or 
ben aufgebabenen #anben ber kleinen jurücf . ßnblicb b<*ben biefe 
bo§3eltbeö gürfien umringt, fte fallen auf bie .Knie unb rufen: 
(Bnaoe! 2)er gelbberr fommt berauö, fein 3orn entflammt/ be* 
fonberS als er ben $Biertel§meif!er wieber exblidt, bem er baS 2Bie* 
Wommen bei SebenSffrafe »erboten bat. Sftacb einigen gegenfeitu 
genföeben »erlangt jener/ tDolf folle ibm auS bem Raufen feine 
aebt Äinber jum £obe ausliefern. HU biefer jSgert / bringt er mit 
bem <5<bn>erte auf t'bn ein; feine ©obne fiürjen au§ bem Raufen 
berbei, unb umringen ben &ater. Diejj rübrt ben rauben gelb= 
berrn, ber felbft 3öeib unb Jtinber babeim oerlaffen I?at; er fpriebt 
ba$ ffiort ber ©nabe auö / unb feine ürieger befrafttgeit eS bureb 
Senfung ber Speere. Die JUnber werben mit 2Betn, Sueben unb 
ärfefat bewirket. 2CKeS tjl t>oller3ubcl [Werter m 2Cuf ei* 
nem freien $lafce t>or bem @tabttbore (leben inbeffen bie finberlofen 
Setber unb jammern. dnbüd) fommt XDolf mit ben ^inbern, 
bie gnine 3meige in ben £inben tragen / unb fünbigt bie $ethmcj 
ber 6tabt unb ben 2tb;ug ber ^ufliten an. DaS ©anje fcbliejSt 
mit einem (Tbore, wabrenb beffen 2üt unb Sung in bie @tabt 
«»siebt. — tSeroOes vor Äetblebem oöec^Dec tciumpbiwnöe 
^teneUmcif?er. l£tn Öcbau* Zvauet* unö (Cbtanenfpiel 
in örei Hufoh$en. 2t U Pendant *u öcn »ielberoeinten ^5uf/ 
fiten vot naumbarcr. ibettte Auflage. Coln bei Petes 
^mmec [geipjig bei ©teinaefer] 1807. 8- [16 ©r.] Die elfte 
ausgäbe 1803.) — 2* ^u^o (Bzotius, ein ^d?4ufpiel in 
*ier 2(?ten (in 3amben) — 3. £>on Äanuöo öe (Eolibca/ 
J^i Äuf?fptel tn met: 2lhen (nacb -^olber^/ frei be= 
«Wtet/ in Pwfa) — 4. JDei: öcfoaufpieler p?iöei; 30pillen # 



9$ 3u0. 8*br. S«r& p. Äof cdiu. 

ein *ufrTpiel in «int m Zh (na$ bem SrantfftfVben frei 
bearbeitet, in Prof«). 

(Elfter Äanö (mit einem Eitettupfer t>on pen*l ju t*n 
pagenfrreieben 129.) I. Pagen ftveidht, eine pofle in 
fünf Aufjagen (t>crgl. tTeue Bibltotbec" der fcblnen BDiflen* 
febaften , Bd 71. Btcf 1. B. 17a.) — a. £daard in QUbow 
iand oder die tTacbt eines ^lucbtlings, ein btforifebes 
fctama in drei 2Pften. — 3. Iber todte tTeffe , ejn £uf?fpiel 
in Äinem Ät. — 4» 3b« Vater von ungefähr, ein £uf?= 
fptel in^inem 2ttt. 

3xv6ifter Band (mit einem (Citetfupfet t>on Penjel 0 u ben 
&tricf nadeln @. 314«) 1. ^einrieb Keu# von platten oder 
die Belagerung von ITTartenbarg, Crauerfpiel in fünf 2fc 
ten (SBergl. ^reimatb- 1805« fcTum. 96* 384. Snfjalt trab 
SBurbtgung) — 2. fcie ©ttidfnadeln, ein öebaufpiel in vier 
2tften. — 3. feie Bcbule der grauen, ein Jüsfrfjuel in fünf 
2tften von fftoltere, frei/ doeb trett abcrfeijt, in Änitteb 
werfen. — 4. $and>on, das £eicrmädcben, IPaudevtlle in 
drei Scten, aus dem $ran?<$fifcben des Bouiüjp (SBergl 
jreimotb* 1806. £7um. 167« Ä. 150 f. tTam. 168. &. 153 f. 
gebrannte ©efd)id)te ber Sümtoon. — $&ndyon das Jteiermaö* 
eben/ fomponirt vom &apeümeif?er Gimmel. Rlavieraus* 
$ug. £eip$ig 1805» 2 &blr. (Befange aas £ancbon von 
Gimmel, mit Begleitung der (Buitarre, arrangirt von ]J* 
5. JUbmanm Äeipjig 1805. 1 $blr.) 

ferei*ebnter Band (mit einem Citeltupfer von Bdnile 
ju ben (Drganen des (Bebims) 1. &ie (Drgane des (Bebt cns, 
ein&ufrfpiel in drei 2rtten. — 2. Blinde Jüebe, £uf?fpiel 
in drei Üften. — 3. Äarolus tHagnas, ein£uf?fpiel in drei 
3Uten (gortfefcung ber deutfeben Äleinftödter). 

19. fcer Caubftamme/ oder, der Abbe* de FEpee. <%u 
florifcbesJDrama in fünf 2ttten vonBouilly. 2Cus 0em£ran* 
?6fifcben uberfegt von 2L von Äotjcbue. £eip$ig igco. 8 
(ia ®r.) Bergl. Allgem. Lit. Zeit. 1802. Bd 2. £Zum. 114. 

20. 3D«s mertoaroigf?e 3abr meines Gebens, von 
gttff von Rotgebtte. fßrffer Cbeil. Inter fpem curaraque, 
timores inter et Iras, Grata fuperveniet , quae non fperabi- 
tur, bora. Horot. Berlin 1801» 8* mit einem &upfer|*on 
tforjr. — Sroeiter (CbeiL iEbendaf» 1801. 8» mit einem Kaps 
ferwn^ury. Zweite Auflage, Berlin 1802* 8* mit bret 
Äupfern. £>as merhvardigfie 3abr meines Gebens, von 
2iug«f? von 2£ot$ebue. 2Jn jtvei 2lbfbbnitten. Cum repeto 
noctem, qua tot mihi cara reliqui , Labitur ex oculit nunc 
amoqn« gutta meia. OvUL JOvine, vcrtftrne und verbeß 

ferte 



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3ug* Srbr. 5erb. t>. &o$e6tie\ 97 



ferte Ausgabe. Berlin 1803. 8. 0 3^1*. ©r.) mit bret 

Tupfern. — Une annee memorable de la vie d'Augufie de 
Kotzehtie , publiee pur lui. roeme. II. Voll, a LeipGc 1804* 
12. (1 &f}lT. 1 2 ©?.) siug. von Kotzfibue det maerkwaerdig- 
fie Aar i mit Liv ; af det Tydfke overfat ved Boeck. Kiö- 
benhavn 1802. 8» — 2Cuc(tsf? von Äotjebue's erfte und letjte 
Beilage ja dem &ucbe: 3Das merfroardigfre 2fabc meines 
Gebens , afs erf?e und letjte 3fnrroort far einen niebtsreardi* 
gen pasquitfanten , der eigentlirb feine Antwort verdient. 
Berlin 1802. 8* ©benbeff. &ur;e und gelaflene Untmott 
auf eine lange und beftige ©cbmSbfebrift des ^errn o. 
tn^ffön. Berlin 1802. 8. — ttötbigc Erläuterungen ja 
der €>cbrift des -^errn von &ot$ebuc: £>as merfroardigfle 
3abr meines Gebens. Von einem freunde der XDabtbeit» 
£etp*ig 1802. 8* Lettreis d'un Francis a un Allemand fer- 
vam de reponfe a M. de Kotzebue, et de fupplement aüx 
Memoire* fecrets Air la Rufte» Suivies d'un precis hiftori- 
ijue de la deportation et de Texil de Tauteur. Par C. F* 
PA. Majfon, cidevant major en premier au fervice de Ruf* 
lie, et lecretaire des commanderaens du grand- duc Alexander 
Pauloide. £>eutfcb unter bem $ttel: Briefe eines ^ranjofen 
an einen £>eut{<ben, als JSeantroortung des merfroard igfien 
^bces des -öertn von Kotzebue, nebff einem 3nbange yx 
den geheimen Haebricbten übet Äuflland , von C pb. 
tHaffon, geroefenen Ättfltfcben premiermafor und gebet* 
mert ^erretar des (Bro^förfren Alexander. #afel 1802. 8- 
Lettre« critiques d'un Francis a un Allemand für Tannee la 
plus memorable de la vie de Mr. de Kotzebue. a Coblence 
jgoa. 8> j&eutfcb: Äritifcbe Äriefe eines ^eanjofen ah 
einen &eutfd>en über das merfrvarbigfre <*us dem Sit* 
ben des ^errn von Äogebue. Äoblcn* 1802. 8- kernet* 
langen aber des -^errn von Äoßebue neueflen Vornan: 
JDas mertrvardigfre jfafrr, meines Äebens. Wien 18-2» 8* 

— äogebue in Sibirien , Öebaufpiel in drei Aufjagen/ 
mit rrvri (titeln und drei Vorreden« ^caniffurt und Äeipjig 
(^Berlin) 1802. 8» (i* ©*♦) — öcenen aus 2tugu(? vonKotje* 
boe's merhvardtgfrem 2Jabce feines Gebens. Vier 2Matt/ 
ge*et ebnet, geffoefren uhd folorirt von (Beislet. Streite, 
vermebtte und verbefferte Auflage. JDeutfcb und 5ran5<5* 
flftb. Äeiptfg 1803. gt. (DuerfoL (4 3tylr.) die erfre 2tus= 
gäbe 0 ^bendaf. 1802. 

SBergL Aüg. Lit. Zeit. igo2* 2$d 1» Hum. 28« 6>. 317 

— aai. tTCerfcels Briefe, an ein ^rauen^immec aber die 
»icbtigflen Produkte der febonen Literatur/ «^eft 16. £>r. 
63. 195— 208. 



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9S 3h3» §tt)t. gerb» a. £o|ebue, 

ai. 2llmanach öramattfcber Spiele *ur gefelligen Um 
terbaltang aaf öem £anöc t>on 21. von Äogebae. (£rf?er) 
weiter, oritter, vierter/ fünfter tJafcrgang. 23eclin 1803. 
1804. 1805. 1806. 1807. Cafebenform. (8 *Wr. 8 ®r.) 
fc oramatifeben Spiele follen/ nad> be$ SfcrfafferS eigener m> 
flirung , feine itunfhverfe , fonbern nur ^Beitrage, $ur gefelligen, 
$armlofen greube , ot)ne Äartenfpiel t feipn. 

Ifcrfter 3at?rg«n<j. Die barmberjigen 25r&öer, nacr) eis 
ner in ber Stotionaljeitung w>m 3ar)re 1803 aufbehaltenen 3(nefbote. 
0. 7. Äleopatra, eine SragJbie 0. 27. Unfer ^ritj, ein 
ecfrmfpiel in einem ttft 0. 51- Die fcblaue*r>itm>e ober Die 
Semperamente, $offe in einem 2ßt 0.89- Der ^abnenfcblaö/ 
©djaufpiel in einem 2Cft 0, 145. Äriaone aaf ttaroa, em 
tragifomifcr)e6 $riobrama 0. 185* 

Stoetter jtebtgaffg. Da* ttrtbeil oes parts , eine Qflte 
f4>e Äora&bia 0, 5. Die Cocbter pbaraonia, fcufrfpiel in 
nemWt 0. 49. Ä&bejabl, ein <5cr)aufpiel in einem 2Cft (in 
■Änittefoeifen. Die erjte Sbee baju gab eine t>on ben ©t^weijer^ 
elegten be$ Dr. 0cborcbt) 0. 89- >rognito , eine Stoffe in 
$tT>ei tKften 0. 131. Die üb* unb bie manoeltorte (eine 
fcctylung be§ aerflorbenen J. 3. fcngel in Berlin gab 58eranfof> 
fung ju biefer ©cene ; ir)m geirrt bie Sbee t>on ber OTanoeltoete. 
JBergl. Wicolai's (Beoicbtntffcbrift auf 3ob«nn 3«rob Äjw 

Sei/ 0. 35 ff.) 0. 199. 0nltan Äimbambnm , ober Der 
'riumpfc ber 2öaf>rfreit/ ein moralifdj , fatirifdje* $offenfpiel 

0. 215. 

dritter 3abrgang> Die r)ubfcr)e fleine paQmacberinn r 
8u(lfpiel in einem Vtt 0- 3- »er (Bimpel auf ber ÜReffe, eine 
$Poffe in jmei 2tften (nacr) Dolbergs: £>er verwandelte £<mer) 
0. 51. Die 0parbfctbfe ober Der arme tfanbibat, ein &$* 
fpiel in einem 2Cft 0. 1 1 5* -6fgea, ein «orfpiel am ®eburte 
tage eineS guten SBaterS 0. 147. tHaocbenfreunöfcbaft, ober 
ber turfifäe ©efanbte, eingufrfpiel in einem TLtt (bie 3bee ifi au* 
bem nieblidjen franjoftfdjen ^uftfpicCe,: Le Pacha de Surene, gc= 
nommen) 0. 163. Der Cntntenbolö / eine ©dmurre in jwet 
^ften (nac^ Dolbergs: S>er elfte 3itnf , frei bearbeitet) 6. 
207. 

Vierter ^ab^ang. Die »eiebte, ein Sufrfpiel in geretm* 
ten Herfen unb in (finem m 0. 3. Die gefab*U<bett«<bbat< 
febaft , ein ßuftfpiel in einem 2Cft 0. 37. Da* Äo^licbffc, 
e^aufpicl in einem 2Cft 0. 97. Äulenfpiegel , ein bramate 
feber <5d)want , in einem 2Cft unb in &tt>anglofen Neimen 0. 13'- 
Die Äranofcbatjung > ein Suflfpicl in einem %tt 0. 209. Da§ 
verlorne JUnö f ein ©chaufpiel in einem SR 0. 267. 

5&nfter ^abrgan^. Der 0ammtrocf / 2uftfpiel in einem 

Tat 0. 1. Daö liebe J><5rfcben 0. 4K Der Äater unb ber 

Äofen» 



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Bug. $rbt. 3*rfc t>. Äofe&ite, 99 

SofenffocF/ »ufffpict in €incm 70t B. 81. Äaifer *l«tt&iu5, 
6rtaufpie! in einem Äft (gegrünbet auf eine watyre 2fftefbofe au« 
frr®efdn*te tiefet tfaiferS) B. 125. £>a§ Jütftfpiel am ^em 
Per, 3)of|e in ginem 2Cft B- 163* 2)a§ Bttanöcecbt/ ©cfraifc 
fpielin Gnnem 2Cft B. 215. 

SkrgL JHetrels Ätiefe an ein ^cauenjrmmcr über die 
»idmgften proöuftc Oer fernen Jlueratar , ^eft 22. X>t* 
89.©. 597 — 601. £7eue ÄibHotfrec" öer febonen XE>iflen* 
febaften, 70. Btd? 2. B. 351 — 353. XJctie aHgem. 
beutfcbeÄibliotbec', %>t> 90. Btcf2. B* 346 f. Neue Leipz. 
lit. Zeit. 1805. Btc* 28. ^ceim&tt). 1804. £Xum. 193. B. 
249 f. 1805. Hanu 31 6* B* 345 f. Neue Leipz. Lit. Zeit. 
1806. Brc* 57. B. 907 f. 

22. 2f(manad? Oer (TfrroniBen für &as Jabv 1804 ron 
äaguftr'on Kotjebue. &eip5ia; i8°3* 8* (©cfyreibpap. a Stylr. 
16 6r.) mit Äapfern unt> Vignetten* 

£:e *>ier$et>n , meift au$ (Tbronicen genommenen/ <£naf;* 
langen, meldte btefer %imanad> liefert , unb meiere bura) bie bei/ 
gefugten Kupfer erläutert werben/ finb: £)ie iöegegniffe eine« 
^rtigerS wdr)renb ber (Eroberung üon tf%agbebut$ (<£brif?opb 
CbeöaoÄ/ gewefenen 9>rebrger$ ju Bt. Katharinen iniTCagDe/ 
borg, eigener 33erict)t/ wie eS ihm unb ben ©einigen bei ber ZiU 
lifeben Eroberung biefer ©tabt im 3a&re 1651 ergangen) B. fr* 
bittet ^ixic» m a n n t>on Äefrrtngen , ober bie $bt)te be$ 3ob» 
tenbergeS, ein öolBmapra^en B. 35. £>ie Bd?le(ifcbe Bunö/ 
ftotb (14. 3ul. 1703.) au$ ber SBefcbreibung <tbr. XDinftet«/ 
ttne§ flugenjeugen (mehrere rubrenbe ünb interejfante Änefboten) 
B. 95. $ineS ^erjogS »on (Botb« Bcbtffbrocb auf ber <Df?fee 
(#^og 3ot>«nn tt>ill?elm5 ja Bacbfcn* (Botb« auf ber (Dftfee 
erlittener Bcbiffbrudv au3 einem Schreiben t?on Btocf bolm ben 
15. tyril 1702. welches auch im £>rucf erfdjienen) B. 108. £>e$ 
beiligen ^ofep^s (Ernennung jum £>ber * Sanb *• »utggrafen in 
£«iern 1664 nebft ber am dr)renfeftc beffelben t>on einem äarme/ 
Itter ju tnknöben gehaltenen $rebigt) B. 125. Äurgerbaf* 
wiö Äura.erliebe in jwei öeifpielen (be$ ttlrieb Bdwarje, 
kr 1469 »urgermeifter ju Augsburg/ unb 1478 hingerietet 
»urbe/ unb beS Sebafl de la Ruelle 1 63 7 «urgermeifler ju SLhtti <fy, 
flntem ber ®raf *>arfufce ben treulofejien SRorb begieng/ unb 
tofur öon ben ^Bürgern um§ Beben gebracht würbe) B. 137- 
feicrlia>r ^weit'ampf im Sabre 1522. (obne »lutoergiegcn geens 
*$' au§ t>cm au$fil?rfid?«n 33eria)te ^euteröelfs, eineS Äugen* 
*«i$en) e. 151. 2)a§ qualenbe ©cfpcnff ju «el>ofcn in (tb^ 
ringen (au$ (Cbalemanns »efebreibung be§ (Bebofifcbcn tton/ 
nenacfpenRs) B. 162. JDte 5^Pencoabl in Käentl?en (ber le^ 
teSurff/ ^r mit aßen öeremonien 1414.^4^ würbe, war ^erjog 



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ipo . 3(ug, grbr. 3et& t>. Äo$e6ue. 

f£rnf? t>on (Defferreicb) B. 179. 2>cr &reu*berren bofe Xf)at 
inäbanjig (an jwei SBürgermetjiern unb einem ^at^^crm t>crübl) 
0. i87» tTTonmoutbs ^inriebtung (#erjog r>on tTTonmoutb/ 
natürlicher toofyn Karls ots Streiten , wegen Rebellion Ringes 
rietet) 195. Cfcrafmus ilueaers (in Ärain) ^ro^ unb 
©träfe €>. 210» &un* von der Rofem Äaifer ttlarimilians 
des SErften furjweiliaer Stotfc 210. Jtapitdn Vlies , eineS 
^>oHdnbcr^ / S^ipferreit unb wunderbare errettung 1693* 0? 

218- 

SSergl. Nene Leipz. Lit. Zeit. 1803, 2. @tcf 53. 

e. 847- 

23. Erinnerungen Mus Parts im2Ja&re 1804. von Hu* 
gutf t>on Äotjebue. SDrttte Auflage. Äerlin 1805* 8. 

24. Erinnerungen von einer Reife ans JLieflanb ?nadb 
Rom unö XTeapel von 3uguf? von Äotjebue. Erf?er, jroei/ 
ter, dritter (Ebeil. Berlin 1805. 8. (5 Stfr. 12 ©r.) (Sin 
SEfjeil biefer Erinnerungen mürbe t>orr)er m bem $reimatbigen 
jur probe mitgeteilt. SSergL ^reimatb» 1805. XZum. 131. Ä 
4 f. Neue Leipz. Lit. Zeit. 1806. ötdf. 74* 1 169 — 1 174. 
— ©ne £>anifcbe Ueberfctjung erfct)teit ju Kopenbagen 1806. 
8. — Srieoridb m&Ucrs (fonft tttabler matter genannt) 
Bebreiben aber eine Reife aus Äiefianö nady Heapel 
uno Rom von 2*uguf? von Äotjebue. tTXannbeim 1807. 8- 

25. Kleine Romane? £r j5 bl u ngen , Bnefootcn and 
tttifceüen von 3uguf? von Kotjebue. Erfles, weites, drit- 
tes Äanodjen. &eip*ig 1805» 1806. 8* ( ) i*tw ®anb mit 
einem (Eitelfapfer. 

£rf?es &anöd?en. Vornan: Se§ Pfarrers Softer in 
jwei SBüdjern. erjte* Söucr) B. 1. — Erjablungen: lieber^ 
mag menfcblicfyer Reiben B. 138. 6(lt)er tum Racine B. 143. 
^Jo^ann Bcbaö, ehemaliger SBenebif tiner *u £an$/ jefet £)oh 
tot ber ^f)ilofopfcie &u 3ena B. 149. einige Söeifpiele von 
ßtebe unb $elbenmutb franj8jtfd)er grauen mfyrenb ber©d}recfen^= 
$eit B. 174. 3)ie Stofen unb ber $)fau B. 187* ®ie 3ungfrau 
r-on (Drleans, al$ grau unb -Kutter B. 195. peter Oer (Brau* 
fame B. 204. ein feltfamer 9)rocefj B. 206» 3n>ei große 25er* 
legen&eiten einer JWniginn 213. galfdje (Scham tfl großen 
(Seelen fremb 6». 215, $ofbien|t B. 217. 6mp6renber lieber* 
mutfj B. 220. Salbot B. 229. killet an einen SReifenben in 
SEcjulon B. 233. 2)ie ?)arifer IBluthocbjeit 236. Sean 
S5art 238» ^lage eineö unglucflichen ehemanneö, be§ Tb* 
Dofatcn (ßöuaro @et»al von Äeaulieu 242* ein ©efchtchts 
<hen t?on SoDifon G. 25a. Seltene 3art^cit c&elicfrer Siebe e. 

256. 



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Bug* <$rt>r« 5*rb. Vi?o$ebue. 101 

- 

3*6. tfX&tia tTTottlin &u granffurt am Wtain B. 26a Hie* 
jr«ndec Claude le tfeatt B. 262. Der JtonigSFucbcn , ober ber 
iBofmcnf onig B. 265. Camocns B. 268. &a§ ©rab auf bcm 
«fuiget B. 275. — 2Cnctooten : Die SBittwe B 308. 3tos 
genbto^n B. 310. Der ©renabier B. 312. «ftunjlfcim B. 313. 
Grfafe 314. ©rabfcfyrift B. 315. ©tolj auf SBcrroanbfcbaft 
B. 317. ©cograpfy'e B. 318* Die ©nfölifcwr B. 320» Du 
ftinguo B. 323. Enefbote t>on ^cicöcicb öem (Brosen B. 323* 
Didtferncib B. 325. ©eltfame S?ctfc B. 326. — tnifceüen: 
^araboren B. 328. 9>ropfyejeitmng B. 331. Der SSlanbtfdje 
JkxvfiaÜ B. 334. (IS <Kfd)ief>t nidjtS neue* unter ber ©onne B. 
336. SfuSfprüefye Jber 2Kinncgerid)te au3 alten $anbfd;riften , t>om 
Äacon 2lrettn B. 340. SBerttyeibigung ber BEambippe B. 345^ 
Da$ SBocbenbctt B. 349. (Sabina , ober SRorgenfcenen im 9>u£s 
gimmer einer reiben SWmerinn ; ein Seitrag $ur rtd>ttgen 85eur< 
Teilung bc3 Privatlebens ber Horner unb ^um beffern sSerflanbntg 
ber römifeben ödjriftfteüer t>on <T. 2f. 25ottiger B. 350. Jftflgs 
tnente au§ be5 Coufin Jitcques Dictiohnaire neologique B. 356». 

2Bie man in großen ©tobten .nad) ber neueften Sttobe in§ $l;eatcr 
gebt B. 373. Die Jtunft, bie SBeibcr treu &u mad>en B. 378» 
2tfrofftdxm B. 383. SBarnungStafel B. 383- ßacrima§ B. 
384. 2>tc 2Binbe B. 399. Sßirfung ber üritif B. 400. Der 
große <£omeiüe unb ber große (Bdtbe B. 402* Üttoben B. 405. 
Ülborabo B. 410. (5tn ©ebidjt von tftaria Btuart B. 412. 
Die Eftatifcben SBeiber ftnb boeb wofjl beffer baran / alö bie Gruro* 
patfeben B. 415. Reliquien alter 3etten / ©ttten unb Meinungen 
für Sunglinge, »om 9>rofeffor ttlhüct in Bcbafbaufcn B. 427. 
Robert ^erctual B. 43'- <5mpfefclung einer treffen ©en>of>nf)ctt 
B. 438- 2>ie SReugriecben B. 441. 

Zweites V>hnt>chcn. CSrjablöngen : Die guftbatlc B. 1. 
Der ©dwfegeifi B. 8- gragment au§ 3wm 3»anott> SfcbubrinS' 
n«b ungebruefter Steife bureb Qtyna B. 71. GromroeU B. 102. 
Einige ©enteren GromroeÜS B. 119. Die £Rad)e B. 122. — 
3neCDoten: 9ßuftfalifcbe§ ©djaufpiel B. 160. ^omifct)e ©ras 
t>ttat B. 162. Der 2Cbbe be V <5p4e B. 163. Der alte warferc 
üfeirurguö tTTocanö unb fein junger College B. 164. #ume ®* 
166- SBof)lflang ber <Bpxad)t B, 167. Unt)er^offt fommt oft 
B. 168. ©onberbare SBette/ im gmfkrn ju tappen B. 171* 
Der ^ofmeiffer B. 172. Doppelte <5d)dnb(id)f eit eine§ ©roßeti 
B. 172. Die 3ibinn B. 176. Die ßebenSjafcre muß man nic^t 
^IcnB. 175. Die SlueUe mand?eö ©plitterrid)ter§ B. 175. 
Drucffe^ler B. 176. Äornregen B. 177. Age unb cbarge B» 
178» S5ournajel B» 178* — tttifceüeti: ^eflament eine^S^e/ 
cbenmeifUrS B. 180. lieber bie ^ffonanjen im 2liarccs B. 184. 
»oltaire unb (Bcoffrof / XOielanö unb BcblegdB. 1-85. %xas 
ge an Wenfäcnfenncr B^ 186» SBarnung an alle fernen Dcu 

men 



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io% $ug. 3tbr. §ttb. &. 5?o$e6ue* 

wen 187» Souvenirs de Felicie, gelietenS Stituierungeji 
B. 189. Ueber 9?u$Ianb S. 193. Stonctwolfen 201. 2>er 
SRabme tf?ut Diel jut ©acbe 9» 203« ttebet ben guten 2!on Ä 
209. Entfetten beS 9lorben$, o&ne Stalle unb ä3ergrifkning$r 
gla§ aufgenommen 1803. ö. 234. Stotangon 239» 5tag s 
mente and bem 3)agebud)e be$ jtonigS wn Polenz ^tanidlaus 
2Tuguffos 246» Ueber SSerbannung, nad) einet au$ Spanien 
eingefanbten .gmnbfdjrift, für beten Skrfaffer bet ©enetal tYToteai* 
gehalten nrirb 0. 294. — Vornan : 2)e3 ^Pfarrers $od>ter, in 
jroet Söudjern. 3meite§ £3ud) 315. 

»tittes ^«nöcben. Roman: Sic 5tu$t fallt toeit vom 
Stamme/ in brei S8üd)ern. <§rfte$ »u#.e. 3* 3»eiteS 23ud> 
157* — tnifcettcnj^ 341. 

26. (Cafdbenbucb auf öastfabt 1807. von Äotjebue unö 
-£ub*r. Zhbin^en 1806. rL 8. 0 8- entölt : 1, 
»er Äuflc in »eutfcblanö, ein Äujlfpiel in toiet 2Cften, *on. 
&ogebue. «— 2. »er natürliche Bobn, ein ©c&aufpiel in 
ffmf 2Cften/ von ^uber. SSetgL »ibliotbeC öer reöenöen unö 
bilöenöen Äunffc, »ö 2. Btcf 2. B. 380 — 383. 

9tod) anberoeitige &<briften bed «^etm Von Äo^ebue ftnb t 
fliegen ö »latt/ ala Beilage *u öer öebrift: »ie öopfciffe* 
rei in $f?(>lanö. 1787. 8. — »ottot »abtöt mit öer eifee/ 
nenöttrn/ oder öie öeutfebe Union gegen Zimmermann/ 
ein Bcbaufpiel in vier Uuftfcgen. 1790. 8* ein paarmal 
naebgeörueft. (®n merfiüürbtgeS pas^uill/ unb als folcfyeS oud) 
ein merfwurbiger Söeitrag $ut ©efcfrtd)te bet 3eit/ beffen <8eJE>alt 
unb $on wty nid)t burä) Apologien unb (Sntfcbulbigungen gut ge* 
mad)t »etben fann) 2ln öas Publicum, »iefes »latt roirö 
in allen »utbbanölungen »eutfd>lanöd gratis ausgegeben* 
(1794) 8* ^tragmente über Äecen ferne nun fug ; eine Deilas 
ge jur Jenaer JLitctamtteitun$ / von 3ugafr »on Xotjebue. 
Aeiptfg 1797- 8- (i3 ®t.) — Ueber meinen Aufenthalt 
in XOien unö meine erbetene »ienßentlaflung. Von 2lugufi 
won &otjebue« £7ebf? Beilagen 21. ». € unö ». Äine Vers 
niebtung öes im 3prilf?udf Oes berliner Htdbivs öer Seit 
gegen mi* eingeritten pasquills, ileipjig 1799. 8. 
u. f* tt>. 

»er ^eeimuttrige, oöer »erlinifcbe Leitung für gebiU 
Öete unbefangene &efet, herausgegeben t>on Äuguff uon 
Äo^ebue. »erlin 1803. gr. 4. (8 fttyt.) mit Äupfern unb 
ITTufttalien. — »er ^ceim&tbt'ge, oöer Ärnft unö Öd>erj* 
Äin UnterbaltungBblatt. herausgegeben von 2luguff 
von EoQebue unö ©♦ tlTerfel. 3fociter, otiuev, viet* 
ter, fünfter tfabrgang. »erlin 1804. 1805* 1806. 1807. 
gr, 4, (jebet Sa^tgang 8 3$lt.) mit Äupfern unb tTTuftfalien. 



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Eug. grbr. gerb. *. £o$e&uf, 103 

Sn XJO. (5. £ec£ets (Erholungen. 1796. Bö 3. 6. jgi 
— 210. 2)a§ ©rab auf t>em #ugel/ eine ena&lung. 179 . . £ö 
£ie guftballe. 

ttctbetle über bie literarifeben Verötenffe beS £w. von 
Äo^ebae pnbet man: 

1. in ifcfcbenburgs Äcifpielfcmmlung (Cbeocic unö 
Xitetatai; Der febonen XPiflenfcbaften , £ö 7. 367 f. 

2. in Bernte Äunff #h<tocv ju lefen / nebf* 25emecl!un> 
gen fcber öcbcxften unO öcbti ftffellec Gf. 2fr* 321. 

3. in be$ grb. v. &niggc Äctfc nacb IBcaunfdweig/ ein 
fomifebec Vornan. (Unter ben tyer beftnblicfcen deamamegi* 
feben Äemcreunöcn fteidmet ftcfc bie Beurteilung ber Äot?^ 
baefeben ecbaufptele/ unb befonberS bie atwfubrUcbe Äritif 
ber 2Jnöianer in England au§. 

4. in ber AUgem. Lit. Zeit. 1792. 3. XXum. 234. 
497 f* //^iflwabr/ and) bie beflen Arbeiten bc§ Am. uon 
Äo^cbue b«ben t>tete unb große geiler. Langel an Seftymad* 
»eurtbeilungöfraft/ unb tiefer 2KcnfcbenFunbe «igt fieb aüent&al* 
ben. £>ie Gbaraftere ftnb fetten fonftfient, bie »orfaüe fetten mos 
tmrt Ueberaü berrfeben bie auffallenbfkn UnroabrfcbeinlicbFeiten/. 
jnutbwiUige / $um $beil Ärgerliche SSeifloßc gea,en «Sitte unb äon* 
fccntenj u* f. m. dagegen aber leuchtet au£ .einzelnen Scenen un* 
wer! cnnbar wabreä Talent fymx. 2)ie <5d)ilberung gemäßigter 
Offelten/ bie ©pradje be§ $erjen§ / bie Sarjiellung niebrig form* 
feber Auftritte/ bie 2(uffaffung natoer unb rübrenber 3uge glüeft 
ibm oft ungemein / unb er oerbirbt nur bann alles mieber , wenn er 
9Ken fetjen unb ibre $anblungen fo febilbert/ wie fic , feiner ÜReis 
nung nach, fepn foliten; wenn er mt an ba§ £>ol;e, (Stile unb 
geine in ben Sutten unb £eibenfd>aften wagt. (Selten bei aliebem 
feine Stferfucbc bie unb ba für etwaS mehr , atö Sriicfc rem britten 
ober vierten Stange; bat man fie für 5ÄcifterjlucFe gehalten , unb 
balt man fic nod) bafur ; werben fie fo I)d uftg unb mit fo en t fd)t e= 
benem &3eifali gcfpielt : fo banfen fic bieß gewiß nid)t allein iferem 
inneren SBertbe / fonbern me&r nod) ber Sftacbjtdjt be$ 9)ubltfum$/ 
gufdttigen Umftanben , vor allem aber bem 3eitpunf te # in wel & c m 
i)r. 0. üofeebue mit ihnen auftrat. £>aö '}) ub Ii f um ft eng an / ber 
fogenannten ©peftafelflücfe überbrüßig 51t werben. Unfre meniaet^ 
guten bramatifeben Xiduev batten fiel) in ber SZÖc ile , atö biefer fin« 
bifebe £anb bie Theater füllte / gioßtcntbcilo ^uvüef gebogen t unb 
bie übrigen febicnen fiel) gleid)fam ba6 SBovt gegeben 5U I>abe;i/ 
©tuefe )U liefern/ bie fid) nid)t fpielen ließen. Sn biefem 2lugen^ 
bliefe trat ^r. v. Äonebue auf. ßr war fcblau genug , biefen 
Moment/ bie augenbticrlic^e ©timmung unb ßaune beö ^)ublifum$ 
ju nufcen. @efübte/ bic ftd> in einem fonoren 9iebefluß ergießen/ 
eine gewiffc ^raft unb Serb&eit ber Sprache/ ®e!lamation mit tu 

nem 



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294 Srbr. gerb» v. Äof e&ut; 

mm ©cr)ein Don Crmpfmbungtingirt/ bönbgreiflicberSBtVeinebeque* 
nte SDtoral/ $ro$ gegen Äont>em'enj / ©ifer gegen ölte @intid)tun? 
gen — alles ba$ ftimmte ju gut mit ber eben ^errfc^enben ©tinu? 
mung unb bem ÜRobcgefcbmacf ber Spenge , baß e$ ein SBunber gc* 
wefen mite / wenn ©tücfe mit biefen (gigenfcbaften weniger Buffer 
ben erregt/ unb weniger IBetfall gefimben garten. 6r wirb tbnen 
bleiben , fo lange biefe Stimmung ber ©emittier bauert / unb wa$ 
aBbann ba&on notb übrig bleiben wirb / muß bie 3eit lehren. £)oß 
ffe einjl anbern werben weichen muffen , wie anbre ibnen weichen 
mußten/ fann nichts gegen fie beweifen. £>ie §rage ifl nur, ob bie 
Ädjten -ftenner/ in beren Urtbetl bie beften ©tücfe eines BchlegcU 
TDeiße, ilcffmg, XPejel/ unb einiger wenigen anbern niebtä tjer* 
loren b<*ben / wenn jt$ glcicb faft ganj t>on bem SEbeater tjcrfcbwun:? 
fcen finb / ob jene Kenner atöbann bie ©tücfe be6 #rn. von Äocc/ 
tmc noeb be$ 8efen$ würbig aebten werben , wenn ba$ tyubtitum, 
ffe nidjt mebr feben mag? " 

5. in ber Ätitifchen Äibliotr>ef &ec fd><$nen tDiflenfdjaf* 
ten (üotben 1795.) £>i> 2. ^. 359^ /,£ie ftrenge Ärittf bat 
in 4?tnficbt ö"f bie feflgcfefeten 9?egc!n ber Dramaturgie/ fo wie auf 
giftion unb 2>arfiellung an ben ©tücfen ber Äottcbuefdjen SBufe 
Don je ber immer Diel au$$ufefcen gefunben. Stiebt* beffowemger 
würben f?e auf £>eutfcf>lanb$ SBübnen / wie in ben fcefcjirfeln mit 
grißtem SBoblgefaüen aufgenommen; unb fclbfl bcr^tomi ton ©es 
fd)macfunb©nffd)t las ffe mit Vergnügen/ unb' tonnte ibnen feinem 
©cfubl nacb feinen Beifall niebt »erjagen / wenn er aueb ifterS ftcb 
genötigt fabe/ ba3 Urtbeil be$ JtunfhricbterS ju untertreiben, 
(lin neuer 33ewei$ *»on ber 3ftd)tigfeit ber ©emerfung/ baß ber 
Wann t>on ©enic . ber originelle ©cbriftfieller mit fcbtyfcrifcber 
tyt)anta$t, fclbfl bie Regeln ber Äunft/ bie für jeben anbern nun* 
ber ^Begabten bie jtrengfie 9torm bleiben muffen / obne ben tfnftonb 
«uffallenb ju belcibtgen »erlefeen burfe / inbem biefer fieb gleicbfam 
eine eigene S3abn fdjafft / wel(be er / obne auf Vorgänger Seucf ftcfct 
5u nebmen/ fortwanbclt. SBenn man nun aud) einem folgen ©ebrifts- 
fteller ba$ ängfrlicbe SBinben an jene Regeln ber Jtunjt gern erläßt; 
fo liegt e$ boeb cm Sage / baß ein Sföann wie #r. »011 &oncbae 
unenblicb mebr leiften , unb ben gortfebrüt ber bramatifd>en Jtunfl 
weit mebr bef&rbern würbe/ wenn er feine blübenbe $b<mtafte unb 
alle feine Arbeiten bureb jene XJorfcbriften / bie boeb auf ben ©runb 
geprüfter (Srfabrung erbauet finb / läutern / unb nacb benfclben mos 
eipeiren wollte. " 

6. in bem Journal von un& futfccutfcblanö 1791. ^tc£ 
11, 1793. ötdf 1 1. Ueber bie ItTotalitat ber ©cbaufpiclc be^ 
^>rn. von Äoncbue. 

7. in ber XZeucn Jbibliot(>eü öec fcb<$ncn TOiffenfdbaften, 
2*>d 44. Ötcf 2. 244 — »6g. Ueber bie Bcbaufpiele beS 
«&erm von KoQebue/ ein Schreiben an ^errn JtT. 

8* 



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3ug. grbr. $erb. v. ^o|e6ue: ioj: 



8. in ber kleinen europltfdben (Barette (SBeimar 1806.) 
Sebtnat, XZtxm. 7. 2(uguff von Äotjebuc, beffen Verdien fi 
al* dramatifcber ecbriftfteüer. 

9. in £ty(tum und (Dartarua 1806. Februar. Warn* 15» 
6. 59 f. t?um. 18. Ö. 70 f, 

fcTacbricbten »on be$ ^crrn *on£or;ebae&ebensumf}&n' 
den unb Bcbciften erteilen foigenbe SSBerfe: 

1. 2>ie iungffen Äinder metner &aune von 3. 9. Roge 
buc/ Äd 5. <3. 123 — 243. 

2. £>as mer?rr>ardigf?e 3a|?r meines Gebens ; r>on 2t v. 
Äogebue, 2(bfcbn. 1. 2. 

3. 2luguft von Äoneboe als Änabe, tJungling, Bcbrift* 
Ifrller und ifirulant iEine biograpbifebe fcarflellung fei/ 
nee ecbicffale in diefen VerWUtniffen* mit drei fdwarjea 
und drei tüuminirten Tupfern. Äreslau 1802. 8. 

4. tteber 2luguft r>on Roftebue in den r>or*aglicbfren 
und intereflantefien Verb&ltniften als tHenfcb/ Siebter und 
(Bcfebaftsmann. XfXit Rud ficht auf das merrrr>ardigf?e 
ilrbenaiabf/ die literarischen Verbindungen/ Unternet)^ 
mangen und $er>den deffelben. iTTit Dem £ildniffe ( ita* 
nfatur) des&icbters» Frankfurt am tftain 1802* 8* (14 
®r.) 

5. in ttTeufeU Gelehrtem Deutfcblande (2(usg. 5.) 25 d 
240— 343. #d 10» ö. 131 f. #d 11. 455. 

@ein SBifbnifj bor ber kleinen Äomanenbibliotfcef 1800. 
Mgl. cor fcem 1. &ande ber tTeuen Bcbauftüele von 2lugu(l 
von ÄoRebue (1798) t>on Äolt, 

{Erläuterungen. (Bcfetffcbaftsüed (€$ fann föon md)t 
alieSfo bleiben bicr unter bem roec^felnben SRonb k.) in p<$lit$ 
PrÄctifcbem -^andbuebe jur &et'tare der deutfäen Älafftfer* 
£b. i.B. 41 — 43. 

proben auä.ber (Dftarna in Stambachs (Ddetun, eine 
Sammlung deutfeber (Bebidbte aus unterfebiedenen (Battun' 
$en )um £>ebuf des Unterrichts und der ttebung in der 2De* 
fUmation (Berlin 1800.) Ib. 4. G>. 112 — 129. <3. 130 — • 
M5* unb Bemerkungen in {Rucf ftc^t auf bie Reklamation btefer 
Btcüen in igbendeff. Fragmenten aber Reklamation juc 
Erläuterung des (Ddeums/ ijeft 2. 139 f. 140— 143« 

&ieblingsgef3nge r»on Bebiller ? (Botbe, 2\or$ebuc, ftiz 
b\t (Buitarre »on Gimmel > Äetcbardt , -^nrHa. -Hamburg 
1806. (Duerfot — (BcfeUfcbaftslied «von Äotjebuc mitÄla* 
»ieroder (Buitarre, uon Gimmel. £eip)ig 1807. $oU 



Äarl 



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io& Äa'rl grbr. tfrj tfcfrmann. 



Ä«rl ftriebridj Äretfc&manit. 

• 

würbe bcn 4. 2)ecembcr 1738 ju Zittau in ber (DberlauftQ gebö* 
Kit/ wofelbjt fein äkter £>bcramt6abwfat war. £ie QdjubmjV 
fenfcbafren trieb er auf bem (Bymnafium feiner SBaterftabt / unb 
begab fid> barauf 1757 auf bie Um werft tat ju Wittenberg/ um 
bfc Äecbte ju jhibiren. 3n biefem 3atyre wrlor fein SSater fein 
ganjeS Vermögen burd> Stttau's Söombarbement. <5r felbfl ftanb 
»Ittenbergs *8ombarbcment mit au$. (Sine felbftgefcrtigte £>if* 
putation/ welche er bei feinem Abgänge t>on ber Unfoerfität 176a 
jtyrieb unb offentlicb fcertbeifcigte , banbeltc: De co quod extre- 

mura eü in jurisdictiono criminali. 3m Safjre 1764 Würbe er 

(Dbcramtsaötfocat/ unb 1774 (Bettcbtsaütttaetas ju Zittau. 
Sm 3öbre 1797 würbe er ab Äuageöicntec in ben Stobeflanb 
tterfefet. ©eine vertrauteren lircrarifdjen tfteanöe 'waren XOtifit, 
jDenis, (Bleim, meißner/ Äofe, (0. XP.Äeefet u, f. w> 

#r. Kcetfcbmann , einer unferer geifireidtfen Siebter , fyrt 
fTd> um mebrerc 2(rten ber fcicbrtttnff ntctyt geringe Söerbienfte 
erworben. <§r bearbeitete ben Äat&engefang, ba$ epifebe (Be* 
biebt/ bie-^mne, bie (Dbe/ ba$ fcberjbafte £ieö, btc Äic^ 
gie, baö ©tnnge&xcbt, bie ^abel unb ICcjiblung;/ fo wie ba$ 
2Dc«ma. 2Cud> aß profatfer unb Ueberfeqec i>at er ftety be$ 1 
&3eifall$ wurbig gemaebt/ ben alle Jtenner be$ wabren ©c&inen unb 
@uten ihm sollen. Unter bem angenommenen Gahmen Äbin* 
galpbs Oes J&arben trat er $u einer 3eit auf/ wo unfere Sitera/ 
tur noeb febr juruef war/ wo f leine Siebenten unb Steinte auf bem 
beutfeben Karnap noch bie $auptprobufte aufmachten , unb feiten 
SBcrfc crfd;tcnen , $u benen I;öhere Äraft unb jfirferer 2ftbem er« 
forbert würbe, ©eine darbiete jogen balb bureb ibre Originali- 
tät bie 2(ufmerffamfeit be§ $Publifum$ auf ftcfy. SBritberlidj t>ercts 
nigten ftdj in i^nen alle Talente / bie bcn wabren £)id>ter bilben/ 
rei(t)C Ginbilbungöfraft/ ©cfüfyl beffen / waS wirft/ tyobcr Ipru 
fdjerSflug/ £ar|tellung$funft / balb energifebe, balb fanfte/ balb 
pürmifcfye ©pradje/ bie ben l l efer unauftaltfam mit ftcb fortreift. 
@$ftnb Inrif^s epifdje ©efdnge in bem mut(mtaf?licben $on unb 
Jtoftume ber Jöarbcn ober alten germanifcfyen Siebter, ©ie bar 
ben glücf lt#e Jiftionen / eble unb patriotifefye ©efinmmgcn / fub* 
ne Silber / jtarfe, frdfttrie ©pracbe/ unb fliefjcnbc/ barmonifebe 
SBcrfc. ©ie finb gereimt / obne beftimmteS ©tjlbenmaf unb obne 
©trepfycnbau. 9tebcn JDeni» unb &lopf?od? traf er allein ben 
einzigen wabren Söarbenton. Unter feinen Fleineren lytifeben unb 
epigeammatifebm ©tiefen finbet man gleiebfallS Diele/ bie ftcb 
burd) 9?eubcit/ 2Babr()cit unb Seinbeit ibreS ©inneS unb TluS* 
brud§ empfehlen/ unb unwrfennbare ©puren gefömacf »oller ©org* 
falt tmb jhenger Politur an ft$ tragen. 3n ben Hymnen berrfebt 

eine 



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Satt &rbr* Stttfämantt;. 107 

eine glucfltd?e 23erbinbung bober 3been unb mannen ©efö&ßL 
ämfcbmanns öamatifcbe Arbeiten geboren ju ben guten 
£tütfcn, au$ beren $lan unb (Spraye t?iel ©tubium unb ©e* 
fAmarf ber&orleucbtet 3n ber ISrjSblung t(i er gebrangt unb 
hafttoü, bei feinen 2Wegorien bieÄmpenbung natittlid) unb be^ 
I^renb. 

Seine &dmften befielen in folgenben : 

l« Äunf ausgefuebte £uf?fpiele aus dem Theatre italien 
des ©betrat öi. Berlin 1762. 8« (so @r.) (SS ftnb folgenbe* 
bü?f fFt^trte <Stucfe 1 &ieunn&t$eX>ocftcbrig£eit (t>on fc&frenp) ; 
tfcrlefrin, bet tiftetnn auf gut (Bl&cf; JDie frerumitrren&en 
tßiötben; &ie l£befd>eidung (aUe bret t>on Äegnatö); XPars 
tc unter öer ttlmc auf mieb (t>on fe&ften)?)» 

2. Bammtung ffomifcbet/ lyrifcber ttnfc eptgrammatt' 
f*er (Sedtcbte. ^canEfart anö Äeiptfg 1764* (eigentlich 
fcaujen 1763.) 8» (6 ©r.) 2)er Serfaffer führte biet unter an* 
fcem j»ei Entwürfe üon iütfffptelen beS 2Uccoboni auS: £>aa 
föcfrft der JDiana, unb 2fdonis. Sief ftnb bie einzigen grud)* 
ttt freiere bie in £cffings (Cfreatralifcbec 25ibliott>cE , *3t<f 4* 
mitgeteilten £nttp&cfe getragen fyaben. Sie Epigramme ftnb 
alle auS bem ttTartiaU 

3. ÄibltotbeB öec tarnen , oder Gammiting lebrreicber 
2lbbanölungen juc J&ilöung De« (ebenen (Befcblecbta (auS 
tem 5can^(if<benX Zittau 1766. 8* (8 9c) 

4. ©cberjbaftc (BefSnge. Äeipjig 1771. 8. (6 ®r.) ©te 
entfalten baSSBefte auS ber Sammlung fomifebec, tyrifebet unö 
epigrammattfebet (Beoidne / fefrr üetbeffert/ unb mit mefyre* 
tm neuen fronen .©tiefen vetmebtu 

5. Äatl Stiebtidy ÄretfÄmanna Äleine (Belebte. 
£rffc Sammtang. Hetpjtg 1775. 8- (io@r.) Diefe <5amm* 
lung i(l o&ne #rn. Äretfcbmann* »ortpiflen wranflaltet »orben, 
unb enthalt bie Äeipjig 1771 herausgegebenen Bcbetsbaften 
(Befange, baS ©ebiefct: £>te jjägerinn (wrfcer Äetpjtg i77*»> 
unb bie Hymnen (tx>r&er /Leipzig 1775O u* f. tt. Bergig 
9<buttcbs tTTagajm des fceatfeben Ärilif, Äfr 4» *t 
6. 2&6f* 

6. Von ben bitten öer alten jDetttfcben. 2lu* dem &a' 
teinifeben öcd Cajus Cornelius Caritas, fclebf? einigen 
Anmerkungen. SLeip*i$ 1779. *L 8- (8 ©*) mit ernenn ZU . 
teHJupfer unb &n>ei Vignetten t>on <EL&.Ctufttts. Kretfcb* 
manns Bbftcbt twt, auS bem befannten SBerfcben beS Cacttus 
feinen «eferm bloß baS ÜRerhofirbige unb 3u»erldgige »oraulcgen^ 



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io& Jfarl grbr, tfretfc&manm 

be$ (Caritas unrichtige EanbeSfenntnifü unb 'anbere Srrfyumer tytu 
gegen ganj weg^ulaffen, unb alfo metyr einen anmutigen 3u3$ug# 
als eine langweilige Ueberfefeung ju liefern. Die Anmerkungen ers 
Wären alte bitten/ gabelle&re unb geograpf)ifd)e ®egenj!dnbe, t>o$ 
nur in Sfcücfficbt beS achten alten £>eutfd)*n, gereinigt Dom 3ufafee 
fpdter ent|!anbener SSeranberungen. SBergl. 2JUgem. Oemfcbc 
Ätbliotbet*, 0tc£ 2. 9. 555 f. tTfcrnberger gel.Seit* 

1779. *? um » 7°« 

v 7. £>ie feiöenen 0cbabe, ein £af?fptet in $voei TlHcn. 
£eip$ig 1781- 8- (4 ©*•) befmbctftcf> aud) in bem Komifcbcn 
(Ebcatcc Der 5ranK>fenfür öicfceutfcbcn, herausgegeben toon 
3, (B. fcjrt, Ct. 6. 0.153 — 228. 

8. &arl $ticbticb Äretfcbmanns 0£mmtltd?e BOcrte. 
ÜErffer/ ^weiter/ Dritter , vierter, fünfter , feebfter, fiebern 
terÄanö. &eip*ig 1784- 1786. 1787- 1789. 1799* '805» 
8. (©cfyreibpap. 8 &bfr- 8 ©r.) mit Äapfern unb Vignetten. 
Die in biefe (Sammlung aufgenommenen ©tücfe, wcldbe vorher 
fdjon gebruef t waren/ ftnb mit bem forgfdltigflen gleipe wrbefiert 
Dber t>ielmef;r fcer&ollfommnet worbem 

15rf?er X>anb (mit einem (Eiteltupfer t>on ffieyfer nac£ 
(Defett unb einer Citeltngnctte tton ebenöemfelbcn nadj tTCe* 
cbatt). SSoran flehen 23etracbtungch hbet den Äaroict (33ar* 
bengefang), welche bie grage erörtern : Dürfen unb f innen wir 
nodj jefet Äaröiete nadjbilben? 2BaS waren fie urfprünglidj? 
2öte f innen fie tyut ju £age am füglicbjfen aufgeteilt werben? 

0. 1 — 36. (SBergl. £7eae &ibltc thor Oer febonen XOiffen* 
f <baftcn, 2>ö 33. 0tc£ V 0. 114 — 129. Drei gragen über 
ba§ neuere Äaroiet an £erm Äretfcbmann m\ 3. ®. fbft) — 

1. 2Der (Befang 2Wngulpbs Des Äaroen, aU *>arus gefcblas 
gen toar (üorber einzeln, Hcipsi$ 1768. 80 • 9tyingulp(>3 Gr= 
tnunterung; £Kbingulp&$ ©efang, ertfeS, ^weites , britteS, uicr* 
te§, fünftes £ieb; Dem trafen »on SBertf>ern bei Ueberfcnbung 
bes ©efangS be$ äöarben 9tyingulpf>; Tin ben langer ber $reuffc 
fdjen Jirieg§lieber 0. 37— 128. (SBergl. tTeae Äibliotbct* öer 
febo^ten »iffenfebaften, &t> 8. 0t£ 1. 0. 76— 85- SnfcaltS* 
angäbe unb einige Erinnerungen. Älotj öeutfebe fcibliotbef Oer 
febonen XEiflenfcbaften , 2>ö 3. 0td: 9. 0. 14 — 28. <Ebri- 
ffian ^einrieb 0cbmiös SufStje jttr (Ebeorie Oer poefic. 
e»ammL 4. 0- 275 — 285.) — 2. 5Dic Äiage Äbingulpbs 
Oes 23arocn (über ^errmanns Coö) er(?es, 3t»citcö f örit* 
tes, viertes SLicb (vorder einzeln / Äcipjig 1771. 80 0*129 
— 214. (Skrgl. Älot5 öeutfebe ÄibliotM Oer fcb<5nen XOif* 
fenfcbAften, 6. 0trf22. 0t. 191 ff. 0. 204 — 219. 2CU 
tn^nöd; Oer fccutfeben tTTufen auf öaa tfabr 1772. 0. 1 12 — 
115.) — 3. fcic ^gerinn, ein (Beöicbt (vorder einzeln/ 

ilfipr 



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Satt Srbr, Stttfämann. 



log 



Jleipjig 1772. 8* «nb m ben Xtetnen (Beöicfrten, Äetpjicj 
1775. 8- B. . . .): SBonnebalb an 9tyinqu(pfy; Die 309er mn 5 
äwi Fragmente naefy £)fftan (Singal unb $loba; Der @d)üb) G» 
335 — 248. — 4* Urbrengeöacbtnifl (Cbriffi an iEtoalös ron 
Älci I? (twr^er einzeln , unter bem Sütel : £cc r 0 c an Dem 
(Brabe Des tTCajots (Cbrifftan »on 2Ueif?/ Äcipjtj 

1770.8.)- Anrufung; .tleifr, erfteS, jweiteö, brirteS gteb <5. 
249 — 31a (SBergl. tTeuc Äibliotbcc* öet fefronen XDifl*ens 
febaften, 12. B«f 2. B. 241 — 253. 2Mot$ öcutfebe 
ÄibliotbeE Oer fernen XDiffenfAaften , #0 5. Bttf 18. B* 
361 — 369. 

Zweiter ;$anö (mit einem CitelEupfet bon (Beyfet unb 
einer Cttelütgnctte tn>n eben&emfelben nacb tfteebau \ IBoran 
jlefjen Z>ettad)tvin$en hbet *>ie feiebtrunf? (überSöefen, 2Bert!v 
3me<f unb @d)ic!fal berfelben) B. 1 — 46. — 1. Hymnen (pox* 
her einzeln, Jlcip)i$ 1774. 80 B. 74— 109. (Ktergl. £>ettt* 
feber ttlcdtut 1774. Beptembcc 0. 35a f.) — 2* VoVt* 
matunö (Dsrealö,. ein ttpcibnacbtsidyll 0. 1 1 1 — 122» — 
3. ftbrencteDäcbtniß (Tbri f rtan ^fcrebtegott (Beüetts (verlier, 
einzeln, ^Leip^t^ 1770. 8.) B» 123 — 143. — 4. Briedens* 
Ueö, gefunden im tttai 1779. (wrfyer einjeln, £eip$ig 1779,. 
80 B. 145 — 154. — 5. Bcberjfcafte &ieöec (oorfjer einzeln 
unter bem Xittl: Bcberjfcafte (Befände, Äeipjig 1771* 8* 
unb in ben Kleinen (Bebidmn, &eip*i(t 1775. 8.) B. 155 — 
221. — 6. Anbauet einiger kleinen Äaröenlieöet B. 222 — 
04a — 7. BKnngeöicbte (»orber einyein unter bem Sitel: ffipi# 
grammc/ Jteipjig 1779. 80 B. 241 — 304. 

dritter ÄanO (mit einem Citelf upfec üon (Keffer unb ei* 
ner fcüehngnette t>on ebendenselben). SBoran (lebt eine 9?edf)ts 
fertigung we Ö en *> e $ 2tt>fprunge$ t>on ber Iftifcben unb epigram/ 
niÄtifcben 9>oefte in ba$ ©ebiet ber Oramatifcbcn. — 1. feie 
Satnilie i&ichentton oöec Xang unö Jliebc, ein Äufffpiel in 
v ffoifaften (einzeln 14 ©r.) B. 1 — 260. — 2. £>ic Äelagc* 
rung,einÄ.uf?fpielinfunf^(ften (einzeln io@rO B.261— -447. 

Vierter #anö (mit einem (CitelEupfer r»on iBcyfcr unb tu 
m (Litcltngnette fcon ebenöemfelben). äloran ffc&en JScmev 
langen &ber öas fcrama/ welche inöbefonbere bcn ©eficf)t$punft 
Setgen foUen, aus welkem ber 2$crfajTcr baSgufifpiel anficht B. 1 — 
— free alte bofe (Beneral, ein Äufffpicl in drei ZHm 
(einzeln 10 ©r.) B. 1— 160, (Der fd)erjl;afte 2(u$brucf ; JDci- 
alte b<Sfe (Benecal, ifl au8 einer befannten vBclletrtfcbcn Sabcl 
entlehnt/ auf welche tiefet ©rief fiSejus r>at. Den Stoff jum $ra* 
ne felbfl gab eine TCnefbotC/ bie *ur 3eit be§ ftebenja^rigen Jtriegeö 
aß «>öl)r er^a^lt rourbe. »&r. Ärctfcbmann legte fte §um@runbe 
«nt fpann barau§ ben gaben biefcö Buflftx'elä nad) feinem ©utbe» 
finbea). — %, feie ^aus^bale oöer öic Bcbroiegcrmuttcr 

unO 



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iio ÄaH Srbt. Äretförnantu 



tmö SdnxuegertoAter/ ein iluftfptel in fünf äfften (efn# 
$eln io©r.) SSor&er unter t>em Äftel: £>te Familie des 3lnti/ 
qtiitatenfcamccs, ein &uf?fpiel aas öem ^talieuifcben öea 
(Bolöont. Zittau 1767» 8- 2)« SSerfaffer war 2Billen8/ fimmte 
Eid^e (Boiöonifcbe SLufifpitle überfein; bie Saalifd* £X>T* 
metfebung ober fam i&m juwr) S. 161 — 190. 

fünfter 2>^nO (mit einem Citelrupfer Don Penjel unb cu 
ner Eitelmgnette »on (Bepfer) aud? unter bem Zitil: JLaunen, 
*£c5abUmgen unö uermifcfcte 2luffat;c von Karl ^fcteöcicb 
Äretfcbmann. £rf?er (Cfretl. Äeipjig 1789. 8- (i$blr. 8®^ 
i» X>ermifcbte (Beöicbte unö ^«groente S. 1 — 80. — a. 
ibriefroecbfel öer 5**» *>on 3» unö öer &aroneffe von 3>. 
(vorder einzeln, Zeipug; 1772» 8* & um Steffen ber Ermen in ber 
bamaliaen fdjrecf liefen ^eurung; ber Ertrag würbe ncmh'cf) unter 
bie beburfügften SRotbleibenben aertbeilt) S. 8« — '98* — 3» 
(Coötengefpracbe: (Bellet* unö Äa bener (öorber einzeln, 
£eip*ig 1772. 8. &um jöeffcn ber Ermen tote ber eben erwabnte 
Äteiefroecbfel); 25afannia unö ^J!af?e (©emilbe jroeier roirflicber 
toeiblid)en9>erfonen/ beren frfiber $ob bamalS aueb in 6ffentlicben 
SBlittern erjdl)lt mürbe) S. 199 — 238» — 4. ijocbmutb unö 
Stol*, eine (rimiföe) fcrjablung S. 229—318. — 5- &leu 
ne (Erklungen , SLaunen unö Einfälle 319 —362. — - 
6. 2Cpopt>tf>egmen an einen jungen Portratmaler S. 363 — 
380. — 7. lieber Sterne unö <£boöorc>iecFi (tfanb wrber im 
£>eutfcben mufeum 1779. Äö 2. September S. 220 — 335.) 
S. 381 - 4>3. — 8- <Bcfdn»tnö eh 9 fid>* anöert, eine *£r* 
jablung (ftanb t>or^er im JDeutfcben «Tufeum 1779. &ö 2. <Db 
itober S. 311—319.) S. 413— 432. 

Secbfrer Äanö (mit einem CiteKupfer von penjei unb 
einer Citeluignette tnm Äosmasler) aud) unter bem Eitel: 
Äarl ^rieörtd? Ärctfcbmanns fabeln, Allegorien unö neue- 
f?e (Beöicbte. £eip*ig 1799* 8- (1 &bfr. 8 ®r0 1. fabeln 
unö Allegorien (in profa) ertfes, weites, drittes , viertes/ 
fhnftes, feebftes £ucb S* 5 — 222. — 2. XTacblefe Iprifcber 
(Beöicbte S. 233— 302. — 3. ttacblefe vermifebter (Beöicb* 
te ((Srji&lungen , Enefboten/ ßpiftefo/ gabeln/ Einfälle) S. 
303 — 336* 4. fepigrammattfebe ttacblefe S. 337— 384» 

Siebenter J&anö (mit einem treflieben (Citelrupfer t>axt 
Stoljel nacb Scbenau) aud? unter bem Äitel : Karl $tieötidb 
Äretfcbmanns JLet$te Sinngeöicbte in adbt &&cbem, Zittau 
unö Äeipjig 1805. 8. (1 $bfr. 16 ©r.) jßoran fteben vorläufig 
ge ©ebanfen &ber Epigramm unö fcpigrammatitfen (ein niebt 
unmiebtiger Beitrag jwr (Cbeorie biefer ^iebtung^art unb fritifdje 
Ueberffcbt ibrer Literatur. 3)ie eigentlicbflen Sinnöicbter ffnö 
bem SSerfaffcr tttartial/ (Droen, ^ogau unb Wernife) S. 5 — 
62. Ätfbann folgen Ml 6inngeöi*te fetbfl S. 63 — 3^9. 



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$att Srbr. Stvttfömanu. m 



Bt Setragen über achthundert (Stücf jufammen. Sine &temlt$e 
?l;:^h[ berfelben ftnb tbeilS JTacbafrmungen, tbeiß Ueberfet$uns 
gen aud bem il^artial / (Dmen , unb anbem franko fliehet) tmb 
engltfcben Crpigrammatiften. £)em grigten Steile nad) fle^t 
aber tiefe neue Sammlung t>on &inn$ebid>ten ben altern €>amnfe 
hingen, befonbetf ber im ^weiten »anöe feiner Bammtlicfcen 
tt>erie, nad). 

öergl. 2(llgem. öeutfebe Bibliotbelf, Bö 76. Stet* 1. 
19 ff. 0. 103 ff. €fccr" 2. S. 431 ff» Bö 82* Btcf 1. B. 124 ff. 
2lnbang ja Bö 53 — 86. Bö 3. B. i829ff. Bö 103. Btdf r. 

433 ff. tTeae allgem. öeutfebe Bibltotbec', Bö 55- Stef 
1. 6. 45 ff» — tTeae BibUotbeÜ öer febonen Ä>iffenfebaf> • 
ten, Bö 31. G>tc£ 1. €5. 57 — 87» (au$fübrli<be unb grunbltdje 
SBeartyetlung be§ erf?en unb jroeiten Landes ber fSmmtlieben 
XDerfe) — Allgem. Litt. Zeit. 1786. Bö 3. tlum. 183» B. 
331 — 333. (Snbalt unb 33eurtbeilung ber Familie iHidbentvon 
imb ber Belagerung) 1787. Bö 1. Hum. 66. B. 623 f. (3n* 
Wtunb ^Beurteilung ber ßuflfpiele: £>er alte bofe (Beneral unb 
i>ie tjaustabale) 1790. Bö 2. Xlum. 143. B. 418 
422. beurtbeilenbe S^altSanjcige be3 f&nftcn Banöes ber 
fammtlieben XDerfe) 1800. Bö 3. Warn. 245. £5. 457 — 477« 
(beurt&eilenbe Enjcige be$ feebffen Banöes) — Erlanger fit 
Zeit. 1799. Bö 1. 1065 ff. (Beurteilung be§ feebffen 
Äanoes) — (5ott>. gel. Seit. 1789. &td 90. B. 793 — 795- 
(SScurtbcilung be$ f&nften Banöes) — ^reim&tb. i805.tTutn. 
3i3. e. 330 f. (beurtyeilenbe Änjeige beS ftebenten »ah* 

9. Lucius SlnnSus 5lorus t>on X. 5. Ärctfcbmann. 
fceipjig 1785. 8- (©^retbpap. 20 ©r. ©ruefpap. 16 ©r.) S3or^ 
anfleht eine ttitifdbe Betrachtung über biefen 9Wmer, nebjl eis 
nem »ollffanbigen Verjeiebnifle ber fammtlicben Ausgaben befc 
felben. Proben tiefer fdjinen , ganj in bem ©eifle ber Urfcbrtft 
verfaßten Uebertragang fianben vorder in £an$lers unö tVJcifc 
ners (Quartal fdbtift für altere Literatur ttnö neuere JLchhve, 
3*brg. 1. 1783. Btcf 4. B. 208—226. 

Öergl. Allgem. Lit. Zeit. 1785. Bö 5. Buppl. £7um. 
3& B. 112. ÄÜgem. öeotfebe Bibliotber*, Bö 65. Btcf 2. 
8. 534 f. JDegens Verfucb einer ©oUftanöigcn Literatur 
öer öeutfefoen tteberfetjungen öcr dornet, 2lbtb. u Ö. 142 

-MS- 

10. fciterarifeber Brieftoecbfel an eine £reunöinn, von 
Äarl ^rteörtd) Äretfrf;ma«n. Cßrfter Cbeil. Zittau unö 
**ip*ig 1797. 8« (18 ©*♦) öueb unter bem 3Iitel: Glaubten 
von K. 5. Kretfcbmann. fceipjig 1797. 8» mit einer (CiteU 
pignette »on (Bef fer nad) ^ebubert» ßine t ur^e Wotij . über bic 

Äebcnö« 



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ii2 Äarl gebr. Äcitfc&manth 

JUbensumß&nöe be$ ^lauöi'Än macfit ben Anfang. Dann folgt 
eine tJnbaltsaiwge ber Jnvehwe gegen ben Xuftn , unb al$ 
Beilage ju biefem Briefe eine metrifebe UeberfeRung be§ ganzen 
©ebicbrS. Darauf fdfcrt ber SÖerfaffer fort/ au§ einigen anbern 
©ebicfyten Älauöians , fcorjüglicb auS bem Äaube öer profer* 
pina EuSjüge geben / unb einzelne ©teilen in profa ju übers 
fefcem ©nblid) folgen einige allgemeine Bemerkungen über b(e 
Bpracbe unb benötfl M Diesters. 2(13 ein 2lnbang ifl bie gas 
bei t>on ber Ceres unb proferpina au$ bem fünften Bttcbe ber 
Jtttetamorpbofen flhuös beigefügt Sergl. Allgem. Lit. Zeit. 
1798. Bö 4. tTum. 299. @. 36 — ?8- — £>*t weite Cbetl 
biefeS Briefteecbfels/ beffen balbige Verausgabe wm ben greun* 
ben ber alten Literatur fefjnlid) gewünfdjt wirb , foll eine ttebets 
fetjung ber beften ®tude aus bem Filius ^ftaltfus/ unb trttis 
fd?e Briefe über ben XPertb biefe* DidjterS enthalten. 

11. Äleine Äomane und (fcrjSblungcn von j&. $. 
Äretfcbmann. Örrfrer , jumter (Ebeü. ü,eip*tg 1799. 1800. 
8. (3 3Wr. 12 ©r.)/ mit Äupfern $um erflcn Cbctle 001t 
jDamfteöt nacb Bcbubert, jum jtoeiten Cbeüe t)on penjel» 

Ö*rf?er (Cbeil: I. tOet Kriegsgefangene/ eine Örrjab* 
lang in Briefen. — 2. Veit ^annemann ein Bdwant*. 

3ta>eiter Ebeil: I. JLiesdben unö -«Jelfrieö/ ein lEbe* 
tfanösgefcbicbtcben. — a. &er BlumenftrÄttß, eine £rjab/ 
iung. — 3. 3«n£er Öcbroanj eine n?abre G5cfd)idbte öe* 
fteb$ebnten tJabrbwnöcrts. 

2lugeröcm f)at er noeb herausgegeben : 

1. ^obann peter tDitfebranös ic. ^begriff 2>er polt« 
cet, nebff Betrachtungen aber Das XOadbstbum Oer Öt&öte. 
Tins öcm 3ranj6ftfcben überfegt , unö mit einigen 2lnmer/ 
eungen t>erfeben. £etp*tg unö Zittau 1766. 8- (10 @r.) 

2. (Ebemis unö Äomus oöer 3urif?cn* unö^öüofaten/ 
Ualenöer für öas ^abc 1790. ileipng 1789. »• (20 ©r.) 
erhielt in ber golae, um ben 2Cbfafe ju befirbew, uort ber Verlags* 
banblung ben t>eranberten Sttel : Cbemis unö Komus oöer ju« 
rtfltfcbe^rucbt* unö Blumenlefe von fcem Baröen Äbtm 
gulpb. Äcipjtg 1794. 8- (12 ©r.) SSergl. ©otb. gel. Seit. 
1790. Bttf 37. 329 f* — Diefet Äalenöer follte ja&rlicb 
fortgefefct werben, fanb aber um>ermut&ete ^inberniffe. 

3. Äeife naeb öen Baöe<$rtern Äarlsbaö, CSger unö 
Coplit; im jjabr 1797. Jleipjtg 1798-8. 

©ememfebaftlicb mit 0. Bcborcbt gab er f>erau8 : Äleine 
t7«;tur^ unö Btttengemalöe. Ärf?er, $voejtet ZbtiL Sit* 
tau 1790. 1791. 8* 

3n Älconora/ Äontginn von S^ttheidy, oöer (Befchidb* 
tc öes 3 weiten Rreuftuge*/ öiatogiftrt (S^emni^ 1791. 1792. 

iroei 



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Äarl Srt>r. Ärtefcfcmattm - ns 

pittrfk) iftmir ber tm swcittn Cfreüe überfefcre Äandi&e 
Beitrage t>ori ir)m enthalten: 

i» Cancers und t1?ei£ner6 (DuartAlfcfcrift f6r älter* 
Jlucramr unö neuere iUEt&re, 178?. Btcf 3. B. 12 — 15. 
£ie Smpfmbfame. B. 47 — 62, lieber ben gransJftfcfyen $on in 
£cutfd>lanb, neb(t einer ^Beilage über ba§ Artige* B. 229 — 
225. Sophie unb Sifimon. BtcE 4. B. 1 — 4. 2>er 9>rief!er 
#nmcn$ am Eltare. — 1784. (ttuart. 2. -»Seft r. B. 73—100, 
(Duart. 3. ^eft 5. B. 42 — 69. Surftfc^e Briefe (ffc ftnb bet 
Xnfang be§ Ärtegsgefangenen im erffen Xbeile ber kleinen 
Äomane unO Ärjabluncjen), 

2. JTTei^ners 2CpoÖo , eine ittonatsfdmft. 1793. ^eft 
7. 8. 21 3 ff. B. 223 ff. SftiSceHaneen juriflifcrten ©epragel — 
1794. 'Äfft 5« B. 39 ff. fiifl über 8ijt/ eine Srjd&lung. — 1797* 
■Äefc 5. B.44 — 89. groben einer Ueberfefcung be$ Bilius tJtali* 
fos. ^eft io- B. 151 ff. ÄapuaS Abfall unb ©träfe , nadj benr 
£atemifd)cn be$ Biltus jftalit'us. , 

3. £aafTt$tfcbe tttonatefebrift 1794. Januar B. ♦ ; 
Fragment aud bem werten ©efange eineS epifdjen ©ebid)t$ auf5ric* 
Sri* öen (Brosen. »*•••« Ueber $errn 9>rof. Bchenau'a Auf* 

enJc&ungSgemilbc in ber Jlird^e ju.CBroft sBcbonau Uc* 

ber beutfd)e ©ere^tigfeit^pflege Applogen. — 1801» 3*3 

feruar B* 113 — 132. äufdüige ©ebanfen über ben (Sib. — 

1804 Subelobe/ jur Stiftungsfeier ber tDberUufitjifcbett 

(Befeüfcbaft. ' r \.jr. 

4. (B. XJ>. Äecf erd (tafefcenbueb *um gefelligen Vecgii&t 
jen, enthalt/ außer vielen/ in bie BamttuUcben Werfe aufge* 
nommenen/ ©ebidjten, folgenbe größere Aufjagt f 1794. Auetbo* 
ten. 1795. Senbföreiben be$ ©djulmeiftere £*cet an'ben Aerttt 
Pfarrer Bcbmotfe. 1796. Anefboren. 1 797- , ttntemiit- fu$ 
Deuterinnen. Tlnefboten. 1798. ©fartöH am genjler. Anetboten, 
i799-®^rrort/ abermals am genfler. Ahefboten. 1800. Ancfootcm 
Eienflerbietuna an $l;ilinben. i8ai. Anefbotem 1802. Xncfbo« 
ten. 1803. £>a$ Grrroadjen ber Siebe. 1804. 3fa &kter ©leüm 
1805. Alte unb neue Seit K* 1806. ©er Äalif unb ber ©er/neu 
kr. 1807. £>er 9>ro»bet. £a§ große 8>iwu\ 2>er tfeierraanrt 
ju^ranb. ^erbfllieb be$ SrinFerS. 

5. <B. tt>. Becfere £rt>olungen entölten / außer mehrere» 
Grammen unb fleincn ©ebicr>teii / folgenbe Auffdfee: 1796. Ä> 
1. B.i— -49. SRarwnne Wofcnfctb/ eine Sr^luna. 2>0 2* B» 
1-22. ^rieörid? Oer iBropc/ ein epifd)ee ©ebidjt/ erfler 
©efang. Bö 3. £5. 211 — 236* $ticövidi Oer (Bro£e, ein 
epifweS ©ebidjt, peiter ©efang. 23ö 4. B. 57 — 146* &eu 
6a*fe unb bie ©raubünbnerinn/ eine Qn^lungi— 1797^^ 



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ii4. * ar * S rbt# S^t^mann. 

I. 139—176, Der #e(f realer, eine ©d>retfen§eraä&lung. 

2. B. 255 — 275. SSrief be$ £ crrn Renfert $u @. an ben 
$errn 9?afenmeifler ju9t. J&0.3. 0. 1—23. ^ricöcicb Oer 
(Btofie, ein epiföeä ©ct>id>t / dritter ©efang. J5t> 4. 0. 184 — 
218. ^tieöctcb öec (Efcofle, ein epiföeS ©cbicfcr, merter ©efang. 

— 1798.ÄÖ i.0. 151 — 170. ^rieöricfcöet: (Btoflc, ein cpu 
fd>e* ©ebic&t, fünfter ©efang. &ö 2.0. 143 — 219. Die Jaunen bei 
Siebe, eine <§rjal)lung. £0 3. 0. 121 — 137. SJtobebtlber , er* 
fte§ £eft. 4. 0. 140— 158» SRobebilber, jweite* £eft 
B. 159 f. Der Unjufriebene. 0.268 — 271. »ier gabeln. — 

1799. 2>ö 2. 0. 284. Die SBerftymtng/ feine gäbet. #ö 3, 
0. 23—52. Stitövid) &et(Bro#e, ein epifdjeä ©ebidjt, fed>$* 
ter ©efang. £ö 4. 0. 226 — 232. gabeln unb Allegorien. — 

1800. 1. 0. 177— 214. IMebeSprüfungen, eine grjafc 
hing. 3» Ä 163 — 166. ©rabfdjrifren auf bie jwMf erjren 
rSmifcfjen Äaifer. 0. 256. «popMicgmen über greunbföaft unb 

Siebe. #d 4. 0 Did?terifd)e ftcfrologien. — 1801. 25* 

i # ^ # 43 — 124. DaS 3eitung$blatt, eine graa&lung. 2>0 2, 
0. 112— 168. Daö ©otteSurtfjeil, eine <5age ber Sßorjeit. — 
1802. 230 4. & 34 — 90. Der Dieter 8en; ©aib an Tfaa 
3braf)im, einSermtlbe au* ber Surfei. 0. 114 — n 8* Die Jtfc 
niginn s geier. — 1803. £ö 2. 0. 25—66. Die »ergütungen 
bet Siebe, ein »rief »cn = ©aibS an 3braF)!m. Bö 3. 0. 61 

— 145. Die greunbe, eine (^äfclung. 4. 0. 15 —98. 
^anbiben§ geheime ©efcbtdjtc in etborabo. — 1804- I« Ä 
J . . . Snefboten. — 1805. 2>ö 2. 0. . . . <5f>re unb Siebe, eine 

ftowlle. — 1806. #ö 1. 0 5>rtns 9Rild>bart unb 9>rm$ef: 

tfnn ©d)nurrbartd)en, emeErabeSfe. 2>ö 2. 0. . . • Jturt 9?eintcfc 
©dmicbeS JSarafttop&en. 4. 0. 127. ©op&ie eine <5r$af)limg. 

6. Äeipjiget tTi onatsf dbvift fhv fcamen. 1795. 0ccf 1. 
0. 16 — 49. Sfeue oerbefferte Aauörafel für £errf$afren. BtcE 

112— 114* »atwifren« Sebendlauf. 0t£ 3. 0. 165 
itfS- Der hinter ein Sieb, et* 6. 0. 169—173. Der grfifc 
fing , ein Sieb, »rief an £erm 9i 91. tueitberüfmitcn 9tefiben&* 
fdjneibermeifter 2c. 0td? 7. 0. 41—70. Senate Gorbcau, ober 
ba$ 2Bunber ber Siebe.' 0rcf 8. ^-89 —9*- Der (Sommer, 
ein Sieb. 0ttf 9. 0. 217 — 236. Auöjug au$ ben ©pnograi 
p\)tn be$ Stetif be la »retonne. 0tc£ 10. 0. 3 — 6. Der £erbjl, 
ein Sieb. 0. 53 — 76. Der »erlicbte ©ac&roalter, 0tc£u. e. 
1 20 — 1 30. Die golge tteibiicfcen ©tol^eS. 

7. tTeuec öeutfd?cr meefuc. 1800. 0tc£ 11. 0. 168 

— 193. #aben bie alten ©ermanen 25arben unb Druiben gehabt 
ober nidj)t? (CBe^enfdjcift: Die ©ermanen Rattert feine 
»arben unb Druiben, bon bem $cxrn Doftor linton in 
CBorltt5, im Heuen &etufd?en tTTecfui: 1800. 0ttf 12» 

291 ff.) — 1801. ©tef 1. 52 f, 9?i)ingulpf>$ Älage 

um 



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Satt grfrr. Xvetf^mann. n 5 

tmi eine?) (<md) in Mich. Denis literarifchem NacKIafle, her- 
emgegeben von dem Freiberrn von Hetzer, 2lbtb. 2* . .) 

8» X>avöenaimana<b öec fceutfcben, herausgeben 
ton (BrStcr anö mund>t>aufen. (tTcuflceli^ I8P2.) £er* 
mann in 2ßatyaHa , ein 53arbict. 

9. (LbtifHan ^einrieb Bcfomtöa 21ntbologie öet &eaf 
feben, Cb. !• B. 275 — 383. £r« ©ebidjte: ^pmen unb 
Xmor; 3)er33arbe an ben SBerfaffer ber JtriegSlieber; gobgefang 
bet SSarben auf bie beutföe ©d>amf>aftigkit. 

10. 2ümiUtad? öcc öcutfeben tTCufen; Xafcfccnbucb far 
fcidnerand&icbterfreanöe; ©Otting. tTJu fcnalmanacb. JMefe 
ÄeitrSge befielen in Dielen iptifeben unb epigrammatifeben <5e* 
Hebten, bie ber S>erfaffer nac&mal* gr6ßtent$cU$ in feine eammt/ 
lieben XDerte aufgenommen &at. 

6in Ärief an 2>enia , in Af/c/*. Denis liternrifchem Nach- 
lafle, herausgegeben von dem Freiheim Von Hetzer, 2lbtfc* 

€m Äctef über feinen greunb Weiße, in ber Leitung füt 
bie elegante XJOeU 1805. tZum. 56. Q. 444 — 447. 

ptob«n3Uetfcbmannfd)er<Bcöiebte befmben fidj: 

I. in Kaiftlerd Lyrifcher Bluhmenlefe , 2b ö I. VT um. 4. 

fcic äafcl ber äufTe~(£tetfcbm. XV. Jbfr 2. e. 203. ; Zn Sola* 
gen) rium. 36. Zn einen Ärjt (&vetf<bm. XV. 2>0 2. »3. 
169.) Hum. 37^ En einen 2üm>alb (Äcetfcbm. XV. 25t> 2. G>. 
48 ) tlum. 40» (Sinlabung in ben ©arten , an Storimenen 
(Äretfcbm. XV- 2. 198*) Harn. 47. 3)er *8etrunfene 
(Äretfcbm. VJO. JBö 3. 182. £>er s©eraufd?te) s.tTum, 
3i. uTLn bie SJofen (Ätetfd?m. XV. 2)0 2. @. 196,) Uum. 37» 
£a$ ffiofcltfjun (Ämfcbm. XV. £0 2, @. 173. £a$ ©efü&l 
bei 25ot>ltyatigfeit) Hum. 29. Sri« an ben ftyilmt (Xvetfdbm. 
tt>. )3ö2. <5. 180. ©ap^o an $f?aon) 23. 3. £7um. 6. 2fa 
Kefrcuben (Äretfcfem* XX>. fco 2. B. 186.) Wum. 35* * n 
toöcinbroffel (Äretfcbm. m #ö 2. e. 168. '*n bie Sroffel) 
Ä. 4. Zlum. 42. 2tn 2>ori$ (Äcetfcbm. XV. 2. e. 210») 
5- um. 8» 2to norbifcfye 2Bittmer C&retfcbm. XX>. #0 2. 
6, 3i 6. Sieb eineS norbiföen üffiilben) mit 2lenDerungen. 

3. in mcmbiflbtt* Lyrifcher Anthologie, <Tb. 197 

— 268* äleitf/ erfie«, jweit««/ britte§ üieb (Kretfcbm* XQ> 
36M* Ä 355.) Sic Siebe (Äretfdjm, tr. 2. B. 71.) 
^«gien auf 3obamt Benjamin tnid?aelid(Ämfd?m. tPÄO 5* 
^2o.)"eiegieaufSrieblef(Äretfcbm.XX>.ÄD2. e. ioo.; Än bie 
*iube (Äwfcbm. XV. 2. e. 163.) £a3 ^raumgeflc^ 
(Äcctfcbm. tt>. #0 3. e. 261.) 3(n £artmann (Kretfcbitu 
^. 5. e. 48 ) — Cb. 2c . Ö. 20 — 75. 5)er ©efang 
^bingulp^be^SJarben/ al« ä$aruS gefc^lagcn n>ar, erfleh, jweiteS/ 
^ritt^ merte«, fünfte* 8ieb (Äcetfd^m.XP.SO 1. 43— 123*) 

£ 2 3. hl 



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n6 Äarl $rbr* Äref fdjmann. 

3. iit bcm Pantheon der deuifcben Dichter, mit biogra<* 
phifchen und literarifchen Notizen (Halle 1806.) (Cb. 2. 9» 
354—281. En $artmann (Äretfcbm. Ä>. Bo 5. S. 48.) 
(Slegie auf ^o^ann &entamin tTTicbaeltd (Äcerfcbm. tt>. 

5. €5. 20.) 3?t>mgu^S be$ Sorten ®efang , al$ SÖaruS gefdjla* 
gen war/ ttietted ßteb (nacb der erffcn Ausgabe) £te JUage 
9tyin<nu>&$ W Sterben/ werter ©efang (nacb der etflen Bus« 
gäbe)» 

4, in Voigts 3u6tpabl öeutfcher ^beldtcbtec **♦ B. 
280 — 286. adn fabeln aus bem fecbstenjbanöe wm&retfcb* 
manns &ammtlicben Werfen. 

5* in 3^röens Blumenlefe deutfcher Sinngedichte 
«09 — 21$. fieben unö *tr>anjig Epigramme au* fcem zweiten 
2mnöe ber BammtUcben XDerfe. 

v itclSutecungcn Keetfcbmannfcber (Beliebte befmben ftc^: 

1. in ber Heuen Äibliotbet* oec fcbd'nen X&iffenfcbaftcii* 
#5 31. ©tef 1. @. 75 — 79. äerglieberung ber ^ytnne: £>ie 
roafcre ©titfe (Äcetfcbtn. *£>. £0 2. e> 54.). 

2. in Vcttetrlcins <£t>ref?omatt>ie oeutfebet (Bedtcbte» 
»03.0.607 f. £)a$ Epigramm: 2>ie Dtctyterinn (ätetfebm. 
tt>. 2So 2. e>. 287- ) «ntt «inigen unbebeutenben anmer« 
tunken. 

Urteile übet ^m. Äeetfcbmanna ttebrerifebe Vet* 
bienflt; 

1. in (Äattnetra) Gfrarafteten öeutfebec fciebter unfr 
ptofaifren e. 437 — 439. 66 ifl ein ma&reS SBort, wenn £r. 
Äutrnec am <5$luffe feiner ßfjarafterifW fagt: ,/2>aj$ wir btefen 
eblen, beutfefcen ©ann, biefen 'angenehmen ^aiionalöidjter mcjjt 
allgemein nad? Würben fd?dfeen, ba$ tjt unfre ©d>u(b unb unfre 
Cdjanbe ! " 

3. in ber Äiterartfcbcn Äcife Darcb JDentfcbianD, ^eft 

3. e. 27 f. 

3. in ^troens Blumenlefe deutfcher Sinngedichte 41» 

Wacbticbten t>on feinen ^ebensurnftönoen unbScbriften: 

1. in tX?etj (Belehrtem @ad?fcn oöec Vev}eid>m\Te öet 
inCbucfacbfen ietstlebcnoenecbriftfreUet unO it>ret:Q<b«f* 
ten ö. . . . 

2. in TPetterletns ^anobuebe Oer poetifeben £UerAtue 
öer S&eutfcben 498 — 503. 

3. in OTeufcis Gelehrtem Dcutfchlande (&U5g. 5.) 

4. 0. 266 — 268. 10. @. 143. 11. B. 461 f. 
4. in (Dtto'a Äcrifon Oer feit öem 15. ^Jabrbttnöerte 

verdorbenen uno jetjt lebenden (DberUufigifcben Öcbrift* 



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3o&* <£&r|tn. Jtruger* 



ffeter ttnb Äunfrler, 25*> 2. Hbtfy. 1. Q>. 336— 340. 3. 
2totb. 2. 749. 

6ein JÖHönifl Dor bem 71. Banöe ber tTeaen ÄtbUetbel? 
öcrfcbonen tPiffenfcbaften (1805) bon Sole nacb einem febr 
gut getroffenen (DelgemSlöc au$ ber ^ortrdtfammlung be$ r>erfror* 
benen (Bleims. 2)ic 3>tatte würbe auf frcunbfd>aftttd)c SSeranfiaU 
hing be* äerrn ttiy UusHn Berlin geflogen unb bem Siebter ge* 
ftenfc 2>cr Stieb i|t fd>6n , aber bie Z^nli^Uit berfeblt. 



3of)ann e^riflian trüget 

würbe 1733 in 25erlin r>on armen unb geringen Gittern geboren, 
diejenigen 3abre/ wo ber ©runb $ur #uöbitbung ber diente unb 
ct$ GbarafterS gelegt werben muß/ traute er in bem IBerlinifcben 
(Bmnnafium $u , weichet unter bem tarnen be3 grauen Kloffers 
Mannt ijt ©ute natürliche SEalente mußten ficb in einer fo wobl 
tingeriefateten ^cbulanftalt fru^eitig entwickln. Kruge r befebloß, 
ber Ärmutb feiner drltern ungeaebtet / ju fhibircn. (§r roibmete ftd> 
ber Sinologie, unb bejog baber anfangt bie Unfoerfttat *<$al(e/ 
naebber aber bie ju ^ranlffurt an Der (Döer. 6r fcir>e ftcb inbeffen 
8«iou)igt 1 feine afabemifebe fiaufbabn abjuf urjen , inbem e$ ibm 
ganjltcb an ber n6tbigen Unterjiüfcung gebracb. 9lacf> bcr S?ücf^ 
tyx inS t/4terlicbe $au5 erwarteten ibn neue ©orgen. Sieb um 
ein Amt / ober auü) nur um eine 4^au$lebrer jieüe 5" bewerben, 
war er ju blobe/ unb glaubte ju betben/ t>orncm(icb ju ber (enteren/ 
immer noeb nicr>t genug gelernt ju baben. <5r war überzeugt / baß 
&ur mtyzn Sötlbung be6 ä$erfranbe§ unb ^erjend febr Diele McnnU 
i# erforbert werben. ©anj t?om ©lüefe öerlaffen / unb bei einer 
fe&r mittelmäßigen ©abe, ftcb bclkbt ju macben, far)e er feine 3u= 
?ud)t übrig/ al$ fein Talent jur $Poefte> baä ftcb fr«b geäußert 
b&tte/ juöelegenbeitögebicbten aniuwenben/ ober aueb feinen Jtum- 
mer bureb ben Umgang mit t)en SDhifen ju wfebeueben. 2Cber bei 
tiefer broblofen Jtan|r lief er oft ©cfaf;r / p öerbungern. (5ben atö 
Ätuger mit ber bitterften 2trmutb ju fampfen l)atte / befanb ftcb 
Öcbonemannfcbe Bcbaufptelergefeüfcbaft in 23erltn. Qx 
W ten Einfall / ein SRitglieb berfelben ju werben , aß ba$ naebfk 
Äel ju feiner (Spaltung an. <Sr entbeefte alfo bem SMreftor ber 
©wüfebaft feinen Söorfafc , unb würbe bon biefem mit greuben auf? 
Rommen/ inbem ein/ mit ben febinen 2Bif[enfcbaften febon w* 
^uter, 3Rann feine alltSglicbe 2Cfqui(trion für bie SBubne war. 
Krüger betrat alfo 1742/ im ja>an*igf?en *Jabvc feinet 7LtUx$, 
M ber Langel bie Bcbaububne/ wo er ficb balb beniöeifaü beö 
?Wurrt$ ja erwerben wußte, 6r wiblte mit gutem Erfolge 
1tt*e Sollen, welcbe (larfcre§ Rcucr/ einen gcwijfcn Oiolj unb eb ; 
len £ro& erforberten. 2)aben>^te er meijienä einige , Syran* 

nen, 



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n8 



3ofc. Gfcrftru Ärugtr. 



nett/ unb bie oornehmften $erfonen im Oberen tuftfpiel. £>b er 
nun gleich für lächerliche Sollen im 8uflfpiel ein &u gefefcteS SBcfen 
l>attc / fo mißlangen ihm boeb auch ber (Bergige, ber (Eartuffr, 
ber ^er*ocj tTJichcl mcr;t ganj, weit feier baS gad>erltd>e bureb eine 
ftnfiere 9J?iene / ober wrjleüte 33lobigf eit beroorblicftc. aber au# 
frei ben überhäuften Arbeiten/ bie fein neuer ©tanb mit fieb brachte, 

fefete er bennodj baS ©tubiren unermübet fort , unb fudjre befon* 
>erS bureb ben Umgang mit angefebenen ©elebrten bw fluSbilbung 
fetner Talente ju beforbern. 2US er baber mit ber Sefroncmann* 
fchen ©cfeüfcbaft nach Äeipjig tarn, fhebte er balb nad) ber 23c* 
fanntfehaft mit ben borttaen guten £&pfen unb hatte baS ©lücf , 
fowohl wegen feiner Talente unb Neigung &u ben febinen SBiffens 
fchafren, als aud) befonberS fetner eblen/ reebrfebaffenen ^cnfungS* 
art wegen, fid> bie greunbfer)aft eines (Bellcrr, Äabencc, <£ca* 
tner, Bcbicgel unbCBifefe ju erwerben. Sehnliche Sreunbe fanb 
er in Jbvaunfdbxvei$ , wo &d)6nemann ofterS fptcltc , an (Bkvf 
tiet,ü£bert unb ^aebacti. CS war übrigen* bamatS gewor)n* 
lieb, bafj bie ©cbaufpieler felbft tbeatralifebe ©tiefe verfertigten. 
£)icfj ermunterte Reudern , feine Gräfte ebenfalls in foleben Zxbtu 
ten $u oerfueben. <5r braute aber &u biefer tfutorfchaft mehr mit, 
alS man bamalS bei beutfeben <5chaufpielern ju ftnben gewohnt war, 
eigene Talente unb 33elefenheit in guten ©cbriftfleüem. <5cin er* 
tfer Skrfuch war ein l'uftfpiel in brei Buftügen i fcic (BcifrUeben 
auf Dem JUnöe. ^rarrfffcrt ttnö Äcipjig 174;. 8- tT. 7i. 
ISbendaf, 1744. 8- »iüig battc er tiefen rohen &erfuch, ben 
er noch auf ber ©chule gemacht r)atte / unterbrüefen foüen. öS 
aar unüberlegt/ einen ganjen <3tanb, unb noeb bajuben, bem er 
füb ehemals felb(l hatte wibmen »ollen, jum ©egenflanbe eines 
fomifchen <5tüef* oon ber niebrigfien ©artung, unb baS auS einer 
2Crtoon9tocbfud)t, $u wählen, unb babureb baS Sweater, baS 
obnebin oft obne ©runb oerbammt würbe / in ben &uf ber Unftrtr 
liebfeit ju bringen. £>aS ©tücf würbe, ob eS fcr)on griftenthcilS 
platt unb poffenbaft war, um befto begieriger gelefen / ba cS fogleicb 
nach feiner (Srfcbeinung fonfifeirt würbe. (Sin Ungenannter wölk 
te 1744 Ärgern mit folgentcr 9?epltf fhafen, bie aber ohne aüen 
SBtfe getrieben ifl: X>erbc(fccungen und Sufirje öcs Hufe 
fpiels: JDic (Bei|üid?cn auf öemilanöf, in zweien ^anMun* 
aen , fammt i>eflcn Uacbfptele. 3n ber golge lieferte Krfcgcr 
bie Ueberfefcung einiger ©c^aufpiele beS ttTarivaujc*) unter bem 

*) Pierre « Carlet m»irit»au>p, fle^. »u pari* 1688. ßcjl. 1765, 
bramatir'cbcr ^iefeter unt> SRomancnfcbriftttcDcr. fuebte ben etn^ 
f6rmißftfn tonventionetten CMcCfcbafrSton auf M Jbcatcr äu bringen, 
deinen ^fearafterm fcblt Jcbcn uiu) feinen Öarfteüunjicn ^anMung. 
5)cr ett?l \\\ roioelnt) unb fofrbar. 5)ic SKomanc haben mit feinen 
bramatlfvben Arbeiten gleleben Sbaraftcr unb ©ertb. «Berat. €b«* 
taf tere Oer rome&mflen SDiebter «Ucr Haticncn (nad)tr<$qe 3 u 

6ul* 



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3(o&. <S&rf!ti. Stt&set. ng 

Zikl: ©amtntttng einiget Äuf?fpiele aus Oem $can*$fifcbcn 
Des £TCarit>aur. Hefter, ju>cttec Ebeil. -^annoucc 1747. 
1749. S. (22 ®r.) £er erf?e tEbeil enthalt: ®a& ©piel ber 
Siebe unb fccö 3ufaÜ3 ; £er äöetrug ber Siebe; £>Cr anbre 33etrug 
ber Siebe; 3>er bur# bie Siebe gemixte $arlefm; 2>ie ©flaveiv 
mfel; 23er SJauer mit ber Ghrbfcbaft. £)er weite ttbeü enthalt: 
2)ie betberfeittge Unbcftanbigfeit; 3>aö falfcfye Jtammerm<tod?en 
eber ber gefhraftc ^Betrüger; £)er befebrte spetitmaitre ; ®ie 3nfel 
ber Vernunft ober bie t leinen Seute; £er unvermutete SCuSgang; 
5)ic 23iebervereinigung ber £iebe$gotter. 9ta$ biefer Ueberfefcung 
ftnb bie ©tutfe beS tnatiüaujr oft gefpielt worben, bi$ (Bittet 
$eigte, wie iTCaru>aujr, unbefebabet feinet feinen SBifeed, ber« 1 
beutfebt werben finne. 9Rod) anbere Ueberfefeungcn franjoftfebec 
^cbaafpiele von Ät&gern ftnbet man in ber Bcbonemannfcbcn 
©d^ubühne , welcbe unter bem ^ttel erfdjienen ifi: eebaufpie* 
le, roelcbe auf öer Qcbonemannifcbcn öebauböbne aufge* 
fubrt rootöen. t e>ecbs Cbeile. 5«ttn*faitt 1749. 8- (3*W*«> 
Sur eben biefe$Bm)ne febrieb er aber aud> außer vergebenen alle* 
gorifcbenX>ocfpiclen, mehrere eigene Äufffpiele, woburefc er für 
bie 3ufunft $u angenebmen Hoffnungen berechtigte, ßeiber aber 
trurbe er mitten in fetner ßaufbafjn weggerafft, <£r war gewollt, 
unb wegen feiner vielen Arbeiten oft gezwungen, ganje 9tad)te jum 
Stubircn anjuwenben. (Sine folebe 2lnf*rengung vermöge fein, 
obnebiefj nur färvatyx, Jiirper nic&t aushalten. Gr $og ftd> 
fcabureb bie Tlu^cbrung $u, welche fo gefcbwmb überfcanb nafcm, 
ba§ er ben 23. Euguft 1750 $u -^ambuirg , im adn und jwan* 
5ig(ren 3*bte feineS 2tlter$, ftarb. 

Äc&orece t&eatraltfdjcr £id&terru$m gr ftnbet fi# fauptfac&ft# 
auf bie fcujlfpiele: JOet blinöe i&bemann, JDie Äanöiöaten, 
unb ^erjog tnidyel 3u einer 3eit, ba bie (Bottfcbeöianet: fo 
viele alberne Äomobien lieferten/ war e$ merhtmrbig, bafj Äc&gee 
& verfugte / in moiietens gufftapfen ju treten , baj* er einzelne 
fomifebe (Situationen gut anlegte, viele unb wal;rc ßfjaraftcre 
mit natürltcben unb wabren3ügen barjfeüte. Söefferen 3ufammcn- 
bang beS ©anjen, weniger ^lauberbaftigfeit , einen gebrangteren 
unb gerunbetern 2(u$brucf bitte er vielleicht mit ber 3eit noefy er* 
langt. Scfet bebarf e$ freilicb vieler yi<x&)\\&)t unb ©ebulb/ wenn 
man bei Sefung ber Kcftgcrfcben <3cbaufpiele bie balb einlcuc^ 
tenben mannigfaltigen gebier i^rer Bearbeitung überfeben unb ben 
Sior^ug anerfennen will § ben ftc vor ben metjlen bamaligen ^bc\u 
terftueten in eben bem ©rabe bebaupten, in weld^cm ftc ben naebbe« 

rigen 

Öul3cr» allgem. fcbeoric ber (ebenen Sftnfle) 25b 6. ^tdf n 
110 — 140. Cbrijtian ^einrieb Öcbmiöe Tinweifung 3« 
^enntni^ Oer rorncbmften Äücber in aüen Sbcilen Oer Txd)V 
fun(l S. 589 f- 



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3o$, Sfcrtfn, Ärüger. 

rtgen befferen Arbeiten unferer meijten neueren Suftfptelbicbter nadb* 
äufefcenftnb. //2Birflicb/ fagt /lefiing (in feiner ^ambttrgi* 
feben ^Dramaturgie/ Xlum. 83-) bat unfere ©übne tticl cm 
Ärgern uerloreiu (Sr batte Talent jum 9tiebrigfotnifcben / wie 
feine KanöiDaten beweifen. 2Bo er aber rübrenb unb ebel fepit 
nriü , ift er froflig unt) affeftirt. " SRan bemerf t faj! überall fein 
SBeftrcben nacb (Srreidjung ber moliertfcben Lanier; feiten aber 
ift er ganj glücfticb barin. 3n feinem Dialog berrfd)t nod) alfjutiet 
müßiget ©efebroafe ; auch faben feine ßfjaraftere nur fetten tnter* 
fffante unb auffaUenbe äuge ber 9catur. Söenn man aber bebenft, 
roa§ Krüger unter ber ferneren Saft ber Arbeit/ bie ifcn al$ ©d;au* 
frieler brüefte/ unb unter ber nod) traurigem »efd)werbe eine* ba* 
binwelfenben Jtorperö/ bei ber fieten Süeranberung be$ 2(ufcntyalt$, 
bei ben mübfeligen Ueberfefeungen/ bie er übernehmen mufjU/ um 
nur etwas über feinen bürftigen (Behalt ju spinnen / bennod) ge* 
leijtet l>at/ foroirb man kid)t fd;ließen fönnen, maS er unter ae* 
genfeitigen glüefliebern Umjtanben, bei reiferen Safjren unb gepruf* 
terer (Srfabrung noeb oteücic^t geleiftet baben mürbe. 

9lacb feinem $obe erfdnenen : t?obann <D?rif?ian Krügers 
poctifebe unö tbeatraltfcbe £5d)riftcn, herausgegeben von 
Johann ^rteörieb &6n?en. £eip*ig 1763. 8- (18 ®r.) £)er 
Herausgeber (f. ben 'Ärt. SLowtn in bief. £er.) roablte unter ber 
Spenge oon Ärgers binterlaffcnen papieren nur biejenigen au£/ 
ton benen er glaubte, baß jte bem 9>ubltfum vorgelegt 51t werben 
Wbienten. s J)ton fmbet fjier alfo: 

1. poetifdbe Öcbrtfren £>. 1 — 84. 2>ie meiften berfetben 
ftnb geif?lid)en unb moralifcbcn 3nfc>alts, fteugen t>on ber (Sbr* 
furebt be$ 8$erfaffcr$ für bie Religion, unb (inb 511m ^ctl in neue* 
re ®efangbüd>er aufgenommen worben ($. 53- (Entfernet eud?, 
»nfel'ge Spötter jc. XOie madnig fprtdn in meiner Bccle/ 
«4err/ Deine Stimme rollcr ^ulö *c. 2Der ^err Des (Buten 
i|r mein -^irtc :c). Süperbem fmbet man nod) eine<6r$Sblung/ 
eine £pif?el an einen greunb/ eine 5«bcl, wrfebiebene Jiicöcc 
(fr 3fmene auf öen £>apbnis ©. 46. äapbnis auf 3fme* 
nen, paroöie oes vorigen ©.49. 2Mlönifl öcr^eölicb* 
feit ©.61.) «nb meiere Stnngeöicbte (j. 23. ^Dic ientfcbul- 
fcigang ©.75- 2>erJbetr«0 ©.81. 2)cr XlSppifd>e ©. 8'. 
^aS crflc t?on biefen brei ©inngebiebten ift unter einer gcboppelten 
Ueberfcbrift ©.75 unb 84 sweimat abgebrueft morben). einige 
von biefen ©ebtd)ten jlanben üorber in ber Sammlung vermifd^ 
ter ed^riften von Oen Verfaflern Oer Äremifd?cn.^ci* 
frage. 

2. Cbeatraltfd>c Schriften : «. Vorfpiclc. ©S ftnb ber* 
felben neun, in Sierfen/ unb/ nacb bamaligcr ©itte/ aüegortfcben 
Scotts C^cr 9iid)terjlubl beS ©efcbmacfS ©. 89. SRa^ia^eU 

ober 



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cber bfe ©eburt bcr SRinerva au8 bem ©c^irnc SuptterS 6. 10 1 4 

^crmamtf Söunfd) , an bem ©eburtSfcjie ©eorgä bc$ 3weiten, Jti* 
m$$ uon ©roßbritannien @. 117. 2)ie mit ben freien fünften t>er* 
fdwiflerte ©cbaufpielfunft ©. 125. # a K*> bic SBeforberinn bet 
freien Äünjre 143. (SpruS , am ©eburtStage^ be3 £cr$oa$ t>ott 
JBraunfcbweig <3. 157. Die SSerbienfie ber ©inner beö ©cfyaus 
fpielS @. 169. Der Ueberwinber wegen ber ©iege ber Greußen 
€. 179. £er <5ieg, ein SSater be§ griebenö unb ber ©lücffcligf eit 
6. 191.) — b. Jlufffpiele: £>et blinde (Ehemann, cin&uff* 
fpielinotet Handlungen Ö. 213— 290. (£)a$ geenmabr* 
c^en, welche^ babeip &um ©runbc liegt/ i(l ba$ erjk/ welches ein 
beutfeber Dieter jum ©toff eines ^uftfpict^ wählte, fluch erföeint 
Wer Krifptn ^um erftenmalc auf ber beutfeben SSübne. 2C'f?cobaU, 
fo* blinben (5f>cmannS, Butter war ihrem Scanne ungetreu / unb 
erzeugte ihn mit einem ^rinjen/ berbaburd) Untreue an einer gee, 
Gahmens CUria , begieng. 2>ie See rächt ff* baburdb , ba ß 
2lf?cob«L blinb auf bie 2Belt f 6mmt. Ungeachtet feiner Sötinbbeit 
heiratet er eine gewiffe Jiaura / bie ihm auS SRitleib tr>rc #anb 
Siebt. £a$ iji nun eine fo wrtrefliche ©attinn, baß fte ntd>t allein 
feine Stinbbeit nicht mißbraucht/ fonbern auch aUen flcacbjiellungeit 
glucflid? entgeht (Sin gewiffer ?>rinj/ ber, wie ffd) am @nbe jeigt/ 
ein «ruber be* flfftobals ijt, »erfolgt fte mit feiner Siebe. £er 
äammertiener beffelben , tnatotin, wenbet alle* an, bie gifer* 
futbt bee ÜEanneS / unb bie föaebbegierbe ber Stau ju reiben , um 
bütureb bie 2Cbftcbten feines $mn ju beforbern. &rifptn,eiit 
5Jaa>bar be* 3ffrobal# erjagt bem blinben ^bemanne alle 23er* 
liumbungen, bie er au§ bem Sftunbe feiner, felbjt nur ju bublcrU 
Wen, grau über bie Äauca gebirt fyat 2)aS alleS ^ufammen 
macht wirf Ud> ben blinben (5b<mann im baffen ©wbe eiferfüebtig. 
Pachtern aber bie $ugenb ber grau genug geprüft worben i|r, wirb 
2lffrobai, na* bem 2Biüen be$ ©cbtcffalS, febenb. jünger »er* 
»anbelte 1784 ben X>lin&eni£\>emann toon Ätager in eine <Dpe> 
rette. ©. ben Ert. jünger im 2. Äande bief. £er. B. 524.) 
— fcic Kandidaten oder dietHittelju einem 2lmte *u getan/ 
gen, ein £itfrfpiel in fünf Handlungen £>. 291 — 4»4« 
»urbe jum ctrffenmafe 1748 in Jöraunfcl^toeig/ unb nachher auf 
*öen beutfehen Theatern / mit großem 8$ii\aUt aufgeführt. -«Ser? 
mann, ber einem ©rafem 'einem geizigen unb Derbuhlten 2Clten, lange 
Seit als (cefretar gebient h^t, fucht bei bemfelben auS Siebe ju feiner 
Caroline um einen ,9?athSherrnbienfl an. 2£flem ein 3gnorant befrtcht 
benSrafen mit©elb unb bem SSerfprechcn/ ihm eine 3ufammenFunft 
mit feiner grau ju geftatten. 2)ic ©cmahlinn be§ ©rafen glcid)t 
i^m an Torheit/ inbemfte, ungeachtet ihrer hohen Sa&re « noch 
bie Äorettc macht. 6in ^berfier, ben fie beleibigt hat/ fcf>icft einen 
Sabnrieb in bürgerlicher Äletbung ab/ ber ben ^anbibaten fpte? 
tot, unb fich iu bem <5nbe ta fte »erljcb( peKenjmuf, 5Da bic 

. v ©ras 



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122 3o&. G&rtfn- 5truger\ 

©rafmn wtrfltd^ bic 4>errfd)aft im #aufe ffifert ^ fo erregt er fei* 
nen 3wecf gar batb. ©o balb ibm aber bie ©teüe jugefa^t be< 
fd;amt er ffe burdj bie Cntbecfung feine* »abren ©tanbeö. 2Cm 
Crnbc befommt bod) ^ermann bie ©teile, ift ein Sartuffe 

t>on Snformator eingeflößten , bem ber ®raf eine Pfarre üerfpricbt, 
rcen.n er ibm ba3 itammermabeben öerfübren fcilft. 3n bem Äo* 
tmfeben Cbeatcr öer 2>euifcben älterer anö mittler leiten, 
herausgegeben von i^erm Xttflius, Jbb i. fcat »agenfetl 
bie Äanöiöaten t>on Kröger unter bem $itel: VDeiberranale 
fcie beffen &analc, teränbert geliefert) — fcer Ceufel ein 25a» 
renbautcr, ein &uf?fpiel von (tinet Handlung B. 415 — 
446. (3n Herfen, din Lüfter üerliumbet eine grau bei ibrem 
gflanne olS untreu, unb »erfpriebt, fle/ al$ teufet wrfleibet, t>on 
fernerer Untreue abjufcbrecfcn. 2CB ftcb aber ber 2Rann t>on i&rer 
Sreue überzeugt / entbeef t er ibr bie 9Jtof?erabe , unb ber $eufe( 
bekommt berbe Prügel. 3n Wien fptette man baber biefc $offe 
feit 1767011^ unter bem £itel: *Der gepr&gelte (Teufel ) — ^ec< 
30g tfticfccl/ ein £uf?fpiel t>on einet 45anMung 447 — 
468. (3n S3erfen. naefj ber fronen (Sfydbtong: £>as auagerecb' 
nctcCBlucf/ tn>n3o{>. Tibolpb Öcblegel [in ben Heuen 2öeu 
trSgen $um Vergnügen bes Vexflanbes unb XDit$es, JS>b 4. 
&td 1. in ^ob. Hbolpb Öcblegela fabeln unb (Snablum 
Qcn/ jum 2Dru<f befiedert von Karl Cbriffum (Barmer £>. 
65 — 83» " n b in 2Camlers Fabellefe, 25. 3. fcTum. 23. mit 
2(enOcrungcn] ein ©tue! , ba$ fid; febr lange auf tem Sweater 
crbalten bat-) — £>er gl&cf lid^e&aneerottrer, Fragment eine« 
JlufJfpicls (3n 9>rofa. £)er erfte SCufeug ifl ganj/ t?on bem an? 
bem ftnb nicht r iöig jwei Auftritte ba). 

Söergl. JßubltotbeH &er {<b6ncn tt>iffenfcbaften, Jbb 10. 
BtcH 2. @. 240—251. 0*5obU Äurjcr Unterricht in den 
febonen XDiflcnfcbaftcnf&r ^rauenjtmmer, (Eb. 3. ö. 474 fO 

Wad?rtcbten von 2tr6<ters£ebensumf?anöen unb£>d>rif* 
ten f befleißen Urteile über fein Verötenfr al6 tbeatralifcfcer 
*Did?tcr pnbet man : 

r« in Horbens ^orre&e ju ber *on t'^m beforgten Tfu^cjabe 
»on Ärucjcra poetifeben und tbcatralifeben Ö>d?riften. Är&# 
cjers moraltfcbcr Gbarafter wirbbier fo aefebilbert: /rRr&ger jeieb« 
nete (ich nicht bloß burd) feine Cjeifligen Talente/ fonbern auch bureb 
tie S5or^ü<je feinet moralifeben ßb^w^rö febr »ortbeitböft auS. Ott 
war roll (§brfurcbt gegen bie Religion, aufriebtia, unb bienjlfertig ge^ 
gen feine 9?ebenmenfcben/ flctS befd>eiben mit feinen ©aben, immer mit 
einem mäßigen ©lucfe »ergnugt/ ein geinb ber ^^ort>etten/ niebt ber 
3:f)oren. ©ein (3tanb maebte juweilcn ibre ©efcüfcbaft not^wenbig. 

irar ganj 3artlicbfcit gegen feine Sreunbe* unermubet in feinem 
^Berufe , gebulbig in feinen Ceiben, getroft unb freubig im 3^be." 

— »r&. 



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t 

— %r&get felbfi befc^retbt feine ©cburt imb erfle Sugenb in ber 
CrpijUl: 2Da£ ein befcbtoerücbes unö unrubiges lieben ein 
glucffeliges &eben fepn !^nne (Poetifcbe unö cbcatralijcbe 
Bcbrifren B. 6g f.) auf folgenbe SBeife: 
3d? / ben bie filtern felbft niebt gerne fommen feben/ 
23eil fte bur<b meine ^lot^ nur tyre Sßotfc er&tyen/ 
^örina' ein retyfcbaffneS £er$ / fonft nicbtS , mit auf bie SBelt, 
Unb finbe faum für mid> ein SBinbeltud) befleUt. 
£a* 3abr gebt balb vorbei / ba ic& bie »ruft gefogen, 
2)onn n>erb* icb fümmerlicb bei grobem Srobt erlogen. 
9£an beugt mieb untere 2fod> / unb fragt niebt/ bifl bu fatt ? 
£er Scbultburm, f^Jrfl bu niebt/ bap er gelautet bat ? 
£te 2Bei§beit fpeifet ba bie lebrbegierge ©eele/ 
Unb bie t>ergif5t/ baß noc&bem Wagen etroa$ feble. 
Maum febreib' i<b, unb icb muß um mein Söerbienft fcfyon flefyn> 
Unb muß in JUnberfcbubn mein ©lütf febon fueben gebn/ 
9J?u§ meine ©inner oft, wa$ fie befehlen ? fragen. 
SBeit fte mir b«lfen ? — nein! blofhwil fte mieb bef lagen. 
Unt> roenn mein faurer gleiß ben fcoljn &u ernten benft, 
<5o t&ut mein ©inner gar/ aß ob er mir ibn febenft. 
2Beb mir, wenn id) ibn niebt aß einen ©Ott oetebrte 
Um einen 2Crbeitdlo^n , ber breifacb mir geborte u. f. w. 
a. in (&attnera) CfcaraHteren öeutfeber Siebter unö 
Profaitfcn e>. 296—298. tofirtlicb nrieberbolt in ^irfebings bi/ 
f?ocifd> * literaeifebem ^anöbuebe, #0 4. 2lbtb. 1. 6. 14 f. 

3. in (LbtiiHan ^einrieb G>cbmiö3 t7ct!colog, 23ö 1. 
B. 266—278. nad> Zewens ttorreöe, mit mebveren, ftaupt^ 
faeblicb literarifeben , $ttfät$en. DeSgL in £benöe(T. (Ebronoio* 
gie Oes öcutfeben fcbeaters 104 f* 113. (5logels (Bc* 
febiebte der fomifeben Literatur, £ö 4. B. 323.) 

4. in £fcbenburgs 23eifpielf«mmlung *ur Cbeorte unö 
Literatur öer febänen tDiflcnfcbaften, #ö 7. 3^8—345- 
wo jugleicb eine probe au$ bem fcujifpiel: JDie Äanöiöatcn, mit« 
geseilt wirb. 

5. in ^eertoagenö iliteraturgefcbicbte öcr evangelifeben 
Äircbenlieöer , (Eb. 1. 270 f. £>c$gl. in Äicbtcrs 2(Ügem. 
biogcapbifdjen £ejci£on alter unö neuer geifflidjep &icöer< 
ösdnet 0. 179 f. 

6» in 6>am. &auts (Ballerte öec bevabmteffen SDidnce 
öes acbtjcbnten ^abrbunöertd B. 207— 212. na<b ilourcr.d 
Vorceöe unb fSfdjenburgs ^eifpielfammlung. 

7, in bem ^annoüerfdien ttta$wn 1768. BtcE 20. 
4M f. 

Hamlet nabm in feine Lyrifclie Bluhmenlefe 5. X7nm. 
25. ba$ gieb mit ber Ueberfcbrift: 3Dcr bcfcicl>i$tc XPunfcb 

^poe* 



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124 . 3o§. ©to6 £rüg«r, 

(Poetifcbe und tf>eatraltf*be öcbtiften 73.) auf/ Jnberte 
öfter tue Ueberförift/ fo baß fic: fcec ungleich befriedigte 
XPttnf*/ lautet. 

Sodann ©ottlob Ärfiger 

würbe ben 15. SuntuS 17K *u ^atte im tna$öebttr$tf<ben 
geboren, wo fein 3$ater ein fünfter Ubrmacfcer unb üflecbanifu* 
war. SBeil er ber einjige ©obn feiner eitern / unb ber ©ebeimes 
ratb ^offmann fein f)atbe war/ er uberbieg eine fd)mact)ltd>e 
Sirperf on jfitutton / bo* aber einen aufgeweeften ©eiffc Ijatte, fo 
würbe er jum ©tubiren bejlimmt/ unb leckte ben ©runb in e>ptr<u 
eben unb XPiflenfcbaften auf ber lateinifebeti ecbule be$ XüaU 
fcnbaufcB $u ^alle mit folgern gleiße/ baß er febon 1730, alfo 
im fünfzehnten Sab« feineä tfltcrS/ mit SRufcen bie Unmerfltdt be* 
Rieben tonnte. (5c wibmete fid> ber 2lrjneig;elet>cfam£cit, fhi* 
birteaber twrjüglicb pbüofopbic/ *7atutl?unC>e unb bic bantit 
t>erbunbenen matfrematifeben XDifienfcbaften. ^lacl> Serlauf 
von brei Sabren öifputirte tx, unb ftena. nunmehr an, ptrilofo* 
pbifebe X>orleftfngen 5U galten. 5m 3abr 1737 würbe er ttta* 
giftcr, i742 3DoEroc Oer tneötcin , ba§ folgenbe Sabr auffet; 
ctOentlicbet, unb balb baratof oröentlicbet Profeflbr öet 
naturlcbtre auf ber 5rieöricbauniüecfität %\x ^aüc, unb fefetc 
feine biSbertgen |>(>tlofop^tfc|>en SSorlefungen / fo wie befonberS bie* 
jenigen über bie SRaturlebre / ber er bunb feine große Äenntniffe/ 
tmb bureb feinen angenebmen Vortrag Diele greunbc toerfebaffte, 
mit ausgeweitetem Söetfalle fort. 3m 3ab*e 1751 würbe er al$ 
pcofeffbr Oer pbilofopbie unö tttebicin nacb ^elmftSöt bea 
rufen/ wo er ben 6. £)ftober 1759 (färb. &ie Jfaiferlicbe HH* 
demie öec CTaturforfcbet &u TOicn, bie $6nigltcb ?>rcugtfc^e 
21 fadem tc Öec XPifi*enfcbaften $u Berlin , fo wie bie Öeutfcben 
(Bcfe Üfcbaften ftu -^elmtfj &t unb (Böttingen Ratten ibn ju i&rcpt 
Sftitgliebe aufgenommen, 

Är&get: war einer ber erjlen/ unb man fann fagen/ unter 
biejen erjlen einer £er glücf liebffen / ber bie fc^&ne Literatur einer 
jrnnblicben $Pbitofopbi* t bie b$ber entweber einanber ben SRudcn 
jugefebrt/ ober gteiebgültig unb mit wecbfelfeitiger ÄJeracbtung ne* 
ben einanber fortgewanbelt waren/ naber $u bringen terfutfyte. 
£)ie £3cweife von ben baupgen unglüeflieben &erfud>en einer popu* 
liren (Sinfleibung ber ^btlofopbi* in ben Schriften feiner 3etts 
genoffen würben noeb jebermann Vorzügen liegen/ wenn niebt ibr 
eigener Unwertb fte ju einer £)un?elb*it tferbammt batte/ worin fie 
nur noeb bei bem ©<betnc ber näcbtlicben £ampc be§ gelehrten Jors 
f#W§ ber ^rtwturgefc^ic^te bemerft werben» 2>er langweilige 



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3o&. ©lob 5?tuger; 



«5 



Eon ber moralifcr/en 9QBoc^cnfd>riften / btc ju ber 3eit/ oB Ät&get 
fftrieb, baS große ?)ublifum Unterbatten (bitten/ ifl inbeß fo febt 
$nm 6pricbwort geworben/ baß aud) ber ungeteilte greünb be* 
neueren beutfeben Literatur wenigftene eine bunfele ßrinnerung bas 
von bat. SBer aud) in feinem £eben ben ffienfeben , ben (BcfeU 
liefen ^ ober einige anbere SBocfcenfdjriften öon afmlicber Lanier/ 
nur einmal in bie $anb genommen bat # ber Fann ftcb mit Sinerrt 
Slicfe überzeugen / wie svenig geiffrcidje Unterhaltung ftcf) ein fcefer 
ton gefunbem ©efcfymacf e unb reifer Urt hcilot'raf t von ibrem wÄfferi:? 
gen unb fd>6n ferm fotlenben Vortrage einer um>erftanblicben gebeim* 
niffoolten 9>bilofopbie ju üerfprccben babe. (K fann wobt fdperltdj 
einem gebilbeten 9ttenfd)en etwa§ ctclhafter fcpn / als bie tieffimti? 
gen Sebetmniffe ber tHonafcologte ober beä (Optimismus auf 
bem unreinen ©ewaffer cincö unfeinen (StubentenwifeeS baber 
ftynummen ju feben/ ober in ben verliebten ©eufjern eines abge* 
f&matften @rladons unb einer faben dblocinöe bor ben £)brert 
wrcbeifaufeln &u b&ren. Unb bat» btelt man bamalS für bie (Sinftei* 
bung i womit man bie SBabrbeiren ber 2Bcl trpei^heit in ber feinem 
SBelt einjufiibtcn hoffte. £>tefe$ abenteuerliche ©emifeb t>on fcb&? 
ferbaftem Unwife unb pofjienbafter Sitfligfett in ber gornt/ ba§ mit 
bem ernflbaften £iefftnn ber 9Ratcrie fo fdjreienb abfraß/ follte ba$ 
SJcbifcl feint, ben Unter riebt/ womit man bie moratifebert 
«ttanfbeiten t>e$ Stterfranbe* unb J)tt$tn3 ber großen 2Belt f>eitcrr 
»ollte/ fa)macfb<*ft 5« macben. wlan lieg e$ ftd> ntcf?t einfallen, 
baß e$ in bc m ©ebiete ber SBeltn>cB^ett nur einen gewiffen SBejirf 
gebe, ber bem bloßen gefunben SBerßanbe &ugänglid) ift/ baß auf 
ifcrer glur nldtf bie 9>robuf te / ebe jte &u sollen grüßten gereift 
finb/ inibrer fcbonflen 33lume müffen gepflüeft werben / wenn fic 
fit ben bloßen gefunben £$erjianb ibre 9tal)rbaftigfeit unb ibrert 
fcilenben SBoblgerudj bebalten follen; man ließ e6 fwr; niebt einfala 
toi, baßaue bem aanjen Umfange ber pbitofopbifcfjen ättiffenfcbaf* 
ttn bie allgemein nufelictyen unb allgemein serfianblicben 2Babrbeitert 
erjl müffen forgfdltig auägelefen werben ; baß ibre 3erglicberim$ 
nur biö an eine gewiffe ©renje bem ungelegten SBerflanbe erreich 
bar bleibe/ unb baß e$ für ijjrt anbere ÜKittel ber £arfteUung unb 
anbere Jlrafte ber Uebcrjeugung gebe, at$ bie gelebrte äergliebcs 
nmg, unb bie fxeife, fcbulgerecfcte £emonjtratton; man ließ e* ficf> 
nt*t einfallen, baß t* für woblgebilbete (Seelen ein anbereS 3ntercffs 
in ibren auSerrodbltern Steigungen gebe/ ba$ buretj fein Sntereffc 
»feiger hoffen unb plumper ©furrilitdt erfefct werben fann. Start 
nafjm obne SBabl/ unb jleUte obne ©efd>macf/ unb glaubte/ eilt 
to^er (Stoff/ wenn er nur mit gldnjenbem Jlittergolbe oevbramfc 
fei/ muffe mit eben bem SBoblgefallen angenommen werben/ wo* 
mit $erfonen t?on gebildeterem ©efebmaefe ein itleib uon feinerm 
©tojfe unb anfldnbigerer gorm annei;men. & würbe ein Sßunbec 
fepn/ wenn Är^gec fid> über ben ©efcfymacf feiner fcr;reibenbert 

o^eit^ 



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3o&. ©lob Srugir. 



3eitgenof[en fo weit erhoben l>atte / bafj feine 2Berfe bon öffert 
$Ra\)litid)m biefe§ IHoftcö fetner 3citen frei wären, ©Je ftnb e$ 
mehr. 6 ic fyaben noeb ^dufige ©puren von 3nforrcftion, oon r)od?^- 
gelebrtem ©d>erje / oon fabem SBike unb ungclenf er ©alanteric ; 
aber fte ftnb bei ibm feltener/ alö bei feinen gelehrten üeitgenoffert/ 
unb (leben neben äleinoben achten SBifeeö / bie and) noeb jefct bc5 
TtufbewabrenS wertb ftnb. 

©ein oorjügliebfteS / bieder gehöriges / 3Berf, iji folgenbeS: 
3of>amt cSottLob Rrugers (Ecaume. tnit einer Vorreöe 
von yofyAnn 2(uguft (Ebccbacö. tTctie uetbefleete Auflage. 
■«Salle 1785. 8- (20 ©r.) ZXe etf?e Ausgabe erfebien, -^aüe 
1754.8- biejtoctte/ lEben&af. 1758* 8- bie dritte, £behdaf. 
1764. 8» ^ber aueb noeb im Sabre 1785 fanb bie 8$erlag$banbs 
, lung ber Ärttgerfcben Eraume n&tty§, abermals eine neue Eufs 
läge ; it oeranffalten. ©djon bie fortbauernbe s Jtacbfrage nad? einem 
SöerFe be§ ©cfebmacfS in einer Kation/ beren febine Literatur feit 
ber erften Crrfcbeinung beffelben bem ©enie eineS XDielanb , ttletu 
öetefobn, Cfcngel/ (Botbe, ■ Hefpn^, &lopf?ocf, unb anberet 
grofen ©cbriftffeller fo oiele gortfebritte ju oerbanfen bat/ muß 
itatürltd) ein gutes SBorurtbeil für baffelbe erregen. dS muß einert 
großen Ztytil beSjenigen 2d>ten ©terlingSgebalreS in feiner Jtompo* 
fitton baben, ber einem SQBerfe beS ©eifieS feinen SBertb erbafe 
foüte fein ©tempcl aueb etwas veraltet fepn / unb bem bctrfebenbe» 
©efebmaefe, ben inbeß / e$ fei bie SBerbejferung ber Jtunfr, ober 
aueb nur bie &er inberlieb* eit ber ÜRobe/ eigenftnmger gemaebt bat/ 
niebt mebr gan$ gefallen Hnnen. #r. 9>rof. ^becfcarö in ^ßüe 
erbieit bei ber ju oeranfialtenbcn neuen Auflage ben Auftrag / bic 
ganje ©ammlung bureb$ufeben , ju oerbeffern unb auSjumerjen, 
»0 er e$ nJrbtg fmben würbe. SBie er ftcb btefern ©efebafte untere 
jogen/ barüber erflart er ftcb fetbft auf .folgenbe SBeife: //3u 3tra* 
gers 3eit/ fagt er in feiner, ber neuen Auflage wraugefefctett 
Vorrede/ batteu gewiffe ©egenjlanbe noeb eine SBiebtigteit/ bie 
fte iefet verloren b<*ben; man war nacbftebttg gegen gebier/ gegen 
bie bie ttortreflicbern SBerfe ber neuejlen Literatur ben beurfeben £e* 
fer noeb niebt ffreng genug gemadjt t)attm. 9)ton bat alfo biejenü 
gen©tucfc/ bie obne biefe gebier gar niebt erhalten werben tonn* 
tett/ in biefer Ausgabe ganj au^gemer^t/ unb bie glccfen in benje^ 
nigen/ bie be§ 2(ufbemabrenö n>ertb waren/ fo weit weggefeilt/ al£ 
e§, obne baö ganje ©epragebeö ©tucfeS ju oerwifeben/ gefcbebei» 
tonnte. (SS ftnb bei aller biefer ©orgfalt noeb Unt>üUfommenbei* 
ten juruef geblieben / woran ber 8efer feine 9?acbftcbt üben Fann/ 
unb bie er nur $u Oerjetben/ geneigt fepn wirb/ wenn einige SBor^ 
tref(td>fetten be§ 2ßerfeö/ wie man boffen fann/ ibn baju willig 
macben. enthalt aber einige ©tmfe/ bie man aud) je^t niebt 
obne Vergnügen (efen wirb. Unb biefe ftnb balb angenehme 3Üe* 
gorieii/ worin wirfiieb gemeinnugige 8}elebrua$en gefleibet ftnb/ 

balb 



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. 3o&. ©Ufr Ärüser, iay 

Ufo treffend »eiftiele/ worin allgemeine/ aber faßlid&e unb 
brawbbare SHkbrbeiten bem gefunben SBerftanbe in einem »ortbeiU 
bafren Siebte fc^r glucfltc^ bargeftellt werben. @d)on ber ©ebanEe, 
biefe Allegorien unb SJeifpicle als bie ©piele beS regellosen Ctau^ 
mes forjufiellen , iff ein fo glücf lieber Einfall/ baß er gewiß eineS 
guten -ÄopfeS wertb ifl 2)iefe gorm oerbreitet über manche ©tücfe 
mcfct allein eine gewiffe fettere / lacbenbe £aune/ aus ber bisweilen 
unerwartete gunfen beS angenebmfkn SÖifceS ^ert?orfpruf)en / fon* 
bent fie giebt aueb ben @rbidj>timgen berfelben eine Sttiene von 
2Babrbcit, bie immer gefallt/ unb bie fte nur biefer SSorauSfefcung 
t*rbanfen ffinnen. £>ie 9>^antafte febweift im Traume bureb baS 
ganje unbegrenzte Skid) ber 97ftglicbfeiten um^er, bringt bie un= 
pafTenbflen ©eftalten jufammen, überfpringt bie ungeheueren 
Klüfte beS 9toumS unb ber 3eit, unb ftebt aUe biefe 3aubergeftal* 
ten mit bem »ollen Anfdjauen / womit bie ©inne im 2Bad>en ba8 
©egenwartige unb 2Birflid?e empftnben. 2)iefeS regeifofen ©angeS 
ber ©nbilbungSfrafr bebient fty bie Äunfl mit meiern JBort&eife 
fcie »Iber unb ibregolge, fo unregelmäßig fte ftnb, jum »cfteit 
fcer 2)arjrellung ibrer unftnnlicben SÖabrbeiten ju orbnen. 3)arauS 
entfielen alSbann bie ©rbiebtungen, bie febon an für) niebt obne 
3ntcre|fe ftnb, wenn bloß »ilbnerei, Bewegung unb Seben fie in* 
tereffant machen , bie aber unter ber £anb ber Äunfl noeb anheben* 
ber werben , wenn biefe fie ut einem burebfiebtigen (Soleier für 
roiebtige 2ßabrbeiten maebt. &on biefer Art ifl ber bände« und 
neun ariö jwanjigffe Craum über bie BPabrbcit, ben wir ge* 
wiß ben fmmcK&ftoi Allegorien bet Alten unb ber Steueren an bie 
Seite fefcen f önnen." ÄcügerB (Ccaume ftnb* übrigens als eine 
9tad?abmung tcr <Befid>te beS pbüanDer von ÖittewalD arvi 
Sufeben (f. ben Art. mofeberofeb in bief. ger.) 

Unter ben anberweitigen fielen unb febafebaren öebriften bie= 
feS ©elebrten , jeiebnen ftcb bauptfaeblicb folgenbe auS : 

i. natarlebre, nebf? Kupfern unD voüftanbi$cn #e- 
giffern , mit einer IPorreöe von Der rubren Wcltnmsbeit 
begleitet von S- -äoffmanm («rffer Cfeeil) $allz 1740. 8. 
*u>eite Auflage , ISbenDaf. 1744. 8. Dritte Auflage / Äbenöaf. 
1750. 8. »ierte Auflage/ ISbenDaf. 1770. 8- — 3a>ettec 
Zbeil, n>elcber Die Pbyfiologie oder Siebte von Dem Heben 
unb Der (BefunDbeit Oer tnenfdten in fid> faffet/ nebfi 
Äupfern unO vollff an öigem Xcgifler. ^alle 1743. 8» weite 
Dermebrte unb mbefferte Auflage / ^benDaf. 1748. 8- dritte 
Auflage, ^benöaf. 1777. g. — dritter Cbeil f welcher oit 
patbologie oOer ^ebre von ben Kranfbeitcn in fid) faftet* 
^aüe 1750. 8. n»eite Auflage./ fEbenoaf. 1755. 8. Dritte 
Auflage, «benöaf. 1765. 8. — dritter (Ebeil/ rvclcbcr ben 
weiten tjattptabfebnitt Der patbologie/ Die bcfQtiDerepas 

tbo* 



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i28 v 3ofc* ©lob Äcugir» 

tbologte, entbalt. ^attc] 1750. 8. zweite 2f ttflage / (Sbenöafl 
'755- 8- öcittc Auflage/ £benöaf. 1765. 8- — Vierter CbeiL 
»eldjer öic Cbfmie entbalt. ^aüe 1774» 8- (5 $&l*- 4 ®r) 

2. fcic erffen (Bthnoe öer £7aturlebre auf eine leichte 
unb angenehme 2lrt *um (Bebraucbe Der « nC > Änfiiw 

ger entworfen, -^alle untf ^clmflaöt 1759. 8- ja>eite Bufc 
läge/ -«Salle 1763.8. (12 ©r.) 

3» 2>iat oöer Äebensorönung. «^alle 1751. 8« fweite 
Auflage/ £benoaf. 1763. 8- (20 ®r.) 

4. pbyfitotbeologifcbe Äetracbtungen einig«: (Cfciere. 
«ßalle 1741- 8. weite Auflage, £benöaf. 1746. 8- 

. 5. (Bebanten von ^rjiebung der KinDec. ^aüe 1752. 
8- (8 ®r.) 

6. D. ^obÄrtn (Botttob Kr&ger«, Öer SCrjneigelabrbeit 
nnO XOcltweisbeit oroentlid>en &ebrcrs auf oer Julius* 
Karla Uni*erfitat , Oer Äomifcb Kaiferlicben 2lra0emief öcc 
fcTaturforfcber/ Uno Der Konigltcb Ptenftifdben j2lf aOemic 
Oer XPi|fenfd?aften iHitglicOcs, Verfucb einer £rperimen* 
talfeelcnlebrc. ^alle unO <6elmf?a0t 1756. 8» (18 ®t.) 2>ct 
3nbalt beS 25udt>S ifi falgenber : Umleitung ö. 1. Kap. 1. S$on 
ber SBirflicltfeit ber Seele 23. Kap. 2. SSön bem (Srfenntmfc 
tterm&gen 9». 33. Kap. 3. SBon ber dmpfinbung B. 65. Kap. 
. 4. Bon ber Crinbilbung§fraft £5. 107. Kap. 5. Ben bem 2)td?* 
iimaöüermogen @. 176. Kap. 6. Bon SBadJen, ©Olafen unb 
SEriumcn 0. 180. Kap. 7. Born ©ebactytnijfe 8. an. Kap. 

8. Born Bcrftanbe, bem SBifce unb berBernunf* e>. 227* Kap. 

9. Bon ber ©leidfjgitltigfeit , Sufl unb Unluft 9. 250. Kap. 10. 
Bon bem 2?egef>rungSDerm6gen 254. Kap. 11; Bon ben ©e* 
müWberocguitgen 272. Kap. i jL Bon ber gretyeit ^.315. 
Kap. 13. Bon ber Bereinigung be$ SeibeS unb ber Seele 317. 
Kap. 14. Bon ben Seelen ber Spiere ö. 330. £en S*efd)lufi 
tnadjt ein 2lnbang t>crfd>feOener XPabrnebmungen, tr-elcbe 
*ur Erläuterung oer ecclenlebrc öienen e. 1—288. 

(Sine XPuröigung ber Krftgcrfcben Sraume/ befonbetS m 
Bcrgleictyung mit bem äujianbe ber beutfdjen Literatur jur 3eit ifc 
ux erften <£rf$einung, befmbet fty in ber Vorreöe beS 4>erm 
5>tof. lEberbarö $u ber wn tym beforgten neuen Ausgabe ber* 
felbcn. Bergl. (Horb. gel. Seit. 1780. @tc£ 30. 8. 252* f. 
(ebenen / wel^e bie altere TCudgabe nf*t fennen , i)ti$t e§ l)ier un* 
ter anbern, wirb eä oieUcidjt ntct)f unangenehm fepn, 511 tpiffen, ba§ 
burd) bie Söeglaffungen be$ ^c\Tn ^rof. CSbecbarO bic Bmabl 
ber (Ccaume oon 166 auf 140 auruef gebracht werben iji, unb bag, 

• • ttebjl 



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nebt Ärgere SBorrebe unb ber »eurtbeifong ber Stäume/ aufy 
bie (inten angelte Uebtcfetjart^ ber 3b&anolang com (Bot/ 
fcsöienfre auö ben Ceremonies et Coutumes religieufes de tous 
les peaples weggeblieben 

• ■ * 

Vtadbtidbten t>on Äragees &ebensttmft*ni>en unb litettt* 
tifcben proöuften liefern- folgenbe ©cbriften: 

1. Memoria Io. Goul. Kruegeri, Medicinae et Philof. 
Doct. et utriusque Profcff. P. O. Academiae Caeiareae Natur. 
Curiof. etRegiaeScienüarum Berol. Collegae, Societatis teuto* 
nicae Goetting. et HelmRad. Sodalis, Brunsvigae d. VL 
Octobr. a. cIoIocclix. defuncti* nomine Academiae Ialiao 
Carolinae fcripta a Io. Ckrifiiano Wernsdorfio, Eloqu. et 
PoeC P. P. O. Societ. latinae Ien. Coli, honor. Helmftadii 1769* 
4. in ber Biographia felecta f. Memoriae aliquot virorum doc- 
tiflimorHm cum commentationibus quibusdam aliis ad hißo* 
riara literariara fpectantibus. Edidit et praefatus eß Samuel 
Murfinna , S. Theologiae Prof. Publ. Ord. et Gymnafil Regii 
illuftris Reformati Ephorus. Vol. I. (Halae 178a.) G>. 259— 
37c. tmb Scriptorum Io. Gottl. Kruegeri Index 0.271—274. 

2. ^itfd>it\Q& bifforifcb • literartfcbes ^anöbudb be* 
ruhmtcr and oentoücöiger. perforier* , toelcbc in ocm acht* 
ahnten 3ar>ttmnöerte geßosben find, X>b 4. 2lbtf>. u 
0. 15 f» 



nmrbe f i73i ju Äreslatt t>on jübifcben ßltern geboren. ©d?öit 
feljr frül>jettig bemerfte - an an il;m eine ungemein ftarfd ©ebäcbts 
nrproft/ eine gröfje 8ebbaftigfeit be§ ©etffeS unb immer rege 2Bi§= 
begierbe. fenie diente ftd) irt ber golgc immer mebr unb triebt 
cnrrptcf eitert/ beflimmte ibn ber 83atcr, ein begüterter Kaufmann/ 
für bie jübifcr)e ©elebrfamfeit unb ba§ tbeologtfcbe <3tubium , um 
bie Jrcube jujjaben, in feiner Jamilte bereinji einen 2Cabbl $u 
feben. Xüein ber Erfolg entfpracr) ntcr>t feinen Erwartungen. 5)enrt 
bbglcicr) ber junge <-£pt>caim ftd) bei feinen natürlichen Jvibigfetteit 
feine gemeine Jtenntniffe in ben SSiffenfcbaften eines jübifd)cn ©es 
karten unb ber r>ebraifct>cn ©pracfye erwarb/ fo fonnte er boeb burd)s 
aus ber fcbolaflifcbeü £>ogmatif/ ben fopr>ifltfcr>crt ^ppotbefen/ bert 
erfünflelten ©ubtilifatert , fur$ allem bem 29ujle ber jübifcben ©c^ 
lebrfamfeit feinen ©efebmaef abgewinnen. £er £$atcr wollte enb= 
lieb bem fortbauernben SGBiberwillen beffelbcn niebt langer entgegen* 
arbeiten/ unb ba ber ©obn fieb lieber ber Handlung $u wibmeit 
nmnfcbtc / fo nabm er tf>n tn fein itomtort / unb ließ ib"f um einen 
t<xxu* >. ©. u, «Pr. 3. »an>, 3 ficfe^tcfteit 



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I 



130 



€p&r, 3)tof. £u&. 



getieften Kaufmann au8 ihm ju jiehen/ nicht nur jefet ganj be* 
fonberä noch in ber ecbonfcbreibeeunfr*) unb bera Rechnen, 
fonbern auch in ber franjoftfeben / italienifcben imb englifcben 
epeaebe unterrichten. 2>urch bie (Erlernung biefer ©prägen ge* 
tpann er alTma^lig ©efehmaef an ber £e!?t&re / befonberS ber poeti* 
feben, unb erleichterte ff* burch ftc $ugleid> fein, obwohl erft fpa* 
terhin angefangenes / ©tubium ber lateinifeben epracbe/ in ber 
er abe* ebenfalls wie feine tteberfemtncjen unb tZacbabmongen 
be§ martial beweifen, beträchtliche gortfehritte machte. Snbeffen 
jtarb ber Söater/ unb hinterließ ihm feebstaufenö Cbaler/ welche 
in ber Äubfcben £anblung flehen blieben. 3n biefer arbeitete er 
jefct aß äomtoirijl fort, unb befchaftigte ftch in feinen (Srbolung^ 
tfunben mit ben SKufen**). »ei biefer SebenSart/ wo feine 3eit 
jrpifchen Arbeit unb wiffenfchaftlicher Erholung getheilt war , floffen 
feine Sage jwar einförmig / aber fanft unb ruhig baf)in / bis ihm 
in feinem jcoer ant> öreyflififfen Sah« fein <5cf)icffal bieß fülle 
©lue! entriß. SAftrenb M fabenjährigen Kriege* lernte ihn feinet 
fDtuttcr 5Bruber, Heitel £pbraim, ber befannte »erlmifche 
^ünjlieferant / bei feiner tfnwefenheit in Breslau perfonlieh f cn* 
nen / bemerfte feine t>or juglichen , tbeilS faufmännifchen t theilS ges 
lehrten Jtenntniffe , unb befchloß / ihn in einen größeren SBirf ungS; 
freiS ju bringen. <Sr tyat ihm baher ben SJorfchlag / mit ihm nach 
Berlin $u gehen/ unb bie gührung ber Äajfe bei feiner (5oU> * unb 
eilbentianufaewr gegen einen jährlichen ©ehalt uon raufend 
fcbalern ju übernehmen. 2>ieß Anerbieten war ju anlocfenb , al6 
baß Äub ihm hatte wiberftehen f onnen / befonberS »eil er hoffen 
burfte, ju Berlin m ben Umgang ber bortigen ©elehrten, haupt* 
fächlich bes üorrreflichen tnenöelsfobns , au fommen, unb fo 
feine SBißbegierbe unb feinen Surft nach Äennntniffen mehr/ al$ in 
Breslau / wo er ffch faft ganj allein uberlaffen war / beliebigen 
;u f innen. <Zv rüftbigte baher fein in ber &txbf<bct\ £anblung fte-- 
benbeS Kapital auf/ um es in Berlin anzulegen/ unb 50g nun 
mit frohen (Erwartungen ju feinem £>heim. SBei biefem verwaltete 
er feine ©efdjäfte mit ber größten 9>ünftlichFcit unb ©ewiffenhaftig* 
fett/ unb erwarb ftch baneben burch f«»ne Talente unb feinen eblen 
dharafter halb bie »efanntfehaft unb Achtung mcnöelsfobns, 
Äamlers, &efltngs, unb anberer SBerlinifchen ©elehrten / bere» 
Umgang ihm baju bienen fonnte / feinen ©eifl ju bilben / unb fein 
poetifcheS Talent ju entwicfeln. Sie Oeutfcbe öpracbe hatte er 
ehemals gegen bie auelänbifchen »ernachläfftgt. Sefet fteng er an/ 
auch fte unb bie meiflerhaften Sichterwerfe in berfelben &u fhtbiren, 

machte 

*)3fn ber ÄaUigrapbie brachte e$ ber junge %ub $u einer folc&en 2JolI# 
fommenbeit, ba§ feine jpanbfcbritt, wenn er ftch $fö"& c fl^b, du&erff 

fct>n>cr vom Äupferjtid) gu unterfebeiben war. 
**) @elb(t auf feinen ©paaierödnsen ^atte er immer einen cngli^cn ober 
(fltctnfichen ^ic^tcr u. Ü ip. Hl M\ 



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ep&r. SRof. 5Tu&. 131 

Mtfe fid) mit ber profofrie unb bcm Versbau berfelben beFannt/ 
imb wagte nunmehr felbfl einige öiefoterifebe Verfuche, bie ihm 
auch nicht ganjmißlangen tmb 9ftuth &u mehreren motten. ©o 
eine nützliche (Schule inbeffen »eclin für ihn in SRücfftcht auf feine 
Iiterarifd>e S3ilbung würbe , fo gefährlich würbe tiefe ©tabt $u* 
gleich für ben treufjerjicjen unb unerfahrnen jungen Üflann in Wh 
ftebt auf bie ihm fehlenbe 2Belt= unb 5Renfchenfenntntß. ©ein auf* 
richtiges / truglofe§ #erj argwifjnte nirgenbS #interlifl unb SSer* 
fteliung. ©elbf! geraben ©inne* unb obne Jalfcb / t>erfchloß er ftch 
gegen niemanb ; unb empfänglich für greunbfehaft unb 3utrauen 
ahnbete er/ ber niemals bisher Untergängen werben war/ bei nie* 
manben SBetrug unb *Bo$beit* SRan wußte / baß er »ermogen be* 
(fcfj # unb e§ fanben ficf> balb niebrigbenfenbe 3Jcenfd)en genug / bie 
feine ®'utmüt&igFeit unb Unerfahrenbeit auf taufenberlei 2Crt miß« 
Irauc^ten. IBalb wußten fte burch erfünflelte ©rimaffen oon Stum* 
met , (Slenb unb Srübfal fein weites unb für menfcblicheS (Slenb 
fo empftnblicbe* £erj $u rubren/ unb waren bann fd?on im 3Borau$ 
feiner UnterfKi&ung oergewtffert. Stoib nabmen fte ihre 3uflucht &u 
allerlei gut auSfefcenben ?>rojeften unb reijenben 2fu§ftd)ten auf große 
©ewinffe. £>bngeachtet ®eij/ #abfuebt unb ©ewinnfucht ganj 
imb gar niebt in Kab» ß^arafter lag / fo war er boeb eben fein 
$cinb be$ ©elbe*. (St fchafctee* freiließ nurbloS,um feine Steigung jur 
SBobltbatigfeit / bie ihm jum SBebürfniß geworben war, bejto mebr 
beliebigen ju f innen*). 3Ba$ 28unber, wenn er bei ben wenigen 
Erfahrungen , bie er befaß , ber 9toubfud>t aller berjenigen auSge* 
fefctwar, bie niebrig genug bauten/ ftch feine ©chwachbeiten 51t 
SRufce $u machen, ©o gieng benn immer ein #unbert unb ein £au* 
fenb nacb bem anbern t?om Kubfcben Kapitale ben SBeg aüe§ glei« 
fcbe$. S3alb würben fte ifjm abgeborgt /balb abgefcbwinbelt/ balb abge* 
bettelt/ bis er enblicb felbft jum Söettler würbe. 2)aju fam nod) eine, 
btf an öerfebwenbung grenjenbe/ »ücherliebbaberei unb Vorliebe für 
bie foffoarften unb tfjeuerffon Ausgaben. Jturj/ in einem Beitraum 
wn oier Sauren fafte ftch Äab größtenteils feine« väterlichen »er* 
tnogcnS beraubt. 3Der reichliche ©ehalt inbeffen / ben er bei feinem 
£>ipim batte/ würbe ihn immer noch t>or Langel haben febfiben f6n* 
nen , wenn nicht noch «in neuer wtbriejer Umjtanb binjugefommert 
wäre. @iner mm feinen chriftlichen !Wttarbeitcrn im Jtomtoir hatte 
ihn / aller SSBarnungen ohngeachtet/ an benen eS Kuba £>h*im nicht 
feblen ließ, fo ju überliften unb für fx* einzunehmen gewußt/ baß 
er ihm t*ufent> tTbaler auf einen XPecbfel lieh« Jbit 3eit be$ 

3 2 Sßechfel* 

*) Sein ttbtfftet unb ebrtft lieber / »trHIcber ober febefnbarer, Slrmcc 
flebre feine £ülfe vcrßcbltd) an. «ftebrerc Ablieft unb cbriftlicbe 6tu* 
fcenten erbielten »on ibm monatlicb 3fbn bit funfsc bn Ibaler gtU 
pcnMengelbcr , unter benen manebe roaren, bie hinter Dem 9Cücfen 
ber ?ctdM4ubißtett unb ©utberjißfeit ibrei ffioWtWtert fpotteten 
unb feine Unter^uQung in jeber *rt von aiu<f*wcifung yerf^roen« 
beten, 



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I 



SBechfelS war vcrfloffen / unt> ber ©djulbner badete/ rrofe be§ ßrin* 
nernS feinet ©laubigerS, an nichts weniger, alö an SBcjahlung. 
Äubbat, ermahnte, breite; aber umfonfl. ^ia l;obaifdu^ ^ id> 
habe nichts ! y/ war alle*/ waSer jur Antwort erhielt. (§6 blieb ihm 
je£t nichts weiter übrig/ aU rechtliche $ülfe $u fueben. £tefen 
SBea, aber mißbilligte fein &hetm / weil ber dichter nur bur cn per/ 
(onfiebe Verhaftung ben ©chulbner jur Zahlung notbigen rennte/ 
unb biefer ihm in bem JSomtoir unentbehrlich war. SioLX Verbrufi 
über ben Unbanf feinet treulofen greunbeS/ (woju fogar noch ein 
Angriff auf feinen ehrlichen Gahmen gefommen war) empfinblicf) 
über ba§ ^Betragen feines £)heim$ / verftimmt unb unzufrieden mit 
ben SDlenfchen / forberte &afr feinen ibfdjieb/ fammelte bie rot* 
nigen Ueberrefle feineS Verm8genS , unb t>erCtep Berlin im 3afcre 
176g» Sefet faßte er ben/ bei feinen Umjtanbeh b6d)ft unüberlegt 
ten, ©ntfdUuß, ju reifen/ um babureb ben Sücißmuth/ ber ihn 
je£t unablafftg bcl;crrfd)te, ju »erfcheuchen / unb euren äerfheuung 
ba§ erlittene Unrecht in Vergeffenbeit ju bringen. (£r faf> ^ollanö, 
Strantreidb, Stalten / einen 5Dl;eil ber Bdusei* unb JDeutfcbs 
land ; unb man fann fiel; vorflclfen , baß i Inn tiefe Steife volienbS 
nichts übrig ließ / befonberS ba er nicht nur bie Zfyox t>cit begieng/ 
feine *iemltch beträchtliche SBfbliothef überall/ in bret große JCoffet 
gepaeft/ mit fuh herum ju fuhren/ fonbern auch außerbem noch wegen 
beS t?tcr unb ba auf bem Suben baftenben &eib$otts manche Unans 
nehmlicbfciten erfuhr» 3war im 2Ceid?e/ wo man ihm biefen 3ou* 
$ucr(t abforbertc, fam er leiblich burch» 2t'le> er aber im Söhre 
1771 burch bie ^adxfifdben bandet: reifte/ f öftere e$ ihm in 
0acbfengotf>a beinahe feine ganje noch übrige 23arfchaft. Denn 
ba er nicht als jübifcher Kaufmann in #anbel$gefchaften / fonbern 
bloß al§ (belehrter reifte/ fo glaubte er/ baß eS nicht nSthig/ unb 
nicht gegen baS SanbeSgefefe fei/ wenn er nicht an jebem tyoxt unb 
an jeber 3ollbube baS äöefenntniß feiner väterlichen Religion ab= 
legte, (5r würbe aber entbeeft/ unb mußte/ wie ber verdorbene 
S3erlinifche tScbriftfleller Ctanj in feiner ©cf>rift r Uebcc öen 
tnipbeaueb Oer geblieben tftaebt unö Oer »eltlicben ^cr» 
febaft in (Blaubensfacben zc. (^Berlin 1782.) ^. 14 ff. fich auä* 
bruef t / baS unverzeihliche Verbrechen/ ni#t SBaare/ fonbern ben 
alte (ten ©lauben ber -2Bclt unb beS^ VolfeS ©otreS bei fich geführt 
; u haben / ohne ihn $u verzollen / mit fo anfehn Ii eben Summen 
büßen / baß er in bie außerjte Verlegenheit gerieth/ wo er bie fRtU 
fef often hernehmen feilte / um nur. wieber juruef biS nach Breslau 
tu gelangen. £och um feine Sucher ju fronen / verfaufte er lie* 
ber von feinen Kleibern unb ^Bijouterie/ waS er nur irgenb 
entbehren fonnte. ©0 Fam er biS tTeumarf in £>d>leftcn; hätte 
aber hier nicht mehr Selb genug/ um bie ?>oji biS Breslau bejah; 
len ju !6nncn. (Sr gieng alfo nur noch bis £ifl*a/ fchrieb von ba 
auS an feine Verwanbten in Breslau / unb bat fte/ $u ihm her* 

auS^u* 



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€p£r* SRof. Äug. 133 

ßiityuFommen. ©ie Famen / unb fanben ihn mä)t aßem außerf! 
«rm an ©elbe / fonbcrn aud) an Jfcleibern. (£r Gilberte t^nen feine 
Hn$ Iii et Sfaüe auf ba6 be wegl ich fte # unb erfud?te fte , i&m irgendwo 
eine JSonbition $u t>erfc$affen , weil er fttb febame/ in feinen jefcigen 
flmftänben nrieber nad) Breslau ju f ommen. ©erütyrt i>on feiner 
außerft traurigen Sage wenbeten biefe ibre gange SBerebfamFeit an, 
tön nur babin gu bewegen , baß er mit tynen nach Breslau geben 
m 4d>te. #icr f leiteten fte ihn auf3 neue , gaben ihm Jt e fr unb 
Säobnung, unb feboffen nod) «ußerbem ein Jlapiral oon ftebeobum 
Dert Cbalem gufammen / welcbeS im Äubfcben Äomtoir \u ans 
febn liehen 3ntereffen angelegt würbe , bie $u feinem $afcbengelbc 
btenen foilren, wooon er aber ben grSßten £&eil jtir Unterftufeung 
jabtfeber unb cf>riflltcf>er «fwuäarmen »erwenbete. ©eine äußere 
kage war nun bureb biefe rühmliche 2öol)ltf)dtigFett ber ©einigen 
»ieber eine ber rubiglfen unb gemacbliebfien geworben, (£r felbfr 
Fonnte jeboeb nie , weber ben SÖcrlufi feineS SÖerraogenS/ mwb bie 
«£>interlijt unb ben Unbanf , ben er unter ben 9ttenfcben erfahren 
featt« / t*rgeffen; <£$ blieb eine gewiffe ©cbwermutb in feiner ©eele 
guru<f / bie er burd) Sefen unb anbaltenbeö ©tubiren gu vertreiben 
fuebre , unb fte babureb* wie eö gew6bn lieb ju geben pflegt/ nur 
nod? wmebrte. &icfe traurige ©timmung feineö ©emütbö artete 
«acb unb nad) in SBafjnfinn , unb julefct in eine furci; terl id>c 9?afe= 
rei au§, in weiter er, einige belle äwifebenräume abgereebnet, 
gange feefos 3<>&re gubraebte. (Snbltcb gelang e$ ber ©efeb tef Ii icbFeit 
unb #ufmerFfamFeit feine6 tfrgteS, tyn tum biefem febrecflicfyen 3u= 
ftonbe gu befreien. 9Jur feiten fpurte er neue Anfalle/ unb biefe 
waren nur febwaeb unb voruberge&enb. (58 ifl Sterbet ein bemer* 
Fen$wertr)e$ pfptbologifcbeS 9>bäiw m * n ' baß feine beflen ©ebiebte 
gerabe in jenem 9ftitteljujtanbe gwifeben SBafynftnn unb IBefonneits 
beit getrieben ffnb. 2Benn er gang außer ©tanbe war, öernünfc 
tig unb gufammenbangenb gu fpreeben, fo Fonnte er boeb noeb »er? 
niinftig benFen unb febreiben. (Sr felbft war fieb biefer fonberbaren 
Jage bewußt, unb Äußerte in guten ©tunben gegen feine greunbe 
unb 35eFannte feine eigene SSerwunberung barüber. Sfacb bem wies 
bererlangten ©ebraudje feines SierftanbeS lebte er giemlid) gufrieben, 
arbeitete mäßiger, maebte fid) Jftere ^Bewegung unb genoß be$ Um* 
gange* feiner SBeFannten unb uerfebiebener cbrifllicber ©ele^rten in 
ÄceBlatt/ worunter aueb (Betf?ltd>e waren. 3ugleicb bietete er 
jc^t mel, unb fenbete Kamlecn in Berlin jwei fUrFe £luartbdnbe 
banbfcbriftlicber ©ebiebte jur ^Beurteilung unb löerbefferung ju. 
äber im Safcre 1785 lÄbmte i^m ein ©eblagfluß bie reebte ©eite 
unb beraubte ibn jugleicb be8 @ebraucb$ ber ©praebc. tiefer 3u* 
fianb bauerte abwecbfelnb viet lange traurige Söbte, unb ents 
lodte feinem Äuge manebe SC^räne/ unb feinem #erjen maneben 
6eufjer nac^ einer balbigen 2Cufl5fung. ©ie erfolgte enblieb* ©anft 
entfcblief er ben 3. Stpril 1790/ im neun unö f»nf5igf?en ^abre 

feinet 



1 

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134 ■ €p$r* SKof* 

feine* Atters. Seil er meber fyatte beiebtenwotten, noebäueb äuS 
Langel an .traft unb ©pradje ^attc beizten rönnen*"*, fo fud>te 
bie febwarmerifebe 5Butb einiger pon feinen ortbeboren ©laubcnsge= 
noffen noch feinen Leichnam baburd? ju befebimpfen , ba§ ihm fett« 
tvartz auf bem 33egrdbni6plafee, wo bet 9>6bel unb Kbfcbaum fetner 
Station lag, eine Subeflattc anejewiefen mürbe. Mein ber billiger 
benfenbe £^eil feiner Nation wiberfefcte ftcb biefer Unvernunft unb 
behielt biegmal ben ©ieg. Die (Brabfcbrift, welcbe &u{> noc$ bei 
feinen fcebjetten auf jub felbjt perferttgte / ift folgenbe : 

4pier liegt ber Siebter Kuh , 

£>en balb ba$ febnobe ©liefe / 

SBalb aueb ber Schürfen Sücfe 

®enecf t. £ier bat er 9tub ! 
3m Umgänge hatte &uf> Diel greunblidM unb ©cfdütcjeS. 
©eine 33elefenbeit unb feine p^tiofop^tfd>en Jtenntnijfe matten bte 
Uatcrhaltunq mit ibm febr angenehm, (Sr felbjt legte immer ben 
meiften SBcrth auf £iebtfunjl unb Dicbtertalent / unb war ntd)t 
frei t>on ber Critelfeit , feine poettfeben TLxbtittn gern porjulefen. Uns 
ter ben Äunjhicbtern räumte er Xamlem eine ber erjlen , wo nt<bt 
bte erfte ©teile, ein, unbunter ben £ncbtern fompatbiftrrc er am 
meiften mit <B6t$. Äub befebaftigte ftcb inbeffen mit ber $oefte 
nid)t allein^ fonbern wibmete aueb noeb febr Dielen anbern Gebern 
ber SBiffenfcbaften unb ©elebrfamfeit feinen gletg, SRaturlebtC/ 
9carurgcfcbicbre, allgemeine 2ßctrcjefcbicbte unb Dbilofopbie waren/ 
nacb ber ?>oefte, bie fteblingdbefcbäftigungen, welche er $ur IBeleb* 
rung unb 2luffldnmg feine* ©eifteö unermubet trieb, ©o wenig 

auc§ 

*) Bub i»ar bureb feine langwierige Sranfbcit du§erff gcfcbwdcbt, 
fonntc olfo nlcbt uicle, ntebt frembe Elenfcben um* ficj> leiben, bie 
feine wenige SKube nur geftbrt baben würben, öureb bie wm ©cblagc 
aerdbrten ©praeborgane mar er au§er ©tanbc , »crnebmllcb ju fpre* 
eben. £r fonntc ftcb nur bureb wenige artif ulirte £6nc vcrfrdnbltcb 
macben, unb biefe uerftanben nur bie jenigen jar ftotb, bie bcftdnbig 
um ibn waren. 21 u 4 bem erden ©runbc wollte er feine fogenannten 
eeelenbürer (eine ©efettfebaft, bie ftcb bei ©terbenben cfnfinbct, 
belebte ju boren , mit bem (Sterbenben )u beten , unb bie au*fab* 
renbe (Seele mit (Sang unb Älana in bie (gwigfeit binüber Ii begleiten) 
bei lieb i eben; unb au* bem aweiten (Brunbe tonnte er niebt betebten, 
wennaueb fein pbilofopbifcbcr ©eilt fteb ju biefem jübifeben Ceremoniel 
bfitte bequemen wollen, ©ebon bei einer frubern, febr febweren Äranf* 
beit würbe er befragt, ob er bie (goeietdt ber »cidjnger »crlanae? 
©eine Antwort war folgenbe: >,$ein, ebenfalls wie icb, funbbafter 
SWenieb fonn mir meine ©nnben - vergeben; bie§ ift ein Attribut ber 
aDbarmbersiacn (^ottbelt. geb febc alfo ntebt ab, wie SDtenfeben bie 
«efugnt§ fid> anmaßen f&nnen , fbren «grübern ein ©ünbenbefennt* 
nii ab^uforbern! 3cb werfe rafeb tdgltcb, ia ^ünblicb in bie barm* 
berjfgen 9rme bei $Hi>ater*, bereue mit gertnirfebung meine bc< 
gangenen (Scbwacbbciten ; benn (aiicrbaft war tcb nie! geb babe aueb 
3"trauen }u feiner 2Del«beit unb ©öte, ba§ er mir bie Strafe 
je meine (Sunben gewt§ erlaffen wirb , wenn ci mit meinem pfco' 
feb^n, ober ©eelenbcil, bienieben ober bort, begeben fonn." 



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€pfcr. SNöf. Stu$. 135 



cu4 fein ©foube in allen ©tücfen mit bem ©tauben be$ großen 
#aufen$ unter feinem IBolfe übereinstimmen mochte/ fo war bod> 
fem^erj ben <§mpjmbungen berSfceligion fcf>r offen, unb fie waren 
ä, welcbe tbm bie $ablreicben unb brüefenben ßeiben feines CebenS 
erträglid) matten, ©ebr laut fprid)t unter anbern feine ungebetu 
cbelte Steligiofitat unb ^üofo^ifd>c ©ottergebenbett au$ folgenbem 
(Bebe«/ weldjeS er in einer .ftranfbeit verfertigte: 

ailmdcbtiger ! biefy will icb greifen ! 

2>icb preifen , boeb um nichts bid) bitttn. 

9fttt feinem 8oop — bu gabfl'S tbm, Säater! — 

SP/ wer bieb bittet/ niebt aufrieben. 

2tucb warft bu niebt bie fyodjfk ©üte# 

SBenn f&itttn bi# bewegen müßten; 

Unb niebt ber Unwranberlicbe/ 

SBcnn iditUn bid) bewegen f 5nntem N 

jDu giebeftjebem/ wa$ ibm nüfeet: 

Unb gabefi bu mir (Slenb , Seiben/ 

£)u febiefteft mir'S ju meinem SBeften, 

2>u fcbicftejl mir'8 auS SBaterliebe. 

EUweifer! waS bu wiüfr, gefebebe! 
5r »erebrte bie ©ottbeit bureb Erfüllung feiner Siebten , unb auf* 
richtige Ergebung unb ©ebulb in ßeiben. (Er trauerte über baS mos 
raltfdje SSerberben ber SRenfcben , unb borte boeb niebt auf/ ben 
SJtotbleibenben , o$ne Unterfcbieb beS ©laubenS/ nacb SSermigen 
wo^utbun. (5r liebte/ naefc ber »orförift einer ad)ten Sfloral 
unb reinen 9>^iXofophie / alle 9ftenfcben atö feine SBrüber/ obne 
Mdju&t auf ibte Religion ober Meinungen &u nehmen / unb übte 
gegen fte alle natürliche unb gefeUfcbaftlicbe Winten au$. 
« £auptjug .in feinem Gbarafter war (Sbelmutb unb 2Hilb* 
t&angfeit*). 

*l$ &afr feine ©ebidjte Äamlecn naä) Berlin gefenbet 
fyttte, machte biefer mehrere fcerfelben im jDeutfcben tttufeam 

1784. Januar. 0. 35 — 5a. September. Ä 193 — 213. 

1785. märj. e>. 262 — 279- *P*il* ®- 3»7 — 345- »786. 
September, 193—213. beSgleicben Äufcs tteberfetjungen 
unb ttaebabmungen be$ tttartial tbeilS im fceutfeben mu* 
feum, tbeilS in bem etfien JK>anDe feines Martialu im Aus^ 
»uge befannt. %ud) £r. Äaufcb na&m serfebiebene berfclben in 
feine Sceimfotngen Unterhaltungen/ »0 1. 2. auf. 9iacb 

•) fBenlae Jaflc vor feinem £nbe »ertbeftte er, 0» er au* bem Äomrole 

fein SKonatöftelb emptuna , ba« , roa* er aciD&r)nu'<b für bte Sinnen 
ausgefeßt batte, unb bat unter anbern feine Xante, einer armen 
Srau, bie er f<bon feit langer geit monatlieb mit vfcr ©toj(pen unter« 
(rüste, biefe^mat aebt ©rofeben auSiujabfcn , bamitfic, menn er m 
bem Iaufenben Monate ßerben foHre , bc$ «einen gMttuffM für ben 
fünftfccn Sftonat niebt beraubt tm mbebte. 



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13* €p$r. SRof. Äufc. 

Xub^ SEohe tottrbe eine. t>on garnier rmbirte, Stomtnluna . 
feiner (Bcotcbte unter folgenbem SEitcl wranftaltet : HimerUf- 
lene Gedichte von Ephraim Mofes Kuh. Erßes, zweites 
Bändchen. Zürich 1792. 13 (l 3$tr. 6 ®r.) £)ie «£>erau§s 

geber waren: ber jübifebe ®elef?rte unb greunb bed »crflorbes 
nen IMcbterö, tTTofes -^trfcbcl/ $u Breslau, welchem Kabs 
poetifcher SRaehlaß t>on ben <5rben beffelben überlaffen worbeit 
tüax, unb 3ob. IJofepb Rattfcb (^ret^pftfuS $u 9tuttf$m, 
(Schleften) welchen ber erflere erfucht hätte/ au$ greunbfehaft ge* 
gen ben SSerjtorbenen tKnt(?ctt an ber ^erau^abe §u nehmen. 
Söcibe tbettten fid> in ba§ ©efchaft fo, baß &. bie SBeforguna; 
bcö £)rucf$ übernahm/ bie £anbfcbrift nach Berlin an Äam= 
ler« jur nochmaligen durchficht unb EuSwabl ber für ben Drucf ju 
beftimmenben ©ebichte/ fenbete/ aber eine 33iographt* beä £ich* 
ter$ »erfertigte. 

SMe (Beöicbte felbß*) befielen in Binngedtcbren unb ans 
fcern fleincren eptgrammatifeben (Bedtcbcen (benn Äubs (Epi* 
grammc ftnb ntebt immer Öinngeotcbte im eigentlichften Serflanbe* 
fonbern nähern fid; oft mehr ber Kenten*, bem tTCaorigal, bem 
JÜeoe ?c.) Ueberfegungen unb tTacbabmangen be§ iTCar* 
tial , ferner Niedern , j wei (Dorn (von welchen bie eine , 5T5 er* 
«jengeoancen , eine Nachahmung bettTTorgcngeöanten beS <$Tru 
*>on ^aüer ift, bie ^mette aber« Äob (Botted nacb einem 2Dons 
«ern>e«er, ftarfe SBerbefferungen burch iTCenoelsfobn erhalten 
fytt / auch eine 3eitlang unter itTenöelafobnj* Namen umgelaufen* 
ja fefbft nach feinem SPobe in ben w>n jfob. (Beorge iTC&cbler ju 
Berlin 1789 h*n*u5gegebencn Kleinen pbilofopbifcben Bebrtf* 
ten beffelben B. 24 t — 246. abgebrurft worben ift) fabeln, 
tmb einer freien tTacbbtUmng ber ^»anjigjten ysyllt öe* 
fcbeofrit. 

Sin guter £f>eil biefer ©ebichte ftnb Wacbabmungen ober • 
tteberferjungen au§ anbern Richtern unb ©chriftfMern alteret 
unb neuerer 3ett. 3u bem (Epigramm hatte 3Lub ohnftrcitig ( bte 
weifte 2(n(age , unb lieferte in biefer ©attung feine heften (Stucf e. 
<3cher$ unb @rnft/ feine unb beißenbe ©atire über 9Jcobetborheiten 
ttnferä 3ahrhunbert$ , belchrcnber Unterricht , fpietenber 2Bifc/ all* 
gemein anerfannte, ttortrefltche , nid)t genug ju empfehlende 
oenSregeln wecbfcln in benfelben mannigfaltig ab; ^chanbthaten 
»erben gegeißelt/ bie &t)ovt)tit t>erfpottet / bie &ugenb gelobt/ bte 
fKechtfchaffenheit empfohlen. Unter ber Spenge berfelben finb jwar 
nur wenige/ bie ba$ faufiifchc ©alj einc§ Ääf?ner/ ober ben fchar^ 
fen ©tachel eine$ Äcflina; hoben 5 aber eine große 2Cnaaf;l jeichnet 

*) *uf> battc tUt fdnftaufcnb ©ebtebte verferttgt. 35on btefen er« 
btett bad $ubUfutn nur biejeniaen (an ber 3abl obnßefdbr fteben? 
bunbert unb brel§ia) welcbe ben Herren Kamler unb Äaufch bc^ 

2>rucf* »oriflftlicb roflrbfa aefebienen r>attcn. 



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'37 



ff* bocfc burtr^ gute Einfalle / glucf lictye SBenbungen , 'unb eine ge* 
faU/ge 9latt>ctdt au§. fDtonctye faben ganj bie Lanier be$ Äogatt. 
©eine Uebetfequngen au§ bem fftartial finb biefem romifeben 
5>id)tcr mebrent$etl$ fe$r glüdlicr; nacfygebilbet $ie fabeln jmb 
memger bebeutenb. 

3n einem 2ln{>ange fjat ber Herausgeber einige Ätttiren unb 
Verbeflerttncjen mitgeteilt/ bie Kub in feinem Crremplar Dort 
■Kamlcrs Lyrifcher ßluhmenlefe aerfcfjiebenen ®ebid>ten beiges 
febrteben batte. SRe&rcre böüon ftnb treffenb unb ftrmretcr/. (5$ ijt 
ba3 um fo oüffaUenber/ ba fonjb nad> ber &erjuf;erunq beä 35or* 
rebnerö , fein ©efebmaet ungimerlafftg/ unb er gan^ untüchtig mar, 
feinen eigene« Arbeiten ben ©rab tum Politur $u geben/ ben jte jefet 
jmar befifcen / aber einer fremben £anb oerbanfen. 

&erf*l Xltuc Äibliotbefc öet ftbdnen IDtflenfcbaften, 
2>ö 47. @t<£ 2. 0, 283 — 288» Allgem. Litt. Zeit. 1793. J£>& 
3. ttam. 184. 729 — 736. <Bott>. gel. Seit. 1792. etcf 
54. (3. 494 — 496. 

STacbttdnen bonKttba £eben gab juerft ^r. $rof. iftanfo 
Breslau in ben BcMciifduMi ptomnjialblattem 1791. *3&* 
naar. B. 23 — 34. na * *i*if»n Wriftlic^en ftuffafce , beffen 83er# 
faffer tTCofes <6tcfd>cl mar/ unb welchen $v. tttanfo burcr; bie 
britte «£anb erhalten / f)ie unb ba aeranbert/ abgerurjt/ aueb mit 
einigen 3ufafccn »ermel;rt/ unb alSbann unter feinem tarnen tyatte 
abbruefen laffen. s£rn. tfömfö's Urteil über Äubalö ^Dtcbrer/ 
rrclc^e^ fi<J> aber nur auf bie im fceutfeben HTttfcum befmblic&en 
©cbid?te bejTetben grünbet/ inbem bie nad)&erige (Sammlung ber 
£ut>fd?en tßcdidnc bamaB nodj nidjt gebrueft mar/ tjl folgenbe$: 
//3n ben &6bcm ©attungen ber ^Poefte bat ftd) Äub eben nietyt Der* 
fuebr. 6m unfdjulbigeS Epigramm/ ein anafrcontifcfyeS 8teb/ eine 
artige XanMti, ftnb bie ©efdjenfe/ meiere er ber ÜÜlufe ablocfte/ 
unb bie jie ibm nid)t ungern vermiüigte. ©elbfr aber unter biefen 
Spielen finbet fiefy manches 3ftittclmaßtge, <5icr; in ben leichteren 
3Dic#ung3arten t>ortyeil(>aft au§ju$etcr;nen / ijl jefet überhaupt um 
befto fernerer/ je reifer mir £>eutfcr;e fcfyon an ©inn gebieten, SDta 
brigalen unb äf>nlidjcn Älcinigfeitcn ftnb. (2$ bebarf tyier etne^ fer)r 
glücfltcben SBlicfS/ um neue leiten ju entbcefen/ et er einer befons 
bem ©cfdjmeibi^Eeit be§ ©eifteä/ um fcfyon beuteten ©ebanfen 
burcr; bie £)arfieUung ben 9?eij ber 5Rcur>eit $u geben, '«tfber meber 
baS (5ine/ noer; baS ^Änbere befag Äub in bofyem Wlaafo. (Sine 
leichte @pracr;e/ eine fliepenbe Sierfiftfation / unb/ mad manche 
J)icr;ter fo ferner lernen/ bie Äunjl/ jur rechten 3cit auftul;6ren/ 
finb bie SJorjuge fetner Sföufe. 2Benn er neu ift/ fo verbanft er cä 
me&r feiner ©ele^rfamfeit/ aB feinem ©cm'e. 3n?bcfonbcrc gab 
i^m bie ftypflf unb inärurgefchtefete ntci>t feiten ©elcgcn^eit 2(ns 
fptelungcn unb Söerglcicljungen / unb man muß benennen; baß bie 
meijlen re<r;t glücf licr; ftnb. <2d;abe nur / baß aud) bie gludlic^jien/ 

wenig? 



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138 €pr)r, 2Wof. Äufc* 

wenigften* für bett großen Raufen ber fcefer, ge»J$nli<b erjl einer 
Erläuterung beburfen. 2Cu| erbem f)at er aueb mannen guten gm* 
fall ber ©ngldnber unb Seltener mit gutem (Srfolge benufet 
unb in fein, Eigentum ju ueroanbeln getbuft. Selbfl bie ©rie* 
d?en febeint er gefannt ju fcaben, öieUetc^t au* lateiniföen Ueberfej* 
jungen." 

9tacb btefem pfeuDo*manfof<ben Suffafee lieferte £r. 
9>rof. ecfeiicbtegcoü ba$ JLcben Kuba in feinem Nekrolog auf 
das Jahr 1790, #£> 2. B. 351 — 363» 

darauf erfefcien , bei ber nad> Äubs £obe feranjtolteten 2CuS/ 
gäbe ber (BeDtcbte beffeiben, ein t>oÜftdnbigere$, »iewobl in einem 
»eitfebweifigen unb gefebrodfeigen ©tyle abgefaßtes , Jleben beffeU 
ben unter ber Euffdjrift: Biographie des jüdifchen Gelehrten 
und Dichters Ephraim Mo/es Küh von Mo/es ffir/c/iei 
mit bem tHotto: De mortuis nil niü vere! 

Euä biefer ^trfcbelfcben Äiograpbie gab bie fclette 2>i* 
bliotbefc' Der febonen XDiflenfcbaften , ÄD 47. Bttf 3* ö. 
a83 ff. fo wie bie AUgem. Litt. Zeit. 1793. £0 a. tlum. 184. 
e. 730 ff. bei ber 2Cnjeige ber Sammlung oon Kuba (BeDicbten 
eine fummarifd;e 9tocbricbt. 

#ufjerbcm jmb noefy in folgenben SBerfen ttadbtidbten öoti 
Äubs £ebensttmf?anöen unb (BeDicbten, beSgleieben Urteile 
über ben Söertb ber (entern entbalten: 

1. in bem KonoerfattonslcjcÜon mit üonuglt d?cc 
R&cffi'cfct auf Die gegenwärtigen leiten/ <Cb* a. B. 337 — 
339- . 

2. tn retterleins ^anDbucbe Oer poctifeben £iterawi: 
Der lOeutfcben B. 585 — 588» 

3. in iStrfcbingd «öifrorifcb > literarifefeem ^anDbncbe, 
»D 4. 2tbtb- 1. e. 21 f. 

4. in Barn. 25aurs (Batterie bifforifeber (BcmalDc aas 
Dem acbtjelmten 2JabrbanDerte , Cb. 3. 0. 3i — 26. 

5. in öam. 23aurs (Ballerie Der ber&bmtefrcn Siebter 
Des aebttebmen 2fabrtmnDerts 366—374. 

6. in bem bleuen biRorifcben -^anDlericon (Ulm 
1794.) (Cb. 4. Ä 208—210. 

7. in £cben unD <Eb«rat*tere ber&bmter unD eDler im 
3al?rc 1790 t?crf?otbener tnSnnec. iEinc Äeifpielfammlung 
$ur rubmlicbften Hacbabmung für junge Äeute (tjalle 1792.) 
£Zum. 15. 

#r. 9?eftor#etterlein etldutertc folgenbe tnerBinngcDicbte 
von 2*ub bureb 2tnmerrungcn in feiner Cbtcfromatbie Deut* 
feber CBeDicbte/ ÄD 3. Q. 644 — 650. 2fn ben llmynt , nacb 
bem m^rtial; 2Cn 9>t)i>Ui$; £>er ©clebrte jum Säufer } ©efpracfc 
»wiftyen einem (Suropder unb einem S3ebuineiu 

Äamler 



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€p&r. 5Kof, Äu&. 139 

X amier itafcm in feine Fabeln und Erzählungen aus ver- 
fchiedenen Dichtern folgenbe &ubfcfre 5abeln öuf: 53. 
©er Mwe unb fein ärieaö&eer. 0. 86, Die ©cbafe unb %upitvc. 
6. 161. Da« ©aueroeib unb b?e $tnnt, na<& bem Sefbp. Ä 
322. Die #oni9fIiege unb bie äBremfe. e. 268. Die Lienen unb 
bic Sorem 115. Der £unb unb ba* Ärofobil/ nacfc bem 
Pförns. 0. 114. Der 3Bolf unbba$8amm, nad) bem pt>5> 
Dens. 6>. 1 1. Die^eft unter benSE&ierem naä) bem Lafontaine* 
e. 231. Die #au$frau unb bie $ü&ner. 236. Der 9>awan 
unt ber <5le»f)ant. 

Sri £rn. mattt>i(Tons Lyrifcher Anthologie, Cb. 4« ^ 
839— 243- tefabet fta) ba« Äubfcbe (Sebtajt: Xob (Bottes 
nadb einem Donnerwetter/ unter ber Kufförift: JDas <Be* 
»itter, mitftarfeit Äenöernngen. 



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140 



©antuet ©oftfjort» fange 

würbe 171 1 ju -«Salle im JTTagöeburgtfcben geboren, ©ein S$a* 
ter war ber, bureb Diele ©ebriften *) unb befonberS bureb feine 
©treitigfet'ten mit bem spijilofop&en (Tbrifrian XX>olf befannte, 
Jpaütfdje 3)^eoloQC 2)r. tJoacbim Mattete. Unter ber Rettung bic* 
fe§ SBaterS erhielt ber ©obn ben erflen Unterricht bureb 9>rit>atleb= 
rer, Farn barauf in feinem neunten jfabre auf bie ©djule bes 
3Uoffcr5 Unfcrer hieben ^rau &u itTagöeburct , unb nachher 
auf bie ©cbule be§ -^alltfcben XPaifenfcaufes. 3n feinem feeb- 
jetmten 3abre fieng er an, bie tfreologtfcben SBorlefungen ber 
-öalltfcben UniüerfTtätslefrrer ju befugen/ unb beroieS in fernen 
afabemifeben Sauren einen burcbauS mujierbaften glcig. dx febranf* 
tc ftcb übrigens nicht bloß auf bie Erlernung ber fogenannten 
SBrobtwiffenfcbaften ein , fonbern birte aufjerbem auch noch pbf (t> 
fältle/ matbemattfdje unb meöicinifcbe Äollegia, unb maebte 
»on ben bier erworbenen Jtcnntniffen in ber golge al$ 9)rebiger bei 
ber (Sinfamfeit beS ßanblebenS , ja felbjt bei bem itranfenbette fei* 
iter SBeicbtfinber ben beilfamffen ©ebraueb. 3n QhrbotongSjtunben 
befebaftigte er ftcb mit ber Kultur ber öemfdben Bpracbe unb 
ben febonen XDiffenfdyaftcn , unb würbe ber ©tifter einer pri* 
»atgefeüfcbaft &ur 58ef6rberung ber beatfdbcn €5pracbc, poefte 
unb Äercöfamt'eit. #ppocbonbrie nStbigte ibn im 3abre 1734/ 
ftcb von bem bisherigen angeffrengten ©tubiren loejureigen, unb eis 
nen £)rt ju fueben/ wo fein Jtorper (hbofang, unb feine ©eelc 
SKube genießen Fonnte. 3n biefer Ebftcbt gieng er nach (Erfurt/ 
febrte nac^ CIIlcm halben Sabre in feine SBaterjtabt juruef , unb bes 
gab fieb barauf im 3abre 1736 nacb Berlin, wo er ben Umgang 
mit meieren ©elebrten unb Äunfllcrn 511 fetner ferneren TfuSbiltung 
benutzte. 3n bem folgenben Sabre 1737 würbe er utm f)rebigcr 
in bem 9)farrborfe Täublingen bei *5auc berufen. i)ie 9?ube ttnb 
jäitfrtcbenbeit, welche er bei biefer SSeranberung genog, befeftigte 
feine fchwache ©efunbbeit, bie ihm anfangs fein langes ßeben üer/ 
fpracb. Vlod) in bemfelbcn 3abre Verheiratete er jtcb mit einem 
itcbenSwürbtgen unb geiflrcicben grauen^immer. 3m 3<*&« '74o. 

erhielt 

•) 3. bfc fo oft toithtv oufflflcflte Verbeflerte un& erleichterte tat 

teinifd>e unb ftriecbi<cbe (Piammnnr. 



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r 



©am. <8&olb lange. 141 

erhielt er bie iTCagif?crtt>&r&e/ unb batb barauf eine Stelle unter 
fcen SÄitgüebern ber .ßaiferlichen 2tfaöemte!öer#amrfoi:fcber$u 
XDieiu 3m Sahre 1755 erteilte tym ber Jtonja t>on Greußen bie 
britte geifHicbe tfnfpeftton im Gaalfreife. £ie !Ühifje/ welche 
ihm feine 2fmt$»emd)tungen übrig liegen / wibmete er folgen Ste 
f^aftigungen/ bie mit benen SBiffenf^aften in SSerbinbung fftmben/ 
welken er öon je ^er bie jiarffle Neigung gehabt hatte/ ben pfry 
fifalifcben unb fcbonen XPiffenfcbaften f befonberS ber jfcicfrt' 
fanf?. <Sr hätte ba* ©lücf / mehrere ber trcfltc^flcn Stopft feiner 
3eit ju greunben haben. 3u ihnen gehören ber al$ Jionrcf tot 
inJbetiin »erftorbene pyta, unb ber ^rofeffor tneiet ^atfe, 
olS feine fcertrauteflen / fobann (Bieim, t>. -«Sagehorn/ üStfeif?/ 
bet ©eneral v. BtiHe, Äoömcr, J&reitinger, Littel, Öuljet, 
unb mehrere anbre/ mit benen er jugleich in literarifcbem ^Briefs 
wedjfel ftanb. Sein $au3 war ber 2Bol;nftfe gefclliger greube/ wo 
halb auS ber Sftahe / balb au6 ber gerne gute 3Renfd?cn einfetten/ 
unb ibm feine lanblidje Crinfamfeit wrfcb 5nern Ralfen. @o lebte 
er ein fehr angenehmes geben/ bis ber £ob ihm 1764 feine geliebte 
Qattin, unb balb barauf auch feinen hoffnungsvollen (Sohn/ baS 
einjige äinb/ wdcheS er hatte/ raubte. <§r verheiratete ftcr) jum 
jweitenmale, unb ftarb ben 35. 3uniuS 1781 / in einem 2Clter »on 
ein anö ftebjig 3o^en. 

ilange erwarb ftd) mannigfaltige SSerbienjte um bie Literatur 
unb befonberS um bie SBilbung beS ©efchmacfS ber £>eutfchen. £)bi 
gleich fein eigener ©efchmacf anfangs 51'emlich (Bo'ttfcfoeöifcb war/ 
fo brachte ihn boch balb ber Umgang mit pyta (f. ben TLtU Pyz* 
inbief. £e*.) von bemfelben jurucf, unb er half nunmehr muthig 
baS Enfehen bcS 'großen Hcutobodys, wie bie ©d)weuer (Botu 
fcbeöen nennten, bef impfen, ßr wagte eS juerft/ in ©efellfchaft 
feinet greunbcS Pyca, bie reimfceic pocfie unter ben Deutzen 
einzuführen/ ben leeren <5rf)eüenf lang ber&eimc ju verbannen/ unb 
feinen ©ebbten mehr Jfcraft unb <5tarfe ju geben, dt wählte beit 
*6orÄj ju feinem SBorbilbe/ unb faßte bie Kanter beffelben auch 
richtig auf / ohne jeboch an geuer ber ^Begeiferung unb an Sfaich« 
thum ber ©ebanfen ihm nahe ju fommen. 2tuch neue öylbens 
maatfe verfugte er/ aber eS fehlt ihnen bie vollt5nenbe bracht unb 
ber SBohJKang feines UrbilbeS. <£x würbe von bem geuer beS ^0* 
ra* erwärmt , aber nicht gan* entjünbet ; er wirb oft gemein unb 
platt/ unb verbirbt manchen fd)5nen 3ugbcS©enieS burch unver« 
gethlicbe SBeirfchweiftgfcit. Äaum üier feiner (Döcn finb ohne 
biefe Langel; aber biefe jinb auch bora3ifd?/ t?oll Äraft, unb 
mcijlerbaft auSgebilbet. 

Äange theilte bie Neigung ju ben fchonen 2Bi|Jenfchaften mit 
feiner ®attinn, ilnnc &otott>ce, geb. (&ni%$in, bereu unter bem 
Gahmen JDoviö in ben ©ebbten feiner 3«itgerwffen unb greunbe 

vitU 



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143 ©am. @I)oli> lange. 

*ielfaltig unb mit 9tof>me gebaut wirb, »ei mannigfaltigen Sa* 
Unten unb Senntniffen befaß fle bie licbenSwürbigjfc »efcbeibenbeit 
unb SWamctdt. ©anj obne £unft unb etubium mar fte Dicbterinn 
burcb Statur unb bie Siebe geworben. 3b« töeöidne bepnben ftd> 
in (Cbirfis unö Dämons fceunöftbaftlicben Tieöem, al$ 
*nbang bei SLan^ens ^orajtfcben (Döen , in beffelben 0amm^ 
longgelebrteirunOfccunörcböftlicberÄnefe, unb in feine« 
fcentmale ebclicber onö vatetrlidw Tiebe. 

Tangens eigene/ f)ktyx $tf)iti$t , Gcbctften ftnb: 
i. Cbicfts unö fcamons freunöfcbaftlicbe Hiebet , \>et* 
ausgegeben von M. Gamuel (Bottbolö iUngen, pceötgem 
$a Taublingen, Oer Kai fori. 2fcaö. Hat. curiof. wie auch 
Öer&SnigLtBreifstDalöifcben unb >n«ifcben oeutfeben <5e/ 
fellfcbaft mitglieöe. 3u?eite, üielvecmebrte Auflage, ^aüe 
(ofme Sabril) 8. (6 ®r/ X)it ttorreoe ift *om 14. 5ttar$ 
1749. Cbirfis ift ber Didier pyra, Tangers jjreunb, unb 
mon ift Tange. 2>ie erffe Ausgabe erfdjien $u Saticb 1745* 
8. (3 ©r.) mit eince Vorteoe Don Jöoömet. Tange tyittt bie 
gieber 2>oömern in ber £anbfd)rift jugefenbet, unb tiefer lieg fte 
obne &an$cns »ormiffen bruefen. (fr wrwanbelte jugleicb bie 
wahren Stammen ber äßerfaffer in bie grieebifeben / Cbirfts unb £>a* 
mon / um ifjnen baburä) ein poetifcbereS 2£nfebcn ju geben. <So 
beißt aueb Tangens ©attinn in tiefen ©ebiebren £>oris , unb fein 
<5ofyn <£j las. 25ei ber ^reiten Auflage würben bie feeunö* 
febaftlicben Hiebet r\id)t nur mit einigen neuen ©ebidjten wn 
Tanger fonbern aud) noeb mit einem neuen Olnbangc (beim 
fä)on bie evfte Ausgabe r)atte einen Hnh*n$ einiger £r$ablan< 
gen naeb bem (Snglifcben beS Cbomfon mm einem fremben 83er* 
faffer erhalten) einiger ©ebidjte t>on Pyta t>ermef)rt. £en S3e* 
febluf macben aud) in biefer Auflage bie ermahnten £r*ablungcn 
nad) Cbomfon. ®ie fammttieben Sieber ftnb bem ^rofeffor 
VCieiet in ^aüe, bem gemeinfö)aftlid)en Jreunbe beiber Stterfaffer, 
in einer Suctgnungsoöe gewibmet. SBon Tangen felbft ftnbet 
tnan in biefer Sammlung feebs (Döen , bie in ber ®efd)icbte unfe* 
Ter tyrifeben £>icbtfunft in fo fern merfwürbig finb , M fte gu einet 
Seit/ wo bie 2>eutfcben ben ^Begriff »on einer wabren £)be ganj 
verloren Ratten/ auf bie^opte bonwfcbet S3ift»er / unb ju einer 
3eit / wo man ba$ Söefen ber 9)oefie noeb in bem Meinte fueftte/ 
auf rcimlofe ©plbenmaafje aufmerffam matten. <2on(t ftnbet man 
nur feiten ein guteä ©anje , unbfebine 23ilber oft bureb eine nie* 
brige/ profaifdje Spracbe Derborben, bie Don bem Langel be$ ©es 
fcbmacfS bei bem S3erfaffer jeugt. — 31$ in bem -öamburgtfcbcn 
Äoccefponöcnten eine unglimpflic^e 2Cnjeige ber crflen Ausgabe 
biefer TicDcc erfd>ien / fo fibrieb Tange eine Beantwortung Der 
Äritie Äbet: Ztyivfi* unö Dämons frcunöftbaftlicbe Tteaer r 



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©am, ©fcolö ian&e. 143 

wt\d>t in Dem <6ambttrgtf#en Äorrefpon Deuten 1745, 6>tcr? 
300. abgebrucft würbe. 

SergL Ueberficbt Der (Befcbtcbte Oer Derttfcben poefTe 
fett ÄoDmers unD Äreitingers Üritifcben Äemufrungen^bon 
JHanfo, in ben Cbarafteren Der r*orner;mf?en JDicbter affer 
Nationen (tlacbtrSgen ?a Buljers aügem. Cheorie Der 
fronen Äftnff» #D 8- Ötc* 1. e. 79 f. 

2. $reanDfcbaftltcbe Ärtefe. 23erltn 1746. 8» tT. 
£benö«f. 1760. 8* ®n ©riefwechfel (in $rofa) awifchen £an* 
ge, feiner ^cau, (Bletttt/ Buljer, XPafer/ Äleif? unb £7au/ 
mann, ber »cm ber SBarme ir>rcr greunbfchaft jeugt. UebrigenS 
finb es mehr gragmente von ©riefen , meiftenS in einer leisten/ 
nur juweilen etwas tinbelnben Schreibart abgefaßt» 

3. Samuel (BottfcolD Äangens t>ora*tfcbe (DDen , nebff 
(Beorg ^tiedrtcb iHeters X>orreDe vom XJDertr)e Der Äeime. 
^aüe 1747. 0r. 8. (8 ®x.) 68 jtnb Drei unD Dreifittt (DDen, 
tbeiß bem Sobe ©orte*/ theiß ^rieDrtcbs (Siegen, thetB ben 
Jreunben beS 5Berfaffer$ gewibmet. Äange half bie 33ahn bre^ 
<hen, unb bie 2)eutfchen üon ben gebanfenlofen £)ben ber(Bottfcbe* 
öianer juruef bringen , fo wie ilange unb Pfta überhaupt bie er> 
fien waren, bie unfer £>hr an bie ©plbenmaafte ber Elten, unb 
unfere Sprache an römifdje unb griechifche 3nt»erftonen unb 3ufants 
menfefeungen gewohnten, ©nige bem ^ot« glüeflich nachgeahmte 
Silber beweifen bie poetifdjen Talente be§ SÖerfafferS, aber bie 
Sprache ij! ftch nicht gleich/ unb oft ju gebehnt. £>en Söefchluf* 
ber Sammlung macht ein 2(nbang -iSorajifcber (BcDicbte »ort 
2nna fcorotbea Jlangin, gebornen (Bn&gin. (£8 fmb Drei 
(D&en, öon welchen bie mittelfre: 2fo -^errn 3. £. Reffen/ 
einen fcr)r Iprifchcn $lan f)at : SSefchreibung ber lajterr)aften fßot* 
*ft, bie tri ber ©ünbfluth jerjiohrt »irfc £r. $rof. meter 
fnc^t in ber Vorrede ben ^Dichter ju rechtfertigen/ baß er in ben 
meißen feineT £)ben ben ffieim weggelaffen. — Der @eneral von 
Stille uberfefete Tangens fatirifche £)t>e; jber (Begenparnafl, 
in* $ranjofifcbe. @. öam. (BottbolD Äangens &ammltm$ 
gelehrter attö freunDfcbaftlieber Äriefe/ Cb. 2. 40 — 47* 
— %>ch einige ^ocajtfcbc (Döen t>on Äange beftnben ftch in ber 
Sammlung gelehrtes uno freunöfd?aftltrl?ei: Briefe/ (Et>. 2» 
e. 19. 29 ff. 

4. Sine wttnöetfcfoone ^tf?orte von Dem gedornten 
Ötegfcteö öem 3ta>eit*n , oa& tf?, t»oblt)erötente Sfrcbttgung 
einer &dbcinb febrt fr / roelcbe öie fogenanntc evangeitfebe 
Äircbe tHabrifcber Unitat Durch tr>ren ro&rötgcn ^orfeebtec 
Albinos Sincerus ausgeben laffcn, Dem bcleucijtcnDen ©teg^ 
frieD, wiD ^mleucb^nDen Alb. Sincerus, f?a« einer JUter/ 

ne 



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144 



©am» 0r)olb lange* 



nt vettfa* t>on dem, Dec Sieb Ridrtet. Äraunfcbtoetg ttn& 
Äeipjig (^5«üe) 1747. 8- (4®t.) (Sine Satire auf bie ©ememe 
ju ^ertnbut. Sttachbcm öicgfrieö, ein SDfttgltcb ber $errnhus 
tifdjen ®emeine, e$ gewagt hatte, beS 2)r. &aumgartens in ^aüe 
(Ebeologifcbeö £eöenren, die fogenannte erangelifcbe tTTab* 
rtfebe Kitcbc betreffend ju beleuchten, J&aumgarten aber in 
bem 36. Ötücf feiner Zedenten ihm gejeigt hatte, baß fein Siebt 
&u furj gewefen , fo hielt 2übinua Guneecus für nitbig , feinem 
33ruber ju #ülfe 51t fommen , unb mit einem größeren ©tücfe Sicht 
ben 2)r. Äaumgarten fammt feinen SBefcbulbigungen heim uileuchten. 
SBetl ihm aber unter SBegeS fein Üid^t ausgegangen, fo taufte ihm 
Hange au* SBttleiben eine ßaterne , um fuh fclbji ^etmjuleu^ten. 
Hange ^at I)ier unb ba, befonberS im erffen Äucbe, unb in ben 
2luffcbriften ber Kapitel, bie altfranfifehe Schreibart in bem 
SSolfSbuche: %>et getarnte Siegfried, feftr fomifch angebracht. 
SSorjüglid) wirb ber fciebergriuel in ben -^ermbutifeben vöefang* 
buebetn bamaliger 3eit / unb bie pbaüuöideen in benfclben auf? 
gebeeft. 

5. Quinti Horatii Flacci Odarum libri V. et de arte 
poetica liber unus cum traduetione poetica S. G. Langii m 
&es (Duintus -^oratio* Saccus (Dden fünf -Sucher und von 
der fciebteunft ein 2budj poetifcb uberfet$t von Bamuel 
(Bottbold fangen, -^aüe 1752. 8- (8 ©r.) 2to lateinifche 
SEert ijl ber beutfeben Ueberfefcung gegenüber gebrueft. £>ie lieber* 
fefeung ifl in Herfen ofyne [Reime, boch mcr)t in ^orajens Selben* 
maaßen, übrigens Weber treu, nod) ebel, noch tyaxmonifö. 2(15 
freier dichter erreichte Hange $orajenS Jtraft unb Lanier leich* 
ter, benn als beffen Ueberfefeer. Hange fclbft brueft ftd) übrigen^ 
in einem ^Briefe an -*5irjel über feine Ueberfefcung auf fblgenbe 
Söeife auS: „(Snblid) ijl mein ^otaj fertig, eine Arbeit, bie mit 
fo mühfam geworben ifl , baß ich oft mitten im SBcrf e habe abbre* 
djen »ollen , unb ich bin felbfr niebt mit mir jufrieben. 2f Hein eh« 
td) mit meiner Arbeit würbe jufrieben geworben fepn , würbe mich 
ber $ob überrafcht fyabtn ; benn tct> hatte ohne Aufboren ju befferrt 
aefunben. 25aS befle ifi, baß ich ber frififchen SEBelt Fein £l\iqx: 
tier verlange , unb auS einem begrünbeten £ab:l noch mehr lernen, 
ben unbegrünbeten aber enrmeber großmüthig überfehen / ober jtras 
fen fann." (B. Hefling inbeffen rügte bie gehler biefer lieber* 
fefeung unb gab [ehr auffaüenbe SBewcife t>on ilangcns )u geringet 
«Stenntniß ber romifchen Sprache in bem weiten Cbeile feiner 
^5cbnftcn. £iefe Ärtttf würbe in bem ^ambuegifeben l\cwc> 
fponöenten wieber abgebrueft, Hange »ertheibigte fich jefet etwas 
unbefcheiben in einem Öcbteiben an öen Verfajfee c*et gelehr- 
ten XttiMin dem f£amburgifcben KorrefponOcntcn wegen • 
öet im 178. «nö 179. &tu£ eingeOtiwftenSetwrtbetlttng oet 

tteber* 



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©arm ©fcolb iange. 145 



Ueberfetjung Oes ^otzy. £iej? teranlafjte Äcfttngen/ etn#a* 
Oemectsm (Äomm mit mir!) für t^errn <B. £ange, pa* 
fror in Täublingen (S3erlin 1754. 12.) bcnrnS jugeben , n>o er 
in einem bitteren £one / $u welkem er ftd> burä) Üangens £e f ti gs 
feit in feiner SSertbetbigung berechtigt glaubte , nicht allein jeigt, 
tag JLange bie oon ihm gefabelten ©teilen nicht« gerettet habe, fon- 
tern auc^ noch eine beträchtliche Xngahl aufs neue entbeefter gebler 
hinzufügt. ilange gab barauf noch ein «Scbreibcn an -*5«rrn 
profeflor tZicolai $u ^ranffurt> roelcbes Die 6>treitig£cit 
mit Oem i^erm Äcflma wegen Oer tteberfetjung Des -*5orar 
betrifft/ h^auS, worin « pa) abermals gegen Ä.c(fing8 -Äririfen 
&u vert hei: igen fuu)t/ boch ohne babureb bei unpartheüfcben M 
nern etroaS auszurichten. (5in 2lntu>ortöfcbreiben des profefV 
foc ^Ticolai an ijerm paff or £ange in /laablingen bei (Be* 
legenfceit Oer Btreirigfeuen des ^eren paftors mit ^errn 
iTCagiffer Petting wegen der tteberfet$ung Oes tjoraj, mach* 
te ben S3efchluß tiefer gebbe*). 2Äan ftnbet tiefe erwähnten 
^treitfehriften jufammen in (BottbolO £pbraim Äeffingd Vet* 
mifebten Schriften, Ufr. 4. (Söerlin 178s ) 23r. 15 — 19: ÖL 
113 — 308» tieSgl. in (B. Äcftmgs ©Smmtlicbcn vermifeb* 
ten @cbriften , Xb> 4. tfufjertem erfcr)tenen : Anmerkungen 
übet >Secrn Samuel (BottbolO JUngens $ertbeiOigung eu 
nigec in feiner Ueberfetjung Oed ^ora$ gctaOeltcn Stellen^ 
in ten Heuen (Erweiterungen Oer Ü*rt'cr.ntni£ unO Oed Ver* 
gnucrens, 250 2. (granffurt unb Seipjig 1754.) Std? 11. S. 
397 — 4 31 ' un & -*5errn Samuel (BottbolO Äangens 2tntroort 
auf Oie 2fomerifungen ober feine VertbeiO igung Oer -*5ora$i» 
feben Ueberferjung, i£benO. ÄO 3. Stcf 13. S. 64 — 73» 

ßergl Segens X>crfucb einer sollflAnOigen Literatur 
t>tt Deatfcfeen tteberfetjungen Oer #<5mer, 2Jbtf>. 1. S. 

17* f- 

6. poettfebe »etraebtungen Oer (Teben tDorte Oes f?er/ 
fcenOen £rl<$fers, nebff anOern geiff lieben (BeOi*ten von 
Samuel CBottMö fangen, ^alle 1757. gr. 8- O»®*.) 

C||V I a /%{T/tf4r /vflrtW» 1 ffr.«, 4% /\f JS j% ITa** 

7. 3bie (Döen^aoiOs, oOcr poetifebe Ueberfetjung Oer 
Pfaimen, herausgegeben von Öamuel (BottbolO Ä.angc 

«rfler, 

*) <5ottf*eO tinb feine «nbdnger freute« ft* «cht bmtieb über blefc 
mfotumtm , tnDcm f»e glaubten, ba* Sicich ihw «nta^onlftcn 
lucrDe noch mit fieb fclblt uncin^ werten. Slucb etfebien folgcnOcl 
Epigramm: 

3»ei lofe i?>urcn febimpften (ich/ 

eie biclicn fkb recht ritterlich. 

(Kein ©atir flant unb rief uon meitem: 

£)a* f linat ali tüenn ftch £ang* unb ^ffjtng ffreiten t 



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146 ©am. ©Ijolb ian$e. , 

£rf?er, weiter, dritter/ üierter <TbciL «£«Ue 1760. 8- 
<5ie ijt mit einer Vorrede w>n Biegm. yatob £>aum£arten be* 
gleitet unb cem f)re^ Ärcittngcr in Rurich geroibmet, übrigenS 
in t*rftr;iebenen gereimten ©plbenmaajjen »erfertigt, unb »eber fo 
getreu , noer) fo ergaben unb ebel / al$ e$ ein folcbeS Original er» 
forbert. 

8. fcenrmal cbelicfcer und »Jterltcber ilicbc, fetner (Bat* 
trnn and feinem öofcne gefegt von Samuel (Bottbold SLo.ru 
c^enzc. *6aUe 1765. gr. 8. (13 ©r.) ^ r feinen 
feebmerj über ben SSerlujl fetner ©atttnn , auf treiben nacb »icr 
Monaten aueb ber £ob feines einzigen <5obne3 (bem er in feinen 
©ebbten ben @cfyafernaf>men <*Jplas gab) folgte/ auf. 6S enr* 
$4lt bief Denfmal : (Jmpfinbungen bei bem fcbneüen fBcrlufrc met? 
ner äDoris; 2Be&mutb$t>olle dmpfmbungen t»on 21. tTT. Xt>. (eü 
ner ©cbwefter ber SBerfforbenen); 2fof ba§ Ebfferben ber grau 
florinn fangen , t»on 2t. 3tarfd?in ; ©ebanfen bei bem £obc 
berfelben öon 3. 2f. Caafcber; ^Betrachtungen über bie ©tueffe» 
ligfeij ber Seibtragenben t>on (B. <T. tTTofcbe; ©enbfcbreiben 
ton bem ?>rofeffor (B, 5. tfleier; ©(^reiben bon M. 30b. Petetf 
ITTtüer; (Sin ftuffafc r»on bemfelben. Den SBefcbluß machen fok 
aenbe poetifdjje Kthtittn ber Äangin felbft : 2fnpretfung be$ Äanb* 
lebenS; ^rteörtcbB 3urücf!unft in fein Sanb; Die ©c^weijerges 
bürge; Tin t'bren ©arten; 2fuf beffelben StobraenStag; fcJori«, 
ober ba§ ebelicfye Vergnügen ; 9>affton§anbacr;t; Änbenren an ben 
feiigen py ra ; Einige fcr;er$bafte lieber. 

9. %n Den ^errn (Befreimenratfr &lor$ aus des Klau* 
dians ffimgange jum ^weiten 25ucbt von dem Xaube cec 
Proferpina. -^AKe 1769. 8* (1 ®*0 

10. £>er Komet, mein letztes (Bedtcbt. ^alle 1769. 8. 
(1 ©r.) (Sine an ben $rofef[or IHeter gerichtete Äwblung üi 
gereimten Söerfem %xcbbem in bem Eingänge bie mancherlei gc^ 
lebrten £wotbefen bon ben Äometen angeführt roorben / erjdblt 
ber öerfaffer eine poetiföe SBifton, »0 ber Äomet bureb SBe* 
febworung berabgebraebt unb über feine (gntflebung befragt worben. 
Der Komet fagt, er fei ebebem ein Siebter geroefen, ber fo lange 
gefebrieben, bi» er ftcfc um feinen ftubm getrieben b^be. Der fo= 
mifebe £on ift ©teUenroeife red>t gut getroffen, nur ifl baS ©art^e 
3U roetrfcbwetfig geraden. Der oerfiorbene Cbriffian ^einrieb 
eebmid in (Bielen fürjte eS baber ab, unb lief cd mit einigen 
S3erinberungen bon Xcniamin Wtcbaelis in feinem 2Cim^ 
nacb der deutfeben mufen auf daö ^at>r 1770. e* 209 — 
ai 6, abbruefen. 

• * > 

11. ITC. Barn. (Bortfeld £ange Sammlung gelebrter 
v »nd freundfcfcafrticber »riefe. £rf?cr, weiter tbtil ^aüe 

. . .. *709- 



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6am. 0feolb iange. 



147 



1769. 1770. 8« 0 12 ®r.) (5$ ftnb ©riefe/ meld)* Han* 
gens greunbc wrbem an t'bn gefdbrieben. JDbgleicb ber fitterator 
|kt einige Wlattrialim ju ber alteren (Befcbidjte unferer fa)6nen 
ferarnr fmbet/ fo ifl boa) aucr) ju m'el ©ertngfugigeS barunter# 
tpcö nad? Verlauf jener (Spodje niebt mebr intereffirt. JDet eefte 
Cbctl enthalt Briefe Don bem ©eneral v. ©tiüc ©. 1—60. t>on 
(Bleim ©. 60— 1 ia. *on Äoömer ©. 113 — 170. von iHete» 
©. 171 — »84. t>on Äteiringer ©. 18$ — 202. t>on ^ricorieb 
Conrad t>. Kleif? ©. 203 f. wm bem #errn v. ^Jageoorn ©. 
205 — 212. (fte fteben aud) in £rte&rtcbs von ^aatcöocn poe* 
tifdyen TVttfen , herausgegeben von l£fcbcnburg, (Cb. 5. Ä 
153 — 157.) öontDafer ©. 212 — 248. von tiPieöeburg ©. 
249 — 262. Don Btttjcc ©. 262 — 313. 2>er m^cite Cfccil 
enthalt j&riefe t?on bem ©eneral »♦ Btiüe ©. 3 — 8- 38. tum 
£malö dbnfftan von Klei ff ©. 12 — 37. (babei eine ^aajab* 
mung be$ <4ora* t>on /lange ©. 19 — 21.) Don 23oömcr ©. 47 

— 60. öon Jfraulein Charlotte t>. Brille ©. 61 — 72. von 2f. 
H. 3Urfd?in ©. 73 — 79. wn (Bentjmet ©. 80 ff» »on Öuljer 
GL 93. 307. 327 — 350. t»n (Bleim ©. 96 — 182. 192. »ort 
tTCeier ©. 182 — 191. 194—233. von bem ?>rof, Jbobn ©. 
234 —237. w>n Hange @. 237—286. (babet unter anbern eine 
fur,e iRadjricfjt oon ber tn<$brinn be$ Hertmann oon Bacfrfen* 
beim, be&gleidjen Ueberfefeungen auö ben tninneftngern / mit 
ben beigebrueften ©riginalen) von % 6>. <T. ©. 286 — 306. 
(TUnevit anifebe Hieöet oöer (Befange öer XPiloen in fc7oro* 
emersta. GS ftnb 9tacr;bilbungen t?on Biebern ber 9itorbamcrifa* 
ner/ von roeldjen Öagar's ^uronifd?e Äeifc 9?ad)nd)t crtr>eitt) 

— »ergl. 2Hlgem. oetxtfcht 2>ibiiott>ct , 18. 6«? 

211 — 216. 4, 

9*0$ ein Ärtef wm Äoömer an Hange beftnbet ftd> in ben 
Briefen Oer Bdweijer Äoömer, Buljer/ (Beflner, au* 
CBleims literarifebem Hacblafle herausgegeben von XOiU 
beim Äorte (3ürid> 1804.) 0. 82 — 89- 

13. Heben (Bc. ^rieöricb Weiers von Barn. (Bottholfr* 
JLan$tn. ^alle 1778. 0t. 8- (12 ©r.) fann für ntd)t5 mnu 
9er, alö ein dufter einer gutgefärtebenen SBiograp&ic gelten. Sit 
©dmft felbjl ^t oier Abteilungen: 1. Heben bc$ |)enn 
?)rof. meiers. 2. tTTeierö (Ehara^ter unb gagenden. 3. 
meiers Bcbriften mit bitforifdjen unb erlauternben2(nmerfungen. 
4. JDenfmale ber ^o^ac^tung unb greunbfe^aft »on einigen füer= 
ebrern unb greunben bc$ Seligen. — X>ergl. öligem. Ocmfcöe 
Äibliothcf/ 38. ^ref i. 0. 240 —243. (Both. geh 
Seit 1779. 0tcf 10. 0. 78. 

Herausgeber roar Hange t>on ber pertobifc^en ©ebrift: Poe* 
tifche, moralifebe, olfonomifcfaie unö lritir*e Äefcbaftigun« 

SC 2 gen 



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148 



6am. ©fcolb Sange. 



gen einet (Befellfcbaft aaf dem Äande. £rf?es , jtoeitea, 
drittes Btfccf. ««Salle 1777. 1778. gr. 8« 0 6 ©r.) 
fDten ftnbet ^ter »erfcbiebene ©ebidjte öon fangen , bic aber 
burdj feine 85er jiige auszeichnen; begleichen, Proben einer beut/ 
fdjen ttaebabmung be$ 23occalint. 

3n SSerbinbung mit bem 9>rof. Weier beforgte er bie 2Bo/ 
d>enfd?riften : 2Der (Befellige ; Iber tttenfcb; 2Daa Äeicb der 
ttatssr and Bitten; JDer (Blfccf feiige. 23ergl. £5tocf bau fens 
Ärüifcben gntumrf einer auserlefenen 23ibliotbei? für die 
Jliebbaber der pbilofopbie und der febonen XDiflcnfcbaften 
(öerlin 177 1.) e. 383 f- 

Ohr beforgte einen ^bdracE einer ber altefrert &leif?ifcben 
^andfebriften des $r&bUngs unter ber Tfofförtft: £>aa Jlanö' 
leben von Äleif? » nacb einer eigenbändigen Urfcbrift def* 
felben, ruelcbc er einem freunde gab , in &<bivad>8 JTTaga* 
3t n der deutfeben Krittt, #ö 3. ib. 2. €>. 18— 53. £ie 
Varianten tiefer unb ber Kortefcbcn #antfd)rift be§ $rublings 
ftnb in bem 3» &ande tief. 2er. genau oerjetebnet worben (f. ben 
Srt. £u>alö CbrifHan von Klei ff 9. 667 ff.) 

3n ber 2Bod)enfd)rift: 30er neue Äecbtfcbaffne (Stnbau 
1768O beftnbet jtcb ein fatiriföeS ©ebidjt txm ilange : &er r>er* 
kerbte 3of?and der (Cbriflen (in Stalin). 

3n bem tCafcbenbacbe für Siebter Und 2Dicbterfreunde, 
2btb* 5- B. 5 s — 57* befmbet ftd> eine (Dde üon fangen ait 
Äamler unter bet 3iifförift : fcer Winter, roelc^e ju feinen be* 
ften gebort. 

ttrtfreile über Tangens fAriftffellerifcbe Verdienfie fuu 
betman: 

i. in (Äuttners) CbArafteren deutfeber ÜDicbtcr unO 
Profaiffen 337 — 339. © b*i# Wer unter anbern: ,,.£aru 
gend (Pden roerben in unfern Sagen nur feiten gelefen; aber ganj 
r-erejeffen foüten wir $n ntd>t. Cr n>ar unter ben lprtfd>cn <Sdn= 
gern feinet SafjrhunbertS bet erfle, welcher fuhn ftcb loSrifi »on 
ben $c{fetn beö 9Uim&, unb bem $ora& nacbjufliegen wagte. £>m 
©eift beS Stimerfc etfcafcbt er nie; aber (eine Spanier, feine 33ilber 
f unb 3been fopirt er oft glucflicb genug. Tin geuer unb SRacbbrucfe 

bleibt er fub nidjt burdijauS gleich; wenige feiner £>ben fyabcn et- 
wa^ »on ber glühenden öegeifterung , ben raffen Uebergingcn, ben 
fübnen ÜRetapbern, ben ftarfen gmpfinbungen unb ©ebanfen, 
unb ber lichtvollen Jtürje beS rimifeben giprifereV' . 

3. in Äamlers Einleitung in die febonen XDiflenfcbaf-- 
ten nacb dem £ran?ö7tfcben des Äatteur (Seimig 1774.) 2>d 
3. 70—73- >W jugleich bie (Dde mit ber tteberfebrift: 3Da^ 
mon ladet feinen Cbirft« ju (tcb ein, &ier «nb ba rerbeffeio 
jur probe mitytttyiU wirb. 

*Tacb> 



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©arm ©{jofb Jana*. 149 

tTa&ricbten txmCangena&ebensttmfttnden irabecbtip 
rcn erteilen: 

1. (Crtnittd Beiträge $0 einet (Befdncbte beräumter ttno 
verdienter (Botteögelebrtcn , Bö 3. 

2. Hebenabcfcbeibongen lebenoer tmö rerflorbenet 

CBottesgelc(?cten in den ÄintgL prenfftfeben Äanöetv 

Eb. i- / 
3 &ian* Onomalb'con, T. VI. p. 745. 

4. Cfceiffian ^einrieb Gfcbmiöa tteftotog ober £TaA> 
ri&ten von öem -Heben ttnö öen öcbrtften Öer t>omet>mffen 
»erworbenen deolfeben Siebter, Bö 2. 793 — 799. — 
SufSge im Journal von ttnö f&r fceiufcblanö 1793. etdf 8* 
Ö. 653 f. 

5. Sl6$eU (Befcbicbte Oer tomifdxn Äitetamr, Bb 3. 
& 490. 535 f. 

6. *eonarö tt?etf?erd <Tt>arafterif?iH oeatfAer liebtet/ 
Bö 2. 106—132. na* ©cbmtös tleürolog unb fangend 
&cntmal efceliAer ttnb »SterliAer £iebe ic. mit proben pon 
(Bcöidnen unb einigen intereffanten Briefen wn Äanße alt 
<£ir?eln. 

7. Leerwagens ÄiterAtttrgefAiAte Oer e*an$elifAm 
3UrAentieÖer, tEJ>. 2. 0. 2 18 f. 

8. «irfAings Wf?oitffA4iterarifAe8 ^anöbttA/ Bö 4- 
2ibtb« i» 88» 

9. ©am. Banrs (Hadcrie öet ber&bmtef?en Siebter Oes 
aebt^ebmen ^abrbunöerts 154 — 160. 

3n tTTattbiflbns Lyrifcher Anthologie,, Cfr. 2. 39 — 
50* befinben fid) fotgenbe öret (BeöiAte t>on Hanget Güttabung 
an Cbfrfis (gfcirfis unö &amons fretm&fAaftliAe &ieöer 
^,41—44.); ®er SBinter, an Äamler (CafAenbuA für 
Siebter unb fctAterfrettnöe, 2fbtb. 5- Ä 55— 57-) » 
biceunbEauta (Äangena borajifAe (Döen 5.39—41» 2ln 
fcoris) mit flarfen 2ienöerungen, 3be&r*ttn$en u. f. »♦ 

3n ben (Döen öer fceutfAen, Bamml 1. 0. 14»— «44» 
2>te £>be : Tin ^erm (Bleim (Tangens &ora*tfAe (Döen 5. 
56 ff) 

2f«f ^errn 0am. (Bottbotö Äangens Ausgabe an ihn 
gefebriebener Briefe, ein Epigramm wn KSflner/ Befindet 
fidj in beffen tfermtfAten eAriften (Ttttenburg 1783O G*. 3. 
0. 482. 



3o$atut SÖtl&cIm ßaurett&era 

geboren 1591 &u tfoffodf im ttTettenbtiraifAen , irurbe 
Profcflbr bet £>iAtfunf? unb ttfatfremttiE bafelbjt, im 

Safere 



Digitiz 



i5° iaure«6trg. 

3abre 1635 aber Pcofeflbt ber ittatbcmati? bei ber Stitterafa* 
bemie ju Öocoe in fcanematf, wofelbft er 1659/ im ad>t un& 
fecbdjigften 3abte feine* EebenS ffarb. <§r war ber jüngere 
SBruber be$ Äotfocffcben 9>rofef[or$ ber £>icbtfunfi, Peter £atM 
renbetg/ fo ttrie 2nötca3 Cfdjerninga (f. ben TLtt. tlfcbetning 
in bief. 8*0 Sebrer in ber 3>oefte. 

@r ifl Serfaffer einer, aud) iefet noeb/ febafebaren <5amm* 
lung plattdeutfcbet fatirifebec (Bcöicbtc/ bie.jum etffenmalc 
1654. 8- unter folgenbem £ttel erfebienen : fce reet oloc beco> 
ffleöe Q»cbet:c3geDicfotc : 2Us cvftiid : Van Der JTJinfcben itji* 
gen üetöoroenen XPanöel unöe tttaneeten. 2. van almoöis 
febet ÄleOerötacbt. 3. van uermengöet öptaEe unöe (Du 
teln. 4. ©an pocfie unö Xjmtgeöicbten. tTCet cenem 3rv 
fcange x>an erliefen in öuflen Cföen npen ingcfcbletcnen 
miflbrMcn. (Beöc&cfet in Ouflen iRigen 3abr. (2tt)t 8<m 
gen). (Sin ©remplar biefer Eingabe beftnbet ftd) auf ber Jtiniak 
d)en ©ibltotbef ju EetHn. 9kcbber ftnb fie mehrmals wieter 
<rüelegt, unb jum ^f>cil mit Äacbels ©atiren (f. benttrt. 
Xacbel in bief. 2er.) jugtelcb abgebrueft roorben. eine neuere 
Ausgabe, bie auf Soften *erfd)tebener guter greunbe 17s 0 
ftu Äaflel gebrueffc »orben) fül;rt ben £itel: SDe veer olöe 
bet-obmeöe Öcbcrjgeöidne, als erfflicf: Van öet ttTitv 
feben irrigen »ecOorüCncn t&andel anO tHaneeren. 3. 
Van alamoöifcbet: Äleöetötacbt. 3. Van reemengeöer 
öpca!e onö Cituln. 4. Van poefte unoe Äpmgcöidnen. 
3n tTcööetö&tpcb gerymet öord> ^ans EDitlmfen XL Äof?. 
tTCet eenem Slnbang, pan erliefen/ in öufien Cyöen in<je> 
fd?lefenen *TCiflbtul?en. geöt&cfet in fcujlen it$i$en tfabr. 
£>er 9labmc ^ans XPitfmfen £. Äof?. bebeutet ^obann Ä>iU 
beim Äaarenbecg Xotfocbienfis. SSegen beS abgerufen iL 
2Cof?. glaubte man aber ebemalS/ ber Skrfaffer tyxfyt Äicentiat 
Äof?. (5ine tteberfetjung in§ ^oeböcutfebe erfebien $u -*5affl' 
bürg 1653. 8. unter bem Xitel: Vier: öcberjgeOicbte 5» In* 
(Tiger Scitoernrcibang geboeböeatfebet von Oer 5Didnf«nfl 
üebbabern (6. ßbtt'ft- 5>ebefinb) IM ^abr aLs biet Die 
l^Lbe fLofle. (5in feem^lar bie^r Uebcrfcfeung befinbet ,fub auf 
ber Äiniglicben Sötbliotbef ju Berlin. 

ÄaurenbergB Bcbengcöicbte ftnb mit fo üielem 2Big/ 
mutbwilliget Saune gefebrfeben, unb erbaften burd) bie / ber platt*, 
beutfeben ©pracbe eigentbümlicben / 2fu$brücfe unb SBenbuncjen \(\- 
nen ®rab t?on 2)roÜigfeit unb ^atuetdt / ber in ber fomifeben 6c- 
tire t?on groger Söirhmg iji, unb für eine jebe anbere ©praefce un? 
erreiebbar bkibt. Snbeffen ifl niebt ju leugnein bag ber fiScrfaffcr 
bin unb wieber gar ju berb ift. 2Cud) fommt mancber3ug bei ihm 
uor, ber, mcnigjten^ in unfern ie^igen Seiten/ baö 3artgefüt>l ber 
Sefer bcletoigen oürfte. 



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fiBMft. lautinbit& 151 

Sn ber erflen ©atire: Van itjigen Y&an&et unöe ttTanec* 
rm öec tninfcfren , gebt ber Sithter oon bcr pnbagorSifcben 
geelenmanber'ung au$. Siefe Seh** leitet feine f>bantafte auf bett 
(Bebanf en , welche SBanberuna tr , wenn bie Sache übrigens ficr) 
fo t>err)ielte, wohl für ftcb wunfehen raiebte? ©oüte feine ©eele 
in ben .ftitper eines SbiereS fahren, fo bauch* ihm, wäre wohl 
ber £6rper eine* nieblicben ©ebooßbünbehen* bcr befk Aufenthalt. 
Aber ber menfcblicbe Stbxütt bat boer) ben SBorjug ; alfo foll aud) 
feine ©celc nur in ben Jtorper eine« SRenfchen wanberm Wut i(l 
bie grage , »0 jte am be jren aufbewahrt feipn würbe ? £ icr bitUt 
ftcfr bem Siebter ©elegenheit bar, bie ©tanbe ber SEenfeben 
burcb$ugeben , unb bie allgemein berrfchenben &horheitcn unb t>cr= 
berbten <&itttn mit mutwilliger Emme ju febilbern. 

3n ber wetten ©atire: Van «Uemoöifcbet&le&etötacbr, 
ftoßt man auf , manches ©emälbe, oon bem man glauben mochte, 
baß ein Original unferS 3abrr)unbert$ &u ibm gefeflen habe. 

Sie örttte (Satire: X>an vevmtn$tt>et Bptare unöe At- 
teln/ ift gegen bie Äitelfutbt imb bie efclbafre ©praebmengerei ber 
Scutfcben gerietet , bie langer als ein Sa&rbunbert in unferm S3a* 
terlanfce geberrfebt bat / unb felbft ju ben jefetgen 3eiten noeb r>ier 
unb ba in einigen Sirfeln |>errfd>t, wo man leiber! ju einer frem* 
fcen Sprache feine äuflucbt nehmen muß, weil man ff* mit An* 
fanb unb SBürbe in feiner $cutterfpracbe aufyubrücfert nief t gelernt 
bat. Auch biefer ©atire fehlt e$ nicht an brolltgen unb fonrifAen 
©cbilberungen. ©0 laßt unter anbern ber Siebter einen jungen ©eefen 
auftreten, ber bei einem Aufenthalte von achten 2Bod)en in Paris 
feine 5Rutterfprad>e fo »ergeffen hatte , baß er feine 9>eriobe fpracb, 
obne franjöftfcbe SBrocfen mit einjumif^en. Einmal giebt er bem 
Äod?e in feiner fauberwelfcben ©prache Anwcifung, ein gruljfhtcf 
zubereiten. Siefer macht ein abfcbeulicheS ©emifch , wa* feiner 
ton ben ©afien genießen farnt, unb entfthulbigt fleh am <Snbe 
tamrt , baß ganj nacb bem Scecepte be« £errn verfertigt feu 

3n ber metten ©atire: Van allemodtfebet: poefie nnöe 
Xrmen , fpielt ein armer $oet bie ^auptperfon. tiefer erjagt 
bem Serfaffer bie ©efebichte feiner SBanberungen. <Zx war in ®e* 
fahr, bei feinem £anbwerfe ju verhungern. Sie 9totb trieb ihn, 
hier unb ba einen Sefcbüber für feine «Kufe aufeuf«*™. e,ftmal 
Farn er in eine große ©tabt „up frnem ApoffeU beerbe gereten. " 
(im prachtig gebauteS^auS erregte t?orjüglid) feine . Äufmerfiamfcit. 
*ter wohnt, badete er, gewiß eine ©reellen*, wenigflenS ein ange-- 
febener ©elehrter. ©r geht hinein. & war feine Grceaenj, bte 
hier wohnte, auch fem ©elehrter, fonbern ein reicher «wnfcmbtor, 
ber mit ben SRufen wenig «erfehr trieb. 9cacb vielen e^wien* 
feiten wirb er eingelaffen , unb hier mag benn ber arme S>oet ferne 
Öefchichtefeftfl erzählen: 

3« 



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i52 . iaurcnB^rg; 

3<f brachte t>bt enbltf fo fetn, 
®at txf warb ingelathen tho bem £em 
3n eine ©ftwe, bar was $bt althomahl 
©o prächtig , als in eines g6r jfcn <£acL 
3<f bebe ein grote Sfcüerenje mafem 
£e fatt fo ftyff Ott ein 4>oppen|lafen, 
2ßol fon gt>, febe he> gebet pun> funb! 
3Btü at) ©arff en ebber JÄoggen etlif e 9>unb ? 
£>e föne 99 befamen fjutc ober morgen, 
S36r baren ©elbe unb nicht tho borgen. 
3<f fpraf, grotgunfftger, hochgeehrter ^eeo 
3cf fchefec nro glucffelig ber groten 
Stehet tho Famen an biffen £rt 
Unb mit bem «£>eren tho wefleln etlif e SBort» 
£>er ©elehrben Patron wert be #eer genimt, 
£)<wir 9$ he in be äßelt berthmt, 
@m will t>cf b# ßarraen öftererem 
Unb in fyne fjoge ©unft ms refommenberem 
<&W* SRamenS will t>cf r6bmlicf gebenfen, 
Unb in ben Tempel ber Sföcmorie fcenfen; 
2)e ^)eer fatt lang unb fach 
Gtibtyf febe h«: 8obe SDfamn, 
34 weet nicht, wat tjcf fchall uth gut» mafen; 
©9 fehnaeft wunberlif feltfame ©afen, 
SSelicht werb gt> ein SRagtfter fpn, 
Unb ben Jtinbem in be @chole leren Satin; 
(Sbber gp mögen wol gar ein ißacfelaer* mefen, 
Unb in ber 2Cfabeme ben ©tubenten t>6rlefen. 
£ant mt> pbt t)bxcn, bat pef fann weten, 
3ßo **! puw fchall titeleren unb h«ten. 
Scf febe : groetgünjlige £eer unb Datron, 
£pt Carmen wert uthwpfen mime 9>rofeffum ; 
£)cf bin pef ein 9)oet »an Deelen Sahren, 
3n ber eblcn 3>oefte gelehrt unb erfahren. 
£ebb icf fo t>ecl ©lieft al* ©efehieflicheit, 
S)bt würbe tm> fo nicht gahn, al$ t>bt nw geit 
Dhobu^ mit allen 9>tmplciben 
2)3 »am Sflarte Jberwunben im fhnpben ; 
^Panbora , t&rnig 60er be maten, 
&eft ere ganje »uffe feet mt> uth gegaten. 
£art>an bin t>tf nu ein 3ru* worben 
Unb getreben in ber SDfenbicanten £)rbem 
@p reben tho hoch, fpraf be !Kan thor flunb, 
< ©uwe 3B6rbe ftnb altho fafelbunt 
£och, fo Beel al$ j>cf baruth vornehmen fann, 
©pnbt £9 ein 9>oet unb gelehrber 2»ann* 

SBowol 



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3*$* 2BtI(). £aure'u6« ca. 153 

ÜBorool ^tf nu ntd^t etgenttyc! tucet f 

«Bot bot tyo feggen rß ein fJoet, 

<5o ^ebbc txf bod|> txm onbern tm> lotsen beriefen/ 

Dot pbt be ftnb, be SSerföe bieten/ 

De bo finen oflerlep Sfyme fcbrp&en/ 
" Dormit fe oUentbalwn eeren #anbel brttf?en 

U» #ocbtDbcn, ÄinbbÄpen, tmb bp Kobern 

Unb »or fe fünft etoo$ fenb aermoben. 

So 99 orf einer ton benfufoen fenbt/ 

<5o fome gp fcier nity tfa regtet £#>t; 

Den gt> feben n?ol, mwn gobe &m, 

Dat 6«er 9$ »eber Jttffe nod> Jtinbetbeer. 

3Jty ttunbert niefct »einig/ bot op fonbt fo geef 

Unb bewahren put* mit filfen Drecf. 

Dot £onbmorf 90 fo gor t$o gemeen/ 

SSerfe ȟ ifeunber fcfyrwen teber een. 

De iungen SfengeK , be ftiem Wnt lefen, 

De willen alle Poeten wefen. 

3n ollen »rubtlocbten bot brubbe @erid?t 
toißtycf ein .öocbtybgebidjt; 

Darmit g(it be SBien benin beflo fachten 

<£o fann man tufhg feggen Won! achter. 

SBenn begrooen ftyal merben ein fyl, 

$bt geroefen icmonb $B4rne&m unb ffajt, 

<5traeB mittti utygebeelet werben Garmen, 

©tyf otö men Slmiffen utbbeelt ben Ermen 20. 
3n biefem $one f&tyrt ber Äornbinbler fort/ bei« 83erfemonn biele 
berbe Balletten $u fogen. 9lacbbem enblid> biefer feine dxiafc 
lung geenbigt bat/ tyeilt ber SöerfafTer feine SÖetraebtungen über 
btn »orfall mit; fte betreffen fcouptfadbli* ben fönmlfitgen SZon 
einiger Dichter feine« Betete* €ine tyologie ber plattbeutfdjjen 
6pracbe mod)t ben KkMtö. 

Der 2fnf>ang enthalt / nebj! »ergebenen fattrifeben unb 
«Socteeitgeöicbten (Jilage foer be ifeige »evfcbrbe ^Bereit un 
funberlpf 4*er be* Uwn grepen* attyfciicfectt; <Senf4lbige »e* 
febritung, too pbt mit bem «ßonntebfoten Sirpen t)4r un bp ber «ftifl 
tbo getjbt; Der t>erbowene SBerlt/ un ere n*e SDtoneeren; (gegent* 
liefe IBefcbrpmnge ber monnigerlep tfrtb Stemmen , fo in ber S3un* 
gen un ©pgeln t*rborgen fonb; Der Söenen £off un ©toff u. f. n>.) 
aud> folgenbebrei fomtfebe CErjS blutigen: SDtofc befft be Jtiepe 
fregen; De bebrogene 3<m ®ot; Gene luftige ©efebtebt tbom 
»ef*lutb (»eldje bie trogif^en <5d)icffale be$ ^an» tgobn 
eine« gebognen tS&bnerDiebes erjd^lt/ unb rec^t gut geratben 

aufjerbem ^oben »irb t>on Äoucenberct nod> : Zwo €om6* 
öien, Stänntn fftrgefleüt 1. wie Ä^uilO; Oes Äegem öec 

mi^ei:- 



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154 3o$. 5Ö«l£ iauttnbtt$. 



mittemScbttgen bindet, die edle Prtmefltim (Dritbyiam 
heimführet. 2. XJOie die iSatpjrjä von zweien feptentriona* 
lifeben ^clöen verjagt, tmd König pbinetts entlediget wird. 
Äet dem bod?fürf?Ud?en 25eylager öcs öurcbleucbtigften 
boebgeb. 5* onö *Serm Cbrifrian des fünften jtt ^em 
ncmarlf, £T. der XV. und (B. enreblten Prinzen , and Oer 
durcbleacbtigen boebgeb. $. und 5« 5rewletn tftagdafenen 
Sibyllen, geb. -<v 5» öaebfen :c. pr&fenticet and gehalten 
nt <£openbagen den 7. and T2. (Dctob. 1634. Kopenhagen 
1635. 4. (Sichern unb ein balber Sogen). £er Serfaffer nennt 
ftd) in ter Unterfd>rift ber 2)ebifation jiobann £aarenberg (ben 
S3ornal)mcn roübelm, beffen er ftd) ofterd bebiettte# tyatte er et* 
o,cntlicb nur öon feinem Sater angenommen). (Sie ftnb in Profa 
^efcbricbcH/ fcod; bin unb »ieber mit 21rien unb JUedern 
unb E£n jen tmtcrmifdjt. <Bo f omme n aud? in beiben 0 s 
tn&bien luftige Auftritte wm ^Bauern vor, beren in platt« 
fceutfeber ÜRunbart »orgetragene ©pafjreben bisweilen in* Unar* 
tige fallen. 

Satira , qua rerum bonarum abufus et vitia quaedam fe- 
rn Ii perftringuntur, cum querimonia Daphnorini (Laüren- 
bergii) de luo et Academiae Soranae fiatu. Kilon. 1684* 

4. würbe naefc &aucenbetga $obe bon tHorbof tyerauege* 
geben. 

9laty\d)Un von Wittenberg unb feinen Dativen werbe» er- 

tr)ctlt x 

1. in$iogels (Befcbicbte der fomtfcbeiv Literatur, #d 
3. 414 R 

3. in Kocbö Kompendiuni der deutfehen Literaturge- 
fchichte (Berlin 1795.) 0. 134 f. 0. 174. 

3. in Haffcrs ^orlefungen über die (Befebt<bte der 
deutfeben poefle, £d 2. 0. 3 18 — 333. 155» tntt einigen 
proben. 

4. in bem ^reimütbigen 1805. tTum. 66* 6>. 262 f. 

5. in tHorbofs Untertriebt uon der deutfeben Bpraebc 
und poefte (&u.betf und ^raniffttrt 1703.) 0. 678 f. 

6. in ^reieslebens Kleiner tTaeblefe ju des Prof. 
(Sottfcbeds notbigem Vorratbe *uc (Befcbicbte der deuf 
feben dramatifeben fciebttunft 0. 25 f. 

7. in bem 3edlerfcben g*d#en UniuerfalleuFon attes 
TPiffenfdjaften and Kftnfre, J5d 16. 0t 1073. 



• • • t • • 4 

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3or). Äafp. iavat erv 155 

3o&ann &<tfpar ßaoatet 

»purbc ben 15. 9eot*mber 1741 Briefe üt ber &<hmeit gebo* 
ren. ©ein SBater, ^einrieb JLavatev, war 2)oftor ber Erjneis 
fünf* unb Mitglieb ber äüreberifeben Regierung. (Sin Mann wo« 
anerfamttet Äeblicbf cit , »cn naturlicb gutem/ gefunben föerflanbe, 
übrigens weber befonberS gelehrt , noeb febarfftnnig / weber ein©e* 
nie, noeb ein ^tlofs>p^tfct>cr JCopf, ein Mufter be$ Sleißeä unb un# 
ermübeter Erbeitfamfeit / treu in feinem ©erufe, glücflieb in feine» 
Äuren/ ein treflieber SpaufycLWzz , dußerft orbcntlicr) unb regelmi* 
ßig in allem / ber eingeaogenfre / mäßigffe / rreuejle , bienfrfertigtfe 
Mann / ben man ftcb benfen fann , ein berjenSguter Seemann t bet 
jirtltcbfle Skrer, beffen ^6d?j!e greube fein SBeruf , feine gamilie/ 
feine USibtl, unb beffen einjige fceibenfcbaft war, 9teuigfeiten ju 
boren unb $u cr^ar)lcn. ©ein SBanbel fonnte ale" ein löeifpiel eineS 
unfrrdflicben ©ürgerS angefeben »erben, ©eine Sttutter tyrttt 
großen SBcrfianb , eine erflaunlid)e €inbilbungöfraftf eine unerfdtt* 
liebe 9teu s unb SBißbcgierbe , bie ftcb aufS JUeinfte unb ©roßte 
erjheefte, aber am ©reßen mebr greube fanb, aß am kleinen 
unb Mittelmäßigen. 3br Grrfinbungögetfl n?ar unerfcr)6pf(id^ / ifcre 
3!^dtig!eit unb 23erriebfamfett unermubet. ©ic batte einen 
pCanmacbenben / auSfübrenben , burebfefeenben ©eift, ba$ ebr* 
Iid^fre/ bi$ jur 9)ebanteret gewiffenbafte/ ^)erj, baS feiner fcuge/ 
feiner £cucbelci unb ©ebmeiebelei fabig war; aber ein «£erj 
toll unergrünblicber liefen — in benen allen jebceb nur eine %tu 
benfeböft fletftc: bie ©telfeit; niebt jene gemeine @itelfeit, bie fo 
kid?t in äofetterie ausartet. ©ie mar bie (Sbrbarfeit felbft, 
unb tjou aUer ©efcblecbtSeitclfeit febr weit entfernt. ©ie ^atte 
eine jum grftaunen große #ocbacbrung für alles <5ble, ©roße, 
Skrfianbreicbe. ©ie war eine rrefuebe ^auömutter/ eine treue 
©atttnn, bii ibrem Manne unermübet in feinem Söerufe Söeiftanb 
leiftetc. 3b* auSgejeicbneter äfcrftanb oerfebaffre ibr übrigen« im 
#aufe eine #errfcbaft, bie mitunter brücfcnb war. ©ebon 
t*on ibren eitern b« war ibr eine febr religiofe <£br liebfeit unauö* 
tilgbar in$ £er$ gepflanjt. Stoß biefe Gbarafrere ber Altern einen 
bebeutenben Einfluß auf ben ©obn unb feine (Srjiebung baben muß* 
ten, liegt in ber Statur ber ©acbe/ fo wie aueb £«r>ater felbfi eine 
merfwürbige Söefidrigung für eine feiner Söebauptungen ifl, bie 
nemlicb , baß befonbere ©eifieSanlagen eber oon ber Mutter , alä 
t>cn bem äkrer fieb »ererben. <£r pflegte oft, wenn er einen befon* 
bcrS oerfldnbigen Menfeben fabe/ ju fagen: „J>er muß wobl eine 
recht tcrflanbige Mutter gebabt baben." — Äauater foll in feiner 
frübepen 3«genb nid}t nur febr woblgebilbet/ fonbem ein twrjügs 
lieb feboncö Jtinb gewefen fet)n , obgleicb auS feinem vielen Sßeinen 
unb ber 3artbeit feiite$ »aucS gar niebt auf eine befonber« gute 
Öefunbbeit gefcbloffen werben tonnte^ ©eine erfie öraiebung wari- 

nacf> 



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156 3<>$. £afp. iavattt. 

;:ad) feiner eigenen Eeußerung / genau nach best allgemeinen ^d>l<w 
ge guter Haushaltungen ber bamaligen Seit unter einer ^Bürger* 
Haffe / bie in ben vornehmem / , aber nicht vornehmften geborte. 
SBeber bte forderliche, nod) bte erffe moralifcbe £r$iebung jeicbnere 
ftd> auä. (Sr war fein t>or$uglicbcr fciebltna feines SkterS ober fei* 
ner Butter, aber »on beiben ber,ltd> geliebt. Helten jwar , bod> 
»erat e$ bie SRotb erforberte, würbe er, jebotf? mit vieler SRaßigung, 
mit ber &utbe ge^üebttgt. Sr war in feiner frübefkn 3ugenb febr 
fanft/ ßiU/ gutmütig — febr leb&aft/ bisweilen reebt b*fa'g; f*fr 
fdmell/ unb fefyr furebtfam; iußerji $art unb unbefcbreiblieb tou 
VrmMid> ; nicht» weniger als lern [am, febr im ad) ti am, flüchtig, 
iingcbulbtg/ fei^neö auffabrenb/ unbebadjtfam unb unroeife — man 
wußte wn ifym nicht ben mtnbeftcn 3ug Don 2Bi£ / feinen Einfall, 
fein Bonmot/ wie von ben meijten feiner ©efebwifter. ©cbwerücb 
fanb man einen ftiHern unb lebhaftem, einen fuchenbern unb flie- 
benbern Knaben, al$ er in feiner erflen 3ugenb war. Die Wen* 
gier trieb ihn allem' hin, unb bie Surdjt von allem weg. 3m* 
mer fd?webte er in ber &ohe , unb immer Hebte er an ber $iefe. 
<2ein «£er$ trieb ibn immer ju biefem / jenem 9Renfcben — unb 
warb gleicb wieber jururfgejagt. 3n ber Oeutfcben Qcbule, in 
bte er frü^ fam* maebte er nur langfame gortfebritte im fcefen, 
Schreiben unb EuSmenbiglernen, war unorbentlich, unb batte nict>t 
bte minbefle Eufmerffamfeit 3u (Snbe feines feebffen 'Jabtes 
Um er in bie latetnifcfre &d?ule. ©eine Altern gelten immer 
fleißige üftaebfrage über feine ©efchicflicfyfeit unb fein Verhalten. 
2)te 9tebenfhmben würben befhn6glicf;jl juratbe gehalten, unb ihm 
überbauet nur füUere ©ptete *u feinen Vergnügungen erlaubt, ob= 
wobt er felbj! gar &u gern in Freiheit unter ben anbern «Änaben unb 
bei ihren greubenfpielen gewefen wäre. (Sine jiemlicb lange 3eit 
war ba^er feine erfle unb beinahe einige Sugenbbefcbdftigung / auö 
(ciegelwac^S allerlei Siguren $u hüben. 3n fiebemen tJ«t>* 
rc ftengen ftcb bie erften ©efitble ber Religion , beS ©otte§/ 
bicnfle§, be6 ©ottfucfcnS merHid) in bem Knaben ju regen an. 
CMum hier ftnbct man bie erfren Jteime M, fein ganjeä 2 eben f)in* 
tuvd) ben ©ebet erb&renben ©ott fudjenben , Cannes. #atf e er 
ctwaS t>erfeben, unb bafür (Strafe ober jfarfe SSerweife ju befürebs 
ten, fo nahm er feine 3ufluer;t $u ©ott unb bat/ baß feine Butter 
niebtö bavon erfahren mochte. Zufälliger SBeife traf eS ftcb mchr= 
mal* / baß fein ©ebet von bem heften ßrfolge für ibn mar, unb ihn 
in feinem (glauben an baS ©ebet unb an bie Ätaucbbactnt (Bots 
tt3 beftarfte. 25iefe Erfahrungen attafdjirten ibn immer mebr an 
ben ©ebet erbirenben ©ott. &m ungeaebtet fanb ftcb wieber 
Rlücbtigfeit unb getebtfinn bei ihm ein. Sange war er ©orte/ ober 
bem/ waS er für ©ott hielt, feiten treu, unb in fo leben 3eitrdu= 
men, wo er nietyt ernflf>aft unb fromm war / war er/ fobalb er we* 
mgfienS vom mütterlichen Buge ftcfj entfernen fonnte, über alle 

©ebran- 



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3o§. Äafp. iavattt* 157 

Cdfamfen murbwillig. ttber bod; war et ibm autf> feiten lange 
untreu. ^bantaffen/ ®emütb$regungen / Siebe jum ungeheuer 
©roßen / trieben tf>n fmmer um. 3mmer war er in feinen ®eban* 
fen Saumeijrer, ©rfinber unb (Erbauer bober babplon tfeber 3;t)ur- 
ine u. f. ro. Smmer fieng er Rimbert Dinge an / unb »oHenbete 
feinet. £>ft r>attc er eben bie greube, etwas, ba§ er gemalt > p 
^erfroren , al& er gehabt battc f e§ ju beginnen, liefen #ang jum 
immer neuen beginnen unb untofienbet fciegenlaffen bef ampfte er 
fein fblgenbeS Seben btnburcb mit großem Crifer, unb gutem ©din- 
gen f unb ermarb fieb 'Änbaltfamf eit unb ÄuSbauer in ber Arbeit 
gegen fernen natürlichen #ang jum Unbeflanbe unb gur Slücbtigs 
reit jwar mübfam, aber glüct lieb, $arte er ftcb etwa SBergebun* 
gen gu <3cbulben fommen (äffen , fo trafen t^n mebrmalS balb nacb* 
ber unangenehme Vorfalle. 2)ieß fonberbare 3ufammentreffen feis 
ner Vergebungen mit unangenebmen Vorfallen maebte auf t'bn eis 
nen tiefen (Sinbrucf. Diefe Vorfalle würben beinahe immer Z\u 
finge neuer Crpocben in ber ©cfcbicbtc feinet £er$en§ unb üfyaxafc 
terS/ würben es befonberö babureb/ baß fie mit anbern moraii* 
feben Situationen feined «^erjenS auf eine frappante SBeifc jufams 
me nrrafen. 2Bcnn ibm fo etwaS bange 2)rüd enbeS begegnete / bat- 
tc er meifienä niä)t lange borber eine befonbere EuSfcbweifung be- 
gangen , ober feiner lieber jeugung mit einem ibm felbjr unertrag- 
lieben &eicbtfmne entgegen gebaubelt , fo baß er niebt anberS fonnte/ 
als immer $u ftcb felbft fagen : Da baft bu nun beinen aerbienten 
£t>bn ! £aber benn aud? immer ein neuer mutbiger 2Cnlauf ju mcb~ 
rerein gleiße/ anbäcbtigerm ©ebetc, unb mehrerer @rnftbafttgfeit 
erfolgte. 2Son frübefter Sugenb an maebte ed ibm Vergnügen/ gu 
geben. (5r fonnte nie einen Ermen obne SKitleib anfeben, unb 
litt unbefebreiblicn Diel bei ber 9cotb Enbercr. dx war unterbeffen 
in ber <ccbule au$ einer JUaffe in bie anbere fmmer bober gerüdt, 
aB in Einern ahnten *3~bt bureb einen 3ufall mit einemmale ftcb 
bei ibm bie Sejtimmung jum geifrlicben BtanOe entfebieb. (£tn 
angefebener ?)farrer/ einer ber erften 2Cuffeber be$ @fymnaftum§/ 
fam emfrens in bie ©cbulc/ unb fragte unter anbern bie Knaben/ 
wa3 fte »erben wollten? wer Pfarrer »on ibnen werben wollte? 
JLavatet fagte obne bie minbefte borbergebenbe Ueberlegung unb 
obne inneren £rieb fogteieb: 3cb! EIS er e$ nun einmal gefagt 
borte/ fo würbe eö ibm aueb gemutblicb/ in 3ufunft Pfarrer 311 
werben / unb er maebte feinen 6ntfd)luß jefet aud) feinen Altern bes 
fannt, bie Kumt nityt gang juf rieben waren. £borbeiten , ,ftinbe= 
reien/ 5Kutb willigfeit/ fogar mitunter f leine SSoUmtcn ließ er ftcb 
balb ba balb bort ju (Scbulbcn fommen. Damit war gugleicb aua> 
wieber S3l6bigfeit/ ©utmutbigfeit / nawe Jtmbe$einfalt öergefeH* 
febaftet. SBcrflellung ober flug verfcblagene 3urücfbaltung war 
ibm unm6glicb. Der ^nabe fagte alieä fcblecbtweg b^^uö / waS 
erempfanb, bmtxtti, wußte, »et aller feiner Stöcfctigfeit 

unb 



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unb bem $ange jum Sufligmacben fühlte er boch immer tötetet 
etwa* 3urücfjiebenbe$/ CrnfthafteS/ ÜRelatuholifcbeS in ftch/ »er* 
ttmnftyte jebeö Cacbeln , aerbammte jeben Unfall ber ©otteööergefi 
fenbeit , gieng tnS (5 infame tmb meinte bittere Sh^nen / unb fühlte 
ftd> burch baö Üttitmachen mit 2(nbcrn innerlich fo tief unter fid>. 
felbfl erniebrigt/ bag er weber Gimmel nod) (Srbe/ Weber ®ott 
noch SWenfchen anfehen ju burfen glaubte. Sreilicb »erlor fiel) ba§ 
balb wieber / aber nie gan$. & mar immer ein (5twa$ in ihm/ 
ba$ ihn flad^ / reijte/ trieb unb brangte/ wa$ ^|4^ere§ unb <5blcre$ 
&u f neben, ©o febr SRunterfeit unb fcufhgfeit ihm natürlich $u 
fetjn fehlen , unb natürlich mar, fo febr tiefe 'Äugenfeite feinet (üba= 
rafter§ jeb ermann auffallenb unb jum 3 heil auch angenehm mar, 
fo lebte unb regte fid? bennoch febon bamaüS ein 2>urfl nach 3>irts 
gen/ bie er m'ct>r fat>c / ein (Streben nad) Gräften unb SBirhtngen/ 
bie er mrgenbS erblicf te. &on feiner früheren 3ugenb an , bi$ er 
au3 ber grembe ton Reifen juruet f am , fernen ihm alle ©abe gu 
reben/ etwaS ju ersten, befonberd alieöabc ju rafonniren, gan$* 
lieb fcerfagt ju fepn. Solch ein reichliche^ ÜJtoag wn £iftion unb 
Söerebfamfeit ihm aueb in ber golge ju £beil mürbe , fo lieg fiel) 
bod) feine ganje Sugenbjeit binbureb t>on biefem Talente feine ©pur 
feben, fobag er ftcb aueb t>on feinen Kitfchu lern btefer äölobigfeit 
unb Unbebit Iflicfyf eit im Sieben wegen ben Stammen beä Unmunöis 
gen fcerbiente. 2£bcr er fühlte etmaS in ftd> / baß ihm bei bem 
mannigfaltigen £)ruefe, unter meinem er lebte , öerfieberte / fo febr 
er aller ©efpott fei/ habe er boeb etwaS/ wa$ biefe mebt hatten, 
wiffe unb fühle er Dinge , bie jene niebt wußten unb nicht fühlten. 
<£r gefiel fieb babet in fid) felbfl; e§ war ihm am behaglichflen in 
feiner eigenen 2öclt, feinen Styantaften/ feinen (Jmpfinbiingen, unb 
feine fceiben famen bamalä febon offenbar gr6gtentbeil$ ba her, baf? 
er etwa t>on biefen befonbern Smpfinbungen unb ^bantafien ernffe 
faft mit anbern reben, fleh mitteilen wollte / unb bann migt?er* 
flanben, jurief geflogen , ausgelacht würbe, SBci alter feiner auf- 
ferorbentlichen $öl&bigfeit unb gurebtfamreit lag boch auch wieber 
eine gewiffe männliche 1 , unüberwinbliche (SntfcblofTcnbeit in feiner 
Seele. 2)iefe jeigte fid) jwar feiten, aber wenn fic fid) §eigte , fo 
war fte um beflo fldrfer. (Sr war jahm, wie ein ßamm, aber 
auch wilb wie ein Wwe. Orr floh jeben JSnaben, ber bie «^anb ge^ 
gen ihn aufhob, warb er aber angegriffen, fo big er um fid), wie 
ein geregter 3>ach3. 2)urch Unrecht aufgebracht fefete er ftcb mit 
einer rafenben .tülmfjeit, unb alle$ »ergeffenbem ÜÄut^e felbfl 
mannlieber ©firfe entgegen. Hin Unrecht/ wekbeä ihm ober ans 
bem angetljan würbe , empfanb er mit einem ©cbmerje / ber alle 
feine Gräfte ju einer fürchterlichen Jpbty tyob. dt fam auS aller 
gaffung/ fobalb er eine leibenbe Unfc^ulb fa^e. @o ungeheuer unb 
wütbenb nun fein 3orn gegen baö Unrecht war/ fo leicht war 
burch ben blogen Schein wn Kcue beffen/ ber ihm Unrecht tbat. 



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£afp« iävatet. 159 

fem $er$ »on oller 9?ad>e gereinigt — 3fm 3a&re 1753 würbe er 
gefifjrltd) franf. Äangfam erholte er fid> wieber / unb feine Seife 
wrfurjungen wafjrenb ber langfamen (Sr&olung waren opttfd^e 85er/ 
fuc^C/ ©lafer jufammenjufefeen unb fleine 4)anbpcrfpeftiüe $u er? 
fünfte In, unb eS pflanze ßd) ihm tabei eine Liebhaberei für biefe 
'oaebe ein/ bie ftd> nie ganj auS feiner Seele verlor. UebrigenS 
machte biefe Aranfycit eine 3eittancj rertt gute SBirfung auf fein 
£er&. Um biefe 3ett tarn XJDie Und jum erflenmale nach 3uiici>, 
roaS in ber ©tabt großes Suffe&en erregt«/ baS au<$ bis in bte 
oc^ule brang/ wo ftd) JLavatet jefet befanb. Da erzählten fiel) 
bte «Knaben unteretnanber ton bem ÜRanne/ ber fo Diele (Sprachen 
»erftanbe / ber mit bem bloßen SBlicfe ein 3immer auSmeffen / unb 
fdgen tonne, wie Diele ßinfen in bemfelben Siaum hatten. £icß 
erregte bei iUratern fo großes drßaunen/ fo neugierige £beiU 
nebmung, afficirtc ifyn fo innig, baß er nun nichts mehr backte, 
alS tütelanoen , unb biefeS großen Cannes Schuler ju werben 
WLtnfd;te. SJennod) fam er nod; in feine nähere Söefanntfdjaft mit 
ihm. 9tur einmal fa&e er ifjn / ba er in einem benachbarten &aufe 
£3efu$ machte, ©ein £3li<f ruhte fo auf bem SRanne/ tranr fein 
23il& fo in ft'cb/ baß er nachher oft ui fagen pflegte , XOitUnb» 
33tlo babe fieb feit tiefer Seit feiner Seele auf immer ganj einge* 
prägt. Um biefe Seit fteng er aud) an / eine flarfe Neigung für bie 
Heft&re ju gewinnen; aber ohne $lan , otyne '#bftcbt, otyne einige 
£>rbnung madjte er ft# an bie SBibliot^ef feineö akterS/ fiel balb 
über ein pbtjflfalifdjeS / balb ein c&emifdjeä / balb ein tyiftorifcfyeS 
Söucf) ber/ unb lad barin flüchtig fy'er unb bort herum, (ir fcatte 
Weber Sefligfcit/ nod; @ebulb/ etwas 511 @nbe ju lefen; waS ©e= 
butb unb dachte nfen erforderte, mar if)m juwiber. 3n fpateren 
Saferen fuchtc er fid> bie Äef?arrltd>f eit in allen feinen Arbeiten mit 
großer SJh'ihe an jugemi&nen / unb machte eS ftd) fogar jum ®cfefe/ 
rein emjtgeS S3ud) / waS er einmal &u lefen angefangen / auS ber 
#anb ju legen 9 ohne eS ganj beenbigt 511 ^aben / wenn eS ihn aud; 
nodi fo Diel 'ilnflrengung f oflete / wenn er wenig Nahrung für fei= 
nen ©eift unb fein #er$ barin fanb. ©ein gleiß in ber ©djule 
war nod) immer nid>t Don befonberer ©ebeutung. 2BaS er jur 
SRoty wiffen mußte/ baS wußte er. Den gleiß ließ er an ftd) fom* 
men. Sollte er etwas rriffe :i , fo mar er ad) t ober Dterje&n Sage 
fleißig/ unb holte bann bie anbern leicht ein. 3n 2lnfcl;ung beS 
£er$enS blieb er ftd) jefet überhaupt gleid? — mar fc^mad) unb lcnf= 
fam/ jum Unrecht unöerfu^rbar / febr leicht Derfü&rbar jum %z\$U 
ftnn unb ^uthmiüen — grißtent^eild ooll reiner/ abfid; tlofcr ©ut«' 
berjigfeit. Qr tbat naö) feinem geringen SSerm6gen bis jur S5cr? 
fd)roenbung ©uteS/ machte greuben, wo er fonnte , unb litt immer 
entfefclid) bei ben Seiben Bnberer. DaS ©ebet blieb immer unter 
allen ©türmen be$ 8etcr>tftnn« ein unaustilgbares Jöebürfniß feineS 
^)er jenS unb feiner Umftänbe. (SS ^>alf i^m auS fo bieten »erle* 

getu 



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160 3ofc. Äafp. lavattx. 

fienheiten unb Seangjfigungen. öon feiner @lauben*jWrfc in bie* 
feit 3ah«n fann man fich faum einen ^Begriff machen. .Storni? er 
nur beten , fo wir ihm / al* wenn er föon bitte / warum er bat. 
Stuxi t er hatte einen ©Ott , ber ihm immer unentbehrlicher würbe/ 
weil er ihm Mf. £r hatte nun bae <£nbe feine* ©cbulfurfu* er* 
reicht/ unb rutfte 1758 in ba* afcaöemifcbe (Bymnafiam (CoUe- 
gium humanitatis). Uebrigen* blieb er, ber er gewefen war; gut 
unb fromm, wie'* ihm antam, leichtftnnig unb gotte*vergeffen/ 
wenn wieber eine fceibenfcbaft ftd> regte, ©ein löebürfniß na$ 
^reunöfebaft fanb jefet eine fc^äne SBefriebigung in ben beibeit 
Sörubern tjettmcfc unb 5elir ^e£, unb in ^einrieb Shftii, 
welche mit ihm (Ideologie fhtbirten. 6r wechfelte h^fta mit ih- 
nen SBriefe, ob ffe juh gleich W* taalify einanber fahen/ über ernjls 
tyafte ©egenftanbe/ befonber* religio* s moralifche; fo wie er fdjoit 
bamal* ein eifriger Verehrer ber Ätbel war. 2>a* Ausgezeichnete 
feine* jßerfranbe* blieb Äoömecn unb #reitmgecn, bie bamal* 
amter ben vornebm(len Arbeitern am ©vmnaftum flanben , nicht 
unbemerft, unb er würbe von ihnen mit feinen eben erwäbntett 
greunben fehr hervorgezogen. SJorjuglicb wibmete Jöoömcr ihnen 
Diele Seit, unb würbe ihnen im £aufe unb auf freien ©pajiergdnr 
gen zum unterhaltenben Lehrer, wa* befonber* auch auf JLavatets 
poetisches (Talent Dielen ©influfü l>attc. 3nt 3abre 1759 be- 
fugte ilaratcr juerjt bie ,£oHegia/ welche über pbilofopbie gele* 
fen würben, (§r brach ftd; um biefe 3eit oiel vom Schlafe ab/ ftu= 
bitte gemeiniglich bi* nach ^lituxnad)t, unb faß be* borgen* fr u fr 
um fünf ober fecb* Uhr febon wieber an feinem ©ebreibetifebe. 2lm 
Gnbe be* 3abre* 1759 würbe er in bie tbeoLogifcbe BAaifc auf; 
genommen. 3)a*@tubium ber Ideologie, ber &tbel, unb bie 
Anwenbung biblifcher SBabrbeit auf jeben vorf ommenben Sali war 
fchon bamal* £at>atetd «^auptfache« Auch verfertigte er jefet fct)oit 
»iele religiife poefien unb JLie&ev, wovon hernach Einiges in feu 
rte Sammlung QciftUcbev ilieder gefommen ift. Ungeachtet be* 
jefct fehr in ihm arbeitenden religjofen unb moralifchen Sinne* , ber 
immer jrarfer bei ihm würbe/ führte er boch über ftch felbfl fo biU 
tere unb jammervolle JÜage, baß man hätte ben fen follen/ er ha= 
be ftch eigentliche Serbrechen vorzuwerfen/ ober er fei in bie bunfeU 
flen Melancholien verfunfen; unb boch warburchau* fein* von beiben. 
SBorjebem anbern dichter jruble/ al* vor bem feine* eigenen @e= 
wiffen* , war er ber unflräflichfle unb in fittltcb religiJfer SRücfftcbt 
ntujterbaftejte Sungling/ unb feine grobmutbigfett/ feine heitere 
@efeüfcbaftlicb?eit war nicht weniger außer 3weifel. Aber nie tfyit 
er ftch felbfl genug/ nie war feine grimmigfeit fo emjlfraft/ nie 
feine £ugcnb fo rein/ nie fein ©ebet fo f>er,^ltd> , nie [eine Anwen= 
bung ber S3ibelwahrheiten fo treu/ wie e* fein $er$ wunfehte. 3m 
Sahre 1761 mußte er/ noch al* ©tubiofu*/ eine ttebungspw 

$\8t Aber pceO* ©ftlom. 7/ 3- »•! V. ^ff cr ' man 9<* e in§ 

Stauer* 



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Äafp. fa*>afer* 161 

£rauer$au£, als in ba$ 2rmfbau8; beim bafelbji fielet man ba$ 
dnbe aller üftenfehen" galten (e§ war bie $a>eite in feinem öeben) 
unb er hielt fie mit einem 6rn(fe, mit einer feierlichen Söüibe, bie 
etwas gartj ungewöhnlich hatte, £er junge ferner wuftfc fdjon 
bamalS mit einer greift / bie oft fclbft t cm ©eübten mangelt , bie 
Umftdnbe fdjnell ju benufren, auf bie er freiließ bei ber ÜBerfertu 
gung feinet il'onccptS noch nicht rechnen tonnte, dx hatte etwaö 
langer gebrochen unb bie ©tunbe fchlug / bie ben ihm angewiefe* 
nen SRaum begrenzte. Wlittm in feinem ernftanmenbenben Sßot* 
trage hatte er eben [ich fo auSgebrucft: //SGBir haben hier feine bleu 
benbe &tatU — wir (Tnb nur ©af!e unb gremblinge hier auf <5r* 
ben — ad?! baß ich bod) fo glucflich wart, ©uch bie SBicbtigfeit 
tiefer Sffia^eit recht fühlbar ju machen! SBtr ffnb ff erblich / unb 
bie <5tunbe unferö &obe$ wirb gewiß nicht ausbleiben. Sinb mir 
nicht allezeit bem 3iele unferS Sebent fehr nahe? £egen mir nicht 
mit jebem Tfugenblicfe einen ©ebritt $ur <5wigfeit juruef ? ©inb 
nicht alle unfere Bugenblicfe gejdfjlt?" 3efet gerabe fchlug bie Uhr. 
JLavatet tyelt eine SBeile fülle/ ließ ben ©locfenfcblag t>erbaücn, 
unb fuhr bann feierlicb mit neuem fernfle fort: „Sport, SBrüber! 
and? biefe ©tunbe ift wieber tu hin , ja auch biefe wieber oabin — > 
mir alle ftnb unferm (Snbe wieber eine ©tunbe nätyer u. f. w." 
3m 3ahre 176a mürbe er/ nachdem er aud) feinen theologifchen 
£urfu$ oollenbet/ inS Xttiniftttium aufgenommen. — ©ehr früh 
fteng ftch fein Umgang mit ben aUeroerfdjiebenjlen klaffen ber Üften* 
fchen an, unb feine bejtanbige ^Beobachtung ibrcS religi6fen/ raora* 
Ineben unb intelleftucllen (5l;arafrcrö erwarb ihm wirtlich eine 
SBoltefenntniß bis auf bie untersten klaffen ber SJfenfcben/ bie fei* 
ten tfl. — Sefet erfolgte ein Auftritt in JLavatevs geben / ber bie 
erße (Srunblage ju bem großen ffluhme mürbe/ ben er nachher er* 
hielt. 3ene SRechtSliebe unb jener 5Äutb / ben man febon an bem 
Knaben gemahr mürbe/ geigte ftch jefct bei bem Sünglmge in allem 
feinem geuer. Aavatet, unb fein greunb ^einrieb (ber 
all tnabler nachher fo berühmt geworben) tyitttn ml von ben 
febreienben Ungerechtigkeiten eineS bamalS regierenben iUnöüogts 
tn einer ber 3ürcherfcben JJanboogteien gebart. £)ie klagen mürben 
immer lauter/ bie Ungerecbtigfeiten immer beweisbarer; bennoefc 
war e$ feinen £errfchaftSangeb6rigen außer jt ferner/ mit i'bren 
klagen bei bem 3urd)er Üflagijtrate anjufommen/ inbem ber bama* 
iige JSürgermeifter (ber erjle im <5taati) gerabe ber ©chmiegersaa 
ter tiefet JJanboogtS war. (SS erfebwerte bieß auch SLavatetn als 
lerbingS fein patriotifcbeS Unternehmen, £aju fam noch / baß SLat 
vatevs eitern mit biefem SBürgermeiffcr in naher 23efanntfchaft 
ßanberj. JLavattt unb fein greunb ^öflU wenbeten ftcf> juerfl/ 
anonpmifch 5 war, boch fo, baß SLavatt* bie Anfange bud;|Tabcn 
feine§ Gahmens 3. <L SL unterzeichnete / an ben fcanbuogt felbfl 
mit ber gorberung / feine bisherigen ^Bösheiten unb Ungerechtigfei* 
MTm i. ©. u. $r. 3. M 8 % ten 



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16a 3ofc. Äafp, iawttv. 

ten wieber gut $u magert / unb ba§ ©etaubte ju crflattcit , unb mit 
ber 2)robung/ im §all bief nicbt gefcbabe, eine iffentlidje £lage 
wiber ibn ju ergeben. 3n hartem £one würbe ibm ba$ Slegifkr 
aller feiner Ungerecbtigfeiten vorgelegt. £)er' getroffene Eanbwgt 
gab fein 3eid>en t»on ftcb/ baß er biefen ©rief empfangen fyahe. 
Mein , foer fo begann/ wie ilasater, ber fonnte nun freiließ 
nifyt febweigen unb bie <3acbe berufen laffen. ber t>on ibm 
unb feinem Sfaunbe bem fcanböogte beftimmte Dermin t>crfIoffen 
war/ traten ffe offentlicb gegen ihn mit einer Älagefcbrift , JDer. 
ungerechte Üanösogt oöec 3Uagc eines Patrioten betitelt*, 
auf/ bie gebrueft unb fobann in bie «£>aufer ber »ornebmfren 9£egie« 
tungSmttglieber gebracht würbe, ßnblicb fam bie ©adje bor ben 
fHatl) ju Zhtid) , unb e§ würbe eine fdjarfe Unterfucbung wran* 
laßt/ wo benn boeb bie ©adje ber ©eredjttgfeit über ba$ gamilien* 
intereffe fiegte. 2CB man bie SBerfaffer üon ^fortbewegen iffentlicfr 
ftcb ju nennen aufforbertc, fo traten &at>ater unb £üßli tmett 
febroefenen SJhttbcS auS tt)ret bisherigen £)unfelbeit b*rt>or. £>tz 
Eanbüogt tnbeffen wartete bie Unterfucbung nity ab, fonbern fuebte 
fein Jptil in ber glucbt ®ie genaue Unterfucbung unb Stents 
gung beö ©efcbaftS rechtfertigte ben mutbwHen anflager, unb 
machte ber ©erecbtigfeitöpflege be$ 3ürcberf<b*n SfatbeS ©bre. 
3)a$ unreebt erworbene ©üt würbe wirflid; erflattet/ unb bie bem 
£anbt>ogte felbft juerfannte ©träfe war angemeffen *). SRan tarn 
W M£ $ ar W«w ^Begriff mebr bawn macben / wa§ e$ Damals 
bieg/ ein $egicrung$glieb anjugreifen, ba§ mit ben erflen $awps 
tern be§ Staats in genauem Samilienr-erbiltniffe ftanb. — JLavattt 
tintemabm iefet feiner weitern BuSbilbung eine Keife, auf bet 
ibn feine greunbe £elir 4>e% unb ^einrieb 5ü#U in gletcber 2Cb* 
ficfyt begleiteten. Äarmter unb ^e# bitten ben bamaligen $r<lpo* 
fttu§ Öpalöing ju Äattb in ^dwcöifcb * pommetn au3 fei- 
nen ©ebriften fennen gelernt , unb t>erfpracben ftcb &on einem 2Cuf? 
enthalte bei ibm gerabe ba$ ^auptfacblicbfte / wa6 ffe bureb Reifen 
ftcb &u erwerben wünfebten» „2Bir bitten/ fagt Äaratet felbft, 
biefen 95tonn al8 einen ber aufgeflarteften unb fünften ©eifkr, 
unb jugleicb «18 einen ber würbigflen Liener 6r)riflt tjerebren ge== 
lernt. Unfere ?Cbftcbt gieng alfo »ornemlicb babin, butcb einen 2(uf= 
entbalt bei il>m un§ auf bie fünftige giibtung unferS Ämte§ twrju* 
bereiten/' Äoömec unb Äcemngct: batten ibnen biefen ©eban* 
f en borjuglicb ju empfeblen gewußt, ©ie traten alfo ibre 9fcife 
an, unb giengen juerft wm ?6ricb nacb XPintertbar, wo fie ben 
?)rofeffor Öaljcc fanben / unter beffen Leitung pe ibre Steife bt* 
Berlin matten. SBon »tntertbur nabmen jte it)ren SBeg übet 
et. (Ballen/ wo ffe ben 9)rofeffor XPegelin, ber naebber bei ber 
ÄittecafaOemte m Äeriin (!anb/ unb ben ?)rebiger jfafob -^0/ 

bec 

• 

*) ©• ^er glücflicb bcjtegte lanbvoiß Jelir Trebel. Itrnbeim 

I77S. 8. 



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3o§. 3?afp. lavattt. 165 

btt fennen lernten. Ueber Windau, Slngsbardt/ XZhtnbet$ 
giengen fie darauf nach Äeipjig. Öaljec oerfcbaffte ihnen ntd>t 
nur überall bie SBefanntfcbaften, welche ihnen interefjant fe^n fonns 
ten , fonbern felbjt feine SKitreife an ftcb war ihnen febr nu$id) unb 
erwünfcbt. ©0 fluchtig aucb oft bie Söefucbe bei ausgezeichneten 
Bannern waren, bie fie nur im Shircbretfen feben fonnten/ fo 
machte boch SLavatev eine ?Wenge eben fo feiner als riesiger Söeob* 
aebtungen/ bie t'bm nachher, bei gegebenem tfnlaffe, wieber ju Sau 
xte famen , unb aucb für anbere lebrreieb würben, grub fc^oit oer* 
banb er eine freie/ an jedermann / Don bem etwa§ ju lernen war, 
ftcb anfcbließenbe Offenheit, eine natürliche greimütbigfeit mit 
großer fcernbegierbe wbunben; unb fo fonnte ihm benn aucb ntd>t 
leiebt etwa« SntereffantcS entfehlüpfen. £ier fieng er an, nicht 
auf tbeoretifebe @pef ulationen , fonbern auf prafttfebe SBabrneb* 
tnungen gegrünbete fWenfcbenfenntniß gu fammeln. dt lernte ben 
fcritbmten Igrnefft, ben ItebenSwütbtgen (Belle«/ ben recbtfcbaf* 
fenen aTolltrofer, ben feltfamen unb tieffinnigen (Beüiua, ben 
gctfh>ollen (Defec fennen. ©ie hielten ftcb aber in £eip5i$ niebt 
lange auf/ um ftch oon bem #auptjwccfe ihrer 9fetfe/ @pat&ing 
ftcb ju ndbem/ nicht ju entfernen. 3n ttTacjöeburg faben fte 
(Bletm, beffen felteneS geuer unb Scbbaftigfeit JLavatet an bem 
fanften unb nawen £id)ter nicht gefacht hatte, ©nbtieb famen fte 

SÄecltn an. Söalb maebte aucb ba ftcb JLavatet mit ben be* 
1 unb oerebrungSwürbigfien Scannern befannt/ fctctcteb, 
ead, mofes menöeUfobn , Garnier, Ötabi/ Äegaeltn 
u. a. SSier SBochen wahrte fein Aufenthalt in Äcrtin , aber biefe 
M'er 2Bocben waren ein halbe* 3abr wertb / fo geisig war er mit 
feiner 3eit. £>bne bie SSBerfe ber Jtunjt ju wachten, bie ftcb fei* 
ner Sufmerffamf eit barboten / ohne ftcb bloß auf fein 3immer ju 
fperren, unb ftcb bie erlaubteren greuben etneS neugierigen gremb* 
lmg$ ju oerfagen / fhtbirte er bennoch f*br »tcL SRiemaB gieng et 
eher jur Sfcube, al$ bi$ er ba§ SBichtigfte, wa$ er ben Sag über 
fcemerft unb gelernt/ niebergefebrieben hotte. — JLavatet »erlieg 
nun mit feinen greunben Berlin wieber , unb ohne einigen Sufent* 
halt gieng e$ auf Jöattb JU, wo Bpalöing fte mit offenen Armen 
empfieng* flRit großen Erwartungen *) fam ßLavatet nach 
Äarth/ unbfanb fte alle nicht nur erreicht/ fonbern übertroffen. 
„£>ie (Sinftchten biefeS ÜJtonneS, fagt er felbfl, ber burd?au$ reine, 
Verliehe, immer juoerlaßige unb erhabene ©efrbmaef, ber ftcb In 
allen feinen Sieben unb in feinem ganjen SBefen noch leuchtenber 
unb mannigfaltiger / al* in feinen (Schriften , jeigt / feine tiefe, 
fcielumfaffenbe , wohlgcwdblte ©elebrfamfeit , unb überbieß fein 
erhabenes moralifcheö ©efübl, feine eblc £etterfeit, unb bie un* 

2 *er» 

*) dt brüefte fte in einer Obt au</ bit er In »erlitt verfertigte/ unb 
an Spalfting üorauöfcbicf tc. SDK t einigen 11 cnöerungen lic§ er ffc 
naebber im erjlen &an*t feiner Peißen (?eipjf0 abdrucken. 



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i64 3ofc; Äafp* Utattt. 

t>erinberlicr)e Uebereinfh'mmung aller feiner ©eftnnungen/ bie fet* 
tene> ungef unjrelte / ^erjoffnenbe Sttertraulicbfeit unb Einfalt feine« 
ganzen £barat'ter3 leuchteten und fo ftarf , fo in ihrer ganjen Stiau 
bett ein/ baß mir un6 innig freuten, bei einem fo aujjerorbentli* 
eben ÜRanne un§ aushüben &u fonnen." 2Cucr) jefet febon jeigte ber 
jtoei unö fwan}i$ifoti$t JLavatet bie rafflofe Sfytttgfot/ bic 
ir)n nachher ju bem ©rabe oon 2Bir!famf eit erhob/ bie allgemein 
an ihm befannt war / unb feine innere rege 3!batigf ei t mar aueb ba 
febon immer bureb £inftcht auf feinen 3mecf geleitet JBom fruben 
borgen bis an ben fpdten ttbenb mar er immer mit ben bellen theo* 
fogifdjjen/ p^tlofop^ifc^cn unb poetifdjen ©d^riftjlcUern im Umgaru 
ßc , unb lad/ fo ju fagen/ nie ebne bie geber in ber #anb. (5r 
machte fid> ÄuSjuge/ ober febrieb fein Urteil barüber nieber/ ober 
mär mit Verfertigung eigener Suffdfee befchdftigt, bie SÄenge 
t>on »riefen niebt geregnet, bie er fchon bamalS febrieb unb 
empfteng. £)ber er faß mit Öpaloing auf bem 3immer/ 
fpajierte mit ibm im ©arten in ©efprdchen, beren #auptin* 
balt er jebeömaU'n feinem Sagebuebe aufzeichnete / unb ber feiten 
etmaS anberd mar / al§ bie jmeef maß igfle unb lebrreicbfle Unterbau 
tung. Sie poefie hatte für ihn große dtti je / ober immer folgte 
er nur bem 2Binfe ber ernfftaften 9Rufe. 3umeilen befchdftigte 
ftch JLavatet auch in &bolung$flunben mit Seiebnen , unb &mae 
maren eö immer Porträts , bie er zeichnete. <£r hatte ein entfehiet 
beneö Salent bafuo ohne melcbe* er auch gemiß in feinen ptofiogno* 
mifchen Stuften, nie bahin gefommen fepn mürbe/ mo ihn feine 
j>b#>gnomifcben SQBerfe geigen. £>er Aufenthalt bei epalötng 
mirfte zugleich fraftig mit, um iUüatern $u bem ©rabe »on (Co/ 
leranj ju bringen/ bie ihn fein ganjeS geben hinburch fo fc^in au§# 
zeichnete / unb bei aller feiner feften / nie manfenben Sreue an eige* 
nen ©runbfdfeen boch immer gegen jeben anberS £>enfenben fo fanft 
unb liebe&oll machte. Um biefe 3eit unb mdhrenb feines Bufent* 
haltö inÄartt) fang £ax>atec auch feine erften fcbriftffeüccifcben 
Arbeiten an. Unbefannt jmar/ unb- ohne feinen Gahmen beijufu* 
gen / mar er ein fehr thdtiger SRirarbeitcr an ben 2luaf&bclicben 
unb Uitif<benZl&d)tid)ten von oen betfen anö mettwhroi$* 
ffenBcbciften unfecerSeit/ nebf? anderen jurCBelebrfamlfett 
gehörigen Backen, melche 1763 ju JLinbw, ^ranffurt und 
Äeipjig h^auöfamen. ©r lieferte in biefelben nicht aüein mehrere 
-Kecenfionen theologifcher ©c^riften / fonbern auch anbere mora* 
lifch = religiife llufftqc. Der (Ebrtft* in oet Ißinfameett von 
Ccagot*) mar erfchienen/ unb ber bamaB fehr orthobore Äacl 

Ärie/ 

w 

*) niartin Cruget, geb. au 25remen 172$. dort alt ^ofprebißer ju 
Carolatb 1790. Burcb feine predigten (ncuc(te Sfuflage ^rc^lau 
1 7^9. aroei (Bammlungen) unb feinen £b"#cn in fter iCmfamPcic 
(fünfte Stuflage 1779.) tm er uiel |ur Verbreitung eine* guten ©e* 

fOmacf* 



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3o$. Stafp. latattt* 165 

$rie&tieb »afctöt Jnberte eigenmiebtig ba$ ©ueb um tmb gab e$ 
unter bem Sitel: fcer Cbrif? in Der lEtnfamfeit x>erbefTett, 
£etp*ig 1763 aufS neue ^erau$. £>iefe Um>erfcbcimtbeit, bie 
©ebrift eines noeb lebenben 83crfaffer$ obne fein SBiffen umjuäns 
bern unb unter einem Eitel beraufyugebcn, ber bie Sefer vermuten 
ließ, baß fte von tbrem urfprüngltcben &erfaf[er fo umgeanbert 
»orben, noeb mejn* aber, baß Bat»rt>t bie »ernunftigflen unb 
c^>riflli<i>ften ftubrücfe mit einer ©cbamloftaf eit, bie niebt grißer 
fean f onnte , üerbÄcbtig machte/ bie ©runbfafee be$ SBerfafferS »er« 
breite unb r»erfdlfcbte u. f. f. Fonnte Parater- niebt ungerügt laffen. 
Cr wenbete jtcb gerabeju an Bar)rc»t in einem Briefe, ben er aueb 
naebber bruefen ließ , verwies ibm mit aller gretmutbigf eit fein Uns 
ternebmen unb vertbeibigte Crusoe gegen ibn. Öpalcnng ^atte 
inbeffen, noeb wdbrenb beS Aufenthalts feiner greunbe bei ibm, 
ber bis in ben neunten SDtonat bauerte, ben Stuf jum Jtonfijtos 
rialratb unb tytopfi nad> Berlin erhalten, ©eine gremblinge bc* 
gleiteten ibn bei einer vorläufigen 9?eife babin, unb mußten ftcb 
alSbenn t>on ibm trennen. Sftaebbem fte noeb einige SBocben in 
Berlin jugebraebt, traten ffe tr)re 9cücfreife nad> Sfccicb an» 
Banner ju fefcen , bie ftcb bureb ©riße , ober ©elebrfamf eit , ober 
ffieltgiofttat , ober Sugenb auszeichneten , war JUratern fein ganz 
&eS geben binbureb ein befonbereS Vergnügen / unb eS würbe ibm 
aueb in einem feltenen 5Raaße ya 3:&cil- 3n (DueDlinburg mad>* 
te er mit 3Uopf?od5 unb Äefcnnr$ SBcfannrfcbaft , in Braun* 
febweig mit >rufalem unb (BSrrner. Aud> £bert, 3acbari4 
tmb ecbmiöt far> er r>ier. 3n (Böttingen interefitrten ibn mu 
cbaelid unb Kafrner am meinen , in ^ranffurt am main ber 
£err von tHofer. SBon meieren biefer merfoürbigen Banner, 
bie er auf feiner 9fcife batte fennen lernen , entwarf er furje ©ct>iU 
berungen / bie er ben ©riefen an feine greunbe einwebte, ©eine 
Urteile ließen in bem Sünglinge febon ben SRann feben, ber mit 
Wenigem fo viel fagte / in feinem Urtr>et( fb riebtig traf, wenn aueb 
feine lange »efannrfcbaft ibm eine bctaiüirte Jtenntniß eines «Dcen* 
feben 4>erfd?affte , fonbern nur fein Saft ibn leitete, dv verbanb 
mit biefem ©cbncllblicf feinet (BeijteS noeb eine eben fo auSgejeicb* 
nete Humanität. ©0 wenig ibm bie febwaebe ©eite ber Sföenfcben 
entgieng , bie er beobachtete , fo fpracb er boeb immer nur von ber 
guten/ wo niebt SBarnung vor ibren geblern q>flicf>t war. — SBaS 
iöejug auf bie tiefere ©eelenfunbe fatte, unb bie in ber menfcbli* 
eben «Natur liegenben verborgenen Gräfte bewies , baS war immer 
ein ®egen|!anb feiner befonberen Aufmcrffamfeit. ©ein ©eobacb* 
tungSgetji ließ bie mannigfaltige ©elegenbeit nie auS ber %$t, bie 
ftcb ibm barbot, «Kenfcben aller 2Crt fennen ju Temen. Smmer ar^ 

bettete 

febmaefö , einer beflero $btlofopbte unb reinem cbriillicbcn ^oral bei. 
@. 6d)Iicbte0rcfl0 Hefrolog auf bae 3«br 1790. Bö 2. ö. 
«43— 24g. 



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166 3e$. Äafp* iavattu 

Bettete er fieb gern babinehu £a* Auffallende würbe aber ntd>t 
bloß t>on ihm bemerf t f fonbern bis in feinen verborgenem £üieüen/ 
fo piel er eS Permocbte , aufgefpurt. %ur jebe auSgejetcbnete ©ei/ 
fieSfraft bäte er große 2Ccbtung; felbft wenn fte bureb Sföißbrattcb 
jur 2tbfcbeuU(bfeit geworben war/ fo wußte er boeb ben «Keim ber* 
felben, bie Anlage/ ba$ (Sble unb ©roßc &u wertben , ba$ erfr bureb 
ben STOißbraucb entftcllt würbe. SBlit tiefer SBemerfung ber auffaU 
lenbflen Gbaraftcrc oerbanb er jugleid) eine febarfe SScobadjtung ber 
befonberen ©eftdfjtfyuge unb ber forperlicben 33ilbung be$ SÖcen* 
(eben / woju ihm feine Anlage &um tyox rra tjc iebnen febr bebülflieb 
war. — s Jcacb einer jabrigen 2fl>wefenbeit befanb ftcb iUuatet: 
1764 nun wteber in feinem £3aterlanbe/ in feinem ba unlieben &reu 
fe / in bem 3ttfcl feiner greunbe. 9i od) battc er feine beftimmten 
(Befcb aftc , aber fein immer tbdtiger ©eifl war bennoeb unermübet/ 
allcS ju tfmn, wa$ er tbun tonnte , jur Euöbilbung feiner fclbfr. 
(£r prebigte oft / unb gan$ ungemein war ber SBeifall/ ben er fanb. 
3Dtc auffallende Äraffc unb 2öarmc, bie befonbere Deutlich feit fei* 
ner Vortrage maebten nod) mebr auf ibn aufm er f fam , alS bie ;ba* 
maß neue unb pon ber gewohnten abgebenbe gorm feiner ^rebig* 
ten. 3m Sabre 1766 Perbeiratbete er ftcb mit Sinne Bcbtnj/ ber 
SEocbter eineS angegebenen Kaufmannes in Rurich/ bie ftcb febon 
bamate aB junges ÜRdbcben bureb fülle bemütbigegrimmigfeit auS* 
geiebnete. — «inige bon feinen predigten erfebienen jefet tbeitö 
mit, tbeiB obne feinen 2öüien im Drude, (Seine Seit war immer 
^wifeben bem &efen ber bamalS berauöf omment en , befonberS theo* 
logifeben unb afeetifeben/ ©ebriften, unb $wifcben eigener äöerfertu 
gung mannigfaltiger ttuffäfee gerbeilt , wopon meiere tbetlS in feu 
nen Vttmifdnen ©d?riften / tbeilS in ber Sammlung feiner ge< 
reimten unb reimfreien (Schichte, tbetß in feinen Älemen 
profaifeben Schriften abgebrueft worben fmb. Die acifrlxcbc 
Poe fte, ber um biefe 3eit Porjüglicb Älopirod: unb <£ramer eu 
nen neuen toebwung gegeben tyattm , ber alles ubertraf/ wa§ bie 
Deutfcben biöber in biefem gadfre geleiflet fyatttn, war JUvatern 
eine große SieblingSfaebe / unb er arbeitete in tiefen 3abren feinet 
Sölutbc febon mit großem Sntereffc barin. ttueb eine gereimte 
Uebcrfetjung ber pfalmen befebaftigte ibn jefet. SBiele profaifdje 
unb poetifdje tfuffafee Pon mand^erlei Ttrt erfebienen in bem öSrin* 
nerer, einer SBocbenfcbrift , an ber JUsater ber #auptarbeitet 
war. Sei ©elegenbeit ber Sßerfammlung ber -<5eh>etifd?en (Be* 
fellfcbaft ju Sd>injnaeb bo^e $rof. Planta e$ jur ©pracbe ge* 
bracht ^ wie nü^lid; eö fepn würbe/ unb wie febr tugenbbafte unb 
großmutbige Oefinnungen bei bem SBolfe erwedt werben finnten/ 
wenn bie fünften unb cbelflen %t)aUn ber 83iter in einfacben/ po* 
pulareu Siebern bargeßeüt würben. £ieß leuebtete Jlavautn gan$ 
porjuglicb ein. 6r maebte ftcb mit greuben baran/ unb fo erfebie* 
nen 1767 feine Bdwei jetlteOer, bie feitbem oftmals wieber auf* 

gelegt 



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3o§* Äafp. iavattv. 167 

gelegt warben pnb. 3« eben bem 3ahre gab £at>ater fein Cbrife 
liebe» ^anob&cblein, bie erfle feiner afcetiföcn Schriften , be*= 
au$. 3roet anbete fd>riftflcücrtf*e Arbeiten, bie ihn jefet kftff, 
tigten , waren feine Ueberfefeung t>on Gonnets Palingenefie unb 
bie 2tas(icbten in oie (Ewigfeit. 3n ben Sauren 1767 unb 
1768 formte pch feine eigentliche SReinung »an ber (Schriftlehre in 
Snfebung ber Kraft oes (Blaubens, öes (Bebets unb öer <B«> 
ben Oes beiligen (Beiffes. £)aö Siefultat beffen , wa$ er febon 
um tiefe 3eit barüber nieberfchrieb , ifl in bem erflen Ganöcben 
feiner tfermifebten ©ebriften enthalten. £ie (Bcunöjuge baoon 
waren unb blieben feine Ueberjeugung bis an baS dmbe feine« 
benS. de finb folgenbe mit feinen eigenen SBorten : „ gürS erfle 
behaupte ich / bog ich bie ganje Unterfuchung niebt anberö al§ eine 
blopeTluslegungsfacbc (eregetifcb) angefeben wiffen will. 9ticht, 
Ü 16 ob bie (Sache felbfl nicht gan§ praftifcb fei. tfber bie Unterfu* 
ebung ber Sache berubt t>orerfi lebigltch auf ber Öd>tifc. SBad ift 
bie ©einung ber biblifc^en öerfaffer ? niebt: #aben pe Siecht ober 
Unrecht gebabt ? nicht : Jt6mmt bie gütige Erfahrung mit ihren 
&orflellungen uberein? fonbern: 2BaS baben pe gelehrt? — 34 
pnbe, bap biefe SJerfaffer alle barin übereinkommen, oafl oie 
(Bottbeit ftcb getriffen UTenjcben auf eine unmittelbare, 
aagenfcbeinlicbere und nabere fcpeife, als öutcb oie ge/ 
»6t>nlid?en XDetce uno Veränoetangeu. oet? ttatttr geoffew 
bact babe. 2CUe erjagen (ßefebeinungen öer (Bottbeit, ^and* 
langen oec (Bottbeit, bie pch nach öem geaxSbnlicben JUufe 
öcctTatac niebt erwarten liegen, Gegebenheiten , bie oon ben 
bekannten Erfahrungen ber 9catur augenfeheinlicb abgeben. Sie 
Pellen bie ©ottbeit t>or, als mit oec man reöen cann, unb weis 
*e Antwort giebt. — 3* pnbe , bap bie bibltphen »erfaffer 
biefe ungeu><$bnlid>en Wclfungen bem (Beiffe (Bottes jufc^reu 
ben. (Beif?, XOinö hat bie &wei wefentlichflen (Sigenfcbaften : ttn. 
fidnbartcit unb f&blbare XPicffamlfeit. 3n bie (Sinne falfenbe 
23irfungcn, bat>on feine natürliche Urfacb angegeben werben fonnte, 
»erben bem (Beifte (Bottes , bem beiligen (Bciffe jugefchrieben. 
— 3* Pnbe ferner , baß bie $erfaffer tiefer Schriften -,in ben ®c* 
banfen Peben , bap es einS ber üoraebmften SSerbtenfte be$ gef reiu 
gigten 9ca$arener$ >fu fei, bap bie unmittelbare ®emcinfcbaft 
a»tfchen bem SDcenfchengefchlechte unb ber ©ottheit , bie burch Uns 
glauben an (Bott, Unecfenntnifl (Bottes, unb bie Äciöen/ 
febaften öes menfdben .unterbrochen wirb, wieber h«gefMt 
»erben follte. JDie tttenfeben follten Ourcb ihn in eine (Be* 
tneinfebaft mit (Bott aebcad?t mecoen, öie einige 2tcbnlid?^ 
feit mit oerjenigen batte, in »elcber ec felbf? mit öer <Botv 
beit f?ebt. — 3$ pnbe, bafi pe biefe 3bee burch folche Gegeben/ 
beiten bt^tati^t wiffen wollen, bie kn ©inn biefer 2lu§brucfe außer 
allen Zweifel ju fefeen fcheinen. — £)iefe SJerfaffer fagen auöbrücfs 

1M)t 



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168 3or), Äafp. iat>aCer. 



IN| / bag bte TCnflatt ®orte$ , bte SRenfeben bureb tfefum $ur im* 
mittelbaren ©emeinfcbaft mit feinem ©eiffe $u bringen/ eine immer 
fortbauernbe Tfaflalt ®otte$ fetm folle, bag bie SBerbetfnmgen be$ 
^eiligen ®eifte$ f?cf> auf alle SÄenfefyen/ bie an 2Jefum (Tbriftum 
glauben / erjfrecfen. <25ie wrjfcben / wie e$ bie einfaltig erzählten 
feegebenbeiten mit ftcb bringen/ bureb biefe cBaben des heiligen 
(Beiffes nirfn folebe ©aben ober Gräfte, bie wn ben natürlichen/ 
ba* ifi , gew6bnlieben Gräften beS Sföenfcben , in bem fte baffen, 
niebt ju unterfebeiben ftnb, fonbern außerordentlich in dieöinne 
fallen/ JCrdfte unb (Sigenfcbaften , wobureb i'bte XcbnUMeit 
mit Cbtitfo offenbar wirb. — 3cb frnbe / wa$ wieber jum gleu 
eben Stefultate fubrt / in biefen beiligen (Sdmften biuftge Enm-et* 
fungen be$ (Blaubens an (Bote. @tc bebaupten, bafj bie einfiU 
tige Annahme be$ gottlicben 3eugniffe8 eine/ aüe gewibnlicbe 
Alraft be$ 9)?enfcben weit uberfteigenbe / Äraft baben foü. Sief 
bebaupten fte bureb /lehrte unb betätigen e§ bureb (Befcbicbte* 
2ttle£>inge, fagen fte, find dem/ der glaubt/ möglich, unb 
fugen (Befcbicbten bei / benen zufolge 9ttenfcben bureb ben (Blau* 
t>en Ätanfe gefund/ £abme gehend/ Eodte lebendig/ Ötum* 
me redend gemaebt <3ie fagen mit feinem SBorte/ baf} ber ©laus 
be nur ein / jwei ober brei Sabrlmnberte biefe Jtraft gebabt fyabtn 
foll/ fonbern wie ffe für alle fagen : XOet an mich glaubt/ dec 
tat das eroige Äeben / fo fagen ffe auf eben bie SGBeife : XOet an 
mich glaubt/ der witö die XPerre auch tbun , die ich thue# 
fcnd wird größere , denn diefe thun. — ©ollf ie$ miefc; aueb 
barin irren / fo bleibt mir noeb ein dritter 2Beg ju bemfelben 3iele. 
SDiefer t(i bie Siebte der Schrift »on ber Kraft des (Bebets. 
£ie biblifeben SBerfaffer fteben, ob mtt&ecbt ober Unrecbt, gilt 
bier gleicb t>iel, in ben ©ebanfen: 3Dic (Bottbett laffe das ge/ 
febeben, troffcr mit feftem CBlauben, daß es gefebeben wer* 
de/ gebetet toied; (Hott etbore das (Bebet des (Blaubenden. 
2)ic ttpirfungen, bie ffe bem (Bebere auftreiben, ftnb niebt ets 
wa nur natürliche, unmittelbare Solgen beffelben in bem ^erjen 
be$ 33eter$/ fonbern e$ ftnb pofitive, Superliche Sßirfungen, 
bie mit bem ®ebete felbft in feinem Achtbaren 3ufammenbange fte* 
ben. 2Cucb biefe ibre Meinung bebaupten ffe in Hebtfcncn, unb 
betätigen fle bureb handgreifliche (Befchichte. ©ie febranfen 
aueb biefe Äraft des (Bebets mit feinem SBorte / feinem SBinf e, 
blofi auf gewiffe $erfonen / Umfianbe / ober 3eiten ein. — 2)ieß 
alle« fübrt mieb auf ben ©afe : fcie biblifchen ^etrfafler find 
dertneinung/ daß es die Äefrimmung der tXtenfdben fei, 
in einer eigentlichen / unmittelbaren (Bemeinfcbaft mit dec 
(Bottheit ju flehen. " €S war Jlarmtern fo t>on ganjem 4>er$en 
(Jrnfl/ niebt/ feine Meinung burcr^ufefeen/ fonbern alle greunbe 
ber SBabrbeit jur Prüfung berfelben auftuforbern / fte um (Brande 
bagegen / um w6rternbe / eregetifc^e Beantwortung &u bitten / bog 



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Sofc, Äafp, iatattv. 169 

er mit tiefen geteerten Scannern barüber in SBriefwechfet trat, mit 
3e fenntj , Jbafeöoa? u. a. Unb md)t nur bieg , fonbern er fe&te 
tm3ar)re 1769 öret fragen barüber auf/ ließ fte bruefen, unb 
teilte ffe ben ihm perf&nlicb befannten unb anbern fotogen, 
er nur bunt) Renommee f annte , $ut ^Beantwortung mit. 6r erhielt 
jwar eine beträchtliche Spenge t?on Antworten *) , bie er aber für 
»eine eigentuaie soeantwortungen anertennen tonnte, jteme war 
für tyn befriebigenb , feine gab ir)m über ba$ bloß £regetifcbe ber 
Unrerfucbung ba$ , waS er erwartet hatte, weil beinahe alle, bte 
fia? baruber fd>riftlicb gegen ihn äußerten , ben ©inn ber ©djrtft. 
lecnrennb Serbeißungen baruber nicht bloß er egetifcb erörtern wolU 
ten, fonbern immer J&egebenbeiten unb {Erfahrungen au$ bem 
täglichen Sehen mit baju einflößten , unb nach biefen bann erfr ben 
6inn ber ©cbriftauSfprücbe beflimmten. ßat>atcrn fcr)ien eS fori* 
berbar, unb roenigflenS bei feinem anbern Söudje, alä ber äöibel 
angewenbete 9Retr)obe, nach ben aUfdlligen (Erfahrungen ober Vichts 
erfafjtungen t>tet fpaterer 3öb*h"nberte baS beflimmen ju wollen, 
roa§ bie <5cr)rrf tfleller met früherer 3ar)rbunberte foHen gefagt haben. 
« lag ihm aber bie Sache fo fehr am £erjen , unb er wünfebte fo 
tringenb auf einen feflen ©tanbpunft burchauS wahrer unb richte 
ger Anficht ju fommen, baß, fo wenig ir)n,auch biefe Lanier jur 
richtigen (Sregefe ju führen festen / unb fo fehr er für flet) überzeugt 
war, baß bie SRenge ber t>on ihm erwogenen (Stellen ber ©ebrift 
nach einer gefunben , unb ihren wahren Regeln treu bleibenben Sre* 
oefe, für feine Meinung entfeheibenb fei/ er boch auch *>on biefer 
@ette bie <5acbe nicht ununterfucht laffen wollte. Buch barübet 
fettete er wieber in einem gebrueften Äctefe feine greunbe unb 
SJcitforfcber ber SBahrhett auf, ihm auch bei biefer auf £rfafrrun« 
gen fich bejiehenben Untersuchung behülflich ju fetjn. <5r jagt bar« 
in unter anbern: „Steine Unterfuchung ber Bdmfttet>ce oom 
(BUuben , (Bebet unb ben (Baben Oes heiligen (Beiftes fangt 
iuerfl bei ber Öcbctft allein an, woju mir bereit* wele greunbe 
ber ©ahrheit behülflich gewefen finb. ttflein ba bie meiflen ßr)ri* 
Pen glaubten, baß e§ fyain nicht allein auf ben Äucbflaben ber 
©cfcrift, ober, welche« einerlei ifl, auf bie pofttwe, flare 85er* 
faißung ®otte$ , in fo fern fie nur in ber ©chrift »erfaßt ifl , an* 
fomme, fonbern baß auch Äegebeti bei ten unb Erfahrungen mV 
tbig feien, um gewiß ju fetm, baß man ben ©inn biefer Behren unb 
Verheißungen richtig »erflehe , ba ffe in ben ©ebanfen flehen , baß 
33erbeißungen , fo allgemein fle abgefaßt flehten, bennoch nicht in 
Allgemeinem ©inne oerflanben werben bürfen, fobalb bie (Erfahrung 

fehl* 

•) ®on »afeöow erbielt er eine »eitlduftige ©eantwortuna , welche 
icigt, ba§ er nkbt bicfclben begriffe »on ber ®acbe hatte, wie £ara# 
ter. ©ic erfebien im^abre «770 äu öremen unter bcmtitcl: 25ern# 
hai öue ttorbalbingiue alt(hriflltd)ed Bebretben über bu (Babtn 
be» (Bcijtee 2f. an 3obamiee Curicenjl»» 



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i7o ^ 3*&* Äafp. iaoater. 

fe#e — fo wirb nSthtg feijn , nad) ßnbigung ber eregettfcbcn Uns 
terfudjung nun aud) bie (Befcbidne ju berühren. (SS wirb unter* 
fitc^t werben muffen: <J>b nacb oem Hooe öer 2lpof?el unö öe* 
ter, toclcbe oureb fie> ooet bei ibten Jleb jenen, oen keilt* 
gen (BeifJ oöec uberntenfcbltebe ÄrSfte empfangen hatten, 
reine biftotifcb jux>erlä#ige Äetfpiete von XPiciungen Des 
(Blaubens, Des (Bebeted/ &es heiligen (Beißes üorfcanöen 
feien, welche denen im ärsangclium fo häufig erjagten 
ownöetbaren Gegebenheiten gleicb ofcec Äfcnlidb finöt unb 
ob eS glaublich fei , baß bie fo läufigen unb unzähligen Srjdblun* 
gen fo oieler Jtircbenoater unb @d>rifrfieUer ton bergleichen JBege* 
ben bei teti/ alle ohne Ausnahme* falfcb feien? ©ie mürben mich 
febr oerbinben , wenn ftc mir enrweber bie merfwürbigften Äege* 
benbeiten, ober (Befcbidnfcbreiber, ober aud? nur einige ber* 
felben nennten / welche ftc für ju&erlctfjtg ober umjU&erlifjig halt en, 
ober bie €>d)rifrfieUer anzeigen beliebten / welche biefe ©acbe mit 
Unpartbeilicbfeit unterfuhr haben. 3d> wünfebte t>on allen greun* 
ben ber SBabrbeit ju wiffen t ob benfelben feit ber Deformation 
feine burcbauS juoerlagige ober glaubwurbige ^Begebenheiten begannt 
ftnb , weld?e ben im (Soangelium erjagten wunberbaren SBirfungert 
freS ©laubenS / beS ©ebetS unb beS tyili$tn ©eijteS gleich ober 
ähnlich finb ? ©egebenbeiten, bie auf oorbergegangeneS auSbtucf Ii* 
<beS ©ebet ober pofttwe ©laubenSdufjerung erfolgt ffnb unb ob= 
ne baS natürlicher SBeife ganj unb gar nicht ju erwarten geroefen 
roiren? 3cb wünfebe aber , bafj biefelbe» mit allen SSeweifen ober 
ber gebogen Anleitung, wo bie Äkweife ju pnben, oerfeben/ mir 
mitgeteilt werben mochten. 9licht weniger angelegen ijl eS mir, 
$u reiften t ob ihnen irgenb ein burchauS jiwer laptgeS £3ct7pt c( t>ott 
einem lebenben frommen unb gewiffenbaften 9)?enfchen befannt fei/ 
ber oor bem allwiffenben ©Ott bezeugen bürfe ; 3cb b^be um biejj 
ober jenes mit §weifellofer ßrwartung ber <Srh6rung nacb ber 83or* 
febrift beS (5oangclium$ gcflebet/ unb bin nicht erhört worben, ©ort 
bat mir auch nicht geantwortet. 3ch werbe wobl nichts r»on ber 
SStcbtigf eit tiefer Unterfucbung beifugen bürfen. $ie jirengjte Un* 

Strtbeilichfeit unb SBabrbeit§ltebe muß aber babei beobachtet werben, 
th fann mir fein irreligiofcreS unb fdjrecf lichcreS Verbrechen benf en, 
atö biefe jwei: Einmal/ au» Unglauben unb ^einungSliebe eine 
augenfcbeinlic^e SBirfung ber ©ott^eit/ welche bem 5Wenfcbenges 
fcbled)te jum SErojle bienen finnte/ ju oerniebten/ ober oorfafclid? ju 
t>txt)ti)Un, unb/ au$ Aberglauben unb f^einungSliebe ber ©Otts 
$eit lügenbafter SBBeife SBirfungen anjubic^ten/ $u bezeugen / ©ort 
^abe etwas getban / waS er niä)t getl>an t)at 11 — Äapatec win> 
be jefet ber ©tifter ber fo nüfclicben afeetifeben (Befellfcbaft in 
3&*i<f>< bie anfangs einen etngefcbrdnfteren äweef ^atte/ ber aber 
nac^ unb nach immer mebr erweitert würbe. 3m 3afcre 1769 er* 
^ielt er bie JDiafonatsfJette an ber »«ifenbÄUöfirctye ju^urifb. 



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3o&. Äafp* iavattv: 



^>ier fanb er einen fe&r fcbinen unb frutybaxtn, jum Xfyii Jußcrft 
Geblieben unb jum 3:&cit ^6cf>ft U1)tnid)tn, auch für tyn felbfl fcicbjt 
(e^rret<^en SBtrfungöfrei^. ®ie 6c&aar bcr SBaifenfinber war fei* 
ne #eerbe/ bei ber er, nacfy fetner außerorbentlidjen Siebe/ bie er &tt 
Lintern {Kitte/ mit #er$en3freube arbeitet*. #ier entwicfelte ftcfc 
, in üjm baS £alent, «ftinber ju unterrichten/ worin er es ju einem 
beben ®rabe ber SMfommcn^eit braute. <£r wußte mit unge* 
meiner (Skfcfyicf liebfeit bie S5eariffe m'c&t nur $u t>ereinfad>en , fort* 
bern ffe auch burcfi) treffcnbe löilber unb ©leidjniffe ju erflarcn unb 
önfebauliclj ju machen. 3m Safere 1770 t>erCor er .feinen ^einrieb 
4t$ burefc ben $ob , naebbem ibm fcr)on 1768 SeU? 4>*% geffor* 
bin »ar. &afür erwarb er ftc^ einen neuen greunb an Johann 
ÄonraO pfenninger. 2>er feiner oertrouteflen Sugenbfreunbe be* 
raubte Zavatet , bem mniae greunbfebaft unb ein «per^ , ba§ ifyn 
ganperfianb, ein wahres* löebürfhiß war, fcfjloß ftd> jefet an bie# 
fen jungen 9J?ann / ben er fcfjon lange gefannt , gefeilt unb geliebt 
borte, um befto fefter an. — 9ttd)t feiten I>at man ^.aüatern ben 
Vorwurf ber profeljrtenmacberet gemalt. (£r tterbiente biefen 
Sorwurf nicht; benn in ber Sfct laßt f!cr) faum ein gr&ßere$ 
SJcaaß tum 2Cd)tung für eine$ jeben Ueber$eugung benfen, al$ 
ba$ r wa3 er fyatte. 2lber wo er 2öabrr)eit$liebe fanb , ba achtete 
e$ feine eigene 58$ar;rr;eit§liebe für $flidj)t, ba§, was* ibm 2Bar;rr)eit 
»ar, fo jtarf unb fo einleucfytenb »orjulegen, al§ er tonnte, unb 
n befaß eine fofcfye ®abe ber JDeutlicfjmacbung unb ber fraftoollen 
QarfieUung feiner ©rünbe / baß es leicht ben ©cfyein gewann / als 
lege er es barauf an/ ju ubetteöen, waS boch feine ©aetye nie 
war. @o wie er e$ fef)r gern fcatte, unb als S3ewei§ bes 83er* 
trauend anfafc t wenn man ir)m alle ©rünbe gegen feine eigenen 
Meinungen mit ber möglichen Jtlarbei t unb 33efrimmt&c tt vorlegte/ 
fo rbat er e$ cjegen anbere , unb fo wie er ganj r u big $u boren 
&u§te, fo erwartete er bieg auch t>on jebem, bem es* nicfyt um bie 
Behauptung feiner Meinung , fonbern bloß um SBabrbeit tbun 
»ar. 6elb|l feine Tfdjtung unb Siebe für SRenfdjen, bei benen er 
tiefen 5BUcf mit SGBaljrbcitäticbe ücrbuiiben n»abrnar>m , brachte if)n 
juireilen ju (Schritten / tum benen er naebber fclbfr wünfebte/ baß 
er ibnen mehr Ueberlegung batte üorange&en (äffen. 2)ieß war 
jefct ber gall bei einem Auftritte/ ben er mit tttofes ittenöels* 
fobn batte / worüber £at>atets Gegner gan & anberS ur tbe t iteir, 
ali tnenöclsfobn felbfl. 3ene befcr;ulbigten ir)n ber pcofelften/ 
macberei/ biefer fanb in Äaoatera 35enebmen ben 38ewei6 ber 
ffiabrbeitSliebe eben fo wobl/ als ben ber 3Cd)tung unbSreunbfcf^aft 
für ihn felbfl. &at?atec hatte nemlicb auf feiner febon enuabntcn 
Steife ©palöinj/ in Äerlin tUofes tTTenöelafobn fennen 
ftelernt, unb verehrte in tym einen benfenben greunb bcr SBafyrbeit 
J)ie pbilofop*5ifd)e 2ld)tun(j/ bie ttten&elöfobn für ben moralifcr;eri 
C^arafter ^efwa äußerte , ^atte befonberS ilpm <S^rfurd)t für ibn 

abge* 



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i7* Äafju iavattt. 

> 

abgeweitnetf/ unb er glaubte c8 tym fc^ulbt'9 ju fetm, au* Bffent* 
Uct? ifem tiefe Sprung ju beweifen, inbem er feiner Unterfucbung 
ba$ unterwarf, wa3 ibm felbft ba§ £eiligfte, »0$ ibm unumftöfc 
liebe 2Babrbett war , unb wad er fo gern jebem geginnt fyattt, bef* 
fen 2Baf>rb«tSliebe ibn baju fibig machen feiern 2tt§ et baber 
1769 ben wetten Cbeilöon Bonners palingcnefte ober bie Un. 
terfttebung öer Beweife ffcr oasclbritfentbiim bearbeitete unb 
berauSgab, bebictrte er gerabeju ittofes tHenoelsfobn biefe feine 
Ueberfefcung unb forberte ibn auf/ entweber Bonnets ©rtinbe 
3U wiberlegen, ober fetbft uim <51)rijientbum überzutreten. ttTem 
öclsfobn war über biefe 2>ebtfation wirf lieb febr betroffen, anfc 
»ortete aber mit einer fetner ganj wurbtgen 9cube unb in einem 
$one, wie e$ Bannern gejiemt mit Bannern ju foreeben. 2(bet 
au* Äavater benabm fid> naebber fo , wie e$ feine* 23erftanbc$ 
unb £er^en$ wirbig war; er bereuete offentltcb ben ©ebritr, 
ben er getl>an batte. Jtaum aber war biefe ©efebiebte unb bte 
babureb wanlagte ©nitffarifr. in3 ^ublifum gefommen, aB 
bie gebern ber gelehrten 3eirung$fcbreiber unb bie 3ungen wn JLa/ 
vatevs ©egnern in Bewegung waren, tiefen (Abritt auf8 gebafftg* 
fte üorjufteUen. — ©ebon t>on feinen SinglingSjabren an fehlte e* 
JUsatcrn nirf>t an ^reunoen , aber aueb ni^t an Äetnoen , unb 
fo gieng e8 ibm bie ganje 3eit feines gebend fonnte aueb ni*t 
leidet anberS fetjn. <§in SRann oon fo inniger SJfenfcbenliebe , wn fr 
»armer greunbfebaft , t>on ber unbefangenen £)ffenbeit , bie , wo 
ffe einen greunb *>or fieb ju boben glaubt , feinen Stucf balt f ennt/ 
unb t>on einer Tfufricbtigfeit, bie in ber SRüge ber gebler au3 bem 
4 lauterften ©ofjlmeinen bis jur Eerbbeit gebt, ein «Wann, beffen 
2Babrb«t§ s unb ffiecbtSliebe unbeflecblicb t(h unb ber feinen (Staub 
ftcb barüber in bie Äugen werfen lagt/ ein fotrf>er fDtonn muß feine- 
greunbe/ aber aueb feine geinbe baben. — Unter ben fcbrifrffelleris 
feben Arbeiten , womit er ftcb im 3«bre 1770 befebetftigte , war: 
£>as XZachbenUn übet midh felbf?, eine «eine SSrocbüre, mU 
cbe fein immer brtngenbeS ©efübl moralifeber <&<t)tt>&ty , bie ©ebiu 
fuebt nacb Söercollfommnung unb ben £urfl nacb Jtraft ©on £)ben 
fcf>r (larf auSbrucft; eine eammtung c(etf?ltcber £ieöer; eine 
<Doe an cBott; ba§ £brif?licbe ^«ni>b&cblein f&r ÄinOer, 
welcbeS im folgenben Sabre berauöfam. 2Cucb bearbeitete er in 
biefem %a1)n ba$ (Cagcbucb eines Beobachters feiner felbf? 
(e$ waren eigentlicb ©tuefe auS feinem 3;agebucbe oon 1763) burdj 
beffen »ertraute !0cittbeilung an greunbe er Scufcen ju jfiften ge= 
backte, unb welcbe« naebber obne fein SSBiffen unb SBiUen burdb 
greunbe§bönb berausgegeben würbe, gerner gebärt in eben biefe 
3eit feine tttitarbeit an ben Äiblifcfoen SfcrjÄblungen , beren 
tnebrere i^n 5um SSerfaffer \)aUn, unter anbern bie (Pefcfridne 
^ofep\}8, aud) ffnb bie in ber erften Ausgabe beigebrueften tterfe 
m 6nb« jeber (S(efd?ic!)tc t>on i^m. JCu* einige einzelne preötg* 

ten, 



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3o$. ifafp. iat>attv. 173 

un, bie er um biefe 3eit gehalten/ erfdjienen im Srtufe. Schon 
1764 hatte er wrfchiebene Stationen in lateintfeher Sprache gehaU 
fen, bereit ®egenfianb Antifteä Äceitingets £eben onö Vec/ 
Oienffe waren. <£r uberfefcte fie jefet unb fo erfchten 1771 feine 
#(?orifd>ciLobreöeaufjfobann jfaeobjöreitingec, ebemab' 
ligenttorffe&ec öec Äircbe 3&cicfos. — 2Bie fehr ihm bie BiU 
bung ber 3ugenb £erjen8fache war / jteht man au$ bem (Sifer , mit 
»elchem et bad um ba$ Sahr 1771 erfdnenene £afcöotx>fcbe &lc* 
menunoerE allenthalben befannt madjte unb mit ganj befonberer 
ISanne empfahl/ wooon ber im £>rucf erfchienene Änefcoecbfel 
i»if$cn ihm unb Jfetin in Äafel jeugt. — JöereitS in früheren 
Saferen richtete Äasatet ein befonberS beobachtenbeS Auge auf bie 
gönnen be$ menfehlichen 2(ngcfic^tS» 6r glaubte eine fixere/ 
allemal jutreffenbe Ueforeinfftmmung $wifehen bem menfehlichen 
®eif!e unb feiner ftcbtbaren #ülle ju bemerken, unb würbe je linger 
je mehr baoon gewifj/ ba|* ba$ SGßefentlichfte ber ®eif!e$anlagen unb 
be* Gharafterä eine« 9Renfchen in feinem Angeflehte oorjüglich unb 
in ber ganjen gorm feines JtSrperS , feines £aupte$ freiließ am 
allermeiffrn , lesbar fepn muffe. So lächerlich ihm auch aUe bie 
Chiromantien wrfamen, welche auS tiefen ober jenen Eimen, 
befonbert ben 8inien ber £dnbe/ bie Schief fafe ber9ttenfd>en heraus* 
lefen wollten , fo fanb er boa) , baß , fo wie bei allem Aberglauben 
irgenb etwa* SBahreS &um ©runbe liege , wooon biefer auf Sieben* 
»ege bes 3rrthumö ausgleite, fo muffe auch ba etwas 2ßahre$ 
fan. Die menfchltche 33tlbung muffe nothwenbig mit ben Anlagen 
unb Jtrdften t>& ©eifteS, ber barin wohne/ in einem gewiffen 
Gbemnaafje unb «erltfltntfi flehen. 2ßo er per) umfar), ba 
bemerfte er »ejlitigung feiner Sbeen. (So groß bie &erfehie* 
bereit ber ®eftcht$bilbung war/ eben fo groß fanb er auet) bie 
Serfdjiebenheit ber Seele be$ SÖJenfthen, unb er !am balb auf 
einige »cfultatc , welche ir)m ben ©ebanfen erweeften/ e$ müfc 
Un auch barüber ftd> fefle Regeln auffinben lajfen , bie eben fo 
gut, toie jeber anbere ©egenftanb beS menfehlichen SBiffenS / fy f?e* 
mmfdb geredet werben finnten. £te melfdltige Gelegenheit, 
SRenfchen t>on aller Art &u fet)en , unb fte nac^ it>ren ßharaf teranlas 
gen unb ©eißeSfdljigfeiten n4t)er fennen ju lernen t war feinem für 
bie Beobachtung M 3ufammenhange§ beö Aeufjeren mit bem 3n# 
neren fefcr aufmerffamen «liefe tiglid>e Nahrung. SHit feinem 
Jreunbe, bem Eeibarjte Zimmetmann in Hannover, wechselte er 
barüber nicht nur ©riefe, fonbew hatte fid) auch fchon, aH biefer 
noch in Ärugg lebte/ oft mit ihm münblich barüber unterhalten. 
©0 manche öinwenbungen ihm biefer fo wohl/ aß anbere ©eiehrte 
unb greunbe machten/ fo war IL&t>AUt Diel ju innig oon ber 5Sahr* 
M( ^er eache felb(l uberjeugt/ al« ba^ er ftch hatte irre machen 
Jaffen. 2)ie Safte / Don benen er eigentlich auögieng / befinben fich 
in bem 1772 *00 Zimmtvmtoin herausgegebenen fleinen 2Berfchen: 

3ot?Änn 



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174 



3o§. Äafp. iavatit. 



3or)ann Äßfpac SLzv&tet von &et pby fiocjnomtf / bcm erftai/ 
wa$ t>on &avatec8 Sctjrtf ten über tiefe 5)toterie berauSgef ommen iß. 
Ungeachtet er aber bamalS febon febr mel im pbpfiognomifeben Sache 
arbeitete/ unb in btefer befonbern £mfi d? t aufjerorbentlicb flarfc £iebba* 
berei für 3eicr)nung unb 9ftablerei befam, fo blieb ihmbiefjboch 
immer nur Siebenfache. 3m 3a^re 1772 gab er feine predigten 
übet t>ie CBcfcfotcbte Cottas tyxaut, baö Jabtb&Mein , auch 
ein 2lJ£><Zbhcblein fht Rinder« 3m 3a&re 1773 erfc^iert/ aujjer 
bcm jrseiten Cbeite feinet Cagebucbes/ eine Sammlung üon 
^cftprcöigten. «Die vermehrte 3abl feiner greimbc hatte aud) bic 
wirflieb febon nid;t unbeträchtliche Saft feiner Äocccfponöcn? »er* 
mehrt <5r wollte boch gerne t»on 3eit ju 3eit feinen greunben tU 
ipaö geben / unb fam be£f)alb auf ben ©ebanfen , in ganj f lernen 
^eftc^en t>ermifd)te ©ebanfen jufammen ju febreiben/ wie er fic 
für ben JitreiS feiner greunbe nulltet? glaubte. Unter bem Sitel: 
iTTanuffript f&c ;$reunöe/ lief er einige foldje «fjeftdfren bruefen/ 
ohne ft'e in ben 33ud)labcn f ommen ju laffen / unb tbetlte fte unter 
feine greunbe auS. (Sie tpurben aber $u feinem großen SSerbruffe 
balb nachgebrueft. 3m %afyxt 1775 erfdjien ber eeffe #«nö feiner 
pt>yfio$nomif<hen Fragmente, ©r I;atte ferner mit einigen fei* 
ncr greunbe cm &3üd;c leben herausgegeben/ bem fte ben £itel: 
Allerlei/ borfefeten. <£§ mar mand;e$ barin gefagt/ wa$ ben Ha* 
Sötern entgegenfiebenben ©elebrten niebt besagen formte. £iefi 
veranlagte eine ©egenfebrift unter bem £itel: Ärelocfen ans 
ÄHeclei. Äat>ater8 greunbe unb geinbe befanben ftcb jefet in einet 
gcmiflen Sprung. £iefe fud)Un ihn auf jebe 2Beife berabjufeken, 
jene ibn &u »ertbetbigen. ffieibe fcbmeifrcn, jene in ihrem £abet# 
tiefe in ihrem ßobe nicht feiten au$. JLavatev felbji blieb ruhig* 
unb fafee e§ ungern/ baß feine greunbe ce> nicht auch blieben. //Saßt 
fte ! febrieb er. 7LU& Sob meiner greunbe fann mir boeb feinett 
©ran Talent ober Serbien jf geben/ waä ich nicht f)abc, fo wenig 
meiner ©egner Säbel mir einen ©ran t>on meiner wahren @rifren$ 
weglächeln/ megbobnen, ober wegjüchtigen fann. 3b* h^t mich 
jum ©ente hinauf pofaunt/ lieben greunbe! jum Marren febmeta 
tern mich meine ©cgner herunter, :38m ich nun ©enie ober 9larr ? 
Sftich bünft feines t>on beiben — ber eine \)at fo recht/ wie ber an« 
fcere. 3cb &w einmal/ wie ich Kni unb wie mich ©Ott gemacht 
unb organiftrt hat/ 311 empfinden, &u febaucn, ju ahnen/ ju febwär* 
men / 311 gebetw ju nehmen/ ju tbuu unb ju leiben — unb/ fei ci> 
nun @tolj ober 2>emuth / ober waö e§ fei — ich &n ganj wohl mit 
bem jufrieben/ waö ©ott au$ mir gemacht hat.'' — (Sin UmfianD 
in ^aoatetrs SebenSgefchichte ober Dielmehr in ber ©efchichte feiner 
s Jiad)forfd)ungen Aber ba§ XPnnderbate unb XPonDecbarfcbet« 
nenöe/ ber hauptfdehlich in bie 3ar)re 1774 — 1778 fällt/ ifl bie 
©efchichte mit bem 9>ater 3ofept> (Baflner, ber im Gahmen 3efa 
mancherlei Äranf Reiten au tyikn borgab. Äaoater wechfelte unter 

anbern 



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$o&. Äafp. iavattt. 175 

anbern Briefe über btefen ©egenffanb mit bem ^oftör Remter in 
4aüt, bem flirf jfrn bamaligen ©egner ber Dämonologie, liefet 
IBriefwedjfel befindet ftd> in ber Bammlung von Briefen unö 
auffärben &ber bie (Ba#nerifd?en unö Öcbr<$pferifcben (Bei* 
frerbefd>a><$rungen mit XnmetSw\$cn von Öemler^ «^aüe 
1776. 8» — ©cfyon 1775 war JLavatev Pfarrer an ber vpatfen« 
bausftrebe/ wo er bi$ber aB fciaeonus ftonb/ geworben. 1778 
würbe er jüm SDiaronus an ber 0t. petersftrebe errp&t)(t unb tau 
butd> fein SBirfungSfreiS fc^r erweitert. <5r arbeitete jefct Preöig* 
ten &ber die (Dffenbarung 3*f« «n ^obannes au$. Södbrenb 
er aber bieß S3ud> fromiletifd? bearbeitete/ bearbeitete er e$ aud) 
poetifcb/ unb fo erfdjien 1780 ba$ ©ebidjt: 3efus ITTeßias 
oöet öie Suffttnft de« ^Serrn in vier unö jr&anjig (Befingen. 
2(ud) erfdjien in biefem 3abre fein religiifeS £)rama : Zbzabam 
unb 3f&at, unb ein Eafcbfnb&cblein f&r £>ienf?boten / fo wie 
baS 3foeite hundert cbrtfUicber hiebet, beren erf?es hundert 
1776 an$ Siebt getreten war. — öteinbarts Bfftem öer reinen 
pbüofopt>ie unö (Blfccffeligreitölefrre öed ergriffen tbumd/ 
fo wie bie t>on fceflfing herausgegebene ©djrift Vom Xweä Jefa 
unb feiner 3&nger, erregten feinen ftarfen Unwillen. (£r glaubte/ 
baä (Sbriftentbum werbe babureb gefibrbet unb ein feiner £ei3mu$ 
t*rbreitet. — Äaraters wirflieb ff* felbft aufopfernbe SBobltbatig* 
feit unb fein 3utrauen &u ber Sfceblicbfeit anberer überfliegen 
nidjt feiten alle ©djranfen/ welche bie menfdjlicbe Jtlugbeit gebietet 
Sn große SBerlegenbeit gerietber bureb bie Uebernebmungbe3£>elbji* 
oerlag$ ber franjoftfeben Ausgabe feiner ptytfognomü?, woju 
er bauptfScblid) baburd) bewogen würbe , baß er einer Spenge üon 
Jtunftlent/ bie ftcb an tr)n anfcbloffen/ Arbeit unb SBrobt öerfd?affen 
fonnte. dx batte aber manche Unglücksfalle unb betricbtlicben 
<5cbaben babei. <Bd)on t>on ba an, wo er feine erflen pb*)ftognos 
mifeben Arbeiten begann/ fammelte er fiety eine üttenge tjon (Bemal* 
öen, Seicbnungen unb Äupferfticben 5 öiel feltene jDriginalge* 
malbe alter SReifler famen in feine ^anb / eine betrdd)tlid)e / jierlu 
efee Sammlung alter «öanbriffe / #anbjetcbnungen ber beften 9Rei* 
per neuerer Seit, »orjuglid? t?on £f>oöoi»iecr*i, Äips u. f. w. jier» 
ten fein Kabinet/ unb aud) fycx bewog tr)n bie menfcbenfreunblicbe 
2lbnd)t/ jungen Mnfllern, in benen er üorjuglicbeS Talent ent- 
beefte , Uebuna unb Arbeit $u wrfebaffen/ baß er eine große 5ttenge 
$)orrrar§unb Öbeale fopiren ließ/ benen er feine ptyftognomifcben 
Urtbeile unb £>emec£angen beifd)rieb. 3m 3abre 1781 ließ er 
baß fweite Äanöcben feiner Vermifcbten Bcbriften brutfen/ 
weldjeS eine 2Cu§wabl feiner Korrcfponöen* entbalt, beßgleicben 
2(u6j^e auS »erfebiebenen predigten/ bie er bis auf biefe« 
Sabr gehalten. Zud) gab er feine poefTen in $»ei banden 
berauS. ©ie enthalten alle feine reimfreien grißeren unb 
Heineren (BeOicbtc/ welche er be* DrutfeS für freunbe wüu 



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176 3ofc. Äafp. iavattt. 

* 

big fanb. gerner Äriefe an Jhn$Unae f welche 1787 &um 
weiten male aufgelegt mürben. 3n eben biefem, Safere arbei* 
tete er an feiner OTefttAde/ feinem pontias Pilatus, feinem 
Untertriebt fht DenEenöe Jünglinge/ unb feiner Parapbcafe 
übet öie t&x>an$eUen , ob biefe SBerfe gleich erfi fpater an$ Siebt 
traten. — ^reaöe macben war fein Seben; wenn er jemanben 
überrafd;cn tonnte mit einer re$t großen unb, unerwarteten Jreube/ 
ba fparte er nichts oon feiner ßrftnbfamfeit , ba wußte er bis auf' 
ben 9)unft, wobin er jielte/ aüeö auf* forgfa^tigfte ju t>erbergen# 
ba fonft Verbergen unb @cl;e im halten beffen/ wa§ ifrm Jrcube 
maaMc/ unb woburd) er anbere erfreuen tonnte/ feine ©acfye eben 
niefet war. <£r war ein greunb oon (Drömmg unb Heinii<btei% 
in ausgezeichnetem ©rabe. — 6twa um ba$ 3a£r 1783 »erbreitet« 
ftcb ba$ ©cruebt , Parater fei fecimlid) ein Äatbolü?/ jaier fei eü 
gentlicb unb formlid; fatyolifd? geworben/ woju tbeitö feine tolc* 
rante ©efinnung gegen anbere Jtonfefftonen/ unb, ber freunbfebaft* 
Itd)e Umgang mit meieren fatI;olifd)cn ©eiftlicfyen/ tbeiB ber Ums 
ffautfc SSeranlaffung gegeben hatte/ baß er fid; jur JBebecfung feineS 
©cbeitelS eineS fchwaqen JlappchenS nad) llxt ber fatbolifcfcen $Prie* 
ßerbebiente. — 1782 gab er eine 2Bod;cnfcr;rift: £>ec dmft* 
liebe Siebter berauS. ©ie gebort unter feine 6rbauung$fcbrtften# 
bic/ wie beinahe aüe feine afcctifdjen Arbeiten, auf einen gewiffeit 
©rab ber Kultur feiner Sefer berechnet war» 1783 seranjlaltete er 
bic »on 2trmbcuf?er beforgte (DKtavcöition ber deutfeben pby- 
ftognomif. Brmbruflet: hatte cö ncmlich übernommen/ ieneS 
größere SBerf in ein fleinereS/ ber $auptfacbe nad) ganj wUjianbi* 
geS 2ßcrf , iufammen^u^ieben. Jlavatec felbft mad)te bauen eine 
febr genaue SKecenftons' wie bieß am (Snbe jebeS ber oier SSanbe mit 
feiner eigenen 9cabmeniunterfc&rift bemerft ifi. & beftnbet ftcb eine 
große SJÄen&e Tupfer babei , unb e£ tfl iLasaters ebenes Urthal/ 
baß bieß Sßerf / weld^S um ben gebnten £beil bes $)reife$ vom 
größeren SBerfe oer rauft wirb/ alles 2Befentlicbe burebauä oollftdn/ 
big enthalte. &on 1783 — 1786 gab er beraub: jefus tt?ef= 
fias oder die £ ran gelten unö 2ipof?elgefcbicbte in CBefan? 
gen r »ier Söanbe. ÜRan ftell t ftcb auf einen unrichtigen ©tanb* 
punft/ wenn man mit ber (Erwartung eines jufammenbangenben 
unb in ßin$ üerfcblungenen epifeben ©anjen baö 33ucb anficht unb 
e6 nad) biefer vorgefaßten Jbee beurteilen wili. ©eine Bbftcbt 
war/ bic eoangelifebe ©efebiebte , ohne ihr ein frembed 33eigemifch 
bid;tcr ifeber ^bantaften 511 geben / boeb burd> tfuömablung wahr* 
fcbeinlid)er, wenigfienS m6glicher/ Umfldnbe anfebaulieb ju macben. 
©eine Wt'djt war/ niebt ju öiebten/ beim erfebrieb wabre ©efd;ic^te/ 
ber er niö)t6 JrcmbcS bcimifcben xooÜU, fonbern diebtertfeb ju er« 
?Sblcn. 2iudj erfebien im 3abre 1783 t>on ibm ber erf?e^&anc> ber 
^beteaebtungen über Die void)ti$ftcn Stellen Oer Ü£van$u 
iitn, ein tSrbauvmasbucb fuu un^clcbrtc, nacböenfcnOe 

(Ebn* 



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3ofc. Äafp* Iwattt: 177 

Cbriflen nach dem Äed&rfnifl der fettigen Seit* ©id) in eine 
eigentlid) eregetifcbeTCnalpfe einjulaffen, war nia?t fein 3we<f. & ifl 
burcbauSnur praftifc*>€ ©regefe in biefem SSBerfe, unb immer tmraittek 
bor betgefugte Enmcnbung. 3>er fiefer wirb nicbt immer auf bem 
SBege bergorfcbung felbft geführt, fonbernbie&efultatebergorfdjun* 
gen beSSBerfaffer* werben ifcm »orgelegt, unb ba§ für ®eifl unb^erj 
unb cbriftlicben ©inn 2fawenbbare, mit jfeter Stöcfficbtnebmung auf 
ben ©eijt be$ 3eitalter3 &erau§geboben. Jiomiletifcfye iöe^anbtung 
ber (Swmgelien, baS ift eigentlich biefe ©d?rift. Pontius pila* 
tus, oder Oic Äibcl im kleinen and der ttTenfd? im (Brosen 
erfcbien von 1782 — 1785. 3m Sa&re 1784 erfajienen: *£ett 
jcnsfcleidnerungcn oder Verfcbtedenes an ^erfcbiedene» 
Sie f onncn , fo wenig fte eigentliche ©efdnd;tc enthalten , boa) al£ 
ein gragment feiner SebenSgefdjidjte angefeben werben. 1785 gab 
er eine f leine (Sammlung von ©entenjen ( o&ne befonbere religtofe 
SMufftcbt) unter bem £itel fcrauS: Öalomon oder Äebren der 
XDeisbett. 3d> fenne, fagt er in ber Vorrede, feine foldje 
eebrift, bie, o$ne etwaS unmittelbar <5$rifllia)e§ ober »iblifdic« 
gu berübren, ben 3wec! fcabe, baö IBefle au$ bem JBeffen Berföie* 
bener Nationen unb 3eiten jufammeln, unb nur ba$ ©ewiffefle# 
SBraudjbarfle, 8e&rreia)jte au$ befannten unb unbefannten/ alten 
imb neuen Sudlern, «£>anbfa)riften, ©efpracfyen Uv f. w. ju wretni» 
gen. 2lucb gab er in biefem ?al;rc (Bereimte (Bedicbte fcerauS, 
worin alle feine (Reime bis auf ba$ 3a &r 1785 enthalten fmb, bie 
ftd) md>t in ben CfcrifHicben Gliedern / ben @d?roei>rttedern, 
imb bem (Tbriffltdjen Siebter befinben. gerner gab er in biefem 
unb bem folgenben 3a$re (1785. 1786.) $u 8t (Baden eine 
Sammlung predigten übet den Ärtef Paulus an den pfrile* 
mon heraus. 6r erlaubte ffa> bei biefen 9>rebigten t>orjuglia> wa3 
er fpaterbin weniger t&at , an bie t>otbanbenen SetfeSworte rieleä 
cn^ufcbließen , unb eine -SKenge bibliföer unb cbrifilia)er SBa&rfjeiten 
bei 2folafj berfelben borjutragen, 5V1 benen bie ^erte felbft mc&r nur 
fcbicflkb t*ranlaf$ten, ale baß eigentlich bie 3tyemata bartn entljaU 
ten gewefen waren. — <£r machte jefet eine Äeife nacb (Benf , wo 
er mit bem Magnetismus befannt würbe. Sine foldje (Srfcfjeis 
nung f onnte naturlia? nia)t anbcrS , als großen <5inbrucf auf £a* 
ratern machen, au3 welchem (BeftdjtSpunfte fie auefy immer be* 
traebtet werben mag , al§ #ulfe für leibenbe SJttenfdjen, als pl^ft« 
fcfce ^eilfur/ ober al$ Aufregung unftebtbarer unb biSber unbefann* 
ter Jtrdfte ber menfcblia>en Örganifation / ober aB Eröffnung 
tnenfölicfrer £)rgane für ben (Jinflirg ultftdjtbarcr 2Befen. .gür ein* 
mal fa)ien bei bem erflen 2CnbItcfc ber £f>atfacben, t>on benen er in 
<Benf 2(ugenjeuge würbe * jeber biefer ®efta)t$punfte feine SBa^r« 
fcbeinltcbf eit )u haben , unb flava rrr ba rtc nid;t bie lebhafte @m« 
ppnbung für alle§/ waS bie ^enWeit interefffrt^ ibr £ulfe anbies 
tet/ unb neue Äraft in il)r aufzuregen, ober i&r ^u »erraffen fct>eint, 



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178 Soft* Äafp. iaoaeif. 

laben muffen > Wenn et nid>t aud) biefem ?>binomen feine aanje 
Sufaerffamfeit batte febenfen follen. <&r erwartete aber $u t>ic( ba* 
ton/ unb machte fydtertyn, ba et nieftf auf bie gerefften 9feful täte 
fattt/ bei weitem nubt mebt fö wel äu$ bet ©acbe/ ob er fte gkieb 
in ibrem mebi einigen Berthe gelten lief. 3m 3a t?re 1786 erhielt 
et ben ebtenfcollen 9tof $um Otitten prediget ber 9^ 2lrt8gartttfl/ 
Wrtbe |« Bremen/ ben tt abet boeb julefct auSfcblug. <£r arbets 
tere jefct bd* fßvtd) au$; ttatbftnael, ober bie eben fo gewüTe, 
Als unetuoeialicbe (Bättlidrfeit be« Cbriflentfmms/. für 
tbanaele, das tf?/ fte ittenfeben mit geraöem, rubigen, 
trttglofen Wabtbelrsfmn. £er 3n>ecf biefer @cbrift war/ niebf, 
He ©ittliebfett be$ Gbrtfrentbumd &u bewetfen , fonbern fte / a» 
fetned SBewetje* beburfenb barjufteUen/ obet mxb eigentlicber, ju 
geigen/ wie baf (Sbnftentbum bureb feine innere SRatur/ feinen 
feeifl jicb iebem un&erborbenen SBabrbeitSftnne al* abfolut wabr toon 
felbft erWeife* Stoib $«be be$ Sab** *786 würbe et jum tt* 
f?en preöitfec/ obet ium pfarrec an ber et. petritteebe &u 
S&rtcb etwablt» 1788 ton» feine ijanöbibel fte fceibenbe 
betaut/ eine afcetifdje <3cbrift. 1789 erfebieft: 3ween ttolls* 
lehret, ein äfcfprSdn XPtntertfcat 1789» welcbeö bur$ 
JBafrcöts Ätbel im Votfston unb butcb beffelben Briefe übet 
ben plan unb $we& Jtfn manlafl würbe. 1790 ein ©ebkfct: 
fem mmfcblicbe i&etj / eine« feinet borjitglicbfien ®cbtd>te / wo= 
bon aueb naebbet eine zweite Auflage gemalt würbe, gerner 
ttfebien in btefcm 3<»brt unter bem MM: SUvtttt* antworten 
auf fragen ttnO Briefe, in einzelnen £eften, Weldje monatlich 
|U Berlin berauSfamcn / ein Streit feiner Korrefponden*, moju 
&ao«tec babutcb t*tanlafjt würbe/ baß fo siele gragen an ibn ge* 
fd>ar>en/ bie oft tnm einer beträchtlichen 3abl feiner <£orrefooftbe*= 
ten ®ewiffen$fragen ober Sitten um Buffcbluß über biefen ober ft* 
nen teligiifen ober moralifcben ©egenftanb enthielten. 3m 3ab*e 
1790 entwarf et aud) ben $tan &u feinet ^anöbibliorbcfc f&r 
freunde/ wooon »ter 3öb*« n<"b einanber jebe* 3«b*fe<fr*Ä$nov 
eben in £>uoöe* betauöfamen/ unb beten erfleö ÄJanbcben fein 
©ebiebt: toas menfcblicbe t&erj/ entbielt. *«t>atet tyitte bieg 
©erfeben bloß fut ben ÄreiS feiner greunbe befhmmt/ unb e$ fam 
ntebt in ben *öucbb<mbel SBer ein €remplar batwn (?aben woQte/ 
mußte eö t?on tbm felbfi erbaltcn/ unb er febrieb a Wbann eigenbanbig 
feinen iRabmen auf baS Titelblatt. 9tocb erfebien um biefe Seit : 
(ßvangelifebes ^anöbueb fte Cbriffen/ oöer Ä>otee 3e(\i 
Cbriffi» €ö enthalt einzelne ©teilen unb SSBotte 3efu/ benen et 
«Bemal einige belebrenbe, ober anwenbenbeiöemerfungen beifugte. — 
Se^t flarb tbm fein greunb Pfenningec/ unb er febrieb fein itema* 
ftbet Pfenninge* jur Unterfru^ung ber gamilie. & war fcine£e» 
bendbefebrtibung, fonbern eine ©ammlung t>erfcbiebener Äuffdfee i>wi 
febt »ergebenen SBenfcben übet ibn, bie mir wenig fefttytf** aber 

befto 



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3#&. Stafp. UtüUT. L i 19 

befb me$r Urifcile au* ben aflerperftytebenflen <&ft*tfc>un?te» ent- 
gelten. 2>cn ©runb, warum er biefe 2frt, feinem ftreunbeeiu 
tontmalju fefcen, w^Ite, giebt er feibfl mit folgeren SBorten 
»riefe DonjBerfaiebenen über «nen S**nf*en muffen jtfcpt 
Unbefangnen Don ®i*ttgfeit fon. <fc i)l unmiglt*, baß it^rt ober 
Swanjig, bie emen 3Rcnf*en rannten, o$ne attc Berabrebuna , auf 
bie mannigfaltigfie unb übereinffimmenb|le Seife feto gut Don ihm 
fprecben folften, wenn er ni*t ein wjügli* guter SRenfcb war 
»n 3a*rt «793 reifte et auf mehrmalige (Sinlabung be* fcänifd*n 
©taatfmmifler* ©rafen oon Semflerf na* Äopenfragen. «Si 
»eenbigung ber Steife peng er an, fein Cagebud? berfelben berau«- 

* U £ eb€n \ r mö * te ni *£^ n *»*nf*ttn (Sinbrutf , unb e§ 
erfäien bafcer nur cm fleiaer Sfreil bcd ®an*en im £)ru<fe 3>ie 
Verausgabt be$ erffen ^efte btefeä Äeifetag*btt<b8 wanlaüu 
eme Xtt »oa p«rot>ie/ bie cm alteMng» fe$r Wigger Jtotf (Jreü 
fcerr von Ämgge; imter bem Stittl: Xtife nach S'WUt, taut* 
; fen ließ. C* war bie§ bie fege Don ben t«*fen S3r*Ä , mSc 

Kn Havautn im ^ublifum erf*tenen.- 2(u* bie einzelnen ZuU 
, wel*e man frie unb ba in ,&itf*riften gegen ihn einriuf tc, 
ficngcn an abjune&men, unb e§ f*eint, baß feine ©eaner feibft bie 
»unblofefeit beS ^orwurf^on geheimen planen uSb Jrfitem 
Katbolxtxsmiis eiMufeften begannen. Do* würbe er je* no* 
tinmal genJt&igt, ft* gegen eme 2(n«age §u Dertfcibigcn, ^i« in 
ber Jbetlmif&en Ulonatafchtift gegen i&n gefugt würbe, (fr 
fotitc ncmli* 1786 in ^aile Dor bem £errn von Zlantenbuta 
wb tat Derjbrbenen Sototof er ganj befhmmt über £errn xtkoUi 
m -Berlin fi* auögelaffen fcoben, baß tlicolai in ber Sdwei* 
@ubf fription $um toeiemus angenommen £abe. 2)ieß Deranlugte 
ifrn, in einem Suffafee mit ber Ueberf*rift: Jletjrea X&ort &ber 
ein Wort, 0A8 id) 1786 *u 4 alle roiöer ^erm Nicolai ju 
einigen freunden gefagr fcaben foll, bie Unri*tigfeit biefer 8fe 
f^ulbtgung barjut^un. — m m feinem i 4 eben ^t £a*ater eise 
; 0efte bitt>en wollen/ ober wirfli* gebilbet,» im ®egent^ei( war 
ffrn am eeftenmdgige oon #erjen ^uwiber, unb er arbeitete ieber 
.«nbangii^eit an tbn, wel«e *at)in h U\u, ober welche in verba 
■wgiftri »wirt, fo Diel er tonnte, entgegen- RtytS befloweniger 
t*W*rb b«r «flamme iUoatenaner, mit bem fretli* jeber bel?at 
»urbe f welker, wenn au* nur jum £&eil, unb wenn au* mit 
ber inmgfkn eigenen, auf eigene Prüfung gegrünbeten Uebeneur 
gung, biefelben *nfi*ten batte, wie er, ober au* felbfl jeber, ber 
wir perfonli*e ^o*a*tung für ben feteien SKann mit einiger 
©arme Äußerte. Sieg vvmla^tc.iimn ruhigen, weifen, unleiben= 
.f*afrti*en 3Rann, eine Sammlung Don Briefen (Krau^ugeben 
6ber öen neuen &e$tcnnabmen AavauticmiBtnus. Diefe 
e*rift gei*net ft* unter aUem, was für JLtvtutn, felbfl bem, 
wa§ wn ^eß unb pfenmngeraef*rieben warben, am »rttcilW* 

■ » teflcn 



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teffeft au*. — Seit bem 3a$r 1794 hatte ff$ StAte *»« pa« 
Sab« in 3ftrttb aufgehalten unb mit einer Archer inn üerbeira* 
thet 6r erhielt jefct ben 9hif nach 3ena. JLavmr hatte für 
alleS/ wa§ 2)enffraft unb ©eifteSftctrfe beißt/ Immer eine unbebingte 
Aocbacbtung. 3war hotte bie Äanttfcbe pbilofopbte in $tincb 
ihr Selb nicht gefunben/ allein JLavauv wünfcbte boch burcb münb* 
liehen IBortrag berfelben tum einem SJtonne/ ber fo großes 2Cuffes 
ben machte/ näher mit berfelben betonnt $u werben. Cr§ wäre/ 
fagte er/ unt*rantwortlich/ einen folchen SJtonn wegjiehen ju laffen/ 
ohne ihn benufet ju haben. *Balb fanb fleh ein JfcreiS benfenber unb 
SBabrhettSliebenber ÜRänner jufammen/ bie #rn. Siebte baten, 
ihnen noch Vorlefitngen über Die Wtffcbe Pbilofopbte ju h«l» 
ten / waS auch mit Dieter ^Bereitwillig? eit w>n ihm gefebahe / unb 
woju man ftch in £at?«ters «£aufe oerfammelte. £iefe Vöries 
fangen fernen nachher/ mehr aufyeatUitzt unb erweitert/ als 
(Btunörifl &et XDifTenfcbaftslebre in* $ublifum. £at>atet war 
überzeugt, baßbaS (5b*iftenthum/ barum weil e$ SBahrbeit ij!/ in 
einer ächten ^tlofop^ic feine SBegrfmbung für ganj fonfequente 
£>en?er in fo fern ffnben müjfe/ tn wiefern e$ ©egenflanb beS fpe* 
fulati&en ©enfen* i|f. 3fn biefer Ueberjeugung befiarfte er pd> 
Jefet/ ob er gleich au<h im weitern gortfehritte immer mehr über* 
$eugt würbe/ baß bie reine (Sinfalt unb ber fchlichte ®Iaube be§ gc* 
funben ÜRenfchenDerftanbeS weiter fomme/ al$ bie @>pefulation/ 
»eiche fobalb unb fo leicht burch ein fleineS UeberjVben feiner/ 
praftifcher fünfte t>on ben 9>faben ber Äonfequenj aogejogen unb 
baburch jur einfettigen SBahrheit/ alfo $ur ergiebig jten ^Quelle be3 
Sorthum^ werben fonne. 1794 gab er baö lefete feiner epifchen©e* 
bichte: 3ofepb von 2tnmad;ca / ju Hamburg tyxatö. 2Cucb 
unter bem $itel: ttlonatsblatt für ifrcunOe/ monatlich ein 
fletneS £eft/ ba$ gan$ ba8 ©epräge hatte/ wie bie -^anö# 
bibliotbet fht 5*e«nöe. desgleichen Vorlefungen &ber fcte 
(Befcbtcbte 3ofepba. — SLavatet hatte eine große Vorliebe für 
baö ©ententi6fe in ben Sieben 3efa / unb pflegte oft &u fagen : 
// Der $err muß boch noch eine SKenge folcher fententi6fcn ©orte 
gebrochen haben/ bie tom ben/ ftch fofurj faffenben/ (Spangeliffeit 
nicht mit aufgenommen worben." <Sr lebte unb webte fo im <&?an* 
gelium/ baß ihn bie fcufl anwanbelte/ Worte !Jeffc aufammen&u* 
fchreiben/ wie er ftd>ö miglich bachte/ baß 3efus bei biefer 
ober iener Gelegenheit f Jnnte gefproeben tyiben. £)hne biefen blo^ 
bichterifch erfunbenen SBorten eine anbere Autorität beizulegen / al§ 
bie/ welche ihnen bie Uebetemjtimmung mit ben wirf liehen/ bifa 2 
rifch wahren SBorten Jtfu gab/ bie un$ oon ben (SDangeliften aufs 
bewahrt ftnb/ bachte er ftch boch, baß fte eben um biefer Ueberein* 
flimmung willen ©uteS wirfen Wnntcn. ©r ließ fte baher/ wie« 
wohl nur in geringer 3ahl/ abbruefen, um fte beflo leichter in einem 
Reinen Äreife wn OTenfchen befannt ju machen, 3m Sahre 179s 

fchrieb 



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3o&, Jföfp. famm. *8i 

fd^Tieb er auf biefette TLxt : Einige £t*ibla«3en eines tbriffto 
eben Ibidbtete, welcbe moglicbe unö n>ab*fcbemlt<be Um* 
tfanöe, (Befcbicbten onb 2feu#etttngen ans öem ütben Jefa 
embalten , wie er fte fub backte. 3n eben biefem 3abre gab er 
Queich eine anbere, gan& populäre afcetiföe ©c&rift unter bem 
Sitel: eonmaöBbtatt/ eine »oebenfebeift/ beraub ©ie 
cntbdlt eine ÜRenge tum oerföiebenartigen, nur im 3wecTe ber <Sr* 
bauung $ufammentreffenber, Buffdfee, BuSjuge au$ ^rebigleii, 
«eine $oefien, ©teHen au$ «riefen, ober aueb einzelne, auSge* 
fübrte, aber unauSgefübrte ©ebanfen. 3n ber gortfefcung erfc^teit 
fcaS ©onntagSblatt unter bem oerdnberten Äitel : Cbcifilicbe 
Ittonatsfcbrift fht ttngelebtte. gerner gab er berau*: *e* 
getn f&t Äinfrec, ein fleineS SBerfcben, ba3 mebrmal* aufgelegt 
»orben ift, unb dußerfl faßliche 8ebren über bie meijien, befonber* 
Ämtern wütigen / 3>fK4ten entbdlt. 2>e$gl*icben ein fleineö S3ü< 
«beleben mit bem Sitel : 3nacbarfts , welcbe* Regeln jur ©elbfi * 
unb SÄenfcbenfenntniß, toermifd^e Oebanfen, freunbfcbaftlicbe 
£»dtbe k. entbdlt. 1796 förieb er: (Befcbenfcben an Steunt*,. 
oder bunoett »ecmifdne (ßeoanfen. £>e$glei<ben $ttan!>* 
fcbaftlicbe Briefe an vetfcbieöene Steun&e unö Sccanöttv: 
nen. 2>eögleicben erfebien : >bann Äafpar JLavattts X>et* 
tn*cbtmfi an feine freunde; %htid> 1796. w Keinen 
«dnbeben. „ 3* nenne bieg SBerf $en ein X>ermScbmi#, f fagt er, 
»eil icb ed al* ba$ lefete äöerf , ba$ icb unmittelbar für meine 
greunbe treibe , anfebe, unb »eil icb bei bemfelben ben ©ebanfert 
an mein eilenbeS (Snbe mir immer flarer ju macben fud>e- 3d> 
»erbe mancbeS barin nieberlegen, wa* i<b t>or unb na* meinem 
£obe twn 6ucb beberjigt w&nfte, fobeberjigt, wie greunbe ba* 
X)etmäcbtni# eineS greunbe* *u beberjigen pflegen. — 9»an weiß 
febon au* früberen 23eifptelen , febon au§ feinen ecbweijerlie* 
oern, welcb ein debter Sretbeitafinn feine ©eele erfüllte; baß 
biefer bei ber fcanjdfifcben Revolution ni^t untätig fepn 
würbe , war naturlty 5« erwarten. 2tber »er feinen ©um unb 
fein äerj fannte, wußte au*, baß nur d*te greibeit, mcbtbte 
be§ gügengeifte*, unb ni*t bie, mit biefem ftabmen 
5£t>rannei oon ibm geliebt »erben fonnte. Sebe große ffltenfcberu 
fraft war ibra beilig, unb ebrwürbig iebee fübne, Üttenfcbenwur* 
bige SfiBerf. 2)aber fonnte eS ni*t anberS fet^n, atft baß bie fraru 
iJ^cb« BbWtaffen in ibren erflen Tlnfdngen, ebe fie mtj : 8Iut unb 
Unaerecbtiafett befletf t würbe , feine frobe Äufmerffamfett enegen 
mußte, h fabe bier ben menfcbltcben ®etfl mit einer neuen , uru 
mialicb geglaubten Jtraft unb ßnergie ben>orbre*en, geffeta 
fdmtteln, unb ju einer greibeit emporheben, gegen bte, fo lange 
fte in ben ©ebranfen ber ©eredbtigfeit unb SBurbe blieb, fem 
ed?wn>er, berbee^abmenS wertb war, gtcicbgultig, no* 
niger i&r abgeneigt fepn fonnte, eS wdre benn, baß er f*on bar 



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i8* 3*|. £«fp* i<*t>ater. 

matt tiefer ftt bte Verwirrung«* unb jammetret^engolgen &u bucFeri 
»ermocbt !>itte» &at>atet fab biefe golgen im erffen Anfange nicbt 
»oraud. <Sr wollte flcb liebet ber benwleuebtenben SDtenfcbenFraft 
freuen / »eil feine eigene ©utmütbtgFeit ibm ni*t erlaubte, SBJfe* 
&u argwobnen, e&e er e« wirflieb fab- ®o blieb feine Stimmung 
bie erflen 3abre btnburtb, unb em JLieö eint* ^duoti^tve, bal 
er auf ^ranFceiebö erfte Freiheit machte/ quoll ibm gan$ au* 
bem£erjen. Tiber fobalb ftd> ©ewalttbat unb ÖtdnFe, Smmora* 
litit unb fogar Unmenf<bli<t>feitert anfiengen ein&umtfcben , fo war 
üucb feine Stimme , bie lauter unb berber alle* mit feinem regten 
9tabmen nannte. 6r madtfe nun felbft eine patoöte auf jened 
Sieb, «obalb bie @ad>e in $cartfceicb tiefe traurige SBenbung 
nabm , fo abnete Parater aueb für fein Vaterland b6fe goigen. 
<Sr bielt e$ tarum für beiltge $füd>t , mit allem «rufte t>or bent 
fd>recf liefen SJerberben ju warnen , wm bem er wo# »ufjt* , unb 
beutlicb genug fab / bafj e$ wenige SÄenfcJben im regten Ctt^te an* 
' faben. • 2Ba§ er gefürebret JKttte, gefd)*b. aümibKg faW 
ber 9tet>olutfon3geijt in ber 3>d>«>ei$ ffd> ju regen an. &ax>ater 
fcerwenbete alle feine Araft batauf , &u ben miglicbft milben ©eftru 
rtungen mitjuwirFen, bie erbitterten ©emötber *u befdnftigen, bie 
Regierung geltnbe unb nadmebenb , unb bie Regierten geborfam 
unb aebtungtoofl gegen ibre Regenten jtt machet- 20* bie 9tn>o* 
lution &um orbentlicben *Äu6brud)c Farn , tbat er alle* , wo* er mit 
tbun f onnte , um ein nicbt mebr &u binbembe« Uebel no<b fo ge* 
ringe als miglieb ju machen. 9Üe wrlot er SÄutb unb $offmma, 
aud> nwbt in bem «ugenblicfe , als bie franj6ftf*e *9to<bt f?<b nt 
berte. »ei ben barauf fblgenbett »ebriefungen unb Ungerecbtiafeu 
ten ber neuen (Bcfcftejebcc ^clvetiens faracb er mit bem fldrrjfhai 
geuereifer; mit welchem nur gefprod>en werben !onnte> mutbig 
unb unerfebrorfen bei allen Gfcfabren, bie ibm brobten, auf ber 
Aanjel , unb wo e$ fonft nur gefd)e^en Fonnte« CK erfebien t>on 
if)m ba§ Wort eine* fteien &<bx»twx» an die &to#e tlation, 
»etebe* im erf?en 7C>*n*e feiner XZ*d>qdaffenen Ökbriften 
waftänbtg unb ridjtig abgebrucFt ff». UebrigenS wenbete er alle 
Araft feiner &erebfamfett an # §u tinuu , waä er Fwuite / um feine 
ganbSleute ^ur rubigen Unterwerfung unb jum ©eborfam gegen bie 
£>bern, nid)t aüein bie guten / fonbern aud) bie bifai/ ju baou 
gen*). <5r gab jefet aud? ein Gbriftticbe« »odKnblatt beraub. 



*) 3Wt einer mirxt&t , We Ibre* «Wtfcbco fu(bt , faste er eind einem 
SKeflierunflömirfllicre in feinem giminer: „kärger! ©ic foOten fle< 
flcn bie 23erh'inMflcr bed @i>angelium^ nicht ucrJd?tUct> benten. X)a^ 
Jbriticnrbum verpflichtet un5 geften bic Obrialett |um ©eborfom um 
*erm wiflen. »Wäre icb ni*t Cbrift, mäcbe i<b mieb blo§ aW 
3»cnfd) unb «Bürger betröebren, ma^ fpflte mkfc abbaten ftNuncn, nacb 
ber ^iflclc au greifen # unb bem erfteu heften oon ben Urbebern tuu 
fer* Unftlilefe; eine äuöcI bureb ben Äopf jii jagen. «Iber aU <&)vi$ 
barf unb W i<b bo« niebt tbun. " 



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Stafp, ia»attt y 



^cin 3wecf baUi war/ ©eruhigung/ ©tcVrfung/ Aufmunterung, 
fo tvofyl $ur füllen Unterwerfung unter ben ^ eiligen SBiüen ®otte*> 
ci$ jum fmblicben Vertrauen auf ©ott. 2>ie ©latter enthielten 
©ebete / 9>rebigten unb ?)rebigtfragmente/ ©riefe/ ©ebichte u. f. w. 
aUeä mit moralifdM religio* fer ^3c^tet>ung auf bie bamalige Hage ber 
@d>tt>ei*er. <Sd>on lange hatten feine fugten Seuferungen in* 
beffen gegen ©ewaltthatigfeit unb Unrecht ben SBiberwillen bed 
tgelvetifcben 2>tcertocuzms gegen ihn rege gemacht; unb man 
fuefote i^m biefelben verleiben. SRachbem fcfyoiv jebn ber ange* 
febenjten unb waef erjlen Zuzidnv ohne allen rechtlichen @runb be* 
porrirt worjben waren , traf auch ihn biefl 800$. (tr mürbe nach 
Äafel gebracht Sri! aber burä)au3 in JRucffuht beffen , wa$ 
man ihm aufebuibigen wollte, nicht* auf ihm haftete/ unb er fid) 
in allem rechtfertigen tonnte, fo würbe er wieber cntlaffen. ©et 
berlBefignehmung Suricks burch bie ,Sramofcn, welche <5ieger ber 
Muffen geworben waren/ hatte er ba§ Ungltuf, bafj t>on einem 
(golbaten auf ihn gefchojfen würbe. JDie SBunbe war inbeffen fo 
befebaffen, bag man hoffen burfte, fein Sehen werbe baburch nicht 
gefdhrbet werben. 2£ud> lief es ftd> mit ber Teilung recht gut an/ 
unb ob er gleich mitunter heftige (Schmer jen empfanb, unb ba$ 
föerte hüten mußte , fo war er boch bahei im <3tanbe $u arbeiten. 
Gr f udjte jefet feine ^eeimatbigen Briefe &ber &aa feepotta*. 
tionsroefen, bie er fchon t>or feiner ©ermunbung angefangen hatte/ 
%u ooüenben. Dergleichen fchrieb er ein ©dnbeben privatbriefe 
von Öaulus unö pauitxs, herausgegeben tum Naihalion a fa- 
cra mpe. 3n biefem lateinifeben Gahmen , ber alle ©uchftaben 
bes feinigen enthalt/ üerfreefte er feinen eigenen/ unb pellte ba$/ 
waö er gern üon bem entfehiebenfien £affe gegen GbrifruS unb feine 
(Sache, fo wie oon ber innigen Siebe gegen ihn gefaxt haben würbe/ 
fo oor , wie er cd ber Denfungdatt beffelben Cannes , M großen 
unb feltenen ßbarafter3 eineö Paulos würbig baebte, ber aud bem 
bitterften Verfolger bed (5hri|ienthum§ ber warmfie unb tb&igße 
©eförbercr beffelben geworben war. <£r Heibete bie <5ache in ba$ 
©ewanb , ald waren ed wirf lieh sorgefunbenc ©riefe/ bie hier nur 
iiberfefet erfchienen. £>a$lefete/ waS SLavatet alö Bdröftfretteg 
Doüenbete, war ein (Beöidn ooU 2öar>rbeit, Araft unb 2Bürbe: 
3artd? am Anfange Oes neunzehnten Jahrhundert«. Allein 
feine Knftrengungen / eh* feine 2Bunbe noch billig geheilt war/ 
burch 9>rebigen, unb anbere ©efchwerben/ benen er fid> unteriog/ 
unb welche fein äorper , ber fchon 3abre lang fchwach unb frank 
lieh gewefen toax, nicht aushalten »ermochte/ würben ihm ge# 
fdhrlid) unb sogen ihm ben $ob ju. (Er ftarb ben 2.3anuar 1801/ 
im fedtfi$f?en Jahre feine« Altert. 



Jlivztet gehörte ju ben wenigen Scannern bei 4cbt?ebntea 
Jahrhundert« , bie burch ihre Schriften ein fehr ausgehreiteteä 

Public 





■ 



i84 3*&* Äofp* lavattr,; 

9)u6lifum fanben. 9Rid>t blofl feine eigentlichen Serefcrer, bte na= 
I>cvcn Anhänger feinet SftabmenS/ bilbeten tiefe» *Pnbltfum ; auefy 
eine grofje Tlnjabl ernteter oorurttjeitelofer, nüchterner, ruhiger 
Xefer feiner «Schriften. Einige fliehten barin Hebung be9 ©es 
tr\utf)$, Ermunterung jur $ugenb unb ®ottucatbttum ©inne, 
SDc m ü tbigung t br e$ © tol*e£ unb tratet i5cibe nfd)af t Ii d)f cit ; anbere fct> n= 
ten ft'cb nad) £roft unb SBcrubigung / unb — fanben ffc bei £at>a* 
ter; einige fuebten Unterhaltung für bie «Spiele ihrer (ginbilbunaSa 
fraft, befo nbcrä <burcb pr)pftogncHnifcr>e Deutungen; anbere febafc* 
ten in ibm ben Dichter , unb — in ber (enteren 3c it mehrere noefj 
ben freimütigen politifeben ©ebrif tfrcücr. Den bei »eitern größeren 
SBirfung^freiö inbeffen fyattt SLavatet al$ afeetifeber/ aif <J£t* 
fcauungsfcbtiftfteüer. (Sine Zeitlang gab er ben $on für alle 
übrige gleichzeitige afeetifebe tocbriftfrclfer , foroobl in al§ außer ber 
&d)vccii an. 3n Spanier , &on unb Sprache ftnb ftd) feine (Sr* 
fomungSfcbriften burebauö etnanber afjnlid), unb ber Unterfcbteb, 
ben man ettta in biefer 3ii\d fiebt jroifcben feinen frur)eflen unb bett 
fpatcren Schriften machen formte / iff niebt bebeutenb. 3n ( allen ift 
ein uberwiegenber Einfluß feiner 9>bantafte unb feinet ©cfüblö auf 
bie rcfleftirenbe Vernunft beut lieb bemerkbar, unb man fann eben 
barurp bie religio fc Öcbrrarmerct , ald ben berrfebenten <Tba# 
rottet: ber JUoateefcben afeetifeben Öcbtiften aufteilen. 
vatet lebte fo gan* in ber CBef ublsroclt. SDton ließ -ihn gern* 
roenn er für tiefe avbtiUt unb in fte einjuwirfen fuebt. SBenn er 
fücb au$ i\)t beraub in bie SJernunftroelt begiebt, Gerung lüeft er 
leicht, ©eine fcogmatifeben 2tnftdncn , bie bem 21ugc, baS mit 
33eröufjtfet)n unb Älarbeit ju feben gewohnt iff/ feiten eine genug* 
tbuente 2lu6ftd;t iffnen/ muffen n>ir ind Dunfle ff eilen. & fehlte 
i()m burebaud an grünt lid) er (Ercgcfe, fo wie an bem ßorratbc 
»obl begrünte ter hifreri fch s fritifeber tbeologifeber Jtenntniffe / bie 

Seiner richtigen Beurteilung beS fireblicben bogmatifeben <5r^ 
m§ unerläßlich noebrcenbig ftnb. Sr blieb ba^er in tbeologifeber 
SRücfficbt auf ber (Stufe > auf welche ibn fein erffer 3ugenbunter? 
riebt (feilte/ ber freilicb in ber ÜJfitte bed ßdmcbntcn 5abrfc>um 
Z*tvt9 noch ganj ben Bufcbnitt unb ©eift ber alten ortboboren 
®d)>veijerfcbule parte« Die Tlrt tiefe» Unterrichte roar eben nicht 
geeignet/ gorfdnmgS* unb Unterfuchung6geijl in ibm rege &u nta* 
eben; eS mürbe ibm tnclmcbr ton Tinfang an $ur ©emiffenefacbe 
gemalt, mit unoerrüefter ©laubcnStrcue bem 5Befenntnig feiner 
&otcr anfangen. (Seine 9>r)antafte ließ ir)n um fo feffer tarart 
bangen/ ein je freiere« gelb lebbafter unb fcbwdrmerifcber fßitbtr, 
bunfler ©efüblc unb gcl)cimnigooIier ttbnbungcn bie 83orffcUung$* 
weife gewiffer Hebrntcinungen in bem alten ©vffem ibm erijfnete. 
2(u$ tiefem @cftd)tSpunfte angefeben / erf (<Srt ftct> fein ©laube an 
bie Griffen) ted $eufel$/ fein Sßunberglaube / fein geftbalten an 
ber äkrföbnungStbcorie / unb manebe anbere feiner bogmatifeben 

SSerir, 



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3o&. Xafp. ianttt. . 185 

Serimmgen leicht r-on felb'fl. SBenn £at>ater etit 6efferer Crreget, 
unb trenn feine SinbilbungSfraft Falter war/ fo wäre er fid;crlict> 
bon feinem allerbingS f$<hff feltfamen/ eben fo fehr ber Vernunft/ 
«1$ einer geläuterten öibelerflarung &uwiberlaufenben (Teufels* 
unö XJOunöe cgU üben frei geblieben/ fo hatte er (ich gewijj nie 
an bie oerbachtige 5>artr>ct ber (Beitferfefrer / ber iftagnetifeurs 
unb &omnambultf?en angefchloffen / unb son biefer Seite feinett 

Sen 9*uf gefuhert. Üttan würbe enblich in feinen 2fnftcf>ten be$ 
be$ Sefu weniger fpielenbe/ fchwdrmertfche / unb mrjfhfdje £eu* 
tungen unb Traume/ unb bafür mehr r»ernunftgcmoße , gefunbe 
unb achtbiblifche SBorfteÜungen gewahr werben« — ^auptwerc 1 
JLavaters fann man feine Pbyfiognomit' nennen; fte ift taö an 
Umfang größte/ fte ift ba$ bcrühmtefie. (Sin SBerf, t>on bem 
»an/ ob e§ gleid> nur fd?6ne 2ßorte, unb noch feinere Gilbet 
entölt, bennoch in mehreren 3weigen ber SBiffenfchaften eine fte* 
Solution erwartete/ befonberö in ber Anthropologie, kriminal* 
unb Sufttjpflege ; baS mit gefpanntem Sntereffc erwartet unb mit 
noch grofjerm (Sifer gelefen, ba$ beinah in äße gebilbete europaifebe 
©proben überfefet/ unb boch — balb üergeflen würbe. Und) in 
Zavatevs ptyfiognomtt lebt unb webt feine Schwärmerei. SSon 
Bbnbungen unb Traumen auf biefem Reibe auSgehenb/ fieng er 
an aufführen/ &u fd;ilbcm unb aufyumahlen/ ba er bem ©anjen 
noch gar fein gunbament untergelegt hatte. £en #auptpunft/ 
man m6<hte fagen/ ben S3rennpunft ber ganzen ptyftognomtf/ — 
auS ben äugen beö ©eftchtä tuelmefyr auf erworbene/ al$ auf 
urfprungliche ©eifle&mlagen / weniger auf ba3 Diubcnbe im 
SRenfchen/ mehr auf ba§ Söewegte/ auf geibenfdjaft unb 
©efuhl/ &u fliegen/ wobei ber 9%faa,nom m'eUetdjpt auf bie 
wenigfien £rugfchlüffe geleitet werben bürfre — fcheint &at>atec 
ttoliig überfein ju haben. <gr legte bie meiße SBcbeutung in bie 
fef?en Zbtxit, befonberd Stirn unb iftafe/ unb trieb bamit ein 
feltfame* phpftognomifcheö SpielwerF; bad 2Cuge unb bie weichen 
Zt)z\k, befonberö bie äuge um S^afe unb SRunb/ bernachldßigte 
er. @ci(!ber SGBtffenfchaft/ fo wie wiffenfchaftliche gorm, fonnte 
unb wollte er bem SBetfe nicht geben. 68 fehlt burdjauS an einem 
leitenben $rincip/ wa§ ftch gleichwohl bei Fragmenten nicht 
nur gebenfen lagt/ fonbern nothwenbig ift , um ihnen Einheit unb 
3ufammenhang ju geben/ um ju oerhinbent/ baß fte nicht in ftch 
fclbjl jufammenfallen. &ax>atet fcheint burchauS bei feinen ph^ 
fiognomifchen äerglieberungen unb Urr^etlSfprüdjen ftch sielmehr 
ben augenblicflichen Eingebungen feiner (SinbilbungSfraft / bie alls 
gefchaftig war, aß bem ©ange einer ruhigen Sfaflerion uberlaffett 
$u haben. 2>iefe hatte ihn gewig &u einer mehr jufammenhangens 
ben / mehr in einanber eingreifenben / mehr fpjlemartigen SBehanb* 
fang geführt, woson man jefet auch nicht ben ©chatten gewahr 
wirb, m feine Änftyten unb »eflimmungen fmb fubjeftto unb 



» 



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186 3o&. Ä afp. iatattn 

fc^wanfcnb. Ston lief! üt biefen riet £&nften Möge unb wabr* 

luftig fragmenrarifcbe ??ragmcntc, bie eben fo wenig gemalt ftnb, 
bem pbbfwgnomifefjen <5tuMum aufhelfen / all el ju berichtigen, 
welcbe bal S5eburfhtß einer eingreifenbern ^Bearbeitung be$ immer • 
intereffanten ©egenftanbeS nur befto fublbarer machen. — ©o tfa* 
nen wir jefet baS Sange faß nicht anber! all ein fofrbareS Silber* 
bueb wurbigen. 5Kan flnbet barin einzelne treflicb gearbeitete unb 
an jtdjfelbjl merfwürbige SWenfcbens unb 3$ierf&pfe# bie bauftg 
burd) bte 3ufammenfteüung noeb intcreffanter toerben, — aber nv 
ber pbbftygnomifct>en Erläuterung berfelbcn, in bem Kommentar 
eine Bnbaufung tyoeb unb woblflinqenber SBorte , hinter benen oft* 
malS febr wenig 6mn tjt , fo glucflid) aud) einzelne IBlicfe, unb 
fo unnad)al;mlid) unb fräftig bie unb ba befonberl bie $u!brucfe 
unb SBorrfrellungen ftnb. Seit öfter flogt man auf ffroben t>on 
Jlüvütcvs feiner itenntnif* bei menfcblicfyen $erjenl, als &©n feinem 
<25d?arfbli(f in ber plfaftognotmfcben Deutung. 3nbem er bal, »ad 
freilicb Ungewet'bte in ben 3ugen eines Seffcfti ju lefen t>6llig un# 
t?erm6genb ftnb, unb wa! nur tym ju feben gegeben ift, mit Hieb* 
rerem auSbrüefen will, t&ut er juweilen intereffante ©liefe m bal 
3nnere bei fKenföen, wo er &iel richtiger ju lefen fefreint , all auf 
bem ©eftebte. ©o erfahren nur wenigfienl manche«/ wal in öem 
-<5ec3cn öe« iTTenfcbcn ifr, ober fe^n fann, »elcbe ©cfuble, 
.Strafte, Haferungen unb Enwenbungen berfelben/ wenn ffe aueb 
auf ©tirn, Sange unb 9lafe gewifi uhftc^tbar fepn follten. 3n 
ber gewagten 2Cnwenbung pbpfwgnomifcber 3been, bie er beinabe 
auf alle ä^eile bei menfeblicben 2Bif[enl ubertrug , unb wot>on et 
mit fdiwärmcrifcrjer fceie^tglaubigf eit , wer weif* wal aüeö für wicb# 
tige Erfolge erwartete, Ifi JLavatet» $franrafte unt>erfennbar. 
®al £ecr ber tTacbabmer bangt fieb gewftbnlicb an baS, wa! all 
etwa! BufierorbentlicfcS gepriefen wirb, was tfuffeben unb ©es 
raufd? maefjt. SWemanb backte baran, bie einzelnen JtAnter ge* 
funber unb rtebtiger pWtognomifdjer Sbeen au! bem *olumin&fen 
2Berf e ju fammeln unb — tnbem er ffe in einen anbepi unb gebeib» 
liebem ©oben btnübertrüge, jugleicfc ju reinigen unb &u Trebel«. 
£)bne nur einen ©ebanfen an ?>rüfung unb »eridjtigung bei ©an« 
jen ju baben, würbe bie pbyfiognomir* t>on ben tTacbabmetn 
al§ etwal 9teue! unb Crmfinftte* ergriffen, fte ttiebtn ba! SBilU 
f übrli^e unb Unbeftimmte in ben pbwognomtfifren Deutungen »iel 
weiter als Aavcutt, unb obne feine 9bantaffe unb fein warme! 
©efül)l ju befifeen, brauten fte (Mf* langweilige unb abgef(^ma<ft« 
Ausgeburten einer ganj eigenen ©eifleSfranf^eit sunt ÄJorfcbein# 
bie man bie pbyfiognomtfcbe totirt benennen ttnnte. Jafl wi« 
re el fo weit gefommen, baf niemanb unmaSfirt au! feinem ^aufe 
bitte geben formen : fo allgemein unb jubringlid) war ber Drang 
jebe! f (einen ©eijiel, ber etwa! oon iUtmrera Pbfftognomie 
gehfrt ober gelefen $att* fogleic^ jeglie^e! ©eftd?t, ba! ibm 4»t- 



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3*$. Jt«fp. Man*. i8T 

fam, fß beuteln f unb bte vermeinten Siefultate fetner armfeligen 
p^ftognomtf^en 2ki%»t bem bon&enben 9>ibel all £>raWfi>ru$e 
wn ben £>ad)ern *u öerttinbigen. 2>ie golgen baaon waren — 
furwabr nic^t »eförberung ber SRenftyenliebe, fonbern Stebloftgfeit, 
&erldumbung unb #4rten aller Ztt. fföan gab ftd> 9Rube> man 
legte ficb auf fefr gebafftge äunbfcbafren , um in bem geben be« 
3Renfd>en, iber beffen ©etfcfrt unglucf lieber SEBeife ein Urtyeil*fi>rucb 
ergangen war, bie »eftitigung biefe* ©pruebe« §u pnben — unb 
fo war ber £uge unb »erWumbung ein weite« gelb ge&jfnet. SRaru 
*e? nabmen in i&rem bltnben (SntbuftaSmuS bie ptyfiognomie 
febon alt etwa« fo gelte« unb in ftcb «egrünbete«, baß fte im @rnjt 
an bic2Cu$fübrung ber gutgemeinten ©cr;warmerei iUsatcca, burefr 
Pbf (tognomtf bie Coctuc ju erfparen , bauten , unb fte flatt ber 
£ebre wn ber Tortur jum Äriminalrecbte jie&en wollten. <&atten 
biefe gntbuftajtcn ©teüen ju befefeen, fo warb nic&t auf SBürbtg* 
f ert unb Sücbttgfett gefeben 5 — bie pbj ftognomte entfärb. £>er 
*8ürügfte mußte meUeicbt bem aflerunwürbigften weisen, bloß 
müin feiner ^bbftognomie 3üge fepn feilten, bie bem #iwge* 
fptnnfte eine« ÜBufterbtlbe* nidjjt entfrracben. — £at>aters pty 
fioQnomit ift jefet »ergeflen. ©ie fommt un« nun wie eine ep&e* 
mere erfebetnung cor, bie *u ben taufenben gebort/ bie &u ibrer 
3et* in ber Sefewelt große Senfation maefcn, bie bunbert gebern 
in Bewegung fefeen, unb/ t»on einer anbern <£rfcr;einung »erbringt, 
plbWÜ iKrföwinben, unb in bem Strome ber 3eit untergeben. 
«Hiebt fo £ax>«tecs iytifdbe poefwn, nid&r fo feine SBaterlanbfc 
gebiebte , feine &on bem ebclften unb reinfhn $atrioti$mu* etngege* 
benen edjwetwiieöer. ©ie tnmtin natürli*, ungefimftelt 
unb mit SSBirme bie fepofttion ber, obgleicb jufammengefefeten, 
bo* immer in ber ©nbett erfebeinenben (Smpfmbung, *on ber niebt 
lek&t ein »enftyenberj gan* frei ift — ber Siebe be« »aterlanbe*. 
3n einem freien Sanbe, wo eS ber SBerubrungSpunfte unb berSScr* 
binbungen jwifeben bem ®ürger unb öaterianbe meiere giebt, tjt« 
um fo leidster, biefe fcmpfmbung berwrjurufen unb anjufad^en, 
JUüOfet wußte bieß wrrreflicr; , befonber* burer; Erinnerungen 
an bie Urgente ber ©c&weijerfreibeit, wobureb eben fowofjl ber 
mannliebe Bolfegeijt, afe ein ebler «aterlanb«ftol$ ftabrung erlitt« 
unb bureb einen berjticr/en Aufruf &u ben ȟrgertugenben , bie ben 
freien ÄtoterlanbSfreunb vornemlicb aieren unb ebren. 3n fernen 
Herfen iftba« ^er^/ welcbe« felbfl für öatertanb unb greibeit in^ 
mg erwärmt ift, unmf ennbar , unb e« fpriebt in feiner einfjlttgen, 
treumutbigen SSBeife gewiß ba« »erwanbte ®emutb an. ^>ie f a* 
xmecfdnn BcfotDeijerlieöei: Jlinjen md>t / aber fie bef riebigen, 
ben $efunben unb offnen @inn für ba« S5iar)re unb ©ute; fte enfa 
iuefenben warmen SSatcrlanbSfreunb/ jlebe er b«>cb ober niebrig, 
%ub btm / weiter bie lieber nur mit emem fem f ulttoirten 4flb<ti« 
f*en ©efu^i lieft unb wfobtgt, werben fte wenig jten* wegen ijrer 

tnujiet* 



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188 ia*atec. 

mufter^aften / populären gorm, wegen ber Fern haften Popularität^ 

womit bie frfjone (Srnpfmbung, ber SJaterlanbSliebe barin barges 
gelegt wirb/ intereffant fcpn. — Unter fLavatcts gctfHtcben 
ki/ocrn ftnb mehrere burch ben einfacr/en unb I)erjlid)cn 2Cu6brwf 
be£ religtöfen ©efühlö würbig , feinen Ö>dwet*ertte&etn an bie 
Seite gefefct ju werben, 9)ton bat bteß aud) in 2>cutfd)lant offene 
lieh unb banFoar anerFannt (56 mochte Faum eine neuere &amm* 
lun<j t>on ÄettgionsltcDern 511 ftnbcn fetm , worin nicht mehrere 
©efange *>on Äasatet aufgenommen waren*). SBerfolite bie&te* 
öer nicht Fennen : Sticht um $etchtbum/ nicht um Qztyxe, bitV ich* 
bejler Söater / tief? zc. Der Xa<\ ijt ba , batyn bie Mafyt; ich bin 
unb f?be noch zc. «Schnell wie ein tetrom entflicht bie 3eit zc. Üßtc 
feiig/ ^err, ift ber ©erechte! bu bifi feinSchilb uno größeren zc. 
£) wie t?fcf ©uteS t\)at\i bu mir aud) beut, mein ©Ott/ wie banf' 
ich bir zc. unb Diele anbere. 38er f>atte fie nicht fchon mit 2lnbacht, 
mit (Sinjlimmung in be§ 2)ichter$ ©cf ül;lc / mit greube über 
ben barin ^errfd^enben (Sinn für bie prafttfebe / für «cht 
cbrijlliche SEugcnb/ unb über bie juweilcn naioe (Einfalt ber 
(Spraye gelefen ober gefunden! «Sobalb inbeß bie Sieber mehr 
boamattfehen 3nr)altS finb/ ober ftc^ mit ihren Silbern unb ©es 
malben in bie Sphäre höherer Sßelten verlieren ; fo verleugnet ftd> 
Aavatet nicht. 3n jenen wirb er tum feiner miffrerflanbenen Sogs 
roatt'F ju Sehlgriffen unb fonter baren (Sraggeratiorten verleitet j in 
toiefen fliegt feine s pi)antaft'e in Legionen / wo wir Uebrigen gern 
^erjicht thun / ihr jufolgen/ unb fieht ba mit Jtlathett unb 3u* 
tterlaßigfcit/ wo wir übrigen Faum ju abnöen wagen. 3n tiefen 
Biebern tritt gugleid) ein Sali ein , ber überhaupt in Jlzvttets geifr= 
lieben / namentlich bogmatifchen Siebern/ auch in feinen größeren 
©ebbten/ wie in ber ttleffirte, ^uftg Start finbet. ©roßten* 
theifö nemlicf; ifi &at>atera s J>ocfic nichts anberS, al§ feine pcofa, 
t>cruficirt; fo wie bagegen feiner s profa häufig nur Stypthmuö unb 
Sieim $u fehlen feheint/ um ffe feiner poefle ganj gleich $u fefcen. 
Zn (ich felbjt liegt in biefer Uebereinjrimmung ber JUvaterfcben 
Poefie unb Profe Fein $abel. Mehrere feiner pcofaijcben 
Öcbriftett/ befonberä bie Tlusfidyten in öie fguHgtfett* enthaU 
ten Stellen/ bie einen fchinen iy rtfeben Stoff barbieten. 2(ber 
eö fehlte ihm ba$ Vermögen/ biefen Stoff bichtcrifch ju behanbeln, 
unb ein fct>6nc§ IprifcheS (gebicht hervorzubringen. <§r iji alljufehr 
greunb ber tyrifchen Unorbnung. 2>a$ SJtoaßhalten/ bie ruhige 
Klarheit fehlen. 2Bo ihm irgenb ein Söilb »orFommt/ ba§ wirb 
foglcich ungeprüft aufgenommen/ unb/ wenn eö/ Fun unb wahr 
fich fclbfl auSfprechenb/ wohl gefallen f innre* fo mißfallt eS ficher 

' unb 

*) 3n &cm Heuen fcreebner <5efangbud>e ftnb von ifcm ttum. 3g. 

8*- »78. 399- JG7. S8t. 649, 71J. 78J. 786. 799. 87L im Hie# 
TTrerr:«d)en <£üf«ngbud>e fdr f>*ber« Öd)«len tiub j^niebunge« 
«uralten VTum. 230. 235?. & 338. 119. 227. 31g. a&o. 92. x6g. 



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3o(j. Xafp. iatatev. 139 

unb erregt Ueberbrufj unb Sangeweile , mbern c8 auf ba$ Öngffe 
auSgefponncn , unb gleicbfam in alle feine *Beftanbtbeile ^erlegt 
»trt>. £aburcb ein SnterejTe ^enjorjubrinejen / bag er ber ty^an* 
tafle be$ SeferS bie glügel löfe , ba£ er ibr freieres <3piel laffc , unb 
tbr ben Sttutb unb bas JBerm6gen mitteile/ ftct> felbft in bie 
©egenben aufzwingen, wobin er ben 2Beg gewiefen bat, ba§ 
febeint JLavatet niebt ju tterflcben. @r füt)rt melmebr bie Wan* 
tafte auf fo roeiten 2Begen umber, bag fte mübe unb matt nur ju 
niben roünfcbt / unb ba§ Sntereffe, felbjl unb ir>rcr eigenen Jtraft 
tertrauenb, weiter ju gebn , t>ottig verloren bat. £>iefj ifl felbjl 
in maneben feiner erbabenften ©Den ber gall, wie in ber: 2lnbc* 
tang Oes Unenölteben. 2)a$ ©roße unb ^eilige ber Religion, 
ba§ in ber lpnfd>cn gorm bureb »firbewUe (Einfalt baS ©emütb er* 
»eitert unb erbebt, wirb bureb eine Stoffe t>on SBorten, jumat 
gleicbbebeutenben , erbrurft. — OTcid> an folgen worrt-oUen, aber 
burebwafferten @d)tlberungen au& ber SReligionSgefcbicbte fmb $L<x* 
vaters epifebc (Beliebte. Aber jur $crt?orbringung eine* sollen- 
beten (Epos, unb nabmentlicb eines Äeltgionöcpos , feblte c3 
ibm an eigentbumlicber Energie ber (Sinbilbungsfraft, an £iefe unb 
itraft be$ ©eifttS. 6r febeint bie Sbee eine* ©anjen gar niebt ge* . 
faßt ju b<*ben. ÜJton glaubt oielmebr <5pifobe an (Spifobe gereibet 
jufeben, fo febr ifl jebeö eimelne ©tue?, wa$ nur untergeorbne* 
ter $beil war, al$ ©angeö für fieb bebanbelt unb in fo fern ben* 
nod), weil t$ ermubenb lang auSgefponnen unb ausgemalt iff, ihm 
taS Sntereffe genommen. 3u feinem neueren epifeben ©ebiebte : 
Ifofepb von SrimatM wablte JUvater bie f&nfffcfligen 3ams 
ben , &u ben t>orbergebenben t)attt er ben ^erameter gewäblt 
Cr febeint in ben erffen noeb weniger glüeflieb ju fepn, al6 er§ in 
ben legten ifr. Sein Hexameter ijl jwar eben fo wenig ein i$o* 
merifeber, alS ein Älop f?o<ffeb er, jeboeb nabert er ftd? in ber 
Art mebr bem lebtern, aber mit bem Unterfcbiebe , baß er weniger 
Seiebtigf eit unb ©iegfamf eit befffct , unb ftcf> große ßicenjen, nab* 
mentltd) in ber SBortjfellung , erlaubt, gließenb genug in ibrer 
2Betfe ffnb feine ^erameter ; er hatte e§ tarin §u einer unglaubs 
lieben gertigfeit gebraebt. @3 wäre ju »erwunbem, wenn man 
unter ben »ielen taufenben , bie feiner nie rubenben geber enrfhoms 
ten, niebt aueb auf mebrere woblgebaute unb glucflicb gebtlbcte 
^erameter treffen follte. — 2lbcr fo ungeregelt unb nadjlaf ig feine 
SBeTfe im Allgemeinen ftnb, eben fo ifl eS feine profaifebe e>pra* 
cbe unb JDietton. 6ö wäre ungereebt, wenn man leugnen wollte, 
bafj er bie ©pracbe in feiner ©ewalt batte. (^r fanntc ffe, er 
fannte ibre gülle, t'bren !Reicbtbum, t'bre Äraft. £aufig wenbet 
er biefe ^enntnig mit ©lucfe an, unb wirf lieb ffnbct man in rneb* 
reren feiner ©ebriften nid)t allein eine S5crcbfamfeit in ben ®eban= 
Fen, fonbern »erebfamf eit in ber 6pracbe. 2>tc guße r»on 5Bor= 
ten, bie ibm ju ©ebote panb, fam ibm babei wrrreflrcb ju ftarten. 



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*9° 3*6* ftofp* l***tt,t* 



SBo er glaubte, baß et mit ben üblichen Sorten feinen ©tnn nicht 
ganj au$brü<fen Finne / ba bildete er ofme Umflanbc neue Sorte/ 
ober fegte tnelmebr bie alten neu jufammen. ©r tft in biefen 3u= 
fammenfefcungen nicht unglücflich. Um ftcb baoon $u überzeugen/ 
barf man nur bie pbffiognomi fcfcen $v*$mcntc, ben pontias 
Pilatus u. f. xv. Dergleichen / unb man wirb beinah auf jeber ©eite 
groben ftnben. £a man bie Fragmente allgemein la$ unb jhts 
birte # fo mürben im erflen 6ntbufta5mu$ für ben originellen SL** 
rater aud) feine neugebilbeten SBortcr , befonberS burd? eine gerttffe 
Jtlaffe wm ©cbriftffellcrn / in Umlauf gefegt SRacb unb nad) 
würben fte allgemeiner aufgenommen * unb man barf niebt an jle b" , 
\\)\\ §u ben erjten J&ercicberern Der fceutfdjen Sprache in bem 
vergangenen 3abvbimbertc ju reebnen. Manche femer Sorte/ bte 
man in SRieberbeutfcblanb für bSüig neu galten mochte, ftnb nur 
unfetm £br ungebirt. @3 ftnb febweijerifebe ^rooinjtaltdmen, 
wovon ftcb iavatet in ben fiteren Schriften reiner erhalten bat, 
ald in ben früheren. 3ebod> barf man it)m biefe niebt boeb anrecb* 
nen/ inbem aueb bie beff en &d>wei %eti fdbtn Ökbriftff eller in Sücfftcb t 
biefer Schwachheit nicht leicht ihr Sjaterlanb verleugnen. — 
magigfeit unb £>rbnung bc3 <&txß , fo wohl in JRüefficbt ber Sort- 
au&wafy, al§ ber SortjMung unb öerbinbung/ erwarte man bei 
JLavatev nicht. Und) hierin folgt er Fecf feinem <0kniu$ , er »er« 
febmabt bie Regeln/ unb bie Sorte muffen ftd; feiner 3>bantafte 
fügen. Um ben äd;ten profatfeben ©tyl ju febreiben/ bebarf eS 
mebr gereifter unb rubiger Vernunft/ al$ fte JLavaut befaß, 
^eine fcerebfamleit ijl ergreifenb/ fortreifenb, brennenb; fein <St^>l 
bi(berrei<b/ blübenb/ voll ©egenfdfee unb Steigerungen. ©r ift 
wort s unb bilbervoH/ jeboeb nicht fcbwüljiig. 63 tft afc*ttf<fr* 
poetifebe Profa, wor'n er gewöhnlich fdjreibt, unb mit weld>«r 
er am v ertraute (len ift. Behren tbeilS iß bai, was man poHifdbe 
Vtofa nennt/ entweber gemeine $rofa, bie ftd? mit einem glitten 
jtaate poettfeber gloSf ein pufct/ ober wabre Stoefte / bie etnfacb unb 
ohne bie Äunjl be$ &cr&f IcibcS baher ttitt. fßti JLavatet enthebt 
bureb bie afeetifebe $enbetu wirflieb ein 9)?itte(bincj. Oftmals tft 
ba$, was er fagt/ in ftcb felbfl poetifd). Snbem er* bem großen Raufen 
ber 3uhörer ober 8efer r>er|ranbig unb anbrtngenb wachen will, • 
fallt e$ $ur wortreichen, jwar t>olltonenben, aber leeren i>rofa y& 
rücf. 3n bem 2lugcnbttcf , wo JUeatec fpraeb / bemerfte bieg tn- 
befj ber Buborn* niebt; ba war er oon ber ganzen unb aufjerorbent- 
licben @ewalt feiner tevpetlidben &et&famtcit ergriffen uab er^ 
fchüttert. £)er Xednet &&vatet fanb überall ben allgemeinem 
23eifaü. lag biejl eben fo febr in bem 2Cu5brucf ber ganzen fee- 
knoollen ©ellalt, bem er bureb ein fprecbenbed 9Ätnenfpiel unb 
bureb eine/ $war niebt lebhafte, aber richtig angewanbte 'ilftion 
noch mebr Klarheit gab; tbeitö in ber S3egciflerung , in ber 
liebfeit/ tn ber reebt eigentlicb febwarmertfeben &albung, mit ber 



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er rebete. SRan nehme ba*u eine giftig in tiefer SSolIfommen^eit 
feiten* SWobularion feiner f langt>oUcn Stimme < bie er burdjauö in 
ber $b\)t, wie in ber Äiefe, unb burd) alle tfbjhrfungen bcberrfdj- 
te, — unb man wirb [ich bie unglaubliche SSirfung ber JLavatets 
fcfcen &an$elbereöfamreit erflaren tonnen. — «Öauftg &at e6 
ben Schein/ aß oerberge iUvaret hinter einer Spenge tonenber 
2Borte eine gereifte £>urre, Xrmutr) ober boch (Sinformtgfeit an 
©efcanfen* SRan fann nicht umbin , feine ©abe, biefelbcn ©ebam 
ha auf febr mannigfache SBeife immer burch anbre SBorte au§jus 
brüefen, £U bewimtern. Unerfdjopfltcr) ifl er in ber StarjleUung 
unb bem JtuSbrucf gewiffer oft wieberfommenber afeetifeber ®eban= 
fen unb SBenbungen. Eber nicht allein wirb bcrfelbe ©ebanfe in 
ocrfcbicöcncn Schriften mehrfach t>on ibm wieberholt, fontern in 
der fei ben Schrift folgt oft unmittelbar auf einanber eine unenbs 
lidje ÜRanmgfalttgfeit t>on Safcen unb Hebefiguren unb EuSrufuns 
gen t tief fo ©erfditcbenartia ihr 2Cu$bru<f iß, boch fammtlich bem 
€>inne nach überemfommen. — (£$ gab eine3eit, wo man nicht 
nur bie eben gerügten gehler ber Aavatetfcben Schriften im 
5£on unb Euebrucf , wo man noch grof;crc , bie in bem 3nt>alr las 
gen/ uberfah* wo man feine Schwärmereien unb aUeS, was etwa 
einen nachteiligen (Sinbriuf machen tonnte, uberfah; wo in bem 
größten Steile von £curfcblanb , ja in einem großen Sbeile oon 
Europa, wer irgenb gebruefte Sucher laö, Hava ter* Schriften 
laS; wo alle Sefet beifelben gleicbfam eleftrifirt unb oon warmer 
Sttere brung gegen ben fiterfajfer erfüßt waren; wo man aüe§, waS 
von ibm erfd>tcn, beinah« wrfchlang, wo lein Sföenfch in Europa 
al* Scbriftfleller ein allgemeineres »ertrauen befaß. Eu$ bem enU 
fernten Horben unb auS bem tiefen Suben / in allen gönnen unb 
3ungen, au$ allen (Selten unb Kirchen , wenbete man ftdt> mit ben 
gebeimfren £er jcnSangelegcnbciten an üat>«tcc unb fachte bei ibm 
^Belehrung, Aufrichtung/ £ro#. <Sr war in einet gewiffen 3eit, 
man Ünnte fagen , ber Beichtiger , ber ©ewi ffenöratb be$ ha Iben 
Simpa. fßon feinen Befrei ften gieng biefe aHgemeine feltene 
IBerthachtung au$; fie wirfte auch auf feine Schriften furucF. 
©eine 2Int>ange* bewiefen ihm ihre SBerehrung unb #ulbigung auf 
bie auffaüenbjte, *ubringlicbfie SBeife. 2Bo er auf feinen Xeifen 
ttrfam/ ba brangte man ficb/ ü)n ju feben. SDton machte weite 
2Bege# um fty feine« 2foblic?$ &u freuen. #or>e uab fiebere, ge= 
fronte £dupter unb arme £anbn>erfer buhlten um feine ©unft. 
©efonberS feine erffe Äeife nad) bem Horden (nach Seemen) 
glich einem Triumph juge, fo allgemein tarn man ihm an allen £>r* 
ten mit tiefen ©hrf urchtöbejeigungen , mit auSgejeichneten ^ulbir 
gungen entgegen. SBaS SSßunber/ baß baburch bie Anlage juc 
iSiteUeit, bie fchon vorher in feinem Öharafter ju liegen fchien/ 
jefer §ur n>ireii<ben ütitMeit burbe. ©ie »erleitete ihn ;u mans x 
ehern tlemUc^ «tyitfc* |u bem feltfamen^ |r # ü(gn Äafehen, 



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193 



3ofc. £afp, iatattt. 



taS er ft$ öuf feinen Reifen gab/ unb baS man ihm oft M fioljt 
2(ffeftation auslegte/ juber fonberbaren Stianttyit, überall/ wo 
er einmal einige 2luaenblicfe anpeilt unb ftd> ausgeruht tyittt , feu 
neS SRabmenS ©ebäcbtniß/ fei e$ auch an SBanben unb genfler* 
fcbeiben/ $urücfjulaffen u. f.w. 2Ba$ war natürlicher/ als baß 
er von ben befonnenen / vernünftigen SBeurtbeilern gefabelt würbe/ 
unb baß ba§ große #eer ber iftacbfprecber/ Starf s unb Schwach* 
Wüfe/ berufene unb unberufene Siebter unb £Ricbterlein in glug* 
blättern unb Sfouwalen über ben ehrlichen JLavatct, ber feine 
feifeit fo wenig ju Arbergen wußte / ftcb hinmachen für berecb* 
tigt hielten? IBeinabe hätte erfebon bei einem großen Stylit, aueb 
feiner tnitb&rger , ba* Vertrauen verloren. ®anj anberS würbe 
bieß feit ber ödbrvei jerrevolutton. (Sine fo außerorbentlicbe/ bie 
Seibenfcbaften in ba$ lebenbigffe Spiel verfefcenbe Öegebenbeit/ wie 
jebe gewaltfame StaatSrevolution ijt/ pflegt bie gemeinen Sföenfcber» 
leiebt ju eraltiren; noeb weit mebr bie ungemeinen unb ungewobn* 
lieben. 2focb ÜÄenfeben von febr mäßiger tyantafit pffegen ba auf* 
jubraufen; wie Diel mebr werben bie fteben unb brennen, bie mit 
einer warmen 3>bantafte von ber Statur begabt fmb? %ud) JLav** 
tet fonnte bureb bie Revolution leiebt verleitet werben/ au* fei* 
nem Greife tyxaufyutttttn , ffcb in einem anbern $u verfueben/ unb 
auf ber einen ober ber anbern Seite aufoufebweifen. 2)aß er für bie 
Revolution $artbei nebmen werbe/ war bei feiner 2>enfung3art niebt 
ju erwarten. Tiber baß er ftd> etwa für berufen balten finnte/ 
gleicbfam in bem Sinn unb ©eijf ber alten 3>ropbeten / al$ Oiäcber 
unb Strafer ber Ungerechten / ber befpotifeben Oranger unb f&u 
brüefer/ ber übermütbigen grevler an ber ächten greibeit unb ben 
reebt ernannten ^enfebenreebten / aufzutreten/ ibnen ben 3orn 
©otteS unb Inmmlifdje furchtbare Strafen ju verfünbigert/ furj/ 
baß feine retigi6fe unb in ber legten 3ett mit fo viel ©telfeit ge= 
ntifebte Schwärmerei ihn ju SSerfebrtbettcn , ju vorteilen/ un= 
überlegten Schritten / wohl gar *u £anblungen verfugen mityt, 
bie unenblichen Schaben bringen fonntett/ baö mußte man bei bem*- 
wa$ vorhergegangen war, allerbingS fürchten. SRan fonnte bie 
Revolution wie eine pr&fung für bie Vernunft unb bie SBefon* 
nenbeit ^.avaters anfeben. Sie fonnte jeigen/ in wie weit bie 
Vernunft bei ihm ÜReifhrinn ber 9>h«ntafte fei. <Sr betfanb bie 
Prüfung. 2>ie beinah verlorene ©efonnenheit/ unb ba$ richtige 
©efuhl feiner felbft festen in ibn jurücf ju f ehren. Buch in ben un= 
ruhigffen Revolutionszeiten/ mitten unter ben Verwirrungen unb 
Stürmen entgegen fämpfenber $artbeien/ jeigte er Klugheit/ 



fach bewunbernSwertb waren. 

* • 

Äavdters «ebriften jinb/ mit Uebergehunfl mehrerer von 
geringerem Umfange unb »ebewmg / fbl jenbc ; 




!• Sween 



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3*$* Äofp. iütätti* 193 

!♦ ätoeen Tb riefe an -^ertrn itT« Äabrot , betreffend fetV 
nen x>erbeflerten Gbrifren tn Öer iStnfameeit. Breslau 
1763. 8* 

■ . . 

3. Sfaserlefene pfalmcn jbaüiöa jum allgemeinen (Bc 
brauch in Keime gebraebt. £rf?er, weiter (Ebeil. Zhvicb 1765. 
1768. 8. &«t?Atcr {wt fcier biejenigen pfalmen in Keime ge# 
haebt/ »elcbc/ feiner <5inftcf)t naety/ am leidjtejten unb natürlich 
(!en auf berfdjiebene ©emüt&Slagen ber ß&riften angeroenbet werben 
finnen/ unb folglich ppn allgemeiner (5rbaulid)feit ftnb. 3n biefer 
2tbftc$t fcat er au# ntc^t roirtlicb überfefct , fonbern manches weiter 
ausgeführt/ manche befonbere ©ebanfen Davids in allgemeine Der* 
xcaribtlt, unb e$ fid) befonbcrS angelegen fe^n raffen/ baS <$a\ipu 
t^ema beS pfalma bufefc baS ganje Sieb ^inburd) $u entoitfeln, 
unb nur bie SuSbilbungen beS Originals §u begatten , bie bemfeb 
ben jum Unterrichte unb ^ur Erbauung fclbfj einfältiger GS&riftc« 
anjemeffen fepn formten. SSergl. 21llgem. öeutfebe Äibiiott?elf/ 

»0 4. etcfi. e. 257 f- 

3. G>dwei *er UeDer / von einem tTCitglieöe öer ^elueti^ 
feben (Befcüfdjaft m &driny\ad>. J&ern 1767. 8» (12 
. . Senn/ Sefer, btr mein 3?eim gefallt/ 

SOanf'S bem Sprtauö (Bleim! 
Verfang öoa gelben/ wie ein #elb/ 

Unb beffen i|f mein SReim. 
IDiefe SSerfe machen bie ganje Vorrede au$ / bie ber SSerfaffer fei- 
nen Jliedern »orgefefct t)at 2)a6 Jüeö für Bdweijcrmaocben 
ifi tum einem anbern SBerfajfer. £)ie Sieber finb übrigens in $tt>et 
Jbhdbzt geteilt/ nw&on ba$ erfic tyi|iorifd)e (mit folgenben Heber/ 
fünften : TLIbxtty »on 3ürd> ; 2Biü)elm Seil; 2)er ©djwei^erbunb ; 
£te ©cfclacfct bei Vorgarten; £ie großmütigen ^Belagerten; £>ie 
<S$lad)t bei Sauden; 2>ie @d>lad)t bei ©empacb; 2)ie ©cbladjt 
bei Staffelt; '£ie ©djladjt bei «afel; ®ie <5cf>la4t bei ©ranbfon; 
«Die 6d?lad?t bei ÜRurtenj bie <5d>lad?t bei 9*anct) baS weite pa* 
trfotif$e Sieber enthält SBergl. ^«mbttrgifcbe ttnterbaltuus 
gen, 4. 3>tc* 2. 721 f. Älog öeutfebe Äibliotbcf 
Oer fd>6nen XDiflenfcbaften, J£>ö U '&tdt 3. B. 93 — 106* 
öligem. Dentfcbe ÄibliotbeB/ 25öu. Örcf 2. 0. 245 — 25p. 
— Sine jroeite Auflage erföicn £benoaf. 1767. 8. Äat>atet 
fügte fcier/ auf Erinnerung einiger greunbe/ ben meijlen Siebern 
bifrorifebe TPorbericbte bei. SJergl, fßrlang. gel. Seit. 1767. 
0. 766. Äeipj. gel. Seit. 1774. €k 560. — Cine Oritte ^uf* 
Jage erfcfyien unter bem Sitel: Öcbweijerlieöer von tJ. C. ila« 
uater. ^Dritte Auflage. 25ern 176g. II. 8. mit Vignetten. 
<Eie würbe mit elf neuen 8iebem (^icolauS bDn ber glue; 2)er 
ed)roabenfrieg; Soblieb auf £efoctifc&e ©iTtradjt; Sieb einer 
©^roeiaerifc&ert Cbrigf eit; Sieb einer glycf liefen «epublif; Sieb 
* «OrtfPii >. x>, «. v». ?. »a«>; Sfc für 



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194 



3o$* &afp. Utattt. 



fured)Weijcrbauern; Sieb für 6d>roeuer, Die fteb tn ben SBaffer* 
üben; ÖkpublifaniföeS SCtinflieb für »ürger *on 3uncb; Sieb ei* 
ne$ vccbweijerifeben ©ei jlli*en ; ©ebetlieb eines ©^weijcri f ; Sieb 
beö 6d>roei*erlieberbicbter6) vermcbrt; bie übrigen fmb fajt äcilc 
für 3eile uerbeflm. »ergl. Älorj öeutfcbc 2>ibliott>ce* De* 
fdbtnen XDiflenfcbaften , X>0 4. Ötcf 16. e. 684— 7 "2- JjKf 
tnanacb oer öeutfcben tHufcn auf Das 3al)r 1770. 0. 87 T- 
— (Sine vierte , x>erbeficrte onö vermehrte Auflage erfcbien 
ja S&ricb 1775. 8» (18 ®r.) Äcrn 1775. 8. mit Kupfern 
(1 $blr. 4 ©r.) <3ie unterfdjeibet ftcb bon ber »orbergebenben 
bauptfacblid) burrf) eine neueSugabc, roelcbe folgenbe Sieber znU 
halt: Die s Jiatur im ©cbroeijerlanbe ; DaS 9lüfi&au$; Die £rum. 
mer 5 ©cbroeijerifcbeS ^ocbjeitltcb ; Seil* ©eburtöort; 3uruf beö 
©cbweijerlieberbicbterS an fein SJaterlanb. Unter bcra ^weitem 
Dritten/ vierten, fünften Hieoe beftnben ftcf> bie »udtfaben £r. 
t>. ©t. ; baS erfte unb letjte fmb öon JLavatet felbft. — Die 
neuefte Ausgabe, Suricb 1788. 8- (12 ©r.) — (<Döe an öen 
Verf äffet Oer Bcbroeijerlicöet von feinem ^reunöc, nebft 
einem £ieöe auf öie ^retbeit. 1 Bcbafbaufen 1767. 8- wn 
2Utöorfet / boll bon eblem geuer unb ©ei(t. — Ucue Öcbujei* 
jetlieoer, nebft einigen anöern (Bcöicbten. Äern 1776- 8. 
von einem f f lauifcben fclacbabmcr JLauaters. — Die (5r)re , ba5 
erfte öcbteeijerlieö gefungen ju babcn, gebübrt 1 (Beinern. 
Denn baä Hieö eines Bcbroeijers an fein beroaffnetcs tUaö* 
eben, bas jefet unter feinen Scyllen (lebt/ ecfa)ien juerft 1751 in 
ber 2Bocbenfd?rift Ärito.) 

4. (£f>riftlicbes ^anöbfccblein, oDet auserlcfene £>tel' 
len öer ^eiligen Gkfcrift, mit Herfen begleitet, vonjobann 
Äafpat Äasatet, Liener göttlichen Xt>ortö. Sern 1767. 
12. SBergl. 2lllgem. oeutfcbe.ÄibliotM , £ö 12. ötcf 3. 
183— 185* tT. 3. <Ebenöaf. 1770. 12. vermehrt mit tu 
mm 2fnt>ange erbaulieber ©eban!en , Hornburg vor Oet ^obe 
1775. 12. (4 ^ § P nt) u & cr berfebiebene 2Bar)rr)citen ber 
.ßeilSorbnung unb ebrifflieben Sittenlehre mebrere biblifebe ©teilen 
gebammelt, roclcbe allemal bon einer erbaulieben poetifcbcnSSctracfc 
rung begleitet werben. — (Ebriftliebes jfafrr buch lein, ooer 
naserlefcnc Stellen Öet keiligen Gcbtift auf alle trage Oes 
^abtes, mitfutjen Slnmertungcn uno Herfen begleitet von 
3ob«nn ÄafparÄavater. Heue verbefferte Auflage. 5ranlf/ 

furt am tttain 177 5- 24- (4 ® r -) * u f i cl>cn Äa 9 f*«# eirl 
biblifeber ©prueb / mit einer furjen ^oerifeben ober profaifeben fQt: 
traebtung, nacb 2(rt bc§ bekannten Äogar^rffcbenBd^aQEaftleins. 
Sebem Monate ifl ein S5erjeicbnt§ ber ju lefenben Kapitel ber t)ti\i< 
gen ©ebrift für biejenigen beigefügt , roelebe ba$ Zite Cc(?ament 
in einem 3abre einmal, ba§ Ucue Ceftament aber jroeimal ganj 
bureblefen wollen. Die erfte ausgäbe erfetyen 1772. 

5. 2Tas/ 



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Safp. iatattr. 



*95 



5. llnsfidbten in die tibxitfteit, in J&ziefen an <£errn 
Johann (Beerte Zimmermann/ Komgl. (Btoftbtitannifdben 
Üc\ bar u in tjannover. Erfror CCbcih Strich 1768*8* 3n?ev> 
*er Cbeü. £benö*f. 1769. 8* ^Dritter tEfceil. (fcbenfcaf. 
, 773- 8» tTeue 2(uf!age be$ erften unb weiten (E&etla. 
£benöaf. 1773» 8. dritte/ reebtmaflige Ausgabe in drei 
Ebcilen. ßbenöaf. 1777. 8* ttaeb&rucie niebt ju gebetu 
Im) <£in$ ber gelefenjlen JLavattvfcbtn SBerfe. (So ifi aber 
gewiffermafjen nur al3 plan gu einem (Beliebte onjufe^cn/ 
fcas aber nie ju Stanbe gefommen. So oiele giuef liehe unb 
[rucbtba're 3been , fo Diel bad ®emütb (Srbcbenbeä unb £r6tlenbe$ 
mbeffen biefe 2Cu$fld)ten enthalten/ unb fo oft ba§ bureb fribe iren* 
nung r>on ben ©einen gebeugte unb gebrochene *£>crj SBerubiguna; 
unb roebm ütbtac Hoffnung baraus febopft , fo tragen ftc boeb viele 
Spuren be£ ÖbarafterS einer auöfcbweifenben unb fcbwdrmenbeti 
9>bantafle an ftd). — Vierter trfreü. 3&rtcb 1778* 8« Sftacb* 
bem ber Söerfajfer viele Sfecenfionen unb f>rioatbriefe über ; feine 
Susficbtcn gelefen, feinen e$ ibm gut/ in einem vierten Jbinödben 
3ufd^e/ 2(nmerfungen unb ^Berichtigungen ju ben brei erfren £f;ei» 



tten unb 9Rutbmafmngen/ alö vielmehr von feinen Urteilen über 
tiefen unb jenen SRasm t?ier ober ba etwaS juruef , unb überhaupt 
enteilt biefer SBanb mehr 3ufdfee ober weitere Ausführungen / ald 
^Berichtigungen. SBergl. &lot$ deutfcbe&ibliotfret* c*er febönen 
SQOtflenfcbafcm / £05. 0trf 17. <3. g— • Jf. 2Wgem. deut* 
febe Ätbliotfce!/ 35ö 20. ötcf 2. Ö. 510— 513. — Sterte 
»erbeffme Auflage. i£z f?cr , ^weiter 23an£>. Suricb 1782«. 
8. (1 8%lr. 6 ®r.) — 2lusßcbten in öte fltosgtett »on 
bann Rafpar £at;ater. (Bemcinm'miger SUisjug aus dem 
größeren XDerEe cuefefljfcTafcmens. 3>&ricb Q78 »0 8« (12 ®r.) 
2>er SBerfaffer fab fein grofjere§ SGBerf in ben 4>dnben fo oteler Un< 
gelebrten/ furbie e$ ntd^t gefebrieben war. gür biefe verfertigte 
er alfo gegenwärtigen 2ltt5jug , in bem immer nod> viele unbeutli* 
che unb fonter bare Sdfce vorkommen. (£r be fleht au$ feebs und 
5iran?ig 2tbfcbnirtcn folgenben Snbaltd: 1. 3wecf biefer Schrift* 
2. £LueUe ber örfenntnifj. 3. Unjlerbücbfeit. 4. Unflerblicbfeii 
unb Offenbarung. 5. Offenbarung. 6. Stterbinbung bc§ gegen« 
wärtigen unb jufünftigen tfeben§. 7. 3ujianb nach bem SEobe. 8. 
fc$on ber auferfiebung ber lobten, 9. S>on bem ®ericbte. 10. SSon 
ben bimmlifcben ffiobnungen. 1 1. SBeftimmung unb Seligfeit ber 
übrifren. 12. 8$on ben bimmlifcben l l eibern. 13. drrbibung un^ 
ferer leiblichen Gräfte. 14. SSon ber ^rbobung unferer ®eifte§- 
frafte. 1 s» 93cm ber (Srbobung unferer jittlicben Jtc&fte. 16. S§on 
ben politifeben Triften ber ^erf (arten. 17. SBon ber Spracbe im 
^tmmcL 18. SScm t>en gefellfcbaftlicbcn greuben M jurunftigeit 
tebcnS. 19. S5on ber SBergebung ber Sunbcn» 20. lieber bie 




m 2 



golgen 



Digitized b 



I9Ö 



golgert unb SBtrFungen be$ fceibenä unb ber ©ebulb. 21. Sefdjafs 
tigungen ber od igen. 22. SSom Tinfcbaitcn ©otteS. 23. SS im 
bem (llenbeber Süerbammten. 24. Söon ben ©ejtnnugen ber ©ei- 
ligen in Enfe&ung,ber jöerbammten. 25. Ueber bie 3eit. 26. 
&$ermifd>te ©ebanfen. 83ergl. (Both. gel. Seit. 1781. ötcfc 
6i> €5. 565 f. ((BefprScb jwifcben Stettenberg und Lapa* 
tet aber die 2fusftcbten in oie tfrwigteit, in den Beleuchtung 
gen des weife 5 nicrifeben, und närrifcb = weifen tttenfeben* 
gcfcblecbts fron >mfcb] 157 — 161.) 

6. 2Das allgemeine (Bebet des ^errn Benf. *5oadlp 
in Äeime gebracht oon Johann Äafpar Jlavater* 3arid> 

1768. 8- 

7. tjerrn 25onntta , t>erfcbiedener Titabtmien tlttt* 
gliedes/ pbtlofophifdje palingeneft'e / oder (Bedangen aber 
den vergangenen und Eanftigen Sufrand lebender ttPefen. 
2üs ein Anhang *u den leiteten Bcbriften des ¥>erfafiers/ 
and weichet infbndcrbeit das VDcfentlicbc feinet Unterftts 
ebungen über das <£hrif?enthum enthalt. 2tus dem ^ran^/ 
fifeben aberfeQt und mit 2fnmerlfungen herausgegeben von 
Johann Äajpar Lavater. lEtffet, streitet (Ebeil. Rurich 

1769. 1770. gr. 8« (2 Zt)lx. 12 ®r.) £er zweite CCbeil aud) 
unter bem Zitcf: ^errn Karl Bonnets , perfebiedener 2itAt 
demt en tttttgliedes , philo fopfyi fdn Unterfucbung der 15c* 
weife für das Cbrtfrenrbum. Samt deffelben jf&een üon 
der Ifonftigen (Bludffeligreit Der ittenfeben. 2lus dem gratis 
jififeben über j et} t und mit2(nmerfungen herausgegeben von 
Johann Kafpar Laoater. Äiergl. 2ll(gem. deutjvbe Btblio* 
tbet, Bd 13. &td 2. B. 370 — 388. 3)ie Vorrede, welche 
Lax?atct bem ^weiten Ebcilc fetner beutfdjen Ueberfefcung roratts 
gefebieft t>atte / enthalt eine f6rmlid>e 2lufforberung an ben jubtfd&en 
föelebrten ittofes tTCendelsfobn in Berlin/ entweber Bonnets 
Söenmfe für baS dbriftentbum ju rotberlegen/ ober &u bem Qbrü 
jtent&itm überzutreten. 2)ie baburety wranlaßten ©Triften ftnbet 
man in ber 2tUgem. deutfeben Bibliothek, Bd 13. Brei 2. 
€>. 3S8— 596. angezeigt ©. ben Ert. OTofes tTJendelsfohn 
in bief. 8er. — Cimorus, das if?, tterthetdigung »weiec 
jfftacliten , die dureb die ÄrSftigfeit der Jtavaterfcben Be* 
weisgr&nde und der (B&tingifcben tttetttourße bewogen 
den wahren (Blauben angenommen haben , von Äonraö 
pbotorin, der (Theologie und Bcües £ettres Kandidaten 
Cbem terjlorbenen |)rof. Lichtenberg in (Bottingen) in Äicb^ 
tenbergs ^ermifrbten 0d?riften f nach de(|en (Code aus den 
hinterlaffenen papieren gefammelt und herausgegeben von 
Ludwig Chriftian Lichtenberg und ^riedrid> Xxics, Bd« 
f. 43 ff- ®^ N» «tt. Äichtenherfl in bief. 



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3o£. Äafp. favacer, 197 



8. Ätnige »riefe von *5erm 3faa? 3fe!tn unD Üfofcann 
Äafpar JUvatec über Das ÄafeDotvfcbe £lementartverr\ 
3»&ricb 1771. 8. 

9. (DDe an (Bett für geübtere üefer. S&rtcb 1771* 8» 
&e nimmt einen Ijoijcn glug unb bat viele erhabene unb ffarfc 
©teilen. Der 9)lan ift übrigen^ niebt F ünjll ich , fonbem nad) t ber 
golge ber ßmpfinbung eingerichtet. Der fteicbtbum ber üCRatcrie 
cntfchult igt bie £anae # unb ba$ Scucr ber (Smpftnbung ba$ unglei* 
cfcc ©plbcnmaaß. SergL 2llmanad? Der Deutfcben XXlufen auf 
fcas 3ar)r 1772. i2of. 

10. ^Stfforifcbe ÄobreDc auf 3or)ann Jatob »reftinger, 
ehemaligen Vorpeber Der Ätrcbe ju aftrid? , von tfobann 
Äafpar Jlavater. S&rtd» 1771. 8- Betjjl. öligem, Deutfcbe 
Ätbltotber*, ÄD 19. &t& 3. e. 653 — 658. 

* 

11. (Bcbcimes (Eagebucb von einem Beobachter fetner 
felbfr. £eip?ig 1772. 8- Unveränderte Fragmente aus Dem 
£agebacbe eines Beobachters feiner felbfr, oder Des (Tage* 
buebes $r»etter (Ebeil , nebfr einem Bebreiben an den igers 
Ausgeber Deffetben. Jleipjtg 1773* 8. (20 ©r.) Die erfte 
Ausgabe be$ erffen (Ebeils erfebien ju &eip*ig 1771» gr. 8* 
mit Vignetten; be$ ^wetten (Cbeils JSbenDaf. 1773. Ö r * 8* tnit 
Vignetten (2 &f)lv. 16 ©r.) <5tne§ tlacbDrucfs wegen mürbe 
balb bie zweite Auflage reranjtaltet Der Herausgeber mar ZoU 
lifofet/ ber eö von einem greunbc ^.avaters jur Söefamitma* 
djung erhalten rjarte, ofyne baß^avatcr ba5 gertngfle baoon mußte. 
6s mar mirflieb Äavaters Cagebucb / aber ber ermibnte greunb 
batte e$ in fo meit veranbert/ al8 er e$ nitbig glaubte/ um ben 
eigentlichen jBerfaffer unfenntltcb &u machen. Aavater mürbe 
burd) bie Herausgabe anfangs außerft uberrafebt, unb mar niebt 
menig baruber betroffen. Docb gab er naebbtr feCbfl ben jtveiten 
Cbeil baju berauS. — BIS ^ortfetjung bawm erföten: Wach* 
freneen aber tntcb felbff. (Dffenbacb 1776» 8- 

13. $nnfjtg cbrifrlicbe ÄieDer von Johann Äafpar 
Äavater. S&rtcb 177 1. 8» Äavaters große Talente jur mo* 
ralifeben poefte fmb bier ber ebetjlen Xbftyt jemibmet. Sfllein 
er geflebt felbf! , baß er mit biefen giebem noeb niebt gan& aufrieben 
fei. „ 6in c bri jllicbc$ Sieb , fagt er , fefct war lieh biet oora uS , ge* 
miß noeb mebr al$ &lopf?ocfs <5cbmung ober feinen &rtump$ton, 
noeb mebr a(6 (Heilerts Deutliebfeit , Einfalt unb moralifebe Qnu 
pfmbfamfeit, noeb mebr al3CramersAübnr)cit unb^leiß: 6rleu^ 
tunq, eigene ©mpfinbung, ßrfabrung/ ©elbflerfenntniß unb (n'mnu 
Kf$f Salbung." Äavaters größte 25emübung ijl auf bie gaßlicb* 
feit geriebtet/ baber er aud) juerft unter allen, unfern Dtcbtern) 
meldte geiflltcjje ßieber herausgegeben baben/ erläuternOe 2Tnmers 

fungen 



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X98 



3o&* Jtafp. io*äter. 



rangen für ungeübte fcefer beigefügt bat. Sergl Sttmanacb der 
detufeben tTCufen auf das jfabr 177a. B. 120. Älorj deut* 
febe ÄtbliotbeU der fcf?<$nen XDiffenfcbaftcn, Äd 6. Btcf 24. 
0. 723—728- 2*Hgem. beutfdye Äibltotber', Äd so. £>tcf 
3. e*. 54?~ 545- — Zweites ^unfjig cbrifflieber JLiebct 
rontfobann Äafparfcaxwter. Tüttidb 1776. 8- 3nber Vor* 
rede forbert £ax>ater alle große Dtdjter auf, ftd> burd> neue Silz 
cbenlieber um bie t>erfd>tebenen <5tinbe ber 2D?enfcben wrbtent ju 
macben, unb giebt felbft forgfältig bie Rubrifen t>on Biebern an, 
»etebe in einem üoOffanbigen ®efangbucbe ffd^ befmben mußten» 
SSergl. 2Wgcm. detufebe Jbibliotbelr, £d 30. Btdf 1, B. 167 
17I- — hundert ebriftlicbc Jüeder von ^obann Äafpar 
Jlarater. 3aricb 1776. 8» (16 ®r.) ©ie begreifen bie &mtf* 
mal funfrig iüeder ber beiben üorbergebenben (Sammlungen. Sit 
ber Vorrede ftnb einige für ben gemeinen ÜRann ju fernere |2tos/ 
draefe, boeb bei »eitern niefct alle, crülart rcorben. — €btift[u 
che Nieder von 'Jobann Äafpar Äawater. Zweites Runder** 
tbeiie neue, tbeils aua des Vcrfaflera Heinen Schriften ge* 
fammelt. 36ricb 1780. 8* (ia ®r.) Söcrgl. 2lügcm. deut* 
febe Äibltotbef / £0 46. BtcH 1. 107. 111. — 3roei-(§un* 
dert cbnPltcber £ie öct »on 3obann Kafrar Äavater. 3a* 
*id> 1806. 8- (30 ©r.) 

13. Vermtfcbte predigten von Johann Äafpar ILava* 
tet, Reifer am XOaifenbaixfe ja Sartcb. 5ranr*fnrt am H7a in 
1770« 8« fmb jreamig predigten über aüerbanb biblifcbc 
Stellen. 2)aö ®ute berfelben.- inbem bie Materien meijlenS er* 
beblicb/ bie ttuSfübrcng gememnufcig, bie föorjieüungSart faßlich 
unb ber 2(u8bru<f ebel unb fraftig ijt, wirb gleicbroobl burd) m* 
febiebene fonberbare unb leicht ju mifjbrauebcnbe ©ebanfen , feltfa* 
me Sttorfleflungen unb offenbar grunblofe Meinungen verringert 
»ergl. 3ügem. deutfebe Ätbliotber, Äd 22. BtcF. i« 
187- — Stantfm am main 1778* 8. (1 8*fc 4®r.) 

14* Äieder jum (Bebra uebe des tDaifenbaufes *« 3iu 
rieb »on ^obann Äafpar Ä,ax>ater. Sfcricb 1772. 8. 

15. predigten ftber das Tbucb Jonas von Jobann 
Äafpar SLavatev t gebalten in der Kircbe am ttPaifenbaufe 
1 772. Zweite Ausgabe. Bammt einer predigt vom öelbf?* 
morde, tittfte und ^roeite Hälfte. XDintertbur 1782. 8. 
(18 3Die erf?e Ausgabe/ meiere nur bie erffe ^älfte in ffcty 
begriff, erfd)ien 1773. Berjl. 21Ugem. deutfebe Ätbliotbef, 
2>d 22. Ötdf 1. 187. ®iefe $rebigten, belebe ju ben be« 
flen Havatetfdben gebiren, empfehlen fic^ bureb tytt Sroecfmagigs 
feit unb Popularität im Vortrage , unb ben fyergtieben natürlichen 
Son # ber in benfelben fcerrfc&t. ^er Straftet be5 Propheten Jos 

nas 



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3o$. Safp. ia*attr K 199 

na» in ber f8iM ifl fo ganj qu§ bcm gemeinen Beben genommen 
unb gealbert, unb fjat fo oiel Icf>rrci'rf>e 3üge, baß eö ein lobend 
n>ertbe§ Unternehmen «Cavateea war, feinem ffleifptele burch biefe 
$rebigten allgemeine 23rauch bar feit gu oerfcbafFen. iBeibe ä$etle 
entölten menefcm PreO igten folgenben Snbalt*: SBon ber 3Uge* 
meinheit ber göttlichen öorfebung ; Sod gehlerhafte unb ba$ ©ute 
in bem betragen Jonas ; 2)ie ©d)iff§gef^rten jjonas 5 , Jonas 
in unb auger bem 2Baüfifc&e; £ie UmvanMbaxhit ber göttlichen 
®ute; JBorbereitungSprebigt auf ben ^ommuniontag t>or bent 
SBettage; 83on bem ©lauben an ©Ott; SBettagSprebigt; 9cad>lefe 
$um Vertage; Jonas menfchenfeinblid>e , ehrgeizige Unxufrieben* 
l>eit; bittet gegen Unjufriebenheit unb üble Saune; SBon bem 
Ueberbruffe bc$ SebenS; ©otteS ©ute unb gangmuth; Ueber bett 
eelbjlmorb. Sergl. Ob*. geL Zeiu 1783. «** 68- 
50 f. 

• 16. Vermifcbte (BeöanHen. OTanupfttpt f&c freunde 
x>on 3. Ä. Parater, ^erauÄgegeben von einem unbef «nn# 
fen^ceunöeöcB VerfafTem jeanffart unö Äetpjigi 775. 12. 
(3®r.) £a t* &at>«tetn unmöglich war, auf alle Briefe feiner 
greunbe befonberS ju antworten, unb bem »erlangen eines jeben, ein 
3eichen eine* HnbenfenS $uweilen von ihm ju erhalten, ©enüge ju 
thun, fo entfloß er fich, ihnen monatlich jur Prüfung unb $ur Uebung 
be$ «Rachbenfenö einige »ermifebte ©ebanfen im Vertrauen mit^ 
theilen. 2>iefe Unternehmung bauerte fünf Monate lang unb h*rte 
mit bem December 1774 auf. S$ergl. (Botb. gel. 3eit. 1775* 
e«f 70. 571 — 573^ öligem. oeutfdbe ÄibliotbeH. 
38. Ötcf. 1. 6. 68 — 82. CJobann Äafpac SLavatets neue 
pbilofopbtfcbe JMuttbeologie in nuce. (ßhne £)rt$benennung) 
1776. 8- (3 ®r ) 2Biber ^araterd ©eweiS oon ber Scotbwen* 
bigteit ber (Srlöfung be$ TOenfchengefchlechtä bu«h ba« »tut <5bri< 
jti. 3n einigen Exemplaren ber Vevmifdyten (Be&anfen nemlich 
hatte fid) ilavater über bie <5rl6fung nach -<Sebr. 9, 22. fo erftart, 
baß er behauptete , fein geben f 6nne anberä al$ burch ben £ob ei* 
ne§ anbem &ben§ hergefkllt werben , bie 3erjWhnmg be$ Heben« 
beige im philofophifchen SSerftanbe @unbe , unb bie neue «elebung 
Vergebung berfelben. 2>urch fein föluftergiegen habe alfo 6hri|ta* 
bie <5unbe getilgt, unb jwar burch eine neue Belebung. SScrgf. 
(Botb. gel. Seit. 1776. etcf 82. Ä 674 f. pilgern, öcut* 
febe 2>ibliotber\ 2>o 35- Sfe* !• Ä 100 — I0 4- »erglühen 
mitBö 28. ötcf 1. e>* 306 f.) 

17. ttermifebte ^ebriften von Johann Äafpac &Av** 
ter. Ätfiea, weites Äänöcfcen* tJOintertbuc 1774^ 178»^ 
g. (i £& lr - 16 ® r 0 Vermtfcbtc Triften heißen hier nicht ge/ 
fämmelte Xuffdfee, bie fchon einmal erfchienen waren (nur ba$ et* 
flc &tü& be« ttften »SnOcbcns macfyt eine SuSnahme) fonbern 

em 



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ein SRaga&in «MtfMf*« KtUittn, bie SLavtut bem $uMifum 
t>on 3cit ju 3eit vorlegen wollte. 2Cbbanblungen , einzelne ©e= 
banfen, Eilzüge au$ |)rcbtaten / (Störungen t>on <Sd)riftfteUen, 
Briefe, ©ebetc, ä3«obad)tungen , ©ebichte, Urtbeifc über alte 
unb neue SBucbet, tfnjeigen guter SBucbet, bie gebtueft unb nod> 
ni*t gebtueft waten, erklungen, ©efpracbe, &atbfcblige, 
Sötmfcbe, Erfahrungen / Hoffnungen — bieg finb bie Stubrifenr 
welche &avater anfunbigte. 2^aS ctffe BSn&cben entölt fol* 
genbeS: 1. SDenfmal auf >b*nn ^eltjc ^eff (ifl e$ für eine 
Biographie P<megprifch> fo reißt eö boeb ben 8efer bin; ifteS 
burd; eingetiefte »riefe weitl<iufrtg , fo ift e* boch intet« 
effant). 2. ÜReine eigentliche Meinung con ben (Haben des t>*t* 
ligen (Beiffea, bet Xeaft Oes (Blaubens unb be$ (Bebcts (ein 
bureb SBiberfprucbe abgeneigte* ©laubenSbcfenntntg). 3- <&rt« 
wurf su einet einfaltigen gorm / baö heilige 2lbenömabl &u baU 
ten (ein febt bibufcbeS gormular). 4. Einige poetifcbe(BcmSlOe 
auSbet eüangelifcben (Befdbidbte (btei SBunber ö^riflt unb bie 
©efebiebte feinet ©etßelung in ^erametee gebtaebt). 5- ^ntge 
(Dden unb poetifebe ^>tiefe (an Äreitingcr, Äoömec, Äafe/ 
öou>, Hufcbelet:, Äamlec. 2)en fcfeteren ermahnt £a»ater, 
nid;t mehr ©otterfabeln unb bte Bugen ber ^oüe^u mablen, unb 
uerfichert, baß Xcmlet bie Ermahnungen gutig aufgenommen 
babe). 6. En alle Herren BucbbanMec in ber Öcbweij unb in 
fcetnfcfolanö (eine iproteftatton gegen ben tlacfrörucf ). 3u bem 
weiten £anöd>en ubergab 4Uüatec einem greunbe eine !Kenge 
Äbfchriften »on feinen »riefen , 9>rebigten , unb anbern ttuffafeen, 
um basiftüfelicbe unb Snterejfante au§jujiehen unb jufammenftuftel* 
Ien. £>ie 2(u§juge au6 ben Briefen finb ba$ SBicbtigtfe. Sie er* 
theilen befonberS gute Sittenlehren unb Regeln bet Klugheit in bu 
(limmten jöerbaltniffcn , unb finb wegen ihrer 9JtonnigfaltigFeit 
unb Äurje im Vortrage unterbaltcnbcr, aß man benfen follte* 
3(m Enbe liefert SLavatet ein uollfianbigeS , ganj wahrhaftes Vet* 
*eicbni# aller feinet &<btiften , auf welche« allein man ftch t>et/ 
laffenfamw ba ihm fo mcle jugeeignet/ ober uielmebr aufgebüt* 
bet worben finb, bie ihm gar nicht jugehoren. SSergL öligem, 
fceutfebe ÄibliotbeB, £i> 25. &td 1. 171 — 184* 
52. Öt<£ 2. 0. 356 — 362. — yobann Äafpac ilaoatcts 
lEigentlidje itTeiniing son i>en (Baben bes bc\U$en (Bei» 
f?es, öecÄtaft Des (Blatibens unö des (Bebets. £rf?er, 
jujeitec, Otittec (Ebeil. Seemen 1775 — 1777. 8* (1 SEWt. 
16 ©r.) — 2Des ^ettn fciftlfonufl Jlavatcts ei^entlicbe Xttei* 
rtung von ben (Baben bes beiligen (Beiftes , t>cr Äraft Oes 
(BlaubetiB un6 Oes (Bebet5/ gcpc&ft anö beantwortet von 
einem 5*ettnöcöet:tE>abtbeit. ^5eli3(in&, bie nidbt feben, and 
öocbglaubem 23remeni775. 8- ©gentlich ijl e« nicht Ein greunb 
bet äBahfheü/ welcher biefe Prüfung angefieUt hat, fonbern & finb 

ihret 



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3o&. Stafo lavattt. aoi 

ihrer bref. 3uerjt wirb SLavatcts eigentliche ÜRemuhcj bon ben 
©aben be$ ^eiligen ©eifte* ic. fo wie er biefclben in feinen *>er# 
mtT*ten Bcbciftenfelb(lüor<jetrö<jen^t/ bargelegt/ bann folgt 
ein @enbfchreiben an &at?ater , worin biefe feine Meinung nad) 
ejregetifchen ©rinben geprüft unb verworfen wirb, hierauf tjl ein 
weites Beb reiben an ben öerfaffer be$ erfteren abgebrueft , weis 
tyi eine Beurteilung ebenberfelben Meinung nach bifrorifchen, 
moraufchen unb bogmatifchen ©runben enthalt; am (Snbe ift noch 
ein gragment einer t>on einem Dritten gehaltenen |)rebigt wiber bie 
Schwärmerei jugegeben worben. SSergl. 3ügem. deutfebe J&i* 
bliothet* , 2Z>b 29. &t& 2. B. 467 — 470. — prafung unb 
£>eßnm>ortnng der ilavacerfeben ttteinung, fortgefegt von 
einem freunde Der tr>abrbc:t. Bremen 1777. 8» prftfung 
unO «2>eßnta?ortang öet ilavaterfcben tTCeinung, beendigt 
von einem 5rcunbe Oer tDafcrbeit. Bremen 1777. 8» 
SSergl. 2lHgem. Oeatfcfce #ibliott>e*/ Äö 35, et£ i. 
104— 107. 

18- 5c frpreö igten, nebf? einigen (Belegendem» predigtet* 
von ^ofcann Äafpßr ilßuarcr/ Reifet; am tTßifcnbßtifc ?u 
Suricb. £tanlftsrt unö &eipjig 1774. 8» (l SKftlr. 4 ©r.) £!• 
2L CSbenöaf. 1784. 8- Bergl. 2tögem. öetufcbeEibliothef, 2>ö 
35. ötcE 1. 0. 201 — 203, 

19, €t>rtf?lscbe Äieoer, Set vaterlSnötfcben Jn^enöf 
befonöew auf Oer Jlanöfdbaft, genriömer. Zhtidb 1775» 8» 
9ticbt alle flnb ben Sdr>icjfctten unb fchwachen Jtenntniffen ber ge* 
»6hnlich«n Äinber angemeffen. SSergL öligem. öcntfcbeBiblio* 
ifrer* , &ö 27, Ötcf 1. 99 — igi. 

3o. % SU ilavater von Oer pbyflognomtf. &etp$ig 
1772. EL 8- (3 ©r.) mit einem Vorber iebte bon % <B. Simmer* 
mann. Sucrft erfchien biefe 2Cbhanblung in bem -^ann overfeben 
tTTagajine 1772. wo Zimmermann einige SlnmerEnngen beige* 
fügt hörte / bie beim jweiten £rucf e (weggefallen ftnb. ^nfcalt. 
2lbfcbn. 1» 3Ba$ bie phyftognomiE |>et§e ober wa$ biefe 2Bifs 
fenfehaft in fich begreife? 0. 7— 9* 2lbfcb. 2. Die pbyftos 
gnomifc' ift feine eingebt (bete/ fonbern eine wirf liehe 2Btffcnfchaft 
0. 10 — 32. Hbfdbn. 3. 83on bem iftufeen ber pbytfognomiC 
e. 32 — 36, Sbfcbn. 4« Bie vielleicht biefe SBßiffenfchaft flu* 
birt werben folle 6>. 36—73. 21 bfebn. 5, ßigenfehaften unb 
dharafter be* pby (Tognotmfien G>. 73. — 3, Ä. SLavatez 
von der pbfftognomif. 5u?ettcs ötuef. Äetpjig 1773. Et 
8« (6 ®r.) — phyfiognomifcbe 5ragmente jnr £>efotöerung 
der tftenfcbenffenntnitf und Wenfcbenliebe von ^obßnn 
:&afpar Wüßter. (Bott febuf ben Hlenfcbcn (ich ?um &ilDe l 
ltrf?er / weiter, Oriuer, vierter Verffccfr. Wit vielen Äup^ 

fern 



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302 30§« &afp* tÄDQCcr* 

fern» £eip*igtm& »ititertfcac 1775. 1776* 1777» »778- 
yalqttart (90 $btr. 16 ©r.) Inhalt: £rf?er ttetfttd? (mit 
einer Citehngnctte), 3ueignung an Friedrich |&art/ ilTacfs 
grafen 5a Kadett (mit beffen ÄtmobtLOe in Profil). Vor- 
rede. Sugabe jur 33orr«be (etnxt* über ben $lan unb 3nf)alt be$ 
SBerfS) £inleimng: BMc ber menföfieben Statur ©. 1« 
Fragment 1. ©eringbeit ber pbpfagnomifeben Äenntnijfe be$ 
Stefaffer* ©. 7. ^ragm. 2. föon ber 9Miognomif ©. 13» ' 
3u$abe ©. 15« 5ragm. 3. ©nige ©rünbe ber öeradjtung unb 
SSerfpottung ber SWognonul ©. 17. äugabe ©.21. ^ragm» 
4. ©nige ßeugniffe für bie Stypfiognomif ©. 23. Sva$m. 5. 
lieber bie menftylidje Sßatur ©. 33. £tagm. 6. S5on bem 53e= 
merfcnberSSoUfommcnbettenunbUnuoIItommenbeiten überhaupt ©. 
38. St*$w+7' 5Bonber2ßabrbettber ^bpfiognomi!©.44. ^cagm. 
8* £ie spbpjiognomtf eine S33tfi*enfd>afr ©. 52. ^ragm. 9. SBonber 
Harmonie ber moralifdjen unb f6rperlicben©d)5nbeit ©. 57. ;juga* 
ben : Ueber fünf Jftipfe einer SSignette ©. 7 5. 3uba$ nad? #olbem ©. 
79. ßbrifhtf na* ^olbein ©. 83* Ueber ein Stembranbfcfye* 
Ecce homo ©♦ 85. £emofritu$ na* $uben$ ©. 92. ©reuel 
ber JKrunfenbeit na* ^ogart^ ©. 96. ©n «£ogarfyfd>e$ ®^ 
fcoll lefrenbiger 8afler ©. 98. £er tieffle ®rab ber menf*li*en 
Safkrbaftigf eit / na* #ogartb ©. 100. 2>ret Ibeaftfc^e JtApfr, 
Umriffe ©. 102. £ret Profite na* $offt unb ßbobowteeft ©. 103. 
Heber einige Umriffe au* SBeffe 9>plabe3 unb £>refl ©. 1 10, Ueber 
bie Adieax de Ca las t>on Q[fjobon?i'ccft ©. 112. &boma3 na* 
Stapfcet* Don 9>ifart ©. 114. SSter ^ortrdte Sfapbael 8. 
117. ÄntpperboUing unb ©torfeenbe*er @. 118. 3uba$ unb 
Kompagnie na* Sfembranb 118* ©n itopf na* Stapbael ©. 
120. ®rei Jlarifaturcn ©. 122. 2(d>t Umriffe ©. 124. #er* 
IWeS &»if*en ber Sugenb unb SBoüufi, na* 9)ouffm ©. 135. 
Heber ben &atifanif*en tfpoli ©. 131. ^ragm. 10. S3on ben 
oft nur f*einbaren geblf*lüflen be$ ?)bPftognomi(!en @. 136. 
3ugabe ©. 140. £ragm. 11. JBon einigen ©*tt>ierigfeiten bei 
ber 9>bppognomif ©. 142. Sugabe ©. 148. £ragm. 12. S5on 
ber £ei*tigfeit ber ^bpfognomif ©. 152. jeagm. 13. 2$om 
Sftu^n ber^fadnomif ©. 156. ^cagm. 14. »om ©*aben 
ber ?>b#>9nomif ©. 163. ^ragm. i*. £er 9>^ftognomtfl 
©. 170. 3cagm. 16. öon einigen $bpfiognomif*en ©• 180. 
5r«gm. 17. $&pftognomif*e Uebungen jur Prüfung beS pbpfto* 

Jnomif*en ©enieS : @e*e 2Baifenfnaben ©. 186. ©e*$ ©il* 
ouetten t>on SBa tfenf naben ©. 188. <5ed)ö mannte Umriffe 
t)on ©ilbouetten ©. 191. ©edb^ »eibtic^e ©ilbouetten ©. 194* 
<5m mdnnlicber Äopf J,..e8. 196. 6m Äopf noc^ Sapbaet 
©. io8. ©n Reiter Äopf nad} SRapbael ©. 200. 3wei Stopft 
nad) 8e S3run ©. 202. ©n Jtopf nad? ?)iajetta ©. 204. ©it 
^epf na* 8e »run ©. 205, SRo* ein Äopf na* 8e S5rün ©• 

206. 



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203 



so6. SSier 3>roftf umriffe ©. 207. (Sine Safel mit Weinen G&o* 
bowiedifcben Jtöpfett/ nebfl furjcn Urteilen baruber ©. 209» 
9tod> eine®. 211. Cm ausgearbeitete* 9>rofTlportrat ©. 213. 
©iorgione ober ©eocgiu* SBarbarcllt ©. 219. Sine große mann* 
licfye ©ilbouette ©. 219. SReun erbiefctete ©ilbouetten ©. 223. 
SWeun anbre ©. 224. iReun anbre, grögtcnt^etiS ^artfatur ©. 
226. 3wep gan$ erbiebtete männliche Silhouetten ©. 227. Eine 
Öruppe tmootnirter Jt&pfe 6. 228. Stticbel ©ebitppaeb ©. 230. 
£>xti 9>rofilf6pfe ©. 23a. itteinjogg ©. 294* Sin 3ürcberis 
föer ßanbmann ©. 239. SBier Silhouetten »on treffen 9Ran# 
nern©. 241. £omer na# einem in äonffantinopel gefunbenen 



Sin männliches 9)roftlportrat ©.2*1, (ginige Umriffe t>on JCfinjts 
lern ©. 253. SJtodjaon SBetftr ©. 3*5. TUfi $aar 2Cugen ©. 
356. €in ?>roplportr4t eine* jungen ©enie* ©. 258- Cin Selu 
giofe ©. 260. $ünxid) »latter ©. 363. Sfameau ©♦ 266» 
^cagm. ig. SBermifdjte* ©. 267. ßieb eine* pbyfiognomiföen 
ä<i*nerS ©. 272. — 3tocüet Vetfuch. äueignungöfefrrift 
an&uifen/ peinjefimn von Reffen * fcarmffaöt, regierenbe 
4>erjoginn t>on XEeimar. Einleitung: iBeforgniffe unb 4>off* 
nungenbe* Stofaffer* ©. 1. 5cagm. 1. EUgemeinbeit |be* pb9* 
ftognomifeben @efübl* ©. 8. 9teun Jt&pfe nac& f>oufftn ©. 1 1. 
©edjjebn 9>ortrdte im Profil, fcfyattirt @. 13. ^cagm. 2. ©eU 
ten^eitbeS ^pfiognomifc^en S3eobad?tung6geifie§ ©. 16. SBier 
Umriffe oon Äleiji ©. 18. SSier Umriffe eine* G&ri|fu$fopf* ©. 
9t, 3ugabe: ßbarafter be* Jperrn öon äleijl öon ^irjel ©. 24. 
£ragm. 3. 5Krcfltd>Fcit aller SRenftyengeffalten ©.37. $u<pbt: 
Sinige SBemerfungen über SReugeborne, ©terbenbe, Sobte ©. 33. 
$za$m. 4. Bereinigung unb SSerbiltnifj ber SWenfcfrenfenntnifji 
unb ÜRenWcnliebc ©. 36. $ragm. 5. Ctmaö über bie <5im*en* 
bungen gegen bie ^bpffognomif .überhaupt ©.41* Äragm. 6. 
Beantwortung einiger befonberen (Sinmenbungen ©. 48. -Sragm. 
7. Uebcr SSerftellung , galfd^ehV Eufridjtigfeit ©. 55. Reagin. 
8- ©ofrate* nad> Stuben*, fdjatttrt ©. 64» Ueber jwei SRunb* 
ffuefe ©.71. SReun ?)roplumriffe »on ©oftrate* ©. 75. $cagm. 
9. Ueber bie f)ortritmalerei ©. 78. Stagtm io. ©nige ©tus 
fen wm Urteilen über Porträte ©. 86. 5ragm. 11. Ueber 
©cbattenriffe ©. 90. Sva$m. 12- gortfefeung. 2Ba* man au* 
bloßen ©cbattenriffen fe&en f5nne? ©. 94. ©ec^* männliche 
blofe Umriffe ©. 100. »ier Wwarje männliche ©dj)attenri(Te in 
£)t?alen S. 103. »ier fc^roarje männliche ©c^attenriffe mit Bis 
nien ©. 104. SSicr männliche etn>a* fleiner ©. 105. Drei 
tnannlicfce ^a^lf6pfe ©. 107. SSier männliche in £)t>alen ©. 108» 
3n?ei mannte , jwei weibliche ©c^attenriffe oon bemfelben ^opfe 
©.in. SSier weibliche ©ilbouetten in £)t>alen ©. 115. ©ed)S 
weibli^e blofe Umriffe ©. 117. Drei »etWi^e fömxtf ©il&ouet/ 




Digitized b 



204 3ofc. Äofp. Uvattt, 

fen ©. 119. 5Bier weibliche ©chattenWpfe in Ätjafot ©. nf. 
gieun weibliche Umriffe ©. 123. SSier mdnnlicbe Umriffe in JDfca* 
len mit fcinien ©. 125. ©ech$ Umriffe »on ©ilhouetten mit 8u 
nien ©. 127. fBier männliche italjlfopfe Don hinten ©. 152, 
Reagin. 13. $hierfchÄbel Umriffe »ob j>erf<hiebenen $f?ierfd?ci/ 
t>c(n ©. 139. $ragm. 14. ^enfcbenfchabel 83cm ber 5ötlt»ung 
ber Jtnochen, befonbcrS ber ©chäbel ©. 14;. SBinfe für benf>hp s 
ftognomiften ©. 147. (Sinwenbung unb ^Beantwortung ©. 14g. 
SBeitere Beantwortung @. 149. Sin ©chibel , zweimal ©. 1 52,, 
Söicr ©chibel ©. 155» Unterfchieb ber ©cbabel in Snfehung ber 
©efdjlcchter ®. 157. &rei ©cbabel, eines #oüinber$, Jtalmuf* 
fen unb «Kohren ©. 1 59. Woch einige Snmetfungen über ben 
©au unb bie ©cfialtung ber ©chabel ©. 161. SSon Äinberfcha* 
beln ©. 163. SJier Äinberfchabcl*©. 166. 83 on einer anbern 
ILxt, bie©chabel &u beobachten. (Sin auf bem Stftdfat licgenbet 
©chäbel ©. 167. ©tirnen ©♦ 169, (Sin umgefehrter ©chabet 
©. 169. *Poetifd)er SBcfcblufj ©. 170. ^ragnu 15. Wen ©. 
174. 3wei unb breigig 2Cffen!4pfe ©. 175. 3n>ei 2Cffcnfd>abeI ®. 
178. ^ragm. 16. ©chwache; tborichte Üflenfcben ©. igt. &ier 
Umriffe t>on minnlichen Ztyxtn ©. igt. SBier weibliche Profil, 
umriffe w>n Sharonen ©. 182. Srei männliche, ein weiblicher 
©. J83» Sfo* th&rigte grauenfopfe ©. 184* ©cd>8 weibliche 
fchattirte JtSpfe nach ßhobomieeft ©. 185. Sechzehn tbealifcf>e 
$rofilf6pfe na* Ghobowiwf i , Umrijfe ©. 187. SöefchJuß 189. 
jragm. 17. Xtytxiföt Stumpfheit; ^orrtfraft; SBibber, 3ie* 
gen, ©chafe©, 192. ^ragm. ig. Serftirte menfcr/liche 9iatur 
©. 194. 0h'ibgerobt ©. 194. ^ragm. 19. 9WW berDritte©. 
197. ^ragrn. 20. Jtaifer $flattfya$ ©, iq8» $ragm. 21. 
£>tf>fen, #«fen ©. 199. Reagin. 23. (Sine 9?cif>e txm 

Rürflen unb gelben ©♦ 200. Philipp ber ©ute, Umrijjl ©. 200» 
SBilbelm ber i&ritte ©. 200. SRubolph ber Crjle ©. 201. Ulbert 
ber(Srjie, Umrifj ©. 201. griebrich ber dritte ©. 201. grie* 
brich ber SSterte ©. 202. SBilhelm, ®raf ju SRajfau ©. 20a. 
Grnft, ©raf &u ÜRannSfelb ©♦ 202. UlabiSlau« ber ©echfte 6. 
303. Äaifer 9J?arimilian ber (Srfte ©. 203. ^cagm. 23. ©ieb> 
jehn SSogelfopfe ©. 205. ©olbabler ©• 207. 5ragm. 24. gelb* 
herren, ^bmirale^ ©» 20g. SBourbon unb Tupfer, Umrlfj 
9Jtarlborouc)h. <5ragm. 25. ÄamecU/ £)romebare ©. 210. 
^ragm. 26. Streue , fefle CEharaftere »on beuten gemeiner <&%* 
traf tton @. 211. ©n 3«tcherifcher Sanbrnann, fchatrirt ©.211. 
3wei 3urcher IBauem / fchartirt ©. 212. Ehrlichkeit, £>roiture/ 
^albumri^/ haftfehattirt; ©onhomie; ^oje ©. 215. JUein* 
jogg, t?on 6hobott)iecf i , fchattirt ©. 216. ^ragm. 27. $unbc ©. 
aig. 5ragm. 4$ 2)rei ÄfinflJer S. 220. 66tfa/ fchattirt im 
Profit ©. 220, 8ip$/ mit beiben Ttugen/ fc^attirt ©. 222. 
f\ enninger, Profil, fchattirt ©. z*s* tf^agm. 29, SKocfc eim« 



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ge aabere JSunflter ©. 227. ein WattixUS f>rofH ©. 337- Sa* 
nu$ fcutma, Umriß ©. 229. 9>aul bü $ont/ ein febartirter Äopf 
na^öanbp! ©.230. 3wei Porträte bon SSanbyf/ febattirt ©. 
232. ^raatm. 30. Sanfte/ cblc, treue/ järtlidje G&araftere 
üom gemeinßen SRenfcbenwrßanbe an bi$ jum ©enie ©» 233. 3n>ei 
febattirte größte ©.233. (Sin fc^attirteö Profil ©. 234. Umrific im 
9>roftl ©. 236, Gin febattirte* 9>rofil ©.239. 9to(b ein fcbattirteS 
Profil©. 242. £af[elbe®eju&tmit beiben Eugen, fc^atttrt ©. 242. 
Umriffe ©. 244. 5cac*m. 31. SSdren/ gaultbier, fißübfcbwein ©. 
252» Stagm. 32. gelben ber Soweit©. 254. ©ci$o/ Umriß ©* 
254. £itu$/ febattirt ©. 2^5. SEiberiuS/ febattirt ©♦ 256» 
SörutuS/ fcfcattirt©. 356. ÜÄfor, Umriß ©. 259. (Edfar/ febats 
tirt ©. 259« Scagm. 33. SBilbe Spiere (5. 260. Sitten/ Sie« 
ger, Äafcen/ 8eoparben ©. 261. ßiroen unb 8&n>inn mit 3uns 
gen ©. 262. 86n>en ©. 263. 5cagm. 34. ©elebrte/ £>enfer f 
tom ©ammlergeijte bi$ jum roirffamfren/ fraftoollßen ©enie ©, 
264. 9Repet/ ein fc^attirted 9>rofil ©. 264. Drei männliche ©iU 
bouetren ©. 265. Gin Umrig , nad) ^olbein (5. 265. GrafmuS/ 
Umriß ©. 267. ©reitinger/ ein fcbattirteS Profil ©. 269. 3nnng* 
liuS, Umriß ©. 37 1> SBafebo» ©. 372. GarteftuS/ febattirt 
wnoorn ©. 273. !Bier Ätyfc r»on Newton / febattirt ©. 376, 
Bmi Jiopfe t»on Newton/ Umriß ©. 37g. £ragm* 35. Glepban* 
ten, StymoccroS/ $ippopptamu§ ©. 380. $tagm. 36. SReli« 
gißfe, ©ebrodrmer, $beofopb*n/ @efcer ©. 381. Gin fefyattirs 
teS^roffl mit weißen paaren @. 381. SÄ. $&eofo#m$, swet 
^rople/ febattirt unb Umriß ©. 383» $lato, Umriß ©. 384* 
£ . . . nn, ein febattirteS Vortrat öon Dorn ©. 285» 3obanne$> 
ein Umriß nad> IBanbtjf ©. 387. Söefcbluß ©. 289» — Ibrnttn 
Xlerfacb. 3ufd?rift an Srieöricb &uör*>ig roilbclm ^ 
tfian, ÄanOgtafen ?u Reffen Homburg. $bfcfm» f« 3n/ 
balt. 2(nc^Sotc. Allgemeine Einleitung ©. 1. Sieriff on 
ber beiben erflen S3dnbe ©• 3* ©efonbere Ginfeitung ©. 3, 
$cagm. 1. 9?et>tfton be$ erfkn Söanbeä ber pbpRognomifc^eii 
Sragmente @. 5» Sraam. 2. SRemfion be$ jweiten SÖanteS ©* 
22. 5cagm. 3. ?)b^^9nomi!/ Pfeiler ber greunbfdjaft unb 
Achtung 6. 30* Sipangig ©itbouetten ©. 36. jeagm. 4. Ucber 
Sbeale ber ilten/ febine Statur/ S'lacba^mung ©. 40 — 47. 
Äcagm. 5. Ueber grieebifebe Mpft ©. 48. SBier grieebifebe ^opfe 
6.50- 3^ocb t>ier griecbifdje M&pft ©»51« 3)cmo(lbene§ ©. 
52. s J*eun gn'ecbifd^e ^opfe ©. 53» 3»ei mannlit^e größte 
B. 54. DiomebeS unb UlpffeS ©. 57. jragm-ö.. Ueber 
9?apl)ael ©. 58. Xfcfdm« 2. 9^oc^ etwa* über ^r>tere unb 
3%ierßücfe. 5ragm. 1. Grmaö auS unb über 'Ärißoteleö 
bon ben Zieren ©. 63. £ragm. 3. 6tma8 über ?)ferbe 
f. 6s. S3ier unb jmanaig 9>ferbef6pfe ©. 69 — 74. Jrrsgm. 
6» a^ierßurf ©. 76. ättam. 4 «n^ Ä&ta#tf e unbi ^err 

iinien 



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3o6 3>of). Äafp. ia safer. 

Itntett ©. 78. «Äopffiücfe t>on ©emfen unb fRfym ©. 78. .Stopf* 
jtüde t>on Sucbfen unb .gmnben ©. 79. Styierifcbe Umriffe ©♦ 79. 
Äragm. 5. ©cfylan^en ©. 80. 5ragm. 6. Snfeften ©. 81— 
83. 2tbfcbn. 3. 8$ertnif#fe Euffafce unb ®cbanfeu t>pn anbertt, 
mit TCnmcrfunacn be$ SJerfafferö, 5ta<pn. 1. ©ebahfen eines 
Unbekannten über Styier* unb SWenfcbenptypfiognoraicn ©. 87. 
£ragm. 2. (Srflarung etneS £)lbcnburgifd>en ©eierten über bte 
gjbpftognomif ©. 89* £ cagm, 3. &crmifd;tc Söeobaftttmgen 
eine's befannten £>iä)teti ©. 98* jtagm« 4. Sine ©teüe auS 
©uljerS XSorubunflen unb ^lutard; ©. 100. Sbfcbn. 4. Ueber 

J>Änbe unb .fjanbfcbriften. $cacrm. Ueber bie j&anbe ©♦ 10g. 
ragm. 2. §teun £anbe (3* 107. ^cagm. 3. £retjebn 4?anbe 
©. 108. ^tagm. 4. 8$on bem ßtyarafter ber 4?anbfd>rifren ©. 
110. ©ejtocbene #anbfctyriften ©. 115— 118. 2ft>f<bft*5* (Eingehe 
menfcfylicbe ® lieber, $ta$m. 1. Ueber ben menfd^lic^en SWunb/ ein 
ÖBort au§ ber gulle be$ «^er^enS ©. igi. Stagm. a» Ueber t»ier 
Sftunbfiutfe ©. 123. 5cagm. 3. Ueber $n>6lf *tfhtnbfiucfe ©. 104» 
^fcagm.4. Ueber funfjebn ^unbjKtcfe ©. 126. £cagm. 5.3Bier£)fr: 
©. 137. Staam. 6. &ier ?)aar Eugen ©. 128. 5cagm.7. £ret 
$Paar Eugen©. 120. . £ragm. 8- £*ei Sfceifcen Eugen ©. 13c» 
£ragm. 9. 2>ret OTafenumriffe ©. 131. Bbfcbn.6. 3ugenblicbe 
©e|td)ter/ Jfonber/ «Änaben unb Sunglinge. ^cagm. r. ©nleu 
tung über jugenbltcr>e ©eftdjrer ©. 135. ^cagm. 3. SReun tyto* 
fle jugenbli^er ©effc^te betberiet ©efcfylec&tS ©. 138. ^ca^m. 
3. günf . unb gwangig jugenblictye ©efidjrer m £>üalen beiberiet 
©efd)leci)r§ ©. 140. ^ragm. 4. ©ne Vignette »on jwei Profilen 
beffelben Knaben @. 143. 5ragm. 5. SBier fdwttirte Knaben 
<5. 145. 5cagm. 6. &ier Profile wm Knaben m £)*a(en ©. 146. 
^catrm. 7. 3*wi Änaben ©. 148. 3t«gm. 8. ®f« Knaben 
©. 150. £ragm. q, 3wei 3üngltnge @. 153. 5r.a#m. to. 
gmei fcfyattirte 3üngling8gefubter im Profil unb t>on txrnt ©. 1 54. 
5c«gm. 11. &ier s Prople beffelben Sunglin^ ©.156. ^cagm. 
j2. €in Sünglingf ber Sötoim i(l ©. 158. ©n fc^attirte« ?)rop[ 
©. i6g. 3Ran !ann^ roa3 man n>tU/ uitb man will, wa5 matt 
fann ©. 16 1. S?ucfftd>t ©. 162* 3bfd?n. 7. Jtünfller/!Ka^ 
(er unb 3Bttbbauer, ^cagm. 1. Allgemeine ^Betrachtungen ©. 
165. 5^3^* 3. 5)rei ?)orrrdte bejfelben ^unfller^ 170. 
5cagm. 3. ?)reflel; ein föollgeftd^t mit einer ÜRu^e ©. 171. 
Äc«$m. 4. So^nn SQBooton ©. 172. SfcepnolbS ©. 173* Sv^m. 
5. (Saroluö t>on ^eblinger ©. 176. 3n>et Umriffe ©. 177. 
$cä$m.6. SBefl. ©efcbicb^ma^ler ©. 178. £erfelbe im Profil 
®. 180. 5cagm. 7. SJ^ic^elange iöuonarotri t>on Dorn ©. igt. 
3)erfelbe jwei ^roftle ©. 183. ßta$m. S : SBter Umriffe t>on ita* 
Itenifc^en ^unjllern ©. 185. Äragm. 9. 3w6lf beurfebe Äun|ller, 
Umriffe ©. i87» ßta$m. 10. 3molf ^nglanber unb gran$ofen, 
Umriffe ©• 189- ß. 192- »bf*n..8. ÜÄuftfcr. 



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3ofc. Safp. iatattt. 



207 



$z&gm. 1. Allgemeine Betrachtungen 6, 195. ^cagm. 2. So* 
mcllii ein JBoIlgeftcfjt ©. 197. 3n>eimal baffelbe ©eitert ©. 199» 
^cagm. 3. Smanuel 23ad) ©. 20a ^t;a^m. 4* Sin ^rortlpor* 
trat 6. 203. Xbfdbn. 9. £id?ter. ^raam. 1. Allgemeine £3c* 
traefctungen ©. 205. 5ra$m. 2. Sin geregeltes ?)ropl ©. 210» 
Sragtm 3. ©otter, fdjatttrtc« f)rofil ©. 21 k ^ragm. 4. SU 
motbeu* £erme$, im Profil ©.212. ^cagm. 5. günf ©il^cntet* 
ten ©.215. 5cagm. 6. (Sin Vortrat nad) ©1^8 ©. 218. Äari* 
fatur ©. 219. f)roftl mit gebunbenem ^oar ©. 220» ©oet(?e 
©. 313. jjragm. 7- &ücffl$t ©. 225, Abfcbn. 10. Steligiofe 
^bpfiognomien. ,Scactm. 1, Sim'ge allgemeine Betrachtungen 
©. 229. $tagm. 2. 3fohann Safob # e f* ©. 248* £ragm* 3. 
Süier ^roftle t>on bemfclben ©eftchte ©. 249. 3oHifofet ©.251. 
$ta$m. 4. SornhertiuS ©. 252. tfrajrm. 5. Sin febwabtfebet 
Sauer ©. 253. ^cagm. 6. Sine Sianette/ zweimal baffelbe 
©ejtcht 6« 255. ^ca^rn. 7. 3n>ei männliche fd^atttrte Profite 
©. 256. ' jea^m. 8- Sin männliches 9>rofil ©. 259. ^ragm. 9. 
©n tncmnlichcS 9>rofU ©.262. ^ra^m. 10. ?)aul 83in jenj ©.264. 
JJcagm. 1 1. Jtorl BorromauS ©. 266. Äragm. 12. SgnariuS 
fcotwla unt> nodj ein paar Sefuitcn ©.268. ^caejm. 13. Qafyrt 
6.273. $cagm. 14. Jtontrafle: 3roingli/ 2)iberot/ BolingbroFe, 
SERenno ©tmoniS ©. 275. £ragm. 15. ©ech$ Aopfe in Scalen : 
©pener / ©pinoja, Bourignon, ©upon, Ha ÜRcttrte / 3injcnborf 
©. 277. ^ragm. 16. 3in&enborf unb 9cirfchmann ©. 28'. 
^cagm. 17. 3»et weibliche Porträte öon berfeloen^erfon ©.284* 
ßta$m. 18. Stödfutf. Befcblug ©. 287- Abfcbn. Ii. grauend 
jerfonen. ^taepn. 1. Allgemeine Betrachtungen uberbaS weibliche 
®ef4)led)t ©. 290. $ra$m. 2. SDcannlirijcS unb rcetblicheS ©e# . 
fölecbt ©. 290. ^cagm. 3. Sin 9ttabd;en ©. 299. ;Jra$m. 4«. 
<Kn jungfräuliche* 9>rofil ©. 300. £cagm» 5. sroei fleh jicmlicfy 
Ähnliche grauenjimmer ©. 301. ficagm. 6. Sin grogeS grauen= 
$immergeftcbt Don Dorn ©. 303. ^ra^m. 7. 3tt>ei grauen^mmec 
ton wrn ©. 304. $ta$m. 8» 3mei $roft(e oon grauenjimmem 
©♦ 305. ^ca^m. 9. SDfaria glüefiger ©. 306. ^eaejm. 10. 
SBier roeibltcbc ©ityouetten ©. 309. 5ragm. 1 1. Sine weibliche 
©ilbouette ©. 311. 5cagm. 12. jDret tt>eiblicr>c ©ilhouette» 
©.312. Stapn. 13. 3n>ef weibliche ©tlbouetten ©.314. ^ragiru 

14. Anne Suife &arfc£m unb eine englifc^e Dame ©»31$. £?agm» 

15. Öier ?>rofilportrdte wm grauen ©.317. $zapn. 16. $ies 
fpiofiie t>on grauenöperfonen ©.310. ^ra^m. 17. Sinf)rofiU 
portrdt ©. 321. ^ragrn, 18. Jtatbarina oie 3roeite, ein fc^attir* 
US fOtofil ©. 323. ^ragm. 19. Sin grauenjimmerprofit ©.32s« 
^tagttu 20. Huife bon J>efien @. 327. St*$m- 3i . Swilf Ä6pfe 
t»n grauen ©. 328» Abfcbn. ia. 9lod> einige wrmifc^te ^ot* 
trire. Stagnu 1. Ctn^toftL ©c^roarjfunfl ©. 233. ^tagm. 2. 
©amuel ffingel ©• 334- ^ ^ 3- 2)r« mannli^e DropIflU 




touetten 



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208 



3o&* Äofp. ia^ater. 



fcouetten ©. 33 5. ßta$m. 4. SBier männliche $rofilfityouettett 
©. 336. ^tagm. 5. (Sin ?)rofUumrifj 6. 337. (Sin fd^attirtcö 
männlich Profit ©. 338- 5cagm. 6. ©uljer, ©palbmg ©. 343. 
£cagm. 7. (Sin mannli^eS Profil ©. 344. £cagm» 8- (Sin JöoO* 
gefidjt ©. 345- 5«igm. 9- ®n 8$oügeftd)t ©. 347- 3*«sm. 10. 
gricbricb ber ämeite/ .König Don Greußen/ fd>atttrt ju ?)ferbe 
& 348. Umrig ©. 353. »efaluß ©. 354. — Werfet: *>er* 
fucb. Aneignung ort ben Surften unb bie gütfh'nn von JDeffau. 
VocteOe. 21bfcbn. !♦ ^cagm. 1. Hnmerfungen ftu einer 3&s 
fcanblung über 9>f)pftognomi£ im ®5ttingcr Safc&cnfalcnber auf* 
Sa^r 1778. ©. 3* Stagm. a. ?>l)pfioanomtf unb 9>atf)ognomiF 
ft 39* iN^fik 3. Homogenität, ©leietyartigfeit, Harmonie, 
(Sinfa^eit ber menfölidjen Sötlbung ©. 40. ©ed>S ©ityouetteri 
t>on $anben ©. 47. Einige Baumen ©. 50. (Sinige Umriffc 
unb Fragmente t>on Umriflen 6. 52. 3tt>ei männliche $rofi!um= 
riffe ©. 54. $ragm. 4. Sföcnfcfcen unb agiere/ Umriffe nad> 
tyoxta ©. 56. ^ragm. 5» SSom (Sinflujfe ber $f)9jiognoraien auf 
9M)pftognomien ©. 60. 3n>et 5>rofilumriffe ©. 63. -Scagm. 6«. 
©n 2ßort über ben (Sinfluj* ber (Sinbilbungßfraft auf unfere eigene 
unb anbere 9>f)pftognomien ©. 64. Sta$m. 7. Sötrfung ber &n* 
bilbungSfraft auf menfd)li#e SSilbung. ÜKutterma&lcr. SÄifc 
geburten ©. 66. (Sin befcaarte§ VRabtyn ©. 68. 5c*gtn. 8* 
Sortfefcung ©. 70. ©toberin @. 7a. 9Rel$or $l)ut 6. 7$, 
Scagm. 9. Sermifc&te ©ebanfen au$ üampfS 2(bl)aitbfong m>ti 
Temperamenten/ mit Bnmcrfungen be$ SScrfaffcrd ©. 75. 5ragm. 
10. ©enie ©. 80. Sugabe 1. VI od) ein SBort üom @enie au$ 
Cf^enburgS SBrittiföem 9J?ufcum ©. 93. 3ug. 2. Sermiföte 
©ebanfen über ©enie, ©eniefpradje, *Wenfcfcengej]talt, aud einem 
apofn)p[)ifd)cn IBucfce ©. 96. ^cagm. 11. (Sinige pfypjiognomu 
fcr>e Bnefboten ©. 99. ^ragm. 12. (Sine gäbet ©. ioi< 
2bfcbn. 3. 5ragm. u Einige rfjpftognomndje ©ebanfen auä 
einer Eb&anblung in bem Dcutfcben Sftufeum ©. ic6. ^ragm« 2. 
Heber greifceit unb ^ic^tfrei^eit be§ Üttenfdjen ©. 115. 5cagm. 3; 
9)bt)fiognomifcber ©tnn/ @enie/ ^nbung ©. 118. $cagm. 4. 
^in 2Öort an SReifenbe @. 134. Scagm. 5. lieber baS ©tubium 
ber $^pfiognomif anlernt ©rafen t>on ^t}un in Söten ©. 138* 
5ragm. 6. %n p^pjtognomifc^e ©4>riftf}cHer ©. 163. 2Jbfcbn. 3. 
^cagm. 1« ©teilen au5 Sßinfelmann ©. 169. ^ragm. 2. ©te(? 
len aus tiuaxt ©. 176. ^tagm. 3. ©teUen au$ ©afon @. t8o. 
^ragm. 4. ©teilen au5 ü)}arimu$ TpriuS ©. 184. 5ragm. ^» 
©teilen au§ Nicolai ©. 185* ^tagm. 6. ©teilen au* einem 
nuffript t>on Zb. . . ®. 187. 5cagm. 7. Äiermifd>te ©teueit 
©. 192. 5ragm. 8. ©ffyriftjieUen ©. 198- Äbfchn. 4. Gnu 
jetne ©cWtötftcile.- 5ra^m. 1. 3>ie ©tirn @. 2 1 9. Scagm. 2. 
©timmaafl ©. 237. gtmf ©c^abel/ nad? SSefaliud ©. 246. 
5w8«n. 3. Son bm Äugen ©. 349. »on ^HilUr ©. 352* 5cagm. 




♦ 



4. Tfugenfcraimcn ©. 254. @ectaf @. 256. 5ta^m. 5. ©n 
SBort über bre 9lafc ©. 257, Sta$m. 6. SDtonb, Sippen ©. 259. 
$$ier 9K4uler & 261. £ragm. 7. 3abne ©. 262. £ragm. 8» 
Äinn ©. 263. Hbfdrn. 5. National = unb g<rniilienpbpfiogno= 
mien. $tagm.. r. ©gne Semcrfungen ©. 267. ^ragm. 2. 
EuSjügc au$ anbem (£enj, güfjli/ ßamper^) ©. 271—281» 
5cagm. 3. Eu$ ber $anbfcbrift eineö 2)armftabtifcben ©elebrten 
©. 283. Sc^gm. 4. Seilagen ©. 289. granjofen: Söeaumar* 
<bai$/ fcinguet/ «f)e(t?etiuö/ ein ©faffer, SfJtfcbael le SJtoSk/ 9ttouU 
ton ©.290—293. Staliener: SSelo, ©olimbem ©. 294. ©ig* 
langer: ©acbeöereß/ 2Clbrtd> / t>ier ©tglanber 6. 295 f. Seilte 
(che: ein ^artrabirter Jtopf/ ©melin/ $an$ ©ad)ö ©. 297 f. 
Mehmeten: Grönheim, jOjlermann, $n?ei Unbefannte, 2(p Zopten, 
©ebroebenburg ©. 299 — 301. Muffen: $eter ber ©ffe, ein £)rs 
lowifcber Umrnj/ ein rufftfeber Süngling, ©eneral Sttbiforo, ©• 
302 f. 5cagnu 5. SBcnnifcfete 9totionalgeficbter : 9)eter ber ©rjfe/ 
^arl ber 3roilfte / (Sapbtan ©. 304. f. Sin inbianifeber $bilofopb/ 
cm £ürfe > ein 3ube ©. 306. Umriß t?on einer 9>crftfcr>cn fiamiiie, 
ein inbianifcbe$ ©tücf f eine ftebenbc SJcobrinn ©. 307. $cagm.6. 
öermifebte S^ationalgeficbter : ©n&uf[e/ 9>oble, Deurfcber/ jmet 
dürfen/ em (Snglanber ©.310. ©n ©panier/ $oUdnber, 9Jtobr, 
2$irginier ©.311. Üftinnlicbe Äipfe ©.313. ^cagm. 7. 2$er* 
mifd^te ^arionalgeftcbter: ©corgierinn, 83afebfir ©. 314. Einige 
©efiebter au$ Sierra bei guego ©.318. • SBerfcbiebene 9laticnen 
nach Öbobomtccfi ©. 320. ^cagm. 8. ©tabtr unb Dorfpbpftoj 
gnomien ©.321. 3ebn ©renjumriffe männlicher ©efiebter ©.322» 
3)rei unb jwanjig ©efiebter im Profil ©.323. Jünf unb jttwnjig 
termifebte ©efiebter ®. 324. Söefcblufj ber ^arionalpbpfiognomicn 
©. 326. ^ragnu 9- CtoaS über gamilicnpbpfiognomien ©. 326. 
^ragm. 10. Enmerfung über einige ©ebanFen oon 23üffon/ SfraU 
ler unb SBonnet über bie Eebnliebleit ber Altern unb jfonber ©. 
331. ©n Jtnabcngefiebt ©. 335. SBter ©ilbouetten ©. 337. 
fein alter unb junger £obter ©. 338» 3roei Umriffe Don einem 
lobten unb Sebenben ©. 339. Bbfcbn. 6. 5cagm. 1. ©roa$ 
uon ben Temperamenten ©.343—342» Äragm. 2. ^Beilagen: 
Qbolertter, 9>blegmatifcr ©.351. ©a 11 gu in ff er , s JfManct)o Itter 
©. 352. Semperamenter Umriffe ©. 353. 3»ei fcfyattirte 9>ros 
file ©. 354-356- Ätagm. 3. SBefcbllifj ©. 357. 5tagm. 4; 
Einige Jtennjeicben f&rperlicfcr ©tarfe unb ©cbmäcbe ©. 358» 

f*vtv\& ©. 359. 3uptter ©. 359. (Sm ÜÄatrofe ©. 360. 
cagm. 5. <5troa3 über ba§ 2tltcr ©. 363. ©tufen be§ Älter« 
natb öbobomietfi ©. 363. ©nige ^oc^atte ©efiebter ©. 364» 
5raarm. 6. 9Rebicinifcbe ©emiotif ober <£trva$ t>on ben Äennjeü 
cben^ber ©efunbbeit ober Ärantyeit ©. 365. Xbfd>n. 7. ©eifte«« 
fdbtgfeiten, Äragm. u ©nige Äennjeicben be^ ©ebiebtniffe» 
©. 371- 5**g»n. ,»erfd?iebene ©ei(!e§ftafte ©, 372. Äragm. 
Wn t. V. w. 9t. 3. & 3. &ei< 



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3, Beilagen: Cm fd>otttrte6 8Mgeft<bt ©. 373» 3»ct lOrofite 
eines mathematiftben Äopfä/ beSgl. Jtäftner ©. 375. 3obanneS 
©efmer 376. JBobmer unb Nobler ©. 377. Ärjel ©. 378- ®uibo 
-IBenttwluS ©. 380- GoSmuö 9RebiceS , ßipftuS @. 382- öier 
©ilbouetten 6. 383. @tne (Silhouette t>on einem 9^ettgtofeit^ 
.jöirtyeimet ©• 385- SRenbelSfobn ©. 387- 3t*$m* 4. Gruner* 
hingen über eine ©teile auö »üffon ©. 388. 2tt>fdw. 8- ®e* 
müth&baraftcr , geibenfcbaftcn. ©teile au§ SRengG« 5ra^tn. 1. 
Einige Äennjeicben ber Crbrticbf cit ©. 393. Scagm. 9« ©tanb» 
^afttgf ett # £reue, SBerfcbroiegenbeit ©. 395. Scagm. 3. Uns 
fcbulb unb Einfalt/ ein SMgeficbt/ 9>rofu* ©. 397- $*agm. 4* 
©erecbrigfeit, ®. nach Raphael ©• 398- 5t«g»K. 5* ©anfrmutb* 
^in weiblicher Äopf nach Raphael mit Linien ©. 399. ;jragm. 6» 
Verfehlte fromme £emurb. SÖtobonna nach Raphael ©. 401. Unts 
rig einer fletycnben ^abonna, nach @uibo ©.402. £cagm. 7* 
IBermifchte leibcnfcfcaftlicbe (Sbaraftere ©. 403. Gin mannlicher 
.ftopf/ emporfcbenb ©. 403. Gin toerbrebter JLopf nach 9)re|Tel 
©. 404. <5in gamilienjh'icf nach Wibrecht Stirer ©.405. $ragm. 
g. SSermifcbtc Porträte : fünf unb jroanjig gra uenSperfonc n / fünf 
unb $n>anjig 9J?ann$perfonen, Heinrich ßfcber, att>6lf SJcanncr 
@. 406—409» £ragm. 9, fceibenfcbaftlicbe (Sbamrtere, ©cbmerj 
«nb©(hrecfen: jroei ©cbmerjenSf6pfe/ Ugolino/ ©terbenber ©<hmerj 
xiacbgüßli/ ©cbrecfen unb Ebfdjeu ©.413—416. 5ra$m. 10. 
€rroaS über iileibung/ ©timmc, ©ang, ©cbebrbung , (Stellung 
©.417. 3roet Safein ©olbaten ©.419. Siethen ©.420. Stet 
©tellungen ©. 421« SRocb brei anbre ©. 42 2lugenoperation 
€>. 425. 2lbfd?n. 9. EpojteU unb (SbrijruSgeftcbter. ^ragrn. 1. 
2fpojtolifcbe ©eftchter ©. 429, (Ein alter Stift, nach XSanbpf ©t 
429. gunf 2fpoftelf4pfe ©. 43a günf Epoftelfipfe ©. 432» 
^rcAgtit. 2. Ueber GbrifluSbilber , fammt Enmerfungen ©.433«. 
«Sragm. 3. Gbnjhtfbilber': ßbrifhiS mit einer #anb , berfelfcc t>oii 
/einem anbem Reiftet/ ein dbrijiuö nach SSanbpf / ein anberet 
Cbttflusfopf , einer nach Gboborotecfi, uicr Jtarif aturumriff e , ei« 
fchattirteä SüolJgcft cht, ein Gbrijtuä nach SRengS/ ein fchmebenbec 
<£f)riflu6 nach Raphael , baS geroobnltcfre GbriftuSbtlo, (SbrijhiS mit 
ttnem Äinbtein nadh SBeji/ ein fcbattirteö SSollgeftcbt nach einem 
ilnbefanntcn, (5r;riflu^ jiptfcben jn?et 9)forbem, Umriß uon einem 
Nachtmahl nach Raphael/ ßbrifhrtfipfe nach ben fieben Sorten 
cm ^reuje ©. 437— 45ö. W$b9L 10. 8Setmifchte6. #ragm. 1. 
©tubium ber ^hPff°d nom W^ Sortfefcung an ierrn ©rafen iwn 
Ähun ©• 459. ^cagm. 2. din SBort an gürften, dichter/ 5öer; 
ibxtx ©. 474. ^cagm. 3. €tn SBort an ©eijlliihe ©. 476. 
$va$m. 4. Allerlei: (Srfldrung etmger Gahmen »on ©eftchtern/ 
uermifchte ©ebanfen ©. 477 f, £ragm. f. Allerlei 5Rangelnbe§ 
©. 482. Svagm. 6. XBahi bieg Beel »erreffenbe* ©. 484. 
«efchlup 6. 488- — (©ne ^nfinMgun^ ber M>*x>atttfd>en 



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« 

•3 <>!}• Äafp. i a t> a f c r. an 



Pbpftognomic* erfaßten irt ber fctetteh Äibtiotber" öer fdbcjneri 
^iffimfcfcafteti/ &o 17. Ötcf 2, 0» 337—341. wb im £cut* 
fcben iTCer£ttr *774» fcecember B. 265— 371 , — (Sine &ap* 
ferfammlang <m$ berfelben/ öSrfteS/ jweites -^cft* Winters 
tbnr igoö. gr.4. drittes «£eft. 16benöaf. 1807. gr. 4. — 
<£me franjofifebe Ueberfetjtmg, roeld&e »on biefem IZBerte er« 
festen t ift nid^t bloße Ueberfefctmg ber öetrtfcben pbf ftognorhir*/ 
fonbent eine ganj neue Bearbeitung/ bie jroar aud) beutfeb aus" 
Lapaters Jeber floß, aber bann 001t einer gefdjicften $ano über* 
fefct , unb wm ilavatern fetbft immer roieber rembirt würbe, <5me 
neue Auflage flirrt ben Sftel : L'ärt de connoitre des ho m m es 
per la phyfionomie, par Gaspard Lavacer. Nouvelle edi- 
tion, corrigee et dispofee dans un ordre plus möthodique, 
precedee dVne notice hiftoiique für Fauteur, augmentee 
d une expoGtion des recherches ou des opinions de Lacham- 
bre, de Porta, de Camper, de Gall, für la phyGonomie; 
d'une hiitoire anatom. et phyGolog. de la face, avec des hgu- 
res coloriees et d'un tres-grand nombre d'articles nouveaux 
für les caracteres des paflions , des temperaments et des mala- 
dies | par Moreau (de la Sartbe) Ddcteur en med. avec 5 uo 
gravures executees foos l'infpection de M. Pincent, peintre. a 
Paris 1806. — 3» Äavaters pbf ftognomifebe Fragmente 
pxt ÄefSröerttng oer Ittenfcbenfenntniß unb tnenfcbenlie 1 / 
bc. *>erEurn herausgegeben von tfticbael 2fcmbrufrer. 
(Erffer/ jroetter/ ärmer, trierter &ant>. tTTit vielen 3Utp* 
fern. XtHntertbttr 1783—1786. 8- (16 Cblr.) <5d>riften, 
rodebe ttiTct) Äaraters pbyfiognomir* veranlaßt roorben/ finb uns 
ttt «nbern: Bebraben eines l^iebbanMers über öic pbffio* 
gnomif . Un ein XDofrlgebornes jfnteu'igenjcontor in Hannos 
vct. Äeipjig 1775. 8* (2 ®r«) eine laumcjte iBert&etbigung 
bex JU&aterfcben pbf fiognomir'. ©ie (!anb juerft in bem -£an/ 
noWrfcben tTTagajin / worauf fte ber 8eibarjt Zimmevmann in 
Hannover, mit einer fleinen Vorreoe unb einer artigen Eignete 
te begleitet/ wieber obbruefen lief. SSergl. (Botb. gel. Seit. 1775* 
Btcf 58. B. 474 f. SafaUtge (Beöanfen &ber -^erm Jtat>a* 
ters pbpfiognomifefre Fragmente. &rf?er (CbeiL ^He ^76* 
£L 8* (unbebeutenb) IBergT. (Botb. gel. Seit. 1777. Btcf 29; 
B. 235. abriefe fcber öic Pb? fiognomir* , in Riedels Barnim* 
ticken Bcbriftcn (Sien .1787O £b. 4- B. 353— 278. 0.29t 
— 308» Pbfftognomifcbe Keifen/ woran ein pbyfiognomifcb 
' Cagebad? / befttseis berausgegeben (t>on tTTufaus) ((6rf?es) 
jrreitefl/ Orttte«/ viertes -<6eft. ibritte iluflaje. 2tltenburg 
178«- 8. & ben «rt. ttTttfaits in bief. Sex. tteber Oie pfyft 
fiognomtf totöer bie Pbfftognomen , jtir Äefdröerung Oer 
tnenfdyenltebe unb tHenfcbenfenntni^, in Lichtenbergs 
VermifcbtefV Särtlften, m<b Neffen Zobe aas ow bmtertap 

JD 2 fenen 



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i 

fcnen Papieren gefammelt unO herausgegeben &on ÄuOrrig 
Gbriftian Lichtenberg unö ^rieOricb Kries/ ÄO 3. 400 ff. 
imb inbang baju / (gbenOaf* 0. 527 ff. (vorher im J56tt«ngcr 
CafcbenfaUnOer für 1778. unb einzeln, (Böttingen 1778» 
fU 80 ®- & en ^Crt. /Lichtenberg in bief. 2er. — ^eurtbeilun* 
gen ber J£ai?aterfcben pbpfiognomic' finbet man unter anbern: 
in ber t7euen 23ibliocbct Der febonen XDiflenfcbaften, J$o 22. 
Ötcf 1. Ö>. 118—165. Btcfc 2. @. 191—260* in ben treuen 
litcrarifcben ttnterbaltungen (Söreölau 1775.) ©eptember 
PL 54^—561. (Drtober 609—631. jbecember £>. 76« — 
764. im fceutfeben itterEur 1775. September 381—283* 
1776. Oktober 78— 88. 1777* Äuguf? B. 181 — 185» »778- 
2ugufr £5. 177 — 181. in ber (Botb. gel. Seit. 1775. ÖtcE 50. 
G>. 409—413. 1776. Btcr* 65. B. 527—529. 1777. Btd? 49. 
€$. 401—405. 1778. Btcf 54. B. 441—444. ©tef 55. B.449 
— 451. in ber AUgem. beutfdben Äibliotbelr, 230 29. Btcü 3. 
&• 379—414. in bem 2lbrit1 einer (Befcbicbte unO üiteratur 
der Pbffiocniomil? x>on julleborti/ in beffen Beiträgen fear Ge- 
schichte der rhilofopliie, £>t<f 8- ®« 170— 184») — Ver» 
mifebte unpbpfiognomifcbe Regeln jur Öelbf?' und tlTen/ 
fcbenVenntnitl t>on Johann Äafpar &avater. 3uc id? 1787* 
12. Bergt. (Botb. gel. Seit. 1788. t« B. 24. Cubing. 
gel. 2tnj. 1788. (St 173« — ■ 3. <£♦ Jlatmters vermifebte 
pbyfiognomifcbe Äegeln/ ein tTCanuffript far freunde. 
&cip?ig 1802. 8. (13 ©r.) t>on einem Ungenannten/ ebne bie 
burdjauä baju nötigen 3eichnungcn , herausgegeben. Der Regeln 
|tnb bunOert an ber 3al;l. Keffer , mit ben 3eichnungenr unb 
vermehrter finbet man ba$ fleine SBerfdjen in JU*aters 
taflenen Öcbriften , herausgegeben t>on (Beorg (Betlner. 

■ 

31. 3Cbrabam unö !JfaaP, ein religiofes Jfcrama von 
3ot>ann Äafpar Äauater. XDintertbur 1776. gr. 8» (8 ®*.) 
Ueberau« wortreich, ober merm man lieber n>itt, empftnbungSreicb/ 
aber be|!o ärmer an #anblung. Enbere ©tnrourfe roiber bie bra/ 
matifche (Sinfleibung einer «£>cmblung t »ic bie Aufopferung 3faaf§ 
ifi/ höt ber &$erfajfer felbft gefühlt/ aber in ber Sorrebe nicht 
beantwortet/ ohne 3roeifel/ roeil er pe felbjt für unbeantroortltcb 
halten mu£te. SJergt. (Botb. gel. Seit. 1776. Btdf 80. GL 
658 f. 2Wgem. öeutfebe Äibliotbe*, #0 36. Btd 8 1. B. 
141 f. 2llman«cb Oer Oeatfcben tTTtsfen auf Oas 3abr 

1777* 7i- 

22. Zwo predigten bei 2lnla# Oer Vergiftung Oes 
t7acbtmablu?ein6 gebalten von ^obonn Kafpar £at>atcr. 
Hebt? einigen bifforifeben unO poettfeben Beilagen. Jlcip? 
*i$ «777* gf- 8- (4 6§ i(l bieß bie einjige Scbte Ausgabe 
unter Weiert auf erfl elenben unb fehlerhaften/ bie $u (Cbur^ 

ecbAff/ 



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Äofp. iat>atet. ki$ 

©cbaffbaufen, ^ranUfurtu. f.tp. unterbeut XiUU £>er Veri 
breeber ohne feines (Bieichen , ^erauäfamen }* £>er Ver/ 
breeber obne feines (Bleichen, und fein Bcbtcffal. Ofine 
Predigt über pfalm 37, 10 — 15. gehalten von 3ob*mn 
Äafpar £«tjater den 39. ^erbffmonats 1776. auf boeb* 
obrigfeitlicben Befehl , bei 2fnlafl Set in Oer Hadn am 12; 
*£erbf?monata vov dem aUgemetnen 25tt#* und 23cttagc uet« 
&bten tf>reueltf>at der Vergiftung des heiligen XZaebttnabU 
roeind t — Zweite Predigt, die Vergiftung See heiligen 
nadjtmablroeinö betreffend, frber JZafrum 3, 1« gehalten 
ron 3obann Äafpar Aarater, den 24» fcTorembcr 1776. 
.Sranrfurt am tftain 1777. 8» SBegert be§ «uffcrorbentlicbeit 
Verbrechens ber geglaubten Hachtmablroeinspergiftung &u 3&* 
rieb »erorbnete ber $?agifhat/ bag in allen Jtircfyen bie 9>rebiger 
einen Vortrag barüber galten foBfteri. SSJer ba$ Jeuer unb beit 
^djroung Äauaters fennt, wirb bei biefer ©eleaenbeit hid)t$ 
9Jcqtte$ ober Mittelmäßiges erwarten. Unb in ber Stfä flnb bie 
Eilbriefe/ befonber* in ber erjten 9)rebigt/ fdjauberöoller/ aläman 
fkf? uorjlellen fann. (£r rebet barin t?on bem SSerbrecfjer, t>on feis 
nem £ct)icf fale # unb t>on bem Verfalle ber Religion , ber au§ tie- 
fem SBeifpiel erbelle, von ben goigen unb SGBirningen biefeS JBer* 
faUS, 2>te zweite ^rebigt btelt Jlaoatc r au§ eigenem Antriebe, ba 
bie Unterfudjungen ber £)brtg!eit wegen beö Urhebers biefer gre&ek 
tl>u pergeblicb gewefen waren/ um wo moglicb bie 9Jcitwiffenberi 
jur (Sntbecfung bewegen. 3&r iß ein iBedicbt angelangt. I)et 
biflorifcbe Üeridtf ftnbet ficfc.aucb im jDeutfcben tftetrue 
1777. tttSr* £>. 264 — 279. — (Einige Sroeifel über die 
Vergiftung des tTacbtmabtroetns , roelcbe ju S&ricb 1776 
gefebeben fejn foll. XZebfl einigen 2lnmerfungen / betreff 
fend ^errn Ulricb« undr-^erm Äaraters predigten &bec 
diefen Vorfall, Äcrltn und Stettin 1778. 8» »on Friedrich 
tTicolai. (Sin Hbbruef, ber auf Verlangen wm einer Stecenfton 
ber sprebigten be$ #errn Ulrich unb $errn &a»ater in ber %\b 
gem. deutfeben Äibliötbee, Bnfcang ju £d35— 36, 3lbt&, I. 
G. 637 ff. gemalt worben tft. 

23. 3obann Kafpar /lawatetrs Sammlung einiger <&e* 
bete auf die wichtigen 2ingelegenfretten des menfeblicben 
Gebens. Äeipjig 1778. 8- (8 ®t.) <SrfUi$ ftnbet man ÜRor* 
gen : unb TCbenbgebete auf alleSBBocbentage; bann t>or unb nad) bem 
ißfTen. gtrner @euf jer ju allen Beiten ; wenn man bee 9kd>t$ 
aufwart ; wenn man Iran! ijt 5 in Srubfalen naety ben oerfd)iebeneri 
©attungen berfelben (über einigen (leben jum ÜKotto biblif^e 
Sprühe); ®ebete jur Unterftufeung ber 7Cnbad)t »or unb nad) ber 
Äeidjtei wie aucl) beim ©cnuffe be§ ^eiligen Äbenbrnafeld; bann 
?e)!gebetctKi§ 3a$r bur*. Ärtjlatt eine3 3Tnt>ange8 finb ® 



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9I| 30$. JUfp. 

©ebete ber Sterbenben unb gärbitten berfetten / als für ifere SBitt* 
tvcn, Äinber u. f. vp. beigefügt Horben. Den 33cfct>tuf} machen 
einige SBettergebete. SBer^I. (Horb. gel. Seit. 1778. ötcE 88t 
0. 7 ai. 2mgcm*öe^f<beÄibUo^ef # Ä0 37- et* a.e.4isf. 

24« Predigten über die iErifrcm dea CeafeU und feine 
KDitEungen, neb ff iftrElitnng öcc X>er(\x<hun$a$efcbid)tt 
3cfa. Äcant'fuct und Jleipjig 1778. 8* Zweites Ebeilcben. 
£bendaf. 1781. 8« Zweite Änflage be$ erften unb weiten 
fcbeilcbens. (ßbendaf. 1788. 8- Äavatere einbilbungStraf* 
glaubt bie SBirFungen eine* bofen ©eijte* in ber SÖelt teutlid> 
wabr junebmen , ja überall auf biefclbcn $u flogen, ©eine fBer* 
nunft wirb tum biefen (Smbilbungen befangen unb febrocigt. SÖergl. 
3iUgcm. deutfebe J&ibliotbcE , £d 52. <3t* I. & 350. 

35. eecfcjig &iedet nacb dem Sarcberfchen Äatecbis/ 
mos/ der petrinifeben jagend zugeeignet von 3obann 
3Ufa& SLavaut, &\aUn am 0t, Peter, etatieb 1780. 8- 
(6 ©r.) hinten finb niebt nur einige Melodien abgebrueft/ fon* 
pern aud) eine ferEUtang maneber EuSbrude in einem unb bem 
anbern Siebe ifl beigefugt rporben. Bergt. 2tögem. dentfebe X>u 
fcliotbeE, »O.46. e. 107. 111. 

26. 2>ie £iebc , gezeichnet in tue* predigten and eini* 
gen Äieöern von lobann Bafpac SLav&tet. Leipzig 1780. 
gc.8- (6 @r.) «ergl ÄUgem. deutfebe »ibtiotM , *d 47. 
©t* 1. Ä 76. 

27. tfefua tttefftas oder die cfaEunft de© tSertn. tTacb 
$er (Dflrenbatung tfobannes. JDbne Srt unb 3ar)röjar>I (Sfcricb 
| 7 8o.) gc. 8. (mit Kupfern i^lt. 16 ®r. obne jUipfec 
12 ®r.) 2>iefe poetifebe/ febt freie patapteafe .ber (flffenba* 
rung jfobannes, ifl in vier und zwanzig (Befände abgeteilt 
£>te Vetsatt iji bie faroifebe. ilawaters ^baitfafic beffnbet ftd> 
in ben SSiftonen ber Offenbarung beä Jo^innce redjt eigentlich tri 
ihrer 2ßclt. Die, glügcl ftnfcn it>r niebt/ niebt in ben boebfrert 
ettberifeben Legionen be§ l)immlifd)cn SerufalcmS. Zecbt erbabene 
unb feurig poetifebe ©emdlbe ftnb in btefem ©ebiebte nidjt feiten. 
SRut rodre bei ben einzelnen l>en>orjtecbenben ©ebonbeiten um fo 
mebr &u rtninfcbcrt, baß ba§ ®anje beffer toncentrtrt, baß bie 
lÄuSroücfyfe unb 2öiet)crl)olungcn rocggcfcbnittcn / baß (Sin bei t 
unb SKunbung in ber ,Äompofttion pcbtbar fe^n m&c&tem Uefoi* 
genö n>irb ba$ 33 nod) bureb vierzig gute unb jum $beil uru? 
»ergleicblicbc Vignetten t>on <Ibodouwe*i unb anbetn Sfeiftern 
ftbr »erfebonert 

28* PoefTen von tJobann Kafpac JCaoater. fEcf?cc, 
aweuer ^and. sDcn freunden des Vetfaffei» gewidmet. 

Äeip# 



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3o&, Äafp. fa»ace& 



£eip?t$f78i* gr-8- (12 @r.) &ie, mctcf>c SLavateza feurige @n= 
bilbungSfraft unb ben hifmen eeferoung feiner ©ebanfen Fennen, roer* 
ben hier mand)c3 gute <5tucf ftnben, aber freilief) k aud) mitunter 
£at?atctfd?cn ganaticiSmuä , unb feine Meinung, üom 2öunber= 
glauben, (B finb t bei IS Altere , tbei 13 ganj neue moralifcbe ©e? 
tnebte 9 zuweilen n>ettfd>Yvetftg , tautologifd) , ber XJerS rauf) u. f. n>. 
aber aud? ein Jjcuerftrom ber (Smpfmbung $ ber /Ueaters (Stgens 
tljum ift (2Cuf boüanöifcbem Papier mit Vignetten 4 £l)lr.) 

29. tZene öammluna; geWicfter Nieder und steinte 
von yob&nn Kafpar Jlavater. 3&ricb 1782. 3*- 8» (7 ®r.) 
3Ricfct lauter Sieber, fonbern auch einzelne fromme ©ebanFen unb 
dmpftnbungen in &eime gebracht. £)ie Miedet; f!nb t&eifö neu/ 
tycite au8 feinen Meinen Schriften gefammelt, $tt>ar nidjt laus 
ter gtetfterf&b; bod> «tele ben beflen gleich, $u fdj^cn, bie 
»ir haben. 

30. Pontius Pilatus, oder oet tttenfdb in allen (BeftaU 
tetir oder ^>6bc and liefe der tttenfefobeit, oder die ^bibel 
im Kleinen und der tTCenfcb im (Brosen , oder ein Unirer? 
fal Ißcee ^omo/ oder alle« in lEinem.« Von j. K. £at>atcir, 
JDtalron 50 peter» (fcrffer, weiter, dritter/ vierter 
Äand. (3&ridj) 1783—1785. 12. ($oftpap. 4ä$lr. £rucfpap. 
a Udlt.) lUsater fanb ba$, roaö ton Pilatus in ber Sötbel er* 
jablt wirb , fo unenblicb wichtig unb inhaltsvoll , in bem Pilatus 
fclbft ober ben SDtomt, ber bie größte alter Stollen, feitbem Sföenfchen 
auf Green gelebt haben , gcfpiclt, als Siebter beä fRid)ttö ber 
SBelt, ali (Srefutor be§ größten aller SRatbfcblüfTc , baß ihn bieß 
veranlagte, m biefem bod)(l fonberbaren 2Berfe bie bifytt lange 
md)t genug bemerke SBichtigfeit bcö ©cgenfranbcS I>en?or§ujicf?en/ 
unb ben 9Äann lebenbig bar&uftellen , ber 2Bei$h«t unb 3$orbett> 
Sugenb unb Saft er / ©crccbtigfcit unb Ungerechtigkeit im l;6d)ft 
möglichen ©rabe in ftd) verbanb. 3ugletd) follte fein 23ucb ein 
5D?agajin menfcfelicfter/ ftttlicher/ praftifeber* d>nflltd?er 33emcrf un^ 
gen unb ©cfüble, ein ipanbburf) für alle fetjn, benen GbriftuS 
Evangelium lieb wäre;. Sßenn man auch ÜUvattm alö einen 
9flann tum großen Talenten, oon einer unerfdjipflidjen dinbiU 
bung&ftaft, unb t?on einem für ba§ Sble unb ©ute fchr roarmen 
£erjen febafct, fo fann man both nid?t leugnen, baß eine folche 
Ttrt von ^c^reiberet im ©anjen unfaglid) viel ©chaben fbftet, 
ben ©egnem be$ ßljriftcntbumö SBaffen in bie £anbe liefert, ebr- 
rvurbige Binge bem ©efpotte au^fe^t, ben fanften unb füllen 
©et(!/ ber ber ma^re ®ei|t bed 6ftri(tentbum« ift, in aufbraufenbe 
©efül)le verroanbclt, ben ©efebmaef an achter 2lnbad)t verbirbt, unb 
für ben ©dmftjteüer fetbft eine feljr gefährliche flippe ift, bei 
allem ©a)etn von Demutl), bei allem ©eretc von ninmachtSge- 
fül;l, bodh. eitel unb jtoij ju,n»rbenv unb bie Jöegeijkrungen ber« 



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q>^antaftc beinahe mit beeren (Sinwi'rfungen ju öerwe^feln. JLz; 
vateta pormus Pilatus ifl ein SBcrf , welche^ burebau« in einer 
(Sfftofe getrieben ober »ielme^r gebietet jufepnfc^eint (Soöollift e« 
an wunderbaren Sorftellungen, an »ernunftwibrigen Kombinationen, 
an bobenlofen $fK*ntaften unb luftigen SBtftoncn. 9tur ber fcbwdrs 
menbjten (Sinbilbungäfraft war e8 moglicb, ein folcbeS „2llle8 in 
Ginera — ein bifiortfcbe« / politifcbe« , moralifebe« , ^r)itofop^tfcf>e^/ 
ibeologifebeö, religiife«, bibltfcbe«, fmnbilb liebet prcbia,cr liebe $ 
Ecce homo! @er>t ben 9Renfcben! ein ^enfcbenbucfy, eine ©d)rift 
jur <5cbanbe unb @bre wnfer« ©efcblecbt», lesbar für. ßbriften,. 
ytiebtebriften / Uncbriften, Enticbriften, für Kaltblütige unb SBarm* 
blutige , fcbwdrmerifcbe unb 2Beltweife, biebterifebe unb uhbtyteri* 
fd>e SJtenfcben — furj e(n — 'G0fi* ba$ ift ber ÜRenfcb ! für alle«, 
wa$ 9flenfcb beißt ! " in bie wenigen einfachen £>ata, bie wir »0:1 
ber ©efebiebte be$ Pilatus im bleuen Ecffamente befifeen , fymm 
$u tragen. Üttan f innre fagen , baß eben biefe ©djrift in bem ganj 
eigenen ©emtfeb Don Kraft unb t>on ©djwdcbe, öon treffenber 
2Babrbett unb üon febimmernber ga tfebbeit , bon beutlicber £>arle* 
gung , aber weit mebr t>on bunf ler 2Cnbeutung / »on Ebnbung, t>on 
(Smbtlbung, t>on pbantafttfeben STraumen — öicUeicbt ein treue« 
©emalbe be« JLavatevftben ©eifte« enthalte. JLavatet felbft be* 
fennt bieß mit naiw £)ffenberjigFeit. @r fagt felb(i uon bem 
pontius Pilatus: „(58 ift ein SSBerf, ba« febr üiele« für febc 
t>iele entbatt; aber febr wenigen, aueb weifen unb guten SDtenfdjert 
ganj tauglich ganj genießbar fepn fann. £)ie, fo e8 ganj genießen 
rönnen , geboren in ben engften Krei8 meiner greunbe , ober bet 
fempatbetifeben ©eeten. £8 ift ein SBerf , wie'* getrieben feprt 
muß , um fieb Diele ©rgfeinbe , unb wenig Grrjfreunbe ju macben, 
2lbbrucf meine« @eifte8 unb ^erjen§ , ©ebimmer ober Dämmerung 
toon mir, allemal öon Snbioibualitdt, unb obne ba« Sföebium mei* 
ner ©elbft eine im ©anjen ungenießbare ©peife. (58 ift wie 3<b* 
2Ber bieß md) 1)a$t, muß mieb baffen. SSBer bieß »ueb liebt, 
muß midb lieben. 3Ber8 nur balb genießen fann , fann au<b metV 
nen ©eift unb mein £erj nur ^alb genießen. 2Bem e8 burebau« 
gefallt, ber muß ein £erjenSfreunb t>on mir fepn." Kann man 
tnwerboblner bie ©ebwaebe feiner felbft, wie feine* 2Berf« aufbefe 
fen? 2Cber, e« ift biebft wabr. 9Ran fcblage Weß SÖBerf auf, wo 
man will , fo wirb man überall ©dummer ober £>dmmerung tum 
Äauater, feine Snbiüibualttdt, ferne brennenbe , fcbwdrmenbc 
5)b«nta(ie barin wabrnebmen ; e8 wirb un« ffcberlicb ba8 ©anje 
ungenießbar bleiben , wenn e8 niebt bureb baS SJlebium be« SL<xx>&* 
teefeben ©elbft, bureb bie pfpcbologifcbe 3)arfteüung feine« ©elbft, 
bie wir barau§ aWiUn t innen, ein Sntereffe für un« gewinnt 
9Kan lefe fr S5. ben Anfang unb erftaune , wa§ Äar>atec alle« in 
ber ©eele be« ?)ilatu« vereinigt erblicft : „SGBar er ni«t ber 3Jhmb 
aller ©eißer, unb be« SSater« aller ©eifter? aller €>atan«rmb£t 



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unb aßet ©otrcSFinber ? <5pra$ nidjt btc ^iUe burcb ü)n : 6t 
»erbe gefreujigt! unb ber |>immel: 3* ftnbe ferne ©cbulb an 
btefem ÜRenf^enl 2Bar er md)t 2llle$ in ©nem? %iü)t unb gm* 
flernig ? Gbrtjiuä unb öelial? @ine SSBett ber ©ereebtigfeit unb ber 
Ungerec^tiafeit ? ßben au$ Einern 9Hunbe gieng SBenebeiung unb 
glud). 35er geigenbaum brachte £)lit>en unb ber 2Beinj!ocf geigen. 
Siegte ftcf> nicfyt 2CUe§ in ibm? bie SBeiSfjeit fcon unten ber/ bie ir* 
bifdje/ menfcbu'cbe/ teuflifebe? unb bie SBeiebeit »ort oSen'^erak 
bie lauter, friebfant/ befdjeiben t|i? unpartbeitfeb unb ungleißnes 
rcfcr> ? SBer mar je fo fteprafentant mm 2CUem an 3Ue$ ? (Sottet 
unb be£ Wenfcbcn , beS Rimmels unb ber £6üe? fprad) immer ju- 
gleich in 2(Uer 9iabmen? Rubelte fcugleicb afö SBetwlfmacbtigter/ 
Ötebungener/ 8ett(lttt t>on allen ftd> wiberfprccbenfccu Söefen!" 
SBeUb ein Üttenf^b obne feinet ©leieben! 3p man im ©tanbt/ 
biefen regellofen Sprüngen/ biefen unbenf baren Bereinigungen/ 
tiefen SSerirrungen einer ungelernten ^Pbantajte nacbjufolgen / ofc 
ne für bie flBefonnenbeit feiner eigenen Vernunft ju furzten? — 
SBergi. lAllgem, Litt. Zeit. 1785. £e> 4» *Tum. 2$i. 0. 19g 
^-196. sBotb. gel. Seit. 1781. ©tef 101. Ä 8B9» — TO 
üi ber 2lUgem. Oeutfcben Äibliotber* / ber erffe 2>anO beS 
rarcrfd?cn ponttua Pilatus angezeigt würbe/ bieg e§: //3£e= 
cenfent fugt nicbtS bin^u , ald baß er bebauert/ baß £crr Äat?atcc 
{tcb in tiefer (Schrift auf einer fo nacbtbeiligen Seite gezeigt bat/ 
unb wünfebt , baß er ftcb burcb bie gortfe&ung biefeö elenben ©es 
fcbreibeS ober anberer (gebriften tiefer Zxt niä)t ganj um bie 
tKdjtungbcS vernünftigen &beil3 ber Sefewelt bringen m6ge." £ar>a/ 
ter febrieb barauf / atö er ben wetten (Cbetl ^erauögab: //Siebe 
gefer! ^id)te» fann unb mag tri) weiter belfern, atö mit ber 
ftarmlofefkn Hufricr/tigfeit unb einer #er&en6rube / bie i$ jebem 
t>on euer; münfebe / einen jeben »on eua> in ber Stabe unb in ber 
gerne ju bitten, wenn er in biefen SBunfcb be$ Ungenannten ein* 
tritt/ an mid? ober meinen Verleger fein (Syemptar jurücf ju febik 
f en / fein aufgelegtes ©elb für ba$ Somplar unb ben ©anb ju for# 
bern , feiner gorberung bie Borte : C* gereuet mieb / bieß *8ua) 
gefauftunb gelefcn ju b«ben/ unb bann feinen wabten S^abmen 
beijufefeen. 3* fage bier mit meiner Unterförift gut für bie <£x\taU 
rung / unb berfpreebe/ e$ iffentlid) anzeigen / wenn r»on bunbert 
ober taufenb Käufern jebn — ober taufenb auf biefe SBeife nab* 
mentlicb ben SEBunjo) be$ Ungenannten unterfebreiben. " 

31. Keime ;u den bibltfcben (Befdbidbten des alten und 
netten Cetfamentö. öie ^agenö von 2fobann Äafpac 

Äaüater. Zhvi<b 1782. 8- (5 ©r*) ^)iefe S3erfe befanben ftd) 
in ber erf?en Ausgabe ber 2Mblifcben tSrjablungcn Hitcn imo 
t7euen CefiamentS/ ffnb aber bei ber ;tx>eiten Auflage roegge? 




1 



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m 3o&. Ä«fp. iar>ateu 

ober ftnb in biefen Herfen ntcfyt erjagt, fonbetn geben nur <5toff 
unb Sekgenbeit &u guten religiofen (Sebanf en,; <&miu)nunöen, SBar* 
mwgen , ße&ren unb Regeln. 

32. preötgt bei 2(nla# Oer großen <£rtetfd)httcvim$en 
in eicilien unO Äalabnen, gebalten am 30. tTTdcj 1783. 
t>on 3ot>ann Kafpat JUüater. 3&rid> 1783. 0*. 8. 

33. 3De* cbcif?lid?e Richter. (£in Wochenblatt von 
Johann Kafpat Parater. 3»ei und fünfzig Btud'e. 3>u* 
neb 1785- $ (1 3%tr.) ®eifrli<be lieber/ 3)falmt , 2e&rgebi$te, 
Jabcln, Gablungen m poctifd)er 9)rofa wed? fein mit einanber ab. 
i&ie SBergprebigt GftrifK ifl im fteben unb breijjtgjien ©tiefe u. f. 
i» ^erameterw vorgetragen* 

» 

34. -<$ecjensecleidrtertm$ oöet Vermiedenes an,Ver/ 
fcbieöcne von Johann Kafpar £aüater. 0t. (Batten 1784. 
12. (14%.) ©ie2foffifee ftnb: 2ln greunber 2fn meine Ütfer 
überhaupt; En bie Jtditfer meiner ©djriften (9toenfionen ber etV 
genen 25üd)er be$ 2$erfafier$) ; Zn bie Steenfenrcn meiner ©reifs- 
ten; Tin Äorrefponbenten ; Sri nabmenlofe ^rieffebreibtr ; Ueber 
pfafiognomtfebe ^Briefe unbgragen; TLn Jtolleftanten ; XnUxmt 
jeber '#rt; ILn frembe Äurcbretfenbe ; Tin meine lieben ÜJfätbürgerj 
Zn bie Heben 5Ritglieber meiner ©emeine; tÄn meine fogenannte 
ober allenfalls mirfltcbe geinbe ober Unfreunbc; einige metner 
©runbfdfee jur Prüfung / S3e(ebrung unb allenfalls gut Befolgung 
wrgelegt j (gtwaS über meine Religion. SSergL 2Ulgem. öeatfebe 
Ätbliotbefc, 25* 67. et<f 2. e. 360. 



■ • 

35* 3*f"s ttfeffta»/ odee öie Rangehen und 3pof?eU 
gefd>icbte in, (Befangen. Reifer, rettet:, Dritter, niectet; 
Tbanö. {J&intfivtbuv) 1783. — 1786. Qt. 8» (bollänb. Rapier, 
mit (jum &i?eil oortreflieben) Kupfern 20 £l)ir. £rudpap. 
ol>nc Kupfer 4 ^lr.) ,,3*fus trkfFtad if! eine di&terifcbe 
ttieffiaOe/ jagt iUsatcr in ber Vor-ccöc , fo wie bie üicr Qtoate 
gelten unb bie 2tpoffelgefd?icbte> eine, fjifforiftye ftnb. " £en poetü 
fd;en s iöcrrl) beö 2öerß wirb man gewiß bieten (Stellen niä)t abfpre= 
eben tonnen , unb wenn man ihn Wieb er in anbern felw vermißt, fo 
ift bie Urfaeb nicht fo n>ol)l in ber &3cl;anbumg , als rielmelw barin^ 
3U fluten , baß Öegenfranbe mitunter gerodelt morben, bie feinet 
poetifd)en SBebanblung fd^tg ftnbv. SRan rennt JUtfatw? lebhafte 
CinbilbungSrraft, bie fein £icbtungeoermogen fo fetyr unter jtüfet, 
manfermtfcie ©ewalt feiner (Jmpfmtamgen, bie/ fo oft fte aueb 
glitten/ body aud> fer)r oft ftmft errodrmen , man ftrmt (eint gebife 
bete (Sprache/ urrb feinen oft feinen QNfömacty man begreift enbi 
lieb, baf wenn eine lli«s poR Homerum, unb^ eine tHefliaöe 
rracb Klopffodr gleirb immer ein fubneö 2}agefKtcf bltibt , e$ boc^ 
felbfJ bur^ fold^ SBorgdnger erfldrbar mirb> merm ber 9to$oerfudj 



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3e&. Xafp. UvcLtw: 219 

P* *kr b*J SWttelmaßige ergebt »er »crfoff« « au* bar in 
gar nicfrt unbanfbar gegen Älopfloef. „£atte Älopfiod? feinen 
tneflla« frerauSgegeben, fagt et, fo würbe bie gegenwärtige @*rift 
»ofrlnie beranlaßt worben fepn, nie miglkfr gemefen, unb wenn et* 
roa$©ute$ barin ifi,fo geirrt e$ unbejhmmlicfr einem SBerfe, ba$ icfr 
feit &wanätg 3afrren mein liebjleS nenne , unb wekfre« ba* einige, 
außer ber »ibel, \% an bem icfr miefr nie fart lefen fann. * Snfoiu 
bereit ifi ber Einfluß jener »orarbett in ber ©praefre ftyttar, nur 
baß bie JLavatttf<he boefr ni*t feiten pretite, baß bem onwtq» 
e copia oft ju biel £raft, ber SBieberfrolung $u biet (Smpfrafe &u* 
getraut werben i|l , unb baß ber gleiß im ßerSbau ftcfr gar ju we* 
nig gleich bleibt SBergL Allgem. Litt. Zeit, 178s. £04. tTum. 
»98. ^.325—337. 

36. Jobann Kafpftr Zavatcts &ammüidbc' Heinere 
©cfcriften vom Jabte 1763615 1783. ütvflet J5anb, tveU 
dbev bereits geör tiefte Pceoigten f allgemeinen tfnfcalts ent* 
t>Slt. XVinterthur 1 784. 8- 3tt>eitec Äanö. (Belcgenbeitör 
preöigten. fcbenöaf. 1787. 8. bitter ÄanD. Briefe, 
fcbcnfc. 1787. 8- (a Stfr. 14 8t-) 

37. ^ofrann Äafpac *at>a*ecs ttermipi*e geceunte <Be# 
fctdjte pom 3af>re 1766 bis 1785- ^reanöe oes Vecfaf* 
feefl. tPtttertfmr 1785. 8- 0 $frlt. 4 8r.) Äöe Steinte, bie 
fid> niefrt in ben Cbviftiidben JLiebecn, ben Ödweijerlieöecn 
unb bem CbrifUicben Siebter befmben, fonbern frier unb ba mei» 
ffcntfreil* einjeln , oft naefr fefrferfraften 2lbf*rifren/ waren gebruef t 
worben, lieferte Aavaut frier in einer forreften 2fu3gabe. 3n* 
b*U: tetfics JZ>udr> , ttermifebte getftltcbe (BeDicbte e. 1 — 
1 ia. (Die ttuferjtefrung ber ®ere<frten , eine &antatt [borfrer ein* 
&eln: fcie äufertfebung 0<* (Bfcrecbten. OHme Tkantate von 
>f>ann »afca? 4*vAter. Sfopote veebeflerte Auflage. ÄHn# 
uxtbtxt 1778. 8. ®e ifl in bre( £anblungen abgeteilt/ allein 
man ßnbet leine frönbelnbe ^etfoneit, fonbern nur Gfrire, Xtfofc 
Oteitatwe, ütwetefren (gmtfinbuag unb (5rjafrlung bon unb übet 
bie Xuferjlefrung Sefu ber ©ereefrten mit einanbet abwedtfelnj ©ie 
mürbe ton &<hwinöel in Äarlötufc* fomponirt; Der ®ott ber 
Stour, «in £pmnu$ ; Danflieb naefr ber (Errettung au* einem 
<5turm,«; 3$enn nur GfrrijiuS berBunbigt wirb^ *ber dmpfatovuv 
gen eine« ?)rote(lanten in einer fatfrolifefren Jtircfre [Der fennt no* 
nicfrtbicfr, SefuSßfrriM/ SBet beijien ©efrarten nur entefrrt 2c. 
^ranjofifcb bon bem (Brafen von tttirabcau in. ber ©efrrift bef^ 
felben tjeber tTTofea menöelsfo^n. (Sine patQttie bon bem 
berftorbenen 2hr. kerntet ju ^alle: Der fennt niefrt bi(fr^ Sefu^ 
^bnf!ud/ ®erbeinen Debatten nur berefrrt! finbet'man/ 

mit ber Ha^paterRben <Döe/ in ber beutfefren. Uebetfcfeung ber 
6cfrtfffc beö ©rafen, i?on tHirabcau : tteber mpf£ö m^nöeU* 

fot>n, 



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220 3o&. Äafp. idx>atttl 

fobn, 25ertin i787- Ä 30— 37. Diefed ®ebid)t, mit nodj 
$n>ei anbcrn oon bemfelben , welche ityt in ben Süerbadjt be§ beimlu 
eben JfcatboliciämuS brauten , wurden unter bem Sitel b«r«u$gcge* 
ben: 3obann Kafpar Aavateta Orei ilobgeöicbte auf den 
fatbolifcben (Bottesöienft und auf Die Äloflerandacbten, mit 
ainmertungen von jroei Protef tarnen. &etp*ig 1787- 8- 
3©r.]; ®tabat Söteter, na* bem Sateinifcben be$ Pergoleft; 
Ueber mein DafW ; geben , $ob unb 2f uferflefjung 5 BuSftcbten 
m btc 3ufunft , gragmente eine* gragmentS) Zweites Äucb, 
moralifebe (Bedtcbte €f. 113— 160. (greunbfebaft; $aflora(c 
amSReujabrStage; SMimpfung ber geibenfcfcaffcen ; SM braue 
SJcabdjen, ein Jmberlieb; Die Sugenb; &ermifd>te ©ebanfen) 
^Drittes £>acb, Saterland ifebe (Beöidbte B. 161 — 174. (Der 
f*n>ci*erifd}e ®rei$ <m feine ©ro&finber; SSBilbelm Seil; Der 
(scbweijerbunb; Die burd) 23lut erworbene e*weijerfret&eit; 
©infelricb; Die Bürgerinnen) Viertes 2>ucb , (Belegenbeita* 
geoiebte @>. 175— 354- 5«nfteö £>ucb, Stauet * und Eroftge* 
diebte, fammt einigen (5ra bfebrif ten B. 255 — 346. 6ed>* 
fies J&ucb, Keime an tterfebiedene 347 — 416. hieben* 
tes Äucb/ 2iüeriet @. 417 —454. Einige Setlacjcn Ö. 455 
—469. Xe»!(i6tt'&. 470—476. 

38* ^atomo oder Jlebren dtt XPeisbcit. (Befammelt 
und perausgegeben oon ^obann &afpar £at>ater. XDinter* 
tbur 1785- 8. (9©r.) ein ^aternojlenoerf oon Sentenzen. Sfergt» 
Allgem. Lit. Zeit. 1785» 23d 2. XTum. 106. 129. 2lUgcm» 
deutfebe 25ibliotbeE/ £d 67. S5tc* 2. Ä 603. i&ueöiinb* 
aügem. fcibliptber' Oer mueften tbeologifdben Literatur, 

2>o 5. e- 3*6- ... 

' 39. predigten &bet den Brief des beiligen Paulas an 
den Pbüemon von Johann Äafpar &ax>ater, £>iaf onus an 
der et. petriüircbe in Suricb. £rf?er, weiter Gbeit. Bt. 
(Ballen 1785. 1 786. gr. 8. 0* Stfr. 16 ®r.) ^implieitat unb' 
Jlunft, ©ebanfenfülie unb Jtürje, SRebfeligfeit unb ©ebrangtbeir, 
Popularität unb rebnerifd>en ^dmiucf , oft <3d>n>utft — bte benr 
2(nfd)ein nad> wiberwartigften @igenfcbaften ber &ebe finbet man 
bier mit etnanber weinigt. ÄScrgl. Allgem. Lit/ Zeit. 1786. 
2>d 1. £Tum. 31* €>• 249—254. 1787. fcd 3. tZum. 177/ 

e. 209—211. 

• . • * * f 

40. XTatbanacl/ ofcer $ie eb*n fo gcroifle^ als uneeme^ 
liebe (Bottlicbteu Des (Cbrificntbumö. tTatbanacle, 
Oaa iP/ f&r UTenfcben/ mit geradem/ gefundem , ruhigem, 
rrugtöfcm MC>abrbeit6|inne. )0>intertbur 1786. 8. 

41. ^obdnn Äafrar Aavatets Kecbenfcbaft an feine 
$ceunOe. ÄrfJeö# jweiw »lam WinreDtbur 1786. 12. 

(6 ©r.) 



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> 



<6®r.) SM erf?e 2Matt betrifft ben 97tognefi$mu3, Wn fogc 
nannte Caglioffro, geheime ©efeüfd>aftcnr bte Snbcntitdt ber 
iRic^tdjriftoi unb Reiften. Daö tweixt Älatt ifi t>or$figltd> ge= 
gen bic Herren Nicolai unb Steffel; tn Berlin gerietet/ unb foll 
Äatwtern gegen ben ©erbaut be$ beimlicben Äatbolids* 
mos unb "Jcfuitismus t>ert!;cibigen. SBergl. Allgem. Lit. Zeit. 
1787- Hunn 14* €>♦ 137 f. — Ucber 3obann Kap 

pac Jlftüaters Äccbenfcbaft an feine ^reanöe. 3ta>eite# 
2Matt. tteber Uefuitiamaa anö Äatbolidsmua. 3n täerrn 
Prof. ffieiners. (Böttingen 1787. 8- SBergl. (Botb. gel. 
Seit. 1787« Öfc* 35- Anmeldungen aber Oa* 

$ip«tte Älatt von tgerrn 3. Äavaters Äecbenfcbaft an 
feine freunde/ anö aber ^erm Pater XtU Öaileta $tt 
Otlingen tnäbrcben, von Stieotid) Hicolat. O magna vis 
veritatia etc. Berlin nno Stettin 1787. gr, 8. (audp im 8. 
ifcanöe »onnicolai'Bj&efcbreibang einer 2teife öurcb&eutfcbs 
lanö unb bit edweij) &ergl. fceatfeber mertuc 1787- 
2tpriU Snjeiger B. 44— 50. (Botb. gel. Seit. 1787. Öt* 
40. 33» — 335- 

43. JLxeott fht &etoende von tfabänn Rafpar £atxuer. 
(Elbingen 1787. gr» 8* (3 ®r.) jOtefe lieber/ Dreißig an bet 
3a^l/ ftnb/ naefy Jtaoaters Vorbetrcbte/ tbeüö au$ bem Cbriff/ 
lieben ZDtdnec, tbeilä au§ einer nodj banöfcbriftlicbcn Samnv 
lang genommen / au§ feinen übrigen ßieberfammlungen aber feine/ 
unb fonnen att eine JÖcilage jur tjanobibel far üeibenbe ange* 
feljen roerben. (Sie ftnb unter öcei Äubrilren gebracht : (5rmuit» 
terungen; Anbetungen/ ©ebete/ <5eufjer; £rof!ungen beim $o* 
be (beliebter; unb nodj eine Sugabe mit ber Euffärift: ©unbe 
unb ©nabe. SRand^e biefer Sieber ftnb fortreflicfc/ in anbern fm» 
bet man verba praetereaque nihil. äSergl» Allgem. Lit. Zeit. 
1788» Äo 1. Hum. 31« Ö. 223. — J)i« ermahnte ^anö^ibel * 
erfd)ien unter bem Sütel: ^anobibil far Äeiöenoe von "Jot 
bann Äafpac &a*ater. XPintertbur 1788* 8. (8 ®r.; (58 
finb öreibnnöert and fünfzig fur$e9?l)apfobien ober jufaUigeBn/ 
backten über btbltföe Sprite jum $rofi Seibenbeo tfoeitö in §)rofa/ 
tfycilS m Neimen« Die ganje (Sammlung ^at Kebnlidtfeit mit 9. 
Äogar^ff'ö Bcbat3^af?iein auS ber erjten «^4(fte bed ad^tje^ 
ten SaWunbertö. SBergL AUgem. Lit. Zeit. 1789. Jdb 4. 
Xlunu 329. 

43. Johann Äafrac ilaüaters , erffen pceöigew ja St. 
petri in Sacicb f ja Bremen gebotene predigten am 2. 4« 
anO 6. 2fal. 1786. hinten an ein £ie& fat oie Äremifcben 
5if<ber. Äremen 1787. 8. (8 ®r.) Ttttentbalben me v r äßir^ 
meal*£id)t, me^r aufbraufenber, oft roitber 6ntbufta?muS/ als 
ruhige/ bebad)tfame iBeie^rung/ unb eine fo etftaunenSttutrbige 

»orti 



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SBortfätfc unb bt$ |Ut Uncjebufyr getriebene Ucberlabung bet $erio* 
ben mit t>6üig gleicbbebeutenben ftuSbrücfen, bäfj ber an einen befs 
feten ®efcf)ma<f gewöhnte fcefer tiefe Vorträge bei allem ihren 
geuer bod> fefcr langweilig , tautologifd? , unb in biefem XSerjtanbe 
aüerbingS bürftig finben muß . Sergl. Allgem. Liu Zeit. 1787. 
£d 4. Slam. 288» Ä 575 f» — -Briefe von 3ot>ann &aft>ar 
Parater, and an ihn and feine jreunDe/ betreffend &ax>a* 
tera Äeifc nach Bremen/ and die in Bremen uerfuebte £>cs- 
organifation nveier i'ungen Frauenzimmer, nebf? einem 
merra>ardtgen J3riefe Johann Kafpar Aaoaters an den bc- 
radnigten CeafeUbanner 2fofept> <Bafiner, vom 3. iTCat 
1777. fcremen and Äeipjig 1787. 8. (io ©r.) ftergl. (Bot!;, 
m Seit. 1787. Ötcf 35. B. 390—393. — Freudenlied der 
Jiin$ev JLavatete in Bremen. Bremen 1787. gr. 8- Jlauaterft 
SReife nad) .Seemen, fein 2Cufcntt>alt in tiefer <5tabt fein auffaUenbeö 
fonberbareS ^Betragen/ feine ©infübrung be$ magnetisma» bafetSft 
— mar bie ftoanlaffung tiefer brolltgen PSatire. Z)it ungezwungene 
fomifd)e£aune/bie feine 3ronie, ber fteffenbe/ beifenbeSBi^biebroßi* 
gen einfalle/ bie glucflidjc 2ßabl unb eben foglütf liebe SBenufcung be* 
feplbenmaafe* — alles jeiat ben ungenannten Serfaffer tiefet fleU 
nen ©cbicbtS als einen üorjuglid) guten üopf t>on feinem geringer? 
diente für bie Satire, ßergl. 2(ügem. deutfAe 2>ibliotf>ee, 
25d 80. Btcf 3. @. 588 — 593. wo man jugleicfc bal ganje 
Sieb abgebrueft finbet. — (Bedangen auf Veranlagung eines 
Briefe« de« ^erm fc. Bieter in Bremen an. ^errn ^ofratb 
Baidinger aber JUvaters rrjaanetismus, im jbeutfeben 
ttterrar 1787. Januar &. 8a— 96. Februar ef. 173 — 185» 

44. Aaoaters Protocoü aber den Spiritus familiaris (Ba* 
blidone. mit &t\\*$tn and einem tapfer, ^ranffart and 
ileipjtg 1787» 8. (8 ©*•) €in Süiffafe/ ber im Verborgenem 
befortberS in &at>a ters mtrauten 3irf ein berumgteng / unb ben eftf 
Ungenannter befannt machte. <5r enthält einen neuen Sewei* oon 
iUoateta £eid)t* unb ©d^nellgläubigfeit, unb feinem £ange, alleS/ 
wa$ nur irgenb ben Schein beä SBunberbttten bat* oi)ne weitere ttn* 
ierfudjung für SBirfung übernatürlicher Gräfte anzunehmen , unb 
e* foglcicb ber SSklt/ ober wenigflen* ber großen 6a)aar feine« 
3u$erwäb(ten / M einen ® egenfianb ber ©ewunberung unb ©lau* 
benSubung ooraultgen. 5öergl. 3ügem. dearfc&e Btbliotfref/ 
Bd 8o» ötrf 3. e. 595—601. 

45- if?ltd?er 2teltgiondunterrtd?t far denfende^&ng« 
linge »on 3*t>ann Äafpar Parater. fcrffer ^eft. (XPinfctr/ 
1788. 8. (8 ©r.) Öergl. Aligem, Li«. Zeit. 1788. #d 
a. Harn. 133. e. 369— 374. 

46. Jbetracbtangen aber die n?id?ttgf?en Stellen der 
&>an0elif?en; ein Ärbaaongabad? f4r angelet>r^ and nad?= 

deneeru 



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Äafp. iavattt. »3 

cVenfenoe tlbrtf?en/ nod> frefl Jfteontfniffen der jetzigen 
Seit. <£tf?er, wettet £ano. XPintectbttr 1789» 1790. 
gr. 8. (3 S&lr. ia ®r.) 

47. <<§anobibUot(>et far. Sreunöe. Ibas menfcbltcbe 
n^erj Cent ®ebid)f in fe$$ ©efangen) von 3obann *&afpac 
£a*ater. • TSUvidb 1790. ia. (5igentttcf> btog SDtonuffrtpt für 
greunbe. Sebem tremplare $atte JUvater einen eigenfcanbig ge* 
f Unebenen Äircl wrgefefcr. 

43. Äetjtes Xüott übet ein XOovt, oas ieb 1786 *u 
««Salle rotOer -£erm tTicoUi ?ts einigen Jteunoen gcfagt ba* 
ben foÜ; an freunde 901t jfrbann Kafpae JLat>atee. 1793* 
12. föergl. Allgem. Lü. Zeit. 1794* IntelligenzbL XXxxm* 21» 
B. 167 f. * 

49« jfefepfc von 2frtmat&ea in fteben (Befangen. ^am# 
i>urg 1794. 8- (18 ®r.) febr unqlucflid? geroablreS ©ujet. 
£ie «eine unb üi fi* beftyranfte »egeben&eit, tag fty >fepfr 
ben geicbnam 3cfU &on Pilatus au$bittet, um ifjn in fein neuge* 
fcueneä ©rab ju legen , tft &u fteben langen (Befangen autfge* 
befat roorben. 9Äan fann benfert/ tx>a3 ba bie 9>&antape $at (rfn* 
§utragen muffen/ um ba« magere ©ertöpe mit £aut unb gleifö 
$u betleiben. Allein fo t>fel fJftü&e ftdE> JLavatev gegeben tfat, bem 
©ebid?te bur# Nebenfiguren , burcfc $)u& unb 3ierat& jeber 2Crt 
auftupfen / unb ba$ Sntereffe, roelebcs" in bem @tojfe felbfl nifyt 
liegt, »onbiefem Srembarttgen ju erborgen/ fo wirb ß$ bennocfc 
jeber Sefer langweilig untersten ftnben. Sur äußeren Jorm ift 
bie fed>^füßtgc jambifdje 5Ber$art gewillt roorben. SBergl. <Dber# 
öeutfcbe aügem. JÜt. Jett. 1795. «ötcf 3$. B. 561 — 567. 
Onbaltdonjeige ber einzelnen ©efange unb XP&röigung be$ 
©anjen). 

50» ^Jopann Äafpar £ax>ater» ^retmätpige Äriefe aber 
*as fcepottarionstrefen uno feine eigene Deportation. OTtt 
mancherlei Urfunden, Beilagen und 2lnmerfttngen , ju# 
geeignet dem «6eU>etifcben Voütfebungsau*fd>u#, foOann 
allen freunden ono ^einoen Oer Steifceit unO tttenfcben/ 
rechte. i*t(iea, ^weites ÄanOcbem XDinterttmr i8oo f 
1801. 8. ( ) 

51. prioatbriefe von Paulas unö GatAus. Wintettfmt 
1801. 8» 

52. 3obann Äafpae JLavttets ttacfrgelaflene Bcbriften. 
herausgegeben von (Beorg (Bester- ittftet, weiter, bttu 
ttt, vierter, f&nfter Äanö. Rurich 1801. 1802. gr. 8* 
(5 3^lr. 20 ®r.) mit vielen Äupfem. ©er f&nfte Äano auc^ 
untet bemSiteU JUvatera p^fiognomifd?er^ad?U^. ÄJergL 



224 3o$* Äafp. iatoater. 

Allgem. Lit. Zeit. 1802. 25 ö 4. £7um. 298. 9* 16 1—165» 
Hum. 2Q9- @. 169—173. ^«balt be$ etffen ^»anöeB: 1. 
drin SBort eines freien ©chweijerö on bie grofje Nation , fammt 
^Beilagen. 5. Skrfchiebene SBriefe unb SBruchftücfe au§ SBriefeit 
au$ ber Stojclurion^cit. 3. Erwähnung einiger Söort^cilc unb 
9lad)ttyiU , welche s D?oral unb Religion ton ber neuen £)rbnung 
ber £ingc ju hoffen unb $u furzten haben ; eine SBorlefung t»or 
ber 3urcherfdjen Mterlanbtfdjen ©efeUfdwft. 4. ttlofcs un& 
2tacon ober SBcrfuch einer hinlänglichen <5onberung unb JBeremfe 
gung ber 9fced)te unb 3we<fe be$ €>täat$ unb ber Mhd)t jum un* 
mittelbaren ©ebrauche für bie eine unb unteilbare bclfctif&c ?Rernt= 
Jblif. 5. ©timtne eineS SRufenben in ber SBüfie. 6. ©enbfchreibett 
cincö Enonwnen unb Äavaters Antwort. 7. &ar>atets ©chrefs 
ben an baS f>clt>etifc^c £>ireftorium. 8- ©«nbfebretben eine* Unges 
nannten unb JLavauts Antwort. 9. Einige ©ebichte. - 

Beiträge »on &ar>ater befmben ftd> : in 3. tt>. Äosmann* 
Olügem. ittagajin fht Äritil? *c. £6 1. &td 1. in flhvalds 
Urania £b 1. ötd? 1. 3. 4. 6. m ber i£unomia, einet Zeit* 
febrift, herausgegeben von Sefilet unö 5ifcber; in ber 
tZeuen fecrlinifcben fttonarsfebeift; in bem Erinneret , eis 
nec 3urd?ifcbcn XDocbenfcbcift; in ben Äinöauifcbcn XX ach* 
richten; in (Ebriffian ^einrieb Bcbmiös 2lntbologie öer 
fcentfeben ($h- 2.) 5 im Bcbroeijerifcbm tTTafenalmanacb 
(1780). 

%n8)h$e au3 SLav&tcts Gdbriften haben wir unter folgen* 
ben Ätteln erhalten: 

1. (Beiff öec fSmmtlicben Gebtriften bea ^etvn J. <T. 
Jlat>atera , berausjjegeben von 3 (ohann) m (tä;ael) 21 (rm/ 
brujler). £tf?ea Äanöcbcn. (St. (Ballen 1786. 8- ( ) 
©on einem Sreunbe Äaoaters. & befleht au§ lauter (Beliebten, 
unb $war (Döcn, geifHicben Äieöcrn, Gcbu>ci>tliedetn unb 
einem X>t\i<bOucf au$ iUsaters mefliaöe unter ber Äuffchrift: 
Äajartiö. 2)ie 2fa§wahl ifi nicht burchgangig bie bejfe. ÄfcrgL 
Allgem. Lit. Zeit. 1788. 2>b 2. ttum. 102. €U98f. öligem, 
öeutfebe Äibliotbcif, £ö 80. Grc£ 1. et<f 52 f. 

2. 3. <T. Äapater* CBctf?/ aus öeften eigenen Gdmften 
gebogen. Äerltn unö Stettin 1786. 8. (14 ©r.) oon einem 
©egner Zavateta. Seffer würbe ber Stiel lauten: (Eigene auf* 
faücnöe Äeligionsbcgriffe ß+avatera. »gier unb ba finb bera 
Ä.aüaterfcben Äerte 2(nmerfungen untergefe^t, welche bie Unge^ 
reimtheit ber ^Behauptungen burch 2)ar|leUung ber golg« in« Sicht 
jieüen. »ergL Allgem. Lit. Zeit. 1786. Supplementbd. Urtm. 

88. e. 709— V ^ügem. Deurfcbe »ibliotbeH/ Z>o 80. 

3.3« 



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Äafp. lavaUti <nS 

3. Johann Kafpat &at>aters attsetlefene cbrtfrlicbe 
Jüeder. £in ^anöbacb jur ferbanttng nno jnm Uatböeiw 
fen, prüfet aües unö öas (Bote bebaUet. Äafel 1792* 8» 
(12 ©r.) mm einem Ungenannten herausgegeben. JUüatecs 
ß^arafter als <&bauung#cbriftfhUer, Ijetßt e6 in ber tforreoe, ifh 
#6cbfte ffiärme, bie t>om £erjen fommt unb $u £er$en gebt/ nicht 
fo wohl ^o^er, aß föneller glug ber ©ebanfen, Popularität, tiefe 
empfmbung, unb befMnbige md ficht auf ba* $raftifd>e be$ Ghri* 
fientbumS, aufOlauben, &'ebe, Hoffnung. abfiel* be$ £erau«* 
geberSwar, burch eine genaue, geprüfte 2Cu$wabl ba8 S3efle gis 
fammeln, wa$ in ben »ergebenen Sieberfammlungen JLxvatets 
jerffreut war, unb baffelbe in ein sufammenhangenbe* @an$e 31t 
reihen. 

4. Job. Äafpac £at>atecs 2Cusgen>at>lte 2Utmeh:eden, 
»om Anfange feines preöigerbucbs bis ja feinem &ebens« 
enöe, herausgegeben von (Beorg (Beflner. Sund? 1802. 8» 
(1 Shlr. 6 ©r.) 



über ben SBerth ber Äatmtetfcben e>cbriften 
fnbet man : 

1. in (»ftttners) Cfraralftecen öetttfebes Richtet una 
profaifren 491— 493. 

2. in ber Schrift: Johann Kafpar Lavater. Ueber ihn 
und feine Schriften. Leipzig 1801. 

3. in JLeonato tfteifrers -&wptepocben der deutfeben 
Qpvacbe feit oem achten 3«f>rbunömc , f. ©ebeiften oet 
Äacfarßli eben öentfeben (Befeüfcbaft 5» tnannfreim, &ö %. 

285 f. 

4. in polit$ Pcahifcbem ^anObacbe $uc Äeftfae der 
öetttfeben Klafittec , jEfc 1. 0. 370 f. 

5. in XOacblets Handboche der allgemeinen Gefchichte 
der literarifchen Kultur, 230 2. G>. 709 f . „£Aüatet, ein 
religiifer Sntbnjtaji , auSgefiattet mit feltenen $8or$ügen beS ®eU 
fiteö unb (5 f>araf ter$ , weit unb mächtig wirf enb burch grenjenlofe 
SEbatigfeit unb burch bie Originalität feines ©eijleS, ben 2toel fei- 
nes j&nttö unb ben Sauber feiner £3erebfamfeit , einer ber merfß 
ttmrbigfien SDJenfcben feine* äeitalters, unb ba$ fajt vergitterte 
Jpaupt einer ber zahlreichen ©cbulen be$ achtzehnten Sabrbunbertd. 
Unter feinen vielen, jum Äheil in bie eigentliche unb reine 3nbit>i* 
Qualität feinet ©eipnS unb 2Btrfen$ einjreifenben Schriften finb 
mehrere t»n bleibenbem Sntereffe unb \)o^xtm SSBerthe. Sabin 
bürften gehören : bie geifrlicben Jlieoet t>$H s pt>antafie unb ©e* 
fühl; bie einen eichten, biebern, b^oifchen 9tationalgei|i audfpre* 
chenben ödweijerlieoec, unb Pontius Pilatus, worin ffcb feine 
3E)enfart unb bie 9>roburtion6fraft feiner Smagination am reinjten 
unb öoHftanbigflen beurfunben. JBon ben profaifchen Schriften 



226 3o§» Äafp. iaüater. 

ftnb/ außer ben oft fefjr gehaltvollen unb getflreid^en pceo igten, 
Dorjügli^ betnerfen^wertf): bie 21 u stiebten in Die itoiajfeit unb 
bie Pbj? ftocjnomifcben Fragmente/' . 

6« in brt Xeviflon Der ilitecatur Der fLavatetföcn 
&<hu\tt f. Ergänzungsblätter zur Allgem. Lit. Zeil» 4. 

X>0 a. ttum. 81—89- 

Hacbricbten von JUuaters £ebensumfr£nöen r CfrararV 
eer unb öebriften erteilen folgenfcc 2Berfe: 

1. JleonarD tVTetf?erd ber&bmte triebet (1782) Eb. *. 
£5. 140. ilavater fclbfl l?at bie biet befmblnften s J?acrmcbten nidjt 
für gang richtig erferuten wollen* — lEbenDefll Äer&bmte 
tTCanner «elsetiens (1782) ÄD r. G. 271. nebjt ftavatere 
fät a&nlw&em ttilDniffe t>on Pfcnninger. > 

a. -Sortfetjtmg DeB Öd?toci5cci|'cbcn lEbtentempels 

*t* I774-) 

3. allgemeine Leitung 1801. tTum. 34. 55. 36. 

4. Johann Kafpar Lavater. Ueber ihn und feine Schrif- 
ten. Mit Erinnerungen aus meiner Reife in die Schweiz im 
Sommer 1800. in Beziehung auf Lavater und feine letzten 

Tage. Leipzig 180 1. 8. (16 ®r.) Styapfobifcfye SBemerfuncjen 
Über bie öebriften/ uberben (Betf? unb (LbataHev Jl&vatecs. 
<5te aetdjnen ft4 bunfr Unparteilich et't unb grunblicr)e$tt*tyetl fe^r 

twrfycityaft au$. 

5. ^obann Äafpar Äavater j Der Siebter. £ine ÄcDe, 
t>et Der mufiPalifeben (BeDäcbtnißfeier am 26. Körnung 1801. 
^ebÄltenvon 3ob. (Beora; Qcbultbctf , fciaron. Rurich i-goi. 
8- (SSelinpa». 8 ©*.) »crgl. Allgem. Lit. Zeit. 1802. ÄD 4. 
tTuiti. 328* 403 f. 

6. Jobann Äafrar Äauater ber X&abrbeitalebrtc 
•(SBa&r&cittO unD ttTenfcbenfreanD. (Eine ÄeDe bti-2fnlaff 
Der (Crauermufilf gefebrieben , nicht gebalten von <B. £. 
fcobler. »intertfmr 1801. 8. (4 «*) Allgem. Lit. 
Zeit. 180a. ÄD 4. tTum. 328. 403—405. 

7. fcencmal Der Ä>ab*beit auf 5. Ä, Jltfootet, von Karl 
iUDtt>i$ *on «aller. XJDeimar 1801. 8- (9@t ) ffortb wr^t 
4m tTeuen fceutfeben IHercnr 1801. 2lpril G. 275 — 310. 
Wai 0. 30 — 42. StaCjl. Allgem. Lit. Zeit. 1802. ÄD 4. 
*7um. 328. 403. 406 f. 

8- JUvater als menfebenfreunD. «in tTäcbtracj jum 
fcenrmat Der Wabrbett auf 3. Ä.JUvater, Don K. A. von 
Kaller. Weimar 1801. 8» (1 ®r.) ftonb t>orber im treuen 
<Deutfcben ttTertur I801. >(. 163-172. Skrgl. Allgem. 
fcir. Zeit. 1802. 25D 4. tTum. 328. Ä 403. 407. 

9. 3. Ä. Jtavater, als $reunD Der Vernunft Dargepelft 
^on^elijr *7*fcbeler, profeflor Der Cfreoloa;* in Suricb. 

*6rtcb 

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Zteid) ifrl. 8- (3 ®*0 Allgcm. Lit. Zeit. 1802. 

£o 4- ttwn. 3*8. 403- 4°7 f« 

10. Jlavatet Oer Kinfcerfrcunö. iEin fcTeujabrsgefdjcnr* 
f&r oie oaterlinoifcbe 3ugen0 auf 1802. oon einem öanrV 
baren Verehrer Des Öe Ligen. Sund? 1802. 12» (6 ®r.) 
äbfefon. 1. [filtert Äaoatern al3 greunb unb $?icbf?aber ber üin= 
ber überhaupt. 2lbfd?n. 2* aß 9veligton§le5>rer ber 3ugenb feiner 
Öemeine. 2lbfcbn. 3. ale Später unb (5rjte|>er feiner eigenen Jim* 
ber. aibfebn. 4. als ©c^riftfleüer für bie oaterlanbifdje 3ugenb. 
fitegl. Allgem- Lit. Zeit. 1802, £0 4. tlum. 355. 620 
— 622» 

11. L K. Lavater. Eine biographifche Skizze von Hein» 
rieh Meißer. Aus dem Franzöfifchen (von H. MirzeJ). Zü- 
rich 180z. 8. (12 ©r.) mit einem fer>r ibnlicben 2>tlomffe 
vauvs von JLips 9 weld;e£ il;n ftfeenb unb lefenb vorftellt £400/ 
ter wirb in tiefer intereffanten <Scf?rift mit &töerot verglichen. 
JBergl. Allgem. Lit. Zeit, j 802. £ö 4. Horn. 328» 403. 
405 f. 

12. 3ot>ann Äafpac Äaxmters Gebens befebreibang von 
feinem Cocbtermanne (Beorg (Be#ner. £c(tetv weiter, örit> 
tec £anO. XJOintcrtbur 1802. 1803. 8- (&ü)reibpap. 5 Styl** 
14 ©r.) mit drei feinen Kupfern von /Ups. „2ttlerbing$ ifi 
eä immer eine ber fcfrwer (len Arbeiten / fjei^t e6 in ber Vorteoe, 
eine gute gebenögefebiebte von irgenb einem 3Renfa)en $u fd>reiben, 
unb je me(>r biefer Äuffeben in ber SBelt mad^te, je ausgebreiteter 
feine *Bef annrfe^aft / je weiter fein 2Birfung$rrei$ , je großer bie 
(genfation mar f bie er erregte / je mebr a ISbann / gerabe um be& 
willen , bie Urteile über if>n geseilt fmb, je mebr greunbe unb je 
mehr Jeinbe er ntcr)t bloß nad))l um {td> f;cr / fonbern audt) im weü 
ten^ubltfum I>at , um beflo großer unb mannigfaltiger werben bie 
©ebroierigf eiten. 2üle biefe ©diwierigfettcn ftnbcn fta) bei SLecoCm 
terö ttebcnSbefebreibung. Sollte üaoaters IBtogra^te ein nufclu 
cbe£ SBerf rperben / fp mußte er bargeftellt werben / wie er mar/ 
nicht wie ifm ein 33iograpb, ber mebr ober weniger fein greunb 
wäre, §u mablen , gu d^rafterifiren unb barjujieüen für gut fdnbe! 
2)ief ju tbun, war #err (Betfner mebr atö fonjt jjemanb im (2 tan* 
be. dr war im ffkftfc aller Hauatcrjcben Rapiere/ unb fonnte 
Haratcrn bureb einen *ebnjabrigen außerfi vertrauten Umgang/ 
unb bura) ein fed)Sjdr;rige$ SBerbältnif al$ äoebtermann niebt nur 
genau fennen lernen/ fonbern aua) mit vielen wichtigen Umftdnben 
feiner ©efdjicbte unb feinet Sebent befannt werben, unb aufjerbem, 
tvenn ei ibm noä) an etwaö fehlte , leichter unb beffer atö ein Uns 
berer von&avaters greunben Äunbfdjaft eingeben, ©cfcr r;aufiö 
lagt ^r. (Be^ner JLavatctn felbfl fpreeben/ befbnber$ giebt er 
aHe§ / »aö in BMffaty auf bie Sntmicfelung religi6fer 3been bei 
Parater/ unb auf ben ©ang feine* moralif$en SbarafterS erbebli^ 

9 2 x Wien, 



228 3o§* Äafp. iaoatet. 

fd)icn/ mit £at»atcrs eigenen SBortcn. 9ftan finbet übrigens in 
tiefer Schrift fein födfonnement über /lavztctö ©runbfafcc / feine 
SBeurrbeiluna, berfelben/ feine ausgesogenen SHefultatc, wie man 
ben fDtann an^ufeben babc, fontern feine (Shrunbfafee fetbft, unb 
änxtt mit feinen eigenen Korten auSgebricft. Unter £ar>aters 
©Triften fanb fid) ein ittanufEript, voelcbeS feine &ebeu3£e« 
febiebte bi& &um fünfzehnten 3abrc feinet CebenS umfaßte, üt 
jjatte im Sinn , feine JUbensgefcbidtfe naefy unb naa) gang auf$u= 
fel?cn, allein ber Drang ber ©efdjafte ließ ibn nid;t weiter al$ bi§ 
auf ben genannten 3eitpunft f ommen. £>iefj ÜJtonuffript legte £r. 
(Beflner f fo weit e$ reiebte, 5 um ©runbe. Die Jlebensbefcbret* 
bang felbft &at folgenbe ^auptabfebnitte. ISrfrer 23ano. 1. 
Sodann Jtafpar Sa&aterS erjle SugenbgefctHcfyte t>on 1741 — 1753. 
2» SabaterS Sunglmgöja&re &on 1754 — 1761. 3. fcaoaterd Steife 
8 u ©palbing t>on 1763— 1764. 4. #4uölic&e$ ßeben tum 1765 
—1769. Zweiter £and. 5« Sa&ater in feinem öffentlichen unb 
IhibatwitfungSfreife bon 1770 — 1785. dritter Äand. 6» fco« 
tater in feinem 6 ff entließen unb 5>rioani»irfung&f reife, Sortfefeung. 
7. ^auatcr roafyrenb ber £Ket>olution. 8* ca&aterS UebenScnbe. 
BfCgl. AUgem. Lit. Zeit. Ig02. 35d I. ttum. 30. 0. 333 — 
240. Hum. 31. 0. 241 — 243* £>ö 4. £7um. 278» 0. 1 — 6. 
tfuttn 279. 0.9—11* 1803. £d 1. tTum. 67. 0. 529-— 
536* tlum. 68. 0* 537—540* 

13. Leerwagens iUteraturgefcbicbte der evAngelifcben 
Ätrcbenlieder, (Cb. «. 0.250— 2*4. Cb. 2. 0. 107 f. 185 f. 

229 f. 240 f. 268 f. 295 f. — Äicbters 2Wgem. biograpbi* 
febes Äcriton alter und neuer geifHicber Äiederdicbtcr 0. 
192 — 194. — (Bablees Journal far tbeolog. Literatur, 
Jbb 1. 0. 114 ff. 

14» 0am. Äaurs (Ballerte der berühmteren Siebter 
de* aebnebnten 3«M>underts 0. 425—440. naa) ber 2tflgem. 
3>citung, ber ©djrfft: Johann Kafpar Lavatcr ; über ihn und 
feine Schriften, unb tHeifrers Lavater, eine biographifch© 



15. Jttnct eine tTConatsfcbrifr, berauagegeben von 
(B. V« von Malern. 1803. Februar. 

16. Vetren jfobann Kafpar SLavattts , Pfarrers an dem 
XDaifenb«ufe ju Bßrieb, tttoralifcber Sbaratar, entworfen 
von feinden and freunden und ihm fetbff. tEaafendmal 
lieber der Verleumdete aU der VerlSumder. »erltn , 
rieb und ^ranffurt 1775. 8* £r. tJafob ^ottinger, ein juns 
ger ©tt>ei 5 erifd)cr ©elc&rter , gab bei (Gelegenheit eine* 2fuf fafee* 
in ber mietauer 2%cm. tbeoiogifcben Äibliotbef / welcher 
eine tTacbricbt *>on den 36rcberfcben (Belehrten enthielt, einen 
»rief $erau$ / worin er *a*atet8 guten (§igenfa>aften ©erechtigs 
feit wieberfafrren lief/ afcr au* babei fein« ©$UHMW«ttcn nicht 

Vit* 



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3fo^ Äafp, iat>a(er» 22$ 

»erfcbwiea, unb befonber$ feine feltfame, unb einem pfytofopbiföcn 
Jtopfe, für ben &avatet tod) gehalten würbe, febr unanftlnbige 
&<bwatmevei tabelre. &a*atetr würbe baruber öußerft ungebak 
ten. <£$ erföten : 3ot>ann Kafpac Äatmtecs Öenöfcbceiben 
«n feine ^rennöe. XDinterttmt 1776. 8- welcbeS fciele »Itters 
fetten unb l;arte SuSbrucfe gegen ^ot tinger enthielt Buefr eilt 
paar feiner Sreanoe Ratten bie geber ergriffen unb jwei lange 
Briefe wiber -^ottingern getrieben. 7Lü*$ ba$ ftnbet man fcier 
gufammen gebrueft. fSRan oergleicbe über ben ganzen ©treit unb 
bic babur* »eranlaßten ©Triften: 2lügem. fceutfebe Äibliot&er*, 
2>1> 26. ©tcE 3. 0. 596—606. 

17. Lettre du Comte de Mirabeau k ... M. M. de Ca- 
glioftro et Lavater. Berlin 1786. 8. (SSergl. &eip?. gel. Seit. 
1786. 707—710. (Botting. gel. 2Tnjetgen 1786. 773.) 
dagegen erföienen fblgenbe ©ö)riften : €5cb»eiben an oen (Bra/ 
fen oon iTCitabeau non 3. 5« Äetcbaröt, Äasatet: bertef» 
feno, Berlin un& Hamburg 1786. 8* (SSergl. (Bomng. gel. 
ainjei^en 1786. 0. 1896.) unb Lettre a Mr. le Comte de Mi- 
rabeau au fujet d'une brochure contre Mr. Lavater (t)0rt 

XD. <£b. regierenbem fcanbgrafen von Reffen» Hornburg.) 
Francof. 1786. 4. (ttergl. (Eitting, gel* 2lnjeigen 1786. €5. 
SOCO.) beSgl. Sur Mqfes MendeLsfohn etc. par le Comte da 
Mirabeau. Londres 1787. beiläufig (in bet Oeutfcben lieber* 
fe^iing, J&etlin 1787* Ä 3— 5 6 0 

18. tTTeineca Briefe über Die Gcbweij (3wette Auflage. 
23erlin 1788O Ä> !♦ ffr. 1. Ä 50—59» wichtig jur S3eurt£i» 
hing Äaoa tecs al§ tTCenfcben. 

19. CbötaUtetifrit* Oer ffirjiet>ongöfcbcift(?eaer SDentfcb« 
lanos (fcetpsig 1790.) 234 f. 

20. tTCeafels Gelehrte« Deutfchland (2fasg. 5.) 4. 

Ä 370—377* 26* II. Ä 479 f- 

Schreiben öeö (Brafen 5- £. *u ötolbe&g an 3ob«nn 
Äafpac Äaüater. (SS würbe nur eine fleine Enja&l wn ßjrem* 
plaren für Jreunbe gebrueft. 

La vaters Verklärung, befangen von Heinrich Stilling, 
Frankfurt am Main 1801. gr. 8. 

2u$ fat man aus bem Wafrmen ftat>Atcr eine (Etmra&e 
aemaebt *)• 

Pro* 

*) 6fe fcefWbet fla) In bau »reelauifcben «rjj&ler igoi. Vtum. sk 

<Cf>arat>e. fereifyibtg. 

©0 rotUbcnb unb »et&eerenbt, all ber ©trom, 
3n meinem erften ©glbenpaare, brauH, 
©0 weit bie €rbe reibet, (einer mebr: 
©oa) braaftt er ni*t oft, unb too er sie na, 



Proben Züvatctfdbet poefte imb Profa ft'nbct man : 

i. in {gfcbenbatgö 25eifpielfammtung jttr (Theorie nnd 

Ziutawt 1>tt fdySnen XOiffinfdbaften . 25d 4. 323— 226. 

toie$t)mne: fcie attferfiebnng. 

3« in tttattbiffotta Lyrifcher Anthologie, (Eb. 6. 199 

—337. fol^enbe ©ebtc^te : SBityelm Zill; ©er ©cbtteijerbunb ; 

£>te <5d)lad)t bei fBtorgarten; ©ie ©cblaebt bei Baupen; ©ie 

©c^ladjt bei ©empadj. Cfc. 20. @. 115— 119. ©er 8tyeinfail ; 

©a$ ©üfcfle in ber SRatur. 

3. in ber prartifeben Anleitung, (Beiß und fjet? dareb 
öie Zehnte Oer Siebter ja bilden , Cb. I« G>* 281 — 384* 
<£mi$e J&emerr'angen ubfr die fctfrretton in Oer ^reano« 
fcfcaft/ au$ &At>aters ^andbibliotber* ffct $teunOe. 

4. in potit; PraBtifcbem *Sandbitcbe uir ilcfture der 
deotfeben Rlafftrer, (Eb. I. B. 371—374. ein Jragment mit 
ber Ueberfcbrift: &cz tiftenfd) foÖ »olirommner rcerOciv auS 
Äaraters Bammtlieben Heineren profaifeben &cbriften, Cb* 
I. 0. 325 ff. aus)ugdn>etfe mit 2tamerl:ungen. 

JLapaters &ildntß in ber ^ortfetying Oes &diwcncti* 
feben (Ebrentempels (1774) in Leonard tfteiftera 2>crubm« 
ten Männern tSelüetiena (1783) &on bem 15. £ande ber 
öligem, detttfeben Ätbliotber* (1771) üon Beblcuen; vor «6« 
XfltiftetB Johann Kafpar Lavater, eine biograpbifche Skiz2e 
(1802.) uonÄips; in Johann Äafpar Hardters JLebenabe* 
febreibung von (B. (Beflner (1802.) fcün Äips; im 1. 23and 
Iber Pbyftognomifcben Fragmente. S8efonber$ mm Bebmal, 
Don $titfd>, t>on -^aiO, unb auf einer iTTedaitfe wm Äolfcb* 
bßufcr (1777)* JLavatets &enrmal bonÄipa, dtupferfieeber 
in Rurich. 3n einem ßttprejfenbaine erbebt fieb ba$ &en?mal, 
an weichem Havatcvs Ätldnifl befofligt ift / über bem , al$ S3ur= 
aerfrone, ein Qricbenrtanj febwebt. Em gufje befietben fifct feine 
Söaterjkbt öon ifcren jfonbern umgeben unb beweint JUtxitets 

3tob. 

Soldt heften nacb. SBBenn bu bte jrocite mit 
©er dritten fprfcptf, fo nenneft bu ba« ©ort/ 
sßci bem man Ret* an weife Hebe benft/ 
2)a* SBeniaen nur furchtbar r6nt — bte fernen! 
Unb opne ba* bu niebt in biefer SOBelt 
3u flnben rodreft. fa§ bie ©litte rocg, 
ßnb roenbe dir dir bte erftc 6olbe, fo 
Qkncnncft bu, roa< ieber (Dtcnfeb ftcb roänfcbt, 
• • • Unb ieber SÄcnfcb befeufet. !Da$ (San« mar 
(Hin bochucrbtcntcr gftann , ber viel gebaebt 
Und viel empfunden bat — geliebet unb »erb&bnt, 
©ctabclt unb gelobt/ unb immer fonft. 
2B<fr T , n>a$ ei unrerna&m, gebiebn/ fo nklf . 
Äein ^nquifitor/ leine ftofter notbtfl- 
Cavattv. (Cava, Vater, Silur, üavattxt Pb^ftognomif) 



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$o&. Union feifemtfc. *n 

3tob. Stmen gegenüber fiebt ber ©cniu§ bc£ £obe$ mit umgefebr« 
ter gacfel/ unb tröflet ffe burch #inbcuren auf bie ©i>mbole beS 
23ieberaufleben$ unb ber (£n>igfeit/ eine Schlange/ bte einen äxt* 
fei bilbet/ eine $aupe, unb einen (Schmetterling. Ueber bem 
QJrabmale febweben ^wei f}immlifct)c ©einen im Sidjtglanj auf 
Sßolf en nieber / eine ©ternenf rone jum Gimmel fyalcenb. 

9cad) einem SBefucbe, welchen 9>rof. iHeiners Äar>ötcrn in 
3uricb gemacht hatte/ fchrieb metners an Jlavztctn: „%f)T in- 
bit?tbueüe$ ©efufcl unb 3fö*e Stoue baran macben 3bre ©ebriften, 
3bre 9>acfte rote 3b** 9>rofa , fo aufjerorbentlicb geliebt unb -r ge« 
bagtJ" tiefer (Sinfali gab Äaüatecn SBeranlaffung , ftcfc felbf! im 
Sßoraud folgenbe (Btabfcbrift ju machen: 

Der biefen ©taub ber 6rbe giebt/ 

3u febr gebaut — $u febr geliebt! 



! > 3o&ann 2fnton £etfen>i| 

würbe ben g f ÜRat 1753 ju tjannoser geboren/ frubtrte bte 
•Äedne ju (Böttingen unb lebte m freimbfchaftlichem Umgange ba* 
felbjt mitJöoje, Lutger, -£41*7' tniu>c, ben ©rafen &toi* 
beeg/ %>o# u. f. w. würbe im 3ab*e 1777 M Aanöfcbaftafe* 
f retir |u Äraanfcbroeig unb im 3abre 1790 aß ^ofeatb bei 
ber geheimen Äanjelet angefleUt. 3m 3äbw 180 1 ernannte if)rt 
$er -öecjpg von Ätraunfebrocig jura (Bebeimen tfufftjratbe 
unb Äcfecentcn mit ©ife unb Stimme im gebeimen (Tonfeit 
ünblicb mürbe ibm 180s ba§ PrJftöium im (DberfanitStsroü'e' 
gium ubertragen. Bu<b genoffen ebebem bte beiben primen von 
naffan^CDcanien unb t'bre prinjefltnn Bdu»ef?er feinet Um 
terriebtf in ber neueren ©efc&icbte, fo wie er ben/ balb na* ibm 
verdorbenen / ffctrbprinjen üon ^caunfebeeeig etnflenS mit beu 
SJerfaffung unb bem ®efcbaft$gange ber £raunfcbt»eigifcben> 
£an*>e befannt machte. 3n aUen biefen widrigen Remtern unb 
»efebafttgungen erwarb er fid? bureb feine/ mit ber firengften 9fcecbt* 
febaffenbeit »erbunbene , unb bureb bte grünblicbfien §inftcbten ge* 
leitete/ geiftoolle Sbatigfeit auSgcjeicbnete äkrbienjte. 3n beti 
lefeten Söbren befebaftigte ibn befonberS ein mit bem gr5fjten unb 
jmeefmagigfien ©djarffinne aufgearbeiteter Entwarf eine§ tJoEUg 
neu organifirten 2lrmenn?efens ber ©tabt Äraunfcbweig* 
beffen auöfubrlicbe Earftellung ju Brattnfcbweig 1^04. gt. 8* 
18 SBogen/ gebrueft roorben i(t 2Cöe bei beffen Suöfübrung ein* 
tretenbe ©cbwierigfeiten würben bur# feine fejie Ätebarrlicbfeir, 
unb bureb baö / ibm fo wobl von ©eiten ber Regierung als be* 
J5rattnfchu>eigifcben Publikums gefebenfte/ unbebingte SBer* 
trauen glucflicfc gehoben, jwb biefe mufUr&afte 2fnjialt purbe nad> 
l , lenem 



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»3» 



3o&. Knton ieifcmif. 



jenem Entwürfe mit bem beflen (Srfolge &ur SBtrflt^fett gebrüht, 
TO 9Ritglieb be$ Ermen! oüegii unb ber barauS gebilbeten £eputas - 
tionen, unb felbft als einer ber Ermenpfleger / nabm er bis an baS 
€nbe feines gebend/ weites ben 10. ©eptember 1806 erfolgte, 
ben t&atig|ten Bntbeil an biefer SuSfüfcrung, welker bur<^ fein« 
S3erwenbung unb 3flitwirfung in ben SfegierungSgefcbaften beffo 
»trffamer unb wofclt&atiger würbe. SBie banfbar baS öraun= 
fcfcweiger $ubli!um bieß große $Berbien|t ebrte unb anerfannte, 
geigte fu$ fowofcl bei ber, t>on ben $ablreidS>en $Borfte&ern unb fjfle* 
gern beS ErmenwefenS angeheilten, 3Mre$feier, als aufy befbnberS 
bei ber »eftattung feiner £eid>e, bie tum einigen £unberten feiner 
Mitbürger freiwillig ui ibrer ©rabftitte begleitet würbe, an welket 
bie Sinbcr auS ben Ermenfcbulen ein baju oerfertigteS rü&renbcS 
£ieb , unter fanfter Begleitung &on SBlaSinfrrumenten , an jlimnu 
ten. $ie feltenen unb wafcrbaft großen (gigenf^aften feines ©ei* 
tfcS unb 4>erjenS , »erebett burefc bie liebenSwürbigjle SBeföeiben* 
$eit, fcaben i&n allen, bie ü>n in ber Stabe fennen ju lernen, ©eie* 
gefeit Ratten , unb befonberS feinen vertrauteren greunben / e&r* 
»urbig unb um>erge#id[> gemalt. 

* 

BIS Bcbriftf?eüec fyit fft ^etfewitj burefc ein einige«, abe* 
tneifterbafteS, öramatifebes &thä einen ütn\)m erworben, ber 
naefc feinem Umfange unb feiner Sauer manchem fruchtbaren 
©djaufpielbidtfer niefct ju $&eil geworben ift. (SS erfdjien unter 
folgenbem Sitel : 

Juliud »on Zatcnt. Sin Ecaucrfpiel (in fünf Hufjügen). 
Äeipjig 1776. 8» (7 ®r.) 

$v. £ofrat& fcfcbenbttrg brueft fid) über ben 2Bert& biefeS 
ÄrauerftyelS in feiner Äeifptetfammlttng *ut Ebeorie ttnö Jlu 
tetamt der fcWnen XDiiTenfcbaften , £$7. 631 f. auf 
folgenbe SBeife auS: ,„ÜRan machte ber fcöwinn ben SSorwurf, baß 
fie nur (Sin 3ungeS jur Seit briete. 3a, frrac&fte, nur (SineS; 
aber einen fciwen! — 3d) madje, fpracfr ein fcibnifcfcer Weimer 
Mi bem Sinter, in (Sinem 3abre fieben Jfcrauerfpiele; aber bu? 
Sn fieben 3a(>ren (SineS! — Äecbt; nur QnneS, fcerfefetc ber £>ity 
ter; aber eine 3tbalie!" — SBir bitten fc&on jwei ©efellföaftSr 
fhicfe jum jfultus von (Catent, wenn ftcfy biefe in jeber anb^m 
^)inftcbt auf beffen Söerfaffer wo&l fo gut wie auf 9facine anwenb* 
bare £efTmgifdbe £abel aueb in bem Umftanbe ber fiebert 3afcre 
anwenben ließe. ©0 aber ift bieß Srauerfpiel btö^er baS einige 
9>robuft biefeS wurbigen ©cr>riftfleüerö , ben billig ber ungeteilte 
unb bi^er fic^ immer gleich gebliebene ©eifaU ber 8efer unb 3us 
febauer ju meiern ähnlichen Arbeiten hatte ermuntern follcn. I>aS 
©ubjeft ift auS ber Slorentinifcben ©efd)td)tc genommen, unb ba& 
nämltcbe, welcbeS ^err Älingec, aber .minber glicf ltdr> , in feinen 
Zwiüin$m bearbeitet ^t. ©uibo'S ©ferfuc^t gegen feinen SBnu 

ber, 



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3>ofc* Tfnton ftifepif. 333 

ber, y*liu8* fufyrti&n enblicty bii jur (Srmorbung beffetben ; unb 
t$r 9ßaUx, tlonfrantin/ Jürft oonfcarenr, füblt fug gebrungen/ bic 
Regungen ber 9totur unb SBaterliebe ben bringenben gorberungen 
ber ©ereebtigfeit aufoiiopfern/ unb jenen ÜRorb mit bem £obe fei? 
ne$ <3o(me$/ beSCBuiöo, ju beffrafen." Bucfy t&eilt $r. Ißfcbem 
barg tfcbendaf. B. 652—636. eine ber fünften €>cenen (2Tufj. 
3. Xuftt. 3. 4.) al$ probe be* ®tftcf* mit. — <Tt>rtf?tan 
Meineid? öcbmiö in feiner 2ftuvetfung (§ur JCenntnifl) der vor/ 
nebmtfen Äftcbec in allen Ebcilen oec fciebttanf? 624» 
fa^t : ,/£r. tieifewin bat ^rvar nur ba3 einige £rauerfpiel: *Ju* 
Ii 113 von Carent/ fyerauSgegeben/ aber barin beroiefen, wie er 
2Btfc mit SJübnmg, Jtunjl mit tragifcr>er SBirfung *u mtini^m 
verftebe. £ie (Sböraftere ber beiben rioalirenben ©ruber/ wooon 
tiner beS anbern 5ttörber wirb/ ftnb Dorrreflicfy. £ie erjle 3bee 
nabm er au§ ber Öcfcbidjte be$ ©rofjbcrjogS (Eosmud Oes fEcffen 
von Floren j/ unb feiner ©6&ne/ tJobann unb (Berfias. 2ßeil 
ibm aber weber bic (5b«raftere / noeb baä fciftorifcbe detail geftef/ 
fo gieng er ben Mittelweg jwifdjen ©efcbicfjte unb (Srbicfctung ; be* 
fttelt aber bie <&itttn be* ttTeöiceifcben «ofes bei. « — Sine 
ftanjoftfebe tteberfetjung biefeS SrauerfvielS erfcr>ien in 3un# 
Fers Theatre aUemand, T. II. eine fcänifcbe t>on £T. ^ 
»eintrieb 1783. 8. 

2tuf$erbem ftnb nur nod^ eine Äcöe eines (Belehrten an 
eine (Befeüfcbaft (Belehrter/ im fceutfeben ttTitfeum 1776. 
X>* 2. fcecembet 1053 — 1061. (jte ijl au# in ($eii\& 
tnanna) Äitctrattfebet: Cbtont!« 3. 112—124. unb m 
Shütbotns &{>etorir* [33re§lau 1802.] 91 — 100. abgebrurft 
morben) unb jrvei fleine fcialogen: £>ie Pfändung (Qin SBauer 
unb feine grau / 2tbenb$ in t&rer ©djlaffammer); Ibet Befacb 
um mittemaebt (£er gfirjl unb ber äammer&err am G^afa 
brett) im (Utting. tUafcnalmanaeb auf öas 3*(>t 1775. (fie 
flehen au* in £fcbenbutgd Beifrielfammlnncj juc Cbeotie 
und Atteratttt fcet feb^nen ÖOiffenfcbaften / 6. G>. 17a 
—176«) öffentlich oon i£m befannt geworben *)• 

*) Sine nacbridjt von leffinge Tobt, nebft ^rtt. ^ofratb @om# 
mer» 3eralieterung von Oeffen ^eid^nam, au» einem S$rei* 
ben Oe# ^m. £anbfd>afwfefret4r Hcifctoi« an Profcffor £id> 
tenberg befinbet fieb in bem (Bämngtfdjen ntaga3ui Oer Wiffen^ 
f&afren unO Literatur, 3abrg. 2. 1781 6tcf 1. ©. 146— 15a. 
£eifetciQ mar £efftnge ^rcunb- £)a6 Srauerfpfel: ^uliu» von 
Carent, borte ju ibrer greunbfebaft (Sefcecnbeit qtqchtn. ücfftng 
nemüa) befanb ftcb mit $rn. «£fd)cnburg bic Cftcrmcffe 1776 In 
einem $ucb(at>en, um fi<b bat ^eucflc unb SKcrfroürbtg^e aulju* 
fueben. 3ulm# von Carene mar mit barunter. £ef(tng lai ba# 
&ü& 0 unb fanb c6 vortteftieb. @r glaubte/ e^ fei uon <9oet^e. 
Äfcbenburg dugerte boaegen einige groeifcl. //IDcflo beffer ! fügte 
Effing/ fo alcbU« aufcr (Bottum no<b ein ©enie, ba* fo etwa* 



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2J4 Änton leifewif» 

©dfjon fcf)r früh fang er on t jur ^Bearbeitung einer (Be/ 
febiebte Oes öreifligjabrigen Krieges Materialien ju fammeln, 
unb einzelne Zbfcbnitte berfelben / befonberö ßbaraftere/ waren auch 
wirf lieb febon aufgearbeitet. Des 2lbt jmifalcms toorlauftgc 
rühmliche ßrwdbnung tiefer Arbeit in feiner Schrift hbet Die 
öetufebe ©ptacbe und Äitf catur erregte bie Eufmerffamfcit auf 
bicfelbe noch allgemeiner unb lebhafter ; aber Äranflichf eit unb 2Cn* 
Häufung anberweitiger ©efebafte in feinem öffentlichen 2Birf ungS* 
freife wurfachten e$/ baß er in ben legten jwanjig Söhren feines 
Sebent bte £>anb baüon völlig afyog. 3'ene äBrucbflücfe würben 
inbefjber 23er'anntmadumcj fe|r würbig gewefen feun; leiber aber 
forberte &cifen>it$ furj t>or feinem $obe feiner ©attinn unb feinen 
greunbenba* feierliche SBerfprecben ab, feine fammtlicben tyapim, 
unter benen auch Entwürfe unb einzelne ©cenen oon ©cbaufpiclcn 
waren, burch bie Slammcn &u üerniebten. 

Mit einigen 2Jnmcrf ungen ftnbet man ben er(hn Auftritt be$ 
crflen Bufougö twn bem Srauerfpiele Julius von clacene in ben 
-fccifptelen von allen 2lt*en oes öeiufcben profatfeben &tyl» 
aus ben heften ecbrifttfcüern gejogen (fceipjig 1799.) ö. 

37*— 377- 

eine öcene au$ bem ftrauerfpiele Julius von Zatent, ge* 
zeichnet »on eebubeet/ geflogen t>on X>6ttchev in <5nglifcher ÜBa* 
nier, erfchien Äeipjig 1778. gt. 4- (» •*•) 

tfacfcricbten mm -HetfewtQenö £ebeneumf?andcn unb 
literaeifeben ptofcuften werben ertbeilt in bem Intel! igenzblatt 
sur Allgem. Lit. Zeit. 1806. XTum. 1^0. @. 1198 — laocx 

Äetfenntjens Ätlönifl befinbet ftch t>or bem 41. Äanöe ber 
bleuen Äibliotbef oev fcbSnen tPiffenfcbaftcn (1790) von 
Ublemann nach Äattjröocf (einzeln 6 ©r.) 



würbe ben 22. Sanuar 1729 ju Äamen*/ einer t>on ben fogenamu 
ten &ed)&ftaoten ber (DberlaufiQ, geboren. 2)en crflen Unter* 
rieht erhielt er jundchfl burch feinen Sater/ >bann (Bottfciefc 
Xefiin^/ 9>aflor Primarius ju Äamen*, einen *Dtonn t>on t>ertref> 
Kcbera ßbarafter, ber fleh au* aß ©elehrtcr unb <5<hriftfteller ju 
feiner Seit einigen &uhm erwarb/ fobann burch einen $rwatlehrer, 

unb 



machen fann." €5obalb £eifcwi$ »on Hannover, »0 er bamaU 
Übte, nacb »raunfd)t»cig tarn , brachte ibn Cfd?cnburg §u £effliM 
aeru @<it ber gelt Wuchten fu einander oft/ unb ipurbco bte be# 
|r<n Srcunoe. 



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©fcolD €pfcr. feffing. 335 

tmb enblwh burch bie iffentliche ©tabrfchule feine* £)rt$. ©Aon in 
fru^efler Sugenb jeigte ftch bei ihm eine große SRciguno, &u Stochern 
tinb jum Semen. £1$ ein fDtofcler ihn in feinem fünften 3«&re 
mit einem ®auer, in welchem ein Söogel faß/ motten wollte, hatte 
biefer jttorfchlag feine ganje finbifche SOcißbiÜigung. 5D?it einem 
großen Raufen SBücher/ fagte er, muß ich gemalt »erben , ober 
ich (äffe mtcb gor nirtjt matten. Der datier tr>at -eö, unb wer 
ba3 ©emtylbe fah / erfuhr biefe 2(nefbote. (Eben biefer Rätter* 
ber fein gang fd?lcd)ter Jl unfiter war/ unb fogar etwa» Jtimjrge* 
lehrfamfeit befaß, unterrichtete tr>n nachher im 3eid)ncn, unb braute 
tbm frühzeitig ©efebmaef an ben bilbenben Äünffen bei. (Sogar 
jum Zeitvertreib blätterte er in Suchern / wenn er aud) nicht im« 
merfort barin Ia$. 3« biefer SBücberlufi trug ohne 3weifel ba§ 
SBeifpiel be$ fleißigen Staterä/ ber fajl nicht t>on feiner ©tubirfhibe 
f am / unb bie befonbere Hochachtung / bie er bei teber Gelegenheit 
für bie ©elefyrten dußerte/ nicht wenig bei. 3e (Itter ber junge He P 
fing würbe / um beflo mehr jeigte fid> bei ihm §ahigf eit unb fiuft/ 
alle» ju lernen/ Wae* ihm nut r>orfam. £)ieß beflimmte bie Altern 
fcenn aud) $u bem öntfebluffe, ir>n fhibiren gu laffen. <£r würbe 
be$balb in feinem jw&ften 3at>te auf bie ^&ef?enfd>ule $u 
tllet^en gebraut. 3ur SBabl biefer (Schule oeranlaßte bie 2Cu$ftd)t/ 
taß er bafelbfl aUen Unterricht unb alle Verpflegung, bloß Jileü 
fcimg unb Söäfcbe aufgenommen / frei höben follte, fo wie ber t>or* 
ftugüche Stuf/ in welchem bamal» bie fürfilichen Canbfchulen fteiu 
ben. £a§ ötuoium der alten Sprachen würbe hier jwar wr* 
guglich getrieben/ aber auch .bie pfrtlofopbifcbcn unb matbem«/ 
ttfeben tipiffenfebaften nicht bmtenangefcfct/ fo wie e$ auch nicht 
an Unterricht in ber fcamofifcbcn unb italtentfcben Sprache, 
im Zeichnen / in ber tftuftf unb im (Ean$en fehlte. Sn biefer 
Älojterfchule nun brachte Äfffing fünf 3<*hre mit einem mufferfcf« 
ten gleiße &u, <£r war noch ntc^t brei 3abr in tfteißen unb faum 
fünfte bn 3abr alt/ als er feinem JBater bei bem Antritte bei 
3«h«$ 1743 eine ©lücfwunfcbrebe überfebief te , in welcher er bie 
Gleichheit eine» 3af)reö mit bem anbem ju beweifen fliehte. SBan 
finbet fte in (B. IE. Äeflings Jleben wm feinem SBruber/ Karl 
OeaMf / Eb. 3. S. 10? — 11 8- 23« allen }ugenblicr)en geh* 
lern leuchtet boch aud berfelben fo tuet gefunber SBerjranb unb 21 ufs 
merfamteit auf alle» um unb neben ihm bcrüor / baß man &efltn* 
gen mit Stecht unter bie frühzeitigen &3pfc jdl;tcn !ann. Die 
Veranlagung $u biefer Sfcebe war/ baß fein SBater mit ber Butter 
bei aller Gelegenheit äußerte, baß bie 2ßclt immer fcblimmer wer« 
te. Der ©obn hielt baö für ein löorurtbeil / welches er bem 85a« 
ter gu benehmen [ich getraute. £c ftin gs Jleiß auf ber (Schule in 
IHci^cn gieng fo weit/ baß er fogar in benjenigen ©tunben flu* 
birte , welche jur 9c uhc unb Erholung auögcfefet waren. <£x lad 
für ftch feht Diele Älafflfer* bie in ben Sffentlkhen ^iftionen nicht 

traftirt 

« 



236 ©fcolb €p&r, ieffing, 

txdtixt würben. <3o lad er unter anbern ben 2Tnatreon für ff cr> 
unb verfertigte mehrere l7ad:>abmuncTcn bavon. (Sic c\erictbcn ihm 
fümol)!/ ban er einige berfelbcn nad^ev mit unter feine ©ebiebte 
aufnahm. Obgleich bie lateinische poefie ju ben offieiis perle« 
ctis eineS gürflenfc^ülcr§ , bie öeutfebe aber ju ben imperfectii 
geb&rte , fo trieb er bie (efetere bod) mehr al» bie er jiere. OT<ube? 
matti flubirte er mit großem (gifer , überfefere für ftefe baS jweite, 
Dritte unb vierte ©urf? beS (Eutltöes, unb arbeitete eineCBefcbtcbte 
Occ Watbtmaut auS. r #iicb (ad er gelebrte Rettungen unb 
machte fich 2lua*fcge auS benfelben. 2CIS er bie Schule in ber 
Sföitte bes Sab*«* 1746 wieber verlief, nabm er iffentlicb 2Cbf4>teb 
unb hanbeltc bei biefer ©elegcnbe it de mathematica barbarorum. 
ilefVtng wrfieberte in ber golge JfterS / wenn ihm etwaS ®elebr> 
famfeit unb ©runblidjf eit &u$b*il geworben, fo wrbanfe er eS biefer 
Schule. (£r be^og nunmehr bie Untuerfttat ÄeipMg. Sie (Sltern 
hatten ihren ©oljn &war jum Fünftigen £ beo logen befÜmmt ; alS 
biefer aber nicht bie geringfte Neigung , fonbern vielmehr alle mog* 
liebe Abneigung bagegen bezeigte , unb offenherzig verftcherte , baß 
ihm *u biefem öeruf ©pracbe, Äirper unb Senfart festen , fo 
glaubte ber SBatet in #inftcht feiner Sabigfeiten noch weiter mit ihm 
geben ju f onnen , unb fehmei cbelte fich 9 fch cn (Gelegenheit ju fftu 
ben # um ihn auf bie bamalS eben geftiftete Unwcrfttat (Bottim 
gen als §)rofcffor bringen ju f innen , wenn er m'er bis fünf 3ahre 
ju Äetpjitf eben fo fleißig flubiren würbe/ als er eS ju iTTetflen 
getban. Ser Sohn festen and? biefem $lane nicht ganj entgegen 
jufew; nur baS UiwermSgen ber eitern, bie ibn nicht einmal 
brei Sabre hinlänglich in ileipjig ju unterhalten imSStanbe waren, 
vereitelte benfelben. Äcflmg hatte fich m Jleipjtg faum umgefe* 
hen, als bei ibm bie Siebe jur fctcbrifttnft , unb befonberS junt 
(Ebeater , erwachte. Buch würbe er balb inne, waS ihm &um ge* 
feüigen Sföenfcben fehle , unb baß er feinen iWrper bisher ganj *>er* 
nachlaßigt habe» (Sr lernte alfo reiten, tanjen, fechten unb t>olti/ 
giren , nicht um ba»on $rofeffton j u machen , ober SBewunberung 
einjuernten , fonbern um nicht länger im Umgange fo fleif unb t>iU 
$ern ju bleiben. Ser nachmalige JfreiSfleuereinnebmer tiPesße, 
welcher bamalS ju Jletpjtg flubirte, war einer feiner erffcn unb 
Dorjüglichflen greunbe , unb blieb eS bis an fem (Snbe. (Sr war 
ü)m in ben fernen tPiflenfcbaften obngefäbr baS, waS ihm 
nachher tHofes tTTenoeUfobn &u »erlin in ber pbilofopbie 
war. @ie würben mit einanber burch 3ob«nn tjeinticb ^cble* 
gel/ ben nachherigen Sdnifchen ^ifloriographen, befannt, welcher 
mit Äeflingen in meinen ftobirt hatte , unb $u gleicher 3eit auf 
bie Unimfißt fam. Weißt unb Jleflmg hirten anfangs einerlei 
Jtollegia mit einanber. & währte aber nicht lange , fo lief *ef* 
fing auS einem inS anbre. Äein gehrer t^at ihm ©enüge; alle 
fchienen ihm feicht, unb aaben feinem fieichrfinn eft ©eleaenbeit 

tum 



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Ofcolb €pfcr* ieffing. 237 

jum (Spotte, ben einzigen ÖStnefft aufgenommen, ben et* bann 
unb mann über bie romifeben 2Htenbumct , über bie $rie&>U 
fdben ÄlafTifec, unb iber biettnittecfalgefcbicbte l>8rtc. ©ne$ 
SageSfam er ju feinem tPcitfe , unb fagte* er wolle Webkin ftu* 
biren; er habe ein paar itoliegia gefunben, in benen er etroa§ 
9leue6 gebort $u haben glaube. 2>ie§ mar (Ebemi e unb Äotantf 
bei bem £>oftor ^unöettmatf. Sein @ifer erfaltete aber auefc 
tyet gefd)minb; benn e$ war t&m nie ein redjterdmj! bamit. Unb 
wenn et erjablte , baö erfre Kollegium, welches er gebort, fei über 
bie cBeburtsbulfe gemefen , fo war e 6 Saune unb ©cberj , ben ei- 
nige feinet greunbe $u bucfyftablicb nahmen. Snbefj trug er aUenfe 
balben £3ücber jufammen, Unb (ad mel, befonberS bie beutfeben 
©ebriften oon XPolf. G& fibten ffd> bamale einige *u iLcip^cf 
©tubirenbe unter Äafniets Anleitung im 3>ifputiren, SB. Cbrif?* 
lob tttf Uus , 3ot>ann ^einrieb unb ^obann 3öolpb Bcble* 
gel , Üadyatii unb anbere , bie nachher tu bmltcbfl befannt wur« 
ben. 3ubiefen gefeilte ftcfy aud? Jleffing fd)ott 1746/ unb blieb 
babei bis im September 17484 £a$ einjige Kollegium/ ba$ er fo 
lange au8gel)altert / unb bet ein jfge 9>rofeffor , bet aus feinem fcefc 
ter fein greunb geworben/ unb bi$ an ben £ob geblieben ift 5Rit 
feinem inbefl oon benen, welche biefeS Kollegium Irrten, würbe et 
Derttautet greunb , aß mit mylim , bei bem et Unterhalt unb 
9Zabrung für feinen ©eijl fanb. OTylitiB flanb jwar ju Äeiprfg 
in feinem guten Stofe; man lief fernen Talenten unb Äenntniffen 
alle ©eredjtiafeit wieberfabren , in Snfcbung feines moralifd)en 
GbarafterS aber backte ÄeffTng weit wrtycityafto ton fym, al$ 
alte feine übrigen bamaligen greunbe , weldje tyn fftr einen febmufct* 
gen, ieicbtfmnigen unb locferen 9Benfeben geltem Äefling glaube 
te , bei fo Diel uerfpreebenben ©eijleögaben, bie er an ibm bemerfte# 
unb wooon feine 6Mn nid?t einmal ber gr&gte SöeweiS ftnb, 
ibm bie anbem S^ad)la^igfeiten uberfeben ju muffen, ftugerbem 
$atte er nod? Umgang mit ber bamaligen <3<fcaafpielergefellfcbaft 
fnÄetptfg, beren $rinjipalinn bie 9!Jtobame tteuberin war. 
<£x bielt eS nity för $u f lein , öon ibnen &u lernen , wa$ man au$ 
feinem S3ud>e lernt, unb bod) wiffen mufj, wenn man ton bet 
Suffübrung etneS ©tuefö riebtig urteilen wiDL «Rur nal)m er tyre 
tXuSfpruebe ntd)t für ricbterltcbe Urteile , ton benen an ben SDfcne 
febenoerfianb ober an beffere Cnnftcbten ju appeUiren verwehrt i(t, 
unb fo warb halb au$ bem Semenben ber Lehrer. Jöthd nec einer 
ber »orjiglicbflen gtyaufpieler bei ber ©efellfdjaft, »erfttberte mit 
©ieler Buftidjtigfeit , baß er Äeflmgen oft bei ben fd^wierigflen 
Stollen ju SJatbe gebogen , unb oon ntemanben beffet belehrt w ors 
ben fei, ald t>on ibm ; Äefil'nct t>abe ibm fogar bie febroerfren ©teU 
len felbfl oorbeHamirt unb geflifulirt, unb er, 23cüd'ner, fei von 
beffen 3?tc^ti^feit unb @inbringlid)feit in bie Stolle anfebaulieb über- 
fft^rt worberu ^ierau« er^eüt nun freiließ jut Senüge, ba$ SLzfr 



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a38 0ft1t : Gftr.-fcffiiig> 

fing auf bor Uni&erfitJt feine ber fogenannten ®robtmijfcnfd)aften 
im ßrnftc flubirre. Vlbcr müßig mar er beS&alb titelt. 2Jcf t heti £, 
philo jbpl;ie / STatuclebre unb ttTatbematir* befebäfrigten feinen 
wißbegierigen ®eift. <Sr fab p inbeffen/ baß er nod> lange {rubiren 
muffe / cbe er bem mittelmaßigften Philologen, s ))bilofopben unb 
$P?at bemati fe r gleidj fomme ; aber bem bamaligen befien be utfeben 
Siebter , Jum jtnditer unb IBelletriften gleich ju f ommen / ober ibn 
gar ju übertreffen , \ onnte ibm fo ferner nic^t bünfen. tiefer ©es r 
banfe machte ü;n $um &idncv unb Bebrtf tfleüer. jDie©eicb» ' 
tigfeit betCBottfcbeöifcbenBcbttle mar bielleicbt ber größte «Sporn 
fcaju % unb folglid) ber bamalige fd)lecbte ©efebmad" bad Littel gurn 
bejyern. 2£ber aud? tic 9iotb, bie Crrfmoetmn unb 33ef orber tnn 
aller fünfte unb 2Biffenfdjaftcn, trieb \i)n ba$u an. ©eine Altern 
Iba teil jroar alle?/ um ibn auf ber Unmerfitit ju unter fluten/ ma* 
fte tonnten; aber e$ mar £U wenig, unb im ofanomiföen Staffln U 
ren bejianb £cffmgs <5tarfe nie. 3n ben Ermunterungen jum 
Vergnügen be§ ©emütfjS, einer SBocbenfcbrift (Hamburg 1747.) 
beren Herausgeber ein gemiffer üöf. Slgrirola mar/ mit bem aber 
£effina; weiter in feiner befonberen Skrbinbung ftonb , legte er bie 
trflen Bcbctftf?eUerproben ab. Sie jmei ttujifyiele: Carrion 
od et die Sceunöfcbaft/ unb xDtc atte Jungfer / meiere bernad), 
aber miber fein SBiffen unb SBiUen / and) bcfonberS gebrueft mur* 
ben, befinben ftd> nebfl einigen Jlieöecn unb Btnngeöicbteny 
barin. Um ben Sßintcr über baä Bebau fp i cl frei befueben §u bur= 
feil/ forberte er feinen greunb XDei£e auf/ mit ibm ba$ einjige 
SErauerfoiel be$ tnarirwur, <*£anmbal betitelt/ &u überfefeen. 
Seber übernahm bie «fralfte / unb fie überfefeten e$ in gereimte« 
2üeranbrinem/ mie e$ bamatö bie £(jeatermobe moate. *.eflina;er* 
gab fty jefct immer me&r unbmebr bem CbeateC/ unbberebete aueb 
$>rn. XPeifle &u feinem erflen tfceatralifcben <5tücfe, ber matrone 
von ftpbcf\zs. Äefling madjte f«b ebenfaUS über biefe S>etroni* 
fd)e ©knurre. Bußerbem gab er aucr) ju ber SBocbcnfcbrift/ mefe 
d?e mpliua unter bem Stell 2>er Uamrforfcbet:, eine pbr* 
fitalifebe XDocbenfcbrift (fceiftig 1747. 1748O fymna gab, 
XBeoicbte. 3>te meiflen baöon nafcm er fcrnacfc in feine Äleiiii^* 
feiten auf / unb barauS in feine Bcbriftcn; aüein biele tpt er nie 
»ieber brudfen laffen. crflc tbeatralifebe Ätof, melcbeö er 
unter feinem «Rahmen Verausgab, mar: 5Der junge (Belebtte. 
Jlefling ^ötte e$ febon auf ber gürfrenfdwle angefangen / unb alle* 
r;inctngeoracDi / ma& er in oer riemen vscnuimeit oto Daunen tonnte. 
Sefet arbeitete er ba$ ©tücf t>on neuem um / unb gab e§ ber Utm 
bennn/ bte t6 oaio oaraut mit auem Jöerjau aun/uprre« viun 
mar Äeftmgs ganjeS ©efdjaft/ unb ganjeö Vergnügen baS Cbea» 
ter. ©ine jmette tbeatralifcbe Arbeit VOtifrs, nemli* fein 8u^ 

^SQH^fi S^Jc^c» oiö^^tc ^cn i n n j n cmc( *Ä oni ic q l ^ teilen 

3n*oW, 



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e$ott> €p&r. ieffinj. 239 

SnlfaltS, uhb frrufcbie Steifen an, bte er t>on etilem Cn^lifc^en 
Didier tobet §u nufcen gebaute. Dabei blieb e§ aber t>or ber #anb. 
Ueberbaupr hatte er bte ©ewo&nbett , feine tbcatvalifdjen Arbeiten 
t>on 21 ft $u litt, itnb ©cene für (Scene auf8 genauere §u entwer- 
fen , unb bann ju fagen , baß er fte fertig tyibt. Srf wenn er fie 
in £>rucf geben wollte, arbeitete er fte nach feinem Entwürfe lang* 
fam unb mit oieler IBebadjtfamfeit für bie $>ref[e, weld>e$.ibm nie 
leidjt würbe, fonbern bie iußerffe 2fafhrengung rottete. £ef|mg 
fhtbtrte aber jefct bie Pchaufpiclfunf? mit folgern @fer, aß 
roenn ein 2 ebrftuf)! berfelben in &etp;tg für il>n fyatte errichtet wer= 
ben fallen. 211$ inbeß um tiefe Seit ba§ Theater 511 Heipjtg in 
2lbnabme fam, aud? iTtyliuß Äeipjtg oerlaffen b«tte unb nad> 
Berlin gegangen war, fo maebte bieg Äcftmgen gegen £eip*ig 
gleicbgültig unb braebte t'bn ju bem <5ntftf)luffe, ebenfall« nad) Tbtt* 
Hn ju geben / wo er beffere 2u*ftcbten für ftcf> / unb mebr ©elegen= 
ptit jur ©djriftfkllerei ju ftnben hoffte. #ier fteng er mit tnyüua 
an, eine £luartalfd?rtft berau§jugeben / bie ben $itel füf;rt : 2bcu 
träge tSif?orte unö Aufnahme öes (Theaters. 3br V^ti 
war, niebt nur bie t&eatralifcben SBerf e / fonbern aueb bie S$or* 
fteüungSfunftberfelben ju beurtbeilen , unb ein ©emalbe t>on bem 
ganjen europaifeben ^eaterwefen ju geben/ woran eSbamalS nod? 
fe^r fehlte. X>b tiefe ^Beitrage gleidj mit bem vierten Pkütfe 
aufborten, fo waren fte boefy für bte bamalige 3eit unterriebtenb, 
unb bic erften in tyrer 2fo. *eflmg befdjäftigte ftd; barauf jus 
n4<bfl mit Wr Verausgabe feiner (Berichte, bie jefet yuxn erflen* 
male, o&ne feinen 9iabmen, unter bem Sütel: &!eintgeettefi, 
erfebienen. Die geringe ÜReinung , wclcbe er felbjl wn tynen batte, 
fca er ibnen nicr)t allein einen fo anfprucb$lofen $itel gab / fonbern 
fte audj niebt einmal unter feinem 9labmen erföeinen lajfen wollte, 
be$eid>net »efebetbenbeit, Unpartbetlübreit gegen feine Arbeiten, unb 
eelbfierfenntmr} , bie man fo feiten bei angebenben Sutern tmbet, 
unb bie, wofteijt, feinen fd)le<bten SBeweiS ber SSeurtbeilungS* 
traft gtebt. Der ©etfatl , welken fte erhielten, unb ben er wenig* 
ftenä md)t in fo $obem ©rabe erwartet fcatte, oerblenbete ibn nid)(, 
unb er lieg allen feinen Sfcacbfolgern , bie $n ubertrafen , t>oUe dte 
reebtigf ett wteberfa&ren. 3u unferer 3ett würben fte freiließ fo oiel 
tÄuffeben niebt gemaebt &aben. Allein bie (gmpfinbung einer unbe* 
fangenen , gutmütigen , obgleich auefc mutwilligen , aber nid)t 
ungebtlbeten Sugenb, unb ber ganje anafreontifebe ©eifl flecben fo 
peroor, oat^ fte noer) peure oen icnöryiien jvunitrtcprer etnnepmen 
fonnten. Ofling legte ffct> in bieferäeit aud? auf bie ^pantfehe 
brache, imb glaubte, fte würbe ibm mit ber 3ett nüfelicbe Dien* 
ffr leiflen f innen , weil fte bamal* in Deutfct>lanb nic^t fe&r betrie* 
ben würbe, öalb burauf gkng er nacr) *XHttenbct&, wo jefet 
fein jüngerer »ruber, >bann tBottüeb, ber .nac^b«rige Äon- 
reftor in CbemniQ, fhibirtc, unb würbe ^ier / mt^r bem ^)lane 



*4o ©fcolb €pr)r, ieffinfl. 

fcmc§SSatcr§ ju ©efalfen, al§ nad) feinet eigenen Neigung/ ttta* 
cTi fr er. Er fab c6 aber nie gern/ wenn man ihn tttagifier nannte/ 
unb batfogar feinen SSater/ tie 21 u ffdjriften feiner 23nefc an ihn nicht 
mit tiefem £itel ju verbrämen. 3u feinen damaligen wichtigem £3e= 
fchaftigungenigehirt btc Ucberfefeung t>on beä Quarte Prüfung der 
Äöpfe, aiiö bem Gpanifcben. Ein©uch/ ba$ Ungereimtheiten mit 
Ungereimtheiten/ unb einfettige Erfahrungen mit anbern einfeitigen 
Erfahrungen wiberlegt unb frertbeibigt. SBon ben Temperamenten ober 
wfcbiebenenSföifchungen ber 2Bärmc, «Halte/ geudrtigfeit unb£rof= 
fenheit (aßt paarte alle geizigen gdbigfeiten be$ SDtaifcben/ jafogar 
SSugenb unb Saffer ent (leben. Die 9Renfcben, fagt er/ ftnb nach 
Söefdjaffenbeit ber 2Barme, StiiU, Srocfenheit unb geud)tigFeit 
be§ ßanbeS/ nach SBefchaffenbeit be$ SÜBafferS unb ber guft/ balb 
bumm, balb Flug / balb tapfer/ balb feige/ balb graufam/ balb 
offenherzig/ balb lügenhaft/ balb aufrichtig u. f. w. Eben biefe 
ätferirrungen beS ©panier« interefftrten Oeffingen/ weil fie ju« 
gleich fo oiel ©toff jum Nacbbcnfen unb dachen gaben/ unb 
er glaubte, fie würben auch einen unb ben anbern interefiiren, 
ber eben barum nicht erfl Bpamfcb lernen wollte. Eine ander- 
weitige feiner icfcigen SBefchiftigungen war bic Jtritif ber &lop< 
fiodfdben tneffiabc, unb eine lateinifebe poetifch« tteber* 
fettung berfelben / bic er mit feinem ©ruber anfieng. Sie allge* 
meine 2(ufmcrFfamfeit / womit £eutfcblanb biefe Epopie aufnahm/ 
erregte 2ob unb SSabel, unb/ wie gewihnlichr waren bie Sabler 
vorlauter/ all bie gober. £er grißte bamalige Vorwurf war 
Sun! etyeit / unb baß ber Hexameter / beffen ©ebopfer Älopftod? 
in £)eutfchlanb war, obgleich fchon einige ^erfuebe bamit wrherge* 
gangen , ber beutfehen f)oefte nicht angemeffen fei ; auch SSeröattert 
ohne 9feime im beutfehen überhaupt barbarifdje Neuerungen »4* 
ren. Äefiing wollte burch feine lateinifche Ueberfefeung beweifeit/ 
baß bic ©ebanfen in ber mefltade gar nicht fo bunfel unb unoer* 
ftdnblich wären, atf fte im 2>eutf*en Einigen fötenen. TU e$ in« 
beffen bamalä hieß/ ber 5>anif*c ßegationSprebiger &u m«örit ha* 
be fchon eine folche Ueberfefeung fertig / fo würben beibe Aeflinge 
baburch bewogen / ihre Arbeit wieber liegen ju laffcn. Noch mehr 
Seit wrwenbete Äefting auf bie Berichtigung unb »erbefferung be$ 
^oebeefeben (Bclcbrtcnlerif ons / welche« 1750 unb 175 1 in 
vxtt cüttartbanöen erfchienen war. 3u eben tiefer 3eit würbe er 
in einen (Streit mit bem Raffer Äange &u Äaubltngen wegen bef= 
fen -^orajuberfcniinq wwicfelt/ woburch fein Vaöemecum ait 
benfelben veranlaßt würbe. 3n eben biefem Sa^ie würbe Hefling 
jum «brertmitglieöe Der (Befellfcbafc von Sretmöen öer 
fchSnen XDiflenfcbaften ^aüe aufgenommen / bie bamalS ein 
beutfebe« ßerifon herausgeben unb Oeffingen gern jum fS^ttorbei* 
ter haben wollte. Er würbe aber jefet fetneS Aufenthalt« in XDit* 
ttnberg uberbrußig unb gieng nach »erlin *urucf / wo er feine 



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341 



alten Sefannftn roiebcr antraf, tnyliua inbcffcn» wddwt hühci 
bie *>ofiifcbe Seitung getrieben hatte, ©erlieg Berlin, unb Hef/ 
fince übernahm ben gelehrten HttiUl Darin , woburch Daß $erücf)t 
entftanb, er fei an tTT/liu* ©teile Smungsfcbreibec in Berlin 
geworben. (Sr war übrigens in fceclm fafl eben fo fleißig, wie in 
»Ittenberg, nur auf eine etwaS eigennützigere Srt. 8r bereit 
fein $funb nicht im ©cbwei&tucbe, fontern bcnufcte e$, fo gut et 
i onnte-, um nicht $u barben / unb lernte einfeben , bafl ntc^t^ an* 
ber* &u tbun, als geizige ©cbdfce fammeln, aud) ©eifr fei, unb 
jroar eben fo tborigter, als ber ©elbgeij. <gr gab 1753 ben er/ 
frcn.unb weiten, 1754 ben brieten unb vierten Cheil feiner 
^ebriften in £>uobe? berauS. (Sin wahres Sttancberlej für ©e# s 
lehrte unb Ungelebrte, fur©rufeer unb ©raubarte/ fo sugericbteir, 
tag ein jeter baoon ju foflen oerlcitefr würbe. &on ben ABebid»* 
ten fanb man bamalS fetten, in " ifortr Ärr, fo biel ®uteä bei- 
fammen. Der ©toff war Siebe; nicht bie geibenföaft unb Xitk 
gelaffenbeit, fonbern nur ber &ei$ baoon, ber auch bem ernften 
alten nicht gan& mißfdüt , unb 2Bein unb groblicbFeiti Die Brie- 
fe waren natürlich, aber nicht fo tinbity unb fpielenb ; freimu* 
tt>tg unb einieuxrjtenb , aber nicht fo gebanf enleer unb Fabi , wie 
bie bamaligen oon fogenanntem guten ©efebmaefe. Der Snfcft 
felbjl mannigfaltig , unb, na* bamaliger allgemeiner Denfart, 
neu, unb wo 1)1 gar parabor. Ä*on einer ©eite jog °i«f* f 
lief) fcbeele ©efiebter *u, auf ber anbern nabrn man eS für äutyat 
auf, welche bie gewöhnlich^ Jiofi aud) bem feinfhn @aumen ge- 
nießbar macht, ©eine Rettungen fd; jenen nicht fo wobl einen 
gTeünütbigen , alS einen Unbebaut [amen anjufünbigen. Cr Oers 
tbeibfgte barin lauter Softe* -unb griff lauter ttebenbe an, bie in 
nicht geringem Änfebn (ianben. Da er aber tiefe ^Betrachtung in 
ber Vorrede felbfl machte, fo fann eS wobl weniger auf dttdp 
nung fetner ttnf lugbeit / ai$ bielmeh* feiner breiflen ©erabheit ge* 
bracht werben* ©eine Komödien waren 9Hu(ter für bie bama- 
lige beutfebe 33üf)ne. 9?ur oon biefer 3ett aj* : burfte ein Stternünfs 
tiger fieb ber felben nicht fernen» ©e lb|l baS 2leufjere, Rapier, 
Drucf unb iBerjierungert , geigten oon befferem ©cfdjmacfe, ald 
bidber bei folcben ©Triften gewöhnlich gewefen war. Äcfimg 
überfe^te je^t auch ben erftenCbeil oon Xliavignfe (Befcbicbte 
ber Araber; bie Ueberfe^ung febeint inbeffen feine freie 2Bal?l, 
fonbern eine gew&bnlicbe OTegfpeFulation gewefen )u fepn. gerner 
fammelte ir bie Bebrtf ten feinet grcunbeS tTTfltas, ber auf ei« 
ner Steife nach Kmerif a ju Aonbon geworben war« Desgleichen 
gab er ba^ erf?e unb *n?ette Btuct* feiner Cbeatralifcben X>\* 
bliotbet heraus. Die greunbfehaft , welche Atj^Qi mit tHofed 
tHettOelsfot>n unb t7tcolat errichtete r war für alle bret wohl oon 
gleicher SGBiehtigfeit tur fi3ilbung ihreS gelehrten (5l;araf terS. ©an j 
Derfchieben an . driiehung unb anfänglicher Denf irngS^ft, ujib. hoch 




94* 0§olt> €pfcc ieffing. * 

fo cjanj einig an <5ifer für ihre geiftige ©elbfh>ert>ollfommntmg unb 
föef&rberung ber SBtffenfd^aftcn / teilten fte einander ihre frucht* 
bargen 3been mit Da jeter bie be* 2tnbern ju berichtigen unb ju 
DcrbefTern aufgeforbert mürbe, unb feiner boeb für feine eigene eine 
fo unbejwinglicbe Vorliebe batte, baß baß ©egentheil ba&on bei 
ifym feinen Cinbruct machen f onnte / fo mußten ifjre 2Ceußerungen, 
wenn fie biefelben ju Rapiere brauten/ immer t>£el Sfccbtigfeit unb 
«Reubeit baben. €5ed>3 Äugen feben freilief) mebr, atö awei, gu* 
mal» wenn baß eine 9>aar für bie gerne , ba* §weite für bie 9cabe, 
unb ba$ britre für bie ©cbarfe oorjüglicb ifr »ei anbern wir* 
fen gemeiniglich bie ©egengrünbe, bie jeber mit feiner beften Äraffc 
tatfeUt, JUlte, Mißtrauen, unb wohl gar «Reib ober Oering* 
föafcung. IBei ibnen aber machte e* bie greunbfebaft nur oer* 
trauter unb tnniaer, unb biente ihr gletcbfam jur SRabrung. Eicht 
©leichhett i^rer Denfart, bie febr wrfcWeben war, fonbetn tbt 
fcharfer unb richtiger »lief, ben jeber bon jeber ®«<he fafi-atu 
ber$ nal)irt , war ber ©runb t'breä vertrauten Umgangs. (Sie 
lernten mebr au$ ifyren freunbfcbaftltcben ©treitigfeiten, al$ au8 
83ucbern unb Kollegien, wo ber üefyrenbe in einem fort fpriebt, 
ber gernenbe abet jur>6rt/ bewunbeit, ober fcblafr. ÄefTmg hatte 
bie fllufclicbfett baoon fdjon auä bem R&ffnecfcben jDifpuutcv 
triam &u Xetptfg tirtfeben Unten, unb ba biefe freunbfcbaftlicben, 
offenen Unterredungen weber an Ort unb 3eit gebunben waten, 
noch ber tfnfcblagjettel unb anberer geierlicbfeiten beburften, fo 
war alle* oollfommen nach feinem ©inne. Die erfte grucht tw>» 
ÄeflTng* unb tHofes menöelfofrtiB gefeUfchaftlichem ©rubiren 
ifi rooblbie ©ebrift: pope ein metaphpftf et , welche fte bei 
©elegenheit einer Aufgabe ber Äedtnifcben afaöemte Oer Ä>if/ 
fenfebaften fcber ba& popifebe &y f?em mit einanber auffegen, 
tmb in welcher ffe jeigten , baß ein pr>tlofop^ifc!>cr -Dichter , ober 
bielmehr bortref lieber Söerfiftfator noch fein $biU>fo$ fei; ferner, 
baß pope ber Dichter fein ©pffem babc , fonbern auö allen 
fernen ftch nehme, waö &ur lebhafteren , ober (unlieb Doiifommens 
flen Darfrellung gut fei. Obgleich ÄeibntQ, wie Pope, tot: 
2iües tf? <uu , «ms if?; fo meinten boch beibe eine ganj terfchie= 
bene SBollfommenbeit. Xamler gehörte jmar in biefe* gelehrte 
Kleeblatt fo eigentlich nicht, tnbeffen war £c flmgs Umgang unb 
greunbfehaft mit ibm nicht geringe. Uebrigen$ mar Äamlcr, ber 
nur allein für bie feinen ÖBiffenfcbaften , unb Domebmlich bie lt?n'r 
febe Dicbtfunfl lebte, Diel ju begeifiert, um ftch tte S3efebaffenhett 
feiner IBegeiflefung entwicfeln. 6r bachte Diel für ftch, r< $f°"-' 
ntrte aber nur wenig über feinen ©egenjlanb mit Änbern, weil er 
wohl wußte, fo wel ©uteö er auch baruber boren finnte, baß fte 
tbm immer feinen ®eftct>tSpurtft t>errucfen würben. Unb Dan bie- 
fem allein bangt boch bi* ©tarfe unb ßebbaftigfeit ber poetifchen 
Darßeüung ab. 6r wollte entrpeber Garnier fepn, ober gar nich'td. 

* ' . v ©chwer? 



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Gcf>tpctlicf> wirb ein' großes bfcf>tcrtfcf>e5 (Hertte eine Aefthetif fchtets 
ben; ftfchfien* eine bocajifcbe poetif. Unb boch l;at einen $t)eit 
ber Jtritif niemand in ber Sichtfunjl h*h«r gebraut/ alö Garnier; 
unb £eflmg> ber afleS ju ehren unb §u nufeen wußte / nahm biefe 
t>on ihm mit öielem £anfe an , anfiatt baß Anbete feine geile ge* 
ringfehafcten / ober gar verachteten. ÜÄit feinem greunbe Johann 
XDHhelm tHeil unterhielt jtch Äefling fct>r oft oon ben bilbenben 
fünften/ unb fehlte feine ^iffenfdjaft barin eben fo fe$r, atö fein 
Jtunjftalent. ttldl trat mit Oeffingen gleichfam feine Saufbahn 
an, unb feine Vignetten ju Äerfmcrs fogenannten Kleinen 
Bcbtiften ftnb don feinen erjlen Arbeiten, öuljer/ Äonia;, 
0u#milcb/ Ätrnbecget unb diele anbere t>erbiente ^Dünner ge* 
»dbrten Oeffingen Sfter* fehr le^rreict>e Unterhaltungen/ unb wen« 
man bie übrigen ©efanntfehaften ba$u rechnet/ wo er al$ greuttb* 
angefefjen unb geartet mürbe/ fo tyämman glauben follen/ et werde 
Berlin ju feinem bejtinbigcn Aufenthalte wählen. Aber nicht« wenis 
ger,al6 ba*. ©en^lanju feinem ÄrauerfpielellTtpöacanwttte H 
gern ungejt5rt unb hinter einanber in ßmern geuet au$atbtittn< 
Q.v gieng baher auf einige Seit nach Potsdam , unb bachte tagt<Jg* 
lieh an nichts weiter/ al$ an biefe $rag6bie/ bie er auch bafelbft 
uollenbete. SDicß bürgerliche Crauerfptel/ ba$ erfie in&euifav 
lano , würbe anfänglich ^can{fuct an der (Döer mit großem 
föeifalie aufgeführt/ unb eben fo , balb in mehreren anbeten ■©tab* 
ten , fo gar in XPien. & würbe auch ins 5ran*$fTfcbe unb fca* 
nifebe uberfefct. Auf ben ^h^tern £)eutfcblanb§ mußte e$ feiner 
ginge wegen oevf ürjt werben/ unb baburch glaubten bie SBemirjer 
bie Sangweiligfeiten/ bie aüerbingö btefeß ©tütf halte , »ertilgt ju 
haben. 2Ba$ &ef)ing fclbjt baruber in feiner £>t:amaturgte fcTtsm. 
13 and 14 fagt/ ijt wohl aüe$/ wo* man mit ©runbe fagen ' tarnt» 
€?o großen unb fo allgemeinen Söeifaü e3 aber auch tyattz, fo gab 
cd doch einige/ bie *$ weit unter feinen wahren SBerth bcrabjiufefcerr 
fuch ten. ©ie erwiefen auf eine gelehrte Art , unb bloß *ur Beför- 
derung be§ guten ©efchmacfS , baß e$ baS unregelmdßigjre unb un* 
tauglichfte Jüing, unb obenbrein auö englifchen Romanen unb Ära* 
gobien jufammengejtoppelt fei. äufchauer unb fiefer / benen toet 
gelehrte £>\tb$a\)i febr gleichgültig ifi/ fchienen boch nicht recht feujl 
ju haben, ba6, wa3 ihnen einmal gefallen hatte / nun elenb $u fm* 
bert/ unb fo blieb e$ beliebt, bi§ bie neuen tragifchen Äraft* unb 
jDrangjtucfe tarnen, über betten es dergeffen würbe. 9Rit biefer 
theatralifchen SBefchiftigung erwachte in Oeffingen zugleich wieber 
ba$ Verlangen nach theatralifchem Umgange, ben er ju Berlin 
nicht horte/ unb nach Sreunben, bie ftd> für bie deatfebe Bubne 
mehr intereffirten , als bie $Berlimfa>en. (5r reifte alfo 1755 wieber 
nach Äeipjicr. «öiet fanb {ich halb für ihn bie Gelegenheit/ einen 
reichen jungen SRann auf Steifen ald öJcfcUfdjafter ju begleiten/ 
was ^efftng lange fchon gewünfeht hatte, £>ie Steife gieng aber 
X & » nur 



344 ©&ol» €p§r. ieffing, 

nur t>on Äeipjig über XTTagöeburcr, t£alberfrabt , Ärautv 
febroeig, -«oüöeabetm, Hannover, Celle, Äüneburg, ^attu 
bürg, Jöremen, (Dlöenburg, £moen, (Bcontngcn , £.eu# 
warden, irancefer, ^Jarlingen, über bie Buöerfee na<b 
2mf?ccdam. £on t)kx au§ füllten bie übrigen vereinigten pro« 
Vinnen befeben werben / unbalöbann mollte man nach £nglanö 
übergeben. ®a aber ber Jtonig t>on teufen/ ^rie&ricb oet 
Jroeite, unterbejfcn in Bacbfen eingefallen war» unb Xeipjia; 
JKeugifdje SBefafcung erhalten l)atte, fo mürbe bie SKeife niebt meu 
ter fortgefefet, fonbern man eilte fobalb als miglicb wiebt« juruef* 
Unter bem 9>*eufNfcben Regimentes melcbeS in ÜLeipjig cingerüeft 
mar, fanb £efting ben Dieter von Kleifr, mit bem er fdjon 
in Berlin freunbfcbaftlieben Umgang gehabt innre (ix machte 
balb aueb feinen greunb HMffe mit bemfelben begannt/ unb biete 
brei waren jefet faß alle 3age beifammen. äu ibnen gefeilte fieb 
nqcb ber $x. von &ratve , ber feit anbertbalb Sabren oon ber 
etdwlpforte gefommen mar, unb in Äeipjig jhibirte; ein jun* 
ger ÜÄann oon ungemeinen gabigfeiten , unb ber, nad? ben beiben 
Crauerfpielen , bie mir von tym Ijaben, ju urteilen, ein t>or* 
|üglicber tragifeber Siebter mürbe geworben feijn t menn ber $ob 
ibn niebt fo frübjeitig fcinmeggerafft bitte* JLeiTm$ gab j^t <&utf 
ehejbns öittcnlcbre öer Vernunft, fo mie Äicbaröfons, be$ 
berühmten StomanenbicbterS , «Sittenlehre f&r bie fugend in 
ben aa*erlefenf?en aefopifeben fabeln in einer beutfeben 
Ueberfefeung beraub 2>fe Ueberfefcung be* Unteren 2öerf$ mürbe 
eine «eranlaffung ju feinen eigenen afopifeben fabeln. 2fo ber 
Ueberfefcung ber Cbomfonfcben (Crauerfpiele tyxttt er wobt fei* 




JLa&* erntfbafte Ermunterungen an alle Cbriffen & ei» 
nem frommen unb beiliaen Äcben fieng er f auf »eranlaffung 
feiner @dm>e|ter, an &u überfein, reifte aber, naebbem et eini* 
ge Sogen »ollenbet b^tte, na* fcreaben, unb tPeige überfefcte 
ba$ Uebrige. Sit fcibliotbet" ber fdxSnen 
meiere 1757 erfebien, mar eine 
bo« Aeflmg, tHofes ttlenbelsfobn 

eine febr uneigennüfcige Unternebmung. 3)a$ #onorarium , wo* 
fie fieb bafür auögemacbt, oerwenbeten fit auf einen $rei6/ ben 
fie auf ba$ bejle Craueefpiel festen. «Wan fagt *um ßobe bie* 
fer IBibltot^ef niebt ju w'el, menn man ffe bie erfle gute 3eit* . 
febrift in ibrem gacbe nennt, mo ton ben efelbaften 2luSfaUen ber 
Bcbroeijerifcben unb (Bottfebebifeben Schule niebtö mit ein* 
aefioebten mürbe, mo Unpartbeilicbfeit unb greimütljigfeit fo pebt* 
bar maren, baß nur bie gejücbtigten fcblecbten Tutoren bagegen 
febrien. Hicolai gab ben erfreu @ebanfen ba.^u, unb ^atre über 
bie erften vier -Banöe bie 3)ireftion unb 5kforgung ber tWate« 
rialieru mofe* menbefcfofm bienU babei mit ölatj unb «bat } 

JLtffing 



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©fcofb €pfrr* leffing. »45 



Äefling regulirte ben ®ruü, unb retnbirre alle* nod) einmal, n?a* 
bajubeftimmt würbe, #errn tTtcolai's Ebbanblung vom Cratter* 
fpt'ele, womit ba$ erffe ^tu<f ben Anfang macbre, veranlagte 
einen großen £beil t'breS SBrtefwecbfclS. ©re fritrftrtcn einänber 
ibre Jlrttifen unb Ebba nb fangen febärfer, a(§ fte gegen anbete 
€5d?riftf!ener mären. ilefling nafcm ft(b fogar bie Sreibett/ fetner 
greunbe Urtr)ei(e / wenn fte ibm nid>t gefielen / ju fafftren. ©on* 
berbar war e$, baf bie betben jungen bebtet , welken ber preis 
für ibre etngefebtcf ten Craaerfpiele juerfannt worben war , in tu 
rtemSab«/ nemlicb 1758 ftorben. $)er SJerfaffer beS (Zettas, 
von (Eronegf / fogar noeb eber , a\% er oon bem greife 9lad)xui)t 
baben tonnte. SDer SSerfaffer be$ 5**igeif?es, von Tbtavot, er« 
lebte jwar bie «tfrinung fernes $rauerfpiel$ / ftarb aber ebenfaßf 
hirj naebber. (€>. bte Ert von Jbtaxvt unb von €ronc$ im f • 
Äanöe bief. 8er. 205 ff. B. 358 f.) Um tiefe 3ett aiena 
Offling febon anleine Virginia/ bte er tyernaeb unter bem *itef: 
**milta CBalotti/ Verausgab. Crr fonberte alle* ab, wa3 bte ®e* 
fdjicbte ber Virginia für ben r&mifcben ®aat mtereffant maebte, 
imb glaubte/ ba$ ©djicffal einer Softer , bie oon t'brem5öater ums 
gebraut wirb/ flem ifcre &ugenb wertber tft, al$ t'br geben, fei an 
unb f&r fiefy febon tragtfcb / unb fabig genug , bie ganje ©eele ju 
erfcbÄttetm , wenn au(b gleicb ton Um jturj einer ©taatSoerfaffung 
barauf erfolge. (Sr arbeitete aber iuferfl lanafam baran, erwetterte 
unaufbirltcb feinen ?)lan, unb frrid) unaufborlicb etwas w>n bem 
fd>on Ausgearbeiteten wieber au«, ©eine Anlage war bamal* nur 
auf fcrei Ehe gemalt. &ef)tng gieng jefct abermals nacb fcetltn 

KrW, unb fcbrdnfte ftcb bi** *uf ben Umgang mit feinen alten 
eunben, iTTofes ihcnöelsfotm, tTtcolat# Kamler, bem 
»ucbbanbler tofi, bem Jtutferftedjer meil, unb einigen wenu 
$en anbem ein. UebrigenS festen er nur bieber gefommen feipv % 
«m noer; ungeff&rter afe in&ciptia, ju arbeiten. ©ein£rauerfpiel 
p fn Iotas er fcrStcn / ein ÄrtegSjritä, wenn man fid> fo auSbrüefen 
barf, baS, wie Äefitnga »ruber in bem &eben beffelben fagt, 
alle f)rituen auSwenbig lernen, unb t'bnen früb ein alter (Staats* 
mann, 9cacbmittag$ aber ein alter ©eneral erflaren follte. SBaS 
ift ribrenber, anxie^enber in ber ftatur, att ein junger iCronerbe# 
ber ganj ©olbat tfl, ganj Aelb werben will, niebt auf Äoflen, fon* 
bern jum grommen fernes fcaterlanbeS, ber nad) bem erflen r>er* 
unglucften »erfuebeba« etaatSwobl feinem fceben t>orjier>t ? & 
R ein ebler jugenblic^er ^ntbufia§mu«/ t?on bem man freilicb feiten 
$8rt , unb ben man beSfalb wobl für unnat&rltcb bötten f innte. 
2>ie aber fagen , baS ©tücf fei blof ein »erunglucfter »erfu* einer 
TCcagiDte obne $tatten$immcr , fo wie- ilcffing einen ablieben 
mit einer Äpm<$Die gemacht, benen muf man aüen ©inn für ba« 
wabre Äragifc^e abfpred^en. SRicr/t ganj unwabrfcbcinli* ift e«# 

baf biettmembungen mit Kleiff über ben fttbcrntttfe« TO 

wo 



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C4* ©&0lt> Sfp^T. *«fft«* 

wo fo.mamber eble, boffnungtooHe Krieger gleicb mit ber erfleit 
5)robe enbctc/ Oeffingen ben Urfto ff baju gegeben baben. & 
war bei tym eine Seit , n>o er auS allem ein umhiebt machte, 
tmb rpieber eine Seit/ wo er jeben mistigen Vorfall in eine £ca* 
goöie ober ÄomeiOie braute. £aß er niebt alle* , ma$ er wollte, 
twllenbete / lag in feiner SWenfcblicbf eit ; benn oft wollte er mebr, 
«tö feine Gräfte oermoebten. £)ft bdtten fte aud> »ermoebt/ waß er 
gewollt ; aber er flofc juweilen SRübfamf eit unb Baffrengung mit 
ber unmutb$oollen grage : „XDoju Oas alles V 2>ie /üteratuc* 
beiefe, welebe jefet crfcfeicncn / unb ju benen Äefllng ober Uico* 
lai bic erfle Sbee gegeben batte , berbanfen wir außer ibm unb tlu 
colat bö^>tfo^licb noeb tttofes tHendeUfobn. ©ebon ebemaW 
in feinen Kleinen ecbrtften batte £efiing SSerfucbe mit üerfifteie/ 
*en fabeln gemaebt/ bie auä) febr gut aufgenommen worben waren, 
^aebber anberte er feine Meinung unb fyelt bie aTopifcbe ta*x\iw 
für bie alleinige / bie ber wabren 2Cbftc^t ber gabel cntfyreebe. 2>em 
zufolge lieferte er jefet feine brei S3üeber proftifebec fabeln, weJU 
eben er feine ^abcUbeorie beifügte. £bne bie genaue greunb* 
fdjaft, worin Äeffing unb Äamler (let§ mit einanber lebten, bie 
fogar ibre <£rboblung$|lunben ber JBeforberuna, ber beutfeben Eitera* 
tur wibmeten unb jugleicb bie Söilbung unb 23ereicberung ber beut* 
feben ©pracbe ju einem befonbern ©egenjtanbe ibrer aufmertfam* 
feit matten, würben wir faum ilogau'« WnngeOidne / welebe 
1759 bureb beiber SBeforgung erfebienen, erhalten baben. ©te bei* 
be waren allein im ©tanbe , einen alten , fa|l gan$ wgeffenen 
Siebter ju ibrer 3eit mit ©bren unb iJSewunberuna, wieber auftres 
ten ju laffen. SBielen, welebe bie ©elcbrfamfcit baju gebabt, würs 
be e$ an genugfamen ©efebmaefe, unb anberen/ bie ©efebmac! in 
großem ©rabe befcjftn , c$ wieber an ber neigen ©elebrfamfeit 
gefegt baben. 2Benn man noeb binjufügt, baß Jüfting ju biefer 
Seit aueb an bem Jleben Oes ^Jopbofle* ju arbeiten anfteng /' fo 
!ann man fieb letebt oon feinem, angeflrengten gleiße eine Sbee ma» 
eben. SSJean fonnte fagen, baß fein gleiß aueb ntcfyt unbelobnt blieb; 
aber e* ifi febief lieber , bloß anjufübren, baß er 1760 als £br cn= 
mitglieO der Königlichen 2tfaöemie Oer XPsfTenfcbaften' $ti 
Berlin aufgenommen würbe. üRtt einemmale gieng jc^t Hcflmg, 
obne feinen oertrauten Skrlinifcbcn greunben auch nur ein SBort 
fcwon &u fagen, olö (Bo.upecnementafeEtretac gu bem ©eneral 
von Eauen sien nacb Breslau. 3Die Urfact) war , um feine ®fc= 
funbbeit , bie bureb anfcaltenbeS ©tubiren gelitten fyatte / wieber 
berjujlellen, unb feinem ©etjt unb Jtorpcr (Srbolung ju t?erfcbaffen. 
SDicfe neue Üaitf bahn trug nid;: wenig ju feiner SBelt = unb M^en - 
febenfenntniß bei. Ucbri^end batte er wobl geglaubt/ bureb 7lnneb> 
rnung biefed ^oflenS ffcb für bie 3uhmfr ein befto unubbdngigere^ 
unb forgenfreiereS Heben zubereiten ju f&nnen/. um beffentwtQen 
man wobl ein paar Sa^rc äwang unb Unterwürfigfeit ertragen f inne. 

.^*.Sn 



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3n vieler $utfftcbt lebte er in Xteslan fcfjr angenehm. Gr fanb 
fi d) ba Ib in feinen (General, ber einer t>on ben großen Steifleinen 
war , btc jrieorieb öcc (Brofle md)t tttUnnU, obgleich fie nicht 
gefchliffen waren« <5r lernte fafi alle JDfftciere ber $rcti£ifcben 2ta 
mee im fkbenjabrigen Kriege rennen , unb barunter mannen t»or= 
tr etlichen 9Jcann. <5r far), roie bie größten ^Begebenheiten oJjne 
51 bucht entflanben; tote 3ufaQ oft fchlecbte €kt$en gut/ unb gute 
fehl echt machte; wie ben ©roßen oft Dinge ^ugefeh rieben werben/ 
bie fie betn aSerflaube unb ber ^er^endgute iprer Untergebenen ja 
t>erbanfen haben. Tfoch jefct lief? cS iLcfTtng jmar nicht an Steige 
fehlen / verbrachte aber gleichwo&l bie (Srbolungtyeit nach feinen 83e* 
ruf&gcfchafcen nicht 6lofj unter ben Suchern/ fonbem auch K(?r bau* 
ficj/ $ur SBerwunberung aller feiner greunbe, am BpieUifcbc. 
Cein liebfrcS <5piet war jacao/ baS feinen ganzen 3?ei$ 00m boben 
(gewinn ju haben fehetnt; unb er fpielte eö mit jlarfer Seibenfehafr. 
Crincr feiner gr cu nbe / ber ihn bei bem Saraotifche beobachtete / fafy 
einmal/ wie ihm bie gellen Schweißtropfen oom ®eftd?te tjerunterlte; 
fen, ob er glc ich bie fen 21 benb febrglücflicb fpielte. 2(1$ fte mit einem cer 
nach «ßaufe giengen, tabelte er il;n, bag er nicht bloß feine $B6rfe/ 
fonbem noch etwas 2Biehtigere$ / feine ßtefunbbeit ruiniren mürbe« 
(3crafce ba* ©cgentheil , antwortete &eflma;. 23enn ich faltblutig 
fpielte/ würbe icb gar nicht fpiclcn; ich fpiele aber auS ©runbe fo 
Ieibenfchafrlich. Die heftige Bewegung fefct meine fiocfenbe $fla* 
fchine in SfykiaUit unb bringt bie ©afte in Umlauf/ fie befreit 
mich uon einer körperlichen 2(ngjl / bie ich auweilen leibe *). £)ie 

jwettc 

*) lehnet, ber in Breslau , all ein iunger gctftrctcbcr fftann, fcfcr 
vergnügt lebte, unb jroifcbcn ein auch / nicht, n?ic er ftlfcft fagt, mit 
bc m ©piel fpielte , fonbern mit bem (gpfel feinen @cberj trieb , febien 
feine Sreunbe in Berlin vergelTm |u haben. £r febrieb nur feiten, 
unb wenn er ja febrieb/ fo gefebab c6 mehr, ftcb in ihrer Rreunb* 
febaft ju erhalten ^ all um feine gelehrte Unterhaltung mit ihnen fort- 
iufeßen. ntofee rUenfcelefohn, um ben er fiel? fonft noch am 
mciitcn befummerte, tonnte gar nicht begreifen/ nai mit Oeffingen 
für eine ©erdnberung vorgegangen , unb alt er horte, ba§ £cffing 
in Ämlau fleh ßanj ben Vergnügungen, unb befonberd bem ©yicl, 
übcrlaffe, fuepte er ben Jreunb auf folgcnbeflrtfrcunbfcbaftlicb jurecht 
ju roeifen. £r (ie§ vor bie drocite Auflage feiner philoiophudien 
Schriften / bie eben obgebrueft roar , in einigen grcmplarcn für gute 
greunbe, folgenbe &et>ifation , mit Slnfpielung auf eine bekannte 
^fabel von £icbroer, fefcen, unb fa)iefte ein* biefer (rrcmplarc an 
> iefjtng. 

Jueignunqefchrift an einen feltfamen ttleitfcbcn. 
S)fe ©cbriftfteüer, bie bai ^ublifum anbeten, bef lagen ficb/ tt fei 
eine taube Gottheit; tl lafTe ftd) verehren unb anflehen; man rufe 
vom borgen bio* an ben Wittag : aber ba fei feine Stimme noch 2int* 
luort. Och lege meine ^Wtter ju ben gö§en eine« 0)6ßen nieber, ber 
ben (gigenfinn hat, eben fo harthörig |u feon. $cb habe gerufen, unb 
er antwortet nicht. 3tht vcrflage ich ihn vor bem tauben SRfcbtcr, 
bem ^utlifum, M fchr oft gerechte Urthcile \m , ohne |u hören. 

SMe 



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348 ©fcetb Cpfcr. leffing/ 

jweite Sunbe , bereit et in 25teslAtt t>on feinen $reunben bef*uf* 
fcigt würbe, warba* t>ieU Äfcebetfaufen. €* war ©pefulatioti 
tmb Liebhaberei juglei*. £ie 23u*er giengen bamalS in f*le** 
tem ©elbe faf* wohlfeiler weg, at$ fonfl itn guten; er wußte, bag 
er S3ü*er beffer oerwabren tonnte , ttt £karf*aften , bie ibm ber 
erfle hefte dürftige abjammerte. Unb fte waren au* ba$ (Sinjtge 
pon <Srbebli*feit, ba6 er in ber golge auS Äteotau mit wegnabm. 
eeine gelehrten greunbe , mit weisen er bafelbfr am ttertrauteften 
umgieng, waren ber&eftor Äcletiuö unb ber Steftor Älofe , ÜRän* 
mr uon bem bieberften Gharafrer unb unfcbdfcbarer ®elebrfamfeit. 
mt bem leltern befugte er befonber* bie »ibliotbef unb JtlofUr 
febr fleißig. SBei aUen feinen äerfrreutmgfn war er inbeffen / wie 
f*on erwähnt , in Breslau nie mußig für bie 2Btffenf*aften. 2Cm 
liebjlen befebiftigte er f[(b mit rritifeben, antiqtiattfeben, bva* 
matifeben unb Ittecarifeben ©egenjtönben. 3n ben legten Sab» 
ren feines Aufenthalts in Äreslau fieng er au* an, ff* mit tbeo* 
logifeben Unterfaebungen ju befaffen. 3ng(ei(ben würbe Bpt* 
noja'd pbüofopbie ein ©egenflanb feineS 9?acbben!en«. Unter 
mehreren planen ju tEeagodien unb Äomotnen entwarf er jefet 
au* ben jur tnirina wn Marnheim , ben er aber erjl in Äerltn 
aufarbeitete, ilefting batte in Btealau einen <5tanb fennen ler* 
tun, über beffen gldnjenbe Zfyittn feine äeitgenoffen erftaunten, 
ohne babur* gtücf li*er ju werben. 83i§ber waren bie (Blieber au$ 
biefem ®tanbe auf bem Theater gew6hnlt* nur farifaturirt wor* 
ben. Sftebr beburfte e* ni*t , um Oeffingen ju bem Gnrf*luffe 
bringen , fte einmal oon ber guten ©ette ju febilbem. SBaS ir)n 
aber ooUenbS barin beftdrfte, war ba§ ©*icffal ber pteafiifdjtn 
^teipartNe, welche ha* bem ftebenjdbrigen Äriege abgebarift 
würbe, ©ie war freilich im ©anjen ber 2lbf*aum be$ eun>pdif*en 
SDcilitdt«; aber, wie jebe ©a*e ihre 2faönar)me fyit, fo war e* 
au* unter biefer «rt Gruppen. (Sine «Wenge fehr ebler 3ttenf*en 



£ie €5p6rter fajen : „Rufe laut! er bi*tct, ober bat ju febaffen, 
ofccr ift über gelt) , ober fcbldft utcUeicbt — ba§ er erroacbe !" — O nein ! 
Diäten fann er; Oberleiber! rotU er nfept - ^Keifen m6chte er*); 
aber ba* fann er nicht — Jum (Scblafen ifr fein ©eift au munter, 
unb ju ©elften au Idflg. ©onft war fein grnjJ ba* Drarcl ber 
Reifen, unb fein ©Port eine Diutbe auf bem «Rüden ber Sporen; 
aber jeßt ift ba$ Orafcl uerilumrm, unb bie Marren troßen unaejücb' 
tiflt. 4r hat feine ©ei&el anbern übergeben; aber fieftrcic&en aufanft # 
benn fte furebten $Hut ut (eben. Unb <£t *~ 

„ ©enn er niebr bort , nia)t fpria)t , nicht fühlt, 
„SRocb fiebt; n>c? tbut er benn ? — er fpirit." 
Hcffmg erfebrac beim Empfange be* ©ud?e^ weil er fllaubte, bie 
Sueignunuc-Kbrift fei allen gremplaren beiaebruefr, bi^ fieb enfcltcb 
ber ecberi laufMdrte. 6. (B. it. 4ffftnqö ^cben, berautgesebeit 
von B. ®. ileffing, th- i. Ö. *3* ff. 



, ©&elb <£p£r. iefftng. 149 

Rattert fi$ aus (Sbrgcij, Sernbeajerbe , ober fcbulblofem Seicbtfmne 
ba$u begeben/ unb terbienten an ber (Seite ber mürbicjflen $teufn» 
fd)en Jtrieger yu flehen. 9tur wenige gteibataiflone Ratten ba$ ©lücf, 
ber $reußifcben 2irmee einverleibt &u werben ; bie übrigen alle mufc 
ten ba3©ewebr ftteefen, ehe ft'e ftd)§ fcerfaben, unb bie Affinere 
konnten Eingeben , wo fie berief ommen waren. 3fn Breslau fanb 
Offling au er; bie ©ebtebte bei 2lnörcas beultet us auf/ eine* ber 
beften Siebter auö (DptQens <5cbule. Crnblid) im 3abre 1 765 
nabm er feinen Hbfdritb unb »erließ Breslau mieber. SBeber 
SBißmutb über feine Sage/ nod) »ermmbette 3ufriebenb«ü ferne« 
©eneral* mit ibm / noeb ein fonjiiger unangenebmer SSotfall »eran* 
laßte ibn bajU/ fonbern bloß bie SBegierbe, wieber ganj imabbiiu 
gig für ftcb fhibtren ju formen. @r fanb ff* nun auf einmal wie* 
ber in Berlin ein / unb fieng feine »orige Sebenöart »on neuem an. 
«Halbem man in fünf Sabten nicbtS ©ebruefte« »on ibm gefebeit 
batte, erfebien juerft fein JLaotoon, ober über bie ©renjen ber 
Sfcefie unb fütoblerei , woju er bie Materialien febon m Breslau 
gefammelt batte. Hn ber allgemeinen öeutfeben BtbliotberV 
welcbe 1765 ibren Anfang nabm, bat er nie Sintbert gebabt/ ob er 
gietct) uoer 01c etne uno anoere yvecemion/ ote oem <öer/rtjtjteuer ju 
unglimpflieb Wien , öffentlich &ut &ebe aefleflt mürbe* SRocb im 
3ab*e 1766 erhielt er eine dinlabung nacb Hamburg, ©ne @e* 





w 


l 





b&tme für ibre ^eebnung, unb batte ju Oeffingen ba& 
trauen , er werbe ibren 3we<f, ben Hamburgern ein beffereS ©ebau# 
friel ju geben/ al$ fie bi*ber gebabt, am beflen mit beforbern fon* 
nen. <S$ würben ibm jiemlieb »ortbeityafc SBebingungen gemacbk 
unb äße SBebenf liebfeiten , bie er batte , geboben. ÜBan batte aru 

»»on ibm »erlangt / für bie neue Sbeaterunternebmung ©ebau* 
ju febretben, unb als er bieg »erbeten/ ficb barauf befebranft, 
bog et ben <5ebaufpielern unb äufebauern bureb fririfebe iBeurtbet* 
lungen nüfelid) ju werben fueben follte. £efimg rei(le baber na* 
Hamborg, fdjjloß mit ben Unternebmern einen Äonttaft ab, unb 
febtte batauf na<b Berlin jurürf/ wo et nur noeb bi§ $um ÜRarj 
1767 blieb. 2(1$ er barauf wirf lieb fein neue* ©efa)aft in ^am* 
barg antrat/ fanb et balb/ baß unterbeß maneberlep Singe borge* 
gangen waren / bie ibm niefct gefielen. Soeb fieng er fein SBoeben« 
blatt, bie Dramaturgie , an ju febreiben / unb jugleicb felbfl ju 
bruefen. Senn ba ibm ba* Sbeatet feine folibe Äuöficbt gewdbrte, 
fo wollte et auf eine anbete 2rt in Hamburg feflen Suß fajfen. 
Äoöe, ber na^erige £egation$ratb ^U XVcimat, batte bamald 
fh Hamburg einen ßucbhanöel unb eine &ad>btudferei ctablirt/ 
unbfuebte einen Kompagnon ba$u. ^efl'ing würbe balb mit ibm einig# 
unb fie febloffen bc^balb einen Vertrag mit etnanber auf 6<baben unb 
^ortbeil ju gleichen ^bellen. Sie Srucferei batte ba§ Rieben ei* 
ner «Raiblume mit ber Umfcbnft: fix mili gloria* ^)o* au* 

biefe 



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aso ©t)olb €pfcr. Xeffing» 

tiefe JBerbmbtmg fyrtte föon 1769 ein Grtb« (f. ben Art £00 e im 
I. ÄanDe tief. Str. 0. 1 12.) 2Ba$ nun Üefttnga Prämatur* 
gie anbetrifft/ fo fottte fte anfangs mebr werben/ al6 fte n>trfttd^ 
gewarben ift. <5ie follte eine unpartfjciifcbe/ aber fcbarfe Äeurtbeu 
luna ber Siebter unb «Scbaufpieler jugteid? enthalten/ unb — fie 
würbe btog eine Jtrttif ber bramarifeben ©djriftflcücr. £ieg gieng 
fo ju. 2>a$ ©cbaufpiefoilfcben / bafc ftcb gern loben/ aber ntd>t 
äurcdjtwcifen / nod? weniger takeln lagt, erregte balb anfangs £inv 
tnel unb fiille/ wobunb Äefflng genötigt würbe / wenigfienS mit 
ber Jtutif ber ©<$aufpteler abzubrechen. 3m ©an$en fanb inbeß 
bie ^Dramaturgie großen föcifall. SBalb barauf gerietb ÄefTing 
mit bem ©ebeimenratb Klon $u tjaüc in (Streit, weldjer unter aiw 
bern 83eranlaffung &u Jleflmas antu|uarifcben Briefen unb ber 
3bbanbtung: XDie haben öic Gilten Den E00 gebildet, gab. 
2(ud? ließ er ftcb )U Hamburg unter bie jreimiuret: aufnehmen/ 
smb gab in ber golge ju \r olfcnbuttc l feinen l£tnff und 5al£, 
ober ©efprAcbe für greimaurer/ tyerau*. ©0 mannigfaltige 3er« 
freuungen/ bie &efting in Hamburg f>atte, unb fo vielerlei S3c= 
febaftigungen, benen er ftdj freiwillig unter&og, fiengen bojb nun an# 
ibn niebt mebr t>on übler Saune unb Unmutb über feinen äußerlichen 
Suftanb ju febüfeen. 3n biefer mißmutigen ©timmung ber ©eele be* 
fdbloßer/ alle feine #abfelig?eiten loöjufcblagen, unb nacb Italien ju 
geben, um bafelb jt ganj für fieb ju leben unb &u fhibiren. (Sin deus er 
machina erfebien gleicbfam ju feiner Rettung. ^r^rofeflbrfcbcrt 
*u Äcaanfcbmeig, ber Oeffingen bem bamaligen (Srbprinjen *oit 
fetaanfebroetg ju empfehlen gefuebt batte, febrieb i()m, baß/ wenn er 
nacb Raffle! unb (Böttingen reifen würbe / wo &efftng noeb .wr 
feiner Steife nad> Italien einige Wtonatt ftcb aufjubalten SBiüenS 
war, er bodj ben SEBeg über Jbraunfcbcoeignebmenmicbte/ weil ibn 
ber ßrbprinj fennen lernen, unb bei ber XDolfenb&rtelfdjen J&u 
Mietfrei anaefefct wiffen woUe. ileflmg wfiumte aueb bie für 
ibn febrerwunfd)te©elegenbeit niebt/ reifte febon imSfowember 1769 
babin / unb fam Ju Äu3gange be$ 2)ecember$ wieber nacb ^awu 
bueg jurücf / um feine Sbreife nacb XEolfenbuttel einjuriebten. 
Die ©teile war / alä wenn fte rc$t für ibn gemaebt wäre, ©ie 
war eintriglicb genug/ ba§ er gemacblicfc bat>on leben f onnte / er 
batte eine ber befien S3ibltotbefen in £cutjtylanb ju feinem oittiaen 
©ebraucbc/ unb 2lmt$gefcbäfte babet feine anbere/ al$ bie er ftcb 
felbjt machen wollte. 2>er (Jrbprinj batte/ wie Äcfltng ft* felbft 
bar über auSbrücft/ mebt barauf gefeben / baß JUffmg bie SSiblto« 
tbef / M baß bie iöibliotbef ibn benufeen follte. @r burfte fogar 
feine t>orbergebenbe Siebling«ibee/ nacb Italien &u reifen unb bort 
bie <5d;a£c bc» 2lltertbumd 51t (htbiren# ntd?t aufgeben; man batte 
bie ©nabe/.ibm bie gelcgent liebe Erfüllung feinet 2ßunfcbe5 ju 
«erfpreeben, unb man erfüllte ibn aueb. ilefling batte / ebe er 
nacb Wolfcnbfcttel Um no* eine ibm fe^r wichtige SJefanntfcbaft 

unb 



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unb #rtunbf<f>aft mit Berbern gemacht/ ber au$ 3r*nffretc& 
&urücf£am , unb tat ju fehlen unb gu lieben tfjm freilich febr leicht 
»arb. 3n Hamburg &ielt fid) üeffing, ehe er nach tPolfcnbüt* 
sei abreiße, langer auf/ alö er &erfpro$en hatte. £)ie Urfach mar 
folgenbe. @r fcotte bafelbfl bie öefanntfebaft einer Kaufmanns* 
toittm, ber SDtobame König, gemacht, einer grau t>on meiern ©eijl 
unb Skrjfanbe , bie bei ihrer 2Beiblt*Feit männliche S^atigfeit unb 
ßntfcblofTenbe it befaß, ©ic feffelte ihn, unb beibe würben cinfv 
fid) einanber ju beiratben. 2118 Ärfling fem 2lmt in tüolfenbut^ 
fei alS Jöibliotbct'ar , womit zugleich ber Gbarafter einc§ ^cx* 
joglicb 23raunfd?n?etgtfcben ^of carba oerbunben mar, anges 
treten hatte, fudjte er halb mit großem (Stfer feine Neugier auf ber 
Äibliorbct 311 befriedigen, unb gleich bie erflen £age cntbccftc er 
nid>t , [entern fanb (benn, wie er felbft fagt, man enrdeef t, wa$ 
man fudjt, unb findet; wa$ man nicht benft) ein SWanufrripr, 
t>on bem man bisher glaubte, tag eö gar ntd>t erifiire, ja beffen 
(Ertfienj bie ,fiatf)olifcn fcbledtferbma* ableugneten , melcheS dorn 
ring unb Äcibnitj fogar überfeben fyatttn, für) ba$ 9ftanufTrtpt 
be& Crfubflantiatorä Äerenganus von (Dours, worin er baß 
wichtige SBerf beä £ranöfubftonttatord &anftant Don 2Bort ju 
(ffiort wiberlegt. JlefTtng bcfd)loß fcgleid) , baö gan je 3Ranuffript 
fcerauSjugcbcn . unb lieg üorliuftg eine 2lnrun Diguna; beffelben 
bruefen. (Sroeffi in ilctpjia; nahm fte auf8 t>ort|Jeü&afte|!e auf* 
unb erflärfe, Äefltng oerbiene be$f)alb jum .«Dottor Cbcologii 
Ire irr ju merben. £r fte Ute fogar in (einen Collegiis tiefen Docto- 
randum jum lebhaften (Irrempel bar, baß, wer Humaniora 
grunblid) üerftehe , alle* in ber 2ßc It mit Gfyren be&anbeln f onne. 
(ts ifl inbeffen bei ber bloßen 2i nfündigung geblieben , waS aber 
md;t Oedings Sdjulb , fonbern bc6 beutfeben 3)ublifum6 war» ' 
Ii ußer biefer t&eoloaifchen Arbeit fi'eng er aud) an / feine Kleinen 
«Schriften umzuarbeiten, fam aber bamit nidjt weiter t alö bis 
$um fünften Äogen ceö .weiten CCheüs. £er ttflt tlbeü er* 
festen $u Berlin 1771 unter bem£itel: Vermischte ©ebtiften. 
Sem greunb 2Catnlec übernahm babei nicht bloß bie Jtorreftur, 
fonbern fab auch bie ©ebicfctc bureb , frrid) baron au$ , wa$ ihm 
ni$t gefiele unb fefete tynju ober oeränberte, wie e$ tym bejfet 
bäumte. Niemals mi$biUi$tt Äeffmg, wad Äamletf gelnbert 
^atte, fonbern bewunberte allezeit fein fcineS / richtiges (?efu^l/ unb 
na^m bie SBerbefferungen beffelben mit ®anf an. 2)ie folgenben 
brei Steile beforgte na* ÄeflTinga Äobe ber »ruber beffelben^ 
Äarl CBottbelf. Sie fifeenbe «eben^art, bie mit biefen Arbeiten 
terbunben war , wollte Oeffingen in bie Sange nid>t befommen. 
6r würbe franf / unb wußte ju feiner SBieber&cr jleüung ni<bt§ bef» 
fert oor^une^men/ alö eine 9leife na* Hamburg unb Äerltn. 
Unb in Äerltn war eS , wo er $uer jl feinen greunben bae Ü»anu< 
ftript geigte , worauf bie berüchtigten Fragmente genommen ftnb. 



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Qx frttte bie ÄBfWfrt, e* bafelbfl ganj brutfen ju taffen / e* pafftrte 
«ber bie ßenfur nicfct. Um biefe 3eit würbe £ef[m§ mit feinet 
ßmilta (Balotti fettig, <g$ würbe tief neue (Ctauerfptel 1773 
$um erftenmale in fcrartnfcbiveig jum ©eburt$tage ber t>erwirt* 
weten «<5ewginn von 2$taunftbmti$ aufgefübrt> unb furj 
barauf in Hamburg/ Berlin/ tüicn, unb Dielen anbern torttn. 
ätne anderweitige Ißemübung/ bie Jlefpng, um feinem tfmte al* 
Sötbliotbefar |U genügen / unternabm / waren feine &e iträge jn* 
(Befcbtcbte uhö Literatur att« öcn @cbat$en t>et -^erjogli* 
eben Äibltotbet va tTolfcnb&ttel. BuS ber Vorrede JMH 

etf?en ^Beitrage, welcher 1773 erfc^ten / fann man ir)re ganje 
2(bftcbt erfennen. <5r fteng übertyaujrt jefct me&rereS an / vollen* 
bete aber nidjtö, auf?cr wa3 er vom 2Üter Oer. (Delmaleret 
febrieb. ©eine bppodjonbrifdjc Saune , bie von £age ju Sage jiu 
nahm, »erbinbertc t^rt. Crr entfehto^ ffdt> baber einer netten 
pfeife nacb Berlin. SBon tyer gieng er na$ XOien, wo er eine 
febr fd)mei<belb<rfte ttufnabme fanb. 9Jton r)atte mit©enebmigung 
beS JtaiferS einen $(an &u <Srrid>tung einer XDienct 2rtaöemte 
t>er tPifTenfcbaftcn entworfen, unb fuc&te ÄeflTngen mit berfel/ 
ben ju oerbinben ; ber 9)lan jerfeblug fldr> aber in ber golge wieber. 
Sefct traf aueb ber f)rinj Äeopolö von J6vaunf<bvoei$, ber eine 
Pfeife nacb Uralten macben wollte/ in XDien ein, unb nabm 
Oeffingen mit ftd). 9tad) ad?t SWonaten febrte &efltng von bie* 
fer Steife jurücf. Um biefe 3eit würbe in tXXannbeim ein t7a# 
eionalcbearec errietet/ unb man glaubte/ baß &efl?n<t babet 
gute Dienfle leijien würbe. Sflan münfcbte $n baber in $filjifcbe 
3)ten(!e ju Rieben. SBeil man aber feine jefeige 2flmeigung gegen 
ba§ 3fyeater fannte / fo fuebte man ibn vox ber $anb nur ber 2lr*a* 
fcemie anjufcbließcn / unb uberfenbete ibm ba$ Diplom eine* or* 
fcentlicben fchitglicoeö berfclben. 8ber Jteflmg merfte/ bajj 
man eö bod) Don mebreren ©eiten nicfyt ganj reblidj mit ibm meine/ 
Wenn man ibm aueb nod) fo glanjenbe Bnerbietungen tftat/ unb 
entzog ftd> ber ganzen <Sad)e. 3n ber golge befestigte er fiefc 
bauprfddjlkb mit ber polcmifeben Ebeologie unb gab bie berief 
ti^tm Fragmente eines Ungenannten vom 3toecr* 'Jefxx und 
fetnee tJ&ngcr ^erau6/ wobureb er ftcb aber ben SSerlujt ber ßen# 
furfretbeit 51150g. Äud) ergteng ein itonftö!ation6befebl gegen bie 
gragmente / ben Äcflfing inbeffen cl>cr ju befirbern / att ju binter# 
treiben fuc^te, weil bie gragmente feine fo tfarfe ©enfation im 
^)ublifum matten, atf er wunfebte; benn nunmebr würben fte um 
be(lo baufiger gclefen / ja fogar nad?gebru(!t. ^ier begann auct> 
fein ©treit mit bem (Senior ^obann melcbioc <Boe?e in ^5am/ 
bürg, einem «Wanne/ ben £eflmg übrigen* wegen feiner ©elebr# 
famteit fragte / unb c^emalö / al§ er in Hamburg lebte / flei^g 
befuebt batte. 6nWi(b gab Äefling feinen ttatban oen Weifen 
^erauS r ber tfmt freiließ , fb-Wie bie Verausgabe ber gragmente, 

bie 



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©&olb epfcr. .um* »53 



bie Wfejre 9tfdchrebet>erurfacbre. Seine je^ige Aranflid)feit ber# 
% tnt>crte i^n / benfelben mit einer Tfrotwe&e &u begleiten^ worin er 
unter anbern bie gebrauchten Tfrabifdjen 2ß6rrer unb Mahnten erflac 
woÜte. £och fanben ftcb na* feinem $obe unter feinen «ßanb/ 



fünften ein paar »latter ju einer IPorreöe. 2Cuf bem einen blatte 
flanb: ijl atabingö wahr, baß ich ben erfien ©ebanfen *um 
tlÄtban im fceramecon be$ Äoccaj gefunben. 2(UerbingS ift bie 
dritte Hovelle be* etfren J5udba, biefer fo reiben &uelle tbea* 
traltfcber $)robufte/ ber Jteim/ au$ bem ftcb tTatban bei mir enfc 
noicfelt tat. Wer nicht erft jefet , wohl erft na* ber ©treitigfeir, 
in welche man einen ßaien , wie mich , nicht bei ben paaren hart c 
$iehen follem 3* erinnere biefeS gleich anfangs / bamit meine 2e* 
fer nicht mehr 2lnfmelungen fueben m6gen , al* beren noch bie lefcte 
4>anb hineinzubringen im Staute mar. ttatbam ©eftnnung 
gegen alle pofttioe Religion ifl oon jeher bie memige gewefen. 
2foer hier ifl nicht ber £)rt, fte ju rechtfertigen." 3uf einem anbertt 
IBlatte flanb: //SBcnn man fagen wirb/ bieg <3tücf lehre, baß e* 
nicht erfl t>on gejlcrn her unter allerlei äJolfe Beute gegeben , bieftd) 
über alle geoffenbacte Religion hinweggefegt Ijättcn, unb bocf> 
gute Beute gewefen wiren; wenn man hinzufügen wirb, baß ganj 
jtchtbar meine flbftcbt bahin gegangen fei> begleichen Ceute in einem 
weniger abfebeutteben Sichte torjufreltat / alö in welchem ber chrijls 
liehe 9>6bcl fic gemeiniglich erblicftv fo werbe ich nicht m'el bagegeit 
cmjuwenbcn haben. 2)enn beibed !ann auch ein ÜRenfd) lehren 
unb }ur 2Cbftd?t haben wollen # ber nicht jebe geoffen batte Xeli* 
gion, nicht jebe ganj, oerwirft, Sföicb aB einen folgen ju flcllen, 
bin ich nicht mutagen genug; boch Greift genug/ mich als einen 
folgen nicht u oerfleUen. SBenn man aber fagen wirb , baß icf> 
wiber bie poetifche tc&id liebfeit gehanbelt / unb jenerlet Seute unter 
Suben unb ^ufelmännern wolle gefunben haben/ fo werbe ich b ü 
bebenfen gefcen , baß Suben unb S&cufelmctnner bamais bie einigen 
belehrten waren , baß ber 9lachtheil/ welchen geoffenbarte Religio- 
nen bem mcnfd;liehen ©efd)led;te bringen/ ju feiner 3eit einem 
*ernunfttgen SRanne muffe auffalfenber gewefen fe^n, al« jtt ben 
Seiten ber Jfreuuuge , unb baß e& an Sßinfcn bei ben ©efchichts 
fchreibem nicht fehlt/ ein folcher vernünftiger ÜJlann habe fleh nun 
eben in einem ©ultane gefunben. SBcnn man enblich fagen wirb/ 
baß cm ©tue! oon fo eigener Senbenj nicht reich genug an eigener 
C^nheft fei/ fo werbe ich fcrm*igen, aber mich nicht fchimen. 
3d> bin mir eines BieleS bewußt/ unter bem man auch noch, biet 
Wetter mit aOen (Ehren bleiben f ann." TLvf ben XTatban ließ He f# 
fing noch feine £euet>ung Oes tnenfcbengefcblecbrs folgen* 
ilefltngs ^rinflichfeit nahm nicht ab/ fonbern immer metyr ju. 
€r verlor feine jooialifche Saune/ unb warb eine fchlafrige/ gefuhüofc 
SRafchin6 3n ben heiterjlen 3irfeln feiner greunbe iberfiel ihn 
64Iaffu$t, *«in fBluty mehr/ wie fonjl, {onbero eine vn* 

thatige 



354 ©fcolt) €p$r. ieffing. 

^dtige «eloffen^eit. 3)o* geuer feiner Bugen erlof*, Mt&tyaf* 
tigfeit feiner Unterhaltung würbe immer f*wa*er, er fatte fajt 
Feine einzige ^eitere ©tunbe me&r. Crine baju fommenbe (Sngbri* 
fhgfeit machte ben 15. gebruar 1781 feinem geben/ im öcei und 
fünf jtgffen tJafrre feine« Älter« , ein <£nbe. 

*g>icr nun no* einige 3üge bon Äcflmgs Gfcataetec M 
flffenfcb , wie fie un« ber jüngere »ruber beffelben in feinem He/ 
ben be$ älteren aufbewahrt fcat. „ JUflfrtg war t&eilnefmtenben 
4>erjen« an allem , wa« ferne Cltern unb ©ef*wijfer betraf, bereit* 
willig &u allen *ren 2Bünf*en. <g« war nt*t 9&5fonnement ; blo* 
ße Statur unb faft Unbcwußtfceit , anber« fcmbeln &u f 6nnen. 
toax er launig ober drgerli*, al« wenn er ni*t fonnte, wie man 
»unf*te; ni*t gegen ben SEBunf*enben, fonbern aegen ff* felbfh 
Unb fo wie er JBruber war, war er au* greunb , Satte unb SSarer. 
£ic »ert&eibigung be« Unglücfli*en trieb er fafl bi« gur ©op&ifle* 
rei, unb eine nur etwa« Warfe ^Beurteilung beffelben f*alt et 
ben lieblofeften ©tolj , beffen fub rofte Eigenliebe o(me ©elbfler* 
fenntniß f*ulbig ma*en finne. (Sein ar6bjfrr SBetetbiger war, in 
SRotf), wr ber gering jien fDciene feine« $abel« ft*er. ©ein 3om 
ober SBiberwille war bann , wie abgeritten. Unglücf war in 
feinen Äugen ein 2£ltar, an bem man au* ben €>*ulbigen unan* 
getaflet laffen muß. äurt, ben ®runb aUe« (Stolen unb ©efelliaen 
jjatte bie SRatur fo tief in *n gelegt, baß er einer t>on ben *riftli* 
*en ©*wdrmcrn ju fcpn f*ien, wel*e bie guten SBerfe fc&rffreng 
unb eifrig ausüben , aber feinen großen Sßerty barauf feiert, ÄJon 
Seiten feine« #er jen« ließe ff* m*t« tabeln , al« ein Uebermaaß 
ton ©roßmuty *). 9Ran bat *n al« «Spieler unb fikrf*wenbet 
«m«gef*rieen. Cr war aber beibe« im eigentU*ften öerftanbe 
ni*t. Cr. war tum 3fogenb auf jur frugalfien Lebensart gewinnt, 
unb wa« man SBergnfigen ber großen unb {(einen SBclt nennt, er* 
werfte tym gar balb Ueberbruß unb Mißbehagen, ganb man ihn 

aber 

: • ... . j 

r *) 911 Meiling ju Dlrern 176% ÖrwUu »erlief, um mteber na* 35eri 
Im ju ßc^en , battc er feinen SBebienten mit feinen Gebern unb 
übrfqen SDleubtcn uorau«gcf*itft , roe(*er aud> einige 3Bo*en eber in 
»erlin anfom, unb, weil er Immer mebr brübcrli* alt (nc*tifd> 
fcebanbelr roorbeh mar, ft* fad ju bräberli* betrug. €r gab fi* 
nfd)t nur bei bem j^au^ioircb feine« $errn für beffen trüber au$, 
fonbern bebiente fia) fogar feiner Södube unb .»leiber , um tefto icicb» 
ter Glauben unb £rebit.|u Unten, «ßerffeibungen auf bem Ibeatcr 
waren niemal« £emng0®cfa)mocf ; noeb weniger auger bem Jbeater. 
2>at>cr entiie§ eripn, fobalb tr na* Berlin hm, obne ibm feint 
f*(ecbte Äomobic febr ju frttiftren. £)cnn na* ber erden i?ißc mar 
tbm berg(ei*en bo* nur £om6bte. 211« ibm eindmal« ein guter 
Sreunb eridblte/ baß einer feiner ^ebtenten, ben er in Ärcelau ge* 
babt, fi* bei ibm etwa« geftafr, unb nun ein ^au« mit einem 
Äuffeefcbonl gefauftbabe, antwortete Äefflfngl „9?un, ber bat e* 
bo*gutaiigcroeiu)ftI^ ; % .. .. 



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•$ffft*€j$A ieffin* ?}§ 

ja bcmn, fo war e$ Beugierbe unb »erlangen, niefct ftu* ©e* 
fcbreibungen, fonbern au« (Irfabrung alle* fennen &u lernen, wo* 
ben gefeliigen ÜRenfcben betrifft. Sab« fagte er einmal gu bem 
$rn. von Äleif? in Äeipjig: ©ie müffenalle Sage fixieren ge* 
ben, unb icb alle Sage auf ba« itoffecbauS, wenn wir unfere <Et# 
bolunaSfhinben jweef magig anwenben wollen, ^cibenfc&aft mar 
.feine epieifucbt gewiß niebt. ÜRan tonn bloß fagen, baß er ftcb 
obne regten ©ptelgeiff juwcilen in ein ju f>ot)rt ©piel einlief. 
Äefling war, fo ju fagen, ntebt ganj ©tocfgelebrter; er befaß 
23iegfamfeit unb 9fonfcbenfenntniß genug/ um au$ in ber burger« 
lieben 2öclt eine widrige SÄolle fpielen, wenn tr ba« gewollt 
batte. Gr mar aber aud? ein cl;r lieber Cbrift , ein el;r liefet üu/ 
tbecaner (obgfeieb viele tl>n pancheif? unb Öpinojift falten) 
in allem moglteben Sinne, in bem man biefe Benennungen nehmen 
fann. ©ein Süerffanb mar frei lieb fein SKerffanb, feine öorftellun* 
gen feine ßorfreüungen, unb fein ganje« (Srfennen immerwabwnbe 
Vbbe unb $lutb* ttlleftba* wirft, wie eS einmal wirft; bar über 
fönnen weber unfere Farben, noeb wir feibff für un* etwa« t>er# 
fpreeben, angeloben unb befebwiren. $at iff ein £)tng für ftcb, 
unb man f ann er>cr feinen ganzen SSerffanb oerfebworen , als ©ei* 
bebaltung einer unoerinberten Sliebtung beffelben befebwiren. Xkt 
©eifi M wabren Qbriflentbum« fpt mit biefem SSerftanbe nid>tö ju 
tbun , unb tonn ibn aueb niebt feffeln wollen. £ie Bngelobung 
fetner f)atben unb feiner felbff naebber gleicht einem JBürgeretbe. 
Sttan bleibt immer ein treuer ebr lieber Bürger, wenn man gleich 
fagt unb febreibt, wie bie gute SBurgereinricbtung fepn follte, wie 
ffe war unb wie fie geworben ift. SSkan will bamit ntebt ©tibrung, 
niebt Unruhe erregen ; man will nur bem «&ocbebten ü^agiflrat in» 
laß geben , auf »ürgemrbefferung ju benren, niebt eigenmächtige 
€5elbjtoerbeffcrung crfct>letd;cn , aufbringen ober anbetteln. &effm$ 
wollte weber ^beiSmu«, noeb $antbei$mu«, noeb Seelen wanbes 
runa, noeb ^eibentbum, noeb Subentbum ffatt bcS ßbriffentbum* 
einfuhren; er wollte nur nacb feiner (Sinftcbt ton ädern tiefen rict> 
rtge begriffe geben. (Sr tertbeibigte ba« Gbnflenrbum rottet wie 
(Boeie, noeb wie Remter; er verfteibigte e« nacb feiner 3Crt, unb 
in fernem jragmentiffen fab er weber einen £>ummfopf , noef) 
einen SBifewiebt. 5Bar er niebt immer gratntcttifcb genug, fo balte 
man e$ feinem jooialifeben Temperamente gu gut, unb bebenfe, baß 
JLutbct felbff manchmal unter ©cbwanfen unb ©ebnurren feinen 
Gegnern bittere Rillen gab. Altern, BSarcrianb unb Religion ftnb 
2>inge, bie wir un$ niebt felbff geben; aber an allen treten erben 
wir fciel ©ute« , ob e* gleieb ticüeicbt beffer unb mebr fepn fonnte. 
Jlcfimct war fein unbanfbaro 6ob.n. Cr wire e« gewefen, wenn 
er einem alten (Srbjh'tcf eifern tyltytyn mebr batte üerginnen wollen; 
einem (Srbffuefe, ba« fein fttater fo wertb bie lt. (£3 war ja beffen 

i/ ^ff^ aan^.QJlueffeli^eit,. £eflfeg tm mit 

ent* 







in 







i$6 ©fcolb (fcpfcr, ieffin* 

entfernt, e$ für neumobifcbe SBaare umtauften »ollen , n>fe 
man fte auf tferi ÜÄdrften ber pbilofopfrie jum Jtauf herumtragt. 
SBdrert bie Äutbccaner »erfolgt worben , unb bdtte fleh fein 83er* 
tienterer ui ihrer SBertbeibigung aufgeworfen , Äefling ^atte ftch 
ttn ihre Spifce gefleüt / unb fein Beben für fte hinzugeben / nicht jU 
triel geartet, <£r ^Attc e$ für bie gret^eit ibrer üftemung bingege/ 
ben, wenn er fte auch für bie wunberlicbffe in ber SBelt gehalten. 
J)ie Seele muß fo frei benfen, als ber Jt6tper atbmen. Sine ge* 
lehrte afabemie warf bie grage auf: tob man ba« »olf ju feinem 
©eften tdufeben f6nne { ©n ehrlicher «Dtonn wirb e6 belebren / aber 
nie tdufajen. @S i(t nur Steingut, wa$ au§ Sdufcbung entflebt. 
Aejßng war wm ganjem £er$en wiber eine folebe £ef6rbetung 
te* menfchlichen SBoblö » fte möge auf 3wang ober Sdufcbung hm* 
auslaufen, dr wollte nur feine SRitcbrtfien auf bie getftlicbenök 
ter unb Birten in ^ilofo^if^en Scbaf&fleibern aufaerffam mathetu 
UebrigenS war er ber ©emeine / bie fta) £uttwanet nennt, auf* 
richtig jugetban/ benn er war in ihr geboren- unb erlogen , unb 
hatte 5U ü)rem ©eften gern alle* beigetragen , wenn er baju am 
rechten £>rte geftanben. dt hdtte feinen Äutberanetn feine Jfcir* 
ehe/ feine ©locfe, ober ein fonjtige« «orredjt, ober bloß einen ghtfe, 
"auS falfdjer Soleranfr ergeben ober nebmen foffen, aber aud? feiner 
fonbern Religion ober Sefte etwa* genommen. £>a« Suum cuique 
War ibm gar ju f^etitg I Jlcfimg; zweifelte nicht/ baß maniftdj mit 
jeber poftttve* Religion bereifen fftnne, wohl aber gar fef>r, baf* 
tnan eine fehlerfreie unb gan$ »ernunfrmdfj ige für alle 3eiten erben* 
fen werbe, geblerfreihcit unb ewige 2>auer ftnb feine <£igenfcbafteii 
eines üttenfebenwerft. Sein moralifeber dbarafter ifl alfo irnmec 
fcbd&bar unb Itebeuewürbtg , unb unter ben guten einer ber wrjitg* 
licbften, wenn auch jeber nach feiner Sknfwetfe glecfen barin bes 
toerft. &efting affeftirte weber einen ßngel in menfcbltcber ®e* 
(!alt/ noch einen gelehrten SBra&O/ ber fti^> über atk gefeüfchaftliche 
<3itttn unb Jtonwnienj wegfefet So Wie fein ganj*3 Auf crlicbe* 
betragen bis auf bie Reibung nicht« £ert>orflechenbe$/ nicht« 3u* 
t ücf flofjcnbcS h^tte , fo war auch fem ©ei ft. föton gewann ihn 
lieb/ je langer man mit ihm umgieng. Seibft bie, welche feine 
©elehrte/ noc^ wifcige Jtipfe waren/ ober fet>n wollten - / fanben in 
Ihm ben wrjtdnbigen unb gutmutbigen SÖtonn; unb biete/ bit ihn 
am Dritten £)rte JufJfiig rennen lernten/ toerwunberten ftch baher> 
baß er Äfftuift fei. £)enn bie Sucht/ bei allen ©elegenbeitett 311 
glänzen, ben ©elehrten auch ba, wo ef nicht not big iff/ benjor^ 
fchimmernutlaflen/ war feine Sache nicht. <Sr richtete ftch gern 
nach jeber ©efellfcbaft, ober t>ermieb biejenige ganj/ worin er feine 
Unterhaltung für ftd? uermuthete. @r brdngte fich ju nichts / noch 
weniger machte et ftcb foflbar , unb lief ftch fuchen. (5r fhebte 
nicht/ öttelfcit $u Derbergen/ fonbent feine (Sitelfeit ju haben, ©r- 
^atte feinen ©tolj^ w fonnt« aber auch feinen Hwtrajeo. Cr 

leut- 



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©&olt> SP&r« ^ffltifr »57 



Icutfclfg / freunblich/ gütig unb bienPferlig , aberba$alfe6 auf eine 
männliche SGBdfc, wenn gleich oft mit tneler 8u|ft'gf eit unb ©cbalf* 
beit." <5inen SEbeilbeffen/ »a8 ^ter über JLeffin$s dbavahev 
gefagt morben/ betätigt einer feiner trcrtrauteffen Sreunbe/ itto* 
fes ItJcnöcUfobn. tiefer fd>rieb balb nad? Äeflmga £ob* 
an beffen jüngeren SBruber gotgenbeS : „Sticht ein SBort/ meinte* 
fler / oon unferm SSerlufte, oon ber großen lieber läge, bie unfer 
£er$ erlitten. £)a3 2Cnbenfen be§ 9Äanne$/ ben mir verloren/ ijt 
mir jefet 3u heilig, um eS burd; klagen entweihen. GrS erfcr)etnt 
mir nunmehr in einem Siebte, ba§ &uhe unb erquiefenbe ^citerfett 
über bie ©egenfWnbe uerbreitet. SRein! ich rechne ntc^t mtfyc, roa5 
leb bureb feinen Eintritt verloren. 9Rit gerührtem £erjen banf* 
ber SSorfe^ung für bie SBobltbat/ baß ffe mich fo früh/ in ber 
SMütbe meiner 3ugenb/ hotte einen 9Äann fetmen fernen / ber meu 
ne ©ecle gebilbet bat/ ben ich bei jeber #anblung/ bie icb t>orbatte# 
bei jeber 3eile/ bie ich ^infe^reiben wollte/ mir als Jreunb unb 
Siebter t»orfieüte , unb ben ich mir ju allen Seiten nod) al$ greunb 
unb Siebter ©orfteflen werbe , fo oft icb einen (Schritt oon SBicbtig* 
fett $u tbim habe. Sßenn ftcb in tiefe Betrachtung noch erwaS 
9Relancboltfcbe8 einmifebt , fo ijl es vielleicht bie 9feue , baß icb feine 
gühnmg niebt geborig benufet / baß icb nid?t geizig genug na* fei* 
nem lebrreieben Umgange gewefen ; baß ich manche ©tunbe t>ernacb* 
laßigt t in ber ich m ^ rntt ihm hatte unterhatten f&nnen. 2tch ! 
feine Unterhaltung war eine ergiebige Quelle, au§ welcher man 
unaufhörlich neue 3been be$ ©uten unb ©deinen fdjSpfen fonnte* 
bie er wie gemeines SBajfer t>on ftcb fprubelte , %\x jebermannä ®e« 
brauch. &ie 9Jctibe/ mit welcher er feine <£inftcbten mittheilte, 
fefete mich zuweilen in QJefahr/ baö SÖerbienfl ju wfennen; benn 
fte fchien ihn in feine ttnfoften $u fefeen , unb juweilen febob er fte 
ben meinigen fo mit unter/ baß ich ffe nicht mehr unterfcheibert 
fonnte. Ueberhaupt mar feine fSRilbthitigfeit biern nicht oon ber 
engherzigen TLxt mancher deichen, bie e$ fühlen laffen, baß ft* 
Slmofen auSfpenben/ fonbern er fpornte ben gleiß an, unb ließ t>er* . 
bienen, wa§ er gab. ElleS roohl überlegt/ mein 8iebfler/ ifl 3b* 
©ruber gerabe $ur rechten 3eit abgegangen. 9cicbt nur in bem 
?Kane be$ SBeltaltf jur rechten Seit (benn ba geflieht eigentlich 
nicbt$jur ttnjeit) fonbern auch in unferer engen ©pbite, bie faunt 
eine Spanne §um £>urcbmeffer \)<nt 3omenelle fagt vorn Äo# 
.peenifus : <£r machte fein neue* ©pftem befannt/ unb ftarb. 25ei 
»iograph 3b«$ 53ruber§ wirb mit eben bem ttnjtanbe fagen fftn* 
nen: <5r fchrieb tTatban öen XDeifen, unb flarb. 58on einem 
5Berfe beS @eifle$/ ba« eben fo fehr über tZatban h^orragte/ 
al§ bieß ©tücf in meinen 2(ugen über alle« / »a« er bis bahin ge* 
fchrieben / fann ich mir feinen »egriff machen. <5r fonnte nicht W 
her fietgen / ohne in eine Legion ju fommen / bie fich unfern finn> 
liehen Bugen »6Uig entzieht ; unb bieß t^at er, 9hm flehen wir ba, 

MUn ^t. 3. {Bau». ® Wi« 



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*58 



wie bie junger be$ Propheten/ unb ftaunen ben £)rt an/ wo er m 
bie ^)6be fuhr unb verfchwanb. 91od> einige SBocben vor feinem 
Eintritte ^atte id) ©elcgenbeit ihm ju fdjreiben , er folle ftcf> nid?t 
wunbern, baß ber große «£>aufe feiner 3eitgenojfen ba§ £$crbienft 
biefeS 2öerB verfenne, eine beffere 9lad;roclt werbe noch funfjicj 
Safere nach feinem $obe baran lange Seit ju Knien unb ju Derbauen 
ftnben. ikt ift in Der (Cbat ntebc ab i£in ITCenfcfren alter fei« 
nem tfafcrbttn&crte juvorgeeilt.'' 

Äein neuerer @d>riftf!eUer hat wohl in Sachen bc$ ©efcbmacf§ 
unb be* feineren , gröblicheren Urtbeilä über literarifebe ©egen= 
ftdnbe auf fceutfcbianö mehr gewirft, aß Äefling. <£r mar einer 
von ben revolutionären ©eiflern , bie überall, wohin jte ftch im ©e* 
biete beö SßtffenS , ©lauben* unb Lernens wenben , bie beftigflcn 
©ahrungen unb gewaltigen (Srfchütterungen hervorbringen. 3« 
ber (Ebeologtc, wie auf ber J5&f?ne, unb in ber Äritif machte 
er nicht bloß (Spod?e , fonbern veranlagte auch eine allgemeine 9te 
Solution. Qx befaß bie lebenbigfte Wegfamfeit unb <3tarfe bc$ ins 
nerften , tiefflen ©eifteS , ein raftlofcS Streben unb gorfeben na* 
2Ba f>r^ett , beren 53cftfe ihn aber weniger glücf lieb ju machen fchien, 
al6 ba$ mit Enffrengung unb ©cbwierigfeiten verbunbene Storch* 
bringen ju berfelben; einen moralifch' unb äjtyetifcb - feinen <Sinn 
für ba§ ©roße, ©ute unb <5d)6ne; mehr 2Btfc, Scbarfftnn unb 
ISeurtbeilungSfraft , al§ $$antafte unb <5d)4pfung$fraft; entföntte 
nere Anlage jur Äritif , Literatur unb ^bilofopbte , als *ur £id)U 
fünft. 3n feinen abfcanöelnöen Bcbrtften jeigt fleh überall ein 
entwicfelnber, rafonnirenfrer, ^f)ilofo^irenber ©eift, wie er im 
Äayle weht. <5r batte ftd> ausgebreitete p^ilologifc^ , «rtifltfche 
unb antiquarifche Äenntniffe ju eigen gemacht, wovon feinJUo* 
coon, bie amiquavifdben Äricfo bie Schrift über Den Go* 
pho clcs , unb anbere , 3eugniß ablegen. (Beine &iter aturlennt» 
nifl umfaßte ba$ ©roßte / wie baö Jtleinjte. ©runbltcb war feine 
Äenntni^ ber öentfeben öpcacbc/ ihrer ©efd)ichte , upreö Stach* 



iüglich feine profa, hatte flafjifcbe Originalität, grub fchon ver* 
uebte er fich in allen Erten ber poefte, um ju erforfchen , welche 
®^ire ibm eigentlich jufomme. <Bein eigentlicher SRabme fangt 
mit ben fogenannten Äleinen Öefrnften an/ bie er 1753 beraub 
zugeben anfieng. 3n ihnen jeigte er fiel? von allen ben mancherlei 
©eiten , von benen er nachher mit ben Sahren immer reifer unb 
glanjenber hwwrtrat. 3n tiefen feebs Jbanöcben waö für ein 
Weicht b um an Snbal t unb dinfleibung ! welche 2lbwechfelung unb 
©rünblichfeit / bie man fonfl in 3)uobejb4nbchen nicht finbet! SLie* 
Öet unb pöbeln , &inn$cöi<hte unb JUbtgßbid>te f 3(uffa^e in 
poefie unb Profa, fogar latcinifdye Vetfe , treffen tytt jufam* 
mem & folgen ßvitfc, faft fo mancherlei 3n^^/ a» gelehrte 




Vöries 



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I 

©fcolb ßpfcr* ieffing. 259 

^Briefe nur fet>n f innen; Ärittf unb Ptnlofopfcie/ (Befcfeicbte 
unb Literatur, felbff (Supplemente &um 3<Scbcrfcben (Belebt* 
cenlerit'on nehmen (jtcr Öriefgejlalt an/ unb jrpar cjanj auf tie, 
J&efiingen eigene, leiste unb glücf liebe SBeife. hierauf ein 3$eiU 
ct>en gelehrter Zbljan Mutigen, Wettlingen be$-£ora$, Cardanud/ 
fegar free docblaud unb be$ Inepti Religiofi, bie man febwerlid) 
rorbem, wa$ folgt/ t>or Jluffs unb Crauerfpiclen , erwartet» 
2tag bieg abweebfelnbe 9Jtoneberlei , inbemftd) JLeffin$, mei|!en$ 
nur Gröbens unb ©tücfmeife, gleich anfangt §eigte, niefct @itelfeit/ 
trieb* Braterei war, geigt fein »eitere* literarifcbeS geben. 2(lie bie 
55efd?aftigungen/ alle bie (Sinfleibungen bat er fortgefefet; unb ge* 
»ig feine mit minberem ©lücf , als er in biefen 3uaenbt?erfud)eit 
jeigte. 2Benn irgenb ein ©cfrriftjMler SBlütben in gruebte wrfeans 
belte, unb mit feiner Seit niebt nur fort/ fonbern ibr immer t>ot 
gieng/ fo war e* &efftng. Einige feiner Sugenbfcbriften fct tt 
bei reiferen 3abrcn umgearbeitet, unt> fo wenig er fieb feiner Sugenfc 
$u febamen batte , fo febr gewannen fte bureb bie t>erbeffernbe £anb 
be$ Cannes. SWit ber neuen 2CuSgab« feiner fabeln peng er an» 
wenigen groben, bie er gegeben batte, würben drei Jbücber, 
meiffcnö eigener, ober fortgefefcter afopifeber <£rftnbung. £>ie ge* 
reimten ober tyre Meinte jTnb weggefallen, unb fiatt biefer, ber 
gabel unnitbigen ober binberlicben , geffeln (wenigffenS wie &ef* 
fing e$ glaubte; (leben fte fcier in eine ©pracbe gef leibet, bie ir% 
tiner jebem ©egenffrmbe angemeffenen 9>rofe bie fcbonfle $oefte i% 
Äeflmgs fabeln gebübrt ber &ubm ber jwecfmägtgflen Jtürje, 
fceS angenet)mj!en SGBifceS, ber fetnften £Runbung unb (gleganj int 
Vortrage , ber treflieben 2Babl unb SSerfinnlicbung ber moralifcbeti 
fcebrfdfee. ©eine fabeln ftnb niebt bloß für JUnber, fonbern auefc 
Bannern, unb zinnern infonberbeit, lesbar. SRocb mebr finfc 
e$ bie Abhandlungen über baö XPefen , ben tTimm, bie 1&in* 
Heidung, ba6 Wunderbare ber % 4abel. Unjlreftig ift bieg bie 
bünbigfte, gewig pbilofopbifcbe Stpotie, bie feit Sriffoteles Seiten 
bis babin über eine £>iebtung$art gemaebt worben ifl, unb e$ wäre 
febr ju wünfeben, bag £eflmg fte, wie t)iex über bie 5abel, wie 
iwcbb« über ba* Sinngedicht, wie in ber Dramaturgie übet 
fcaö (Trauer * und JLufffpiel, im Äaocoon über bie (Bremen 
fcer poefie und bildenden 2Umff , unb in ben £iteeaturbrte# 
fen über Heinere Materien literarifeben 3nbölt$, fo über alle £>icb* 
tungSarten unb Darfteüungen ber $Poefte unb Juni fr e bitte macben 
»ollen. 06 wirb melleicbt S^brbunberte bauern, ehe bie rieten 
unb leidsten Talente, bie ausgebreiteten unb grünblicben Sinnt* 
niffe, ftcb mit bem pbilofopbifcben ©eijte, mit bem ©cbarfftnne/ 
mit bem febinen 2Cu6bruo?e, in (Sine in 2J?anne oereinigen, wie 
fie in iefling rereiniat waren. jUflings Nieder ffnb oou 
ber muntern, nic&t jartlic^en unb rerfcbmad)tenbcn Sattung« 
dr bietete pe sum ®ebrau# fro!>Ud>er ©efcUfc^aften r unb biefen 

SX 2 em^ 



a6a ©fcofb €pfcr, ieffUji 

empfahlen fic ftdf> mit 9fed>t burch fitere Saune, nawe Einfälle, 
feinen ©ifc / unb jene iebte £eben$wet$beit , bie ber wabre 2>i*tec 
nie vergißt, bie jicb aber bi« mit ftnnretdjer SBefdjeibenheit ffetS 
unter bem ®<l)(eier beö ©cherje* unb ber Einfalt t>erbirgt< ©einen 
(Döen feblt eS nicht an erhabenen (Sejinnungen unb jtarfem 7Lu$* 
bruef , aber an hohem gluge ber $b<mtafte unb anhaltenbem geuet 
bet ^Begeiferung ; um biefer in einem hob«* ® w ^ e tfWt i u f c ^ n ' 
war Jlcfling wohl ju febr Genfer unb 5Rctapt?t)fifcr» 2>od) b<*t 
et fid^> überbauet ju wenig barin wrfuebt, al§ baß man über fein 
Jfcalent jur £)be mit Sicherheit urteilen f&nrtte. ©eine £ebtge* 
&td?te hat er niebt neu herausgeben wollen, ober e$ auf bie 3u!unft 
»erfpart. <5ie haben biel fdjarfltnnige , treffenbe ©ebanfen, unb 
flehen ber TLxt unb ben ©egenflinben nach meiftenS ben Äafrnetc 
fefren an ber Seite. 2Ba$ Äefpng überbauet tum ben ©renjert 
ber Pfrilofbpbie unb be* ÄebrgcDicbts gehalten, fmbet man in 
feiner unb tTTendeUfobns Schrift: Pape ein tnetapbpftter! 
Unter unfern i£ptgrammatif?en gebührt ibm eine ber erjten SteU 
len. 3» wenigen 3eiten weiß er unfere BufmerffamFeit b<Kb §u 
. fpannen , unb mit ben legten SBortcn fchneü unb genugtbuenb §u 
beliebigen. SBalb ifl fein (Epigramm ftnnreicb/ balb naio unb 
fpielcnb, balb ftechenb unb gefallen, unb febeint fein (Spott ja zu- 
weilen ju berb, unb fein epigram matifeber ©tacbel $u febarf unb 
flpifeig> fo trifft er nur benr ber e$ tterbient, ben Heuchler ober $86/ 
fewtebt Reifings (Efjeorte oes Ötnnge&tcbts i(r fo fein unb 
auSfcbltcfjenb/ als bie (Gattung, bie er allein für Sinngebichte er« 
fennt/ in ber feine eigenen Epigramme ffab , unb in ber tTTattta! 
allerbingä ben 3Rei|ferrang bebauptet. £>ie beiben Steile M Sinn* 
gebic^tö/ (Erwartung unb 2tuffd>lttß , nebfl ben Bfteraattungen, 
wo eind berfelben feblt/ bat ber Cbeorif? in ein Siebt gepellt, bem 
freilief? niebtd entgegen ju fegen ift, fobalb man in ben SLtftinp 
feben ©ejtchtSpunft eintritt . ®enctifcr> unb ^ijlorifc^ inbeffen# 
wäre ein großer unb niebt verwerflicher £l;eil ber griedrifeben 
2(n tfcologte bagegen. Die Äemcrfimgen , welche Reifing Aber 
einzelne 2>icr;ter , ben tttartiaü, Camtf, bie grteebifebe 2lntfro' 
logte u. f. w. eingefheut fyat, ftnb mannigfaltig unb febafebaf. 
3wiefach groß, unb in biefer ©riße, fo wie in feinem ©nfluffe auf 
beurfeben ©efehmaef allgemein anerfannt iß ba£ SSerbienft, welches 
ftcb ÄefTing al§ £>id?ter unb Kunffricbccc um bie oeuefche 
Bcbaubäfcne erroarb. Schon im 3a^re 1748 würbe fein crfleS 
Cufrfpiel: £>er junge (Belcbrte, ju Äetpjig auf ba$ SZenben'* 
febe Cbeatec gebracht, unb tiefem folgten balb bemaer;: &et 
tMfogyn, 3Dte ^(uöen< 3ber 5retgetf?> unb ^er Bcbatj. //3rf? 
muß e£ / fagt ÄefO'ng in ber X>orre£e jum Dritten Cbeüe bet 
alteren Duobejaußgabe feiner e>cbctften, icb muß eö, ber ©cfabr 
belacht }u werben ungeachtet/ gefielen/ baß unter aüen S5Ber!en 
be$ SSBi^bie ÄomoOie baSjenige rft/ an welkes id? mich juerft ge- 
wagt 



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©fcofb €p$r. itffins. «6i 

wogt iahe, ©c&on in Saurem ba utynur bte SRenfdjen au§ Sutern 
fönntc ( bencibenSrourbig ifi bcr, bcr fte niemals na^cr fennerc 
lernt ! ) befestigten mich bie SRadjbilbungen von Sporen / an bereit 
5}afepn mir nichts gelegen war» gfreopbcaf? / plautus unb (Ee* 
renj waren meine SBelt , bte ich t in ben engen £$c$trF einer JÜos 
fhrfdjule eingefd)loffen / mit aller ©equemltdjfeit fhtbirte." Siefen, 
unb mehrere bort Don if>m angeführte Umftanbe foUte man bei ber 
^Beurteilung jener ©tücfe/ oorncmlid) be$ jungen (Belehrten, 
ber woftl t)or allen ba$ fdjwad; fle , obgleich nicht ohne (Spuren be$ 
achten ©enieS i ft / nicht au§ ber Zd)t laffen. S3ergtetd>t man aber 
biefe üufifpiele vollenbS mit ben meifien bamaligen bramatiföert 
9>robuften unferS XktterlanbeS , wie fcr)r flecben fte ba in jebem £k= 
traebt bcrüor , unb wie febr rechtfertigt ihr SBertf), von ©eiten ber 
Cznmbung, ber feinen «ftunft, be§ wahren Äomifc&en/ unb bed 
mei fier haften Dialogs , ben großen , ausgezeichneten Seifall/ ben 
fie erhielten , unb bie Sorgfalt/ womit fid> Äeffing im 3a&re 
1767 ibrer wieber annahm , unb • fte &u einer neuen Äuflage revu 
birte unb Dcrbefferte. SBie weit übertraf er aber aueb ftd) felbft 
bureb ba5 erft im Safyre 1763 verfertigte 8uftfpiel tTCinna von 
Äftcntelni/ worin ftcb fo viel geläuterter ©cfcfymacf / eine fo innige 
#er$en§funbe, bie feinjte SBBeltfenntniß , unb voller IBeftfe au"e$ 
SieidjtbumS unb aller <5d)4nbeiten unfrer ©pradje unb ü)rer bialot 
gtfdjen äraft unb «Rannigfaltigf eit überall ücrrdtr). (Schabe , bag 
fo manche £nm>&rfe ju Sufrfpielen , bie Jleflmg jum ^t>etl nie* 
berfdjrieb, $um SE&eil in feinem Jtopfe mit ft<4> frerumtrug, unauß« 
geführt / unb man#e angefangene ©tücfe unvollenbet geblieben ftnb. 
Zud) in ber ttögifeben fctdnangsatt war e$ biefem großen SRan* 
ne vorbehalten/ eine neue fBaftn ju brechen/ unb bur# fein Stuftet 
fünftigen 2)icf)tem vorbuchten, ©eine tai% eata €tempfo?t 
war baS erfte bürgerliche (Erauerfpiel ber Ibeutfdben , unb blieb 
lange baS vortreflicbfte, Sflur Äeflmg felb(l fonnte e§ weit über* 
treffen, unb tbat eS burefc feine fSmilia (Balottn grüner fd&rieb 
er fein fleineS Erauerfpiel pbilotas/ *oU ebler ©efmnungen, in 
einer eben fo eblen unb fraftvoüen , oft au# wiegen ©pracbe auö= 
gebrüeft eine feiner legten Zxbtittn war baS bramatiföe ©es 
bi*t: atfcan Oer: Weife, baS aber mcfct für baS Sbeater geeig/ 
net tft. <5$ f)at vortrefltcbe Situationen/ unb ber ©ialog, obgleich 
in Herfen , i(l fo natürlich / als immer in irgenb einem profaifdjett 
etücfe »on Äeflin^ <5r felbft nennte e« ein ötamatifcbea (Be/ 
ötebt, weil 3nbalt , $on unb 2tu«gang weber traurig/ no$ luftig, 
fonbern ernflbaft unb fanfrrül)renb ftnb, ni*t aber beöwegen/ weit 
er eS für fein öcböufptel, fonbern für ein ilebtgeöicbt in bra* 
matif^er gorm gehalten hatte. ' 

%m, was ^efpng fc^rieb/ ober fragmentarif* Unterlief, 
bte Ueberfe^ungen aufgenommen / unb bie von ir)m jerau^ebenen 

» • • • • @(hrtf> 

. ♦ 

'S 



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a6a ©fcolb gpfcr. icffing. 

©Triften <T. ttytias's, £>. ^eettfalems, be* &>olfenb&t* 
tetfcben 5ragmentifren u. f. »» ift* wbunben mit feinem ge* 
iebrten unb freanöfebaftlicben Äriefroedbfel , tbeitö bei feinem 
Ccben / tbeilS nad) feinem Äobc in folgenbe fauber unb äiemlid) 
forreft gebruefte, aber nad) einem fcbUt&ten $lane georbnete, 
Bammlang gebraut morben : 

(Bottboio £pbraim £efling* B4mmtltd>e öebriften. 
5Dceifrg (Cbeile. ÄecUn 1771—1794- 8- (35 *W*0 mitÄef* 
fing« Äilöntfle »on 2>erger nadb Srifdb »or bem legten ober 
t>rei#gf?en (Cbetle. £fe einzelnen Cbeile »erben aueb befon* 
fcers oerfauft. £em achten bis jura fecb*ebnten Cbeile fcat bet 
Verleger noeb ben ©pecialtitel: (Bottboio £pbraim Äeflfing« 
Pbüologifcbe, literarifcbe, antujaarifcbe unb artifrifebe 
Öcbriften, gegeben. 

*£rf?er Ebeil (aud? unter bem $itet: (Bottbolö iEpbraim 
X.eflmgB Vtvmifdbtc öebriften. £rf?er (Ebeil. Äerlin 1771. 
8. [ 1 Style] tTeue [um>erinberte] Auflage. £benöaf. 179(5.) 
enthalt: 

f. QanngeOicbte 1—92. €>ie bejfeben in öeatfeben 
unb lateinifeben ; ber oeutfeben ötnngeöicbte fmb an ber 3abl 
144/ ber lateinifeben ao. SRefctere t)on tiefen lederen finb in« 
Sfceutfcbe aberfeqt »orben &. 28. t*on tTTiebaelis (f. Job. Benja- 
min Michaelis Poetifche Werke, 15b 1. B. 278 ) »on «^aug 
(f. Epigrammen und vermifchte Gedichte von Joh. Cbrißopk 
Friedrich Haug, 2bb I. 37. 114.) t*on {Engelfcball (f. (Be- 
liebte »on 3ofcpb Stiebzid) fEngelfcbaü B. . .) »ori tTTofec 
(f. Sinngediclite von Johann Moefer, €>...) unb einigen Un* 
genannten, #r. -«Saug jeigte im tTeaen öearfd?en tTCetfar 
1793* ®tcP 11. e>. 275 — 303. in einem tfuffafce mit ber Ueber« 
fcbriftr Äoröiw ano £efimg, bafj &efltng> obgleich SGBtfe fein 
eigentümliches SEalent war, boeb im gacbe bc$ ©inngebtebtä gr&fU 
tent&eilS nur tteberfetter i(t. bb er feine (üuetten gefliffentlicb 
terfebwieg/ oberjte bfoß barum nidjt nannte , weil er jebem 2efav 
bem etwa baran gelegen fepn tonnte, jte $u wiffen, feine SBelefeiu 
|>ett $utraute, wirb ftet) fd>r©er entfebeiben laffen. 

2. 3crtfreute anmerEangen übet: das Epigramm unö 
einige Oer v ornebmtfen CEpigrammatifrcn (ben KataU, ben 
Jttlartial, biepeiapeia/ bie grieebifebe Sntbologie) B. 93 — 
328. Söeridjjtigt würbe bie Äefftngtfcbe Cbeorie oes öinnge* 
fctebts t?on ^ccöct in ben Slnmerlangen ubec die Anthologie 
der (Briecben, befonöerd aber das grieebifebe Epigramm 
(f. 3erf?rente Älatter von 3. (B. Herder, ÖammU 1. 8.99 
—132. ÖammL a. B. 103— 170.) beSgl. »on Kretfcbmann 
in ben (Bedangen aber Epigramm anö (Cptgrammatiflen (f. 
Äarl ^rieöricb Äretfcbmannd Äet3te ©inngeOicfcte in aebt 
JBacbern 6. 16—25.). 

3* &i* 



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©fcolb €p(>r. ieffing. 363 

3. £ie&et 6>. 339—396. Mehrere berfelben fmb von guten 
SonFunfHern fomponirt morfcen, unb baburd) in bcn SDcunb ber 
Station gefommen. 

Die erf?c Sammlung ferner (Beöicbte / wovon einige fdf>on 
in ben (Ermunterungen ejefranben hatten / wranfraltete Üefjinjj 
unter bem Xittl : Kleinigkeiten. Stuttgart* 1751. g. 1756. 8- 
1769. 8- 1779. 8- (6 ®r.) Bergt, Äritifcbe ttaebriebten aus 
bem Äeicbe Oer (Belebrfamlreit 1751. St<£ 47. S. 372 f. 
(Sie enthielt bauptfacbltd) Äieöer unb Sinngedichte, welche all - 
gemeinen JBeifaD fanben / obgleich einige mittelmäßige (5tücfe 
barunter traten / bie ihr SBerfaffer in ber golge gänzlich verwarf. — 
£ine weite Sammlung von ileffings poetifd)en Arbeiten erfaßten 
unter bem SEitel: (B. ft* Äeffings Schriften. l&rf?er, ju^ei* 
fer/ dritter , vierter / fimfter, feebffer Cbeil. Äerlin 1753 
— 56. 12. (3 Stylr.) <5r wallte ^ier ba$ SBefle auö ben 2Uetnig* 
feiten au5/ vermehrte e§ mit neuen Staden/ unb fügte profri/ 
febe 2luff<it$e hinju. Der erf?e Cbeil enthalt: 1. Äieöer, $wei 
S3üd)er (fä)erjb«fte Sbcen über SBein unb Siebe / mit SBifc unb 
geinheit vorgetragen). Da$ erffe Jbucb begreift fünf und vier« 
*ig/ ba$ yeveite 23ueb entölt neun unö $«>an$ig ßieber / von 
^enen mehrere in Äamler« Lieder der Deutfchen, unb in C£ben* 
öefl*. Lyrifche Bluhmenlefe mit 2(enöerung;en aufgenommen wor/ 
ben fmb. 2. <Döen, aä)t an ber 3abl (benen er felbjt biefen 9?ah^ 
mm nur mit 3ittern gab/ inbem er einfaf)/ wie tief fein glug unter 
ben Lüftern in biefer ©attung blieb). 3. fabeln, unb jwar" 
öreijebn in Verfen / unb jet>n in profa (alle aber in Enfebung 
ber Grfmbung grJfjtentbeilS neu). 4. Sinngeöiebte/ an ber 3ab* 
Drei unO funftig. 5. 3toan*ig; lateinifebe Epigramme. 6. 
Fragmente von £ebrgcöidn n. Der n»eite Cbeü befielt au« 
profatfeben Briefen über allerlei gelcbrte ©cgenffanbe/ bie ben 
fd>arffmnigen gorfd)er , ben ^rufenben ßiteroter / ben belefenen ®e# 
lebrten aeigen/ ber ftd) über alle 2Bif[enfd>aften mit gleicher $enes, 
tration ausbreitete / unb nichts ohne Unterflidwng annahm/ fon= 
bern vielmehr ©ad)en beleuchtete/ bie bunbert bloß fleifjige ©elehrte 
iberfeben , ober unrichtig gefeben hatten ; bcSgl. einem gragmente 
von einem Srauerfptele in Herfen: Samuel i%>en)i, au§ ber 
ecbweijcrifehen ©efebichte, u. f. w. Der örirte Cbeil entölt 
profaifebe 2luf(«Rc, weld)e bie Qt)te berühmter Banner gegen 
cfterS wieberholte JBcfchulbigungen fehr fchavffmnig retten. (5$ 
fmb SKufler frittfd)er Unterfudjungen/ bie grünblid) obne Äompila= 
tion/ gelehrt/ unb boch nicht troefen fmb. Der vierte Cbeil bc# 
fleht auS ben beiben ßuftfpielen: JDer iunge (Belebrte/ unb 2>ie 
3ufcen, fo wie ber fünfte Cbeil au$ bem ^reigeifte unb bem 
P><i>atie. Der feebfie Cbeil enthalt/ auf er bem tHifogyn/ baS 
Äwuerfpiel : XMfi ©ara Sampfon* — Gin XTadbötuä, xvzU 
tyn man biefen Ä,efllnßifcbenScbriftenbrohtc, locfte ihrem S5er s 



*6 4 



©Mb Sp&r* *effirtj* 



f affer / ber ben driften £l>ett berfelben langfl baju t*rbammt fattc, 
ber SSergefftnbeit iberlaffen ju werben, unb mit bem Verleger 
barüber eins geworben war , gleidjwobl ben SGBunfcb ab/ ba$ fyami* 
fd?e SBorbaben * ibn / wie er fagt / in fetner ganjen armfeligen 
Äinbbett wieber auf ben fHafe &u bringen, vereiteln $u f innen. 
$Bloß in Hbfic&t auf biefen 2Bunfcb entfcbloß er ftcb/ unter bem 
Äitel : Vecmifcbte öebriften , eine neue ©ammlungj gu toeran* 
falten, ©ie follte au* pier Zbtiitn begeben , unb auö ber »or* 
bergebenben ©ammlung ba* Äeffe entbalten / bem er nodfc einige 
neue et&dfe beifugen woüte. »et ÄeWngs Reiten erfebien 
inbeffen nur ber erfte Cbeil biefer neuen ©amralung. £er Vcr/ 
fcefterungen , bie erfelbfi babei vorgenommen, ftnb nur wenige. 
„<5§ wäre Sorbett , fagt er , jur 2Cu0bejferung einer baufälligen 
Aütte Materialien gu »erfebwenben, t-on welcben ein ganj neueS 
<Seb£ube aufgefubrt werben f innre." 2>ie TCuSwabl unb 2lu$befs 
ferung ber öinngeöicbte uberließ er Kamlern, ber au<b fc^o» 
bei anberer ©elegenbeit mebrere *>on Aeflfings JUeöem unter bie 
geile genommen bötte, unb fte jefet aufä neue burebfab- Mit 2Beg* 
laffung ber Jüeöer würben auS biefem erffen Cbetle ber X>er* 
mifebten öebriften bie einngcöicbte , welken no<b bie im 
<B<fcting. mufenalmanacbe beftnblicben neueren beigefugt wur* 
ben, nebfl ben Slnmerfungen &ber bas Epigramm, aueb be* 
fonber* unter bem $itel abgebrueft: öinngeöicbte von (Botv 
boU> Ephraim &efTm0. Berlin 1771. 8- tfeue Auflage. 
Ütbenbaf. 1807. 8» (» 4 ®*0 

SSergl. aiügem. öeutfebe 25tbltotbet, X>b 17. ötdf 2. 
€f. 457—466. XDaldbt pbtlologifcbe 25ibltotbel? , 2>o 1. 
Btcf 5. Ä 295—329. ©ebiraebs OTaga3in öer öeutfeben 
Ärtrif , J&ö 1. (Cb. !♦ 174—186. 

Zweiter Ebetl (herausgegeben üon Äatl (Bottbelf £ef« 
fing, aueb unter bem SEttel: (Bottbolö f£pbtaim £cf?tngs Ver« 
rntfdne öebriften. ^weitet (CbeiL Berlin 1784* 8» 1 $blr.) 
entbdlt : 

1. (Döen £>. 1—34. neun an ber 3afct, t>on benen aebt 
f# in ben Äleinen öebriften beftnben, unb einige auerft in ber 
Äerlinifcben Leitung erfcr)ienen waren, ©ie $aben faß 8<rc 
Je ine S3eranberung erlitten. 

2. fabeln unö £r$Sblttngen 0. 35—8«* 6$ ftnb bloß 
bie r-erfificirten fabeln , bie febon in ben Äletnen Öcbriften 
ßeflanben bitten. 3u ben bortigen ^rjablangen ftnb fytt noeb 
&wei neue: JDieÄriüe, unb 25oben(hom, ^injugerommen. 

3. ^cagmente &. 83—173» @3 fwb folgenbe: lieber bie 
menfcbltcbe ©lucffeligfeit; lieber ben jefetgen ©efebmaef in ber 9ot* 
fte; lieber ben Cor jug bereiten üor ben Beuern (jlanb juerfl in 
Xtlflius 2Bo$enfd>rift : iDer «Taturf orfeber) ; lieber bie Regeln ber 




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©§olb £p&r. ieffing, 265 

ffitffenfcbaftenjumSSergnügen/ befonberä ber 9>oefte unb $onfunft 
(raebr ©atire als Unterricht/ ifi aud) in ifcfcbenburgs .bctfpicU 
fammlung jur Xbeorie unö Literatur Der fdbonen TOiffen* 
fdyaften, 3* @. 186 — 192. abgebrutft worben); Ueber bie 
Religion (bafc (Bebiebt fpllte fecba <5efange befommeit/ aber nur 
ber er t ?e ifi t>on Hefflng bollcnbet worben.) '21 (Je biefe Fragmente 
fianben Dörfer in ben kleinen Öcbriften / unb jtnb t)icr ofjne bie 
geringfte SBeranberung abgebrutft worben. 

4. (Bedidne, roelcbe man naeb ^efllngsCooe unter fei/ 
tien papieren gefunden, und tr>ot>on einige febon in Dem 
(Botting. ffiufenalmanacbe geftanoen & 173—330. & ftnb 
©inngebiebte / ßieber , Entwürfe ju £)ben (an ben ^enn von 
Äleif?/ anCBleim, <l)rpt>etis/ an tTJacen) eine gabel/ ©cfylujjs 
tebe ju einem $rauerfpiele , ©ittenfprücbe. 

5. Materialien *u einer (Befcbtcbte der Xefopifdwt £a* 
fcel (3. 331—276. (Sine fdjon üoHenbete XtyanMlflig über bie 
(Befdbichte Oer 2lefopifcben Säbel, bie &efttng für ben streiten 
fcbetl feiner Vermifcbten Bcbriften beflintmt ^atte/ gieng/ nebjl 
meieren foßbaren ^anbfe^riften , mit einer Äifle verloren/ bie er 
1775 Don tPien au$ nacb Äeipjig gefebitft batte, als er, t>on bort 
<w$, feine itälienifebe Steife antreten wollte. Bu&er biefer ©cfd>tcf>tc 
waren nodj> barin : eine Sammlung bis babin ungebruefter gabeln, 
baö Dollenbete £u jlfpiet : Die Patrone t>on (Spbefuö / eine ttbbanb* 
lung über bie befle (Sinrtcbtung eines beutfdjen 2öorterbucb$ , unb 
ber febon autytaxbtitttt gtocbftabe % feines eigenen beutfeben £eri> 
fonS. <3. bie Vorrede jum jreeiten (Ebetl ber Vermifcbten 
Triften e. 28. *>ergt. 2tögem. deutfefre StbltotM/ £061. 

et<f 3. 0.422. 

dritter (Cbeil (berauSgegeben t>on Äarl (Bottbelf Äefftng/ 
aud) unter bem Äitel: (Bottbolö <ßpbraim JUfltngs Vermifcb* 
te ©ebriften. ^Dritter Cbetl. Berlin 1784. 8» 20 ©r.) enfe 
balt Wettlingen/ alle tbeologifefren tJnfcaltS/ bis auf bie fRtU 
tung be§ -4oraj. //Unb wen glaubt man wobt/ bag icb gerettet 
babe?" fragt Äefllng fclbft in ber Vorrede jum dritten Cbeile 
feiner Weinen Bcbriften, wo biefe Rettungen juerft ftanben/ bi$ 
auf bie be$ £.emnius, welcbe fub im samten (Ebeile berfelben 
befmbet //fcauter üerftorbene Banner/ bie mir e§ ntdjt banfen 
rönnen. Unb gegen wen? Safi gegen lauter fcebenbige/ bie mir 
t?relleid)t ein fauer ®eftdt)t bafür mad}en werben. -2Benn baö f lug 
tfl/ fo weif tc^ niebt/ wad unbefonnen fe^n foU? #/ UebrigenS ijt 
ju bebenfen/ fagt ilefftngd ©ruber in feiner Vorrede ju biefem 
»beiTe ber Vermifcbten öebriften/ bafi gu ber 3eu\ al§ biefe 
Rettungen erftbienen/ me(e§ widj^tig/ neu/ unb gar parabor unter 
bem (efenben ?)ublifum war/ waS je^t für allgemein auäaemaebt 
«ngenommen wirb, ©rpl/ Gtnfleibung/ beutUdje ©arjteUung/ 

unb 



266 ©§olt> <£ p r. lefftn j. 

unb Äefllngs SBelefenbeit, bie ton feiner Urt^eitöfraft nie wtlaffm 
ift, machen/ baß pe ftet$ fcbafcbar bleiben , wenn bic @ad)en aud> 
fclbfl feinen 9tei$ mebr für ben Sefcr baben foDten. SGBiU man ftcb 
»on ber SBorjüglicbfett ber Rettungen reebt überzeugen, fo lefe 
man nur bie HPioerlegungen, bic ju bamaliger 3*it fowobl be* 
fonberS, aB in ben fritiföen 3eitfd)riften gegen ibn erftbienen. 
gafl alle argern fieb an feinem lebhaften SBifjc unb feiner geiebtig« 
feit / ben unbebeute&bften fingen ein gewiffe* Sntereffe ju geben* 
%u& menfd)lic^er unb cbrijHicber $Barmberjigfeit wünftyen fte ibm 
etwas »on ibrer ©cbwerfälligfett unb gelehrten Spanier, bie befamtr 
tejlen unb trwialfien £>inge ffc|> unb t'bren Sefcrn mit fo trotfner 
SBerworrenbeit üorjteüig ju machen, al$ tf?rc ©clefjrfamfeit unoer* 
baut ift. <5ic warnen immer, if>n wie liefen einen 3werg &u 
fiberfeben/ anftattbafj e$ anbere bünft, als wenn 3werge gegen 
einen liefen &u gelbe j&gen. £>ie Rettungen ftnb folgenbe : 

i. Rettung Des Äemnius in acht Briefen 0. i — 54* 
©ie feblägt/ wie bie fotgenbe Rettung be§ CodjlJus, in bie 2u* 
tberifdje 9faformation£gefd>icbte ein. 9Wan fef?c t>on biefem JLenv 
mus (|t 1550 in (Ebur) unb feineit ©Triften 5l6gels (5efcbicbte 
Der tcmifdyen Äiteratttr, £o 3. 0. 338 ff. Äeben 
beffelben wirb aueb in folgenbem SEBerfe erjagt: fcer Jbiograpb. 
JDärflellttng merto&roiger tHenfcben öer örci legten 3abr# 
bunöertc (#afle 1803.) 2. ®tdf 1. 106—130. &cf< 
fing jog biefen fafl fcergeffenen SWann wieber amS fciebt. <£r ift 
jebod)/ nad) bem Söerfaffer biefer 33iograpbi*> weniger bureb *W e 
ne§ XJerbienft, als in fo fern fein ©cbicffal ben ©eift ber 3eit unb 
bie Denfart berühmter 3eitgenoffen djjaraf terifirt , merfwürbig, unb 
wm biefer ©ette aueb bier betrautet — 8$ergl. $tbt. v. Jblam 
tenburg Jliterarifcbe Sufätje ja Suljers Cfceorie oer fd?<5* 
nen &fcnf?C/ £ö 3. 0. 19 f. 

3. Kernt 113 Oes Cocblaus, aber nur in einer &leimg> 
feit 55 — 88* ßr oertbeibigt ibn gegen bie S3ebauptung beS 
£)oftor Äraft, bafj CocblSus ber erfte (Srfmber ber SerlÄumbung 
fei, als wenn Äutber au$ SRetb über ben Eblagfram bie Sieforma* 
tion unternommen babe. (Sine fcblecbte SBiberlegung biefed &ef* 
fingifeben Ttuffa^eS erfcfyien unter bem Sitel: VertbciOigung; 
des feligcn Durbers unö feiner Deformation roiOer Oen 
^erfafler Oer Äletnigf eiten , t>eraa«gegeben von tTT. £♦ 

r. i. t. Sranffurt ano £.eipjig 1756. 8- 2*&n bem <Tocb^ 
Uns wirb unter anbern tTacbrtcbt ertbeilt in 5tögeU CBefcbicbtc - 
Oer fomifeben Literatur/ 3. 247 ff. 

3. Rettung Oes -Hieronymus Caroanus ^.89—144. 
gegen bie S3efcbulbigung ber tttbeifierei. SBom (Taroanus febe 
man unter anbern in ber Jtürge &am* J&autrs Heues t>tf?o^ 
*ifcb $ biograp^if* * literarifebes «^anOiPorterbucb, ^o 1. 

605 f. 

4. »et/ 



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©fcolb Spfcr. icffing, a6 7 



4* Rettung öes Ineptl Religioß und feines ungenannten 
Verfallet* 0. 145—188. gegen Voigt/ ber e$ ein bifeö unb 
gottlofeS 33ücbclcben genannt hatte. 

5. Rettungen oes -«Sora» 189—275. gegen bie ©es 
fcbulbigungen ber geigbeit/ ber SBollu)! unb ber 3rreligion. £)it 
Skranlaffung baju gab unter anbern (Bottfricö Ephraim iftüU 
lers bifforifcb'Pritifebe Einleitung jur 1ücnnmi# tmo nüt$* 
liebem (Bebrattcbe oer alten latetnifcben Bcbriftftetter/ Cb* 
3. Ö. 403. wo -^oraj /,einer jiinfenben ©eilbeit unb unmäßigen 
Unjucbt" befebulbigt würbe. 

Vierter Cbcil (herausgegeben t>on Äart ©ottbelf Hefs 
fing/ aueb unter bem ZiteC: (Bottboiö £pbraim Hefltngs 
Vermtfcbte Bcbeiften. Vierter Cbeil. Äerlin 178$. 8* 
1 $blr.) enthalt folßenbe 23riefe/ bie üorber im weiten Cbeile 
ber Kleinen &<btiftcn jtanben: Är. 1. über Äouffeau's fi** 
frinte Sfabe bon ber 6cbÄbltcbfcit ber ©iffenfebaften. fcr. 2. über 
eine beutfdje Ueberfefeung beä Virgitfeben ©ebicbrl 00m Hanö* 
bau. 23r. 3. 9lad)x\ü)t unb 9>robe eines »on Hefiinas aHererjten 
©ebiebten / Aber bie 5Rebrbeit ber 2Belten. J5r. 4. über tlicolu 
ni's f>antomine. #r. 5. 2Cu$jug einer £r*$btung in einer (Sng* 
lifcben ÜÄonat^fcbrift : (Criumpb öer r^terlicben Hiebe/ ooer 
3atob ttomrns. 23r. 6. über ben Reim. &r. 7— 11. über 
Älopftoefs ttlefliaoe (SBiberlegung be§ 9>rof. itteiers ju ^aüe* 
ber in fetner &ettrtbeilung Oes ^eloengeöicbts , der iTTeffias 
(4?aUe 1749.) bie Anrufung ber unterblieben ©eele für einen ganj 
neuen unb meijterbaften 3ug , beffen ftcf> noch fein Siebter bebient , 
ausgab. Heffing je igt/ bog fte nicht neu, unb eber fehlerhaft, 
wenigflenö niebt fo Dortreflicb fei/ alö fte f)&ttt werben ttnnen. 
Klopffocf felbft benufete in ber golge biefe äritif. 2Ba§ Reifing 
übrigens gegen baS ©ebiebt erinnert/ betrifft eigentlich bie chrijilicbe 
Religion/ welche ber Siebter nimmt/ wie fte ift , unbekümmert/ ob 
pe ber $bifofopb »erbauen Fann/ ober niebt. beigefügt ifl Hef* 
fings unb feintd SörubcrS, Johann (Bottlieb/ Ueberfegung 
be$ Anfangs ber tTCefltaöe in latetnifcben ^erametern. 2bt. 
12. über SDiöerots Schreiben über bie Rauben unb Stummen. 
23 c. 13. über ben $ob eines greunbeS/ mit bem er ftcb furj vor* 
ber entzweit r>artc. 23 r. 14« äufafce unb Berichtigungen $u tfo* 
ebers (Belcbrtcnleriron» 23r. 15—19. Reifings $nmerfungen 
5U Hangens (f. ben 2Crt. Hange tn tief. 2er.) Ueberfe^ung ber 
<Döen be$ -«Soraj Ö. 113 — 122. Barn. (Bottboiö Hangens 
€>d)reiben k an ben SSerfaffer ber gelebrten 2(rtiFel in bem <£ambttr# 
gifeben Äorrefponöenten wegen ber im 178. unb 179. ©tücle 
eingerüeften Öeurtbeilung ber Ueberfe^ung beä ^ora> 12a — 
160. ßui Vaöemecum für Den ^errn Öam. (Bottboiö Han# 

p*f?or in Hanblingen/ von (Bottboiö l^pbratm JUfling 

(ein* 



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j68 ©fcolb Cpfcr. tfffntg. 

(einzeln, Berlin 1754* 161^247. S>. (B. £an* 

gens ©^reiben an j>errn 9>rof. tT (tcolai) ju £r (anffurt an ber 
feber) weldje* bie ©treitigfeit mit bem £errn Äefling wegen ber 
Ueberfefeung be« tjoraj betrifft e. 247— 288. 9>rof. *T. &u 5c 
2(ntwort$fd)reiben on ^errn $affor Hange ju Täublingen bei 
©elegenbeit ber ©treitigfeiten bc§ £errn 9>afior$ mit £errn 9Ragt* 
flcr JLefling wegen ber Uebcrfefeung be$ ^ota* 289 — 308. 
9Jton febe über biefe ©treitigf eiten bie Vorrede Don &arl (Bott* 
t>elf Äefiing $u biefem vierten Ct>eile ber X>ermifcbten 
Bcbriften. 

SBergl. 2Wgem. deutfebe ÄibUorM/ £d 61. ®tdf 2. G>. 
419 f. 78- Btcf 2. e. 430. 

fünfter Zhtii (bcrauSgegeben »on Äarl (Bottbclf ÄefiTng, 
aud) unter bem £itel: (Botrbolo (£pbraim£efitng8>Pfrmifcbte 
Bcbriften. fünfter Cbctl &eip;ig 1791. 8» 22 @r.). ent* 
balt: 

1. Tbvudbftude über einige Fragmente See tipolfenb&f 
telfcben Ungenannten , aus Dem dritten und vierten Äei* 
trage jur (Befcbtcbte und Literatur aus den &<hanen occ 
XDolfenbuttelfcben Äibliotbe! : a. <5rfle$ SBrwbftücf <8. 3— 
6. (ouöbem dritten beitrage S>. 197 f. £effmg leitete mit 
biefer Vorrede ba$ gragment tum Duldung der&eiffen, Äeitr. 
3. 0. 198— aai. ein)* b. 3weite$ ©ruebfrücf (5. 6— 14. 
(nuS bem dritten beitrage 221 — 226.) c Dritte« S5rucb= 
fiücf ©.15 — 17* (auS bem vierten beitrage ©. 363 f.) d. 
Vierte« S3rud)ffücf ©. 17 — 59* (3u$ bem vierten beitrage 
©•494 ff» f- ©i« <5r$iebung beö 9flenfcbengefcble$t$ ©.60— 
105. (aud bem vierten beitrage ©. 523—539. wo aber bie 
fleine ©ebrift in ber SDKtte abbüßt, bie bier toouffanbig nacb ber 
»onÄeffing felbfi unter bem Sitel: fcie (Erhebung des «Ten/ 
fcbengefcblecbw , berausgegeben von (Bottbold iEpbraim 
ileffing. Haec oinnia indo efle in quibusdam vera, unde in qui- 
busdam falfa funt. Augnftinus. Berlin 1780. II. 8- XX. TL 
ffcbendaf. 1786. 01.8. (6©r.) beforgten 2Cu3gabe (wtgL öligem, 
deutfebe ÄibliotM 2>d 43. &t& 2. 0. 402—405- <B°*k 
gel* Zeit. 1780. Ötdf 47. B. 383—385- £c»P*. allgem. Ver* 
jeiebnifl neuer Äucber mit ftirjen Anmerkungen 1780. 1 f.) 
geliefert wirb. f. günfteS S3rud?ftü<f @. 105—112. (au* bem 
vierten beitrage ©. 539ff0 

2. fcureb die Fragmente dea ÜPolfenb httelfdben ttnge* 
nannten veranlagte einzeln gedruckte Heine ^ebriften: a. 
Ueber ben ©eweiö be* ©eifteS unb ber &aft / an ben £errn Du 
reftor Bcbumann in Hannover ©. 115 — 128. (öorber einzeln, 
Braunfdnveig 1777. 80- b - ©aö #ejiament 3obanni$, ein 
©efpracfr ©. 129—139. (öorfcer einzeln, Ära»nf*ivetg 1777» 



■ 



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©&olb Spfcr. Effing. 369 

8.) c Cnne Duplif ©. 140—302. (Dörfer einjeln , Äraunr 
febweig 1778. 8«) 

&ed)fiez Ebeil ((>erau$gegeben tbon Äatl (Bottbelf £ef> 
fing, aud) unter bem $itel: (Bottbolö i&pbtaim SLeffin^s 
Vcmifdrtt öebriften. 0ed?f?et: £beii. Jleipjtg 1791. 8* 
aa ©r.) enthalt: 

3. 2Durd> öie Fragmente Oes XPolfenbfcttelfcben Unge* 
nannten »e*anla#te einzeln geöruefte Heine Bebtiften, 5octs 
fetjung: a. (Sine Parabel. 9*eb|l einer Keinen Söitte unb einem 
eoentualen ttbfagungäfdjreiben an ben »&errn 9>aflor (Boejc in 
^Amburct ©.,3 — 36. (fcorber eimein, Äraunfcbroeig 1778. 
80- b. (Bottbolö £pbraim Aeftings nötyige Antwort auf eine 
fe&r unnitbige grage bc§ #errn £auptpaftor (Boeie in Hamburg 
©.37 — 58. (»or&er einjeln, j&raunfcbrocig 1778. 80- 
Der unn6tbigen Antwort auf eine fe&r unnitbige grage 4 be3 #errn 
£auptpa|ior (Boeje in Hamburg , erfle golge ©. 59 — 76. "(sor* 
ber einzeln ,2S>vaunf<bwei$ 1778. 8«). d - Womotü/ wenn e$ 
beren in bergleicben Dingen giebt. 2Biber ben #errn tyaftox Goes 
je in Hamburg ©. 77— 147. (oorber eimein, Äcaanfcbroeig 
1778. 80 »orrebe ju bem gragmente be§ ^olfenburtelföen 
Ungenannten oon bem 3wecfe 3efu unb feiner Sünder ©. 148 -r 
150. f. Unti - ©oeje b. t. SRotbgebrungenei beitrage ju ben frei* 
Willigen ^Beitragen be$ £errn $a|ior (Boen <£r|ter (©ort gebe/ 
lefeter!) 6. 157—171* (öorber einzeln, Äraunfcbroeig 177g. 
8.). & 2foti s ©oeje b. i. ftot&gebrungener ^Beitrage k. 3weiter 
W elfter .©.11 73 — 313. (oorber einjeln, £raunfd?rDet$ 

1778. 80- „ . 

Der ungenannte ^erfaffer ber e&emalS fo beruebtigten $rag* 

mente/ weldje r)auptfic^licr> bie l)iflorifd^e ©laubwiirbigfeit unb 

@en>i^b<it ber in ber IBibel entbaltenen ®efd?td)te beftritten , foQ 

ber (1768) »erworbene Seemann Samuel üeimatus, f>rofefs 

for an bem 9totb$gpmnaftum ju/^ambutg, aewefen fetjn, welcher 

fidr> burefy feine 2Cbbanblungen t>on ben x>otnebmf?en ttpabebeiten 

ö er natürlichen Religion, Don ben (Trieben der Cbtere, über 

bie befonberen Erten ber tbtetifeben & im triebe unb anbere toors 

tief liebe ©Grifte n einen auSgejetcbneten 9tubm in ber geklärten SBelt 

erworben. (JBergl. tfteufeU Hißorifch - literarifcb - bibliogra- 

phifches Magazin, &t£ 7. 80 Äeimacua febiefte feine Srag* 

mente an JLeflinQ, unbbegebrtev bajj er biefetben aufbeben , unb 

crfi geraume 3eit nacb feinem &obe bem Drucfe übergeben jollte. 

JLeffina aber Fonnte fo lange bamit ntd>t warten, fonbern maebte fte 

weit früher befannt, als ber öerfaffer eö befhmmt ^atte. Die 23e* 

fanntraaefcung gefdja^ in ben J&eitragen jacCBefcbtcbte unö £itera' 

tue aus öenöcbatjen OeciJerjoglicbenÄtbliotbe^wtDolfen/ 

b&tteU $ier erWienen mit^eflingd (Sinlettungen 1 2Biberlegun= 



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37a ©fco(b Cpfcr. tefftug, 

gen u. f. ». folgenbe 5ragmentc: i. SBon SMbung ber £ei* 
peti/ SBeitr. 3. ©. 195 — 326. — 2. ©in mebrcreS auö ben $Pa* 
pieren bc$ Ungenannten , bic Offenbarung betreffenb : Sta^m. 11 
!Bon Sjfrfdjreiung bet fBermmft auf ben Jtan^eln/ IBeitr. 4. <5. 
365 — 287. 5* flgm. 3. Unmoglidjfeit einer Offenbarung , bie 
alle üRenfcfyen auf eine gegruribetc #rt glauben tonnten , Crbem 
fcaf. ©. 388 — 365. 5ragm. 3. 5)urc^ang ber Sfraeliten 
burdjS rotye SÄeer, <5benbaf. (5. 366 — 383. $ragm. 4. £>af* 
bie SBudjer X 3;. ntc^t gcfcfyrieben werben, eine Religion ju offen« 
baren/ (Sbenbaf. <5. 384 — 436. 5ragm. 5. Ueber bie Rufers 
j!e1?ung6gefd)id)tc/ mit£efTtngs ©egentffcen/ (Sbcnbaf. ©. 437 — 
543. 3n ber golge erftyien no$: Von dem 3toeer"e Jefu unO 
feiner junger. *7od> ein Fragment Oes XDolfenbuttelfcben 
Ungenannten» herausgegeben üonCBottbolö £pbraim £cf# 
fing. Äcaanfcbn?eigi778.8- ( 1 6 ® r.) SBergl. 2fugcm. öeutfebe 
ÄibliotfceH, 40. e>tc£ 3. 356—386. (Bott>. gel. Seit. 
1778. Ötcf 8}. ©.680 — 688- £etpj. alfgcm. Verjeicbmff 
neuer Tbhdbev mit Purjen 2fnmerrungen 1778. 247. 
(Sragmente Oes X£olfenbuttelfri?en Ungenannten. £in 2fn* 
j>ang ju öem Fragmente rom Zmcd >fu unO fetner jun- 
ger. Äefannt gemacht wonÄefTtng. Berlin 1785. 8. [16 
©r.] ifi ein Mofjer UacbOrucf ber Fragmente be§ Ungenannten/ 
bic Äcffing in ben ÄcitrÄgcn jur (Befcbidne txno Literatur 
befannt machte / er>e nod> bic Äbfjanblung vom 3u>cd? >fu ttnö 
feiner junger erfd)ien. $te fammtiid>en 5ragmente be$ Unge* 
nannten erfdjienen barauf jufammengebrueft in 5t»ei iEbeüen/ 
»erlin 1788. 8- [1 3IWr. 8 ®r.] ferner erfdjienen: Uebrigc 
noch ungeörudfte Xfcerre öes XPolfenbuttelfcben ^ragmen* 
tiffen. £in Hadrtafl von (B. 16. Äeflmg/ herausgegeben 
rem <E. 21. «. ecbmiöt [Berlin] 1787. 8- d »«Äl. 
AUgem. Lit. Zeit. 1790. #0 4. B. 373. Mgcm. öeutfebe 
»ibliotM/ £ö 78. Ötcf 3. G. 375. (Botfr. gel. Seit. 1787. 
etcf 3. 0. 21 f.) 

Die (&rfä>einung biefer Fragmente fefetc bie ganje tyeologifdje 
SSelt in ^Bewegung / erregte einen feigen Jeberfrieg/ unb m Siefs 
fingen/ al$ bem Herausgeber berfclben/ ttorjüglid) auf Änfh'ftcn 
be$ ©enior <Boe5e *) in Hamburg/ mancherlei $Berbricj*lic^eiteii 

*) tfobantt tttclvticr (Botje, ein febr ftrettfäebtfotr fcbcoloßc , unb 
baber Den meiden feiner 3cttaenofTen verbaut. grmar 1717 &u*5al# 
berftabt geboren, würbe 174« flbjunft be6 «Klnijtecii |u ^cfcberele* 
ben / i7$o sroäter $rebigcr an ber «j. ®ei|lf irrf>e |u tttagOe^ 
buvq, 1753 $a(lor, 1755 $a(}er an ber Ratbarinentircbe }u 
Hamburg , 1760 Senior be* mini(lerii bafclbfl. (?r jlarb *786. 
@r trachte unermübet über bie iXeinbcit bed prote|lantifa>en 6ebrbe* 
griff* nacb bem ftrcnflücn ©inne ber fpmboUfa>en ^Acber/ unb mit* 
tertc baber öberaO ^ereten unb actfWtyc «nfcbUgc aeöen Hl 



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®(>ol& Spfcr, ieffing. 271 

ju. „ (Et? iß burchauu gcrofg / fagt ijecöec in feinem Buffafce 
über üefjing/ baß Äeflina bie «Verausgabe tiefer Fragmente 
allein unb eigentlich &um iöeftcrt t>er SDBaI>rf>ctt/ $u einer freien unb 
männlichen Unterfuchung / Prüfung unb JBefefligung berfelben bon 
allen ©eiten unternahm. Cr ^at bieg fclbfi fo oft/ fo (tarf, fo 
beutlic^ gefaxt; bie gange 2Crt / wie er bie Fragmente h*rau§gab/ 
unb al$ Eate feine ©ebanfen allenfalls *ur SBiberlegung f)in unb 
wieber beifügte; überhaupt Ä.eflmg8 Gbarafter/ wie er jebem/ 
ber ihn genauer fannte/ eingebrücf t war : alleö bieg ijt SBürgfcbaft 
für feinereine )>t>tlofopr>if4>e UebcrjeugunO/ baß er auch hiermit tftiwl 
GJuteö wranlajfe unb bewirte/ nemlich freie Unterfuchung berSßa^ 
heit/ unb einer fo wichtigen 2Bal)rbeit, al$ biefe ©efebiebte für jeben, 
ber fte glaubt/ unb an fie glaubt/ fepn muß. Sarf tiefe 2ßal;rbeir, biefe 
©efebiebte nun / unter allen 2Babrbeiten unb ©efebiebten allein nicht 
unterfucht/ nicht gegen jeben äweifel unbäweifler unterfucht we/* 
ben/ fo ift baö Aeffmga ©cbulb nicht; aber ju unfern äeiten wirb 
fein 3:h«olog unb fein Religiös fepn/ ber fo etwae* $u behaupten 
wagte. ©iebt man aber biefen einzigen ©afc §U/ SBBabrbeit müffe 
unb finne unterfucht werben/ 2Öabrbeit gewinne jebeömal bei jeber 
neuen/ freien unbernflen Prüfung/ eben inbem9ttaafj unb 23er/ 
hdltnifj/ al$ fte für uns erkennbare/ folglich auch nur nur in foU 
ehern s J5?aage w>n unS ju befolgenbe SBabrbeit ifl/ giebt man biefen 
<2afc JU/ ben bie ®efd)icbte aüer äeiten, aller Religionen unb SbiU 
fer / infonbertjeit bie ©efebiebte unb Sahrbeit ber cbrijHicben SRtlis 
gton überall, wo fte bezweifelt unb angefochten i,l/ unwtberfprecb* 
lichbeweijl/ fo b<*r £cfftng gewonnen/ fo muffen wir/ anjtatt 
Donfrummen/ bamifeben, bofen 2(bffd>tcn ju reben, ibm banfen, 
bog er un§ eine neue Gelegenheit ju Unterfuchung unb 3öefe(ligung 
ber wichtigften Wahrheit/ furj $um £riumpbe gegeben bat." 

2)ie toorjügucbflen öcbrifteti/ welche gegen öie ^cagmentc 
erfchienen/ ftnb: jfob. Balomo eemlcw ^Beantwortung bet 
gragmente einee Ungenannten 00m 3wecf 3efu unb feiner Sunger. 
|)aUe 1780. 8- Ooh. Chrifiopb fcoderletna) gragmente unb 
^ntifragmente/ ober jwei gragmente eineö Ungenannten auS 
«^errniteflingd beitragen jur ©efebiebte unb Literatur, mitSte 
Pachtungen betrübet, drflet/ gweitet %ty\L Dürnberg 1778. 
1779. 8- Sfteue/ uerbefferte Auflage. (Sbenbaf. 1780. 1781. 8. 
vBottfc. JLc# EuferftebungSgefcbicbte 3efu. (Bilfingen 1779. 8« 
3ot>. Coblecd ©ebanfen unb Antworten jur <5hre Sefu Gt>riflt 
unb feineö Geichs, äürich 1780. 8* ÄcteOr. XDilb. OTafdjo 

«er* 

£eit ber Sircbe. £eff7nq, 23afebow, unb fclbft <S3tbe (wegen 
ber Reiben TOertberej mußten/ nebd vielen anpern, oie er für 
aefdbrltcbe Geologen onfab/ mit ibm Me 8an§e brechen/ unb faben 
fieb nicht feiten in ©cfabr, uon Dem geroalttgen öcf4>rel M beigen 
SDlQwmi überrodlrigt au roeroen. vr» fehlte ü)m öbrigend gar . nicht 
an gelehrten ÄcnnrnifFen, unb feine hWorifcben unl> triUi'a)<n ©a)rif« 
ten vertnenen aOe «chtung. 



21% A ©foolb Cpfcr. ieffing* 

SSerttyeibigung ber geoffenbarten cbriftlicfyen Religion n>iber einigt 
gragmente ic. ^rflc§, jweited ©tücf. Hamburg 1778. 1779. 8* 
SEbenDcff. SBeleucbtung ber neueren ifagriffe auf bte Religion 
Sefu, befonbcrS ber <Sd>rift ; &on bem 3roecf 3«fu unb feine? 
Sünger. (Sbenbaf. 1778. 8- <B. £. 25. ttTofcbe »eitrige *ur 
^ertbeibigung ber 7(uferfle()ungSgef4)ic^re Jfefu gegen bie neuefren 
(Einwürfe. ilrjter, jweiter Ztyil granffurt 1779. 1780. 8. 
Job* ÄaltkAf. £foen»aiö Die SBabr&eit unb ©ewifftett ber 
#ufer|te&ung 3efu@brijri tc. £elmffäbt 1778. 8« Bnfcang baju. 
(Sbcnbaf. 1779. 8- 3ob. Swbv. Älcuffec einige SBcIebrungen 
über SEoleranj / Vernunft/ Offenbarung/ Geologie/ SSBanberung 
ber 3fn*eltten burd&8 rotbe 5Reer/ unb Tluferffebung (grifft t>on 
ben lobten/ veranlagt bureb einige gragmente in ben JleflTngtfcfcen 
Beiträgen jur ©efebiebte unb Literatur/ nebfl nod> einer iRacbfcbrift 
unb neuen äufdfcen, bie&efYingtfd?e Duplif betreffenb. granffurt 
am fDtain 1778. 8« <B. <Tt>t. Qilberfcblags TfattbarbaruS ober 
SBertyeibigung ber cfjrifHicfyen Religion, (frjter, jroeiter StyetL 
SSerlin 1778. 1779. 8» 3ofr. -«Setnr. SDan. tTTolöenbaaer 
tfuSfü&rlicbe Prüfung beä fünften gragmentS au§ ber SBolfenbütteU 
feben ©ibltotbef t>on ber Euferftebung 3efu. Hamburg 1779. 8. 
lEbenöefl*. Prüfung be$ britten gragmentS auS ber SBolfenburtefc 
feben S3tbltotf>ef t>on bem Durtbgange ber Sftaeliten burd?8 rotfcc 
SEReer. ©benbaf. 1779. 8« iEbenöefl". ©enaue Prüfung ber %bs 
banblung be§ gragmentenfebreiberö *>on ber Dulbung ber Reiften/ 
unb be§ erffen gragmentö Don SÖerfcfyreiung ber Vernunft auf bea 
Jtanjeln. (Sbenbaf. 1780. 8. ^bcnöeff*. ©enaue unb unpar* 
t^eitfebe Prüfung beS gragmentS auS ber 2Bolfenbütteffa)en SBiblio* 
tt)tt t?om 3wecf 3efu unb feiner 3ünger. Gftenbaf. 1781. 8* 
lEbenöeflT. 2Cu$fü&rlicfye Prüfung beä jrociten gragmentS auS bet 
SBolfcnbürtclfd^en »ibltotyef wn ber Unm6gli$feit riner £)ffenba= 
rung, bie alle Sföenföen auf eine gegrünbete 2Crt glauben tonnen. 
@benbaf. 1782. 8- ^bcnöefl". 2Cuöfür>rltcr>c Prüfung be$ Dierte« 
gragmentS au§ ber SBolfenbürtelftycn iötbliotbef , baß bie öüc&et 
TL X. nic^t getrieben roorben/ eine Religion ju offenbaren, 
(Sbenbaf. 1784- 8- 3ob«nn &avib Michaelis fcrflarung bet 
23 egrabnif? * , unb EuferffebungSgcföitye QfynfH , mit ERücfficbt auf 
bie in ben gragmenten gemalten (jinmenbungen. £aüe 1783. 8* 
2)aö fünfte gragment fetbf!/ au$ (Bottboto &pt>t«tm Äeffings 
tnertem ^Beitrage jur ©efdjidjte unb Literatur, mit 3. JD-tTTicbao 
Üb tfnmerfungen. 2ü$ ein Enfcang jur iöegrdbnißc unb Tfuferffe* 
^ung§gefd)id?te fyvifti. ^aüe 1785. 8. Der übrigen äBiberfe* 
gungen »on Mafdbe, piriscus, &dbiUoans, 2UbcanOt> 
Öcbretter u. f. w. niefct ju gebenfen, 

Ueber biefc unb mehrere anbre^ burc^ bte Fragmente man* 
laßte/ eebeiften oergl. 2JUgem. bemfebe Äibliott?el/ 39. 

etdf !♦ e. 36—78. 40. &t& 2. 356 — 423. fcte 



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©&ott> €p&r, ieffinj» 373 

neueren 25eligton8begebenfce:ten ((Biegen) 1778, Ötdf 7— 
13. 1779. ^ tc * 1 ff* vBotfr. geL Seit. 1778. Btcfc* 26. Ä 210 
— 213. Brd? 79. 649 — 656. @tcf 90. G>. 738 — 740. 
1779. &t& 14. ^. 106 f. Ötcr* 18. i4*f. Zeiph all* 
gem. Verjetcbnifl neuer buchet mit furzen 2nmerfttngen 
1778. B. 91 f. 246. 481. 810. 1779. Ä ^37. 492* 1781. 

£>ie (£niebung des tttenfcbengefd^lecbts erföien mit 3ln* 
mertungen t>on Öcbobelt, Stendal 1780. 8» (6 ©r.) beSgl. 
£>ialog über Oie von <B. 16. ilefling herausgegebene £r$ie' 
t>ung Des iTTenfd>engefd?lecbt5, Hamburg 1781. 8» G ®r.) 
be$gl. Blri#e einer (Befcbicbre der itTenfcbeneeligson fkt den* 
Ifen de &efer, veranlagt öurd> die von Äcffinct berausgege* 
bene (Erhebung Oes tnenfcbengefcbled^ta» £>e|jau (£eip$ig) 
1783. 8- (6 ©r.) 

Siebenter ICbei! (berauSgegeben wm Äarl CBottbelf £.cf> 
fing, aud) unter bem $itel: (Bottbold (gpbraim ÄeflmgsVer* 
mifebte Scbeiften. Öiebenter tEfretl. Äeipjig 1792, 8» 32 
©r.) cntyftt: 

1. itbeologifebe 2luff5t$e: a. SLeibnit$ bon ben en>tgen 
©trafen ©. 3 — 64. (au$ iefTmgs (6rf? em Beitrage jur <Be* 
febiebte und Literatur ©. 199 — 240.}* Andreas 
£Piffou>atius (Einwurfe wiber bie £)reieinigFeit ©♦ 65 — 102. 
(au$ Äefltngs weitem beitrage *c. ©. 371 — 418«) c - 5Bor^ 
rebe ju einer ?)rebigt über jwei $erte ©. 103 — 11 8» (au§ ber 
Berliniftben IftonatBfcbrift 1791* Januar €5. 30 — 45. WO 
Don '4>errn tlicolai bie 33eranlaffung ju ber Hefltngtfcben pre* 
digt erjablt wirb). 

2. ptnlofopfcifcbe SCuffStje: a. pope ein ttTetapbpfTfer 1 
©. 121 — 2C2. (vorder einzeln, Ibanjig [^Berlin] 1775. 8» 
[4 ©r.j tjl aud) in (-^einjmanna) &iterarifcber €\>ton\k , Jöd 
3. 51 — 111. abgebrueft worben. £iefe ©c^n'ft würbe, fagt 
&efltngs SÖruber in feiner Vorrede $u biefem fiebenten Cfreile 
ber Vermifcbten ^ebriften, bureb eine Preisaufgabe ber JÖcr* 
lintfeben 2irademie veranlaßt/ unb Don ÄefTTng unb iTTofes 
tnenoelsfobn gemcinfcbaftlicb aufgearbeitet. Sie Dielen Tfntbctl 
jeber von beiben baran bat, lijlt ftcb freilid) nid)t genau befh'mmen. 
3nbef / ba t>on Äeflmg wabrfebemlid) ein beträd)tlicber $f>eit ber 
3bcen / unb gewiß ber Vortrag grogtentbetlS tyerrubtt, weil tfio* 
fea tttendeUfotm &u jener 3eit ber ©praefte wobt no^ ntcr)t ganj 
ntaebtig war, foijie5nid)t unbillig, ben 2tuffafe mit unter JLtft 
fing» ©djriften auftunebmen). b. jßorrebe unb 3ufafee gu Karl 
Xüilfceim ^erafalentB pbilofopbt feben ^uffar^cn (©raun? 
febweig 1776O ©. 203 — 221. (Dergl. ben Ärt. Job. $rör. 
XOilb. >rafalem im 2. .Bande bief. Äer. 51 1«>» «■ ^niff 



a? 4 ®fcolb Spfcr. ieffln9. 

uno S*#f (Befptacbe fut $reim£tttet: ©.322 — 278. (erffeS, 
iweiteS/ brittcS ©cfpri d> , wirket einjcln, SBotfenbuttel 1778. 8. 
Bergt. <Bott>. gel. Seit. 1778- Btd? 78- B. 644- 647 0. d - 
lErnft unö 5alt*, (Befptacbe f&r ^eeimautet, Sortfctjung 
@ # 279 — 522. (merteS/ fünftes ©efprad), üorber einjeln, XPoU 
fcnbfcttel 178c 8. mit ben «Pen brei©cfpracfyen jufammen/ (56> 

tingen 1787. 8» [5 ©r.] fc • 

®cm fünften / feebffen anO fiebenten £>«noe ber ß.effin* 
gifeben ttermifebten Bcbriften iß öon bem £krleger au* bet 
äitcl gegeben roorben: (Bottbolo CEpfcraim JUfTmgs Cbeoiogi* 
febe anö pbilofopbifcbc öcbeiftem Keffer* »weiter, öcit* 
tec -ÖAitö. 23er l in 1796. 8» 

2f<btet Cbeil (herausgegeben t>on Äarl (Bottbelf &efftng, 
aud) unter bem Sitel : (Bottbolo fcpbraim Aefiings pbilolo* 
gifebe, literarifebe, antiquarifebe unö aetifrifebe Gcbriften. 
£rf?et: ODbeil* Berlin 1792« 8» 1 S^tO enthalt: 

1. vBefammelte *>orreOcn : a. 3u ^Jobann igttacts 9>riu 
fung ber äopfe ju ben SBtffenfcbaften ©.3 — 312. b. 3u tHa* 
tigny ®cfct>idr>tc ber Araber unter ber Regierung ber kaufen ©. 
13 — 28. c . 3ubem erffen unb geilen tEbeile ber Kleinen 
Bcbriften @. 39— 40. d. 3u bem Dritten unb vierten tEbeile 
ber kleinen Bcbriften & 41 — 51. <>• 3u (Cfecifllob melius 
&ermifd)ten <5d)riften (25. 52—92. f. 3u Kicbaröfons (Birtens 
Iebre für bie Sugenb m afopifcfyen Säbeln ©.93 — 97* g- 3u 
CBletme ^reufjifcbcn itrieg§liebern @. 98 — 105. h. 3w £ric* 
oriebs von Äogau ©tnngebiebten ©. 106 — 116. 

2. beitrage jur Äenntnifi Oer Dcutfcben Bpracbe: «• 
SBarterbud) über ^rieoriebs von &ogatt ©inngebiebte ©. 1 19 — 
240. b. Ttnmerfungen ju 2lnocecö Bcultetuö ©ebid)ten ©„ 
241—286. (Sie töeoidne felbfifinb niebt ganj mit abgebrueft, 
fonbern nur bte Bteüen, ju benen Äefttng 'Änmerfungen ge* 
mad)t ^at). 

3. Vom 2fltet öcc (Delmalerei aus oem tEbeopbiluö 
preßbytec ©. 287 — 368. (wrber ei mein, #raunfcbtt>ei<$ 
1774. 8. [9 ® r 0 ^ergl. 2ftfgem. oeutfebe iMbliotber 1 , 23ö 35. 
BtcE 1. B. 171. (Botb. gel. Seit. 1774. Btcf 95. B. 754 — 
75^. x>. tHurc Journal 3Uinf?gefcbicbte, Hb* 1. Ä «7ff. 
Einige Jmidrfeblec , roelcbe ÄelVing in einem f bem ^rn, ^ofr. 
^febenbueg gefebenften , ©remplare ber erf?cn 2lu5gabe mit ei* 
gener ^anb geanbert fyatte, »erben in Igfcbenburgd ttoerede 
ju bem elften Cbeile üon Jlefiinga Bammtlicben ©ebeiften 
angezeigt/ fo wie man am dnbe biefes $beil£ Sußtje ju ber JLeff 
(ingifcben 2(bbanblun^ oon ^rn. (fcfcfoenburg finbet. — ^ng/ 
lifcb (mit einigen SSeranberungen) von ^. Äafpe/ ÄonDon 
1781- 4- 

Hetin^ 



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©fcotb Cpfcr. feff{n$* 



tTeanter Cbeil (berauögegeben wm&arl<Bottbelf £eflmg, 
aud) unter bem £itel: (Bottbolö £pbraim ileffmgs Pbilolo* 
gifcbe, literarifcbe/ antitjaarifcbe unö artif?ifd)c Bdjrtfrcn. 
Streiter (Lbeil. Äerlin 1792. 8» 1 Ä^lr* 4 ©r.; enthalt: 
Äaotfoon ooet aber &ic (Brenden Oer itfolerci unö poefie. — 
XTiit beiläufigen ISrlauterungen i?erfd>ieöenet Punlffe Oer 
«Iren Ännffrgelcbidne <5. 3 — 410. SDie erf?c Ausgabe beS 
Äßofoon erfdjien, nähern £efiing mehrere 3abre an ben Sttates 
rialten gefammelt tyatte/ unter bem $itel: Äaoeoon, oöec obec 
Öie (Brenden Der ttlalerei uno Poefie; mit beiläufigen <Er/ 
lauternngen rerfcbieöencr panfte Öer alten äunf?gefd?id)te/ 
von (Bottbolö Ephraim &effing. $rf?er Cbeil/ Äerlm 
1766. gt. 8- SEBcr! follte/ bem urfprünglicben 5)lane jufolge, 
ou§ Drei (Ebeilen befielen; allem nad) bc$ §8erfaffer§ £obe fjaben 
fid) unter feinen binterlaffenen papieren nur ned> einige Reaginen te 
Don biefen feilen gefunben. ©ic würben in ber, oon Barl (Bort* 
£elf ÄeffTng beforgten/ jroeiten Auflage bem cr(?en Cbeile 
angelangt. £)iefe tTeuc rermebrte Auflage/ Berlin 1788» 
gt. 8- segnete ftd) alfo bor ber erfien bloß babureb au$, bag ffe 
einen 2fabatig bon ctwaS über oier iÖogen erhielt/ in wclcfjcm ber 
9>fon bc8 jweiten ^^eilö , unb einige jerjireute SBemerFungen über 
einjelnt SRaterien, bie in bemfelben t-orfommen feilten, entbalten 
(int. Ofling Ivette einige wenige ©teilen in feinem dremplare 
gednbert / unb au$ tiefem ifl fowobl bie weite Auflage/ al6 aud) 
eine oritte, Berlin 1805. gr. 8- fo Nie gegenwärtige in £ef* 
fing» ©Smmtlicben ©ebriften obgebrueft worben. £>ie Hemers 
hingen , welcfye ÄeflTng über XPinrelmanns (Befcbicbte fcer 
Äutif? Oes 2Utectbt»ms gemaebt r)otte/ veranlagten fyn $u biefem 
SSerfe, ba$ bornemlicb ein £enfmal feiner ?>^t(ofop^ie unb ©es 
le^rfamfett i(l/ worin er/ ber groge Äenner ber alten Literatur/ fto) 
nun aud) al§ einen eben fo großen Kenner ber alten Jfcunft bewahrte» 
£$on ber ©ruppe be$ Äaofcoon, bic ber «ftünjller* wie einige be* 
Raupten, -ganj nad) bem Virgil gearbeitet faben foff, nabm üefs 
fing tttnlaf , juerfl bie törenjen Oer poefie unö tTTalerei rid)tig 
ju befhmmen. Stadlern er bie Urfadje be$ Unterfd)iebe$ jwifeben 
Virgil unb bem Äunfiler gezeigt/ tyut er bar, bafj bie poefie 
tnebr bie fucceffwen / unb bie Malerei mebr bie f oeriftirenben £ant* 
lungen ju eigen t>abt. <5r folgert barauS, baß bie f6rperlid>e 
©d)6nbeit mebr für bie Malerei , ber Tfuöbrucf ber |>dglid)feit unb 
ber beftigen üeibenfebaften mebr für bie poefie gebore, dt eifert 
wiber bie Sebfcr, bie au§ ber &ermifd)ung ber ©renjen entjlanben 
ftnb, wiber malerifcbe poefie unb aüegorifdje Malerei. (Sine Witte 
ge Sigreffionen macben bieg SBerF bem poettfeben ^unfrriebter, bem # 
Antiquar, bem ?)^tlofopr)en, bem Jtenner ber Jtunfi gleidb wiebtig. 
5öergl. magern, öeutfebe Jbibliotbelf , Äö 9. ©tef i. ©. 3^8 
— 358. (bon (Bgrve, aueb in (Barpe'* ©gmmlong einiger 

<S 2 2lbbanO^ 



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s 7 6 ©fcolb <£pt)t. Effing. 

2lbt>andlnngen ans der tfetten Äibltotfcer* der fd>6nen Wifc 
fcnfcbaften, ZT. TL Äeipjig 1802. 2. (3. 103—146. 
Allgem. Lit. Zeit. 1789. #d 4. £Tum. 379. 0. 593—598» 
Äritifcbc Ueberftcbt der neueren fronen üiteratar der 
£>cutfd>cn, Ed 2. etcf 2. @. 1 — 17. (nicht wllenbet) 
£brf?n. «einr. 0cbmiöa tCfceorie Der Poefie nacb den nette* 
ften (BrundfSrjen G>. 41—44. — 3nS i&t\$Ufdbc iberfefet 
1767. 8. 

Da§ 5Bicbtig|!e, roaS jur pr&fung; biefeS SBerfS gefebrieben 
worben, tfl t>cr ertfe Cfceil t>on Herders rritifeben XDaldcrn 
(f. 30b. (Bottfrted von Herders Öammtlicbe XJOerfc jur fdw 
nen «Literatur und Äunff, trt>. 4.) — Bnmcrtungen übet 
«errn Äefitftjp Jlaotoon,, nebf? einigen Hacbricbtcn, die 
detufefce iütcratur betreffend, t>on dbrtftopb (Bottlicb von 
iHurr. Erlangen 1769. 8- (»erst. 2(Ugem. deutfebe Äiblio* 
tbcc*, £d II« &td 1. Ö. 305— 310.) — Heber Den iUo# 
roon Oes «errn Äeflmgr m 5riedrid? tJuf? Riedels 6ammt^ 
lieben eebriften (SEBten 1787.) &d 3- ®* 20— 76. — &om 
*aotoon, als einem &unf?re>crc*e , wirb ausführlich in &tunit$ 
Ocronomifcber *£nqrtlopadic, 64* gebanbett. 

3ebnter £r>ctl (herausgegeben von 3ol>ann ^oacbtin 
{£fcbenburg / auch unter bem äitel : <Bottf>old Ephraim SLtf* 
ftngs pfcilologifcbe , literarifcbe, antiquarifebe und artitfi* 
febe Bcbrrften. dritter Cfreü. Berlin 1792. 8« * 
6 ®r.) enthalt : 

1. «intcrlaflene Fragmente *am fetten ICbeil des 
Äaolfoon: «. 2ion bev äicrfcbtctcnbcit ter 3eicben, beren ftd> bie 
fünfte bebienen. b. Die uerfebiebenen Dimcnftonen ftyroacben bie 
SBirfung ber Malerei, c kleinere gragmente artifttfd^en 3nb<*lt$ 
(welche bei ber jteeiten Ausgabe beS&aofcoon fchon alS Än^ang 
befannt gemalt worben ftnb) €>. 3 — 102. 

2. VPie Die 211 ten Den (ToO gebildet > eine Unter furbunet 
<5. 103 — 225. (borber eimein, Berlin 1769. El. 4. [16 ©r.J 
mit $wet Vignetten unb fanf Äapfertafeln. Skrgl. 2tügenu 
deutfebe Äibliotbet', £d 14. ÖtcF 1. Ä 73 — 8o» fran*S* 
ftfcb in bem Recueil de pieces intereflantes concern. les Anti- 
quites. a Paris 1786. 8. Q\n Binngedicbt mm Äaflnec: 
Ueber Jleftinga X>ud) , u>ie die Gilten den Cod gebildetf in 
Äaflners Vermifcfoten e?cbriften HÜtenburg 1783.] Ib. 2. 
e. 498^ Älots ^ ttc 9 e ö e « Äffliti« behauptet/ baß bie Elten ben 
<Eoö als GJIfelett oorgeflellt bitten; bieg beroog Äefpngen/ bie 
milbe unb angenehm« Zxtw aeigen, wiefte tyn t>orge(teüt. 3Rit 
Siecht nennt «erdet biefe 6*rift fo f*6n in ihrem Snhölte / als 
in ihrer (Sntttwfelung. Der tauglichen Eufmerffamf eit/ welche 
biefer eben genannte gefchmacfwKc Äenner unb 9Jid?ter beS ©chös 

> neu 



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©fcolb €p&r, feffing, 277 

ncnben «cflingtfcben &dbtiften ton je b« wibmete, fccrbanft 
fcaö $ublifum f$on manche meiflerbafre Erörterung unb weitere 
Ausführung, felbft manche Berichtigung unb @infd>ranfung 
Äeflingifcber Sbeen. Euch bie gegenwärtige ©chrift veranlagte 
einen ^erfrerfeben tTacbtrag bcffclbcn Site» unb 3n*altf (ttie 
öie 2flten öen (CoO gebitöct) ber juerft im ^annox>erfcbm 
*n<?ga*in uom Sahre 1775, unb au$ bemfelben auch einjeln ab* 
gebrueft würbe, nachher aber fef>r t>ermebrt, unb in peben Äriefe 
»ertheilt, in Herders 3erft reute Xl&ttev, «amml. 2. e>. 27 3 
— 376. (f. ben 2lrt. Werdet: im 2. Äanöe b ef. 2er. 0. ^8i0 
Farn, unb beffen fummanfeber >balt fblgenber ijf. ^eröer 
fmbet eö nicht foganj richtig, baß ber Coö benoten nur jener fd>5* 
ne Sungting mit ber umgcrefjrten gacfel gewefen fei. <Sr glaubt, 
e* flehe ju beweifen , baß tiefer eigentlich nie bie ©ottheit b. i. ba* 
perfonifteirte flbfiraftum be$ SobeS habe bebeuten follen. 2>od> er* 
innert er ftd> gleich anfangs , baß er ba$ üon &efltng entworfene 
liebliche Söilb be$ £obe$ niebt jerfloren , fonbern eS nur an fernen 
Ort (teilen, baß er bem oerbienten lobten, ber biefeS febrieb, fein 
SSlatt oon feinem Wüt)enben Jiranje rauben, fonbern ftcb freuen 
werbe, wenn er einige Blumen beffelben jureebt riefen, ober fte 
gar mit einigen anbern oermebren fonne, auf welche ifm nur feine 
fcbSne Vorarbeit braute. Beim pbüoffrat wirb ein Jtunjrwerf 
mit einer oollig dbnlicben 2)ar(!eHung befebrieben; aber jener ©rie* 
che nennt Den 3ungling mit umgefebrter gacfel nicht $ob, fonbern 
ben ©ott ber ©aftereien, ber 8ufl unb gre^licr)feit , &omus. ©0 
ift auch auf einem anbern, oon bem i&ngcrn pbiloffrat befebrie* 
benen , ©emdlbe eine ähnliche gtgur befmblich, bie aber wieber niebt 
ber ©eniuöbe$ £obe§, fonbern ein 2Tmor iff. #ier$u fommeri 
noeb mebrere »on ^eröer nachgewiefene Bcifoicle oon ©rabmdb* 
lern felbft/ auf welchen ber mannigfalttgfle ©ebrauch ber ©eniett 
fichtbar ift, (latt beren auch oft nur u)re gacfeln, ^dngenb ober ge* 
fenft , ba flehen. 9)ton fann baher nicht wohl nrotbologtfcbc ©Jtter 
unb allegorifcbe SSBefen, Dergleichen biefe ©enien ftnb, für <Sin$ neh- 
men; unb biefe teureren haben eine weniger fefte Bestimmtheit, 
als jene. cCoö unb Bd?laf waren nur allegorifcbe Briiber. £>ie 
2B6rter, womit bie ©riechen ben $ob unb ba$ ©terben bezeichne* 
ten, waren, wie bie txtmit »erfnüpften Begriffe unb SRebenbegriffe, 
febr tjerfebieben. 2)er tTbanatos ber ©rieeben war ein f&rcbterlis 
cbe§ SBefen. 3n ber Jtunf! warb ein ©eniuö an bie ©teile gefefet, 
ber nic^t ben £ob uorj!elJen , fonbern feine Sbee t>erbinbern b. i. 
i&n nic^t oorficllen, fonbern üielme^r oer&üten follte, baß man 
nid^t an ifon biegte. 3ene ©enien waren alfo nichts anberS , al$ 
^upbemismus ber Stunft, ben man auch über ben $ob in ber 
(Sprache liebte. 2)er Öcblaf war unter ben auf ©rabmdhtern unb 
anbern Monumenten beftnbttd^en beiben Senglingen eigentlich ber 
^)auptgeniu$ , ber feinem ©ruber, bem (Code, JBebeutung geben 

mußte. 



278 ©fcolb €p$r. leffiiifl* 

muffte. Sßenn alfo nur einet ton tynen erfefceint/ fo <jt $5<fyft 
wabrfcfyemliefc jener barunter angebeutet, kommen beibe ror , fo 
finb fre bloß Symbole ber fftufye, Sewafyret ber Urne, ober be8£ob* 
tenbaufeä. 3b*e iRabmen finb baber aueb niebt auf Siguw" a.njus 
wenben, bieniebtan ibrer Allegorie $beil nebmen. ®ureb biefe 
Allegorien aber, al§ Segnung ber Stube im ©rabe, bc!ommen 
fte einen tiel weiteren Umfang, tmb werben brauebbare ©eftalten 
für alle &6lfer. 2Cuf ber anbern (Seite fließen biefe beiben ©enien 
niebt alle anbere Silber be$ $obe$ bei ben Elten au§. XSielmebt 
fubrten biefe ben begriff bc§ £obe$ weiter ; unb bie äunfi batte 
ber troflenben Traume unb Silber tiele über ben fünftigen äufianb. 
£)icfe finb ton -£etöet in feinem fünften 25 tiefe febr retdj unb 
glüeflieb §ufammengeflellt. 3m fechten Briefe gebt er fobann 
^um n»eiten Cbeile ber ßeffingifeben Äbbanölung über/ nem= 
lieb 5« ber Unterfuebung , ob bie Otiten Öfelete gebitbet, unb wa$ 
fte bamit bäben fagen wollen. G§ febeint ibm toliig unerwiefen ju 
fe»:t , baß unter larvae bei ben Tttten eine 2(rt abgefebiebener ©cc* 
len fei terffanben worben. & waren tielmebr , wie au$ meieren 
^Stetten crbellt, febreefenbe $obtengeftalten be3 entfeelten fcetcbnamS,. 
2tbcr bie Jlunj! nabm an biefer Uebertragung ber Segriffe feinen 
2£ntf)eil. SBenn fte JLaroen twrjufleUen b^tte , fo bilbete fie bie* 
felben al§ Farven; in ber Sebeutung beS SGBortö nemlicb, bie 
aueb bei un§ nod; gew&bnlicb ift , ba ß*atvc eine tHasEe bebeutet» 
Sie ergriff biefe &or (MtmgSart , eben um ©erippe unb $obtens 
fopfc niebt $u bilben; ffe zeichnete bafür niebtige 9>bantome, £6pfe, 
febwebenbe ©efyretf engefialten , wirfliebe Äatten. Ueberbaupt 
meint ^etöet , wüibe bie fd>6ne Ttbbanblugg ÄeflftngB fteb man* 
efye ÜDlübe erfpart unb mebrere Seftimmtbeit gewonnen bflben, 
wenn ibr Serfaffer eS genauer fcftgefefct bitte, tom welebem &olfe 
» ber 2llten , unb ton weleber 3eit er rebe. 2llle £)enf mäbler, bie et 
anfübrt/ finb romtfeb; felbft jene ©enien waren urfprünglieb etruSs 
eifd). (§§ würbe aber eine große Verwirrung fepn, wenn matt 
biefe etru$cifeb= rJmifdfje Segriffe auf ben -öomctifcbeit ©eblaf 
unb £ob anwenben wollte. Zud) bie ©truftur ber ©rabmabler, 
unb bie 2(nwenbung aller biefer Jtunftbilber war bei ben ©rieebe« 
ton ber romifeben Lanier ganj terfebieben. (5$ lobnt fty gar febt 
ber SRübe , biefe feinen unb treffenben Semerf ungen in ibrer trefc 
lieben / aueb butefy bie ©ebretbart nod) mebr btkbtm , 2(u$fübrung 
nacbjulefcn. £enn ba$ Vergnügen ift niebt geringe , &wet fo feine 
fd;arfftnnige Äopfe wetteifernb bem nemlicben 3iele jueilen git feben; 
unb im ©an&en bat -«Set&et, wie er felbflt fagt, ber ilefftngifcben 
2tbbanblung niebt eigentlicb wiberfproeben^ fonbern fte nur mebr 
beftimmt, unb ibre #auptibee beflarft. ©eringeren Selangeö/ 
aber boeb immer ber Snfü&rung wertb / ift baS Programm , weU 
ebeö ber 9>rofeffor 3>eibtcb in (Beta, niebt lange naeb Grfebeinung 
biefer tfbbanblung, in Sejie^ung auf biefelbe fe^rieb. (£S fa* ben 

3:itel: 



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@£otb Qp$t. feffii!«. 379 



SEitel : De Cultu Mortis et Imagine , unb bte batttt erttfyaftetuit 
Erinnerungen betreffen t&ettö bie drftarung be$ 3(u3bru<fS faepau. 
tum xwq vq&xq beim paufantas, tbeitö bte &unfibarfieü*tmg ber 
Homert fcben Sbec &om Code, tyeilS bte bilblicfye SSorflelluna bef» 
fclben / bte Deutung ber Aachen unb Beelete u. f. f. £er yrojv 
&cbmidt)u ^etpjig I>atte in feiner pbttotogifcben und friti fcben 
2J>:bliotbec* rotberbiefed Programm öerfcbiebene 3weifel &orgebrad>ty 
bte 3eibicb in einer befonberen > ju ÄcijMg tmd Öteblei? 177t. 
8. gcbrucften/ &efcfeei denen pr&fung beantwortete. SBergL 
(Bedangen bei dem &tteite &ber die 25ildung Oes (Todes bei 
den 2llten, eine Öfcbulfcfrrift »on 3ob. tjetnr. (grOmann <B<$* 
bei. &auban 1771. 4. 

Ucbec die fogenannte Sgripptne unter den 2f(tertb&' 
mern *u Dresden €>. 236 — 230* (tiefer Tfuffafc würbe guerfi 
in ber &raunfä>roeigi fcben Leitung 1771* &t& 58. abgebruefr. 
«£>r. fcben bürg gab in (Bottfrotd ISpbeatm £cfttngs ÄolIerV 
taneen $ur iüteratur Äd 1 . 50 f. wettere tfust unft barüber. 
2>er Sfeccnfenr ber &oüe£taneen in ben (B&ttng. gel. 2lnjeigerc 
1790. ötet 182. maefrfe Daruber bie Enmerfung , baß bie Jfcunffe 
fenner in Dresden bte SReutyett be$ JtoufS biejer (Statue gerabeju 
ableugnen mürben/ »eil er neu , aber angefe^t fei. Unb in einer 
anbern SRecenfion (SCllgenu deutfebe Ätbltotbec', Äd 102. 
623.) wttbgefagt, iuffingljabe bieg Urteil/ aß er bie @tatue felbf! 
fab/ ganj jurüefgenommen. £>ergl. <5ottM& ftpfrcaim &ef* 
pngs ileben *c. (Eb. 1. Ä 337 ff. 

4. ^intnerfnngen ju XPintclmanns (Befdridbte dee&unf? 
des 2JUe*tbums <3. 331 — 265* (ßit würben t>on «fmt. (gfeben* 
bürg juerft in ber jberlinifcben tttonatsfebrift 1788» ^unitt* 
€>. 593 — 616. befannt gemadjt)» 

5* Hebet die 2*bnenbtldet der Äämet ©. 266—326* mit 
3ufat$cn unb Erörterungen be§ Herausgebers. 

0. 5ragmenc fcber die 3fifcbe Cafel €>. 337 — 365. m & 
Sufatjen beö Herausgebers. 

7. Kleinere anttquarifebe Fragmente (bie fiä) unter ilefV 
fings nacbgelajfenen papieren fanben/ unb tyter juerft im 
2)rucf erfa)einen) @. 366 — 408. mit 3ufSt$en be* -fataus* 
gebers. 

iElfter, zwölfter Cbeil (herausgegeben ton 3o&. tJoacfnitt 
<£fcbenburg, auä) unter bem $itel: (Bottbold i£pbcaim &e{> 
fings pbiiologifcbe/ literarifcbe, antiquarifebe und actiffu 
febe edtfiften. Viertec , fünfter (Cbeil/ Äerlin 1793- 8- 
a 3^)lr0 entölt : 

1. ^Briefe antiquarifdjen 3nl)altS t erfter/ gwetter XtytXL T>k 
2(n iaht ber SSrtefe in betben Steilen i(l fteben unb fünfzig. ®ie 
SSeranlaffung §u benfelben war folgenbe* Älotj Jatte bei mebrcteit 



©&ott> €p$r. leffiug. 



Gelegenheiten ©nwurfe gegen ©teilen be$ Äefftngifcken ilao* 
roon gemacht £efi"ing würbe unwillig unb lieg einige Briefe 
gegen &lot$ in ben ^amburgifeben Korrefpondenten t?em 
3af)re 1768 einruefen. &lot$ beantwortete iteflings erffen Brief 
gegen tl;a in eben bem SMatte. Darauf lieg ein Ungenannter, weU 
er er wrmutblid) tiefe Briefe für intereffant genug f)ielt, um nod) 
mehreren £efern , außer benen be$ Korrefpondenten, befannt $u 
werben , bie erf?en sehn Briefe &efimg*/ nebf? Klonend 
Tin troort auf ben erffen Brief (mehrere waren tarn als niebt cr- 
fd)iencn) in einer Sammlung unter bem $itel: Briefe des 
•jjerrn Äefling und des -^errn Älotj , betreffend des erf?e> 
ren &aofoon, und des letzteren XDerr* von gefebnittenen 
Steinen , jufammenbruefen. 2118 &effing in ber Jolge fclbfl 
feine Briefe unter bem $itel: Briefe antt^uarifeben Inhalts. 
TOon (Bonbolö ÜSpbraim £efjing. Ü*rf?er, jroeiter CbeiL 
Berlin 1768* 8« (1 12 ®*0 herausgab/ unterblieb bie 
Sortfetjang ber Sammlung be§ Ungenannten. Äeffing prüfte 
in feinen Briefen hauptfad>ttd) Klobens Sßcr f von den gefebnit/ 
tenen Steinen ; aber e$ werben überhaupt Diele S P untre au§ ber 
©efd)idite ber Äunft be$ 21 ItertfmmS beiläufig mit erörtert. 3Ran 
fyat biefe Briefe aß fUJuffer in ir)rer 2(rt fcon (Seiten be$ ©cfyarfs 
ßnnS in ben barin angebellten Unterfucfyungen, unb ber Lanier it)~ 
rer (Sinf leibung / anerfannt. SRinber muflerfjaft tonnte bie Seb* 
tyaftigfeit fdjeinen, bie in einigen biefer Abriefe, befonberö in ben 
legten, l;crrfd>t / ber bittere unb heftige $on in manchen 2leufje/ 
rungen berfelben f aüeS be$ SBifeeS ungeachtet/ womit »orjügltdj 
biefe S5riefe fo fd&arf unb xtid)liö) gewurjt jmb. Eber man erm* 
nere ftd> ber Dielen unwurbigen äubringlidpfetten ber Gegenpartei, 
beS einem Äcflmg fo t>erjeti)li4>en ©elb|lgefü&l$ Don Uebergewictjt 
an Äenntniffen unb ©c&arfftnn, ber 9tot&wenbigf eit/ vielem weu 
teren Unfuge öorjubeugen u. f. w. ©ne Beurtbeilang be$ erffen 
(EbeiU biefer Briefe »on &I013 felbft befmbet ft$ in beffen Tbttxv 
feben BibliotM Oer febonen XDiflenfdjaften , Bd a. Ötcf 

7. e. 465—478- 

X C£ntcourfc uir 5ortfet$ung der Briefe antiquarifcfcen 
^nbalta^ aas ÄefTitiga papieren, 12. ©. 167—309. 
Äeflmgwarmit allem (Srnfteauf bie 5ortfet$ang feiner antiquaru 
feben Briefe bebaut/ e$ berj6gerte ft# aber t>amit, bis ber $ob 
fte gänjlidj) tynberte. 

3* Sufärje *u den Briefen anttaaarifeben ^fntmlts boit 
£fcbenburg, 12. @. 209 — 310. 

Suf&rje ju der Slbbandlung vom Hilter der (Delmalerei/ 
bonSfcbenburg, 12. @. 311 — 362. 

fcreijetmter/ vierjebnter ICbeil (herausgegeben bon tfob. 
3oacbim iefebenburg/ auc^ unter bem Site!: 1 (Bottbold 

£pt>raim 



1 



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öifcolb £p(jr. leffing. 



(Epbtaim iLeffingö Pbilologifcbe , U tetratifebe , anti<iuati% 
fcbe and attifHfcbe Bcbrtften. ©ecbftet, fiebenter Cbeil» 
Berlin 1793. 8* 2 Ztyx. ia®r.) entölt: 

1» (Einige Beiträge *ur (Befcbicbte un& üiterötut and 
Orr tJDolfenbuttelfcben 2Mbliotbet\ £)a§ iUfllngifcbe Söerf/ 
au$ welcbem ^tcr neun$etm einzelne 2(of(a^e geliefert werten f tfl 
folgendes : 3ut (Befcbicbte uno Literatur / aud öen €5<b£t$en 
Der -«Serjoglicben Äibliotbef ja tPolfenbuttel. Ißrffet: Äcis 
trag. X>on (Bottbolö £pbtaim Äefpng. £raunfcbn?eig 1773* 
X 1793. gtr. 8« (i* Ueber bte fogenannten fabeln aus öen 
Seiten öe* iHinnefinget/ erfie (Sntbecfung <5. 1. — 2. Äomtt/ 
los unb Äimtciuö ©. 43. — 3. SBon bem Öcbtcfatö , 9J?ard)s 
talerfcfcen SEarid) SSeni Ebam 83* — 4- £t> tTacbttgall €5. 
103. — 5. Paulus Öilentiarius auf bte 9>t)tbtfeben 58aber ©♦ 
135. — 6. SSermetnte Bnelfoota be$2fntoninus in ber $erjogti= 
djen IBtbltot^efxu Floren) ©. 185* — 7. Äcibnirj Don ben ewu 
gen ©trafen ©. 199. — ^Beantwortete Anfragen ©. 241.) 
Bweitet Beitrag. Von (Bott&olo tZpfytaim &efttng. titben* 
&af, 1773* XT. 1793. gr. 8» (8« tttarco Polo, au$ einer 
•g>anbf4>rtft ergänzt / unb au$ einer anbern feljr ju wrbeffern ©. 
259. — 9« £>te jlandrtfcbe Cfrronir*/ beim fcHanene unb 
£>uranO/ aud einer «f)anbfd)rift ergingt @. 298* — 10. (Sornas 
Kg* 5enf?etgemälöe im jtlojler ^itfebau. @. 327. — 1 1. £>e$ 
«ftlofier* ^irfebau ©ebdube/ übrige ©emalbe/ Söibliotbef/ unb 
Älteren ©ct>riftfMer ©. 345. — 12. 2)e$ Andreas TOiffoma* 
tius Einwurfe wiber bie jöreieinigfett ©. 317; — 13. 3ur grie* 
ebifeben 2lntt>ol©gic ©. 419. — 14. iEcafmus Stella unb 
beffen nun erjl an§ £td)t tretenbe Commemarü , de reb. ac pop. 
orae inter Albim et Salam ©. 447.) ibrittet Beitrag. 
Von (Bottbolo lEpfrcaim Äefling. (fcbenöaf. 1774. £T. 21* 
1793. gt. 8» (<5* Heroidum Ovidianarum emendationes 
Guelpherbytanae ad Harlefium V. C. <5. 1. — 16. ©rie$i? 
fcr>er £ert be3 apotf olifeben (Blattbenabefenntnifles mit lateinu 
Wen S3ucf)ftoben <3. 113. — 17. SSon 2iöam tletxfetn, einige 
«utbentifdje 9Rad)ricbten ©. 119. — 18. &on fcmlöung »et 
Reiften, gragment eine* Ungenannten©. 195. — 19. (Srgdiu 
jungen beS Julius ^irmicus ©. 227.) Giertet Beitrag. Von 
(BottboU> £pbraim &efiing. OtbenOaf. 1777. tT. 21. 1793* 
$c. 8. (20. €in mebrereö auö ben papieren beS Ungenannten, 
bie Offenbarung betreffenb : ^cagm. 1. öon SSerfc&reiung ber 
Vernunft auf ben Jtonjeln ©. 265. ^cagm. 2. Unmöglichen* 
einer Offenbarung , bie alle SÄenfcben auf eine gegrunbete 2Crt glau^ 
ben f6nnten ©. 288» Äragm. 3. 2)urd>gang ber Sftaeliten burd)3 
rotbe ÜReer 366. 5cagm. 4- ^ag bte S3üd)er TL SL ntebt ge- 
febrieben worben/ eine Religion ju offenbaren ©♦ 384- S^äS 1 «. 
5. Ueber bie XuferWungSgef$i4te ©. 437. (BegenfS^e be* 



28a ©fcolt) €p§r. ieffinfl; 

-^ccaoa^ebetrd @>. 4Q4.) S&nftec Äeirta^. Von (BottbolO 
itpbvaim Xlefftng und 3ot>ann ^oacbim £fcbenburg. i£ben* 
Oaf. 178 1. (eigentlich 1782.) 8» Ueber bte fogenannten 
fabeln aus öcn leiten öcc tTCinnefmgrr: , ftmeite (Intbecfung 
@. i« — 22. Ucber ben Anonymus bc$ ^Tcrclet [halb tx>n 
Effing, halb bon £fcbenbuta] ©.43. — 23. Ucber Ulricbs 
von Cutbcim Öcbidn , XPilbelm von Jlarbonne [von 
iEfcbenbucg , auch ilt beffen Denkmälern altdeutfcber Dicht- 
kunß @. 61.] ©. 77. — 24 Kübttrgera Unterricht Dom rufft* 
fcben^anbel, berichtigt unberganjt [von £r. (Tbnfropb @d?miDb 
genannt pbifelöcF] ©. 155. — 25. 2£ltbeutfcber Ä>in unb lt>et* 
(fand [r»on ifcbenbutg, vermehrt in ben Denkmälern aJtdeut- 
Tcher Dichtkunit <&. 385.] <3. 183. — 26. Ueber ben ^ceyöan^ 
[von t*föcnbut$ f t>crbcffert unb vermehrt in ben Denkmälern 
aitdeutfcher Dichtknnft ©. 81.] ©.223. — 27. »ericbtts 
gung einiger ©teilen beö #ercngar.ma (guronenß'a [üon Äoncad 
2frn©lö Bcbmiö] 0. 255.) $>ccbffec Äettrag. Von (Bot* 
MO £pbraim Äertma (unb Cbriffian Heifre) £bcnöaf. 
178'. 3*. 8- (28- Theophili Presbyteri diverfarum artima 
fchedula ©. 289. — 29. tnaranjon ©. 424. ^nmecfangra 
ba&u üon £eifo <5. 464.) Elle feeba Jbeitra^e jufamraen 43$k. 
(Scrgl. Mgcm. detufebe 2>ibLiotbee, Slnbang 2. [öeitr. l* 
2.] 28. &t& 1. B. 43 — 49- [25eitr. 3.] Jbd 39. <3td? 1. 
fc. 36 — 53* 4.] XPal^s pbilologifebe OMbliotberV 

2>ö 2. Btcfc* 2. @. 158—171» Äetpj. aügem. X>er#kbnttf 
tieuec Suchet mit bejen Snmccrungen 1778. B. 90 f.) 
©anj tonnte bie ©ammlung von ÄcfVtngs £kbcifcen , ihrer 70>« 
ficht gemäß/ bie beitrage/ bie für ben ©elebrten unfehlbar fwb, 
nicht liefern , fi'e mußte bie bon &effinejan3 Sicht gezogenen alten 
SJcanuf fripte, unb eben fo bie einzelnen ©teilen auö betgleichen 
ubergehen , fobalb bie lederen jum Skrjicben beS A.ef\in$if<ben 
SSafonnementS nidjt unentbehrlich waren. £>ocb finben bie Sefer 
alle biefe SÖSeglaffungen , unb, m ä n6tbig mar, auch ben ^aupts 
inbalt ber nicht mit abgebrueften ©reifer jebeSmal angezeigt. 2Me 
gelieferten Buffatje finb folgenbe: i'. £>evcn$atius (Euro* 
nenfta*), oöcc 2lnÜnötgung etnea txncbtigcn VOcrta OeffeU 
bcn , woüon in ber ^ermöglichen Äibliothef ju SBolfenbüttel ein 
«Dtonufftipt beftnblich tfi, weichet bi^er DoUig unbefannt geblieben 

*) 35crengariu0, Äancnifui £U Touro an ber üc«rc in ^vanfveidj, 
naebber Hrcbfbtafonud ju 2ingcv0, im elften jiibrbuuöcrtc , dn 
mit Dem feinften 2Bi?c begabter, ßclcbrtcr, unb rocaen feinet from* 
men k 23anb(ld cbrroärbtacr 'IHann. €r ijl ber erde unb baupt* 
fachitd)fic (Iraner ber ^ranafubilaiuiatiott. $6 würben um feinet* 
rotücn mehrere KonciUen gehalten , auf benen er jebe&raal feine 
SReinung wiberrief/ aber in ber Solflc aHemal mieber annahm. 
9^d? ^rbulbung uielfacbcr ©erfMßungcn entjog er ficb ber SäJelt, 
«nb darb io«g auf ber 3nfel €omt bei Coiire. 

V 



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©&otb €p&r, iefflng. . 383 

(Et>. 13. ^. 13— au. (wrtyer einzeln, Äraanfcbwetöt 1770. 4, 
[16 ©r.] t>ergl. 2lügem. öeutfcbe Äibliotbcir, #0 ig. ^5t<# 2. 
B, 393 — 4^. JUfttng erwies in biefer ©cbrift, tag ftcb au$ 
bem SSBolfenbuttcIfc^cn 9Raituffript bie biS&er unbefannte eigentliche 
Meinung beö Berengar t>om fc. 2lbcnomabl fcollfommen bartlnm 
lajfe, unb jedermann erffaunte, M*ef{it\$8 Talente auf einmal in eis 
nem ganj fremden , unb geroig nicht refyenben gacbe/ in ber Unter? 
fucr/ung ber alten Ketjergefcbicbtc, glanjen feben) — 2. Ueber 
bie fogenannten 5~beln aus Den Letten der ixiinncfin$ct , er* 
ffc (Sntbedung (Äeitc. 1. @. 1.) ©. 212 — 242. (f. ben irt.Äo? 
net im 1. 2>«nDe bief. #cr. 163.) — 3. ^ComuUta unb 2Si* 
micius (2beitz. 1. €5. 43.) ©. 243 — 295» (9Jocb e^e ber ad&te 
pbaOrus im ^ruefe erfdjien, waren $u Ulm acbtyig gabeln eines 
geroiffen Äomulus in vier Tbixhctn aebrueft roorben/ worin tf>etld 
gabeln bei p Morus in profa aufgeloft borfommen, tbeilS eigene 
bon 2Comulu3 (leben, bie bureb lochte Vatmitat/ £i>icberI)olims 
gen , unb SBortfpiele beleibigen. SRan roeiS ba§ 2Clter biefeS Ko* 
mulus nid)t, aber feine gabeln ff eben in SDlanufrripren beS jwilfren 
Sabrbnnbertö. 9J?an wvroecbfelte ibn ebebem mit bem Himitiva, 
ber 1476 eine lateinifebe Ueberfefcung ton Xcfopa gabeln brüten 
lief?. (Sin Ungenannter hat bie gabeln be§ Äomulus in elegifcbe 
SBerfe gebraebt. 2)urcb bie ©d)ulb be$ tZcvelet unb ttilam roar 
eine unfaglicbe 83erroirrung unb SBerwecbfelung ber iftabmen enk 
jlanben/ roelcbe enblicfy bureb JteflTüia; erörtert roorben iflj — 4. 
SSon bem Bcbidrato, Sföarctytalerfcben £arid) 23eni 2foam (Äeitr. 
1. 6>. 83*) @. 296 — 331. — 5. 2)ie Hacbtigatf (SBeitr. 1. ©. 
103.) @. 322 — 336. (ein HeineS ©ebiebt bom 3abre 1 567/ roek 
eine 9iacbrid;t von ben (Bcumbacbfcbcn handeln entbdlt) 

— 6. ^Beantwortete llnfva$en (25eitt. 1. B. 241.) <E>. 337 — 
358- — 7» tHarco Polo/ au$ einer #anbfcbrift ergänzt/ unb 
auS einer anbern febr ju uerbeffem (Äettr. 2. 6>. 259.) ©. 359 

— 384. — 8» Slar\*>vifd>e Cbronir* beim iHartene unb 
^Durand (Thefauro novo Anecdot. T. III. p. 177.) auö einer 
$anbfcbrift ergänzt (Äeitr. 2. €>. 299.) ©. 385—389. — 9* 
dbemalige 5enffera;emillde im «Älofler ^ivfcban (Äcite. 2. B* 
Q17O ©.390—423. — 10. 3)e§ 'JtloßerS ^irfcbaa ©ebaube/ 
übrige ©emdlbe/ S3tbliot^e!/ unb Ältefre ©c^rifrjreller (Äeitr. 2. 

345.) 424 — 445. — 11. 2(nbang §u bem Äeeencjarius 
(Curoncnfis (S3erid)tigung einer ©teile in AefTtngs 2Cnfunbigung 
beS Sccenctarius Curonenfid/ nad) einer nocbmaligen SSergleU 
ebung mit ber SSBolfenbüttelfcben ^anbfebrift/ oon bem 9>rof. Äon^ 
raö 2Irnolö Bebmio ju Äraunfcbtocig C@. 446—451.) — 12. 
<J*vafm\x3 Stella unb beffen nun erfi an§ 2id)t tretenbe Commen- 

tarii de reb. ac pop. orae inter Albim et Salam (2bcitt. 2. 9« 
447.) a^b- 14. C. 3 — 9- — 13* S3dn 2tö am tTeufern, einige 
autr>entifcr)e Sflatyxitytn (^ettr. 3» 119.) ©. 20 — 98. — 

14. (Sr= 



2«4 ©&olb €p^r. leffin«. 



14. (Irginjungen beö ^ulitta $irmicus (Beirr. 3. 227.) 
©.99—107. — 15. Ucber bie fogenannten <* 08 ö * n 

Letten öec ttlinnefinget , jweite ©ntbeefung (Äeitc. 5. £>. 1.) 
S>. il8 — l6u {f> ben 2irt. 2>onec im 1. 23anöc bief. £er. 0. 
•63.) — 16. lieber ben 2Cnonpmus be§ iTet>elet (&eitt. 
43.) €>. 163— 180. — 17. paulus Öilentiatius auf bie 
tbifeben IBäber (&ettr. 1. 135.) ©. 183 — 21s. — »8- &e* 5 
meinte Sneffoota bee Slntoninus in ber .^ermöglichen SBibliotbcf gu 
Floren* (Beitt. 1. B. 185O 216 — 331. — 19. 3ur grie> 
ebifeben intbologic (Äeitr. 2. 419.) ©. 232 — 252. 

2. &eben öcs ^opbofles &b. 14. ©. 253 — 428« ^ or ^ er 
cinjeln unter bem $itel: (Bottoolö Ephraim Jtefllngs /leben 
Oes BopfroUles / betrausgegeben von tfabann ^Joacbim 
Idenburg. Äcrlin 1790. U. 8- [if> ©r.] £cflmg fclbft 
l>attc bei feinen ßcbjeiten bic ecf?en (leben 2>ogen unter bem $itel 
bruefen lajfen: <J5otrbo!o Igpbraim £efftng8 Sopbolleß* <Ers 
fies Äucb. Von Dem Aeben Oes jDicbtets. Berlin 1760«. 
2Ba$ für ein #inberniß e§ eigentlich gewefen , welches bie Sorrfejs 
jung biefeS EbbrucB , ober welmebr bie weitere Erarbeitung bc3 
SBerfS fclbjt, unterbrach lagt fid> nicht mit ©ewißbei* angeben. 
S$ermutblich war e$ ilefTings Entfernung t>on Berlin , ber um 
biefe 3eit nach Breslau $u bem ©eneral Eauenjien gieng , in ben 
naebften Sauren barauf aß ©cbriftfleüer nur feine Ueberfc^ung be§ 
2Dioerotfcbcn Cbeaters wUenbete, unb an ben JÜteraturbrie* 
fen 2Cntf>et( nahm. (5rft fecfy> Sabr fpater betrat er mit feinem 
Äaotoon bie fcbriftftcllcrifcbe Saufbabn aufS neue, ©ein *3opf>o* 
fies foflte au$ vict Jbhdbctn begeben/ bie wabrfcbeinltcb auch 
eben fo fciel Södnbe gefüllt baben würben. Eber auch tytx i|r e§ un* 
gewiß, welcb einen Umfang er feinem ©toffe ju geben gebaute, 
unb wie er benfelben eigentlich ju oertbeilen 2Bitfen$ war. 
erffe Bacb f)Qttt er, wie bie Euffcbrift be§ älteren Titelblattes an* 
giebt, bem ileben Oes JDicbtecs benimmt; biefem foltte fcermutb* 
lieb eine fritifebe Serglieoerung feiner €5<baufpiele / unb eine 
oeutfebe UeberfeQung berfelben in profe nachfolgen. 2BaS wir 
jefct uon JUflmgs ÖopMles fyabtn , ift alfo freilich nur ein febr 
fleiner Ztyii bcSjenigen, wa$ er eigentlich ron unb über ben 0o* 
ppol?le& liefern wollte , aber bennoch burch ben , auch h^rin nicht 
$u t>er!ennenben, -ßUflingifcben ©charffinn, burch bic f<hone ©pra* 
che t unb ben überaus feinen unb torref ten ©tpl , gewiß ein fo 
fcbäfebareS ??ragment/ baß wir |)rn. (Efcbenbuca; für feine öc. 
mübung, womit er bie Ueberrejte beS unvergeßlichen ^anne§ 
5U erl>alten beforgt war, nicht genug banfen tonnen). Sfcrgi. 
Heue Ätbliotber öec feb^nen XPiflenfcbaften , 44. 
Btrf 1. B. 93 f. AUgem. Lit. Zeiu 1792* ÄO 1. Uam. 
I. 0. 1 — 5. 



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©&olb €p&r. ieffitifl. a85 

Sanfobntet , fecfoefcntet: Hbtil (herausgegeben t>on tfc>fr. 
Joachim (gfcbenbura;, auch unter bem Settel: (Bottbolö 
iEpbraim ileffings pbüologifcbe, literarifebe, antiqaarifcba 
ttnö artiffifebe ecbnftcn. siebter, neunter Cbeil. Berlin 
1793. 8. * $hh* 13 @r.) enthält: Äollettanecn jac &ttera> 
tat:, herausgegeben anö weitet ausgeführt »on 3ob«nn 
Joachim £fd?enburg. i£vßet £>ant> % — 3. Detter Äanö 
K — 2». (toorber einjeln, Berlin 1790. 8* 3 W.) £eflin$ 
ftyetnt tiefe gelehrte Koüeftaneen im 3al)re »768 angefangen/ unb 
wabrenb feine* ferneren Aufenthalts in Hamburg unb in ben erjlen 
Sauren feine* Aufenthalts in BPoifenbattel fortgefefet ju haben. 
3n tiefen Sauren befa)dftigte er pd) ^or^ügltd^ mit bem ©tubium 
ber Jtunfi unb ihrer Altertümer, baber bicArttfel, n>eld)e babirt 
einfcblagen, bie ja^lreid)flen , wenn gleich nicht immer wichtig* 
(fen finb. SDJancben fiebt man e$ ooüfommen an , baß ZUlfing 
fie feinem eigenen Unterrichte , unb um feinem ©ebdd)tniffe §u 
#ülfe ju fommen, nid)t $u frember ^Belehrung nieberfebrieb. S5ei 
anbem bagegen (a>etnt er öffentliche S5efanntmad)ung cor Augen 
gehabt ju haben. 5Rad>fl ihnen finb bie am bduftgffen, bie ftd) mit 
ber ©efd)ta)te ber ©elebrten, ber 35üd)er, ber (£rftnbungen u. f.w. 
befd)dftigen. (Einige wenige betreffen bie beutfd)e Sprache , aftbe» 
tifd?e ©cgenfWnbe, SRaturmertourbigfettcn ?c. 2)er gleiß, ben ' 
#r. (Efcbenbarg auf feine 3ufat$e unb ÄeriAtigangen jiewen* 
bet, ifi nicht &u oerfennen. 2)ie'fSmmtlid)en, in beiben Södnben 
toorfommenben, Artifel finb: Abbate. Abraham Abbeel. ÜRichael 
Abel, fceonbarb Abel, ©iofc grancefco Abela. AbraraS. Abu* 
Ida Ahmeb. AcantbuS. Acbatcnw. Hdyillea Satins. Achmet 
Gbriflotjal Acofta. «RoniuS Acojla. AcratuS. Acrolitbu Abara 
AnglicuS. Abam. Aöoifon. Regina. AgaftaS. Agat, Agt* 
Pein. Agatbon. Agrippina. Ahnenbitber. Afari. AfroafeS. 
Eco »aptifla Alberti. 3ob- &apt. Alprun. Ana. 3natreon* 
SVAncartrille. SafobuS Angelus. 3<>banneS Anguilla. AnteroS- 
2lntbotogie. ApöfloniuS, beS SReflors ©obn. AratuS. Ara^u 
2lrif?opbanes. 2(r<bon. AcitfJnet. $etruS ArlenftS be <5cu* 
balupiS. SofepbuS Aoerani. SRicolo Aoan&i. AurtpelleS. S3abel. 
23alion. v. Äar. gr. SBarocci. <Tafp. 23artf>. SBartoluS. 2>ent* 
lep. Berlin. Söernini. SBerpÜ. S3ernj!ein. S5ibel beS 9Ra* 
phaeL 25laferohr. 55leehmünjen ober SBrafteaten. S3lumenmah- 
(en. S5oinbin. S5inbafe. Äoröell. Villa Äor^befe. Soc# 
gbefifebec 5ecbter. Abel S5oper. Äucbbanoel. Qatüia Sftetella. 
€aütf?i;atu8. ^ippolptu* (5opilupu*. S^h- Qaramuet. (Ear/ 
öanns. ^()om. Geoa. GbabriaS. Ghalcebon. 9>ierre dI;arron. 
©tulio Gloüio. ©uibo be ßolitmna. ^onclamatio. Cornelius 
Hepod. Qor^S ober Qotiptto. (Tonfrcttlftion. Crotoni«ti f. 
Contornitti nurai. 2>cutfcb. ?0eutf<be. Diamant Diogenes» 
JDonatu»» 3)onnerSberj. »ceBöen. Cbermavcr. (Sbelflcine. 

Sutern 



286 ©fcolb (Jp$r. ieffing* 

Ehrentafel/ Sodann ©irtout (5lpifh*fer. GfngeT. (&ar. ChipoliS. 
Exclufores. 2(efopifcbe 5«bel T3uf. 2fnmerr*un(ten ju 3efops 
^beln 65. 452 — 483.). Saroen. 5arfe (Jarce). ^«ft. 
gebermofaif. gcbcrfptcl. Jlarbinal con Jerrara. grancefco 
coroni. £iti£al. grancefco grancia. Freimaurer. grieben§* 
gotrimt. ©abarer. (Bzftvedn. ©emmen. ©chooefa. ©cfanbter/ 
©cfanbtfdjaft. ©iotto. ©liebermann, ©olbmacben. 2Cbrab. 
©orläuS. (Botbifcb. @regoriu§ 9casian$enu3. 5ricfcc. v. ^0/ 
ge&orti. Hamburg. Hamilton. «jpapm. •*5eüem(?en. ^etr 
ma. ^ermat()end/ «ßermcraflä, ^ermerote^. ^eramerer. $iU 
bebert. ^)6ren (ber feinn be§ ©ebörS). «£öIbSworr$. tjomer. 
■<5ora*. Sflagiftcr £ugo. Steal. 3gia$ , ober 3giabe. ^lyrbt'a. 
Imagines. Sftfc^c äafcl. ^ttöcn. 3o(). grbr. 3ünger. Jtibmort. 
2Uan3fuße. Äolortt. Komifcbe &ubje£te. Jtocbfunfr. 
&&ffen. ilacben. Äatonismus. £ampabi|ren. granc. ßana. 
2>an. ganbringer. Sara. ÄeibniQ. Jtemnius. ÄocrV. 2o= 
ren^etto. tttacaronifebe poefie. SRacjinjri. $aolo ElefTianbro 
Söffet. 9J?a<mot. Soft. Dan. Sttajor. ©eo. SÄatoafta, #cable= 
rei ; 3ac. gRanittf. SDcarbobuS. SRat&cmatif. SobanneS WaU 
tbauS. SDtebatflcn. itteöiceifcbe Venus, 9fteilen$eigcr. Me- 
nifei. SKctajlafio. Kgoftino aRetcHi. Miniatur sfflto&lcref. 
iTJifotyn. Tabulae Mithriacae. fWobiftcn. Monier. Abwarb 
Stoore. hübten. SRufif. SRatter. 9cero. Dan. 9ceubcrgef. 
9cicolau§. Klrltam. Nomos. Stot^embc. &bfibiantfd)e$ ©la$. 
Odium theologicum. ^D^rbergen. ^amburgifebe (Dpct. 
(Dpitj. (Drfus. (Drpbeus. gorenjo Ertöne. £>rgel. $api« 
riuS. pasqum. 5>embrcfifd)e§ Jtabmer. granj Zerrter. ?)ers 
fpeftfo. petron. ©fta&iu* ^etruciuS. Pbüor*tet. pbüötad. 
pbpfiognomie. £>c St. ?)ierre. planeren. 9)(a$ma bi 6ml« 
ratbo. piautus. poefie. 3)rimaticcio. fotogenes, ^ufoinar. 
gfcpgottU*. Quartier. Scabbinen. Xapbael. tbtifflidfc 
Religion. Äembranot. iRetfeliu*. SSBilbelm ten S?f>ine. 9ttc. 
$iccioltni. Xicbsröfon. Äitteroroen. ©aleajiuö Stoiber. 
3>rtn$ ftupreebt. Äucben ( rieben ). Öatirifcbes SDramä. 
©cbaA. Öebaufpielet unb ^cbaufpiellfuriff. Scbipbail. 
Sd>mibt (ber Se&crtr)cimtfd?c Söibetüberfefcer). Sd>6nbeit. m^aü 
ScotuS. 9cic. Seeldnbsr. Beben. Seiltänzer. Sclbflmorb. 
Bertmts (SuSleger be§ feball)* St. €et?ero. Siegelcrbcn. 
eopbolflcs. Süfrattfo)e Statte. Spiele. öprÄdbc. Öprid^ 
u?6rter. Steigbügel. 3of). Stoffler. Sabacf. 5TapfcrFett. 
tEempelberrcn. Ibcater. Sbcoboru*. Cragifcbe BubfeM. 
Croja. g^enebig. tfenusfeuebc. Nerton. S5ico. Virgil, 
©e. 9Bil(eriu3. VDintelmann. tDunöerbare menfdbcn. 
Baccolint. 3a(?lcn. SamttL ^tpperlein. 58ergl. t7eue Jöu 
bliott>e^ Oer pbonen X&ifl'enfcbaften, »Ö44. etet 1. G. 
91—93- 

0ieb< 



- 



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@&olb gpfcr. iefffng, 087 

&itbKbt\tct Cbeü ( b«rau$gegeben oon Äotl (Bortbelf 
Äefllng, <wcb unter bem SM: (Bottbolö fcpbraim ^effings 
ITbeoiogifdKr tTacblafi. Äerün 1793. 8. 1 %fyt. 6 ©r.) ent* 
bdlt: 1. Heue ^ypotbefe fibcr bie £uangeUften, al« Wog 
menfebtiebe (Befcbicbtfcbreibec betrautet & 1—46. (t>orf)cr 
etmeln, XDotfcnbuttel 177g, 8») —8. Cbefes auö ber Äir/ 
cbengcfcbicbte 6. 47 - 60. 3. <B. £. Äeflings SBtbltolatrte 
©. 61—74. 4- ben Craoitoren (in einem ©enbfcbreiben an 
ben £errn Softer XDalcb oon 05. CK» ileflmg, jur anfünbigung 
einer grogeren ©*uft be$ festeren) ©. 75-83- — HelU 
gton <Cbrtf?t (1780.) ©. 84~86. - 6. ^>tflonfd>€ Umleitung 
in Die (Dffenbatung tJobannis <5. 87—96. 7. CB. £♦ £efltng3 
fogenannte Briefe an t>crfd>tet)ene ©orteögelebrte , bie an feinen 
tbcologifeben etreitigfeiten auf eine ober t>ie anbere SBeife 2$eü $u 
nehmen belkbt baben ©. 97—171. — 8- Ueber ben ^Beweis be$ 
©eitfeS unb ber Jlraft vein jmeiteö (Schreiben an ben £erm 5)iref= 
tor Bd^umann in ^annouec) <5. 172—180. (Oorber einjeln, 
Äraunfcbn eig 1778. 8-) — 9- Ueber bie oon ber Jtirdje ange* 
nommene Meinung, bag eö beffer fei/ wenn bie J&ibcl oon bem 
gemeinen SDtonne in feiner Sprache niebt Riefen mürbe (gegen 
Äerrn £aupt»aftor <Boc je in Hamburg, (5. 181-216. — io, 
©cgen eine ©teile au$ fLcft oon ber XJOabrbcit oec dm blieben 
Religion @. 217 223. — 11. &on ber 2frt unb Sßeife bet 
Fortpflanzung unb Ausbreitung ber cbrifflicben Äeligion 
6. 224—265. — 12. £)a6 (Tbriffentbum ber Vernunft @. 
366 -273. — 13. Ueber eine Propbe*eibung be$ (Earoanus, 
bie cbrifflicbe Religion betreffenb <5. 274—278. — 14. SSom 
TLtiamemue, jufotge einer 21 bbanblung beö £erm £. Ecüners 
be6 nemlicben Subita zc. <3. 279—285. — 15. 4>ürm$ ©.286 
—297. — 16. Ueber bie £ntffeb»ng ber geoffenbatten Xeli* 
gion @. 298—301. — 17. ©ebanFcn über bie ^errnbutee 

(1750) <5. ^02-323. — 18. Tertullianus de Praefcriptio- 

nibus (Umleitung/ Ueberfefeung, Enmerhmgen) 6. 324—350. 
— « 19. kleinere Fragmente 30— 371» — 20. Anbang: 
habere Äeridnigung Oes iHabrcbens von 1000 Emiraten 
ober "Juoaa 3fcbariotb bem Stoetten (1779) @. 3 72— 384* 
(5ö bejiebt fieb auf bie in bem XDiener Diarium oerbreitete ftacfc 
riebt/ bagÄeffing megen ber Verausgabe feiner Fragmente oon 
ber amtferoammer ^uOenfcbaft ein ©efebenf oon ioco £uFaten 
erbalten babe. &ergl. (Bottbolö ifcpbraim Oflings £eben je. 
Eb. 1. e. 4*6 (f. (Äefling lieg bei ben ©treitigFeiten/ welcbe ibm 
bte Verausgabe ber fogenannten XDolfenbuttelfcben Fragmente 
Sujog, mehrere «Schriften bruofen, bie man in bem fünften unb 
fechten fcbeile oon JUffingö Vermifcbten &d>tiften pnbet. 
21uger tbnen bitte er aber auf eben bie SBeranlaffung mabrfcbeinli^ 
noc^ u*1)x bruefen laffen, wenn er langer am ßebett geblieben wäre. 



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288 ©fcolb €p&r. icffing. 

@§ fanben ftch nemlich unter feinem 9tad)taffe t>erfchiebene grag> 
mente t>erwanbten SnhattS / bie , nebj! anbern Äuffafcen, unter bem 
Sttel: (B. iß. fccfllngs Cbeologifcbec SZacbiafi, bcca usarege* 
ben von &. <B. Äelfina;. Berlin 1784. cp;. 8» [20 ©r.] her* 
ankamen. 3n bem gegenwartigen Steile t>on Äefltngs fammtli* 
eben Bcbdfteti i(t biefer UacbUß unüerdnbert wteber abgebrueft 
worben, bod) mit bem Unterfcbiebe , baß man bie Heineren grags 
mente, welche in bie Vorteöe jener erflen fluSgabe eingefcbaltet 
waren, hie* zufammen finbet, unb baß a(S Anbaus bie t leine, fei* 
ten geworbene , (Schrift : habere Berichtigung be$ WlafctynZ t?on 
1000 Dufaten, hinzugefügt worben ift.) &ergL Oiügem. t>cutfcbe 
»ibliotbef/ÄO 68« Btcf 1. e. 60. AUgem. Lit. Zeit. 1785. 
2>ö 2. Uum. 147. ö. 293—295. 

Stcbtjebntet: Cbeit (Setrlm 1793. 8- I Stfr. 6©r.) 
enthalt; 

1 ♦ fabeln, Drei %>h<bev. tTebf? :ZlbbanMuna;en mit 
ötefer fciebtunersart renranöten ^nbalta <2>. 1 — 210. 2)ie 
crfle SCttsctabc biefer fabeln erfc^ten unter bem £itel : CBottbolO 
(Epbraim £cfflngs 5<*beln. jbret &acber. tlebfr SibbanO* 
lungert mit bietet SDicbtangsavt uertoanöten ynbalts. Äecs 
lin 1759. 8* Streite Auflage. £bcnfcaf. 1777. 8* (16 ©r.) 
£>ie Gelegenheit jur Verausgabe berfelben gab ber ©ntfchluß be$ 
SBcrfafferS , feine ehemaligen Schriften nach unb nach 9<*n$ um= 
zuarbeiten. £>er Anfang würbe hier mit ben fabeln gemadtf, boch 
fo, baß oon ben brei unb zwanzig in ben kleinen ^ebetften be« 
pnblichen, auf bie uerfirücittrn gar Feine $ücfficht genommen, t>on 
ben *ebn puofaifebe?* aber nur feebs Uibzl)a\knf biefe »erbeffert, 
unb fehr üiele neue binjugetban würben f Ceffing nahm ftch fcor, 
bie $abei zu ber ©nfalt bcS 2Jefop juruef jufuhren , unb ben poe= 
tifdjen (Srijmucf wegzuwerfen , ben ihr viele teuere gegeben hotten. 
dx trug feine gabeln baher in profa uor, aber in ber feinflen, zier* 
lichflcn, firnigt(len 9>rofa. ©charffmn in ber grftnbung, unb 
SBifc im Vortrage machen fie zu einem feiner DOTjüglichffen SBerfe* 
SebcS ber oeei Äacbec f)at ötetflta; 5«t»eln , unb unter biefett 
neunzig fabeln ftnb nur fedbs unö jt»an$ig Don frember ßrfiiu 
t>ung, bie aber unter £efltngs Bearbeitung neue ©eftalt unb 
SBenbung erhalten tyibtn. 2)ie hinzugefügten 2(bbanMungcn 
hanteln: SSom SBefen ber gabel; SBon bem ©ebrauche ber ^^tere 
tnber gabel; SSon ber <5inrheilung ber gäbet; »on bem »orrrage 
ber gabeln ; &on einem befonberen Slufcen ber gabel in ben (Schu- 
len. — eine feanj^fifebe, ziemlich treue unb gefchmacfooUe, 
Ueberfefeung ber Äefltngifcbcn fabeln fft: Fable« et ditferta- 
tions für la nature de la Fable, traduites de l'Allemand de 
Mr. Gott hold Ephraim Leffing par Mr. d'Antelmy, Profef- 
feor a i»Ecole ftoyaje Militaixe. a Paris 1764, 1a. VI* 2f. 



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<mit bem beuten $erte) febenöaf. 1781. 8» (bergl. Uffgem. 
detttfcbe Ätbltorber*/ £0 11. Ötcf 2. 250— -252.) beSgf. 

-crfd)ienen: Fables de Lefßng en Allem and et en Francais, avec 
deux traductions , dont une interlint airc et propre a faciliter 
l'etude de l'AUemand. ä Strasbourg 1800. 8. (ücrgf. tleue 
2Mbliotbet der fcbonen TOiflenfdy&ften , Äö 64» 6>t<f 2. 
313 f. 2hld) im Journal etranger 1761. Novembre, ftnb mef}« 
rere t>on Änfin^s fabeln öberfefet; befcgl. in Cfcrifrian ^einrieb 
<&dbmiba 3afat$en tut (Ebeorie öcc poefie / ^amml. 4. 
398 f- h m * Säbeln; beSgl. enthält folgende? 2Berfd?en : Eflais en 
vera et en profe de Mr. le Capitaine de B oulard). a Berlin 
1783. 8» Äie&er unb fabeln t)on &efftng. @ne ^temltd^e Zn* 
%aty JLeffin$ifd>et fabeln tyat audj Claade 3ofepb £>orat itt 
feanjopfebe Vcrfe gebraut, unb/ feiner Meinung nad)/ gar 
werf tief) t>crbeffcrt / in feinem Allegories pbilofophiques. a Paris 
1774. 3n lateinische TPerfe mürbe bie ftfjonc gabel: 3>eti8 unb 
e>as öchaf (fceff. gab. ©. 57,) uberfefct in ber lateinifc&en lieber* 
fefcung be$ 3ad?ariafcbcn XU urners in Öer -^oüe: Aelurias, 
epos joeofum, in latinum vertit Bened. Chrift. Avenarius 

(©tabrfcfyultyeifi/ ©tabfooigt unb Äoloniefornmiffar ju Jameln)» 
Brunswigae 1771. 8. min. (8 ©r.) p. 63 f. Drei &eflm£»Tcbe 
fabeln : Der 86me unb ber £afe (8eff. gab. 6* 6.) Die didjc 
unb ba$ ©cfywein (ebenbaf. <S. 19.) Der guctyS unb ber ©torefc 
(ebenbaf. <5. 25.) fmbet man ptofatfd? fiberfefet in ben IPor&i 
bangen ja angenehmer ISrlernang öer lateintfeben Öpracbe 
von M. 3ot>. ^einrieb XPaltbcr, <<5erjogl. ttteflenburg 
<3treliß> profefl*. öer fronen VDiffenfcbaften unö 2teftor öec 
Öcbule ja tleubranöenburg (SBerltn 1792.) S> 8— io» be$gU 
in £>roC>crs Kleiner lateinifcbec (Brammatid mit leichten 
JUErionen fht Anfänger (8*ipjig «795») 245. 246. 347. 
folgenbe gabeln: DaS ©cf>af unb bie <3d>roatöe (8eff. gab. ©. 80 
Der SBolf auf bem fcobtenberte (ebenbaf. ©.41.) Der SSBolf unb 
ber ©c^ifer (ebenbaf. ©. 12.) — Sflejjrere &on £efjtngs pro/ 
faifeben fabeln mürben unnötiger SSBeife r-on Garnier in Vcrfc 
gebracht. — tTacbafcmungen ber ^.efftngifeben fabeln erfdjie« 
nen unter bem£itel: tTeue 3«bcln. J&erlin 1775. 8» W 
ftnb jn>ei unb ft*b$ig profaifebe fabeln , unb barunter manche 
reö)t gute. jßergl. &d>tzad>3 tTTagajin der öeutfeben Kcitif, 
Äö4. Cb.a* ^174 — 177. — 5BonÄoOmec unb Äreitingec 
würben Ofling» fabeln unb £abe Ubeorte Xnity fe^r glicf lid)) pa* 
vobit t un^ f ritifirt in ben Äefftngtfcben anSfoptfcbcn Säbeln/ 
emfcaltenö Die ftnnreicben i&infaüe unö weifen Sprache 
bevZbiete; nebfi bamit einfcblagenoec ttnterfucbung Oer 
^ibbandlnng ^eern JUfftngs ^on Oer Kanf? fabeln 51t vev 
fertigen. Sartcb 1760. 8- (f- ^« Äoömer inr 1. Äanöe 
biefe« tot. &. 148O Einige (Bvunbfat Äeflingö «* feiner (C^eo/ 

dcrtfan Ö. ©. ». «Pr. 3. »anö. 31 tie 



29Q 



©fcott) «PH leffitt* 



rie beraubet prüfte Reeder m einem Buffarje mit ber Heber« 
fc^rift: UeberÄild, fcicbwng and 5abel, in ben 'Serfreea' 
ten fabeln, Öamml. 3, 134—190. »ergl Vorrede ö. 
9 ff. unt> (Bottbold Ürpbraim Äeffing in ben Serfireaten 
ÄUttern, ÖammL 2. 386 ff. &emert*angen über einzelne 
Äefllngifcbe fabeln ftnbet man in Engels Anfangs gründen 
einer £beorie der J>icbtangsarten aas deurfdben iVUifrecn 
enrtPtcfelt (f. J. J. Engeld Schriften, elfter Band) «3. 49» 
67 f. be*gt* in ^eafingers ^andbacb Oer 2*c(?bctie :c <Eb. 
B. .84 f- 

Bearbeitungen ber Jlcffin$if<ben fabeln ftnbet man: in 
ben Briefen die neaefre /Literatur betreffend, (Eb. 4» Ät.70.. 

327 — 33a. Ö. 333—348« in ber BibliotbeE ©er febonen 
XPiflcnfcbafcen, £d 7. 0tcE 1. €5. 32—55. in bem ttoröi* 
feben 2htffeber von 3ob. Andreas Gramer (Äopentyagen unb 
Jkipjig 1760.) 23d 2. Ötcf iai. B. 763—781. in bem Ueue* 
tfen ans der anmutbigen <Beleb?famEeit (1760) Äd 10. 
748—757* — Cbrffn. ^einr. Bcbmidö Ebeotie der poefie 
hacb den neueren (Brundfat^en 116 f. €>. 136 f. 

2. Hatban der tPetfe, ein dramatifebed (Beöicbt in 
fünf 3uf ;&gen 2>. 211 — 492. Die erf?e Ausgabe beSSTatban 
erfdjien unter bem £itel: tfatban der XDeife. (Ein dramati* 
fdbes (Bcdicbt in fünf 2luf$&gen. Introite, nam et heic dü 
funt. Gelfius. TOon (Bottbold ßrpbraim £efftng. Berlin 
1779. 8* Zweite 2foflage. igbendaf* 178« • 8« £>Htte Äuf* 
läge. £bendaf. 1791. 8* Vierte Auflage. £bendaf. i8c6* 
3. (iß ®r.) Der -^auptfa«, welker beibiefem eben fo origina* 
(en/ atö Dortreflic^en didaftifeben &rama/ ber fc^onflen $>erle 
in Äeflmgs poettfebern Jtranje, jum ©runbe liegt > ifl/ ba| ber 
SJlenfct) ben ÜRenf$en o&ne Unterfcbieb ber 9?eligton $od)ad>ren unb 
lieben muffe r unb bafl nicr)t bie SfceligionSpartbei/ au roelcber ft<b 
jemanb befennt, fonbern ba$ gute $erj ben eblen (S$avafter madje. 
Da3 ©tu<f l)at w>rtrefli<fye Situationen , obgteid) ber (int^mi bef* 
felben mebr ift, burd) große ©ebanfen/ atö burd? «£>anbiung &u 
rühren. Der Dialog/ obgleich in Sßerfen (reimlofen Jamben) ifi fo 
natürlich/ al$ immer in irgenb einem profaiffym ©tütfe »on tief* 
fing. Die Parabel vom 3£inge ift au$ bem &occa$ (f. Bocca* 
Jens £e$&blung von den drei fingen* in ber Berltnifcben 
ItTonatöfcbrift 1794* 2fpcil. @. 340 — 349. verfificirt in 
Äamlecd Fabellefe, 15. 1. tZum. 47.) tutb einer ^rjdblung be5 
Paganutius in ben Operibas ber OJympiae Fulva« Morutao 
entlehnt. — jran$oftfcb würbe ber tTatban überfefet bon 
del in bem Nouveaa Theatre allemand, T. VH. englifcb t)0rt 
^Cafpe 1780. boKSndifcb oon einem Ungenannten 1781. — 
(^cejen ben 3nbalt unb bie bebten be$ SubentZatban erfebiene«: 
3ufSaige aUOewtfcbe and cbrif?Ü<be 9em(bwn$en übet 

^etvn 



©fcolb €p(jr* ieffing. 391 



^ettn (Bortbolb CEpbraim £cfllngs neues öramatifcbes <Be* 
Oicht / Hatban öcc tPeifc; nebft einet beipflichten hieben 
£5cbut$f<brift far oie cbrifrlicbe Äeligion. Von Äaltbafac 
«Hu-öeroig EcaKes. l£rfrer, ^weiter £beil. 23 res lau 1779» 
8. (so ©r.) X>k furje öcbucjfcbrift für bie Religion nimmt bte 
#<&lfte be$ fl5ud)S ein / fo wie uberbaupt bte 2Cbftd?t be$ 5Berfaffer3 
babin gebt/ alle» ya rügen, wa§ ihm im tTatban profan bunfr. 
2Cbcr auch über Gpracbe unb Äanf? will er urtbeüen , unb gebt 
bier , roie bort/ gan$ aud feiner «Sphäre r)cranö. Sicrql. CBotb. 
geL Seit. 1780. @tc£ 44. 356 f. Segen Iralfes ijt bie jwar 
gutgemeinte, aber niebt fonberlia) gut geratene Apologie, Jlef* 
fings öramatifebes (Beoicbr, tTatban oen XDeifen/ betreffenö, 
neb fr einem inbange über einige X>oru«beüe unö notbige 
CTJolerarn, ber ausgegeben von (bem ßburfaebf. «^ofratb 5(ric» 
brieb) XP (ilbelm) von B<b&t3. £eip$ig 1781. 8. (6 ®r.) ge# 
riebtet. gerner erfebien gegen ben tTatban: JDer VÜond) vom 
Libanon. (Ein tTacbtrag *u tTatban der KPeife. To/c Ao/- 
xoi« 4v ira^ xßokme. &effau 178a. 8« Zweite (jtarf r*ranberte) 
Auflage. £>effau 1785» 8- (>4 •*•) £rama *on bem 1790 
tterftorbenen ^ofprebiger ju tTCemingen, ^obann (Beorg pfran* 
ger, ba§ jroar in einzelnen Stellen niebt obne poettfeben 2Bertb/ 
im ©anjen aber obne pbilofopbifcben @ei|i unb 3ntereffe ift. fBergl. 
Allgem. Lit. Zeit. 1786. 5, Öupplem. tTurn. 84. ^ 
677 f. Dreijebn wrtrefltcbe Äriefe an tHaoame & * * über 
JLefftngs tTatban oen XOeifen (Dorn £rn. $0frat( Bcbütj) 
beftnben ftcb in ber Sfaöemie oer (Brajien, einer XPocbenfcbrif 
juc Unterhaltung Oes fcb<5nen (Bcfcblecbts, (Cb. 5. Btcf 107» 
€>. 33—47. Btcf 108. @. 49—62» Btd? 109. Ö. 65—79. 
Btcfuo. 81— 96. 6tcf in« B. 97-104. Btcf. 112. 
113—128- Bt<£ 113. Ö. 129 — 144. Btcf 114. 0. 145— 

160. e>tdf 115. 161—176. etrf 116. b. 177—192. et* 

119. 225—236. etdf 127. B. 351-368. ©tdf 129. €5» 
385— 388» (ö«ä> ^ ber Literatur *uno Cbeaterjeitung, 3abrg* 
3. (1780) Cb. 4» Hum. 49. 50. 3abrg. 4. (178' ) Cb. I. 
tTum. 1. 2. 5.6. 10. 12. Eb. 2. tTum. 15. 18. 28. £ert>er* 
florbene 9>rof. gngcl wollte ben tTatban ntebt fo wobl für ein 
ecbaufpiei/ aB melmebr ein ^ebrgeoiebt erfennen, f. Unt 
fangsgr&nöe einer (Tbcorie öer ^tebtungsarten aus oeut* 

g?en ITTuffern entwief elt (J. J. Engel's Schriften, elfter Band) 
. 562 ff. — Heber bte SSorftcUungen beö tTatban auf ben 
SBübnen ju Berlin, XDeimar, ^.cipjig u. f. w. unb ben, $u bte^ 
fem ffiebuf t>on Bcbiüer unb (Botbe unternommenen Vet&nöc* 
tunken tmb übt jungen , öergL tTeue Äibliotbef Der feb^ 
nen tDiffcnfcbaften , £ö. 71. ^tef 1. B. 158 ff. — *Tatban 
OerXDeife, öebaufpiel t>on Äefftng; traveftirt unt> moöer« 
nifttt in fünf Aufjagen. Berlin unO XQitn, bei tTatban 

% 2 und 



2 9 2 <9&olt> €pfcr. ieffittfl. 

twi> Kompagnie (Hamburg) 1804. 8* (8©r.) (Sinige gan> 
broUtge (Sinfiüc unb glücfucbe SSerfe abgeregnet/ bat biefe Xxavv 
tfirung fein fonberhebe* Serbienf*. tfl babei überall t>on feinet 
fejren unb bejn'mmren Sttcbtung ausgegangen, unb aueb bie b*tero* 
genen Steile baben niebtä bejiimmteS , noeb cbaraftetijitfcbe*. 2)e$ 
©eltfamenr um niebt ju fagen Ungereimten, finbet ftcb bagegen 
befto mebr. Sabin gebirt befonber* ber Einfall, JUfliitg felbft 
<tß fcertinfcb auftreten ju laffen, unb bie Unart, ü)n niebt nut 
Diel 2lbgefcbmacfte6 fagen &u laffen, fonbem aueb feine ©inneSart 
unb £anblung$weife in ein nachteiliges Siebt ju fefeen- SEBer un« 
ter bem Öalaöin bat gemeint fewi fallen, errat 1; man balb; abet 
<m$tn feiner, 3ekbnung fmb bie 3üge tbeil* wfeblt* tbeilS jefct 
febon Durch 3eitenwed)fel ucrblcicbt unb ebne SBtrfung. Set 
(Scblufj ijtburcbauS unwrbereitet, unb baber mebr Abfertigung beS 
Seferö, aß Euflifung ober Sntoufelung, obgleicb biefe , roo feint 
eigentliche Beroicfelung t»orau3gieng , ftcb aud) niebt erwarten ließ, 
ftfcrgl. Allgem. Lit. Zeit, 1806. JÖo 1. Uum, 75. 599 f* 
£>er trauetfirte Hatban öer BOeife* Pofle in jt»et bitten, 
mit ^ntertnejjo'B', (Efcoren, clanji gelehrtem 2>a>eif«mpf r 
tttorö und CodfcbUtg* aweb mit Kupfern iperberrlicbt» 
JDas tTacbfptel if* Oer trat>ef?irte Silarros. Jbetiin 1804. 8, 
(21 ©r.) — Sie £rj«t>lung t>on ben örei Äingen (Iftatban, 
3Cufj. 3. 2faftr* 5. 6. 7.) in ben (Priginal * Dialogen nnö £r # 
jät>lang;en Öer £>eutfd?en (S3crlin 179a) JÖo 3. ®. 120—138. 

tteumetmter Ct>etl (Äerlin 1794, & 1 &blr.) entbalt: 
(Ecauecfpiele. Sie ertfe Ausgabe berfelben erfd;ien unter bem 
Eitel: Crauerfpicle von (Bottfcolö iJEpfaaim &efllng\ Äer/ 
lin 1773. 8- Streite Auflage, £benöaf. 1788. 8. 0 $blr.) 

I. XM# £>ara Öampfon, ein ctraucrfpiei in fttltf 2lnf> 
lägen (in profa) v ©. 5—202. 6§ erfebien juerf? in bem fedbs* 
ten tTJbeile bon £efltngs «einen Reiften (1755) B. 1—215, 
bann einzeln , »erlitt 1755. 12. £benöaf. 1757. ia. Itben* 
öaf. 1772. 8- (8 ®r.) nacbgeöeucft ju ^tanffuw 1764. 8. 
Sie Öcene be$@tücfS liegt in Änglanö. meöefont, allen 2Cu$* 
febwetfungen ergeben, fuebt ein tugenbbafteö graueniimmer, bie 
9ftifj@ara, bureb baS Sßerfprecben ber 6be ju tdufeben, melcbe* 
eraberju erfüllen immer auffebiebt, ob bie Öara gleicb nur unter 
tiefer S3ebingung mit ibm auS berr t)dterlicr>en »&aufe entfloben ifr 
dint feiner ebemaltgen ©ubierinnen, m«rn?ooö, verfolgt ibnr 
fuebt ir)n oon ber Jöerbinbung mit ber ©ara abjujiebn, unb, al$ 
feftebt, baß bieg unm&glicb fepn werbe, vergiftet ffe bie Bara, 
worauf ftcb tHellefont zntl^ibt. Sie ßb^raftere beS jwifeben $iu 
genb unb 8a(fer febroanfenben mellefont, ber abfebeulieben mar* 
wooo, ber bureb Eugenb erbabenen Bara, beö alten rcblicben 
Stener« XDaitweU, unb beSnafoen Äinbeö »rabeaar pnb öor; 

- - treflic{> 



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trefft* geriebner. <Star!e Situationen unb fraftbotfer ^fato^ 
fabelt e$ auf bem ^eater ju feiner 3eit fefcr beliebt gemalt. 9cur 
bat man insgemein bei ben öffentlichen SSorfleüungen , wegen aUju» 
groger gange be$ <5tüeB, einige epifobifebe ©cenen wegjulaffen* 
unb ben Dialog abjufürjen fiep genötigt gefunben. ttebrigenä 
war bieg crfle bürgerliche tErauerfpiel Oer lOevitfcbtn jugleie^ 
üuö) ba$ erfte beutfebe Original , welcbe$ fcon ber ffrupulofen itim 
beit beä (Drts abroicb. wirb vielleicht oon ber £mifia (Balotti 
<m 3fcgelmägigfeit unb tragifeber ©roge ubertroffen/ i|t ober garte 
lieber, rübrenber, menfeblicber; auch foU e$ ÄefTmg felbfi fein 
üieblingsftocf genannt baten* £twa§ von ber tbeatralifebeti 
SRebfeligf eit flebt ibm freiließ bei aller feiner übrigen §öortrcflicb< 
feit / noeb an. — ^ranjofifcb beftnbet e$ ficb ausjugsrreife in 
fcem Journal etranger 1761* 2December, unb rollfränöt^ in 
fceniTheatre allemand, ou Recueil des meilleurs pieces dra-. 
roatiques , tant anciennes que modernes , qui ont paru en lan- 
gue alleroande , precede d'une diflertation für l'origine, les 
progresj et l'etat actuel de la poefie theatrale en Allein agne 
par M. M. fünfter *?t Liebault (a Paris 177a.) T. I. unter bem 
Üitel: Miß Sara Sr.mpfon. Tragödie bourgeoife. 'Kud) bet 
greiberr von Btelfelö uberfefete e6 ( aber fdjlecbt ) in$ 3ran*6ft* 
febe. &anifcb ift e$ »on VanDal unb Sergius, Kopenhagen 
1770. g. übertragen worben. — SJergl. (-<Sobls) Äurjet ttn/ 
terridn fü>t Frauenzimmer in t>en febonen tPifTen febaften, 
(Tb* 2. 0. 445—451. — 2lügem. Deatfcbe 2Mbliotbe£, £0 1. 
&td 2. e. 308* fcafcb's *>ecroifcbte tritifebe tmo faticifdye 
Scbriften k. 

2. pbilotas, ein tEraucrfpicl (in Ct'nem 2(uftugc) ©.203 
—254. (in profa) Die erf?e Ausgabe erfebten ftu Äerlin 1759, 
8. Xteae Auflage. £benöaf. 1788. 8- (4 ®*.) &ergl. 
bliotbec* Oer febänen tDiflenfcbaften, 2&b 5. @tcE 2. B.311 
— 317. (Sin fleineS, aber febr anjiebenbeS ©tue!/ ooll 8eben utu> 
9catur. 3n bem einfacbjtcn f)lane entwicfelt ftcb, nad; Anfang/ 
Sortgang unb Grnbe, bic fdjonc 2bat eineö jungen gelben/ ber fei* 
nem Später unb Sßaterlanbe fein Beben jum £)^fer barbringt. pbt# 
Iotas / ber <co(m eineS macebonifeben JtonigS, ifi in einem treffen* 
wo er bie erfte 9>robe feiner Sapfcrfeit ablegte , uerwunbet »orben^ 
unb in bie ©efangenfe^aft bed Jlonigd 2trto^ud gcratben, worüber 
er anwerft erbittert ift. Den ©obn beS Tltib&us aber bat ein gleb 
cbeS ©cbicffal betroffen , unb fo will TLtioaua gern beibe ©obne ge? 
gen cinanber auSwecbfeln. Der Qfebanfe/ bag/ wenn pbilotas 
nicht mebr lebte / fein Später ftcb für ben gefangenen ^rinjen alles 
bebingen f innre, bewegt ben pbilotas , fid) ^u ermorben. <£r rubt 
man, bis man ibm wieber ein ©cbwert giebt, nad) beffen Smpfans 
ge er ficb fogleid? burebbo^rt. Die erbabenen ©eftnmmgen einet 
^elbenfeele, bie wenig Dichter fo ffarf gefebilbert ^aben, überrafeben 
1 bop« 



394 



©fcolb €pi}r. Effing* 



boppelt au$ bem 9ftunbe eines Jtnaben. — (Btetm braute ba§ 
©tuef in tferfe unter bem$itel: pbilotas, ein Crauerfpiel, 
von oem IPerfaffer öer preuflftcben&ricgeslteoer verfTfitctrt. 
Berlin 1760. 8. (4 ©r.) — Boomer fdjrieb ein (BegcnfHtcf, 
aber vielmehr eine parooie auf ben ptnlotas unter bem Sitel : 
polptimet/ ein Crauerfpiel. 3&rtcf> 1760. 8. (f- ben Ert. 
Äoömcr im 1. Äanöe biefeS 2er. B. 150.) — 5ran)<5f?fcb 
würbe £e fttngs pbilotad iberfefet oon $rieoel m bem Nouveau 

Theatre allemand. 

3. £milia (Balottt/ et« tlraucrfptel tn f&nf Haften 
C 255—426. bor&er eimein, Berlin 1772. 8» 2C- fcbctv 
Daf. 1788. 8. (8®t0 meiner Prachtausgabe/ £eip*ig 1803. 
gr. 4. mit einem Kupfer &on Bcbnorc gezeichnet unb mm Äolc 
geflogen (6 £r)lr.) gr. 8- (1 * 12 @r.) 2Ba§ ttlinna von 
Äacnbelm unter JUfftngs &uf?fptelen i(!/ ba$ ift £milia (Ba* 
iocti unter feinen Ccauerfpielen. ^ettore vBoma, s )>rinj von 
(Bttaftalla, burci) feinen Jiammcrfterrn tHarineüi verleitet , lagt 
bie £od>ter eineS iOfftcierS , be$ (Dooaröo (Balotti , bie lteben§* 
nmrbtge i£mtlia, entfuhren* unb ben ihr beftimmten SÖraurigam/ 
ben ©rafen 3 pp iani , ermorben. 2CQein / ebe ba$ Habchen ber 
JKaub beä s Prin^en werben foll , ermorbet eS ber Safer felbff. <2a 
()a t &efling bie ©cfd)td)te ber Virginia, welche un$ flivitxb 
(SRJm. ©efefo. 55. 3. <£. 44 ff.) erjagt / in neuere 3eiten unb @e* 
genben üerpflanjt. JDte Gbarafrere be$ alten/ ungejiumen/ bod) bie* 
bereu (DöoaröO/ ber (tollen, rad)füd)tia,eri, unb biö jum SBa^nftnn 
fd)rDcrmütI):gcii ©rdfirut (Drftna / einer ehemaligen ©eliebten be$ 
9>rinjen/ be$ wn Statur ntcr>t bifen/ aber fdjroacfyen Prinzen/ beö 
an #ofranfen unerschöpflichen 5ö6fewicbtS ittacineüt / Cammer* 
fcerrn be§ 3)rinjen/ ber frommen guten temilia, an ber man felbft 
ihre Schwachheiten liebt/ unb ber nacbft'cfytSooUen, fanften Klau/ 
öia, ber ÜJhitter tSmiltens/ fmb eben fo twrtreflich erfunben/ al$ 
ausgeführt. — tteber itmiiia (Balottt, erfrer, ^weitet, örit* 
ter, vierter Ärief oon CEngel in bem pbüofopfren f&r öte 
XVcit (f. J. J. Engel's Schriften , erßer Band) C(>. 1. 137. 
151. 166. 173. unb 3ufaß/ i&benbaf. B. 365. (©er erf?e bie« 
fer Briefe betritt ben meifterhaft gejeidjneten (Lbazahez be§ tTTa« 
rinclli; ber weite ben dbar^her beS 2(ppiani, melier nad) 
SngeU Urtbeii etroad auffallenb Sonderbarem an fid> (jat; ber 
Dritte ben (Tbarat'ter ber CEmilta; im vierten erflart fid? l^n^el 
über bie ©efebiebte ber VitQinia , unb^eigt/ baß bie £atafrropfye 
berfelben in ber iSmilia unter febr öerfd)iebenen Umfiinben *u a^n« 
lic^ nachgeahmt roorben ; jugleid) unterfucht er ben Gfcrrarter beS 
(Dooaröo , ber/ biö auf bie letzte 6cene mit feiner Softer, feine 
ganje S3erounberung tyxt). Ueber einige Öcbcfnbeiten bet 
l£milia (Balotti / an -^errn £riedr